Peru und Bolivien

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May 2018 - January 2021
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  • Day1

    Huaraz

    May 22, 2018 in Peru ⋅ 🌙 7 °C

    Peru hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Nach den heißfeuchten Tropen bin ich in Peru endlich wieder bei Wohlfühltemperaturen angekommen. Und das Beste in Peru: No hay mosquitos. Keine Mücken, nada, nichts - herrlich!

    Was jedoch auch hier wieder auffällt: Ohne Spanischkenntnisse sind viele Dinge doch umständlich. Ob es der Bus ist den ich buche, das Einchecken im Hostel oder das Bestellen von Essen - alles in Spanisch. Für mich super, denn so kann und muss ich üben!

    Von Lima aus bin ich direkt in das Trekking-Mekka Huaraz gestartet. Die Wartezeit habe ich mir in einem Pet-Shop vertrieben, den ich zufällig fand. Hieß für mich eine Stunde Welpen streicheln. Es ist zwar überhaupt nicht schön wie die armen Wesen in Käfigen gehalten werden, aber ich dachte mir ein wenig Liebe (für uns alle) kann nicht schaden. Am liebsten hätte ich jedoch alle mitgenommen.
    Mit dem äußerst komfortablen Bus (140 Grad Liegendposition) ging es über Nacht acht Stunden gen Norden. Das ebenso komfortable und schöne Hostel Akilpo konnte ich direkt beziehen und mir von den Mitarbeitern wertvolle Tipps für anstehende Touren einholen. Das hat mich dazu bewogen meinen Tatendrang etwas zu zügeln und mich erst einmal zu akklimatisieren bevor ich den 4-Tages-SantaCruz-Trek starte. Heißt ich werde morgen einen Tagestrip zur Laguna Paron auf 4500m unternehmen und schauen wie mein Körper die Höhe verträgt.

    Den restlichen Tag habe ich damit verbracht die Stadt, von der aus die Gipfel schon zu erkennen sind, zu erkunden und ein paar notwendige Dinge zu erledigen (wie Wäsche waschen und einkaufen). Dabei ist mir wie in Lima schon aufgefallen, dass die Peruaner unheimlich freundlich und zuvorkommend sind. In Lima wurde ich direkt für eine Stadtführung eingeladen. Ich fühle mich hier unheimlich wohl und sicher. Viele Frauen und Männern tragen traditionelle Gewänder und aufwendige Hüte. Am Straßenrand werden allerhand Lebensmittel verkauft und es stimmt Peru hat wahnsinnig gutes Essen! Ich habe mich heute mal überall durchprobiert. Besonders gut fand ich die Quinoa-Bällchen, die wie Meisenknödel aussehen. Meerschweinchen habe ich schon gesehen, aber noch nicht probiert. Schon seltsam wie die Lebenden in Säcken von A nach B geschafft werden und dann für keine 2€ serviert werden. Es ist wirklich unglaublich günstig hier. Für 1,50€ habe ich soviel gutes Essen bekommen, dass es für zwei Tage reicht und dabei habe ich das Dessert schon ausgeschlagen.

    Ich war noch nicht einmal in den Bergen und bin schon jetzt hellauf begeistert. Es gibt soviel zu entdecken, man muss nur genau hinschauen und ein wenig offen sein!
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  • Day2

    Laguna Paron

    May 23, 2018 in Peru ⋅ ☀️ 29 °C

    Meine erste Wanderung in Peru war der Paramount-Trek. Die Wanderung führte entlang der Lagune Paron und bot einen stetigen Blick auf den schneebedeckten Paramount, nach dem auch die gleichnamige Filmproduktionsfirma benannt wurde.
    Von Huaraz aus ging es 5.00 Uhr morgens per Bus mit kleiner Gruppe und Guide in Richtung Anden. Auf dem Weg hielten wir zum Frühstück noch an einem Markt, auf dem es allerhand peruanische Spezialitäten gab, aber auch ganze Schweine, Hühner und natürlich Meerschweinchen. Drei Stunden später erreichten wir bereits die Lagune und stärkten uns noch mit dem traditionellen Koka-Tee, der gegen Höhenkrankheiten helfen soll.
    Insgesamt bewältigten wir circa 300 Höhenmeter (von 4200m auf 4500m) immer mit dem Blick auf die unnatürlich blaue Lagune, die ihre Farbe aufgrund von Algen erhält. Wir waren komplett allein und konnten die Aussicht so noch besser genießen! Ich war völlig begeistert von der Wanderung, die wirklich anspruchsvoll und anstrengend war. Nicht selten gab es weder einen Weg noch Pfad, dem man folgen konnte. Also ging es einfach quer über die Felsen und Steine, sodass einige Passagen eher einer Klettertour glichen. Einfach herrlich!
    Erst beim Abstieg merkte ich die Höhe etwas und bekam leichte Kopfschmerzen - vielleicht lag das aber auch einfach am Schlafmangel.
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  • Day3

