Colombia
Punta Piedra

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Travelers at this place
    • Day25

      Tayrona Nationalpark 2/2

      December 12, 2021 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

      Am nächsten Morgen wanderte ich dann durch Dschungelwege entlang etlicher Traumstrände die quasi immer menschleer waren!
      Nur 1 er war ziemlich touristisch, da dort viele Touriboote einen Stopp machten.

      Es war eine wunderschöne Zeit in Park !
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    • Day23

      Hola Tayrona!

      April 19 in Colombia ⋅ ⛅ 27 °C

      Morgens ging es wieder auf eigene Faust los zum Tayrona Nationalpark.
      Vor dem Eingang mussten wir zuerst eine "Versicherung" kaufen, im Falle das uns etwas passiert, wir auch vom Rettungsdienst aus dem Park geholt werden. Anschließend haben wir uns in der Schlange angestellt, für die Eintrittskarte. Ganz wichtig war, dass man hier dann alle Schutzmaßnahmen von Corona einhält, die nach dem Eingang wieder völlig egal war. Wie auch sonst in ganz Kolumbien, außer in größeren Supermärkten 😀
      In der Schlange haben wir Amanda aus Berlin kennengelernt und haben den Tag mit ihr zusammen verbracht. Im Gegensatz zu uns, war sie super vorbereitet, wo man welche Strände entdeckt.
      Die Wanderung durch den Nationalpark war sehr schweißtreibend und sportlich. Bis zum letzten Strandabschnitt sind wir fast 2 Stunden gewandert, über Felsen geklettert und Matschpfützen ausgewichen. Beeindruckend wie groß Steine sein können. Die Strände sind sehr schön, aber auch hier ist das Meer sehr wild. Nur ein kleiner Abschnitt ist zum Baden erlaubt. Von der Tierwelt hat man leider nicht viel gesehen im Nationalpark, dazu fehlte uns der Guide, der sicher weiß, wo sich die Faultiere, Affen und andere Tiere sich befinden.
      Als wir am letzten und berühmten Strandabschnitt (Cabo de San Juan) angekommen waren, fing es an zu regnen. Kurz ins Wasser gesprungen und im strammen Marsch zurück zum Ausgang, bevor es dunkel wurde.
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    • Day24

      Tayrona Nationalpark

      December 11, 2021 in Colombia ⋅ ☀️ 27 °C

      Endlich habe ich nach langen schreiben Ummut kennengelernt (Freund von meinem Freund Manuel). Mit ihm frühstückte ich am Morgen und er gab mir viele mega gute Tipps welche Route ich im Dschungel zunehmen habe um an die wunderschönen Stränden zu kommen.
      Kurz darauf fuhr ich (leider mit einen super bekifften 24 jährigen wie sich später herausstellte) mit den Motorradtaxi gute 20 Minuten Richtung Dschungel. Die sehr abenteuerliche Fahrt mit den natürlich gut gelaunten Latino habe ich dann zum Glück überstanden...
      Bewaffnet mit Dosenthunfisch und Früchte marschierte ich dann alleine gute 3 Stunden durch den Dschungel um an meinem Schlafplatz am Strand anzukommen. Der fast menschleere Strand gehörte an dem Tag mir ganz alleine. Der Track hatte sich schon jetzt absolut gelohnt!!
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    • Day68

      Tayrona Nationalpark - Beach & Jungle

      March 8 in Colombia ⋅ ⛅ 27 °C

      Wir waren für zwei Tage im Tayrona Nationalpark, der im Osten des Landes liegt. Mit seinen paradiesischen Stränden, am Rande einer vielfältigen Dschungellandschaft, zählt der Tayrona Nationalpark zu den schönsten Sehenswürdigkeiten in Kolumbien. In dem Park gibt es auch ein indigenes Dorf. Meine Eltern entschieden in dem Park im Zelt zu übernachten, da wir eine sehr lange Wanderung vor uns hatten und wir den Weg nicht am gleichen Tag zurückgehen wollten. Wir wanderten ca. 3h (reine Wanderzeit) durch den grünen Dschungel, weitläufige Palmenfelder, auf Wegen die durch große Felsen führten und an langen Stränden entlang. Schon nach kurzer Zeit entdeckten wir die ersten Kapuzineräffchen, denen ich Stückchen von unsere Birne abgegeben habe.

