TAT oder Transamericatrial

June - August 2018
Eine Motorradreise von Ost nach West quer durch Amerika
  • Day41

    Surrey -Vancouver - Surrey

    August 4, 2018 in Canada ⋅ 🌙 20 °C

    Nachdem ich Nachmittags meine Ktm vom Ölwechsel abgeholt hatte Stand Abend noch ein gemeinsames Abschiedsessen in Vancouver auf dem Programm.
    Da an diesem Wochenende noch so ein Art "Christopher Street Day " Ist, sah man noch ein paar nette Gestalten.
    Wir saßen noch gemütlich auf ein Bier zusammen und ließen die Reise ein wenig Revue passieren. Nachdem wir noch ein anständiges Steak uns genehmigt hatten hieß es Abschied nehmen.

    "Meine Herren,
    Bernd, Franz und Hanno,
    Es war mir eine Ehre mit Euch die Reise zu unternehmen.
    👍👍👍👍👍👍

    Wir, Kerstin und Hans, wünschen euch einen einen guten Flug.

    Wir sehen uns in "Good old Germany"
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day40

    Boldly go, where no one has gone before

    August 3, 2018 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    Hanno schreibt (seinen letzten Bericht der Reise):

    Bernd hat einen schönen Weg für uns nach Vancouver ausgesucht: völlig ohne Autobahn geht’s durch viele Städte, aber doch flüssig, zum Ziel. Unterwegs machen wir Halt an einer Waschanlage und verbringen dort eine Stunde mit dem Reinigen der Motorräder, damit die wieder ins Flugzeug ✈️ dürfen. Gegen 14.00 Uhr erreichen wir unser Hotel direkt am Flughafen. Die nächsten Tage werden wir mit einer Sightseeingtour durch Vancouver und dem Abgeben und Verzurren der Motorräder auf den Transportpaletten verbringen. Dann geht’s mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück nach Europa.

    Ich habe mit meinen Freunden eine unglaubliche Tour quer durch die USA 🇺🇸 beendet. Dass es unfassbare 12.913 Kilometer, davon bestimmt 2/3 auf unbefestigten Strecken, werden, habe ich mir vorher nicht vorstellen können. Ich habe vieles erfahren: eine Tour durch die ländlichen Bereiche der USA, die man aus den Spielfilmen, Soaps und Städtereisen nicht kennenlernt. Ich habe ein riesiges und landschaftlich ungemein schönes und abwechslungsreiches Land gesehen.

    Ich habe aber auch einige Probleme dieses Landes gesehen: die Tatsache, dass deren Bewohner mit der Größe des Landes verschwenderisch umgehen, indem alte Sachen, egal was, auf den Grundstücken stehengelassen werden: es ist ja Platz genug da. Zu einem sehr großen Teil sind die Lebens- und Wohnverhältnisse auch nicht mit denen in Deutschland vergleichbar: sie sind deutlich einfacher.
    Ich habe aber auch eine große Vielzahl von netten, interessierten und hilfsbereiten Menschen kennengelernt, die sich immer nach uns und unserer Tour erkundigten. Diese Art, so glaube ich, findet man in Deutschland so flächendeckend nicht.

    Vor allen Dingen habe ich eine phantastische Motorradreisen mit drei Mitfahrern, die, jeder für sich, tolle Menschen sind, gemacht.

    Ich glaube, sagen zu können, es war DIE Reise meines Lebens. Mein großer Dank gilt denen, die sie mir ermöglicht haben: meiner lieben Frau Ulrike, meiner Familie, meinen beiden Geschäftspartnern Stefan und Thomas, sowie meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die alle so lange auf mich verzichtet haben.

    Ich bedanke mich auch bei denjenigen, die über dieses Medium unsere Reise begleitet und „mitgefiebert“ haben.

    THIS IS THE END.

    Abschließend möchte ich noch einige Erfahrungen über unsere Ausrüstung wiedergeben; vielleicht können sie für jemanden, der auch eine ähnliche Tour machen möchte, nützlich sein.

    MOTORRAD: wie wir gesehen haben, kann diese Tour auch mit Dickschiffen (1200ern) gemacht werden. Das wird im Internet oft abgestritten. Klar ist aber: eine 600er lässt sich leichter aufheben als eine 1200er. Und aufheben müsst Ihr sie. Garantiert. Oft.

