• Die Tragödie von Yungay

    11月17日, ペルー ⋅ ☁️ 19 °C

    Ich habe von Huaraz aus einen Ausflug nach Yungay gemacht. La ciudad sepultada - die begraben Stadt. Warum? Weil man statt durch die Stadt zu laufen 20 Meter über den Straßen, Häusern, Parks und leider auch knapp 20.000 Leichen läuft.
    Der Ausflug hat mich sehr mitgenommen. Innerhalb von 3 Minuten wurde eine ganze Stadt ausgelöscht... unvorstellbar!

    Für die, die es interessiert, hier ein Artikel von Robert Hartmann dazu:

    Es ist der 31. Mai 1970, die kleine Stadt Yungay ist, wie das ganze Land, in Aufregung. Nur noch zwei Tage, dann würde die peruanische Fußball-Nationalmannschaft ihr lang ersehntes Debüt bei der Weltmeisterschaft in Mexiko geben. In der Kirche fand am Morgen noch eine Hochzeit statt, nun sitzen die meisten Bewohner von Yungay beim Essen. Noch ahnen sie nichts von der Katastrophe, die die meisten von ihnen das Leben kosten wird.
    Um 15.23 Uhr bricht die Hölle über Peru herein, als sich ein Erdbeben mit der Stärke sieben auf der Richterskala ereignet. 45 Sekunden lang bebt die Erde, dann scheint die Gefahr vorüber. Doch da steht die wahre Apokalypse den Menschen in Yungay noch bevor. Denn einige Minuten, nachdem sich scheinbar alles beruhigt hat, erhebt sich plötzlich ein ohrenbetäubender Lärm. Dieser stammt vom Nordgipfel des Huascarán, Perus höchstem Berg, in dessen Schatten Yungay liegt. Von seiner Flanke ist ein gewaltiges Stück Eis abgebrochen, der spanischen Zeitung „El muundo" zufolge 50.000 Tonnen schwer. Ein unvorstellbarer Klotz, 800 Meter breit und 1000 Meter lang. Und dieses Monster rast nun ins Tal, direkt auf Yungay zu, mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 km/h.Steine, Bäume, Eis – alles, was sich im Weg dieser Lawine befindet, wird zwangsläufig mitgerissen, der Ort Yungay wenige Sekunden später von der unglaublichen Naturgewalt sprichwörtlich begraben. Die Stadt und ein Großteil ihrer einst 20.000 Einwohner liegen am Ende 20 Meter tief unter der Erde. Das bringt Yungay auch seinen grausigen Beinamen ein: Ciudad Sepultada. Die beerdigte Stadt.
    Doch inmitten des Infernos ereignet sich auch ein Wunder. Hunderte Kinder überleben, weil sie sich zum Zeitpunkt des Unglücks eine Vorstellung des Zirkus Verolina ansehen. Dieser gastiert auf einem Hügel oberhalb von Yungay, den die Lawine nicht erreicht. Von dort aus müssen die Kinder hilflos mit ansehen, wie ihr Zuhause und ihre Familien innerhalb von Sekunden ausgelöscht werden. Auch jene, die während der Katastrophe auf dem ebenfalls höher gelegenen Friedhof sind, überleben. Die Jesusstatur und vier Palmen werden das Einzige im Stadtbild sein, was die Steinflut überlebt. Insgesamt ein paar hundert der ehemals etwa 20.000 Bewohner von Yungay überleben.
    Die meisten der geretteten Kinder sind anschließend allein, haben zum Teil ihre gesamte Familie verloren. Sie werden weltbekannt als die „Waisen von Yungay“, ihr tragisches Schicksal erwärmt die Herzen rund um den Globus. Und so werden die Kinder von Menschen aus aller Welt adoptiert, können ein neues Leben beginnen. Meist fern von Yungay und dem Berg, der ihnen alles genommen hat.
    ❤️❤️❤️
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