      Mama und Papa waren stolz auf mich, da ich die lange Strecke in der Hitze so gut mitgelaufen bin. An einem Strand machten wir noch eine längere Pause, bevor es dann zu unserem Tagesziel, den beliebtesten Strand „Cabo San Juan del Guia“ ging. Er ist so beliebt, da sich zwischen den Stränden riesige Felsen befinden, von denen man auf beide Buchten schauen kann. Dort war unser Campingplatz und auch unser Empfangskomitee. Wir trafen uns wieder mit meinem Freund Ian und seiner Familie, die schon einen Tag zuvor im Park übernachteten. Wir verbrachten den restlichen Tag am Strand und wanderten am nächsten Morgen gemeinsam den Weg zurück zum Eingang des Parks. Kurz vor dem Eingang hatten die anderen ihren ersten Campingplatz. Diesen steuerten wir noch mal an, da er an einem tollen Strand gelegen war, einen riesigen Pool und einen weitläufigen Palmengarten hatte. Nach zwei ereignisreichen Tagen, holten Mama und Papa noch schnell ihre Backpacks ab (durften wir in unserer vorherigen Unterkunft lassen), bevor es dann für uns alle mit dem Bus nach Santa Marta ging. Von hier geht nämlich heute unser Flieger. Wohin, verrate ich nicht, das bleibt mein Geheimnis bis zum nächsten Beitrag!

      Nun habe ich aber keine Zeit mehr, ich brauche meine Hände um meine Süßigkeiten zu essen, die ich heute bekommen habe. Ich bin nun nämlich offiziell fünf Jahre alt!!! Ich denke jetzt habe ich das Sagen in der Familie. Mama und Papa wollen das nicht so ganz verstehen, aber das werden sie schon noch.

      Adios, euer Geburtstagskind, Mini-Erwachsener und Chef der Familie - Matti
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    • Day95

      Tyrona Nationalpark: Paradies triffts!

      January 13 in Colombia ⋅ ☀️ 26 °C

      Wie schon im letzten Footprint erwähnt ging der Wecker um 6 Uhr und um 6:30 Uhr haben wir vier das Hostel verlassen. Mit dabei war der Typ vom Hostel, der uns am Weg noch ein kolumbianisches Frühstück gezeigt hat, bis er uns beim Abfahrtsort von den Busen nach Tayrona abgesetzt hat.

      Nach einer 70 Minuten Busfahrt waren wir beim Tayrona-Park und haben nicht schlecht geschaut wie lang die Schlangen schon war.. obwohl wir die ersten um 8 Uhr sein wollten. Wir haben dann lächerlich viel Eintritt gezahlt und ewig beim Kaufen der Tickets gewartet und ja schon touristisch des ganze. Nichts desto trotz ist der Park wunderschön und ein Paradies..

      Man wandert circa 2 Stunden oberhalb des Strandes durch das Dickicht und der Weg ist oft mit Holzbrettern und Stegen geführt. Und die Kulisse mit dem Meer und den wundervollen Felsen ist malerisch! Zwischendrin wird man mit Kokusnüssen oder frisch gepressten Orangensaft versorgt und der Typ vom Hostel hat uns den Tipp gegeben, dass wenn man den Orangensaft nur bis zur Hälfte trinkt, man nach einem kostenlosen Refill fragen kann, wenn man sagt "Repechaje, por favor". Hat funktioniert und genüsslich hat ich dann eineinhalb Becher Orangensaft^^

      Unsere vierer Jungs- oder was weiß ich Männergruppe hat dann am Weg noch Affen entdeckt und hatten viele interessante Gespräche. Vorallem bin ich ja mit 20 mit Abstand der Jüngste. Die anderen sind 29, 35 und 36 und jeder steht an so nem eigenen Punkt im Leben und viele unterschiedliche Ansichten auf Dinge und so weiter.

      Als wir den Hauptstrand erreicht haben, musste ich mich erstmal in den Schatten legen und hatte einen kleinen Nap. Vier Stunden Schlaf sind vllt doch ein wenig wenig.. Aber der Strand ist wirklich wahnsinnig schön!

      Mittags haben wir uns ins offene Restaurant gesetzt, wo jeder sich was bestellen wollte und so haben wir eine Stunde damit verbracht aufs Essen zu warten. Ich hab die Zeit aber gut rumbekommen, weil ich auf dem Hinweg meine neue Kamera das erste Mal ausprobiert habe! Es ist eine 360° Kamera und sie nimmt somit alles auf, was gerade um dich passiert. Ich bin begeistert von den Bilder und seid gespannt, was da noch für cooler Content kommen wird!