    Ich habe meine 29 Jahre alte 100GS, von HPN veredelt, gefahren. Ich halte sie immer noch für das absolut beste Motorrad für eine solche Reise: gewichtsmässig gerade noch erträglich, lange Federwege, große Bodenfreiheit, mit einem „sanften“ Motor, der ab Leerlaufdrehzahl ALLES mitmacht, robust, ohne jegliche Elektronik. Die Leistung einer aktuellen 1200er braucht kein Mensch im Gelände; das Ballern und Gehacke eines Einzylinders mag ich nicht.

    BEKLEIDUNG: ich bin mit meinem Enduroanzug bestens zurechtgekommen. Strapazierfähig, ausreichend belüftet. Ganz wichtig: Enduro- bzw. Crossstiefel. Wer eine solche Tour mit Lederstiefeln macht, handelt fahrlässig. Merke zur Bekleidung: besser als gute Protektion ist nur: noch bessere Protektion. Sie erspart Schmerzen.

    GEPÄCKSYSTEM: ich habe mich kurz vor der Reise für „Softbags“ entschieden, obwohl ich auch schöne Alukoffer für das Motorrad habe. Das war genau richtig! Softbags sehen zwar nicht so martialisch aus wie die Alukisten, aber: sie schonen das Motorrad! Bei Umfallern oder durch die ständigen Vibrationen verzieht sich nichts und reißt nichts ab. Und viel wichtiger: sie verhindern Verletzungen, weil sie nachgeben! Ich bin auf der Tour sicherlich ein Dutzend Mal gestürzt, Verletzungen oder Verstauchungen: Null! Ich bin sicher, mit Alukoffern wäre es manches Mal anders ausgegangen. Merke zum Gepäcksystem: Softbags für die harten Sachen, Alukoffer für die Fahrt zur Eisdiele.

    GEPÄCK: hatte ich viel zu viel mit! Die Menge hat mich auf langsamen Endurosektionen schon behindert. Meine Zeltausrüstung habe ich gar nicht benutzt: die von uns erhofften Zeltplätze, mit ein wenig Komfort wie Wasser und Dusche, gab es zum größten Teil gar nicht.
    Trotzdem ist es richtig, eine einfache „Not-Zeltausrüstung“ mitzunehmen: man weiß ja nie, ob man wirklich ein Motel findet.

    Grundsätzlich sollte die Regel, an die ich mich auch selbst zukünftig halten werde, gelten: Nimm vor der Reise jedes Teil, das Du mitnehmen willst, in die Hand. Wenn Du bei einem, selbst leiseste, Zweifel hast, ob Du es WIRKLICH brauchst: lass es zuhause!

    Meine Ziel-Ausstattung bei (möglichen 😉) künftigen Reisen: die beiden Softbags für Werkzeug, Ersatzteile, Zeltausstattung und Regenbekleidung; zusätzlich EINE Tasche für Bekleidung und Accessoires. Sonst: NICHTS.

    Ansonsten gibt es noch viel zu sagen über: Reifen, technische Vorbereitung des Motorrads, technische Ausstattung, Ersatzteile, Werkzeug. Wer da meine Meinung hören möchte: ich freue mich, wenn Ihr mich ansprecht.
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  • Day40

