Canada
Satellite Reef

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10 travelers at this place

  • Day23

    Nanaimo

    July 23, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 20 °C

    Mit 90‘000 Einwohnenden ist Nanaimo (= „gathering place“ in der Sprache der ursprünglich hier ansässigen Indianer) die grösste Stadt auf Vancouver Island. Sie hat ihren Ursprung 1852, als hier mit dem Kohleabbau begonnen wurde.

    Auf dem Weg hierher haben wir einen Abstecher in den Butchart Garden nördlich von Victoria gemacht, ein wunderschöner Blumenpark, der eine gewisse Jennie Butchart von 1904 an in ein unwirtliches Gebiet hinein angelegt hat. Sie liess sich dabei von berühmten Gartenbauern ihrer Zeit beraten. Er wird jährlich von fast einer Million Menschen besucht. Die Bilder unten, so glaube ich, sprechen für sich.

    Morgen nehmen wir es etwas gemütlicher und schauen uns etwas in und um Nanaimo um, bevor es dann ab übermorgen in langen Autofahrt-Tagesetappen nach Jasper geht.
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  • Day24

    Nanaimo II

    July 24, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 19 °C

    Die 1670 in London gegründete Hudson Bay Company (HBC) wurde durch König Charles II. mit den exklusiven Handelsrechten für den gesamten Zuflussbereich der Hudson Bay ausgestattet, was etwa 40% des heutigen Kanada ausmachte. 1849 erstattete Königin Victoria der HBC die gleichen Rechte auf der Vancouver Island. Im Falle der Vancouver Islands ging es vor allem um den Handel mit den Erträgen der Minen in diesem Gebiet. Um den Handelsposten der HBC in Nanaimo gegen Angriffe vor allem von der See her zu schützen, baute diese 1853 die sog. „Bastion“, ein hölzerner Wehrturm, der als eine Art Burgfried Zuflucht für die in der Umgebung lebenden Händler bot, von dem aus man aber auch Schiffe beschiessen konnte, die in feindlicher Absicht in den Hafen eindringen wollten.

    Die Bastion steht heute noch und kann besichtigt werden. Davor stehen zwei Sechspfünder-Kanonen. Jeden Tag um 12 Uhr mittags wird von der einen Kanone in einer historischen Nachinszenierung ein Böllerschuss abgefeuert. Eine nette Tradition in dieser historisch und architektonisch nicht so viel bietenden Stadt.

    Nachdem wir dieser Zeremonie beigewohnt hatten, fuhren wir mit einer kleinen Fähre auf die vor der Stadt liegenden Newcastle Island, eine unbewohnte und bewaldete Insel mit wunderschönen Spazierwegen. Wir wählten den Weg, der die ganze Insel dem Meer entlang umrundet, und kamen somit zu einem wohltuenden zweistündigen Spaziergang.
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  • Day25

