Chile
Lo Contador

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86 travelers at this place:

  • Day107

    Sprachlos in Santiago

    April 14 in Chile ⋅ 🌫 16 °C

    Gegen 14 Uhr mittags steigen wir am Flughafen von Santiago in den Shuttle Bus Richtung Innenstadt ein. Bisher läuft doch eigentlich alles wie am Schnürchen: am Check-In in Auckland wurde ohne Probleme unser nicht ganz „echtes“ Weiterflugticket aus Chile akzeptiert (siehe Erklärung unten), Susi hat es im Flieger geschafft ihre Sitznachbarin zu einem Plätzetausch zu überreden (damit ich ihr während des langen Flugs Händchen halten kann 😊) , der Flug war bis auf den Start ausgesprochen ruhig (ich konnte sogar ausnahmsweise mal ein paar Stunden schlafen), wir haben in Santiago sofort unser Gepäck bekommen, keinerlei Probleme bei der Gepäckkontrolle und beim Immigration Schalter gehabt und schließlich sofort den Shuttlebus gefunden.

    Eigentlich kann ja jetzt nichts mehr schief gehen... trotzdem sagt mir mein Bauchgefühl, diesmal vielleicht ein klein wenig zu optimistisch in diesen nächsten Reiseabschnitt gestartet zu sein. Als Vorbereitung habe ich nicht viel mehr gemacht als mal ein Stündchen den Chile Reiseführer zu überfliegen, um nichts absolut Essentielles zu missachten. Meine wesentliche Grundannahme beruht allerdings darauf, in einer inzwischen internationalen Metropole wie Santiago mit Englisch ohne größere Probleme durchzukommen. Denn wir sprechen nicht ein einziges Wort Spanisch. Ich merke leider allzuschnell, dass meine Annahme auf ganz wackeligen Füßen steht... bereits am Flughafen vermisse ich etwas wie einen Infoschalter mit englischsprachigem Angestelltem, unser Busticket können wir auch nur bei einem alten Chilenen über Handzeichen kaufen, im Bus macht der Busfahrer ständig irgendwelche unverständlichen Durchsagen. Ich vermute, dass er die Haltestellen nennt, bin aber dann doch verunsichert als nach einer Durchsage plötzlich 80% der Fahrgäste den Bus verlassen. Haben wir was verpasst? Wir bleiben sitzen, scheint auch zu passen.

    Tatsächlich kommen wir zum Bahnhof, wo wir in die Metro umsteigen müssen. Aber wo ist denn jetzt der verdammte Eingang zur Metro? Nachdem wir die Straße dreimal auf und ab laufen, frage ich schließlich mit Händen und Füßen eine Polizistin nach dem Weg. Ich meine etwas wie „drei Straßen weiter nach rechts“ aus ihrem Fingerzeig herauszulesen. Tatsächlich: da ist die Metrostation! Aber wie funktioniert das jetzt mit den Tickets? Wir scheinen eine aufladbare Karte kaufen zu müssen. Also auf zum Verkaufsbüdchen. Meine Frage zur netten Dame am Schalter „Do you speak English?“ hätte ich mir sparen können, verlegenes Lächeln. Also erneut Einsatz von Handzeichen und fröhliches Wortegestammel (ich versuche ein paar Begriffe zu verwenden, die ich vom Hinweisschild am Schalter ablese). Yippee, wir bekommen tatsächlich eine Karte und diese ist für zwei Fahrten aufgeladen. Auf zur Metro. Kurz darauf bin ich verwirrt, warum wir eigentlich nur eine Karte für zwei Personen bekommen haben. Das kann ja eigentlich nicht funktionieren, da man wie in europäischen Metros am Eingang durch ein Drehkreuz laufen muss. Also nochmal zurück, um eine zweite Karte zu kaufen. Ich gehe bewusst an einen anderen Schalter, ist mir zu peinlich nochmal bei der gleichen Dame aufzutauchen. Gleiches Spiel wieder: Handzeichen, Wortfetzen, Geldübergabe... Check, ich habe meine zweite Karte. Jetzt kann es wirklich losgehen. Klappt alles, 9 Haltestellen später sind wir am Ziel.