    Ende eines Abenteuers

    August 3, 2018 in Canada ⋅ ⛅ 21 °C

    So liebe Leute, jetzt ist es an der Zeit, diese Tour geht zu Ende. Heute Nachmittag haben wir Vancouver erreicht. Nachdem wir gestern morgen noch einmal die letzte Offroadtour gefahren sind, haben wir uns nach dem neunten Teilabschnitt von der Backcontry Discovery Route getrennt. Die Route hat elf Teilstücke. Wir wären zu weit vom Zielort weggewesen und es hätte eng werden können, wenn wir sie zu Ende gefahren wären. Da alles so Gut gelaufen war, wollten wir unser Glück oder noch besser unseren Schutzengel nicht bis an die Schmerzgrenze bringen. Er war im Verlauf der Tour sehr gnädig mit mir. Ich habe ca. 15 Stürze unbeschadet überstanden, nur Dank guter Protektoren , erstklassiger Stiefel und einem wohlgesonnenen Schutzengel. Am kleinen Fluß namens Gold Creek erreichen wir eine größere Teerstrasse. In diesem Moment oder an diesem Punkt verlassen wir die letzte unbefeßtigte Strasse. 8000 Kilometer unpaved Roads liegen hinter uns. Unglaublich, das der Zeitplan genau paßte. Insgesamt werden es 13000 Kilometer gewesen sein. Ein unglaubliches Gefühl ergreift mich an dieser Stelle. Traurig und Froh gleichermaßen. Ich habe faßt zwei Jahre an der Route gearbeitet und jetzt ist sie zu Ende. Ich habe viele Eindrücke über dieses Land erfahren. Viele Amerikaner, die sich für uns interessierten. Wir haben viele Interviews gegeben. Ich werde gern darüber in Gesprächen berichten. Am meisten hat mich der Verlust meines handys an Anfang der Tour geärgert. Dann natürlich meine defekte Kupplung und nicht zuletzt der Maschinenschaden an der KTM, die zum Ausstieg von Hans geführt hat. An dieser Stelle muß gesagt werden,das der Mann nur aus Soldarität sich glaube ich zwei mal hingelegt hat. Ein superklasse Fahrer. Franz hat es die letzten Wochen vorgezogen die weiteren Zielorte auf befestigten Strassen zu erreichen und da er sehr sozial eingestellt ist, hat er schon das beste Hotel und die besten Lokale herausgesucht. Hanno hat als einzigster die komplette Tour gefahren,da ich drei Abschnitte wegen der Kupplung nicht dabei war. Ich schätze ihn nicht nur als guten Bäckerkollegen, sehr guten Motorradfahrer, sondern als Freund, der in allen schwierigen Situationen sofort mit Rat und besonders mit Tat zur Seite steht. Ich habe mich gefreut das diese drei dabei waren. Über viele Dinge dieser Tour gibt es noch vieles zu berichten. Besonders Ausrüstung, Motorrad, Reifen, Gepäck, Papiere, Routen und so weiter. Alles ,wenn ich wieder zu hause bin. Ich berichte gerne. Das schönste ist zunächst die Tatsache, das Anita und ich wieder Oma und Opa geworden sind. Man mag es sich gar nicht vorstellen, wie gerne ich das kleine Mädchen in den Arm nehmen möchte. Besonderen Dank auch an Alle, welche die Firma in dieser Zeit weitergeführt haben. Ich kann nicht alle erwänen, aber bei Heinzel und Laurenz und meiner Familie möchte ich mich im Vorfeld schon bedanken, das sie mir das Abenteuer meines Lebens ermöglicht haben. Allen Lesern danke ich für die lustigen Kommentare. Bis bald.Read more

  • Day40

    Reedsport nach Surley/ Vancouver

    August 3, 2018 in Canada ⋅ ⛅ 14 °C

    Nachdem ich gestern noch bis auf Reedsport gefahren bin, konnte ich heute meinen persönlichen Abschluss des TAT am Atlantik machen.
    Da ich wusste dass ich noch über 800 km bis Vancouver habe begann der Ritt bereits um 06.00 Uhr.
    Über angeblich eine der schönsten Küstenstrassen ging es los. Na ja was hier bis auf wenige Ausnahmen eine Küstenstrasse sein sollte hat sich bisher bei mir nicht ganz erschlossen.
    Aber was soll's. Die restlichen 250 wollte ich dann über die Autobahn machen. Man glaubt es kaum für 80 km auf einer 6, ja 6-spurigen Autobahn benötigte ich fast zwei Stunden. Was für ein Chaos🤤🤤🤤🤤. Nach insgesamt über 12 Stunden war ich am Hotel. Meine Frau war auch kurz zuvor angekommen.
    Morgen holen wir dann Ihr Motorrad und dann sollte ab Sonntag einer weiterreise nichts mehr im Weg stehen.
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  • Day39

    In den Cascade Mountains

    August 2, 2018 in the United States ⋅ ☁️ 17 °C

    Hanno schreibt:

    Bernd und ich fahren heute eine Sektion der Backcountry Discouvery Routes, ca. 80 Kilometer, als Offroad-Abschluss dieses Urlaubs. Ist der wirklich bald vorbei? 😢
    Mit Franz treffen wir uns in einem kleinen Nest am Highway zum Pazifik. Der „General Store“ ist längst geschlossen; die Cannabis-Bude allerdings nicht.

