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  • Day223

    La Fundadora, Nicaragua

    January 9, 2018 in Nicaragua ⋅ ⛅ 20 °C

    05. - 09. Januar 2018

    Auf zu den Kaffeeplantagen! Ein EcoHostel in La Fundadora, das von einer Kaffeekooperation betrieben wird, klingt perfekt für uns. Doch wie kommt man dahin? Im Colectivo bis Matagalpa. Dort Umsteigen und auf den alten US-Schulbus ins Hinterland warten. Aus einem Blog haben wir erfahren, dass man schnell einsteigen soll, wenn man einen Sitzplatz will. Während wir uns mit Strassenfood sättigen, fährt der Bus ein. Ok, zwei Personen warten beim Gepäck, die anderen stürmen in den Bus. Wir sind fast als erste im Bus und ergattern doch nur einen Platz. Alle anderen sind schon belegt. Wir erfahren, dass die Locals den Bus schon vor der Einfahrt in den Terminal geentert haben. Ach, mann.
    Im Nachhinein stellt sich heraus, dass die Holperfahrt stehend bequemer war als sitzend.

    Das EcoHostel besteht aus kleinen, einfachen Bungalows mit Blick auf die Felder und Kaffeeplantagen. Zudem gibt es einen Gemeinschaftsraum wo gutes, lokales Essen und natürlich eigener Kaffee serviert wird.

    Auf gehts zur Finca La Lottería des Kaffeebauers Augustin und seiner Familie. Wir werden herzlich empfangen und müssen/dürfen als erstes in die Küche. Nacatamales stehen auf dem Speiseplan. Dazu brauchts zwei verschiedene Maisteige, mariniertes Schweinefleisch, Reis, Kartoffeln und Gemüse. Alles wird auf einem Bananenblatt angerichtet, zugeschnürt und etwas über eine Stunde gekocht. In dieser Zeit erklärt uns der immer fröhliche Augustin den Kaffeeanbau. Er zeigt uns alle Prozessschritte: von der Aufzucht der Pflanzen über das Pflücken der reifen Beeren bis zur Fermentation. Das Highlight ist natürlich, als wir mit Körben ausgerüstet in der Plantage selber pflücken gehen können: Nur die wirklich roten Beeren, ohne Stiele und Vorsicht vor den Ameisen. Ein guter Pflücker schafft zehn Körbe pro Tag und erhält dafür umgerechnet sieben Franken. So schnell sind wir knapp nicht.

    In der Zwischenzeit hat Augustins Frau Guadelupe Kaffeebohnen geröstet und mahlt sie auf herkömmliche Art von Hand auf einer Steinplatte. Wir zeigen ihnen, wie wir mit unserer kleinen Hand-Kaffeemühle für unterwegs Bohnen mahlen. Traditionell wird das Kaffeepulver direkt im Wasser gekocht. Wir zeigen ihnen die Reisevariante mit AeroPress.
    Fazit: Wir sind entzückt von der traditionellen Art, sie sind begeistert von unserem Verfahren.

    So, die Nacatamales sind fertig! Wir entblättern das Ganze und Probieren. Wow, was für ein vorzügliches Gericht! Dazu ein bis zwei Tassen frischen Kaffees und ein lustiger Schwatz mit Augustin. Was brauchts mehr für einen gelungenen Abend?
    Zu guter Letzt darf ein Eintrag ins Gästebuch nicht fehlen. Den kurzen philippinischen Text (von Jackie) kann Augustin noch einigermassen aussprechen, der lange Text in Schweizerdeutsch ist da schon schwieriger.

    Die nächsten zwei Tage machen wir eine Tour zum nahegelegenen Naturreservat. Mario führt uns in eine kleine Kommune im Park. Danach gehts auf unseren Wunsch zusammen mit Oliver zu einer Anhöhe im Wald. Zuerst sind wir enttäuscht, dass der Weg an vielen Fincas mit Feldern vorbei führt. Das soll ein Naturschutzgebiet sein?!? Dann gehts aber richtig in den Dschungel. Oliver mit der Machete voraus, wir hinterher. Natur pur!
    Zurück in der Kommune bauen wir die Zelte auf. Ok, die sind nicht wirklich Wetter tauglich und so zügeln wir unters Vordach.
    Nach dem Eindunkeln werden wir mit einem funkelnden Sternenhimmel belohnt.

    PS an mein ehemaliges Team: Den Legosuperman habe ich der kleinen Tochter unseres Hosts in der Kommune geschenkt.

    Memories: Die Gebrüder Suter versuchen sich als Zirkusartisten. Sollen wir uns gleich beim Zirkus Knie bewerben?; Rohe Kaffeebohnen im Handgepäck via Miami in die Schweiz zu bringen klappt. Ist das der Anfang vom Direkthandel?
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