    Laguna 69

    May 24, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 10 °C

    Laguna 69 stand vorerst nicht auf meinem Programm. Nachdem ich gestern jedoch von diversen Reisenden unschöne Dinge vom Santa Cruz Trek hörte (kalte Schlafsäcke, undichte Zelte), entschied ich mich spontan um und nutze die gewonnene Zeit nun, um im Anschluss an Peru doch noch den Umweg nach Bolivien zu nehmen. Der Santa Cruz Trek ist jedoch nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben auf ein anderes Jahr zu einer anderen Jahreszeit, denn nicht umsonst wird er als einer der schönsten Treks in Südamerika betitelt.
    Auch der Trek zur Laguna 69 war eine fantastische Entscheidung. Schon am Abend zuvor lernte ich Flora kennen, mit der ich die Wanderung gemeinsam unternahm. Witzig wie sich manchmal Wege kreuzen, denn wir verstanden uns auf Anhieb, wohl auch weil wir genau das Gleiche studieren und gerade in der gleichen Lebensphase sind.
    Mit dem Bus ging es wieder 5.00 Uhr morgens in Richtung Berge. Auf dem Hinweg ist unserem Gefährt jedoch die Achse gebrochen, sodass wir in einen anderen Bus umsteigen mussten, der uns dann zum Startpunkt brachte.
    Die heutige Wanderung ging noch ein wenig höher hinaus - nämlich auf 4625m. Der Weg war einfach wunderschön. Sechs Stunden lang ging es durch atemberaubende Täler, über Flüsse und Bäche, vorbei an Wasserfällen und Bergseen. Den Blick dabei immer auf die schneebedeckten Anden gerichtet. Ich habe mich unheimlich winzig, aber zugleich völlig frei und gelöst gefühlt. Berge machen einfach glücklich! Auch die Wanderung zur Laguna 69 war wirklich anstrengend und ich wieder einmal sehr froh über meine Wanderschuhe (Danke Romy!). Obwohl mir der Weg zur heutigen Lagune besser gefiel, war die Laguna Paron doch beeindruckender. Dennoch ist es einfach unfassbar wie schön die Anden sind. Das einzige Problem waren die fehlenden Toiletten. Es gab nur “baños naturales”. An sich nicht schlimm, die Natur bietet ja genügend Platz. Problematisch waren die etwas aggressiven Kühe. In der wirklich ungünstigsten Position beschloss eine mich aus ihrem Territorium vertreiben zu wollen und kam mir gefährlich nah mit ihren Hörnern. Mir fiel in dem Moment tatsächlich nichts Besseres ein als die blöde Kuh intuitiv anzumuhen. Half tatsächlich für kurze Zeit und Rückhalt gab es von Flora, die vom Wegesrand tatkräftig mitmuhte. In letzter Sekunde bin ich dem Vieh dann doch entkommen und konnte vor Lachen nicht mehr an mich halten.
    Am Ende des Tages taten mir die Füße doch ganz schön weh und ich war froh mich gegen den Santa Cruz Trek entschieden zu haben, auch weil ich wieder ein wenig Kopfschmerzen hatte und meine Finger in den Höhen seltsam angeschwollen waren.

    Abends wollten wir eigentlich noch Meerschweinchen probieren, fanden aber einfach kein geeignetes Restaurant dafür. Auch das wird später noch kommen!