      Zu Mittag gabs für mich Spaghetti mit Tuna und die waren super lecker. Direkt am Anschluss hat Renato eine Schnorchelmöglichkeit entdeckt und für umgerechnet 15€ sind wir dann spontan zum Schnnorcheln! Und es war für mich das erste Mal, dass ich so richtig mit einer Tour zum Schnorcheln gehe! Ich war hyped!

      Insgesamt waren wir mit Guide dann zu fünft und sind vom Strand aus zu den Felsen geschwommen, wo dann hunderte bunte Fische auf uns gewartet haben. Toll! auch wenn es anscheind normalerweise sehr viel farbenfroher sein soll, war war es für mich ein Erlebnis. Mit der 360°- Kamera in der Hand bin ich dann durch die Felsen getaucht und geschwommen und habe kleine, große, bunte Fische gesehen. Aber auch riesige Krebse und sogar eine Moräne, die mich böse aus ihrer Höhle angestarrt hat. Ich hatte sie nämlich erst nicht gesehen, bis mich der Guide quasi davor geschoben hat und ich richtig erschrocken bin - Depp.

      Hoffe dir Aufmahmen sind gut geworden und im Footprint werdet ihr sie ja jetzt sehen.

      Als wir wieder am Strand waren, mussten wir den ganzen Weg zum Eingang zurück gehen und wir hatten ein leichtes Zeitproblem und mussten ein bisschen husteln. Wir haben alle auf eine Zeit gewettet und da Renato und ich eine relativ sportliche Zeit eingeloggt haben, sind wir recht zügig gegangen. Auf dem Weg wieder interessante Gespräche und so weiter und zum Schluss hat Ram mit seiner Schätzung gewonnen gehabt. 1 h 15 min.. obwohl wir echt schnell waren.

      Mit einem Shuttle gings zurück nach Santa Marta und auf dem Weg dorthin hab ich glaub ich, von den Farben her, den krassesten Sonnenuntergang jemals gesehen. Das Rot und das Orange waren soo stark am Himmel, dass du dachtest es ist nicht real. Leider hab ich ihn nur schlecht vom Shuttle aus gesehen aber ich hoffe ich sehe sowas nochmal hier in Kolumbien.

      In Santa Marta war dann jeder im Unterzucker und hatte Hunger. Renato und ich wollten Spaghetti Carbonara machen, wo die anderen beiden aber ein wenig skeptisch waren und als Renato und ich einkaufen waren, ist es dann auf Thunfischspaghetti drauf raus gelaufen und ich glaub wir haben uns aufgeführt wie zickige Mädels.. haha auch dann in der Küche haben Renato und ich gemeinsam gekocht und da hat das Sprichwort "zu viele Köche verderben den Brei" ganz gut gepasst. Wir hatten nämlich dann die Soße zubereitet und erst zum Schluss gecheckt, dass es Ketchup war und keine Tomatensoße... und es hat fürchterlich geschmeckt und war nicht mehr zu retten..

      Der Parmesan und der ein Kilo Nudeltopf habens dann wieder rausgerissen und so waren dann alle satt. Ich hab mich dann geduscht und das Salz vom Tauchen abgewaschen, während Ram und Sean abspülen durften. Ich hab mir dann, eine Gehminute vom Hostel entfenrt, zwei geschnittene Mangos für umgerechnet 1,20€ gekauft und da könnt ich mich ja reinsetzen... Des war immer ein Traum von mir: auf meiner Reise einmal so viel Mangos essen wie ich lustig bin^^🥭

      Dazu hab ich mich an den Pool gesetzt und das Footage von der Kamera angeschaut und ein wenig Zeit allein für mich gebraucht. Einfach mal bisl rumdoofen. Irgendwann spät bin ich dann ins Bett gewandert und eingeschlafen.

