Argentina
Departamento de Capital

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6 travelers at this place

  • Day29

    1'300 Kilometer Richtung Norden

    January 30 in Argentina ⋅ ☀️ 25 °C

    In vier Tagen fahren wir von der Weinregion Mendoza ins nordargentinische Salta. Die Strecke besticht durch abwechslungsreiche Landschaften, schöne Städte, teils abenteuerliche Strassen und eine für uns unglaubliche Weite. Mit dem Mietauto legen wir mehr als 1’300 Kilometer zurück.

    Die schönste Strecke: Die Route 68 von Cafayate nach Salta führt durch die eindrückliche Quebrada de las Conchas, die Schlucht der Muscheln. Die Strasse wird von roten Gesteinsformationen umgeben. Teils gibt es aber auch grüne Abschnitte, welche den Fluss säumen. In der Quebrada wachsen meterhohe Kakteen und immer wieder gibt es am Strassenrand Esel zu sehen. Nebst der Route 68 fahren wir aber auch mehrere hundert Kilometer auf der Route 40. Auch diese Strecke gefällt uns sehr. Eine solche Weite ist eine ganz neue Erfahrung. Teils gibt es für eine halbe Stunde keinen Gegenverkehr und für Stunden keine Ortschaft. Da muss man aufpassen, dass der Tank immer voll ist und man genügend Wasser dabeihat. Schliesslich haben wir auch mehrere Stunden keinen Handyempfang. Wir sind froh, dass wir die Strecke ohne Panne zurücklegen konnten.

    Der schönste Zwischenstopp: Cafayate gefällt uns auf Anhieb. Wir haben eine tolle Unterkunft in einem B&B mit einem Innenhof voller Kakteen. Das Städtchen hat eine gute Grösse, gemütliche Restaurants und tolle Weine. Auf über 1’500 Meter über Meer gelegen ist Cafayate das höchste Weinanbaugebiet der Welt. Der Weisswein, ein aromatischer Torrontés, mundet uns sehr. Grossen Gefallen haben wir auch an den Empanadas (kleine Teigtaschen) gefunden, welche es in Cafayate in einem kleinen, einfachen Restaurant in diversen Varianten gibt – von Geisskäse mit Pilzen, über Tomate mit Kräutern, bis hin zu diversen Fleischvarianten.

    Das kulinarische Highlight: In der Kleinstadt La Rioja machen wir einen Zwischenhalt und essen in einem völlig überfüllten Lokal das Mittagessen. Für 15 Franken erhalten wir Gnocchi, die auf der Zunge zergehen, Kartoffeln in einer Rahmsauce, weiteres Gemüse und das Highlight für Simon: drei grosse Stück zartestes Rindsfilet.

    Der Tiefpunkt: Auf unserer Reise hatten wir bisher grosses Glück mit unseren Unterkünften. Kein besonderes Erlebnis war die Übernachtung in der Kleinstadt Jachal, irgendwo im Nirgendwo. Unser B&B ist sehr einfach und nicht gerade anmächelig. Das Frühstück ist im Preis inbegriffen. Darauf hätten wir aber verzichten können. Bereits am Abend wird uns ein Tablar ins Zimmer gestellt: Kaffee in Form eines Teebeutels, Milchpulver plus geschmacklose und sehr trockene Cracker.

    Das Abenteuer: In den Nächten auf unserer Fahrt in den Norden gibt es immer wieder kräftige Gewitter, so dass es auch am Morgen danach noch ordentlich Wasser auf der Strasse hat. Nach dem Aufenthalt in La Puerta de San José, in einer schönen Unterkunft mitten in der Pampa, geht es weiter Richtung Cafayate. Plötzlich sehen wir, dass sich in einer Senke vor uns eine Menge Wasser ihren Weg über die Strasse bahnt. Wir stellen den Wagen auf der Seite ab und schauen uns ratlos an. Nach einiger Zeit kommt ein Auto und schafft es, sich seinen Weg durch das Wasser zu bahnen. Wir beobachten einige weitere Autos und sind etwas zuversichtlicher. Denn wir wissen, wir müssen hier durch, es gibt weit und breit keine Umfahrung. Allerdings haben bisher nur SUVs, die viel höher gelegt sind als unser Auto, das Wasser durchquert. Wir warten. Zum Glück kommt dann ein ähnliches Modell wie unser Mietauto und schafft es ebenfalls ans andere Ufer. Simon als geübter Fahrer ist zuversichtlich und wir wagen das Manöver und sind erleichtert, dass es danach wieder auf trockener Fahrbahn weitergeht.