    Huaraz und die umliegenden Berge waren einfach so unfassbar schön und ich habe noch lange nicht alles gesehen. Peru werde ich auf jedenfalls noch mindestens ein zweites Mal erkunden. Den Entschluss habe ich eigentlich schon mit dem ersten Schritt in den Anden gefasst, aber jetzt geht es erst einmal wieder ans Meer!
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  • Day5

    Paracas

    May 26, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 19 °C

    Paracas war einfach zu gut zu mir. Innerhalb von 24 Stunden habe ich hier soviel erlebt und gesehen, dass es sich anfühlte wie drei Tage.
    Paracas ist eigentlich ein kleines Fischerdorf, das mittlerweile jedoch zur Touristenhochburg avanciert ist. Nicht zu unrecht, denn der Nationalpark und die „Galapagos Inseln für den armen Mann“ laden zum Erkunden und Entdecken ein.
    Gegen Mittag bin ich hier gelandet und habe mich zuerst mit einem typischen Peru-Pullover und einem bestechend peinlichen Peru-Basecap (wenn Touri, dann richtig) ausgestattet. Das Cap ist mittlerweile echt nötig, da Nase und Wangen schon deutlich zu viel Sonne abbekomme haben. Danach habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen, um das Naturreservoir auf eigene Faust zu entdecken. Im ersten Moment nicht meine beste Idee, bin ich doch absoluter Radfahrmuffel. Auch der beständige Gegenwind machte es nicht leichter und so waren die ersten 11 Kilometer zu meinem Ziel, dem Playa Roja, doch eher eine Qual und ich musste den inneren Schweinehund ganz schön überwinden. Entlohnt wurde ich jedoch mit der wahnsinnigen Aussicht auf die gelb-rote Wüste links und rechts von mir. Es ist einfach beeindruckend welche Formationen und Farben die Natur hervorbringt.
    Am Strand angekommen war ich zunächst erschrocken über den diversen Plastikmüll am Ufer. In der Hinsicht müssen wir Menschen wirklich deutlich sensibler und umweltbewusster werden... dennoch war der Blick auf die Küste wunderschön.
    Nachdem ich mich auf dem Hinweg mehrmals für meine tolle Idee mit dem Fahrrad verfluchte, das auch nur einen Gang hatte, war der Rückweg um einiges angenehmer und schneller. Mit Rückenwind und zum Teil steil bergab machte die ganze Tour dann doch wirklich Spaß.
    Zum Abendessen ging es in eines der vielen Fischrestaurants, wo ich erstmal Ceviche (eines der typischen Gerichte hier in Peru) probierte. Leider nicht ganz mein Fall. Zurück im Hostel wollte ich dann eigentlich nur den Plan verfolgen früh ins Bett zu gehen, da die letzten Tage mit wenig Schlaf verbunden waren (Nachtbusfahrten/laute Mitbewohner/frühe Touren) und der nächste sehr erlebnisreich werden sollte. Allerdings habe ich mich mit meinen Mitbewohnern angefreundet, sodass ich mich noch für einen Drink an der Bar breitschlagen ließ. Auch ließ ich mich darauf ein beim Beerpong-Turnier mitzumachen (triviales Trinkspiel, bei dem man versucht einen Tennisball in den Becher des Gegners zu werfen). Ich dachte wir würden die erste Runde eh nicht überstehen und ich könne an meinem Früh-zu-Bett-geh-Plan festhalten. Niemand konnte ahnen, dass ich ein verstecktes Talent in diesem Spiel habe. Das führte dazu, dass ich bis zum Finale spielen durfte und meine Pläne zunichte gemacht wurden. Dennoch ein herrlicher und lustiger Abend und den weniger Schlaf wert!

