Raus in die Natur die Welt entdecken, das war mein Traum. Schweden macht es troz Corona möglich und so werde ich für die nächste Zeit in 🇸🇪 unterwegs sein! Ein herrlicher Kontrast zum Zoommeeting-Alltag 😅😉
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  • Day61

    Zurück an der Ostküste

    June 14 in Sweden ⋅ ☁️ 18 °C

    Ich bin wieder an der Ostküste. Nach bald drei Wochen durch unzählige Wälder zu radeln, eine willkommene Abwechslung. Obwohl "der Küste entlang fahren" hier eine ganz andere Bedeutung hat, als an der Westküste. Dort, auf dem Kategattleden, fährt man wortwörtlich der Küste entlang. Hier im Osten ist die Küste nicht sehr gerade und es gibt viele Halbinseln und Felsbuchten. Darum führt die Strasse ca. 10km im Landesinnern in den Norden und ab und zu passiert man ein Dorf oder ein Städtchen, das am Meer liegt. Trotzdem sehr schön.

    Am Samstag kam ich nach einem anstrengenden Fahrtag (700 Höhenmeter, 75km) in Sundsvall an. Kaiheng, ein chinesischer Chemiestudent, hat mir für zwei Tage sein leeres WG Zimmer zur Verfügung gestellt und so konnte ich nach 13 Tagen entlich wieder einmal duschen😍😍. Natürlich habe ich mich immer mal wieder im See gewaschen, aber eine warme Dusche ist halt schon was anderes.

    Fahrtechnisch hatte ich irgendwie das Gefühl, dass mir die Kilometer in den letzten Tagen schwerer fielen, trotz Pausentag. Vielleicht liegt es auch daran, dass es hier vielmehr Hügel gibt als im Süden oder vielleicht ist es einfach meine Einstellung. Denn ich tendiere dazu, mir selbst ehrgeizige Kilometerziele zu setzen und mache mir manchmal selbst den Stress. Darum muss ich mir von Zeit zu Zeit wieder bewusst werden: Der Weg ist das Ziel. Trotzdem bin ich stolz darauf die 3000 Kilometergrenze geknackt zu haben😁🦵💪.

    Heute hatte ich eine weitere Panne. Die Zentralschraube der Daumenschaltung für die hinteren Gänge ist gebrochen. Genau wie dazumals bei der Tour nach Rotterdam. Bis ich einen neuen Schaltzug finde, muss ich wohl mit drei Gängen (den vorderen) auskommen. Wird schon irgendwie gehen. Muss.

    Das ich mich immer nördlicher Bewege, bemerke ich am Sonnenlicht. Es wird hier nicht mehr dunkel, selbst mitten in der Nacht nicht. Um die Mitternachtsonne zu sehen, bin ich jedoch noch vier Breitengrade zu südlich. Ein weiteres Indiz für die Nördlichkeit, ist die Kälteempfindlichkeit der Einheimischen. Währenddem ich, bei 17° C, ohne Sonne mit Bieswind, diesen Text schreibe, baden die einheimischen Kinder im See 🧊🥶.
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    Heidi Meier Huber

    toll!

    Heidi Meier Huber

    auch toll

    so schön ! [Judith]

     
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  • Day57

    Pausentag

    June 10 in Sweden ⋅ ☀️ 23 °C

    Heute bin ich um 07.00 erwacht. Ich hörte ein Geräusch direkt neben meinem Zelt. Ich öffnete das Zelt und steckte meinen Kopf hinaus in den dicken Nebel. "Dont worry, I just prepare the rowing boat, you can go back and sleep", sagte der ältere Herr, im perfektem English. Doch ich musste sowieso raus auf Morgentoilette und so kamen wir ins Gespräch. Lasse, so hies der alte Schwede😄, ist in den 70er selbdt auf durch die USA und Latinamerika geradelt, ganze zwei Jahre lang. Weil wir soviel zu erzählen hatten, nahm er mich mit auf seinen mörgentlichen Ruderrundgang auf dem Ljusnan Fluss. Es war dicker Nebel und dadurch einen ganz mystische Stimmung, die perfekt zu den Vikingergeschichten, die mir Lasse erzählte, passt. Die Churchboats wurden übrigens zur Zeit als Schweden katholisch war (ca. 900 - 1500 n.ch) benutzt um zur Kirche zu rudern. Daher der Name.

    Anschliessend nahm mich Lasse noch mit zu sich nach Hause. Er wohnt in einem der sieben, von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannten, Hälsingehof (Hälsingegårdar).

