Eskimo unterwegs

Joined August 2016
  • Day9

    Split

    September 3, 2016 in Croatia ⋅ ⛅ 26 °C

    Samstag. Split. Partytime.
    Nachdem wir unseren zufällig erhaltenen bildschönen Spot mit Meerblick verlassen haben, führte uns der nächste Weg in das unterbesetzte Krankenhaus von Split. Dort angekommen, erhielt unser "Unglückskind" die Aussage, dass er dort nicht erwünscht sei, das Krankenhaus verlassen und am Montag zurück kommen solle. Der Gips, der gefühlt des Krüppels ganzen Köper einnahm, musste nunmehr das gesamte Wochenende das Bein des traurigen Behinderten zieren.
    Glücklicherweise überwog kurze Zeit darauf die Freude über einen Camping-Stellplatz in Split, welcher sich nach unserer Ankunft und dessen Inspektion als einwandfrei tauglich erwies.
    Eins stand zu diesem Zeitpunkt bereits fest: Navigator - Slut Operator - kroatisches Nachtleben.
    Motiviert tranken wir ein paar Bier, liefen zum Bus und stellten an der Haltestelle fest, dass der nächste Bus noch eine ganze lange Stunde brauchen würde. So suchten wir den nahegelegenen Imbiss auf, aßen einen Snack, tranken Bier und liefen anschließend zur nächsten Haltestelle, an der uns der Bus nach nun nur noch kurzer Wartezeit mitnahm. Planlos stiegen wir an jener Haltestellte aus, an welcher nach Party aussehende Einheimische ebenfalls ausstiegen.
    Auf der Suche nach einer Toilette fanden wir einen Kiosk an welchem wir ein paar Bier und Jägermeister erwarben. Der Schnaps floss so gut, dass wir nochmals hinein gingen und weitere 4 Stück kauften. 2 sofort, 2 to go.
    Wir liefen die Strandpromenade hinauf, doch fanden keinen Club und gingen ersteinmal zum Kiosk zurück an dem wir uns nochmals 4 Jägermeister organisierten. Anschließend suchten wir die andere Seite ab, fanden keinen Club und suchten erneut den Kiosk auf. 4 Jägermeister und einen Partytip des Kioskbesitzers reicher, fanden wir eine regelrechte Partymeile und swaggten lean zielgerichtet in den Tropical Club, in welchem wir uns selbstbewusst in ein leeres aber reserviertes Separee begaben. Ein Kellner wies uns auf die Reservierung hin, ließ uns aber sitzen nachdem seine Frage "Where are you come from" mit "Germany" beantwortet wurde. Davon erheitert bestellten wir diverse alkoholische Getränke bei ihm und erhielten für unser Trinkgeld Personenschutz von ihm und später von einem Security welcher sich vor unser Separee stellte. Leider mussten wir unseren Bereich verlassen als Stunden später die tatsächliche Reservierung eintraf. Dennoch - davon unbeeindruckt lief die Party weiter. Als der Club allerdings zu voll wurde, entschlossen wir uns, die nächste Lokalität aufzusuchen. Wir kamen dort an und stellten einige Punkte fest: Getränke kosteten exakt die Hälfte, die Musik war besser und die Stimmung auf dem absoluten Siedepunkt. Der Abend endete schließlich komplett sauber abgeschossen in den weichen Sitzen eines Taxis, welches uns zurück zum legendären WoMo brachte.
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  • Day8