    Unsere Unterkunft ist nur wenige Minuten von der Metrostation entfernt: Ein Apartment in einem Hochhauskomplex, gebucht über AirBnB. Den Schlüssel bekommen wir angeblich beim Concierge. Der Eingang ist etwas unscheinbar, aber die Hausnummer stimmt und einen Concierge gibt es auch. Also, auf zur Zielgeraden. Zu früh gefreut: Der etwas grimmige Concierge spricht auch wieder mal kein Wort Englisch. Wir versuchen ihm zu erklären, in welches Apartment wir wollen und zeigen ihm unsere Bestätigung von AirBnB. Hoffnungslos, sein Kollege eilt herbei und weist uns ebenfalls ab. Wir meinen beide zu verstehen, dass wir im falschen Gebäude sind. Mit gesenkten Köpfen ziehen wir wieder ab. Was nun? Haben wir vielleicht die falsche Adresse bekommen? Man darf nicht vergessen, dass wir zu diesem Zeitpunkt inzwischen mehr als 24 Stunden auf den Beinen sind und uns auch so langsam etwas die Power ausgeht. Internet habe ich auch noch keins, denn unsere Handykarte funktioniert ja nicht mehr in Chile. Wir suchen uns ein McDonalds mit FreeWifi und kontaktieren unseren Gastgeber von AirBnB. Ich rechne mit dem Schlimmsten, dass ich vor dem Abend keine Antwort bekommen werde, aber zu unserem Glück erhalten wir innerhalb von 5 Minuten Rückmeldung. Adresse stimmt und ich bekomme eine Nachricht auf Spanisch zugeschickt, die ich dem Concierge zeigen soll. Also nochmal zurück zu unserem grimmigen Freund, dem ich mit einem selbstbewussten Lächeln die Handynachricht vor die Augen halte. Wenige Sekunden später öffnet er wie selbstverständlich eine Schublade, zieht einen Umschlag hervor und schiebt ihn wortlos zu uns herüber: Es ist der tatsächlich unser Schlüssel!!! Etwas ratlos, was vorhin schief gegangen ist (waren unsere Handzeichen und Wortfetzen wirklich so unverständlich???), aber auch überglücklich endlich angekommen zu sein, treten wir in unser Apartment ein und fallen geschafft aufs Bett. Wir sind in Santiago!!!