    Da es schon bald 13.00 Uhr war, als ich mich von Lasse verabschiedete und gestern mein Knie ein bischen schmerzte, beschloss ich heute eine Pause einzulegen und fuhr zum nächsten schönen Spot. Nachdem Wäsche waschen, Baden, Fahrradservice und Essen zog ein kurzes, aber intensives Gewitter vorbei. Danach fuhr ich nochmals 10 km weiter bis an den Kalvsjön (See), wo ich nun mein Zelt augeschlagen habe.

    Mein Daunenschlafsack wurde ein bisschen feucht, hoffe der nimmt dadurch keinen Schaden.
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  • Day56

    Wald Wald Wald..und Regen

    June 9 in Sweden ⋅ 🌧 16 °C

    Die letzten drei Tage würde ich nicht unbedingt als bisheriges Highlight bezeichnen. Von Mora über Orsa, Furudal, Edsbyn fuhr ich bis nach Arbrå. Dabei sah ich vorallem eines: Wald. Eigentlich wunderschön und die vielen Seen und Flüsse, welche ein wenig für Abwechslung sorgen, bieten bezaubernde Panoramas. Trotzdem bin ich froh, das ich mich langsam wieder der Ostküste annähere. Ich mag den Weitblick, der man auf den Waldstrassen überhaupt nicht hat. Man sieht die Hügel nicht kommen und bemerkt sie erst, wenn man im tiefsten Gang die Strasse heraufkriecht. Auch vermisse ich Orientierungspunkte. Klar, als Schweizer bin ich es mir gewöhnt, in jeder Himmelrichtung einen Berg oder zumindest einen Hügel zu sehen. An der Küste ist das Meer dieser Ankerpunkt.

    Langsam schlägt auch der Regen aufs Gemüt. Nach zehn Tagen Traumwetter, erlebe ich nun die ersten "Sommergewitter". Heute hat es fast ununterbrochen geregnet, gedonnert und geblitzt. In Kombination zu den "Dirt-Roads" eine wahre Schlammschlacht. Das Fahrrad leidet mit mir und wegen den Schlamm und Dreck knirst und knackst es bei jeder Pedalumdrehung. Auch die Kette ist langsam aber sicher ausgelaugt. Ich muss sie wohl bald ersetzten. Aber immerhin, der Pneuflick hält 🙏🧏‍♂️. Meine Beine knaksen auch langsam. Das rechte Knie schmerzt ein bisschen. Nichts schlimmes, wahrscheindlich einfach die Muskeln, welche nach bald zehn Fahrtagen eine Pause gebrauchen könnten. 😅😆

    Die Bevölkerungsdichte nimmt Richtung Norden aprupt ab. Als Beispiel: Darlana län hat eine Fläche von ca. 30.000km² ( etwa wie Belgien). Darin wohnen insgesamt 250.000 Menschen ( Der ganze Kanton Luzern hat fast doppelt so viele Einwohner). Die Strassen gehören einem fast alleine und ofmals fahre ich in der Mitte, einfach weil ichs kann 😁.
    Durch die niedrige Bevölkerungsdichte, vergrössert sich auch der Abstand von Supermarkt zu Supermarkt. Man fährt nicht mehr einfach so an einem ICA (bekanntester und grösster Supermarkt von Schweden) oder Coop vorbei, sondern muss sich die Einkäufe gezielt auf der Route einplanen. Die Distanzen und Weiten sind es, die mich immerwieder beeindrucken. Ich kann es mir noch nicht ganz vorstellen, wie es wohl im hohem Norden wird.

    Ich habe begonnen, meine Wasserflasche direkt und ungefiltert mit dem Bachwasser zu füllen. Mehrere Personen haben mir nun bereits gesagt, dass es in Schweden kein Problem sei. Bis jetzt scheinen sie recht zu haben, ich habe noch kein Bauchweh bekommen. Dies macht mich noch unabhängiger und ich muss beim Kochen nicht mehr so sparsam sein, den Bäche gibts hier zu Hunderten. 🚰💧. Apropos Unabhängigkeit, ich habe mir eine schwedische Simkarte geholt. 30 CHF für 20GB....nicht schlecht und entlich nicht mehr die ganze Zeit auf Wifi-Suche😄😅.

