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  • Day16

    18 bis nach Valle de los Ingenios

    May 19, 2016 in Cuba ⋅ ⛅ 30 °C

    Obwohl die Schwaben uns wieder eine Pferdetour ans Herz gelegt haben, kann ich mich einfach nicht überwinden. Viel zu oft haben wir am Straßenrand abgemagerte Pferde gesehen. Wir entscheiden uns stattdessen für den tren turistico. Nicht weniger touristisch und wahrscheinlich absolut schädlich für die Umwelt, aber zumindest einigermaßen mit unserem Gewissen vereinbar. Auf dem Weg zur Station laufen wir durch die Slums von Trinidad. Es ist heiß und die Gebäude erinnern eher an Armenviertel Brasiliens als an die geschichtsträchtigen Gebäude des Vortags. Wenige Schritte für uns, aber ein großer Sprung in der Geschichte Trinidads. An Bord des Zuges gibt es natürlich eine Bar. Der "mojito amigo" ist der Barkeeper. Der Zug an sich ist gefühlt 80 Jahre alt. Die Abteile bestehen hauptsächlich aus Holz und Eisen. Vereinzelt sind Löcher im Boden. Die Bänke sind mucho unbequem.
    Der erste Stop ist der Torre Manaca Iznaga. Wir kämpfen uns durch die Verkaufsstände (hauptsächlich Tischdecken) und erklimmen für 1 CUC pro Person den Turm. Je höher wir kommen, desto unwohler wird mir. Basis des Turms ist mal wieder Holz und Zement. Es ist unverständlich für mich, dass dieses Konstrukt so viele Menschen tragen kann. Ich äußere mein Unbehagen und ernte Gelächter von den anwesenden Deutschen. Schnellstmöglich möchte ich den Turm verlassen. Prinzipiell machbar, wenn nicht just in diesem Moment 40 Franzosen den Turm erklimmen würden. Ein Mitbesteiger stoppt die Flut, da mittlerweile auf der Platform auch kein Platz mehr ist. Unsere Chance.
    Unten angekommen kaufen wir erstmal 20 Minibananen für 1 CUC. Da waren unsere Augen aber größer als der Bauch. Der nächste Stop ist die Casa Guachinango. Verspricht viel,hält wenig. Es ist mittlerweile nur ein Restaurant. Wir wollen aber nichts essen, wir haben ja Bananen. Also wandern wir umher. Die nicht allzuferne Brücke zieht uns an. In der Mittagshitze springen wir von Strebe zu Strebe und zumindest meine Wenigkeit stirbt tausend Tode auf der Brücke. Hier wurde mal wieder, ganz genau, fast nur Holz verarbeitet.
    Auf dem Rückweg zum Zug werden wir von penetranten Mosquitos belästigt. Es ist mittlerweile so heiß, dass selbst die Bananen den Freitod un Erwägung ziehen (siehe Foto). Zurück in Trinidad wollen wir in den Turm des Museo de la Lucha Contra Bandidos (dieser ist unter anderem auf der 25 cent Münze abgebildet). Das Museum ist nicht sonderlich sehenswert, die Aussicht von dort jedoch sehr. Vom Turm wahrscheinlich noch mehr, wir dürfen jedoch nicht hinauf.
    Abends gehen wir erneut ins San Jose. Am Eingang treffen wir 2 Deutsche. Da sie an einen großen Tisch gesetzt werden lassen sie uns dazuholen. Sehr nett. Wir tauschen Infos aus, da die beiden erst noch nach Cienfuegos und Co fahren.

    Am nächsten Tag müssen wir das Casa wechseln. Warum? TIC. Mirelys gibt uns Geld und Visitenkarten für Cary mit (die nette Dame des Casas in Havanna). Wir scheinen einen Kontakt hergestellt zu haben. Das neue Casa gehört zu den geschichtsträchtigen: antike Möbel, imposante Eingangshalle.
    Recht früh brechen wir zum Playa Ancon auf. Es wird von Tag zu Tag heißer und wir wollen noch schnorcheln. Also entfliehen wir der unerträglichen Hitze der Stadt zumindest für ein paar Stunden.
    Beim schnorcheln erkunden wir die Unterwasserwelt. Eine Stunde reicht allerdings auch. Der Katamaran, der uns zu dem Korallenriff gebracht hat ist direkt wieder weggefahren und wir fühlen uns wie bei dem Film Open Water. Die Wellen werden stärker, aber zum Glück kommt der Katamaran doch noch um uns abzuholen.
    Auf der Rückfahrt bemerke ich, dass ich mir wohl, trotz Schatten, einen einseitigen, heftigen Sonnenbrand eingefangen habe. Den restlichen Abend heiße ich nur noch TwoFace bzw. Dr. Jekyll und Mr. Hide. Nico will mich nur noch von links sehen.
    Zum dritten Mal gehen wir zu San Jose. Es ist wahnsinnig voll. Wir treffen eine deutsche Medizinstudentin mit ihrer Mutter und ein Pärchen aus Spanien bzw. der Slowakei. Beide haben sich beim Erasmus in Regensburg kennengelernt und sprechen deutsch. Wir 6 teilen uns einen Tisch. Kurz vor Ende der netten Zusammenkunft haben sowohl die Medizinstudentin und ich Kreislaufprobleme. Der Spanier erklärt zum Glück die Situation und die Kellner bringen uns in den klimatisierten Teil und wir werden mit Eis, Schnaps und Limone wieder aufgepeppelt. Der Abend ist für mich trotzdem gelaufen.
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