Armenia
Khanjyan

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4 travelers at this place:

  • Day466

    Engel mit Eisaugen und Käsebrot

    April 27 in Armenia ⋅ ⛅ 14 °C

    Auf dem Weg zurück nach Georgien machen wir Halt am Sevan Lake. Bei Murka, der schönsten Katze der Reise. Böse Zungen behaupten sogar schöner als die schöne Sue. Aber anders als die schöne Sue, ist Murka so schön wie verbissen. Ein kleiner Teufel mit teuflisch schönen Augen. Oder wie Amanda Knox ein Engel mit Eisaugen. Ohne Vorwarnung und mitten im Liebesspiel schnappt die Kuh über. Ständig. Ich tippe auf bipolare Störung. Wie eigentlich alle Katzen. Oder das Biest hat einfach einen an der Klatsche. Natürlich kriegt sie trotzdem endlose Streicheleinheiten, wird getragen wie ein Baby, liebevoll umgarnt und zärtlich durchgeschmust. Ständig. Bis sie eben zubeisst. Die Sau. Ein schönes Beispiel dafür, dass es die Schönen einfach einfacher haben im Leben. Gäll, Sue.

    Die Sevan-Halbinsel samt Kirche aus dem zehnten Jahrhundert ist aber auch schön. Ein Grüppchen Asiaten ist auf der Suche nach dem perfekten Insta-Pic, was irgendwie mein Interesse weckt. Wieso weiss ich nicht. Mir ist wohl langweilig vom ständigen Warten auf Insta-Sue, die immer und überall das perfekte Pic sucht. Die fernöstliche Dame in weiss bewegt sich theatralisch in Richtung der tief stehenden Sonne und wird ziemlich geblendet. Die Anweisung vom Fotografen lässt daher eine gewisse Unzufriedenheit mit dem Gesichtsausdruck vermuten: "Open your eyes!" ... Als ob das nicht schon lustig genug wäre - was keine Beleidigung asiatisch schmaler Augen sein soll, sondern reine Szenenkomik, die alle Beteiligten zum Lachen bringt - versucht sie tatsächlich mit aller Macht, entgegen der Natur und trotz Sonne ihre Augen weit aufzureissen. Total amüsant. Wir bekommen in der Folge nämlich lediglich ihren weit aufgerissenen Mund zu sehen. Topmodel eben. Bestimmt ein ganz tolles Insta-Pic geworden.

    Dilijan markiert das Ende unserer Armenien-Rundreise. Man nennt den Ort auch "the Armenian Switzerland". Wieso weiss ich nicht. Cervelat habe ich auf jeden Fall keine gefunden. Verdammte Frechheit. Wir fühlen uns aber auch sonst nicht gross an die Schweiz erinnert. Ausser vielleicht bei der Service-Freundlichkeit in unserem Hotel. Die könnte man durchaus als ein bisschen Schweiz bezeichnen. Ziemlich grumpy und rüpelhaft eben. Ausserdem erinnert der lokale Rummel wieder einiges mehr an Prypjat als an Davos oder Engelberg. Unsere kleine Tageswanderung ist trotzdem schön, die Vegetation sogar ein wenig wie in der Schweiz. Aber nur ein wenig. Und damit ist auch schon wieder Schluss mit Armenien. Schön wars. Aber jetzt fahren wir zurück nach Georgien. Der Drang nach Ajaruli Khachapuri ist einfach zu stark. Verdammtes Käsebrot.
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  • Day15

    Dilijan

    July 24, 2018 in Armenia ⋅ 🌙 21 °C

    Es geht in der Mittagshitze über Feldwege, die immer überwucherter werden, nach oben. Man kommt zu einer Wiese, die den Blick in die Weite und auf den hohen Berg zu meiner Rechten frei gibt. Ausser dass mich eine Gruppe von etwa zwanzig joggenden Jungs überholt ist hier sonst niemand. Kühe und ein Plumsklo gibt es noch, mitten im Nirgendwo. Leider gibt es scheinbar kein Weiterkommen kurz nachdem ich an diesem Weiher vorbeigelaufen bin. Hmmmm. Die Karte zeigt keinen Weg an, die Pfeile gibt es nicht mehr, das Gestrüpp ist sehr dicht. Dann halt umkehren. Jetzt, wo ich den Weg kenne, fühlt es sich sehr gut an, völlig alleine hier mitten in Wald und Wiese unterwegs zu sein! What a nice walk in the woods!Read more