    Auf Strom bin ich jedoch immernoch angewiesen, denn meine Powerbank und mein Solarpanel mögen sich nicht. Ich glaube die Powerbank ist nicht für die ständig wechselnde Stromstärke des Solarpanels ausgelegt und so schaltet sie einfach aus, anstatt in den Lademodus zu wechseln. Da werde ich demnächst noch optimieren müssen. Solange muss ich jedoch ca. alle 3 Tage einen Ort zum nachladen auffinden (Während dem ich das hier schreibe, bin ich in einer Kebabbude. Weniger wegen dem Kebab, mehr wegen der Powerbank🔌😅😁). Denn ich brauche das Handy zum Navigieren. Für eine nächste Radreise währe auch ein guter Radnabendynamo mit USB-Output eine Option (hatte Axel an seinem Rad verbaut). Ein weiterer Punkt auf meiner Verbesserungsliste 😁😅💁‍♂️.

    Nun, der Wetterbericht für die nächsten Tage stimmt mich positiv. Am Wochenende werde ich Sundsvall erreichen und anschliessend der Küste entlang nach Umeå fahren.

    [Nachtrag 3 Stunden später]

    Nachdem ich den Text oberhalb 🔝 von hier geschrieben habe und das Restaurant verlies, schien mir die Sonne ins Gesicht. Ich fuhr 5 km weiter an einem See entlang, auf dem sich die Uferlandschaft spiegelt. Im Wald am anderem Ufer verdunstete das Regenwasser und der Nebel stieg. Über dem See bildet sich einen Regenbogen. Wie verhext, als wäre ich durch das Kebabhaus nach Narnia gelangt 😁😅. Wie heisst es doch so schön: Nochem Räge schint d Sonne, nochem brüele werd glacht ☺.
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    Stefan Ludwig

    Da ging's dir ja wie mir in der Gegend. 😉 Zwecks Nabendynamo auf USB: ich hab mir den Forumslader v5 im Gabelschart verbaut. Der versorgt mein Smartphone ganz ordentlich mit Strom. Plus Minus Null bei nem ganzen Tag Display an und Kartennavigation... Ansonsten leite ich überflüssigen Strom in die Powerbank. Bei mir lädt se zum Glück einigermaßen auch mit Solar. (Aber die strampelnden Beine sind halt zuverlässiger als die Sonne 😂

    Julian Wiederkehr

    Vielen Dank für den Tipp! werde ich in Zukunft auf jeden Fall berücksichtigen. Meine Powerbank ist wohl nicht dafür ausgelegt. Welche hast du ?

     
  • Day53

    "Berg" und Talfahrt nach Dalarna län

    June 6 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C

    Bereits seit über 50 Tagen bin ich nun in Schweden und habe bald schon die 3000km Grenze geknakt, 2685km sind es genau.
    Je länger die Reise geht, desto entspannter werde ich, gewisse Dinge wie Zelt auf/abbauen oder Outdoorkochen werden zur Routine. Das Zelt wird zur Komfortzone und das Bedürfnis nach Bett, Dusche, Toilette, Up-to-date zu sein, Social Media etc. wird immer kleiner. Der Mensch, das Gewohnheitstier😆.

    Durch die vielen Begegnungen und den Austausch mit anderen Reisenden bekomme ich neue Inspirstion was das Kochen angeht. Vorallem aber sieht man, welches Outdoorgier einem noch fehlt und was man unbedingt noch braucht.😅😅. So führe ich momentan eine Liste mit gewissen Gegenständen die ich mir für eine nächste Tour noch anschaffen würde.

    Mit Axel und Joachim fahre ich am Samstag weiter durch die unendliche Wald - Hügelregion und wir haben bereits seit ca. 20 Stunden keinen anderen Menschen gesehen. Um Mittagszeit erreichen wir eine See-Moorlandschaft. Wir wandern auf einem schmalen Holztrail über das Moor zu einer kleinen Insel mit Vogelbeobachtungsturm. Beim Tritt ins Moor, sinkt der Fuss um 20 cm ein und einen meterlangen Ast konnten wir ohne grosse Kraft ungespitzt in den Boden hineinrammen, das war schon fast ein bisschen unheimlich.