    Nach 1'300 Kilometern sind wir froh, gesund und munter sowie ohne Blechschaden und Panne in Salta anzukommen. Wir freuen uns schon sehr, zur Abwechslung mal einen längeren Aufenthalt einzulegen.
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  • Day47

    Crosscheck: BMW GS 800 Adventure

    February 16, 2018 in Argentina ⋅ ⛅ 34 °C

    "This is siesta country, folks. Between noon and 5pm, pretty much everything shuts down ...". Der Lonely planet hat fast immer recht. Zumindest in Bezug auf unseren heutigen Zielort "La Rioja" stimmt die Beschreibung perfekt.

    Wir sind schnell gefahren und bereits gegen 14 Uhr hier angekommen, bei 37 Grad. Zum Glück hatte gegenüber des Hotels noch eine kleine Bar auf, ein paar Empanadas stillen den Hunger. Doch ansonsten gibt es hier im Moment nichts zu tun, da die Hitze alles zum Stillstand gebracht hat.

    Das nehme ich zum Anlaß, um Euch und allen Bikern heute - nach insgesamt etwas mehr als 10.000 km in Südamerika - die Vorzüge und Nachteile meines Fahrzeugs vorzustellen. Im Biker-Freundeskreis und auch hier auf der Tour genießt die große GS bzw. GSA 1200 mehr Ansehen und hat den Ruf des mehr oder minder perfekten Motorrads. Tut es also die GSA 800 auch? Hier ein paar Aspekte ...

    Der Blick nach vorne ist prima. Das große Windshield in der Adventure Version hält viel ab, die im Vergleich zur Basisversion etwas breitere Verkleidung ebenfalls. Man sitzt gut im Bike und auch mit der Seriensitzbank bequem. Die Sitzposition für mich (185 cm) ist - wenn das Bike rollt - perfekt. Im Stehen zu fahren ist allerdings unbequem, hierfür müsste der Lenker 2-3 cm höher sein. Und durch die extreme Sitzhöhe von 89 cm komme ich gerade noch halbwegs sicher mit den Füßen zum Boden, dabei stören die Fußrasten etwas.

    Die Seitenspiegel sind perfekt positioniert (bei meiner Harley kann ich in den Seitenspiegeln im wesentlichen meine Unterarme sehen, was schnell langweilig wird). Von allen Instrumenten sind im Grunde nur zwei wichtig: Das Navigationsgerät (hier: BMW Navigator 5 = Garmin) und der KM-Zähler. Letzterer, um die verbleibende Reichweite (selbst) zu berechnen. Denn anders als bei der großen GS 1200 gibt es weder eine Reichweitenangabe noch eine zuverlässige Tankanzeige noch wird der Reifendruck angezeigt. Dafür kann man eine sinnlose Stoppuhr bedienen. Wozu braucht man das auf einer Ausdauermaschine für die große Fahrt? Immerhin: Der Adventure-Tank fasst üppige 24 Liter, das macht das Bike zwar schwer, aber man ist im Grunde alle Tanksorgen los, denn bei einem Verbrauch von ziemlich konstant 4 l pro 100 km kommt man weit. Und man kann auch ohne elektronische Hilfsmittel per Dreisatz relativ präzise berechnen, wie weit man noch fahren könnte, bevor man im Van anrufen und um einen Kanister betteln müßte (so ein Edelweiss-Begleitfahrzeug ist ein tolles Backup!).

    Nochmals zurück zum Navi: Für Südamerika ist das Kartenmaterial von Navitracks (35 Euro) sehr zu empfehlen, die Originalkarten von Garmin sind doppelt so teuer und so veraltet, dass sie im Grunde unbrauchbar sind.

    Sehr gut bei der GSA 800 ist auch der seitlich freiliegende Tankeinfüllsutzen gelöst, bei der GS 1200 liegt er mittig und unter dem Tankrucksack, hier muss jedesmal gefummelt werden.