      P.S. Foto vom frittieren Fisch: sehr typisches Gericht in Kolumbien: Kokusreis mit Fisch und frittieren Kochbananen.
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    • Day114

      Tayrona Nationalpark

      February 23 in Colombia ⋅ ☀️ 31 °C

      Nach den schönen Tagen in den Bergen, ging es für uns weiter zum nächsten Highlight Kolumbiens, dem Tayrona Nationalpark. Dieser erstreckt sich an der Karibikküste und ist bekannt für wunderschöne Strände und artenreichen Regenwald. Was für eine Kombi!
      Um so früh wie möglich im Park zu sein, übernachteten wir in einem Hostel ganz in der Nähe des Parkeingangs. Vom Pool des Hostels aus konnten wir die grüne Landschaft schon mal von oben bewundern.
      Am nächsten Morgen machten wir uns dann in Begleitung von ein paar anderen deutschen Reisenden auf den Weg in den Park. Wir wanderten durch den Dschungel, begegneten Affen und sahen viele traumhafte Strände. An vielen darf man aber leider wegen starker Strömungen nicht baden. Nach ca. 2 Stunden erreichten wir dann den ersten Strand zum Baden und kühlten uns ab. Anschließend ging es weiter die Küste entlang, um weitere Strände zu erkunden. Wir waren total beeindruckt von dem dichten Urwald, den vielen Palmen und diesen wunderschönen Stränden mit türkisem Wasser. Durch die Größe des Parks, verteilen sich die vielen Besucher auch recht gut. Nur an dem beliebtesten Strand wurde es am Nachmittag ziemlich voll.
      Besonders cool fanden wir, dass wir auch die Nacht im Park am Strand verbringen konnten und so genug Zeit für alles hatten. Abends waren wir von der Sonne und dem vielen Laufen und Baden so kaputt, dass wir schon halb 9 in unser Zelt fielen und schliefen. Nach Sonnenuntergang ist aber eh nicht mehr viel zu tun im Park 😀 Dafür standen wir dann am nächsten Morgen pünktlich um halb 6 auf und schauten uns den Sonnenuntergang an. Es war so ein schönes Erlebnis die Sonne in diesem Paradies aufgehen zu sehen.
      Nach dem Frühstück machten wir uns dann mit Badepausen langsam wieder auf den Weg zurück.
      Bevor wir am nächsten Tag weiter Richtung Westen fuhren, verbrachten wir dann nochmal eine Nacht in dem schönen Hostel in der Nähe des Parks.
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      Traveler

      Wow, wie wunderschön 😍

      2/28/22Reply
      Traveler

      ...eine traumhafte Landschaft und immer wieder schön , Euch so glücklich zu sehen ❤👍

      2/28/22Reply
      Traveler

      2/28/22Reply
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    • Day13

      Tayrona Nationalpark

      August 14 in Colombia ⋅ ⛅ 33 °C

      „Dieser Park gehört allen Kolumbianern. Allen die bereits verstorben sind und all denen die am Leben sind. Die meisten sind noch nicht geboren worden“
      Weisheit am Eingang des Nationalparkes.

      Ein Wochenende im Dschungel - der Wahnsinn. Bereichert mit so viele neuen Eindrücken, Bildern, Gerüchen und Geräuschen versuche ich die letzten Tage in Worte zu fassen. Mit dem Tayrona Nationalpark besuchten wir wohl den schönsten Ort Kolumbiens und blickten ganz aufgeregt auf unser neues Abenteuer, denn das wurde es in der Tat.
      Relativ früh machten wir uns gut ausgestattet auf den Weg zum Bus, der uns zum Shuttle brachte, um zum Haupteingang El Zaino zu gelangen. Dafür brauchten wir ca. anderthalb Stunden, bei nur 45km Wegstrecke. Im Bus gibt es schon ein erstes Highlight. Ein Mann, vermutlich aus dem indigenen Stamm der Kogi, steigte zu. Seine Erscheinung ist von einfacher, heller Kleidung und sehr bewundernswert. Ich bin sofort fasziniert und gleichzeitig voller Fragen: geht es dem noch übrig geblieben indigenem Volk gut? Wie leben sie und was heißt es für sie, mit einem, auf 16 Grad runter gekühlten Bus voller Gringos (Touris aus Mitteleuropa) in ihre marginal übrig gelassene Heimat zu fahren? Die Tairona-Indianer lebten seit Jahrtausenden in der Sierra Nevada und wurden im 17. Jhr. fast komplett von den Spaniern ausgelöscht. Die wenigen Überlebenden flohen in den Dschungel und zogen sich an die Hänge des Küstengebirges zurück. Die Kogi sehen die Tairona als ihre direkten Vorfahren an und sind zugleich das am wenigsten akkulturierte Volk im heutigen Tayrona Nationalpark. Der Mann wird nicht der Letzte sein, der ein Gefühl des Schames und zugleich Ehrfurcht bei uns beiden auslösen wird.