    Am Nachmittag gings weiter auf der Schotterpiste. Unser Ziel war Lima, ein kleines Dörfchen mit Coop im nächsten Tal. Es ging meistens Bergab und ab und zu war es eine wahre Rutschpartie. Ich hatte Glück und konnte den Schlaglöchern und Spurrillen immer frühzeitug ausweichen. Joachim hat es jedoch erwischt. Kurz nicht aufgepasst und schon lag er am Boden. Glück im Unglück: nur kleine Schürfungen and Hand und Bein und ein leichter Schlag im Rad (so das man es mit Speichenwerkzeug auskurrieren kann). So feierte auch mein First-Aid Kit seine Premiere. Am Abend genossen wir die späte Sonne in Lima bei Schlangenbrot und Bier.🍺🎇(Sonnenuntergsng: 22:30)
    In Schweden gibt es übrigens nur Bier mit weniger als 3.5 ‰ in den Supermärkten...alles andere gibt es nur im Laden "System Bolaget", dem staatlichem Alkoholmonopol von Schweden.

    Heute Morgen haben sich unsere Wege wieder getrennt. Joachim und Axel legen einen Pausentag ein und warten die Entscheide der norwegischen Regierung ab, während ich mich auf dem Weg nach Mora machte. Der Vasaloppsvägen (eine art Passstrasse) führte mich vorbei an Skigebieten und unzähligen kleinen Seen über eine weitere Hochlandregion (von den Einheimischen als Berge bezeichnet 😆😅) bis zum nächsten Tal, wo ich nun eine Schutzhütte mit Grillstelle fand. (Die Vindskyddhusets gibts in Schweden überall und dürfen gratis benützt werden, sofern man sie findet😄).

    Während dem ich dieser Text schreibe, sitze ich am Feuer und die Mücken schwirren um mich herum. Es gibt (je nördlicher, desto schlimmer) unglaublich viele Moskitos hier und sie sind grösser als wie wir sie kennen. Zum Glück bin ich mit Antibrum ausgerüstet🦟💥.
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  • Day51

    Erster Elch im Wolfsland

    June 4 in Sweden ⋅ ☀️ 19 °C

    Tief im Wald, an einem kleinen See haben wir einen Platz mit Hütte, Tischgarnitur und sogar eine Latrine gefunden. Der perfekte Spot für unser Camp.

    Ich habe mich heute Axel und Joachim angeschlossen. Die Beiden Radler aus Ulm planen die nächsten zwei Tage ganz hoch an die norwegische Grenze zu radeln, wo es auch Hügel und kleinere Berge gibt, anscheinend soll es da auch Wölfe geben. Mir gefällt die Idee und ich passe meine Route an. Es sind zwar 70 Kilometer mehr bis nach Mora, meinem nächsten "Checkpoint", aber es riecht nach Abenteuer und Spass 😁.

    Die Route führte zuerst weiter am Klarälven entlang, später jedoch in ein Seitental hinein. Da wir uns gut verstehen passen Axel und Joachim ihre Route auch ein bisschen an und so können wir noch länger gemeinsam fahren.

    Gegen Ende der Tagesstrecke wurde die Strasse mit jedem Kilometer schlechter und steiler, die letzten 10 Kilometer fuhren durch loses Geröll (Strasse kann man das schon fast nichtmehr nennen) und das Fahrrad war sehr schwer zu kontrolieren. Findet man nicht die optimale Spur, dreht das Hinterrad durch oder versinkt im Sand und man schwenkt hin und her oder fällt auf die Schnauze. Das gute daran? Kein Auto, kein anderer Mensch nur wir auf der Schotterpiste tief im Wald.

    Das sich die Anstrengungen gelohnt haben, bestätigte sich als wir den oben genannten Campingspot fanden. Gleich bei der Ankunft sahen wir ein Elchpärchen durch das Gebüsch huschen😁😁, ich hatte eine riesen Freude endlich Elche zu sehen. Danach badeten wir im See, waschten die Kleider und geniessten den Abend. Wölfe haben wir weder gesehen noch gehört...leider.

    Seit Göteburg ist das Wetter traumhaft mit Sonne und um die 20°. Ich hoffe es bleibt noch lange so, denn wenn man sich im See waschen kann, ist man noch unabhängiger und das Bedürfnis nach Couchsurfing, Hostel oder ähnliches klein.
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  • Day50

    Am Klarälven entlang

    June 3 in Sweden ⋅ ☀️ 22 °C

    Als ich vorgestern, etwas ausserhalb von Karlstad, meinen Spot für die Nacht gefunden hatte und hungrig das Brot anschneiden wollte, suchte ich vergebens nach meinem geliebtem Viktorinox Sackmesser; Es war weg. Wie ein Blitz schoss mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich es am Ort, wo ich die Hinterrad-Platte reparierte, noch benützte. Entweder habe ich es nicht eingepackt, es ist mir herausgefallen oder es wurde mir gestohlen. Was soll ich nun tun? Der Platz liegt circa 30km zurück, zwei Stunden hin, zwei zurück, ist es mir das Wert? Was wenn es nicht da liegt? Jedoch ist das Messer für mich sehr wichtig. Ich brauche es jeden Tag und es gibt mir auch ein Gefühl von Sicherheit.

