Satellite
Show on map
  • Day15

    Back on track

    July 15 in Norway ⋅ ☁️ 10 °C

    Kurz nach sechs klingelte heute der Wecker. Ich musste um 07:18 Uhr den Bus nach Åldasnes und dort den Zug nach Dombås bekommen. Duschen, Kaffee und los. Gepackt hatte ich gestern bereits. Der Bus kam pünktlich und dann hatte ich erstmal zwei Stunden Zeit, um noch etwas zu dösen. In Åldesnes hatte ich nur 15 Minuten Umstiegzeit und ich wollte noch schnell in den Intersport huschen, um mir ein wenig Trockennahrung für das Fjell zu besorgen. In Dombås gab es meines Wissens kein Sportgeschäft. Der Bus war zwei Minuten früher da. Ich sprang raus und "lief" zum Intersport. Um diese Zeit waren doppelt so viel Verkäufer (zwei) wie Kunden (ich) im Laden, was den Einkauf sehr beschleunigte. Nach zehn Minuten war ich wieder am Bahnhof und bestieg den Zug.
    Ich genoss erneut die traumhafte Landschaft, durch die, die Raumabahn führt. Eine Empfehlung für alle, die in der Nähe von Dombås bzw. Åndalsnes sind und etwas Zeit haben!
    Als ich in Dombås ankam, schaltete ich Komoot ein und ging los. Ich versuchte in meinen Fuß zu spüren, ob er die kommenden Strapazen abkönne. Er fühlte sich okay an. Ich merkte jeden Schritt, doch es war bereits um einiges besser als noch vor ein paar Tagen.
    Ich ging zur Kirche. Ich dankte für all die wundervollen Begegnungen, die ich bisher machen durfte, für all die Hilfe, die mir zuteil wurde und für die unglaubliche Natur, die ich sehen durfte. Ich bat um Kraft für die nächsten vier Tage und ging los. Es fühlte sich gut an.
    Es lagen 14km vor mir und auf etwa der Hälfte, am höchsten Punkt, würde ich wieder auf den Olavsweg treffen. Dort, an einer Steinpyramide wollte ich mich mit Philipp treffen. Kurz nach Dombås querte ein Elektrozaun den Wanderweg. Keine Zauntreppe weit und breit wenn man Mal eine braucht. Etwas unelegant und mit leichtem Bodenkontakt (der Rucksack war schuld!) überwandt ich dieses Hindernis.
    Der Weg führte stetig bergauf und wechselte von steil auf sehr steil auf "Ohne Klettergurt?!?". Okay, leicht übertrieben ;) Aber es brannte ganz schön in den Oberschenkeln. Ich näherte mich der Baumgrenze und wenn ich zurückschaute (auch um etwas Luft zu holen), taten sich wundervolle Blicke ins Tal auf.
    Ich überschritt die Baumgrenze und es tat sich eine seltsame Stille um mich herum auf. Es war vorher nicht laut - aber irgendwie war für einen Moment gar nichts zu hören. Der Blick wurde von keinem Baum gestört und konnte über endlose Weiten schweifen. Hier oben war alles von Moosen und Sträuchern bewachsen. Eine ganz eigene Landschaft. Ich folgte dem Weg. Irgendwann blickte ich mich um und links von mir, vielleicht drei-, vierhundert Meter sah ich jemanden winken. Es war Philipp am vereinbarten Treffpunkt. Es war irgendwie cool und besonders, ihn an diesem besonderen Ort wieder zu treffen. An der Steinpyramide legen Pilger Steine ab, die sie mitgebracht haben und nutzen den Moment für ein Gebet. Ich hatte einen Stein heute Morgen in Ålesund aufgenommen und mitgebracht. Ich legte ihn zu den anderen.
    Leider wurde aus unserer Kaffeepause nix, da der Anzünder meines Gaskochers streikte. Nach zwei Wochen!
    So zogen wir ohne Kaffee und etwas enttäuscht weiter. Jetzt ging es nur noch bergab bis zur Unterkunft. Es galt einige kleine und größere Flüsse/Bäche auf Steinen oder Behelfsbrücken zu überqueren. Der Weg wurde nasser und an besonders morastigen Stellen führten Holzbohlen drüber hinweg. Wir kamen wieder in Höhen, wo Krüppelbirken wuchsen und irgendwann wieder an die E6. Hier liegt unsere heutige Unterkunft.
    In dem kleinen Hofladen holten wir uns Brot und Eier fürs Abendbrot. Um 20:30 Uhr gab es eine kurze Abendandacht.
    Meine Sehne ist leider wieder angeschwollen. Ich hoffe, morgen früh ist es wieder besser. Ich dehne und creme so gut ich kann.
    Ich bin froh, wieder ein Stück auf dem Olavsweg zu gehen.
    Read more