    Am Morgen darauf ging es verkatert und müde zum Paragliding. Meine französische Zimmergenossin Marie und ich wurden gemeinsam abgeholt und los ging es zum Paragliding - dachten wir. Unser Abholservice fuhr über eine halbe Stunde planlos durch die Stadt, um Zeit totzuschlagen, da der Wind noch nicht gut genug war. Dann ging es endlich zu unserem Piloten und für mich das zweite Mal in den Nationalpark. Unser Pilot (José) war ein herrlich offener und netter Peruaner, der uns viel über Land und Leute erzählte. (So haben die Menschen eine tiefe Verbindung zu den unzähligen Hunden, die viele Jahrhunderte zurückreicht. Früher haben die Einwohner Hunde tatsächlich als kleine Heizung genutzt und die Fellnasen als Wärmequelle mit ins Bett genommen.)
    Gleichzeitig hat José eine Vergangenheit als Rennfahrer und so pesten wir wie die Bekloppten durch die Dünen der Wüste hinauf auf einen der größeren Hügel von wo aus das Paragliding starten sollte.
    Marie war als Erste dran und durfte sich ins Vergnügen stürzen. Schon vom Zusehen bekam ich Gänsehaut und konnte es kaum erwarten selbst zu starten. 20 Minuten später war es dann soweit. Mir wurde das Geschirr angeschnallt und schon rannten wir den Hügel hinunter. Der Schirm entfaltete sich und ich verlor den Boden unter den Füßen - ein unbeschreibliches Gefühl! Schon in den ersten Sekunden war mir klar: Das muss ich unbedingt lernen. Ich möchte selbst Pilot werden. Paragliding ist wirklich ein absolutes Gefühl von Freiheit. Ich hatte wirklich unheimlichen Spaß und konnte gar nicht mehr aufhören zu grinsen. Leider ging mein Flug weniger als fünf Minuten, da ich wirklich Pech mit dem Wind hatte und wir sofort absackten. José hatte Mitleid mit mir und bot mir an den Flug am Nachmittag noch einmal zu wiederholen. Auch meinte er ich hätte das Crazy-Gene. Recht hat er! Ich mag verrückte Sachen. Ich sagte zu und war gespannt, ob er sein Versprechen hielt.

    Nach dem Paragliding ging es mit Marie sofort weiter zu unserer Bootstour zu den Islas de Ballestas. Da wir spät dran waren, mussten wir zu unserem Boot rennen. Gerade rechtzeitig sprangen wir in eines der Boote und los ging es mit einigen Knoten über den Pazifik. Die erste Attraktion war eine der in Nazca ähnlichen Linien. Niemand kann so wirklich erklären wie dieses Naturphänomen zustande kam. Die riesigen Linien zeigen fast eigenständige Bilder im Sand und tauchen hier und da mal auf.
    Nach einer guten halben Stunde Bootsfahrt erreichten wir dann die Inseln und wurden gleich von ein paar winzigen Pinguinen begrüßt. Ein paar Ecken weiter entdeckten wir schon den ersten Seehund, der sich auf einem Stein in der Sonne suhlte. Innerhalb der Tour sahen wir noch viele weitere Seehunde sowie diverse Vögel. Was mir überhaupt nicht gefiel war der Massentourismus. Etwa 30 Boote fuhren zwischen den Inseln umher, oft viel zu nah an den Tieren und besetzt mit unheimlich lauten und rücksichtslosen Passagieren. Hinzu kamen die Abgase, die selbst mich dazu zwangen mir den Schal vor die Atemwege zu halten - von Nachhaltigkeit keine Spur. Die armen Tiere müssen ja schon völlig gestört und vergiftet sein, wenn dieses Programm jeden Tag zweimal abgespult wird. Etwas verstimmt habe ich die Rückfahrt dann einfach verschlafen, da mir gerade die letzte Nacht noch in den Knochen steckte.