    Der von Edelweiss BikeTravel empfohlene Reifen Heidenau Scout K60 ist für die lange Strecke und auf wechselndem Untergrund eine sehr gute Wahl. Ihr seht das Profil nach 10.000 km, er würde auch 15.000 km vertragen, trotzdem werden wir in ein paar Tagen alle aus Sicherheitsgründen neue Pneus aufziehen (BMW Werkstatt in Santiago). Natürlich gibt es auch den einen oder anderen Schrauber hier am Straßenrand, allerdings sind diese Werkstätten auf kleinere Mopeds eingestellt und wollen in der Regel an die BMWs nicht ran. Man muss sich also selbst sehr gut auskennen und massiv mitwirken, wenn das etwas werden soll. Die GSA 800 hat übrigens einen Schlauchreifen, was nachteilig ist gegenüber der GSA 1200, da deren schlauchloser Reifen geflickt werden kann, ohne das Rad ausbauen zu müssen. Zurück zum Heidenau: sehr robust, im Gelände gut, allerdings dafür auch sehr laut und in Schrägfahrten auf der Straße okay, aber nicht vollständig "trustworthy" im Vergleich zu einem Straßenreifen.

    Der 2-Zylinder-Reihenmotor mit Kettenantrieb ist untypisch für BMW, die große GS hat den bekannten Boxer und Kardan. Trotzdem kommt man mit 85 PS Leistung gut hin. Allerdings nehmen die Vibrationen über 4000 Umdrehungen deutlich zu, schnelle Autobahnfahrten jenseits der 130 kmh machen auf der 800er wenig Freude. Die Kette muss alle drei Tage gesäubert und gefettet werden, vor allem angesichts der Staub- und Matschfahrten - darüber müssen sich die Kardanjungs keine Gedanken machen.

    Das Fahrwerk finde ich sensationell, ich kenne kein Motorrad, das Unebenheiten - gerade auch in Kurven - so gut ausgleicht. Die Fahrmodi sind allerdings nicht so elegant abgestimmt wie bei der großen GS 1200 - während die 1200er-Fahrer in allen Lebenslagen auf Rain schalten (häufig auch im Gelände), komme ich bei Gravel und Mud viel besser mit dem Enduro-Mode zurecht (das System greift sonst einfach zu viel ein, dann lieber Schlupf auf dem Hinterrad und kein ABS). Allerdings, und das sehe ich als entschiedenen Vorteil der 800er an: nach meinen Beobachtungen ist die "kleine GS" in schwerem Gelände schlichtweg einfacher zu fahren als die "große GS". Sie ist etwas leichter und schmaler bereift (vorne 90, hinten 150), weshalb sie sich den Weg durch Schlamm, Schotter, Schnee und Sand besser bahnt. Leichter ist natürlich relativ. Bei einem Leergewicht von 230 kg wiegt das Biest getankt, beladen und mit mir sicherlich gut 350 kg ...

    Ganz wichtig noch: die Koffer. Einer ist bei mir übrigens dicht, in den anderen läuft immer etwas Wasser. Links die Werkzeugkiste (inklusive Pinguin und Ente), rechts die Bekleidung und im Topcase Rucksack, Papiere, Raingear, Getränke. So hat es sich für mich jetzt bewährt. Ordnung ist ganz wichtig!

    Zum Schluß allerdings noch zwei Minuspunkte: Der Auspuff ist für ein solches Motorrad eine Frechheit. Natürlich ist in der weichgespülten Mainstream-BMW-Welt keine "Screaming Eagle"-Anlage wie bei Harley zu erwarten, aber es wäre schön, irgendetwas Motorradartiges zu hören (die Sounddesigner haben sich offensichtlich von Rasenmähern und Motorsägen inspirieren lassen). Ist der Sound allerdings nur ein Nebenfeature, so muss der Seitenständer - als Hauptfeature - als echter Kritikpunkt gelten. Das Bike steht nicht gut darauf, und es bedarf einer fast ebenen Fläche, damit er überhaupt ausgeklappt und sicher genutzt werden kann. Doch wo hat man im Alltag solche Bedingungen? Ohne die bash plate, die die Fläche des Seitenständers vergrößert, wäre die Konstruktion sogar völlig unbrauchbar. Also Motorradfans: Unbedingt umbauen lassen, bevor Ihr Ähnliches unternehmt.

    Fazit: Die GSA 800 ist bequem, zuverlässig und in schwierigem Gelände gut zu bewegen. Dafür klingt sie mies und lässt sich schlecht abstellen. Ich würde sie für diese Art von Fahrten allerdings weiterhin der GS 1200 vorziehen.
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