    In Nanaimo auf Vancouver Island

    July 29, 2019 in Canada ⋅ ⛅ 19 °C

    Durch den Ironman haben wir die Stadt Whistler gar nicht mehr gesehen. Die Landschaft dort hat uns sehr gut gefallen und die Landschaft auf der Fahrt zur Fähre in Vancouver war auch sehr schön. In der letzten Nacht hatten wir dann doch noch zwei Zimmernachbarinnen - aus der Nähe von Birmingham, wo ich vor 30 Jahren als Au pair war. Die beiden waren frisch gebackene Lehrerinnen - die eine für Englisch und die andere für Geografie - ist das nicht witzig? Als ich sagte, dass ich beide Fächer unterrichte, meinte die eine, das seien doch zwei absolut unterschiedliche Fächer (so nach dem Motto - wie geht das denn???). Die Lehrerausbildung in England ist scheinbar noch genau so, wie ich sie vor 25 Jahren im Auslandssemester kennen gelernt habe: Man studiert ein Fach - ist dann darin Spezialistin und macht dann ein Jahr lang eine Lehrerausbildung - und ist dann nach nur 4 Jahren fertige Lehrerin. Auch gut.
    Auf der Fähre begann nach ca. 45 Minuten eine Infoveranstaltung über Lachse und wie man umweltbewusster leben kann. Ein Coastal Environmentalist leitete die Veranstaltung sehr Kind- und auch Erwachsenengerecht. Jedenfalls fühlte sich das Kind in mir absolut angesprochen, als Tyler über die 'super power' der Lachse sprach. 1. Super-Power: Wenn Lachse schlüpfen, schaufelt ein erwachsener Lachs Kies über sie, damit sie geschützt sind. Damit sie nicht auf Nahrungssuche gehen müssen, verfügen sie über einen kleinen Beutel am Bauch, ein Nahrungsdepot, aus dem sie schöpfen, bis sie groß genug sind, um aus ihrem Kiesbett herauszukommen.
    2. Super-Power: Lachse haben 'Querstreifen', die sie nahezu unsichtbar werden lassen, so sehr können sie sich damit der Umgebung anpassen - außerdem können sie sich farblich anpassen.
    3. Super-Power: Lachse können von Süßwasser, den Flüssen, in denen sie geboren werden, ins Salzwasser überwechseln. Auf der Erde gibt es ungefähr 30.000 Fischarten - Süß- und Salzwasserfische zusammen gefasst - davon verfügen nur ca. 300 über diese 'super-power'. Außerdem können Lachse dann, wenn sie sich im Nahrungsreichen Ozean so richtig groß gefuttert haben, wieder ins Süßwasser zurück, also in den Fluss, an den Ort, an dem sie geboren sind - und das geht, weil Lachse sich den Geruch des Flusswassers merken, aus dem sie stammen.
    Wie können wir jetzt die Lachse schützen? Indem wir Fisch kaufen, der das Ocean Wise Zeichen trägt, indem wir zu Hause nur wenig und Bio-Reiniger nutzen, indem wir unsere Einkaufstüten mehrmals benutzen.
    Am Ende des Vortrags hat sich der Umweltschützer Tyler ein rotes Cape umgehängt und gefragt, wer von den Anwesenden ein paar der Tipps befolgen könne. Da gingen die Arme hoch. Dann die Frage: Und wer möchte einmal das rote Cape anziehen? Die Kinder waren begeistert. Und ich auch. So eine schöne Unterrichtsstunde über Lachse und ihre super power. Die Umweltschützer versuchen, auf so vielen Fährüberfahrten wie nur möglich, solche Informationsveranstaltungen anzubieten, zu unterschiedlichen Themen - und ich habe die Erlaubnis, ein Foto von Tyler in meinen Blog zu stellen :-)
    Die Herberge in Nanaimo ist sehr nett - mit einem großen sehr ansprechend gestalteten Küchen- und Aufenthaltsbereich, in dem wir gerade mit 10 anderen, vor allem sehr jungen (vor allem deutschen) Gästen sitzen. Ella und Dirk spielen Rommé und ich schreibe. In dem Ort selbst sind laut Dirk doch auch einige recht 'fertige' Leute. Obdachlose haben wir hier im Land überall gesehen - leider. Das passt nicht zu dem sonst so schicken Kanada. Es gibt eben auch diese andere Seite. Aber hier sehen einige Leute nicht wie Obdachlose, sondern ganz einfach wirklich 'fertig' aus. Der 'Herbergsvater', der uns heute ins Painted Turtle Hostel aufgenommen hat, arbeitet erst seit Neuem hier. Er ist US-Amerikaner und möchte hierbleiben. Er schreibt ein Buch über das Rechtssystem in den USA, das er scheinbar gut kennt. Er meinte zu mir, man müsse dort die richtige Hautfarbe haben und sei ganz schnell auch draußen aus dem System, da bräuchte nur ein Unglücksfall in der Familie dazwischen kommen, oder man würde so mir nichts dir nichts den Job verlieren - und die Polizisten in den USA seien nicht dazu da, um den Leuten zu helfen, sondern sie seien vor allem gut an der Schusswaffe ausgebildet. Auch hier in Nanaimo gäbe es Frauen, die ganz normal aussehen würden, aber neben den kleinen Einfamilienhäusern in einem Zelt übernachten würden, weil sie aus dem System geflogen sind. Als hier ein Job im Hostel frei wurde, hat er gleich gesagt, das wolle er gerne machen. Er ist wohl so alt wie Dirk.
    Morgen wollen wir in die Hauptstadt Victoria fahren und auf der Fahrt dorthin an einem Strand anhalten. Allerdings ist es hier gerade nicht so warm wie in Deutschland - nur 21 Grad - zum Land kennen lernen gerade richtig.
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