    Der übernächste Ort ist tourimässig auf Western-City gemacht. Wir erlauben uns ein Eis; mit Bernd meint es die (männliche) Bedienung besonders gut.

    Gemeinsam fahren wir auf dem Highway tiefer in die Cascade Mountains. Endlich sind wir den ständigen Qualm der Wildfire los, der überall hinzieht. Vom Highway selbst haben wir einige schöne Blicke in die Bergwelt, deren Spitzen hin und wieder noch schneebedeckt sind. Auch der Lake Ross, ein Stausee, ist durchaus sehenswert. Auf dem Weg nach Westen wird es deutlich kühler: das Thermometer zeigt „nur“ noch 20 Grad; das ist nach fast sechs Wochen Hitze für uns ungewohnt.

    Unser letztes Motel auf der Route beziehen wir in Sedro-Woolley. Von hier aus ist es zur kanadischen Grenze nur ein kurzes Stück; wir beabsichtigen, morgen Mittag in Vancouver zu sein.

    Ach ja: ich pflege den Hinterradantrieb meiner GS gut: ich habe schon ein große Tube Fett reingedrückt. Bislang hält er sich sehr gut. Und: es tritt kein Öl mehr aus; das wird aber daran liegen, dass keins mehr drin ist. Ich bin zuversichtlich, dass er es bis nach Vancouver schafft!
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  • Day38

    Unverhofft kommt oft.....

    August 1, 2018 in the United States ⋅ ⛅ 31 °C

    Hanno schreibt:

    Heute nehmen sich Bernd und ich zwei Sektionen der BDR vor. Insgesamt gut 300 Kilometer. Vom Navi vorgeschlagene Zeit (ich bin lernfähig 😉): gut 9 Stunden. Ist ambitioniert, aber machbar. Franz fährt Straße.

    Nach gutem Frühstück (Erdbeer-Pancakes, Eier und Bacon) geht’s los. Auf prima Teer windet sich eine kleine Straße den Berg hoch. Oben gibt’s tolle Ausblicke auf die, uns aus den Vortagen bereits bekannten, schneebedeckten Vulkane Mt. Adams und Mt. Rainier. Hier oben ist sehr viel toter Wald. Hat es da gebrannt? Ich weiß es nicht.

    Mittlerweile ist der Teerbelag zu Ende. Die Straße ist durchwachsen: mal gut, mal weniger. Aber nicht so fies wie gestern. Plötzlich: ein Teil des Berges ist abgerutscht; in das Geröll ist der fehlende Teil der Straße neu geschoben worden: aber wie! Vier- oder fünfmal nacheinander geht es mehrere Meter steil in die Tiefe, direkt danach mehrere Meter SEHR steil, mit Absätzen darin, nach oben. Also: beim Weg nach unten unbedingt Schwung für den Aufstieg mitnehmen! Wer unten in der Senke stehenbleibt, hat verloren! Wir schaffen das! 👍💪
    Nach wiederum starkem Geschüttel durch steinige Strasse und starke Auswaschungen tanken wir in Wenatchee und haben mittags, auch durch viele Foto- und Sehpausen, erst ein Drittel des Weges geschafft.

    Es beginnt wieder ein zackiger Anstieg über ca. 20 Kilometer. Plötzlich: ein Knall; mein Motorrad eiert um die nächste Kurve. Der Hinterreifen (der neue!) ist platt. Die Reparatur sollte kein Problem sein. Ist sie aber doch: in den Reifen hat sich ein fingerdickes Holzstück gebohrt; wir zweifeln angesichts des großen Loches, ob unsere Vor-Ort-Reparatur funktionieren kann. Die Erkenntnis: sie funktioniert nicht. Einen Schlauch, den wir einziehen könnten, habe ich nicht. Schnelle Entscheidung: ich demontiere das Rad und fahre damit mit Bernds Motorrad zurück nach Wenatchee und versuche, irgendwas zustande zu bringen. Bernd macht derweil, mutterseelenallein in der Wildnis, Mittagsbubu.