      Aber auch wir entscheiden uns dafür, in den Park zu fahren und die paradiesischen Strände aufzusuchen. Es lohnt sich früh da sein und viel Zeit einzuplanen, denn es gibt nur ca. 1.700 Tickets pro Tag und die Strände an denen man baden darf, sind begrenzt. Noch viel besser ist es, wenn man mind. eine Nacht (besser zwei) im Park verbringt, um einen Eindruck zu bekommen und die langen Wege meistern zu können. Wir bleiben auch über Nacht und reservieren uns Hängematten am Eingang. Es herrscht reges Treiben. Wir sind definitiv nicht die Einzigen, die in den Park wollen und es fühlt sich wie Massentourismus an. Wir zahlen unseren Eintritt, irgend eine Versicherung und lassen uns mit dem Minibus noch etwas weiter in den Dschungel fahren. Wir hofften sehr, dass mit dem Geld der Park unterstützt wird und das indigene Volk seinen Anteil davon bekommt.
      Es war ein irres Gefühl mitten in diesem Grün zu stehen, das so viele Nuancen hat und mit allen möglichen Formen und Gerüchen seine Bewunderung auf sich zieht. Von diesem Punkt hieß es zu Fuß, über Stock und Stein, den Hängemattenplatz finden. Es war schwül, tropisch und wir voll bepackt. Schon nach wenigen Metern blieben wir wie angewurzelt stehen, weil ein Äffchen im Baum saß. Noch nie war ich einem Affen so nah und dann noch in freier Wildnis (zumindest hoffe ich, dass diese das hier noch ist). Voller Bewunderung glotzten wir das kleine Kerlchen, ein Kapuzineraffe an, dass offensichtlich gern eine Banane bekommen hätte aber wie hielten uns zurück. Ein wunderbares Tier, an diesem magischen Ort. Wir stapften also weiter über Holzstege, Wurzeln und Matsch. Hielten immer wieder an, um Flora und Fauna zu bewundern. Sarah, die Biologin, war auch voller Faszination für alle Lebewesen und ich versuchte die Szenarien mit der Kamera einzufangen. Wir brauchten demnach drei Stunden zu unserem Schlafplatz und letztendlich zum Meer, um uns endlich zu erfrischen. Wir sind eben aber auch nicht wie so viele andere, die durch den Wald hetzen, um zum Strand zu kommen, um ihre Selfies zu machen, sondern wollen sehen und erleben. Die Strände des Nationalparks setzten zu der ganzen Dschungel-Schönheit noch einen oben drauf. Man läuft entlang der Küste, um zu den Badebuchten zu gelangen und kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Wie drapiert liegen rund gelutschte Felsen am Strand herum und werden von Palmen und den grünen Bergen des Dschungels im Hintergrund umgeben. Es sieht aus wie auf Fotos von den Seychellen! Türkisblaues Meer schwingt sich an malerischen Strände, es ist warm und das Wasser einfach fantastisch. Man kann nicht überall baden, weil die Strömungen und Wellen zu stark sind oder Schildkröten an Land kommen. Die Wege von einem Strand zum Nächsten sind relativ lang und durch das humide Klima recht kräftezehrend. Am ersten Tag bleiben wir daher am nächstgelegenen und genießen die neuen Eindrücke. Dazu zählen auch unsere Beobachtungen der anderen BesucherInnen. Irritierender Weise gilt es wohl als völlig normal mit einer Musikbox und lautem Reggaeton durch einen Nationalpark zu laufen, um dann am Strand die knappeste Bademode zu präsentieren. Bikinis, die nur aus Stricken bestehen oder knappe bunte Badehosen scheinen das „Must-Have“ zu sein und wir fühlen uns mächtig underdressed. Die TikTok Szenen sorgen bei uns für große Unterhaltung aber lange kann man dem nicht zusehen. Es fing auch an zu regnen und gewittern, sodass wir unser Camp aufsuchten, um auch das Salzwasser abzuduschen. Wir fanden einen Schlauch in einer ziemlich heruntergekommenen Hütte, der uns Wasser von oben spendete und genossen die Abkühlung. Mittlerweile war es dunkel geworden und wir standen da, umgeben von den abgefahrensten Tierlauten, nackt, Glühwürmchen schwirrten umher und freuten uns unseres Lebens. Wir gingen relativ früh schlafen, weil es auch einfach umwerfend war, aus der Hängematte heraus den Geräuschen zu lauschen. Auch wenn die Bar des Camps laute Musik spielte, wurde diese zum Glück irgendwann abgedreht und das Gefühl mitten im Dschungel zu schlafen kam auf.