    Was uns in den ersten Stunden unsere letzten Kräfte geraubt hat, wird uns auch die nächsten Tage noch einige Energie und Geduld kosten. Wir sind nicht mehr in Australien oder Neuseeland, wo die Sprache keinerlei Hindernis war. Santiago ist eine verhältnismäßig moderne Stadt, vergleichbar mit europäischem Standard und guter Infrastruktur. Nur Englisch sprechen zu unserem Leid leider nur die wenigsten. Erschwerend kommt hinzu, dass die Chilenen ein extrem schnelles Spanisch sprechen (wie mir inzwischen gesagt wurde haben selbst spanische Muttersprachler in den ersten Tagen hier teilweise Verständnisprobleme). Es ist praktisch unmöglich für uns, auch nur relativ einfache Phrasen zu verstehen, was jede noch so kleine Interaktion zu einer echten Herausforderung macht. Beim Bezahlen im Lokal oder Supermarkt werden wir gefragt, ob wir bar oder mit Karte bezahlen wollen, ob wir eine Quittung brauchen, ob wir eine Tüte möchten, ob es geschmeckt hat, ob wir Zucker oder Milch in den Kaffee wollen, wie wir heißen, ob wir das Essen mitnehmen wollen oder im Lokal essen, und und und.... jede dieser so einfachen Fragen erzeugt in den ersten Tagen zunächst bei uns nur Fragezeichen, wir sind sprachlos, wie gelähmt und sehen wahrscheinlich aus wie Idioten, während uns die zum Glück meist sehr freundlichen Chilenen mit fragenden Gesichtern anstarren. Irgendwie klappt es ja dann doch immer. Okay, manchmal wollen wir Hühnchen bestellen und bekommen doch Shrimps, manchmal treten wir mit vollem Selbstbewusstsein auf um einen einzelnen Hamburger zu bestellen und wandern am Schluss doch mit zwei Super-Maxi-Menüs an unseren Tisch und viel zu oft sagen wir wahrscheinlich „Si“, wenn wir eigentlich besser „No“ sagen sollten (ohne überhaupt jemals zu erfahren, was wir da eigentlich gefragt wurden). Es ist eine harte Erfahrung, aber auch auch eine gute Erfahrung einmal zu spüren, wie es ist, in einem fremden Land zu sein ohne sich anständig verständigen zu können. Doch wir stecken den Kopf nicht in den Sand, wir wollen das Land, die Leute, die Kultur und das Essen wirklich kennen lernen. Wir beginnen so gut es geht in die Sprache einzutauchen, schlagen Begriffe nach, lernen einfache Sätze, fragen uns gegenseitig ab. Es ist ein zäher Prozess, aber für jeden noch so kleinen Fortschritt feiern wir uns. Und da ich zumindest auch ab nächste Woche mit meinem Spanischkurs anfange, muss die Erfolgskurve dann eigentlich wie eine Rakete steigen... 😉

    Die ersten Tage verbringen wir allerdings zum Glück nicht nur ausschließlich mit Konversations-Akrobatik. Wir wollen natürlich auch Santiago entdecken, einen Eindruck von der Stadt an sich bekommen. Wir durchwandern bei wunderschönem Sonnenschein den riesigen Stadtpark Santiagos, fahren bei starkem Smog (gehört auch zu einer Millionenstadt dazu) auf den berühmten Aussichtsberg Sankt Cristobal, besuchen einen lokalen nichttouristischen Markt in einem etwas runtergekommenen Stadtteil (wo man von Waschmaschinen, Motorteilen, Fenstern und Türen, Klavieren über Spielzeug, Verbandsmaterial, Schmuck, Antiquitäten bis hin zu Kleidung und Essen praktisch alles kaufen kann), dürfen zuschauen, wie Südamerikaner auf offener Straße temperamentvoll tanzen, essen unsere ersten Empanadas und trinken unseren ersten Piscola und Mote con Huesillo (chilenisches Erfrischungsgetränk). Santiago hat definitiv seine schöne Ecken, aber man muss sie finden, es ist kein typisches Touristenziel, wo man einfach eine Liste von Sehenswürdigkeiten nacheinander abarbeitet und es ist schon gar nicht eine Stadt, die man in 1-2 Tagen erkundet. Santiago ist definitiv anders als die Städte unserer bisherigen Reise und zum Glück haben wir noch einige Tage Zeit, um uns in diese Stadt verlieben zu können 🥰

    Anmerkung zum Weiterflugticket: Für die meisten Länder muss man bei der Anreise ein Weiterflugticket aus dem Land nachweisen, um ein Visum zu erhalten. Da wir meist noch nicht unser nächstes Reiseziel festlegen wollen, ist das für uns eine ziemlich doofe Regelung. Zum Glück gibt es einen Internet-Service, der für einen Gültigkeits-Zeitraum von 48 Stunden gegen eine kleine Gebühr ein günstiges Ticket bereitstellt. Sicher nicht im Sinne des Erfinders, aber wesentlich günstiger und flexibler für uns, als im Voraus ein „echtes“ Ticket zu kaufen und später umzubuchen 🙂
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  • Day32

