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  • Day12

    Pune, India

    October 25, 2018 in India ⋅ ⛅ 29 °C

    20. - 25. Oktober 2018

    Heutiges Programm: Roadtrip mit Abu nach Pune. Mit viel indischer Musik fahren wir durch die Hügellandschaft. Abu kurvt uns sicher durch den Autobahnverkehr. In Pune werden wir von Tazeen und Myra erwartet. Ich freue mich endlich die ganze Familie zu sehen. Nach dem zögerlichen Anfang nimmt mich Myra dann doch voll in Beschlag.

    Den Sonntag verbringe ich bei Kaffee und Kuchen und Reiseführer im German Café. Am späteren Nachmittag irre ich mit Abus Familie durch die riesige Shoppingmall. Das scheint das Hobby aller Inder zu sein. Beim Eingang gibts sogar eine Warteschlange.

    Mit Abu besuche ich heute das berühmte Osho Meditationscenter. Osho war nebst der Meditation vorallem für seine enorme Rollsroyssammlung bekannt. Man kennt ihn auch unter dem Begriff Sexguru. Wir finden heraus, dass man tatsächlich auch nur für einen Tag ins streng bewachte Center gehen kann, doch die durchmischten Reviews halten mich dann doch davon ab. Der Fokus sei vorallem auf Geldmacherei als Meditation. Stattdessen besuche ich den Aga Khan Palast mit dem kleinen Museum über Mahatma Gandhi. Hier verbrachte er die Jahre seines Hausarrests.
    Danach möchte ich mich im Oshopark entspannen. Dieser Park besticht durch seine schattenspendenden Bäume und ist Treffpunkt vieler junger Pärchen, die sich hier ungestört verabreden können. Dass ein kleiner Bach durch den Park fliesst ist ja nett, dass dieser aber eine stinkende Kloake ist, macht das gemütliche Naturerlebnis gleich wieder zu nichte. Tja, das ist Indien. Unverseuchte Gewässer sind rar.

    Das Museum über Sadhu Vaswani wird in hohen Tönen gelobt. Ein Sadhu ist grob übersetzt ein heiliger Mann. Im Hinduismus ist es ein Oberbegriff für jene, die sich einem religiösen, teilweise streng asketischen Leben verschrieben haben. Sadhu Vaswani ist keiner Religion gefolgt, hat sein Leben einzig dem Humanismus verschrieben. Er hat sich für die Bedürftigen eingesetzt, Frauenrechtsbewegungen iniziiert und Gandhi bei der Befreiung Indiens unterstützt. Das Museum ist sehr aufwendig gemacht. Sein Leben wird mal als Film, mal als mit Wachsfiguren nachgestellten Szenen als auch mit Hologrammen dargestellt. Ich finde die Darstellung eher übertrieben, aber seine Ansichten und Taten machen mich nachdenklich. Nach dem Besuch werde ich unerwarteterweise zu einer kleinen Gedenkveranstaltung an Sadhu Vaswani und seinen vor kurzem verstorbenen Nachfolger eingeladen. Die Zeremonie findet an den Totenbetten der beiden statt. Danach erfahre ich, dass die Gemeinschaft mehrere, teils international renomierte, Krankenhäuser betreibt und Schulen für Mädchen unterhält.

    Meinen Geburtstag beginne ich mit einer Poweryoga-Lektion. Ganz schön anstrengend, aber befreiend. Danach gibts Pancakes mit einem Kaffee im ColombiaCafe, wo ich auch die vielen Geburiwünsche empfange und mit meinem Schatz und auch mit meinen Eltern telefoniere. Am Abend gibts noch Yoga und Meditation unter dem Vollmond auf der Dachterrasse. Zum krönenden Abschluss gehe ich mit Abu, Tazeen und Myra in ein BBQ-Restaurant essen, mit Geburtstagstorte und Geburtstagssong versteht sich. Oke, den Geburtstagssong konnten wir langsam nicht mehr hören. Es hatte noch ungefähr zehn weitere Geburtstage im Restaurant. Genossen habe ich es trotzdem.
    PS: Das war jetzt der zweite Geburtstag in Folge, den ich im Ausland verbracht habe. Heisst das, dass ich in der Schweiz somit zwei Jahre jünger bin? :D

    Leider heisst es jetzt Abschied nehmen von dieser wundervollen Familie. Danke für die freundliche und überaus grosszügige Gastfreundschaft. Hoffentlich gibts bald ein Wiedersehen.
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