      Am nächsten Tag wollten wir ein paar mehr Strände sehen und hatten uns drei aufeinander folgende herausgesucht. Wir wussten jedoch, dass wir nicht den ganzen Tag Zeit hatten, da uns ja der zweistündige Fußmarsch zurück bevor stand und der Park 17:00 Uhr schloss. Klar, es wird hier ja (leider) jeden Tag 18:00 dunkel und da möchte man nicht mehr durch einen Dschungel laufen. Der erste Strand „La Piscina“ war der Traum einer jeden Liebhaberin eines Sommer Sonne Sonnenschein Strandes. Ich war im Himmel. Den bekanntesten und wohl schönsten Strand „Playa del Cabo“ wollten wir uns auch nicht entgehen lassen und stiefelten wieder 40 Minuten durch den Dschungel. Es erwartet uns eine Horde an Menschen, Zelte dicht an dicht gestellt, überfüllte Restaurants und Sardinenformationen am Strand. Ohne all das sicherlich ein Naturhighlight aber für uns definitiv nicht zum Bleiben gedacht. Also machten wir trotz überhitzten und schwitzigen Körpern kehrt und freuten uns umso mehr auf die Erfrischung. Die Sonne blieb uns bis zu unserem Aufbruch erhalten und so war es nicht ganz so schlimm, das kleine Paradies zu verlassen. 15:00 liefen wir schon wieder durch den Dschungel, um zum Ausgang zu gelangen. Es fing an zu Donnern und in Strömen zu gießen. Irgendwie fühlte ich mich an mein letztes halbes Jahr zurück erinnert, wo es oft vor kam, bei Gewitter zu wandern. Gerade aber in einem Dschungel wird die Stimmung dadurch nochmal verstärkt und wir freuten uns klitschnass zu werden. Wir nahmen uns vor, etwas schneller zu laufen und schafften es genau in zwei Stunden am Shuttlebus zu sein. Dennoch durften wir zwischendurch noch einmal Affen sehen und blieben stehen, um die Familie zu beobachten. Die trugen ihre kleinen Äffchen auf dem Rücken, sprangen von Ast zu Ast und tollten rum. Wunderbar anzusehen!

      Einschließlich der zweistündigen Wanderung brauchten wir dann leider fünf Stunden zum Hostel. Es war ein großes Verkehrschaos nach Santa Marta, sodass wir im, mittlerweile schon gewohnt völlig übertrieben klimatisierten Bus fest saßen und wie verrückt froren. Völlig durchnässt stiegen wir in den abgekühlten Bus und die Klimaanlage pustete munter weiter. Es ist uns ein völliges Rätsel, wie man es bei dieser künstlichen Kälte noch kurzärmlig und bauchfrei aushalten kann, wo hingegen uns, eingepackt mit allem was geht, die Zähne klappern. Mal abgesehen von der Energieverschwendung… Sarahs Vermutung war, dass die schon mit einer klimatisierten Gebärmutter im Bauch aufwachsen und das Fruchtwasser runter gekühlt wird. Eine mir völlig logische Erklärung bei ganzjährigen Temperaturen über 30 Grad 😄
      Endlich angekommen im Hostel, wurden wir fast wie alte Bekannte begrüßt, man hatte uns vermisst und irgendwie tat es gut, ein wenig im hier und jetzt zurück zu sein. Es war irre aufregend und eine umwerfende Erfahrung, die mit einem Caipi von uns gefeiert wurde.

