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  • Day37

    Da geht noch was!

    July 31, 2018 in the United States ⋅ ☀️ 33 °C

    Hanno schreibt:

    Heute fahren wir, Bernd und ich, eine kurze Backcountry-Discovery-Tour (das sind Offroad-Touren, die von amerikanischen Motorradclubs kartografiert wurden) von ca. 190 Kilometer nach Ellensburgh. Also die Erwartung: leichtes Spiel. Was mir hätte auffallen sollen, ist die Fahrtzeit, die mein Navi ausrechnet: 7 Stunden. Glaube ich nicht. Zumal die ersten 60 Kilometer auf dem Highway ein ruhiges und entspanntes Dahinrollen sind. Wir beschränken unsere Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h. Dazu später mehr. Franz fährt auf Straße zum Tagesziel.

    Unsere Route biegt vom Highway ab und geht offroad weiter. Und wie!! Keine Schotterstraßen, nein. Wege, die scheinbar nur aus dicken, losen Steinen bestehen, oder aber extrem ausgewaschen sind, bergrauf, bergrunter. Unsere Fahrtleistung sinkt auf 15 Kilometer pro Stunde. Die Temperatur: wie immer: hoch. Ich darf sagen, dass der heutige Abschnitt einer der härtesten unserer gesamten Reise ist. Das wir gestern bei meinem Motorrad einen neuen Hinterreifen montiert haben, kommt mir sehr zugute: der hat ganz schön was zu grippen! Wir haben als Ausgleich schöne Ausblicke in Canyons, fast wie ein zweiter White Rim Trail.

    Aber es ist extrem anstrengend: ich darf den Weg keinen Augenblick aus den Augen lassen; ständig muss die beste Fahrspur zwischen den Steinen bzw. den Auswaschungen gesucht werden. Ein Fallen würde aufgrund des steinigen Untergrunds schmerzhaft sein. Ich habe Erfolg: kein Umfaller. Dazu kommt das ständige Fahren über Steine, Löcher und Felsstufen. Als unser Zielort in Sicht kommt, sind wir beide echt geschafft.

    A propos geschafft: Leider hat meine treue, bislang so problemlose BMW doch ein Problem bekommen: offensichtlich ist am Hinterradantrieb die Abdichtung zum Rad (das war die Bezeichnung für Nicht-Technikaffine; die korrekte Bezeichnung lautet: Simmerring am Radflansch) undicht: das Öl läuft aus. Ich habe heute zweimal jeweils einen Viertelliter eingefüllt, der im Anschluss wieder ausläuft. Eine Reparatur vor Ort ist nicht möglich; das Motorrad müsste in die Werkstatt. Da wir nur noch (geschätzte) drei Fahrtage haben, versuche ich, dem Antrieb immer wieder etwas Schmierung zuzuführen. Eben habe ich eine Tube Fett gekauft: die drücke ich morgen in das Antriebsgehäuse: Hoffentlich bleibt das Fett länger drin als Öl. So hoffe ich, auch unter Verzicht auf Geschwindigkeiten über 70 km/h, Vancouver zu erreichen.
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