    Der Abspann

    March 21, 2018 in Chile ⋅ 🌙 13 °C

    Eigentlich bin ich mit der Reise am Ende. Die ungewollte Verkürzung im Cajón sollte mich nun zum vielempfohlenen Stadtspaziergang durch Santiago führen.
    Die Hauptstadt war bisher für mich nur Versorgungsstation und notwendiges Übel. Ich fahre ja auch nicht nach Berlin wegen der Luft. Nähere Recherchen ergaben durchaus zwei ansatzweise reizvolle Ziele: Den Cerro St. Lucia und den Cerro San Cristóbal. Den ersten Hügel umrahmt eine Parkanlage, die für ein gastronomisches Event geschlossen ist. Kenne ich schon. Kann ich mit umgehen. Dafür habe ich dann den Cerro San Cristóbal nicht auf der Normalroute sondern weglos und allein erklommen. Diesmal waren Erfahrung und Fingerfertigkeit gefragt. Der Ausblick auf die Stadt erscheint dem Kenner einzigartig und eröffnet neue Perspektiven, dem Wanderer als Moloch, der in klarem Kontrast zu der östlich aufragenden Bergkette steht. Ich erinnere mich gern an das Wochenende auf dem Cerro de la Cruz. Unten bereiten die Gastronomen im Barrio Bellavista das kommende Nightlife vor. Das Leben auf den Märkten mag ich. Gern genieße ich die Gerüche an den Fischständen. Die Gemüsehändler haben ihre Waren sorgfältig gestapelt. Ich möchte am liebsten darin schwimmen.
    Am Schluss noch das Museo precolumbino mit sehenswerten Artefakten des Kontinents aus der Zeit vor der europäischen Entdeckung.
    Nicht zu übersehen für einen Tagestouristen sind die Dinge, die hier nur schwierig funktionieren oder nicht. Ich fühle mich immer wieder herausgefordert, um Prozesse zu verbessern, weil das so einfach wäre. Aber das will hier keiner wissen. Und ich bleibe sprachlos. Vielleicht muss ich auch einfach mal wieder weiter.

    Und was wird dein nächster Weg sein?
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  • Day3

    Santiago & Cerro San Cristóbal (Chile)

    September 24, 2018 in Chile ⋅ ⛅ 13 °C

    Hoppla, hab mich direkt mal verlaufen und bin spontan 1.000 Höhenmeter auf den Cerro San Cristóbal gelaufen! Wollte eigentlich nur auf den 450 m hohen Berg, aber der Weg hat sich gelohnt! Heute ist es leider wesentlich bewölkten als gestern, aber der Blick auf die schneebedeckten Anden ist dennoch beeindruckend!

    Gestern bin ich gut in Chile angekommen! Der Flug hat erstaunlicherweise trotz sehr kurzen Umsteigezeiten in Madrid und São Paulo sehr gut geklappt! Nachdem ich dem Taxi Fahrer wohl sein Abendessen inkl.5köpfiger Familie für die nächste Woche gezahlt habe, hab ich die Umgebung 2 Stunden erkundet und 12 Stündchen gepennt! Das Hostel ist klasse: sauber, riesig und viele nette Menschen mit tollen Tipps!

    Heute Abend gehe ich dann mit einem DLL Kollegen aus Chile Abend essen und hole mir weitere Tipps :) das macht DLL wohl aus! Freu mich sehr auf die kommende Zeit und bin jetzt wohl da angekommen wo ich die letzten 3 Jahre hinwollte :)
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  • Day201

    US Embassy, Santiago de Chile

    February 28 in Chile ⋅ ☀️ 17 °C

    Hola,

    hätten wir uns ja auch nicht vorstellen können, dass wir während unserer Reise in einem Consulat Platz nehmen dürfen und dann auch noch in dem der USA. Naja, unerwartete Dinge und Planänderungen gehören nun mal zum Alltag einer langen Reise. Am besten macht man sich auch keine großen Pläne, das ist stressfreier! In unserem Fall raubt es uns doch schon unsere Nerven.