    trügerisches Trogir

    September 2, 2016 in Croatia ⋅ ☀️ 30 °C

    Rijeka ist schneller abgefrühstückt als die italienische Salami, die wir aus reiner Laune heraus in einem Anflug spätrömischer Dekadenz am Vortag verschlangen. Der innere Kompass zieht uns unvermeidbar Richtung Süden wie Zugvögel vor dem Einbruch von Väterchen Frost.
    Kurz vor Split, dem kapitalischen Maschinenraum des katholischen Kroatiens, ragt Trogir wie ein Schraptnel einer sowjetischen Panzergranate in das adriatische Meer. Am alten Hafen vorbei quälen wir uns wie in einer eifrigen Ameisenstraße über die einzige Brücke, die uns zum angesteuerten Campingplatz, der heutigen Zuflucht führt.
    Wie ein Handelskarren vor den Toren Konstantinopels, harren wir in freudiger Erwartung und gieren nach Einlass. Allerdings sind wir nicht die einzigen Reisenden, denen das ruhige Eiland zu gefallen scheint. Die bezaubernde Rezeptionistin, emotional hin und her gerissen zwischen unserem welpenhaften Charme und infantiler Starrköpfigkeit, verweist uns an einen wortkargen knorrigen Mitarbeiter der teutonisch belagerten Anlage und führt uns zum letzten verfügbaren Stellplatz, für unser vor Erschöpfung knarrendes WoMo. Fabian passt derweil auf unsere Sachen auf.
    Der hügelige Erdhaufen zwischen Spielplatz und Kantine überzeugt nur teils, schafft es aber, die vor Hitze und Bierdurst geifernde Mannschaft zur Kapitulation vor den eigenen Ansprüchen zu bewegen. Die Stimmung scheint angespannt. El Capitano Schmiol nutzt sein Vetorecht und befeuert den schwebenden Unmut seiner Matrosen bis hin zum überhasteten Rückzug in Richtung Split. Doch die anarchische Stimmung kippt und führt zu etwas Unfassbaren. Einigkeit und Brüderlichkeit erlangen erneut die Oberhand und ein par Telefonate führen zu der Gewissheit, soeben den falschen Herbergsvätern den Rücken gekehrt zu haben.
    Alles wird gut. Ob es das natürliche Gespür für den richtigen Weg unseres Kapitänes war, welches uns letztendlich doch noch einen Premiumplatz am Wasser bescherte, oder nur ein Wink des Schicksals, werden wir wohl nie erfahren.
    Nach ein paar geselligen Bieren, dem Schmierstoff unseren Geschichten, brechen wir auf in die Stadt. Unser Taxifahrer stammt noch aus einer Zeit in der Führerschein und Verkehrsregeln noch als naive Spinnereien gehandelt wurden. Unverständlich vor sich hermurmelnd preschen wir durch enge Gassen und wahnwitze Schlaglöcher, wie ein ausgehungerter Wolf auf der Jagd.
    Danach beginnt die wohlverdiente Gönnung. Leichtbekleidete Damen tanzen zu überhöhten Getränkepreisen zu unserer Unterhaltung. Ist dies das Gesicht des wahren, stolzen Kroatiens?? Nach einer Stärkung in einer Bäckerei, dessen Kundenkreis ausschließlich aus alkoholisierten Partytouristen zu bestehen scheint, ziehen weiter in den Nachtclub Monaco. Je später die Stunde, desto mehr zeigt sich das wahre Gesicht des schönen Landes in Gestalt von Balkanbeats und ausgelassen tanzendem Jungvolk. El Capitano, der dem aphrotisierenden Alkohol nach den Strapazen des Tages nicht mehr zu entsagen vermochte, ist peinlich betrunken und kichert wie ein Schulmädchen auf Traubenzucker. Es ist Zeit, wir müssen los. Auf der Suche nach einem Taxi treffen wir Antonio, nicht sicher ob dies überhaupt sein richtiger Name ist. Jay und der mittlerweile nüchtern wie eine Landratte wirkende Capitano, zweifeln an der Integrität des redseligen Gnoms, doch wir steigen schließlich ein. Giebels pochender Herzschlag wird übertönt von Antonios grandiosen Geschichten über Kultur, die Berliner Mauer, Gott und die Welt.
    Als würde er den vorherigen Höllenritt wieder gut machen wollen, schleichen wir zurück zum sicheren Campingplatz. 50 kroatische Dollar ärmer und einige Erfahrungen reicher, fallen wir sicher in unsere Kojen.
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  • Day8