    Es gibt wahrscheindlich nicht viel, was so demotivierend ist, wie die Kilometer die man (in diesem Fall hart umkämpf, Bergauf mit Gegenwind) zurückgelegt hat, wieder zurückzufahren. Aber ich tat es. Am Mittwochnachmittag, nach kurzem "Organisationshalt" in Karlstad, fuhr ich zweifelnd und semimotiviert los und 32 Kilometer später, voller Erwartung und Hoffnung, kam ich an diesem Ort an. Zuerst fand ich das Messer nicht und ich wurde bereits ein wenig nervös, doch dann fand ich es, es lag im tieferen Gras wo ich es zuletzt gebraucht habe. Eine riesige Portion Dopamin schoss mir durch die Synapsen, ich freute mich wie ein kleines Kind🙏🙌🥳🥳.
    #leavenoonebehind 😄😅
    Danach gönnte ich mir ein Eis😋😄.

    Dafür habe ich mir Karlstad nicht so richtig anschauen können. Was solls, ich bin ja nicht für die Städte hier und um ehrlich zu sein, die Städte scheinen mir alle ziemlich ähnlich. Ich fand dann auch einen anderen Weg in Richtung Norden, so dass ich den Weg zwischem Vålberg (Ort wo das Messer lag) und Karlstad nicht noch ein drittes mal machen musste.

    Auf dem Weg kam ich an einem Loppis (Flohmarkt) vorbei. Ein älterer Herr mistete sein Haus aus und verkaufte seine Bilder, Möbel und sehr viel Ramsch. Ich schaute mir die Dinge an und wir kamen ins Gespräch. Kurze Zeit später standen drei weitere Pansionäre um mich herum, alle mit super gutem English und sie fragten mich über meine Reise und die Schweiz aus. Irgendwie sind die Schweden immer so begeistert von der Schweiz 😁. Es war eine schöne Begegnung und der Mann schenkte mir sogar noch eine gelbe Leuchtweste, welche ich mir sowieso kaufen wollte.

    Um 19.00 Uhr fand ich, kurz vor Deje, am Fluss Klarälven einen wunderbaren Platz für mein Zelt und ich gönnte mir den 13 grädigen Kälteschock um mich vom Staub und Schweiss zu befreien😍🧊👌. Was für ein Tag 🙌.

    Heute fuhr ich weiter in den Norden. Alles entlang des Klarälven auf einer ehemamigen Eisenbahnlinie, die zur Fahrradlinie umgebaut wurde. Das wird hier häufig so gemacht. Den Fluss sah ich dabei nur etwa alle 20km, da er Schlangenförmig durch die wilde Landschaft verläuft und nicht wie z.b der Rhein begradigt wurde. Es ist der längste schwedische Fluss der nicht in ein Meer mündet, hat seine Quelle jedoch in den Bergen von Norwegen. Während der Mittagspause, nach einem Sprung ins kühle Nass, rechechierte ich ein wenig und las, dass die Region um den Fluss ein Wolf und Bärengebiet ist🐺🐻😅. Vor allem im Bereich der norwegischen Gränze gibt es einige Wolfsrudel.

    "Da will ich hin", dachte ich mir und voller Energie strampelte ich weiter Flussaufwärts, insgesamt ganze 100 Kilometer. Dabei passierte ich den 60 Breitengrad und ein Schild wies mich darauf hin, dass ich mich nun auf der Höhe von Alaska, St. Petersburg und der südlichen Spitze von Grönland befinde...cool und bei 24° mit praller Sonne kaum glaubwürdig - Danke Golfstrom 😁😄.

    Am Abend traff ich per Zufall auf andere Fahrradreisende. Ann-Sophie und Konstantin aus Köln, Erik aus Nordschweden sowei Axel und Joachim aus Ulm. Alle drei Grüppchen haben sich zufällig getroffen und wir hatten einen sehr spannenden und lustigen Abend zusammen.

    Gute Nacht 😊
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    Heidi Meier Huber

    Mehr als 30 Kilometer zurückradeln, ohne sicher zu sein, dass du das Messer dort findest - Hut ab!!! Super, dass du es tatsächlich wiedergefunden hast!