    Wie haben wir eigentlich unsere Tickets für den Besuch in unser guten deutschen Botschaft und die der Amis erworben?

    22. Februar 2019, wir kommen mit dem Nachtbus aus Temuco nach Santiago und wollen uns für unsere verbleibenden 9 Tage in Chile eine Auto mieten, mit dem wir etwas flexibler sein können, als mit einem Bus. Wir wollen noch ein paar Tage an die Pazifikküste zum Schwimmen und in die Weinregion südlich von Santiago, um uns einen leckeren Pisco Sour zu gönnen.

    Nachdem wir unser erstes Auto wegen defekter Beleuchtung gerade wieder zurück geben mussten, geht es nun mit einem neuen schnuckeligen Kleinwagen an der Mietstation am Internationalen Flughafen in Santiago los. Mit im Gepäck: Eine Reifenversicherung ;-)

    Es ist ein bisschen Konfus, denn das Mautsystem ist nicht sonderlich verständlich und wir halten erst kurz an einer Zahlstation, bevor wir uns doch entscheiden das fahrzeuginterne automatische Abrechnungsystem zu nutzen. Wie es aussieht sind wir auch nicht die einzigen Touris, denn mit uns hält hier noch ein weiteres Auto, welches wohl nicht so recht weiß, wie das hier funktioniert! Naja, weiter geht's...
    ... als nach kaum 1 km der Verkehr etwas staut, sehen wir, daß hinter uns der Fahrer eines Autos aussteigt und zwischen unseren beiden Autos irgendetwas macht. Wir denken uns nichts großes dabei und es geht auch schon gleich weiter auf die Autobahn. Endlich freie Fahrt Richtung Süden :-) Oder auch nicht! Plötzlich leuchtet die Warnanzeige für den Reifendruck auf! Na Klasse, das fängt ja schon mal gut an. Noch keine 2 Kilometer haben wir geschafft und noch bevor wir erkennen, dass unser Reifen hinten links vollkommen Platt ist, fängt links neben uns auch schon ein Auto wild an zu Hupen und der Beifahrer zeigt auf unser Hinterrad. Anhalten? Hier? Völlig unmöglich! Die Autobahn ist in unsere Richtung allein 4-spurig und richtig voll! Wir fahren langsam noch etwa 1 km bis ein Auto vor uns fährt und uns mitzuteilen versucht, daß wir hier rechts raus fahren könnten und sie würden uns helfen. Wir fahren ab und parken auf einem breiten Randstreifen. Das andere Auto hält ein gutes Stück vor uns. Es steigen 2, oder 3 Leute aus. Einer bleibt im Auto sitzen. Mit Warnwesten bekleidet wuseln sie plötzlich überaus hilfsbereit um uns herum, wollen unser Ersatzrad aus dem Kofferraum holen, oder unser Gepäck aus dem Kofferraum auf die Rücksitzbäcke räumen. Als einer dieser Warnwestenmänner unbedingt mit einem von uns gemeinsam das Warndreieck schön weit entfernt von unserem Auto aufstellen will, merken wir, daß die 'Dreck am Stecken' haben! Immer schön Ablenken ist die Devise. Die wollen an unser Gepäck! Ariane versteckt schnell noch meinen Geldbeutel mit Pass unter der Fußmatte und schließt schnell das Auto mit dem Funkschlüssel ab... Klick! Alles sicher...! Wir machen deutlich, daß wir keine Hilfe benötigen und machen uns dann an das Reifenwechseln. So wirklich lassen die Typen jedoch nicht locker, schleichen immer noch umher und wir können die Situation nicht vollkommen überblicken... Und plötzlich ziehen sich die 'Helfer' zurück und verschwinden mit ihrem Auto. "Die Türen sind auf!", "Sch....!", "Die haben uns beklaut!"