    Küstenmassiv

    September 2, 2016 in Croatia ⋅ 🌬 29 °C

    Nach einigen Kilometern unter der kroatischen Sonne liegt es vor uns: Die legendäre Adriaküste empfängt uns und schmeichelt unseren Augen mit indigoblauem Wasser, kleinen Steinhäusern und verträumt vor sich hinschaukelnden Booten. Die männlichen Triebe weichen für einen Augenblick dem bezaubernden Anblick und wir machen halt für eine kleine Abkühlung. Fallout Fabian passt mal wieder auf die Sachen auf, während der Rest der Gruppe die von Kreatin und Fitnessstudio gestählten Körper im seichten Nass verwöhnt. Bevor das Rudel, die bis dato wohl treffenste Bezeichnung für diese Testosteron geachwängerte Athmosphäre unserer Kameradschaft, sich auf den Weg macht, werden noch Feigen gepflückt. Der glorifizierenden kirchlichen Hoheit eher abgeneigt und dem Atheismus fröhnet wiegt die folgende Erkentnis schwer wie die Anzahl der im Mittelmehr ertrunkenen Leichen. So müssen sich Adam und Eva gefühlt haben, als sie sich die verbotene Frucht gönnten. Die Kapitänsmütze wird ehrenvoll an den bis dahin sehr soliden Copiloten J.Giebel weitergereicht. Die Straße ruft! Wir haben ein Ziel und das heißt Split. Schon nach kurzer Zeit krallt sich unser WoMo wieder in den Teer und wir rauschen vorbei an einzelnen Häusern und Sträuchern. Aus den Boxen schallt Bob Dylan, das Leben ist schön. So wie die köstlichen Feigen zuvor sind auch wir in den letzten Tagen gewachsen und gereift. Das scheint auch unsere Umgebung zu spüren und erkennt unsere neu gewonnene Dominanz unterwürfig an. Als wir wieder auf die Hauptstraße fahren reihen sich mitreisende Wohnmobile hinter uns ein und bilden eine Wolonne. Wie als würde ein altehrwürdiger Indianerhäuptling ein Gebet über uns sprechen, erkennen nun auch wir: wir sind das Leit-WoMo. Wir sind endlich echte MännerRead more

  • Day8

    Rijeka

    September 2, 2016 in Croatia ⋅ ☀️ 30 °C

    Porzelanteller, ein Waschbecken, Holzstühle und Gläser. All diese Dinge schienen uns schon fremd wie ein syrisches Flüchtlingskind auf dem Oktoberfest. Ein kurzer Stadbummel und die Erweiterung des sowieso schon bereits groß gefüllten Funduses, unseres Slutoperator J.Giebel, an validen Broilerbildern, war vollzogen. Wir aßen, wir kackten, wir shoppten. Das Gefühl wieder menschlich zu sein wärte jedoch nicht von langer Dauer. Der Ruf der Straße pocht unaufhörlich in unseren verrohten Köpfen. Wir müssen zurück! Aber zurück wohin?Read more

  • Day8

    Guten Morgen Kroatien

    September 2, 2016 in Croatia ⋅ ☀️ 27 °C

    Das erste mal empfängt uns die karge aber dennoch pittoreske Landschaft Kroatien. Ein feinfühliger Jongleur der deutschen Sprache erkennt sicherlich den Wiederspruch in dieser Aussage, er wurde jedoch bewusst gewählt. Würde Christiano Ronaldo Womo fahren anstelle Freistöße zu schießen, wäre selbst sein Fuß zu grobschlächtig, um das zu vollbringen was unsere Capitano Rene mit sicherem Fuße auf das Gaspedal zaubert. Befreit aus unwegsamen Gelände läuten die Glocken des naheliegenden Kirchturmes im Takt unseres Pulses, welcher sich der Tatsache ergab glücklich zu sein, um bis zum Halse zu schlagen. Tischlein deck dich! Und wieder werden wir belohnt mit einem Ausblick der beinahe blasphemisch wirkt. Sind wir zu weit gegangen?Read more

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