    Nachdem ich wieder festen Boden unter den Füßen hatte, machte ich mich allein auf den Weg in Josés Restaurant, wo wir uns zuvor verabredeten. Er empfang mich freudig, stellte mich seinen Freunden vor und gemeinsam aßen wir noch zu Mittag. José sollte sein Versprechen halten und so saß eine glückliche Franzi ein zweites Mal im Auto auf dem Weg zum Paragliding im Nationalpark; im Schlepptau Josés Freunde, denen er zeigen wollte was er so in seiner Freizeit machte. Über die ganze Zeit merkte ich so langsam wer mein Pilot tatsächlich war. Ich glaube ihm gehörte letztlich die halbe Stadt. Jeder schien ihn zu kennen. Neben dem Restaurant besaß er noch ein Hotel und sämtliche Touristenagenturen.
    Mit dem Jeep und einem normalen VW-Bus ging es nun wieder die Hügel der Wüste hinauf. Gerade der VW hatte dabei erhebliche Probleme und ich war erstaunt, dass das Auto überhaupt ankam. Beim zweiten Mal Fliegen schien im Gegensatz zum Vormittag die Sonne - ein gutes Omen. Sobald ich das Geschirr anhatte ging es wieder in die Luft. Das erste Mal war schon toll, aber das zweite einfach unbeschreiblich. So fühlt sich Fliegen an! Nicht nur das Glück sondern auch der Wind waren mir hold. Himmelhoch jauchzend drehten wir etliche Runden und Schrauben über Meer und Wüste. Ich bekam einfach nicht genug, aber nach einer halben Stunden glitten wir wieder zu Boden und ich strahlte über beide Ohren voll mit Endorphinen! Was für ein Tag!
    José brachte mich noch zurück zum Hostel und verriet mir den wahren Grund für die zweite Runde: Er sah eine wahre Abenteurerin in mir und erfreute sich einfach daran, dass ich so viel Spaß hatte und er mir das Paragliding in seiner vollen Pracht zeigen konnte.
    Danke José!
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  • Day6

    Huacachina

    May 27, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 21 °C

    Nach so viel Spaß und Action in Paracas wollte ich die kleine Oasenstadt Huacachina ganz gemütlich und entspannt erkunden. Mit dem Bus ging es so direkt über Ica in die Wüste in eine noch wärmere Region.
    Die Oase ist von sämtlichen Hotels und Restaurants zugebaut, dennoch kann man sie noch in ganzer Pracht bestaunen. Ihr Durchmesser beträgt etwa 100m, sodass einige Touristen sie auch per Boot erkunden.
    Aus meinem entspannten Nachmittag wurde nicht wirklich etwas, da der Sonnenuntergang nahte und ich diesen unbedingt aus der Wüste heraus anschauen wollte. Also entschied ich mich spontan, ohne meine Sachen überhaupt aufs Zimmer gebracht zu haben, für eine Wüstentour. Mit einem sogenannten Buggie ging es dann durch die unendlichen Weiten der Wüste - mit Anschnallpflicht. Das war auch gut so, da ich sonst sicher aus dem Wagen geflogen wäre. Unser Fahrer ist die Dünen in einem wahnsinnigen Tempo hoch und runter gefahren, sodass es uns wirklich aus den Sitzen schleuderte. Ein riesiger Spaß, noch besser als Achterbahn fahren! Den Sonnenuntergang genossen wir dann auf dem Kamm einer Düne mit einem unbeschreiblichen Blick über die Wüste. Ich hätte Stunden dort verbringen können! Allerdings stand noch Sandboarding auf dem Tourenplan. Mit einer Art Snowboard ging es so die Sanddünen hinunter. Ich habe mich aufrecht auf zwei Füßen runter gewagt. Bis zur Hälfte konnte ich mich so halten, den Rest des Weges ging es dann auf dem Hintern bergab. Auf dem Rückweg gab unser Fahrer nochmal alles, um uns komplett durchzuschütteln und sicherzugehen, dass auch überall Sand gelandet ist. Eine wirklich tolle Tour und wundervolle Art die Wüste zu erkunden.

    Zurück im Hostel wartete eine kleine Überraschung auf mich: Das Dreibettzimmer hatte ich ganz für mich allein und konnte mich so mal richtig ausbreiten und in Seelenruhe schlafen.
    Den Abend verbrachte ich noch mit zwei Kolumbianern aus meinem Hostel. Eine wirklich tolle Begegnung für mich, denn die zwei erzählten mir unheimlich viel über ihr Land, dessen Geschichte und aktuelle politische Situation. Ich habe so viel gelernt und erfahren, war aber auch sehr erschrocken über viele Dinge die in Kolumbien passierten und noch immer geschehen. So kommt es, dass gerade Wahlen sind und die Kolumbianer auf einen Umschwung hoffen. Die zwei halten mich über den Ausgang der Wahlen zum Glück auf dem Laufenden und ich drücke die Daumen.