      Ich muss gestehen, dass ich den Dschungelaufenthalt im Vorhinein etwas romantisiert hatte, denn ich dachte, wir sind da alleine in einer Naturwildniss aber klar machen hier auch viele SüdamerikanerInnen Urlaub und wollen die Stände genießen. Ich hatte jedoch keine Gastronomie, Strom und Wifi erwartet. Wenn dann die geführten Touren von Menschen der indigenen Bevölkerung begleitet werden, die zum Kokosnuss-aufmachen benutzt werden, hinterlässt das einen faden Beigeschmack. Sicherlich haben sie dadurch die notwendigen Einnahmen aber warum das überhaupt notwendig ist, muss ich hier nicht erwähnen. Es fühlt sich so an, dass wir Weiße, die ihnen das Land weggenommen haben, nun auch noch den restlichen Platz streitig machen und sie dürfen unsere Sachen schleppen. Ich bin froh über solche Erfahrungen, in der Hoffnung, dass der Respekt für diese Kulturen wiederkehrt und dass man sich selbst immer wieder ins Bewusstsein ruft, was da damals durch den Kolonialismus passiert ist und nach wie vor passiert. Dadurch wächst hoffentlich die Demut bei Vielen und das unheimlich wichtige indigene Wissen wird anerkannt und geht nicht verloren.
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      Traveler

      Einfach Wahnsinn, tolle Erlebnisse und sehr interessante Beschreibung ! Danke.

      8/16/22Reply
      Traveler

      Bezaubernd

      8/18/22Reply

      Ameisenbär grunzt laut: Verrat. Es gibt schon wieder Blattsalat. Irres Video! [humania]

      8/18/22Reply
      3 more comments
       
    • Day26

      Tayrona Nationalpark - Klappe die Zweite

      October 17, 2019 in Colombia ⋅ ⛅ 30 °C

      Des Öfteren erwachten wir in der Nacht in der ungewohnten Umgebung. 5:30 Uhr klingelte bereits irgendein Handy. Da kam es Anne in den Sinn, dass dies der Sonnenaufgangswecker sein könnte und so machten wir uns beide, noch in langen Sachen gehüllt, auf an den Strand. Leider war es ziemlich bewölkt, dass wir einfach auf einem Ast am Strand sitzend den Wellen lauschten und langsam wach wurden. Am Abend zuvor stellte sich heraus, dass unsere Bekanntschaften am heutigen Tag das selbe Ziel verfolgten. So aßen wir gemeinsam, nach dem Taschepacken, eine frische Kokosnuss, die die Nacht von den Palmen purzelte und machten uns ins nächste Abenteuer auf. Obwohl es erst kurz nach 7 Uhr war, kamen wir schon nach den ersten Minuten bergauf ins schwitzen. Am Vortag erzählten die Östereicherinnen von einem Jaguargebrüll auf ihrem Weg. Ganz gespannt, welche Geräusche wir wohl heute hören werden, machten wir immer wieder einige Stops. Die Geräusche aus dem Wald wurden immer lauter, doch waren es keine Jaguare sondern Affen, die lautstark ihr Revier verteidigten. Nach 2 h kamen wir am verlassenen Playa Nudista an. Beigestert von dessen Schönheit, zogen wir unsere Badesachen an und sprangen in die Wellen. Nach der Abkühlung sollte es für uns weiter an den Playa San Juan gehen. Mit Flipflops ging es durch ein Flussbett, einige Sträucher und Mückenschwärme. Kurz verlaufen, kamen wir dennoch am touristischen Playa San Juan an. Nachdem wir herausfanden, dass alle Hängematten für die Nacht vergeben waren, entschieden wir uns mit Nüssen gestärkt und einer weiteren Abkühlung bis zum nächsten Platz zu wandern. Hungrig, geschwächt und ausgelaugt von der Sonne und dem bereits gewanderten Weg, entdeckten wir nach einer Stunde ein Restaurant. Anschließend trennten sich unsere Wege, da wir noch eine Nacht im Tayrona Nationalpark verbringen wollten. Wir entschlossen uns für die nächste Unterkunft und schnappten schnell unsere Badesachen. Am Meer verbrachten wir ein paar schöne Minuten, ließen uns von der Sonne verwöhnen und waren von den bunten Fischen beim Tauchen begeistert. Dicke blaue Wolken ließen uns aufbrechen. Leider war der Regen schneller, als wir laufen konnten. Der schlammige Weg rief nach einer sauberen Dusche, bevor wir uns zum Abendessen aufmachten. Ein Krötenkonzert sowie zwei große Krebse zogen unsere Aufmerksamkeit beim Rückweg auf sich, bevor wir uns in unseren Hängematten in den Schlaf wiegten.Read more

    • Day9

      Tayrona Nationalpark - 🚎🐒🏝🌊🪨

      August 12 in Colombia ⋅ ