Juli 2019
  • Day0

    Überraschungsabschiedspicknick

    June 29 in Germany ⋅ ☀️ 28 °C

    Mein Olavsweg beginnt erst am 1. Juli. Dennoch möchte ich bereits heute den ersten Eintrag schreiben. Denn ich wurde ganz liebevoll und völlig unerwartet mit einem kleinen Abschieds-Picknick im Bürgerpark Pankow überrascht.
    Die Überraschung war gelungen und ich checkte erst was los ist, als ich buchstäblich vor meinen Lieben aus der Sofagruppe stand.
    Daina hatte alles hinter meinem Rücken organisiert und mich mit geschlossenen Augen hingeführt.
    Ich bin so dankbar für all die Lieben Menschen, die ich kennen darf, für die schöne Zeit die ich erleben und nun vor mir liegt und ganz besonders danke ich Daina für die Organisation dieses unvergesslichen Abend.
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  • Day1

    Die Reise beginnt

    July 1 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C

    Ich sitze jetzt im Flieger. Wir sollten vor ca. 30 Minuten starten - stehen aber noch fest und sicher auf Schönefelder Beton.
    Irgendwie haben einige Passagiere wohl das falsche Flugzeug bestiegen und auf die warten wir jetzt noch. Und außerdem gibt's noch irgendein Slot-Problem in Oslo. Keine Ahnung. Ich hab Zeit. Es regnet leicht.
    Im Übrigen hat alles gut geklappt. Mein Rucksack wiegt laut Flughafenwaage 13,7kg. Mit meinem kleinen Handgepäckrucksack werden es ca. 15kg sein. Das ist völlig in Rahmen.
    Oh - es scheint langsam los zu gehen. Die Sicherheitsanweisungen laufen
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  • Day1

    Oslo

    July 1 in Norway ⋅ ⛅ 19 °C

    Ich bin gut in Oslo angekommen. Das Flugzeug ist doch noch recht pünktlich gestartet. Etwa eine Stunde später als geplant. Schade eigentlich - ich hatte mir die Entschädigung gern als kleines Reisetaschengeld mitgenommen.
    Nach der Landung von ich zu meiner Unterkunft gefahren. Das hat gut geklappt und der Busfahrer hat mir noch die letzten Meter Fußweg erfährt.
    Die Herberge liegt auf einem kleinen Hügel. Man kann über das Stadtzentrum blicken und dahinter das Wasser erkennen.
    Nach dem Check-in ging ich in die Stadt. Ein paar Leut letzte Besorgungen erledigen. Ich hatte beispielsweise mein Reisekissen vergessen.
    In Oslo habe ich alles gefunden. Mein Eindruck von Oslo? Teuer! Und keine Stadt, in die ich noch auf Anhieb verliebt habe. Ich werde sie morgen verlassen und trauere ihr nicht nach. Bei Porto war das ganz anders. Da habe ich mich beim Abschied gefreut wiederzukommen.
    Apropos Oslo verlassen... Ich habe mich entschieden, morgen mit dem Zug bis Hamar zu fahren und von dort zu gehen. Das sind dann immernoch ca 20km pro Tag. Sollte mir reichen. Ich war dennoch heute hier am Startstein. Er steht sehr unscheinbar in einem kleinen Park mit Ruinen einer ehemaligen Kathedrale.
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  • Day2

    Guten Morgen und Tschüss Oslo

    July 2 in Norway ⋅ ⛅ 13 °C

    Ich sitze nun am Bahnhof. In ca. 30 Minuten fährt der Zug nach Hamar. Ich freue mich, 'die Stadt' verlassen zu können und bald in der Natur zu sein. Heute Abend feiere ich in meinem Zelt Richtfest ⛺️
    Die letzte Nacht war Mal wieder eine, um sich Gemeinschaftsunterkünfte abzugewöhnen. Erst war eigentlich alles okay. Außer, dass es gegen Mitternacht noch sehr hell draußen war. Etwa so, als ob es bei uns dämmert. Ich schlief trotzdem gut ein, da ich sehr müde war. Niemand schnarchte und die frische, kühle Luft ließ mich Ruhe finden.
    Plötzlich polterte jemand ins Zimmer und machte das Licht an. Es war ein Uhr morgens. Er begann sein Bett zu beziehen. Halbherzig versuchte er dabei leise zu sein. Mit bedingtem Erfolg. Dazu das Licht - ich denke alle waren mittlerweile wach. Als das Schauspiel kein Ende nahm, gab es noch ein kurzes Wortgefecht auf norwegisch zwischen meinem Untermieter und dem Neuen. Ich habe nix verstanden - denke aber nicht, dass sie Freunde werden.
    Als er irgendwann doch das Licht ausmachte und sich hinlegte, begann er - natürlich - zu Schnarchen. Und wie! Gefühlt habe ich immer nur etappenweise geschlafen. Zwischen seinen Schnarchattacken.
    Das periodische Schnarchen ging gegen vier Uhr morgens in ein kontinuierliches Schnarchen über und ich freue mich auf die Ruhe in meinem Zelt. Dabei bemerkte ich, dass es auch um vier Uhr morgens noch/wieder hell draußen war.
    Einige Betten im Zimmer waren leer und ich dachte, hier sind einige sehr früh aufgestanden. Später erfuhr ich, dass sie sich aufgrund des Schnarchers auf die Couch im Gemeinschaftsraum verzogen hatten. Wie gesagt - Freunde werden die wohl nicht mehr.
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  • Day2

    Eine Perle am Olavsweg

    July 2 in Norway ⋅ ⛅ 15 °C

    „Eine Perle am Olavsweg“ - So überschreibt mein Pilgerführer Hamar. Und das trifft es ziemlich gut. Mir ist jedenfalls keine bessere Überschrift für den Eintrag eingefallen. Aber von Anfang an.
    Der Zug von Oslo nach Hamar hatte Verspätung. Das gibts hier also auch. Meine Wartezeit hat mir allerdings ein kleiner Hund versüßt, der alles auf dem Bahnsteig interessant fand - meinen Rucksack und das Armband meiner Apple-Watch auch.
    Mit ca. 30 Minuten Verspätung ging es dann in Richtung Hamar. Ich setzte mich in ein Ruheabteil und holte ein wenig Schlaf nach. Beim Halt in Eidsvoll wachte ich auf. Hier beginnt der Mjøsa See und die Bahnstrecke führt an ihm entlang. Ab hier sah Norwegen aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. Weite grüne Hügel, Rote Häuser aus Holz und immer wieder dieser unglaublich große und schöne See.
    Als ich in Hamar ankam und den Bahnhof verließ, spürte ich das Gefühl, was ich gestern in Oslo noch vermisst hatte. Dieses Gefühl, sich spontan in einen Ort verlieben zu können. Hamar war so klein, sauber, ruhig und idyllisch. Direkt vor dem Bahnhof stand ein Wegweiser mit den wichtigsten Informationen und natürlich war auch der Pilgerweg ausgeschildert. Ich folgte erstmal den Pfeilen Richtung Stadtzentrum und Domkirche. Der Pilgerweg führte ungefähr in die gleiche Richtung. Ich erreichte die Domkirche. Sie strahlte in weiß und befand ich auf der Spitze eines Hügels. Drinnen spielte jemand auf eine elektronischen Orgel. Es wurde gerade ein Begräbnis vorbereitet.
    Danach ging ich durch das Zentrum. Mein Ziel war das Pilgerzentrum von Hamar. Es liegt etwas außerhalb. Ich folgte dem Uferweg und überall begegnete ich hier den Wegweisern des Olavsweges. Endlich fühlte ich mich auf dem Pilgerweg. Hier soll mein persönlicher Olavsweg beginnen. Der Uferweg erinnerte mich an den Küstenweg in Portugal vergangenes Jahr.
    Das Pilgerzentrum liegt nur ca. 100m vom Ufer entfernt. Ich war der erste Gast heute und konnte das Zimmer wählen. Es gibt zwei Zimmer - eins für Männer und eins für Frauen. Ich entschied, dass das Zimmer mit Seeblick heute Nacht das Männerzimmer sein würde.
    Als die Eincheck-Prozedur vorüber war, kam Philipp an. Er geht den Weg seit Oslo und ist derzeit mit zwei Damen unterwegs, die sich noch das Zentrum von Hamar anschauen wollten. Sie kämen später nach.
    Gemeinsam mit Philipp zog ich los, um mir die Domkirchenruinen anzuschauen. Um 15 Uhr fand dort ein kleines „Konzert“ statt. Obwohl nur noch Ruinen stehen und eine Glaskuppel nicht gerade für herausragende Schallqualitäten bekannt ist, war der Klang in der Kirchenruine beeindruckend.
    Danach schnappten Philipp und ich ein paar Fahrräder vom Pilgerzentrum und radelten auf einen ca. 2km entfernten Punkt, von dem man aus einen wunderschönen Blick über Hamar und den See hat.
    Auf dem Rückweg kauften wir noch einige Sachen für das Abendessen und das morgige Frühstück ein - im Pilgerzentrum herrscht Selbstverpflegung. Als kleines Highlight gönnten wir uns noch jeder ein Dosenbier. Die billigste Sorte, die der Laden führte - „Pokal“. Der Name machte mir ein wenig Angst. Zu unrecht, denn das Bier kann man trinken.
    Als wir zurück kamen, waren auch Monika und Silke angekommen. Zwei Damen aus Freiburg, die noch bis Lillehammer gehen wollen. Mehr Zeit Haben sie leider nicht.
    Jetzt ist es langsam Zeit sich bettfertig zu machen. Morgen früh um halb neun gibt es eine kleine Pilgermesse in der Domkirchenruine. Ein guter Start für meine Weg.
    Ein wenig Angst habe ich vor der kommenden Nacht. Philipp hat mir gebeichtet, dass er schnarcht. Ich bin gespannt und habe bereits vorsorglich Monika und Silke gefragt, ob gegebenenfalls ein Bett im Damenschlafsaal frei wäre. Aber erstmal werde ich die Ohropax versuchen, die in der Pilger-Takeaway-Kiste lagen.
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  • Day3

    Kaffeepause

    July 3 in Norway ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute Morgen wurden wir in der Domkirchen-Ruine für unseren weiteren Pilgerweg gesegnet. Dann stiefelten Philipp und ich los. Silke und Monika gingen noch einmal zurück zur Herberge.
    Der Weg führte uns ein Stück am See entlang und zeigte später etwas ins Landesinnere ab. Der See blieb aber meist in Sichtweite. Der Weg änderte sich ständig. Mal asphaltierte Straße. Mal ein Schotterweg. Mal zwischen Feldern und zu Beginn auch noch viel durch besiedeltes Gebiet. Einmal wurde der Weg so schmal und war fast zugewachsen, dass man sich ohne die Wegzeichen kaum vorstellen konnte, dass wir richtig sind. Süß waren die kleinen Rastplätze, die auf private Initiative hergerichtet waren und zu einer Pause einluden.
    Wir machten unsere erste Rast an der Kirche in Funes. Endlich konnte ich etwas Ballast in Form von Kaffee loswerden und meine Bialetti nutzen. ☕️
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  • Day3

    Erste Etappe - Check

    July 3 in Norway ⋅ ☁️ 15 °C

    Wir sind angekommen. Und das ist auch gut so. Auf den letzten Kilometern schmerzten meine Schultern gewaltig und ich wusste nicht mehr so recht, wie ich meine Laufposition ändern könnte. Was zu Beginn noch etwas Linderung versprach, funktionierte nun nicht mehr.
    Mein Körper muss sich wohl noch an die ungewohnte Belastung gewöhnen. Und ich habe natürlich auch wieder Dinge in meinem Rucksack, die - sagen wir - "entbehrlich" sind. Ich habe mir vorgenommen, meinen Proviant zu verbrauchen. Und auf den Weg nach Lillehammer habe ich genug Zeit zu überlegen, was eventuell nach Deutschland per Post zurück geht.
    Also gab es heute Chili Con Carne von Trek'n Eat. Es war ... okay bis gut. Dazu Eisbär-Bier. Jetzt ist die Welt wieder in Ordnung. Die heutige Unterkunft ist unbewirtschaftet. Es gibt einen Schlafsaal für alle, eine Küche, WC und Dusche. Die Tür war unverschlossen und es funktioniert auf Vertrauensbasis. Die Übernachtung kostet dafür nur 100 NOK.
    Neben Monika, Silke und Philipp übernachtet hier noch Ludo. Er ist Belgier, 69 Jahre alt und möchte die Strecke von Oslo nach Trondheim in 20 Tagen schaffen. Morgen möchte er bis Lillehammer. Da will ich in drei Tagen sein.
    Es ist jetzt kurz vor neun. Mich blendet die Sonne beim Schreiben.
    Langsam wird es Zeit für mich... Bis morgen!
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  • Day4

    Die Wassertaufe

    July 4 in Norway ⋅ ⛅ 10 °C

    Wenn gestern die Feuertaufe war - erste Etappe, viel Gepäck, Zimperlein hier und da - dann war heute wohl die Wassertaufe.
    Nach einem gemütlich Frühstück gegen neun ging es gemächlich los. Heute lagen erneut ca. 22km vor uns. Das Ziel war ein Reha-Center, welches Pilgern auch Unterkunft bietet. Wir entschieden, uns den Luxus zu gönnen.
    Ludo, der Belgier war bereits gegen vier aufgestanden und losgezogen. Wann genau, wusste keiner von uns. Verrückter Typ.
    Draußen regnete es und es sah so aus, als hätte es sich richtig eingeregnet. Meine Lust auf Pilgern war gleich Null. Aber mit Regenjacke und Kapuze ging es los.
    Nach etwa 7km klarte es etwas auf und der Regen verzog sich fürs erste. Er kam allerdings immer mal wieder. Das Wetter hier macht sich einen Spaß daraus, immer die Karte zu spielen, die man gerade nicht erwartet.
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  • Day4

    Der "Weiße Schwan"

    July 4 in Norway ⋅ ☁️ 14 °C

    Unsere erste Pause machten Philipp und ich heute nach etwa 11km an der Ringsaker-Kirche. Bei Sonnenschein und einem Kännchen Mokka trockneten wir unsere nasse Kleidung. Als es weiter ging, setzte sich Philipp mit den Worten "Sonnenbrillenwetter" sein passendes Utensil auf die Nase - nur um es ca. 200m später wieder abzunehmen und erneut gegen die Regenjacke zu tauschen. Englisches Wetter. Oder typisch norwegisch?
    Kurz vor Moelv trennten wir uns kurz, da Philipp noch Proviant für den Abend brauchte. Er ging in den Ort und ich folgte dem Olavsweg am Seeufer. Wir machten uns einen Treffpunkt nach ca. 2km aus, wo ich warten würde. Es war die Anlegestelle für den wohl ältesten noch betriebenen Raddampfer der Welt - den Skipladner, laut meinem Pilgerführer auch liebevoll „Weißer Schwan“ genannt.
    Der Uferweg war wunderschön. Er führte an einen Campingplatz vorbei und als ich fast am Treffpunkt war, ertönte ein lautes und schrilles Pfeifen. Ich hatte Glück - denn der Skripladner Lehr legte gerade an. Er kommt hier nur alle paar Tage vorbei und zufällig auch just in diesem Moment.
    Ich fragte ein Besatzungsmitglied nach einem Stempel für meinen Pilgerpass. Er sagte, dass es nur einen Stempel gäbe, wenn man mit dem Schiff fahre. Etwas betröppelt stand ich noch auf dem Steg und sah dem Skipladner zu, wie er wieder ablegte. Plötzlich flog ein Umschlag von Bord auf den Steg und der Matrose rief " Its for you". Auf dem Umschlag waren vier Stempel mit heutigem Datum und noch zwei Broschüren vom Skipladner. Ich freue mich und bedankte mich mit einem breiten Lächeln. Die Stempel können wir vier Pilger und in unsere Pässe kleben.
    Anschließend machte ich noch einen weiteren Mokka und wartete auf Philipp.
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  • Day4

    Der Lohn der Mühen

    July 4 in Norway ⋅ ☁️ 14 °C

    Von der Anlegestelle bis zum Reha-Center waren es noch ca. 7km. Doch Philipp sagte, dass diese laut Reiseführer wohl sehr anstrengend sein sollen, da es die letzten Kilometer steil bergauf ginge. Ich merkte, dass man manche Informationen gar nicht braucht und auch irgendwie nicht wissen möchte.
    Philipp und der Reisführer sollten recht behalten.
    Wir sahen das Reha-Center bereits von weitem. Es lag weit oben auf einem Hang und der Ausblick musste phantastisch sein. Im Führer stand, dass es auch ein Schwimmbad gäbe.
    Die letzten zwei Kilometer war der Weg so steil, dass er in Serpentinen nach oben geführt wurde.
    Auf Höhe der vorletzten Schlaufe war ebenfalls eine Pilgerherberge. Eine süße Ansammlungen von Holzhütten mit den typisch bewachsenen Dächern. Wir schauten uns die Häuschen an und plötzlich begrüßte uns Mischka - eine schwarze Labrador-Mischlings-Dame. Nach kurzem Schnack mit der Herbergsleiterin nahmen wir das letzte Stück im Angriff.
    Die Mühen hatten sich gelohnt und der Ausblick war erwartungsgemäß grandios. Natürlich testeten wir auch das Schwimmbad und die 33 Grad Wassertemperatur taten den müden Knochen gut. So schloss sich heute irgendwie der Kreis mit den Wasser. Der Tag endete wir er begann - nass.
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