    Ich habe großes Glück: Nach dem Abstrahlen des Rades (Ihr erinnert Euch: es ist durch den Defekt des Antriebs völlig verölt) werde ich über zwei Stationen zur Motorradwerkstatt „Bikertown USA“ geleitet.
    Die Jungs dort wissen wirklich, was sie tun. Nach anfänglichem Sträuben („we don‘t repair motorbike tires, it’s too dangerous“) erkennen sie meine Notlage und setzen den Reifen absolut professionell instand: mit „Pflaster“ innen im Reifen und zusätzlich mit einem eingezogenen Schlauch. Nebenbei: eine derart aufgeräumte Werkstatt, bei der wirklich jedes Werkzeug an seinem Platz liegt, habe ich noch nie gesehen. Die Jungs freuen sich über mein Lob.

    Nach zweieinhalb Stunden bin ich wieder beim mittlerweile ausgeschlafenen Bernd. Das Rad ist schnell montiert. Allerdings kürzen wir unsere Tour ab und fahren per Highway nach Chelan, wo Franz auf uns wartet. Chelan liegt landschaftlich schön an einem See; Bilder schicke ich aber nicht, weil die ganze Gegend wegen der umliegenden Wildfire unter einer dichten Rauchglocke liegt.

    Gute Nacht! Morgen fahren wir den für uns letzten Teil der BDR, dann geht’s nach Kanada!
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  • Day38

    Phönix nach Reedsport

    August 1, 2018 in the United States ⋅ ⛅ 14 °C

    Totegeglaubte leben länger.
    Nachdem ich fast eine Woche ohne fahrbaren Untersatz war, ist heute wieder alles im Butter.
    Teile kamen vorbildlich innerhalb 24 Std und der Mechaniker vor Ort war wirklich fit.
    Jetzt steht dem zweiten Teil der Reise Canada-Alaska normalerweise nichts mehr im Weg. Morgen kommt meine Frau, am Samstag noch die Verabschiedung der BMW fahrer(die dürfen nicht länger weg🤣🤣🤣)
    Dann werden wir am Sonntag uns Richtung Rockys aufmachen.
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  • Day38

    4,3,2, allein

    August 1, 2018 in the United States ⋅ 🌙 21 °C

    Es kommt wie´s kommen muß. Start wie schon oft nach einem guten Frühstück auf breiter schöner Strasse. Sie geht über in einer schmalen, drei Meter breiten Teerstrasse mit Serpentinen. Das macht wirklich Spaß. Jedesmal, wenn so ein Wohlgefühl bei mir aufkommt, kommt irgend eine Herrausforderung auf uns zu. Zunächst waren es Waldgebiete in denen es vor einiger Zeit gebrannt hatte. Kilometer fahren wir durch so ein Gebiet. Da bekommt man Angst. Millionen verbrannter Bäume. Stundenlang fahren wir durch so einen Wald bis plötzlich der Weg durch einen Erdrutsch extrem schwer wurde. Vier Meter steil runter und sofort wieder rauf. Wer unten zu stehen kommt, hat keine Chance wieder raufzukommen. Also allen Mut und alle Kenntnis zusammengefasst und durch. Es hat geklappt. Wir kommen in einem Ort, tanken und nach ca. 15 Kilometer passiert es. Hanno´s neuer Hiterreifen ist platt. Ein Flickversuch scheiter, weil das Loch einfach zu groß ist. Hanno und ich bauen den Reifen aus und Hanno fährt mit meinem Motorrad zum Ort zurück und versucht den Reifen dort zu flicken. Ich bleibe in der Wildnis zurück. Hans ist allein bei seiner KTM, Franz fährt auf der Landstrasse zum nächsten Treffpunkt, Hanno sucht eine Werkstatt um den Reifen zu flicken und ich : liege allein unter einem Baum bei 35 Grad und denke über meinen Wasservorrat nach. Über zwei Stunden nichts, nichts garnichts. Ich versuche ein wenig zu schlafen. Plötzlich höre ich Motorradgeräusche. Zwei Crossfahrer sind auf dem gleichen Weg nur von der anderen Seite. Wir unterhalten uns und in diesem Moment kommt Hanno mit dem geflickten Reifen zurück. Wir bauen in ein, verabschieden uns von den Beiden und führen die Fahrt fort. Als wir auf eine grosse Strasse kommen, fahren wir auf direkten Weg zum Zielort und treffen uns wie gewöhnlich mit Franz, der schon wieder eine Unterkunft besorgt hat. Ein superguter Scout. Nur noch zwei Tage bis zum Ziel. Gute Nacht.Read more

  • Day37

    Da geht noch was!