    Uns spielte die Technik einen Streich, denn mit offenem Kofferraumdeckel schließen die Seitentüren nicht, wenn man den Knopf am Schlüssel drückt! "Die Drecksäcke haben uns beklaut!", höre ich Ariane rufen, "Meine Reisepapiere sind weg! Sch...., sch...., sch....!"

    Und dann läuft alles seinen Weg... Polizei rufen, Reifen wechseln, zur Anzeigeaufnehmen ins Präsidium, zurück zur Autovermietung und und und! Wir sind gerädert und lassen alles Revue passieren! Wir realisieren erst später was passiert ist und wie es passieren konnte: Sind wir doch direkt schon hinter der Autovermietung von einem Mann gefragt worden, wie denn der Weg in eine bestimmte Stadt wäre - und gleich die zweite Frage: wo wir her kämen. Dabei wurde unser Auto mit Inhalt schon gescannt. Die vermeintlichen Touristen, die mit uns an der Mautstelle seltsam gefahren sind, waren bereits unserer "Helfer" und der Mann, der während des Staus zwischen unseren Autos war, hat uns mit einem Messer den Hinterreifen zerstochen! Eine organisierte Sache, von Anfang bis Ende. Dabei haben die Typen jetzt nicht einmal großen Erfolg gehabt, denn außer Arianes Reisepass, einer Kreditkarte, wenig Bargeld war nicht viel im Rucksack. Für uns bedeutet dies nun jedoch mächtig Aufwand und es kostet viel Nerven.

    Habe ich doch noch in der Woche vor unserem Abflug von zu Hause André cool und lässig erzählt, dass ich in einem Forum gelesen hätte, dass auf einer solchen Reise jeder mal überfallen, oder beklaut würde. Dabei habe für mich gedacht, ja ja, uns passiert das nicht, wir passen ja auf! Fahren wir 7 Monate durch die verrücktesten Länder Südamerikas und nichts passiert...

    Naja, eilig haben wir es jetzt erst mal nicht mehr, denn es ist mittlerweile Freitagnachmittag und die deutsche Botschaft macht erst am Montag ihre Türen wieder auf. Wir machen uns für Montag eine Todo-Liste und fahren mit unserem nun dritten Mietauto an einem Tag nach 'Valparaiso' an die Pazifikküste, legen uns an den Strand, gehen Schwimmen und sehen uns die Stadt an. Wir können am Wochenende eh nichts bewegen. Den Kopf bekommen wir nach diesem Erlebnis jedoch nicht frei!

    Montag, 25. Februar 2019, wir haben einen Termin für heute bei der Deutschen Botschaft im Internet vereinbart, um einen vorläufigen Reisepass zu beantragen. Die Formulare haben wir bereits am Wochenende organisiert und ausgefüllt, Passfotos machen lassen und und und. Stellen aber vor der Tür fest, dass ich im noch verwirrten Kopf einen Termin für den 25. März 2019, statt Februar, vereinbart habe... Mist! Wir werden dennoch sehr freundlich empfangen und bekommen den Ersatzpass schon für Dienstag in Aussicht gestellt :-)

    Jetzt wird es jedoch dolle: Haben wir doch vor einigen Wochen für den kommenden Montag einen Flug über San Francisco nach Hongkong gebucht und stellen nun fest, daß man mit einem 'Vorläufigen Reisepass' nicht einmal zu Zwecken des Transits in die USA reisen darf. Dies geht nur mit Visum und ein US-Visum können wir nur beantragen, wenn der neue Pass vorliegt, grrrr! Und die Krönung folgt: Teilt uns die deutsche Botschaft mit, dass ein US-Visum etwa 7 Tage dauert....
    ...das wird nix! Benötigen wir das Visum doch bereits am Freitag, um den Flug überhaupt am Montagmorgen um 6:00h nehmen zu können, grrrr!

