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  • Day5

    Kapstadt - Geschichte und Romantik

    April 9, 2017 in South Africa ⋅ ☀️ 24 °C

    Nachdem unsere Walking Tour in Bo Kaap so gut war und wir ja so wissbegierig sind ;-) , wollten wir heute mal was über die Geschichte der Stadt lernen. Für Interessierte hier die Highlights:

    - Anti- Apartheid Protestanten suchten sich den Greenmarket Square als Ort aus, da es hier 8 Fluchtwege vor der Polizei gab. Eines Tages kam die Polizei mit einem Wasserwerfer und mischte lila Farbe bei, um die Protestanten zu "markieren" (die Farbe hielt 3 Tage). Diese schnappten sich jedoch den Wasserwerfer und spritzten damit alle Menschen am Platz an. Somit musste die Polizei alle "lilalen" wieder frei lassen.
    - Während der Apartheid gab es die Rasseneinteilung. Es gab Bantu (Schwarz), Weiss und Farbig (alles was nicht schwarz und weiss war). Am Schluss gab es unter Farbig 7 Unterteilungen. Wenn man nicht klar eingeteilt werden konnte, musste man zum High Court und sich Fragen und Tests unterziehen, wie z.b. spricht man Afrikaans, hat man Tischmanieren, und, wenn man sich einen Stift in das Haar steckt, bleibt er drin, oder fliegt er runter. Das zeigt ziemlich deutlich die Absurdität des Ganzen.
    - St. Georges Church galt in Kapstadt als Zufluchtsstätte für Protestierende, die in der "weissen" Gegend sich sonst nirgends verstecken konnten. Desmond Tutu, früherer Erzbischof und Friedensnobelpreisträger, teilte die Meinung, dass alle Menschen gleich sind und vertrat diese auch. Er führte viele friedliche Proteste in Kapstadt an. Diese friedliche Art zu demonstrieren scheint anscheinend auch noch heute abgefärbt zu haben, was wir aktuell gesehen haben.
    - Auf dem Balkon vor dem Rathaus gab Nelson Mandela seine erste Rede nach 27 Jahren Gefängnis. 220´000 kamen um zuzuhören und viele Menschen hatten Angst davor, was nun passieren würde. In der Rede ging es um Vergebung. Nelson Mandela sagte, dass man den Menschen vergeben müsse, wenn er das nach 27 Jahren Gefängnis könne, könnten das andere auch. Und wenn sie noch nicht so weit wären, müssten sie es lernen. Man kann nicht erwarten, dass sich alles von einem Tag auf den anderen ändert. Die Apartheit endete 1994 und natürlich sieht man heute noch die Ergebnisse davon. Es wird noch einige Generationen brauchen, bis all dies komplett vergessen ist.

    Den weiteren Tag verbrachten wir nach so viel Input mit Spazieren am Strand von Camp´s Bay nach Queens Beach und auf einer Sunset Champagner Cruise (Merci Lisbeth und Bastl!)
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