     
  • Day48

    Vänernregion

    June 1 in Sweden ⋅ ☀️ 20 °C

    Der Frühling ist nun definitiv auch in Schweden angekommen, zumindest in der Region wo ich mich momentan befinde, in Värmland. Sonne und um die 20° Celsius für die nächsten zwei Wochen sind angesagt, das motiviert! Bei diesen Temperaturen und der prallen Sonne wagte ich sogar meinen ersten Sprung ins Wasser 😍💧🧊 (14°).

    Bei strahlender Sonne machte ich mich am Samstag, nach zwei Tagen auf den Schäreninseln herumlungern, auf in Richtung Karlstad. Ich war voller Energie und nach einer guten Stunde passierte ich die 2000 km Grenze, das motivierte mich zusätzlich. Weg von der Küste und hinein in das Landesinnere. Zuerst am Götakanal entlang, bis zum Vänernsee, danach nordwestlich in Richtung Karlstad (wo ich nun bin), ca 240km in vier Tagen.

    Als ich mich an einer Bushaltestelle ausbreitete um ein Lunch zu essen, hielt ein alter, roter Volvo am Strassenrand an. Der Lenker, ein älterer Herr namens William fragte mich eigentlich nach dem Weg, als er aber erfuhr, dass ich von der Schweiz komme und durch Schweden radle, war er begeistert. Als Kind habe er den Film von Wilhelm Tell gesehen, seit dem sei die Schweiz für ihn ein Kindheitstraum.
    Wie es der Zufall so wollte, wohnte seine 95 jährige Mutter und die Familie seiner Schwester in Timervik, was auf meiner geplanten Route liegt. So lud er mich für den nächsten Tag zu sich ein. Ich bekam ein warmes Mahl, konnte duschen und wir quatschten über Gott und die Welt. Danach führte William mich mit seinem 40 jährigen Volvo herum und zeigte mir die Gegend; einfach wunderschön solche Begegnungen. 🙏😍

    Am Montag erwachte ich früh und war bereits um 9.00 Uhr im Sattel. Ich folgte dem Dalslandsweg, der mich durch wunderschöne See und Waldlandschaften führte. Die Region hier ist geprägt vom Vänernsee, den grössten See in der Europäischen Union. ( in Russland gibts noch grössere, darum nur in der EU). Er hat eine Fläche von 5519 km², ist also rund zehnmal so gross wie der Bodensee. Wenn man an der Küste des Vänernsees steht, fühlt es sich an, als würde man ins Meer hinausschauen.
    In dieser Region gibt es aber noch ganz viel andere, "kleinere" Seen welche alle irgendwie mit Kanälen und Schleussen miteinander verbunden sind.
    Die Gegend hier könnte man als das klassische Schweden, wie es in den Ferienkatalogen abgebildet ist beschreiben. grünbraune Nadelbäume, blaue Seen und unentliche Weiten.

    Inzwischen sind auch mehr Radfarer unterwegs. Ich habe in den letzten zwei Tagen Michael (top Ausgerüstet, Däne, seit 1.5 Jahren auf Tour, fährt nun nach Istanbul) und Henrik (Schwede aus dem Norden, altes 7-Gang Fahrrad mit Buddastatue auf dem Lenker) getroffen, welche beide um die 60 Jahre alt sind und in Richtung Süden fahren, jedoch unterschiedlicher nicht sein könnten.

    Auch die erste Platte habe ich bereits gemeistert. Heute, nach 2200 km war mein Hinterreifen platt. Ich fand zwei kleine Löcher welche ich mit einem Pneuflickpflaster zumachen konnte. Hoffen wir es verhebt, sonst hätte ich dan noch einen Ersatzschlauch.

    Der Grobplan für die nächsten Wochen wurde heute auch ein bisschen klarer. Ich werde nicht, wie anfangs geplannt, nach Stockholm zurückfahren, sondern weiter in Richtung Norden pedalen. Im Umeå oder Sundsvall werde ich dan meine Radlerausrüstung irgendwo einstellen und die Tour für drei Wochen unterbrechen. Denn Ana kommt nach Schweden und wir werden uns zusammen den Norden von Schweden anschauen, quasi Urlaub vom Urlaub🤣😅. Ich freue mich schon riesig daruaf!
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    Roger Lützelschwab

    Coole Aussicht und netter Grillplatz 🔥. Hoffe der Grill hat ein saftiges Fleisch 🥩 gesehen 😜 Tolle Berichte, weiter so 👍

    Julian Wiederkehr

    haha du kennst doch die Antwort🤣🥦🍎

    Heidi Meier Huber

    megaschön!