    Wir wollen es nicht unversucht lassen: Visum beantragen steht auf dem Plan. Wir suchen uns ein Plätzchen, an dem wir Internet haben und Sachen ausdrucken können! Und?! Siehe da, Ariane muss dem Mann an der Rezeption des Intercontinental Hotel gefallen haben, denn wir bekommen ein voll ausgestattetes Büro im Businesscenter zur Verfügung gestellt, kostenlos ;-) Ganze 5 Stunden wühlen wir uns durch die US Visaformalitäten, zahlen die Visagebühren von 160 Dollar (ohne zu wissen, ob es zeitlich überhaupt klappt!) und beantragen den erforderlichen Interviewtermin in der US Botschaft. Wir überlegen, zum Interview ein 'Captain America' T-Shirt zu kaufen ;-) könnte ja helfen.

    Ja und wir suchen schon mal nach neuen Flügen nach Hongkong, die nicht über die USA gehen. Umbuchen heißt der Plan B! Doch plötzlich erhalten wir eine Mail der US-Botschaft. Interviewtermin ist bereits am Donnerstag morgen... Yeah!

    ... Die US Botschaft gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Konnten wir bereits nach einer kurzen Überprüfung völlig stressfrei in die einlandende Deutsche Botschaft, muss ich hier nun draußen bleiben. Ich warte vor den hohen Mauern des fensterlosen Komplexes und bin doch ganz schön nervös, obwohl ich doch nur hier draußen sitze und nicht mehr machen muss als darauf warten, bis Ariane wieder raus kommt.

    Am Freitag Morgen sollen wir wieder kommen und nachfragen, ob das Visum fertig ist. Und...

    ... die Amis haben sich zu unserer Überraschung und riesigen Freude an die Bearbeitung unseres Antrages gesetzt. 2 Stunden vor unserer Deadline ist Ariane im Besitz des US Visums! Danke Maja und Hanna für den Glücksbringer. Der war im Hosenseckel mit in der US Botschaft :-)

    Yeah! Es ist der Kracher! Uns fällt in einem Moment der ganze Stress der Woche von den Schultern und wir gönnen uns erst einmal einen guten Kaffee und genießen die letzten zwei Tage in Chile in einem guten Appartement im 19. Stock und Pool auf dem Dach, gehen leckeren Kuchen essen und verabschieden uns bei einem super lecker-schmecker Abendessen im 'El Arbol' von Süd America :-)

    Auf nach Hongkong...

    Adios America del sur
    Ariane & Marco
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  • Day17

    Santiago de Chile

    March 26, 2018 in Chile ⋅ ⛅ 19 °C

    Von Punta Arenas mit Stopover in Puerto Mont landeten wir um 14:30 Uhr nun zum 2. Mal innert kurzer Zeit am Flughafen in Santiago.
    Unser Hostel ist unglaublich toll, farbig und verwinkelt - Ich habe mich beim Verlassen des Zimmers promt verlaufen!
    Hungrig wie wir waren landeten wir unweit vom Hostal direkt auf der Pío Nono - wohl DER Bar-,Restaurant- und Ausgehstrasse Santiagos. Wir verweilten dann auch den ganzen Abend und die halbe Nacht und feierten unsere Ankunft gebührend.Read more

  • Day19

    Santiago de Chile

    March 28, 2018 in Chile ⋅ 🌙 18 °C

    ☆ Hop on hop off Tour durch Santiago
    ☆ Restaurant-Suche im "Zentrum" bei der Plaza de Armas: wir landen bei einem riesigen Markt, halbe Kühe werden auf den Schultern getragen, Chilenen essen mittags wohl in Stehkneipen oder an Fastfood Ständen.
    ☆ Ein Mal mehr essen im Patio Bellavista
    Mühselige Autosuche: noch vor ein paar Tagen hatte es viele viele zur Auswahl - also liessen wir uns nicht stressen... heute nun scheinen alle Autos bereits vergeben zu sein. Wir ergatterten uns (hoffentlich) einen kleinen, teueren Camper im Internet.
    ☆ Super cooles Restaurant gefunden: Azotea Matilde
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  • Day2

    Santiago - Sights and Food

    February 17, 2018 in Chile ⋅ ☀️ 25 °C

    Today was our first full day in Santiago. We left the hotel early, and encountered deserted streets. Apparently the Santiaguenos are not a morning people, which is not too surprising as the streets were teaming with people at midnight when we were strolling last night.