    Nach einer wirkliche erholsamen Nacht habe ich den Tag noch einmal genutzt, um die Wüste auf eigene Faust zu erkunden. Es ist wirklich unheimlich anstrengend so eine Sanddüne hinaufzulaufen, aber der Ausblick hat sich mehr als gelohnt. Entspannt und glücklich ging es dann für mich weiter nach Cusco, wo endlich der Machu Picchu auf mich warten sollte.
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  • Day13

    Machu Picchu

    June 3, 2018 in Peru ⋅ 🌧 12 °C

    Wenn ich morgens um 4.00 Uhr freiwillig und putzmunter aus dem Bett springe, muss schon etwas Besonderes anstehen - heute war es endlich so weit: Nach etlichen gewanderten Kilometern und Höhenmetern wartete der Machu Picchu als großes Finale auf uns, nachdem wir schon einen kurzen Blick auf ihn erhaschen konnten. Die alten Ruinen werden dabei als Ciudad Machu Picchu und der dazugehörige Berg (den man auch gegen Aufpreis besteigen kann) als Montaña Machu Picchu bezeichnet.
    Schon beim Aufwachen hörte ich den Regen und freute mich über das Regenponcho, das ich noch in Cusco kaufte. So ein bisschen Regen hielt mich jedoch nicht davon ab die 500 Höhenmeter in Form von Stufen zum Machu Picchu zu erklimmen. Der erste Checkpoint öffnete um 5.00 Uhr morgens seine Pforten. Mit allen anderen Touristen reihten wir uns in die Schlange ein und warteten gespannt darauf, dass wir endlich los durften. Ausgestattet mit Kopflampe und zwei Schichten Regenkleidung folgte die anstrengendste Trainingseinheit, die ich je um 5.00 Uhr morgens absolvierte. Der Drang oben anzukommen und die Massen, die von hinten drückten spornten enorm an und so kam ich nach einer guten Stunde völlig erledigt und verschwitzt mit einem Aufschrei der Freude, Erleichterung und Erschöpfung an. Am Einlass angekommen erwartete mich ein buntes Meer aus Touristen, die alle ebenso wie ich in farbige Plastiksäcke eingehüllt waren. Leider erfolgte hier auch ein wenig Ernüchterung, da die Wolkendecke kein Stück aufklarte und es durchgängig weiter regnete. Wir fragten uns nicht ganz unberechtigt, ob dies wirklich der berühmte Machu Picchu sei, da man anfangs gar nichts sehen oder erkennen konnte. Unser Guide Edgar wartete jedoch schon und versuchte uns mit einem unbeirrten Optimismus zu begeistern. Unsere Führung dauerte zwei Stunden und ließ uns in all die alten und neuen Geschichten um den Machu Picchu eintauchen. Ich muss gestehen ich habe wie alle anderen nicht so viel mitnehmen können, da meine Konzentration ungefähr bei null lag. Ich war müde, komplett durchgenässt von Schweiß und Regen und fror dadurch fürchterlich. Ein Aufwärmen bei Dauerregen war auch nicht in Sicht, sodass ich eher damit beschäftigt war warm zu bleiben. Aber ich will mich nicht weiter beschweren - es war dennoch grandios. Nur so viel: Der Machu Picchu wurde 1911 zufällig entdeckt, verfügt über ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem und war gerade durch die Berge gut vor Feinden geschützt.
    Mit all den anderen Touristen schoben wir uns durch die alten (heute) nebelverhangenen Ruinen und staunten über die frühe Baukunst der Inka. Dabei liefen uns einige Lamas über den Weg, was mir meinen Lama-Moment in Peru bescherte. Süß waren sie ja schon, nur eben genauso durchnässt wie wir.
    Gegen 10 Uhr brach die Wolkendecke dann doch noch auf und erlaubte uns in einem Zeitfenster von zehn Minuten die Ruinen in voller Pracht zu bewundern und ein paar Fotos zu schießen. Am Ende des Tages ließ ich mir noch einen Stempel des Machu Picchus für meinen Reisepass geben.