  • Day14

    Yeyervan-Sevan-Dilijan

    July 23, 2018 in Armenia ⋅ 🌧 19 °C

    Früh am Morgen laufe ich durch das leere schöne Yerevan zur Bushaltestelle. Leider verpasse ich den richtigen, da ich zu sehr gezögert habe, ob die Wegbescheibung der Haltestelle passt. Aber passt, und ne halbe Stunde später kommt der Bus wieder. Für den Weg aus der Stadt zum Nordbahnhof brauchen wir 40min. Die Strassen haben doch einige Löcher, auch wenn es die Hauptroute ist. Dafür habe ich Glück am Nordbahnhof und die Mashrutka nach Sevan fährt direkt los. Neben mir ein Türke, der eine interessante Lesebrille hat, und ein alter Armenier, der die ganze Zeit lächelt oder schläft, und sich mit Zeichensprache mit mir verständigt. Sehr nett. Die Landschaft ist schön. Vulkane im Hintergrund zu beiden Seiten, im Tal Dürre, vereinzelt Büsche am Hang. Viel zu trocken, aber die Farben sind schön. Nach etwa einer Stunde sind wir in Sevan, hier sind die Hügel leicht grüner. Ich finde eine Pizzeria, wo sich die Bedienung via Google Translator mit mir unterhält und ich ihm erklären kann, dass ich gerne meinen Rucksack für ein paar Stunden bei ihnen parken würde, um zum See zu gehen. Das klappt:) bloß der Plan, von hier nach Dilijan weiterzukommen scheint schwierig. Naja. Erstmal laufe ich die 2km zum See. Ich glaube das macht hier sonst niemand. Auf der Seitenstraße geht es durch verlassene oder auch noch bewohnte Baracken Richtung Wasser. WELLCOME to Armenia! Ok, so sieht es also in diesem Land aus. Fühlt sich ein bisschen komisch an auf dem Hinweg. Aber eine Oma lacht mich an. Und irgendwann sehe ich die Autobahn wieder. Und dahinter den See mit Hotels. Schon irgendwie beruhigend.Read more

  • Day14

    Yerevan-Sevan-Dilijan

    July 23, 2018 in Armenia ⋅ 🌧 19 °C

    An der Hauptstraße frage ich nochmal nach einem Bus nach Dilijan. Ein Mann bringt mich zu einer Dame in der Bank, die englisch spricht und mir erklärt, dass ich mit dem Taxi zum Medical Center fahren soll und von da den Bus nehmen soll. Der Mann will das Taxi organisieren. Nach einer Weile hält ein junger Typ, an dessen Karre vorne und hinten die Verkleidung fehlt. Aber er kann gebrochen Englisch. Ich steige ein. Er hält noch irgendwo, kauft sich ne Cola. Fährt dann auf die Autobahn. Hmmm. Er lässt mich an der Kirche raus. Hmmmm. Da wollte ich nicht hin, aber gut. Er wollte kein Geld und hat mich abgesetzt. Und das Auto ist nicht auseinandergebrochen. All good. Dann muss ich wohl zur Kirche gehen. Ein anderer will mich weiterfahren, ist ziemlich nervig, den wieder loszuwerden... Naja. Vielleicht nimmt mich ja jemand auf dem Parkplatz mit. Also erstmal Kirche angucken. Super touristisch hier. Ein Taxifahrer sagt, er würde noch auf zwei Russen warten, dann könnten wir für 5000Dram nach Dilijan fahren. Ok, sind 1000 zu viel, aber es dauert ja alles schon ganz schön lange... Die zwei kommen nicht. Also fahr ich alleine mit. Der Typ scheint nett. Macht gleich mal nach dem Losfahren das Taxilicht vom Autodach ab. Die sind hier eh alle nur zur Zierde beim Parken. Die Fahrt ist ok, die Berge schön. Wir tanken noch zwischendrin. Hier muss man aus Sicherheitsgründen immer aussteigen beim Tanken...ob 2m im Zweifelsfall ausreichen? In Dilijan angekommen sucht er die Hausnummer 102 des Guesthouses, das ich reserviert habe... hatte schon gestern ein blödes Gefühl, da das so weit ausserhalb ist. Die Hausnummer gibt es nicht. Ein anderer Taxifahrer steigt ein und beide wollen helfen. Aber die Nummern hören bei 70 auf. Vielleicht besser so. Er bietet an, mich bei einem Freund mit Guest House unterzubringen. Ich lehne ab und gebe ihm die nächste Hausnummer 10 auf der gleichen Strasse, ebenfalls ein günstiges Hostel, das ich gestern entdeckt hatte. Er setzt mich ab. Vor der Haustür im Hinterhof von Nummer 10 sitzt ein recht zahnloser Mann, der ein paar Worte deutsch kann, da seine Frau deutsch unterrichtet. Nein, das ist sein Haus, aber kein Eco Hostel. Aber ich bin eingeladen, einen Kaffee zu trinken, da es gerade regnet. Ich lehne ab, obwohl er einfach nur nett ist. Er bietet an, dass ich wiederkommen kann, wenn ich sonst keine Übernachtung finde. Wirklich nett. Ich laufe die Strasse lang und ein Ehepaar kommt gerade vom Einkaufen. Sie fragen, ob ich ein Guest House suche, und da sie auch ein Schild vor der Tür haben, schau ich es mir an. Hätte weiterschauen sollen, jetzt penn ich zwar für günstig, aber es müffelt und ist voller Stechmücken. Oh man. Zu viel Abenteuer heute! Morgen zieh ich um. Oder fahr einfach gleich wieder nach Tbilisi? Zum Glück finde ich ein super tolles Cafe, wahrscheinlich das einzige hier. Alle Touris kommen hier her. Genau das richtige, um wieder in der Comfortzone anzukommen und den Regen, der hier jetzt wohl eine Weile hängt, zu überstehen.Read more