    Julian Wiederkehr

    yes😍

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  • Day44

    Schärengarten von Göteborg

    May 28 in Sweden ⋅ ☀️ 19 °C

    Der Göteborger Schärengarten ist berühmt für seine unzähligen felsigen kleinen Inseln. Manchmal so klein, das gerade Platz genug ist für eine kleine Leuchtmarkierung, um den Schiffen den Weg anzuzeigen. Die grösseren Inseln sind jedoch bewohnt und sehr gut via Personenfähre am öffentlichen Nahverkehrsnetz von Göteborg angeschlossen. Alles Inseln zusammen haben etwa 5000 Einwohner und gehören zur Stadt Göteborg.

    Nachdem ich in Göteborg angekommen bin, war für mich ein bisschen wie eine Etappe (Stockholm - Malmö - Göteborg) abgeschlossen und ich hatte nicht wirklich einen Plan wie es weitergeht. Korbi war in einer ähnlicher Situation, sein Fuss ist durch Überbelastung angeschwollen und er wollte von Göteborg zurück nach Deutschland, war sich aber nicht ganz sicher, wir hatten also Zeit. Beide sind wir die letzten Wochen alleine herumgereist und so kam uns wohl ein bisschen Gesellschaft gerade recht. Wir beschlossen für ein paar Tage auf die Schären herausfahren und die Inseln unsicher zu machen.😃

    Wir fuhren mit der Fähre von Saltholmen auf die Insel Styrsö, wo wir unsere Zelte aufschlagten und den Sonnenuntergang geniessten. Am nächsten Tag sind wir auf die Nachbarsinsel Donsö gelaufen, welche mit einer Brücke verbunden ist. Dort haben wir Würstchen gebratet, die Vor - und Nachteile des wandern/pilgern im Vergleich zum radeln diskutiert, Bierchen getrunken, Kaviar gegessen (ja haben wir wirklich, beide zum ersten mal. Es schmeckt nicht besondes gut denke ich), den vielen Segelschiffen zugeschaut und gezeltet. Die Zeltwiese war jedoch überall voller Gänse - und Entekake die wir zuerst wegwischen mussten, was nicht so nice aber bei dem unglaublichem Panorama verkraftbar war.

    Die Bewohner der Inseln fahren übrigens alle entweder mit einem Golfcart oder einem Dreiradmoped herum. Autos sind nur für geschäftliche Zwecke und Ausnahmen gestattet.

    Nach zwei Tagen auf den Inseln herumlungern, freue ich mich nun wieder umso mehr auf das Fahrrad zu steigen und weiter in Richtung Norden zu radeln. Ich habe eine Route geplant, welche oberhalb des Vänernsees über Karlstadt, Falun in Richtung Nordosten verläuft. Auch habe ich gelesen, dass eventuell bald die Grenze zu Finnland und vielleicht sogar zu Norwegen geöffnet wird, was meine Möglichkeiten für die Zukunft der Reise wieder erweitert🙌🙏. Nachdem ich nun die meiste Zeit in der Nähe der Küste war, freue ich mich nun ins Landesinnere zu fahren und ein bisschen Wald zu durchqueren 🌲🌲. Korbi habe ich die Nummer von Viktor in Norrkoping (der mit dem Atelier, welcher ich per CS kennenlernte) gegeben. Vielleicht kann er nun dort ein paar Tage seinen Fuss schonen, befor er wieder Richtung Norden zieht, ich hoffe für ihn das es bald weitergeht.

    Cheers!
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    Reisefan

    wunderschön 👍

     
  • Day42

    Bis nach Göteborg

    May 26 in Sweden ⋅ 🌧 11 °C

    Regen, Wind, Regen mit Wind und nochmals Regen😅. So ungefähr fühlten sich die letzten paar Tage an. Okey, zwischendurch gabs auch mal ein paar gute Stunden, aber hauptsächlich war es regnerisch. Immerhin, die Landschaften waren schön und da es sich um einen berühmten Radweg handelt, war der ganze Weg von Helsingborg bis Göteborg ausgeschildert. Auch gab es meistens eine extra Fahrradspur, wie man es in der Schweiz kennt, die oft neben den Strassen und manchmal direkt an der Küste vorbeiführte. Davon konnte ich an der eher unbesiedelte Ostküste nur träumen, dafür fühlte ich mich dort mehr in der Natur und Wildnis.