    Gerade durch den Nebel hatte der Machu Picchu schon etwas Geheimnisvolles und Mystisches. Es ist wirklich beeindruckend zu was die Menschen schon vor so vielen Jahren im Stande waren. Die Ruinen werden zudem äußerst gut erhalten und gepflegt. So ist es beispielsweise verboten innerhalb zu essen.

    Gegen 11 Uhr mussten wir schon den Rückweg antreten, um unseren Bus nicht zu verpassen. Im Dauerregen ging es entlang der Schienen wie am Vortag wieder nach Hydroélectrica. Leider hatte gerade unser Gefährt aufgrund der Wetterverhältnisse eine Stunde Verspätung und so blieb uns nichts anderes übrig als zu warten. Auf dem Weg zurück nach Cusco wurden wir dann noch überraschend eingeschneit. Die Peruaner wussten gar nicht wie ihnen geschah und so mussten etliche Autos im Schnee angeschoben werden.
    Gerade spielt das Wetter hier wirklich verrückt. Eigentlich ist Trockenzeit und jeder Tag sollte kalt und sonnig sein. Regen mindert nun natürlich die Einnahmen aufgrund des Tourismus.
    Aber das Wetter kann man sich eben nicht aussuchen und der Machu Picchu war auch bei Regen eine einzigartige Erfahrung (und nach einer heißen, verdienten Dusche lassen sich die Bilder auch schön anschauen).
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  • Day14

    Cusco

    June 4, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 9 °C

    Obwohl ich eigentlich kein großer Fan von Städten bin, hat mit Cusco unheimlich gut gefallen. Die Stadt liegt etwa 3400m über dem Meeresspiegel und ist gerade für Touristen Ausgangspunkt für sämtliche Touren speziell zum Machu Picchu.
    Am ersten Tag in Cusco habe ich leider nicht so viel sehen können, da mir irgendetwas den Magen verstimmte und ich so wider Willen das Bett hüten musste.
    Der zweite Tag lief wesentlich besser und ich buchte den Salkantay-Trek mit der Agentur Machu Picchu Reservation (wirklich sehr empfehlenswert). Noch am gleichen Abend fand das Briefing mit den anderen Teilnehmern zu unserem 5-Tages-Trekkingtrip statt, dessen großes Finale der Machu Picchu sein sollte.
    Den Rest des Tages verbrachte ich damit durch die Stadt zu schlendern, die vielen bunten Häuser zu bestaunen und gutes Essen zu probieren. (Ganz besonders gut hat mir hier das Restaurant Organika gefallen. Alle Zutaten kommen von der hauseigenen Farm und das schmeckte man!) Am späten Abend hat es mich aufgrund einer Wette mit einem Ecuadorianer noch ins Casino verschlagen. Ich habe zehn Soles gewonnen und somit auch die Wette! Ich sage ja das Glück in Peru ist mir hold.

    Einen weiteren Tag in Cusco verbrachte ich damit endlich mal nach Souvenirs zu stöbern und wurde fündig. Der Mercado San Pedro bietet hierzu wirklich alles was man sich vorstellen kann. Von Kochtöpfen über Käse, Quinoa und bis hin zu klassischen Souvenirs gab es hier alles - inklusive leckerem und günstigem Essen in der Markthalle. Ich habe eigentlich den ganzen Tag damit verbracht durch die Straßen zu schlendern und mich ein wenig in der Stadt zu verlieren. Dadurch habe ich wirklich viel sehen können und konnte nach den vergangenen Tagen mal wieder ein wenig zur Ruhe kommen.
    Am Hauptplatz in Cusco dem Plaza de Armas habe ich mich dann noch zu einer Massage locken lassen. Immerhin war es der Tag nach meinem 5-Tages-Trekkingtrip und bei umgerechnet 7,50€ für eine Stunde musste ich auch nicht lang überlegen.