    We spent much of the day on a walking tour, taking in the sights and sounds, and learning a bit about the history of Chile. Of course, no stop in the Chilean history tour is complete without a discussion of Allende and Pinochet. On our walking tour, we actually met a woman who had recently returned to Chile after living in Canada for over 40 years — seems that she was a big supporter of Allende and had to flee the country after his “suicide.” (Today there is much debate in Chile about whether Allende actually killed himself or was murdered.). From talking to her, and listening to our guide, we learned that in the last 5 years many Chileans who fled the country are returning as they “retire,” but their adult children who were raised abroad are not particularly interested in coming “home.” We also met an interesting guy who is on a program called “Remote Year,” which facilitates people working remotely in 12 different cities over the course of a year. Hmmm. . . I wonder if I could make that work while still practicing law????

    In the afternoon we went on a food tour with the lovely Carolina from Foody Chile. (Sadly, I forgot to take her photo.). The food was fine, but she was just delightful and graciously told us all about her life in Santiago. (Honestly, meeting interesting people is one of the best parts of a food tour.). We learned that Chile is also struggling with the integration of immigrants (mostly from Venezuela and Haiti). The country is also experiencing rising real estate prices (housing costs have nearly doubled in the last 10 years) and there is an enormous wealth gap in the country. And, we learned that Chileans are more reserved than some of the South American counterparts. And, of course, we tasted some yummy food, and marked the end of the tour with a Pisco Tasting. It turns out the Pisco is quite varied, going from floral to herbaceous to aged. What a great way to start our sabbatical.
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  • Day157

    Cerro San Cristobal

    January 20 in Chile ⋅ ⛅ 26 °C

    Heute ist Sonntag, daher hab ich es morgens etwas ruhiger angehen lassen mit Frühstück und Reiseplanung. Nach dem Mittagessen bin ich dann los zum Cerro San Cristobal. Einem etwas höheren Hügel inmitten der Stadt mit einer Statue oben drauf. Naja als ich oben war stellte sich heraus, dass der ganze Gipfel eigentlich eine Kirche ist. Oben hab ich auch ein "Mote con Huesillo" getrunken. Ein sehr süßes Pfirsichgetränk mit Weizenkorn und ein ganzer Pfirsich war auch noch drin. Wenn es nicht ganz so süß gewesen wäre, wäre es gar nicht so schlecht. Ich hab dann oben noch gewartet, bis die Sonne fast unterging und hab mich dann wieder auf den Weg nach unten gemacht. Es war ein traumhafter Sonnenuntergang mit der Kulisse der Stadt und den Bergen.Read more

  • Day1

    Arrival in Santiago

    February 16, 2018 in Chile ⋅ ☀️ 25 °C

    We arrived in Santiago late, tired but excited. Our hotel is called Castillo Rojo (we took a picture in the am, so you could see that it looks like an old castle). It is a boutique hotel that was opened about 4 years ago. It is actually an old house, filled with funky rooms, balconies, and lots of staircases. Fortunately, it turns out that it also has super comfy beds.

    But, before we tucked out tired bodies into bed, we set out to explore a bit. The area in which we are staying — Bella Vista — is super hip and happening, with tons of people out on the street, even though it was almost 11 pm. We explored, found an ATM (which turned out to be a bit of a challenge), and ate some ice cream (something sure to be repeated many times.). Tired and with full tummies, we returned to the hotel for some much needed sleep.
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