    Allgemein ist Schweden, was die Fahrrad - Freundlichkeit angeht, nicht zu vergleichen mit Deutschland der Schweiz und schon garnicht mit Holland. Die Ausschilderungen beziehen sich hier meistens nur auf regionale Routen, wie eben der Kattegatleden. Fahrradwege gibt es meistens nur im Umkreis von 10 km um die Städte oder grösseren Ortschaften und die Züge bieten (mit Ausnahmen auf einiger südlichen Touristrecken) keine Fahrradtransporte an.

    Am Dienstagnachmittag kam ich in Göteborg an und suchte das nächste bezahlbare Hostel auf; Backpacker Hostel Göteburg (Sogar mit Sauna!). Nach vier Nächten im Zelt und semioptimalen Wetterbedingungen, freute ich mich sehr auf eine warme Dusche und eventuell ein bisschen Gesellschaft. Als ich mit dem einchecken im Backpackers Hostel beschäftigt war, kam Korbi hereinspaziert und fragte an der Reception auch nach einem Zimmer, wir kamen schnell ins Gespräch. Er kommt aus Bayern, ist 18 Jahre alt und pilgert in Richtung Norden. Dabei ist er bereits durch ganz Deutschland gelaufen - Respekt!

    Heute haben wir zusammen Göteborg angeschaut und "wanderten" auf den Ramberget von wo man einen schönen Ausblick auf die Stadt hat. Ich spüre, dass ich seit einigen Wochen kaum mehr als 100 Schritte am Tag gelaufen bin und meine Beinmuskulatur macht sich schnell bemerkbar.

    Korbi und ich verstehen uns gut und werden zusammen für ein paar Tage auf die Schäreninseln rausfahren/laufen, bevor wir dan wieder getrente Wege gehen.
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  • Day37

    Kullaberg und Ladonien mit Ola

    May 21 in Sweden ⋅ 🌧 12 °C

    Als ich mir gestern Abends an einem Eisstand zwei Kugeln Vanilleglace gönnte, hielt ein Fahrradfahrer mit ähnlichem Gepäck wie ich (wahrscheindlich 3x teurer), bei mir an und sprach mich an. "I am Ola, what do you do? Where do you sleep tonight?" Ich erkläre ihm mein Trip und er war so sehr erfreut darüber das er einen Cycler traff, das er seine geplannte Route abbrach und mich kurzerhand zu sich einlud. Er wohnt in Helsingborg und wollte eine "kurze" Abendrunde drehen um sein Bike im beladenen Zustand zu testen, die hat er jedoch über den Haufen geworfen und wir fuhren zusammen zu ihm.

    Ola kochte für mich und wir quatschten und tranken Schnaps bis um Mitternacht. Er wohnt alleine in einem Haus ist 59 Jahre alt und kam gerade von einem dreijährigen Segeltrip nach Hause (zweimal über den Atlantik und vieles mehr). Ein cooler Typ der unendlich viel zu erzählen hat (und dies auch tut😆). Heute zeigte Ola mir sein Segelbot im Hafen und anschliessend fuhren wir auf die Halbinsel Kullaberg hinaus, was ein ziemliches Up und Down war, einmal sogar 19% Steigung (Bild). Am äussersten Zipfel der Halbinsel befindet sich der höchstgelegene Leuchtturm Schwedens (ca. 40 m.ü.M 🤣). Während der Fahrt erwischte uns ein Gewitter und wir wurden ziemlich geduscht, naja die Stimmung blieb trotzdem super.

    Am Nachmittag zeigte mir Ola die Kunstwerke von Lars Vilk in Nimis. diese Holzskulpturen (Bilder) welche begeh und bekletterbar sind wurden alle von diesem Künstler alleine gebaut, unglaublich! Lard Vilk gründete dort auch eine eigene Minination namens Ladonien (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Ladonien). Für das ganze Kunstwerk hat er eigentlich keine Bewillugung, aber durch diverse Tricks konnte er bisher verhindern, dass sein Kunstwerk von den Behörden abgerissen wird und das bereits seit 40 Jahren.

    Danach verabschidete Ola sich und wir gingen wieder getrennte Wege. Ein unglaublicher Typ☺.
    Diese unerwarteten Dinge und Begegnungen schätze ich immer extrem und ich bin gespannt was die Zukunft noch bringt 😄.
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    Sara B

    wohaa 😍 richtig coole begegnungen! gniess es!

    Julian Wiederkehr

    Danke!

    Heidi Meier Huber

    Sehr eindrücklich - toll, was du da entdecken durftest!