Satellite
  • Day113

    Surf n Tramp

    November 30, 2019 in French Polynesia ⋅ ⛅ 29 °C

    Teahupoo. ...Video wie immer unten ;)

    Keine Welle hat die Surfwelt in den letzten (10?) Jahren so fasziniert wie dieser Spot. Eine Welle, die bei großem Swell (bis 8m) eine große, hohle Barrel wirft. Mit einer viel zu dicken Lippe auf ein Riff mit viel zu wenig Wasser drauf. Dieser Ort war also unser nächstes Ziel, er ist das Ende der Straße auf Tahiti Iti (klein), der kleinen Halbinsel von Tahiti Nui (groß).
    Weil der Weg ja auch das Ziel ist, starteten wir also in Papara in unseren Tramp-Tahiti-Modus - schließlich schienen alle Busse Schulbusse zu sein. Es funktionierte auch hervorragend, nach 20min nahm uns eine Lehrerin bis zum Übergang zur Iti mit, dort schien ein Dude quasi schon drauf zu warten, unsere Boards in seinen Fiesta zu drücken und uns mit Mangos zu beschenken! Lief für uns!
    In Teahupoo angekommen wunderten wir uns erst sehr über die Lage unser gebuchten AirBnB Unterkunt. Wir wurden an der Straße aufgelesen und dann in einem Pick up durch den Fluss an das andere Ende des Mini Ortes gefahren. Dort überließen der Tahitianer Rumi und seine Frau uns ihre kleinen Herbege. Eine Art "Hütte" mit einer wahnsinnig schönen Terasse mit Blick auf die Berg-Seite der Insel. Die beiden sind bolle stolz auf ihre selbst genernteten Früchte und daher bekamen wir Papaya, Mangos und Bananen und Hülle und Fülle. Und was soll man sagen. Die Früchte hier sind eben tropisch lecker, sind viel größer, süßer und saftiger. Fruit wounderland! Der "Ort" an sich ist ziemlich verschlafen. Wenn nicht gerade Hochsaison ist ode ein Surf Contest von hoher Relevanz läuft, tja dann hat die einzige kleine Snackbar eben auch durchgängig geschlossen. Wir waren ganz glücklich, dass Rumia im 20 Minuten entfernten Carrefour arbeitet und wir so einen Ride zum Supermarkt hatten. Auch wenn wir hier meist selber einkaufen und kochen, haben wir uns an einem Abend bekochen lassen. Die Mutter von Rumia zauberte uns das lokale Festgericht "Poisson Cru" (man kennt es auch unter dem Namen Ceviche), an dem wir zwei Tage lang rumnaschen konnten. Oben drauf gab es morgens doch tatsächlich auch zwei warme Fische serviert. Beide legten sich für ihre ersten Gäste richtig ins Zeugs. Unser Glück. Und Moritz konnte drei Tage lang Teahupoo surfen, natürlich nicht sehr groß, sondern eher klein, und die Faszination dieser Welle verstehen.
    Falls ihr euch wundert wieso es zu diesen Wellenzeit keine Bilder gibt: zwischen dem Land und der Welle liegt noch eine ziemlich große Lagune. Mo musste immer ziemlich lange paddeln um da überhaupt rauszukommenn. Maren lag währendessen auf der faulen Haut ;)

    Da es für Maren in Teahupoo nichts zum surfen gab, ergab sie sich dem einfacheren Wassersport - schnorcheln. Und in der Tat gab es einiges zu erkunden. Direkt vor dem Peak erstreckt sich nur wenige Meter vom kleinen Strand eine kunterbunte Unterwasserwelt. Das Riff gibt vielen bunten kleinen Fischen Schutz und selbst an der Kante zum tieferen Wasser ließ sich ein Stachelrochen blicken.

    Teahupoo hat also abgeliefert: Reitbare Wellen, freundliche Locals, tahitianisches Essen und Flora und Fauna wie es im Französich-Polinesien Handbuch steht. Wir hatten also alles gesehen auf der "Iti" also entschlossen wir uns, die Insel komplett zu umrunden. Es ging per Anhalter also die Insel aufwärts nach Nordosten: Ziel Papenoo. Hier wollten wir noch weitere Surfspots entdecken und Maren sollte auch wieder auf Ihre Kosten kommen. Statt geordetneter Riff- Wellen also weniger klare Beachbreaks, weniger geordnet aber auch weniger gefährlich. Die notwendigen Wellen waren auch da, die Menge an Menschen dazu dann gleich mit. Ach und Mo sah doch im Wasser tatsächlich eine Haiflosse vorbeiziehen. Ja das kann hier sehr gut vorkommen. Tahitit aber eigentlich mehr noch ihre Nachbarinsel Moorea ist bekannt für ihre Weisspitzenhaie. Viele Toutisten kommen wegen den Haien und den Stachelrochen hier her. Man kann sie direkt im seichten Wasser beobachten. Aber dass Mo direkt eine Flosse im Lineup sehen würde hat doch kurz erschreckt. Er ist ruhig geblieben, hat beobachtet und .... ist einfach weiter gesurft. Verrückter Hund!

    Bisher erweist sich dieses kleine Tahitianische Völkchen als so herzerwämend freundlich. Stets wird nett gegrüßt und wenn Mo ins Lineup paddelt wir jeder anderer Surfer, ob Touri oder Local, mit Handshake begrüßt. Erst werden alle gegrüßt bevor irgendjemand eine Welle suft. So zumindest in Teahupoo. In Supermärkten bietet man uns Hilfe an und es wird sogar gefragt ob wir wir uns verlaufen hätten. Das kommt sicherlich daher, dass alle ganz verwirrt sind , dass wir überhaupt ohne irgendein Gefährt unterwegs sind. Ein Hoch das die Tahitianer liebend gerne Pick Ups fahren und wir so, trotz heftigem Gepäck, einfache Tramper sind.
    Aber einen Apell müssen wir in diesem Moment loswerden: Liebe Tahitianer, bitte passt auf eure Gesundheit auf. Statt aus der kolonialen Geschichte die gute Ess-Kultur mitgenommen zu haben, mixt sich hier Burger, Fritten, Fritiertes , Softdrinks etc... also das Zeugs, das den tahitianischen Genen nicht so ganz gut tut. Wenn Baguette noch das gesündeste ist...Eher weniger Locals sind sportlich schlank, die meisten hingegen leider ziemlich übergewichtig. Das Leben hier scheint abgesichert mit einer stabilen Wirtschaft gut geführt durch Frankreich. Den Menschen scheint es gut zu gehen und dementsprechend gut ist auch die Stimmung wenn sich die gesamte Familie samstags und sonntags an den heimischen Stränden zum schlemmen und trinken trifft.

    In zwei Tagen hatten wir, wieder per Anhalter, alle Spots gecheckt oder gesuft und die Insel war umrundet. Unsere Nase reckte sich nach neuen Winden und neuen Ufern. Wir wollen mehr sehen von diesem Land. Die mit schönste Insel soll auch Moorea sein. Gleich 40 Min Fährfahrt von Tahiti entfernt....also los!

    Video eh voila https://gopro.com/v/2R14qer65PRKl
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