    Leider habe ich das Cuy-Festival verpasst. Der 30. Mai stand ganz im Zeichen des Meerschweinchens, nur waren wir zu dem Zeitpunkt leider in der Wildnis. Irgendwann komme ich schon noch dazu die kleinen Nager zu probieren, denn dies war keinesfalls das letzte Mal in Cusco!
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  • Day15

    Rainbow Mountain

    June 5, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 16 °C

    Ganz oben auf meiner Wunschliste stand der Rainbow Mountain nahe Cusco - und ich wurde nicht enttäuscht! Auf über 5000 Metern über Null erstrahlt ein Bergkamm in sieben verschiedenen Farben bedingt durch unterschiedliche Mineralien wie Eisen oder Kalzium.
    Der Weg dorthin war wirklich frostig, da es die Nacht zuvor schneite, der Wind zog und die Sonne sich kaum blicken ließ. Das Wetterglück hat mich ein wenig verlassen. Nach den ersten hundert Metern wurde mir durch die Anstrengung des Aufstiegs (insgesamt 600 Höhenmeter in eine Richtung) jedoch recht schnell warm und ich genoss die Aussicht. Links und rechts des Weges grasten sämtliche Alpacas und Lamas im frischen Schnee - nur streicheln ließen sie sich leider nicht. Mit jeder Kurve änderte sich auch hier die Landschaft und ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.
    Viele meiner Mitstreiter nahmen sich ein Pferd, da die Höhe doch einigen zu schaffen machte. Durch meine Wanderungen in Huaraz und am Salkantay war ich glücklicherweise schon daran gewöhnt und hatte diesmal keinerlei Beschwerden.
    Oben angekommen konnte ich nicht widerstehen und machte das für Peru wohl touristischste Foto - Lama, traditionell gekleideter Peruaner und Anden!

    Mein eigentliches Highlight auf diesem Tagesausflug war jedoch nicht der Rainbow Mountain sondern das 20 Minuten entfernte Valle Roja (rotes Tal). Durch den frischen Schnee, das Rot des Berges und das Grün der Flora bot sich mir ein einzigartiges Farbspiel - einfach traumhaft. Da war die Kälte schnell vergessen.

    Was mich aber wirklich beeindruckte war die Kondition und die Kleidung der Einheimischen. Doppelt so schnell wie ich erklommen sie den Berg in Sandalen (!). Die Peruaner müssen wirklich ein gänzlich anderes Kälteempfinden haben.

    Ein weiterer kleiner Höhepunkt für mich waren die vielen Touristen, die sich vor dem Rainbow Mountain im Schnee drängelten und offensichtlich zum ersten Mal einen solch rutschigem Untergrund erfuhren. Man brauchte nicht lange warten bis die ersten den Rückweg ungewollt auf dem Hintern zurücklegten. Ich habe Hilfe angeboten, aber allen konnte man auch nicht unter die Arme greifen und so war das für mich ein herrliches Schauspiel. Manchmal sind es eben die kleinen Freuden - und die von Oma und Mama vererbte Schadenfreude.
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  • Day16

    Puno

    June 6, 2018 in Peru ⋅ ⛅ 4 °C

    In Puno habe ich einen wirklich kurzen Zwischenstopp auf dem Weg zur Copacabana in Bolivien gemacht. Die kleine Stadt auf der peruanischen Seite des Titikakasees ist Ausgangspunkt für viele Touren auf dem See, gerade um die Uros zu besuchen. Die Uros sind ein altes peruanisches Völkchen, dessen Zugehörige auf unzähligen schwimmenden Inseln mitten auf dem Titikakasee leben. Früher noch autark und von Fisch lebend, sind sie heute abhängig von den vielen Touristen, die allzu oft auch eine Nacht auf einer der Inseln zusammen mit den einheimischen Familien verbringen.
    Eigentlich wollte ich auch eine kurze Tour machen, nur leider startete keine um 7.00 Uhr morgens. Alles andere hätte meinen engen Zeitplan gesprengt. Zudem waren alle Tourenanbieter und Verkäufer so aufdringlich und nervig, dass ich relativ schnell das Weite suchte und einfach eine kleine Runde allein am Rande des Sees drehte.
    Dabei sind mir die vielen Jogger aufgefallen, die um 6.30/7.00 Uhr und 5 Grad Celsius schon ihre Runden drehten - verrückte Peruaner!

    Die Uros werde ich irgendwann noch einmal mit mehr Zeit besuchen. Immerhin muss ich mir ja auch etwas für die nächste Reise nach Peru aufheben. 😉

    Jetzt geht es erst einmal auf nach Bolivien!
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