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  • Day5

    Ausflug nach Meran bei brütender Hitze

    June 18, 2019 in Italy ⋅ ⛅ 23 °C

    Nach dem Frühstück nahmen wir den öffentlichen Bus nach Meran. Rund 45 Minuten ging es die Serpentinen entlang und durch den dichten Stadtverkehr. Noch nie saß ich in einem Bus dieser Linie und bin ohne Verspätung nach Meran bzw. von Meran gekommen. Motorschaden, Baustellen, Traktoren… so auch dieses Mal. Kurz nach Hafling Oberdorf stand der Bus mal wieder 15 Minuten auf Grund von Bauarbeiten still. Es war warm und der Druck auf den Ohren machte die Fahrt für unsere Tochter nicht gerade angenehm. Auch das lange stillsitzen war blöd und so war das Genörgel auch für uns anstrengend.

    Endlich angekommen und den Kinderwagen aus dem Gepäckfach des Busses entladen ging es durch die Laubengasse. Die Meraner Laubengasse besteht aus zwei Häuserreihen mit Laubengängen, die von einer engen Passage getrennt werden. Die von Meinhard II., Graf von Tirol, im 13. Jh. erbauten Arkaden sind seit damals der Mittelpunkt des geschäftigen Treibens in der Stadt. Heute sind die Lauben mit ihren Boutiquen, Geschäften, Cafés und Restaurants eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der Altstadt.

    Direkt vor der Thermenbrücke am Fluss Passer könnte Josefine ein wenig auf dem Spielplatz spielen. Hier war es etwas angenehmer als in den engen Gassen, in denen sich die Hitze staute. Über 30 Grad war es warm und für die nächsten Tagen war noch höhere Gradzahlen angesagt.

    Wir entschieden uns entlang der Promenade an der Wandelhalle entlang zu spazieren, da die Bäume hier unten ein wenig Schatten spendeten. An den Wänden der um 1850 erbauten Halle haben Südtirols beste Künstler des 19. Jahrhunderts einzigartige Gemälde hinterlassen. Auf der andere Seite spazierten wir zurück bis zum Elisabeth-Park, in dem auch sei das Sissi-Denkmal zu sehen ist. Das Denkmal des wohl berühmtesten Gastes der Stadt steht im Grün der Sommerpromenade.

    Seit 1870 war die österreichische Kaiserin mehrmals zu Gast in Meran und hat damit sehr zum Ansehen der Kurstadt und zu ihrem Bekanntheitsgrad beigetragen. Das Werk wurde im Jahr 1903 von Hermann Klotz aus Laaser Marmor errichtet. Josefine war kulturell nicht interessiert und in ihrem Kinderwagen eingeschlafen. Für uns die Chance gemütlich im Café Darling halt zu machen und eine Pause einzulegen.

    Am Nachmittag nahmen wir den Bus nach Falzeben und wie konnte es anders sein, auch hier ging es nicht ohne Zwischenfall. Mitten im Kreisverkehr vor der Schennastrasse stand ein VW Transporter mit einer Panne, so dass unser Bus nicht herum kam. Die Verursacher versuchten vergeblich den Verkehr zu regeln, das klappte allerdings nicht. Nach ein paar Minuten entschieden mein Sitznachbar und ich auszusteigen und die beiden zu unterstützen. Und so konnten wir endlich die Autofahrer dazu bewegen, Platz zu machen, damit der den Kreisverkehr entgegengesetzt befahren werden konnte. Mit Beifall wurden wir dann auch im Bus wieder begrüßt und konnten die Fahrt fortsetzen. Diesmal hatte nicht nur Josefine mit dem Druckausgleich zu kämpfen, sondern auch noch ein anderer kleiner Gast. Ok. Die Fahrt werden wir mit ihr in diesem Urlaub wohl nicht noch einmal machen.

    Zur Belohnung ging es dann auch mit Oma und Opa zusammen ins Hotelschwimmbad, um sich auszutoben. Und schwimmen macht müde. Nicht nur Josefine. Völlig erschöpft schwänzten Mutter und Tochteran diesem Abend das Dinner und fielen bereits um kurz nach sechs ins Bett.
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