    July 31, 2018 in the United States ⋅ ☀️ 33 °C

    Hanno schreibt:

    Heute fahren wir, Bernd und ich, eine kurze Backcountry-Discovery-Tour (das sind Offroad-Touren, die von amerikanischen Motorradclubs kartografiert wurden) von ca. 190 Kilometer nach Ellensburgh. Also die Erwartung: leichtes Spiel. Was mir hätte auffallen sollen, ist die Fahrtzeit, die mein Navi ausrechnet: 7 Stunden. Glaube ich nicht. Zumal die ersten 60 Kilometer auf dem Highway ein ruhiges und entspanntes Dahinrollen sind. Wir beschränken unsere Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h. Dazu später mehr. Franz fährt auf Straße zum Tagesziel.

    Unsere Route biegt vom Highway ab und geht offroad weiter. Und wie!! Keine Schotterstraßen, nein. Wege, die scheinbar nur aus dicken, losen Steinen bestehen, oder aber extrem ausgewaschen sind, bergrauf, bergrunter. Unsere Fahrtleistung sinkt auf 15 Kilometer pro Stunde. Die Temperatur: wie immer: hoch. Ich darf sagen, dass der heutige Abschnitt einer der härtesten unserer gesamten Reise ist. Das wir gestern bei meinem Motorrad einen neuen Hinterreifen montiert haben, kommt mir sehr zugute: der hat ganz schön was zu grippen! Wir haben als Ausgleich schöne Ausblicke in Canyons, fast wie ein zweiter White Rim Trail.

    Aber es ist extrem anstrengend: ich darf den Weg keinen Augenblick aus den Augen lassen; ständig muss die beste Fahrspur zwischen den Steinen bzw. den Auswaschungen gesucht werden. Ein Fallen würde aufgrund des steinigen Untergrunds schmerzhaft sein. Ich habe Erfolg: kein Umfaller. Dazu kommt das ständige Fahren über Steine, Löcher und Felsstufen. Als unser Zielort in Sicht kommt, sind wir beide echt geschafft.

    A propos geschafft: Leider hat meine treue, bislang so problemlose BMW doch ein Problem bekommen: offensichtlich ist am Hinterradantrieb die Abdichtung zum Rad (das war die Bezeichnung für Nicht-Technikaffine; die korrekte Bezeichnung lautet: Simmerring am Radflansch) undicht: das Öl läuft aus. Ich habe heute zweimal jeweils einen Viertelliter eingefüllt, der im Anschluss wieder ausläuft. Eine Reparatur vor Ort ist nicht möglich; das Motorrad müsste in die Werkstatt. Da wir nur noch (geschätzte) drei Fahrtage haben, versuche ich, dem Antrieb immer wieder etwas Schmierung zuzuführen. Eben habe ich eine Tube Fett gekauft: die drücke ich morgen in das Antriebsgehäuse: Hoffentlich bleibt das Fett länger drin als Öl. So hoffe ich, auch unter Verzicht auf Geschwindigkeiten über 70 km/h, Vancouver zu erreichen.
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  • Day37

    Am Ende wird abgerechnet

    July 31, 2018 in the United States ⋅ ☀️ 31 °C

    Nachdem wir also unsere TAT durch sind, fahren wir die Westküste rauf und steigen in die Backcountry Discovery Route ein. Als ich damals den Zeitungsbericht gemacht habe , habe ich diese Route als Abschlußfeuerwerk beschrieben. Dran geglaubt habe ich nicht, aber sie ist es. Alle Herausforderungen der TAT sind hier noch mal zusammengefasst. Habe ich mir doch gewünscht, das mein Unterbodenschutz geschont wird, glaubte ich die ersten 50 km das auch. Doch dann kamen wieder mal die Offroad Einheiten. Wie gesagt, wenn ihr die Bilder seht nicht erschrecken. Ich mußte mal genauer nach dem Schutz sehen und habe die Maschine kurz gedreht. Mann und Maschine haben nichts abbekommen. Natürlich nur Aufgrund guter Protektoren und meiner neuen Crossstiefel. Bald sind wir durch, abgerechnet wir am Ende.Read more