  • Day15

    Dilijan

    July 24, 2018 in Armenia ⋅ ☀️ 24 °C

    Nach dem eher anstrengenden Tag gestern, der aber noch in dem schönen Cafe am See endete, wollte ich diesem Ort noch eine Chance geben und bin am Morgen umgezogen. Denn auch die Nacht in dem stickigen Zimmer war eher schrecklich. Zu Glück habe ich das Hostel hier entdeckt, und hier sind viele nette Leute! Schön, endlich mal wieder Reisende treffen! Mit Loec und Hilde aus Holland quatsche ich lange, bevor ich mich aufmache, den Parz See zu suchen. Und einen Kaffee trinken ich noch, in der tollen Cafe-Bar direkt an der Strasse, die meine Stammkneipe wird. Die junge Armenierin nimmt ihren Job sehr ernst, es gibt drei verschiedene Aufbrüharten. Und da man direkt an der Strasse sitzt, laufen dauernd Leute vorbei, die man kennt.
    Die Wanderung führt die Dorfstrasse hoch, der Ausblick auf die Berge wird immer besser.
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  • Day15

    Dilijan

    July 24, 2018 in Armenia ⋅ ⛅ 18 °C

    Man hört nichts ausser das laute Zirpen der Grillen, die Vögel und den Wind! Freiheit! Durch den Drunken Forest geht's wieder zum Hostel, wo wir mit Chris und Leonie Wizzard spielen. Ein Franzose erzählt von seiner Weltumrundung mit dem Fahrrad. Drei Jahre hat er gebraucht, wobei er ein Jahr davon in Neuseeland war. Wow. Ich werde immer so inspiriert von den Erzählungen der ganzen Menschen, die ich treffe. So eine nette Gruppe hier! Ich bleibe noch ne Nacht.Read more

  • Day17

    Dilijan

    July 26, 2018 in Armenia ⋅ ⛅ 19 °C

    Das war ein krasser, ereignisreicher Tag! Beim Frühstück unterhielt ich mich mit einer Italienerin, die die letzten Monate auf Lesbos gearbeitet hat. Die Insel läuft über, man muss drei bis vier Monate warten, um mit einem Psychologen oder Arzt reden zu können. Sehr viele versuchen sich umzubringen. Alle Frauen, mit denen sie gesprochen hat, wurden vergewaltigt und teilweise verstümmelt. Das ahnte ich ja alles, aber es ist total krass, das von einer Frau zu hören, die gerade dorther kommt. Was kann ich tun? Wie will ich mein Leben leben? Irgendwie lässt mich das in den letzten Wochen zweifeln und verzweifeln. Vielleicht doch in diesem Bereich arbeiten? Südpol oder nicht? Wir reden lange über deutsche, italienische und österreicher Politik. Aber irgendwie fühlt man sich machtlos, wenn man sich ständig nur mit Leuten unterhält, die sowieso ähnlich denken. Wie erreicht man die anderen?

    Mit Leonie und Chris breche ich auf, wir wollen in Richtung Kloster wandern. Direkt am Anfang führt uns ein Opa über seine Weide zu einem anderen Weg und gibt uns zu verstehen, dass wir unsere Route nicht machen können, da puff puff dort. Ok. Wir gehen durch lila grüne Felder den Berg hoch. Stehen irgendwann mitten im Militärübungsgebiet, was sich etwas komisch anfühlt. Aber irgendwie müssen wir hier durch. Ein Auto kommt uns entgegen, wir folgen dessen Spuren. Keine Ahnung, wie das die steilen Wege hochkommt. Und wieso es das überhaupt will. Hier gibt's nichts als Bäume. Komischerweise geht die Spur irgendwann senkrecht zwischen den Bäumen den Wald hoch und verschwindet. Was zur Hölle hat das Auto da gemacht? Wir rätseln lange. Scheinbar ist es an der Stelle umgedreht. Denken wir uns sehr viel später. Wir gehen weiter, ohne Weg, quer durch den Wald. Was immer schwieriger wird, da man die Bergausläufer immer wieder über Felsen und Bächen hoch und runter muss. Wir wollen nur runter, aber das geht zum Teil nicht. Es dauert etwa zwei Stunden, 500 Höhenmeter runterzukommen. Wir versuchen es teils im Bach, teils über die Felsen. Was ein Abenteuer. Zum Glück sind wir drei ne tolle Gruppe und es ist noch recht früh am Mittag.
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Khanjyan

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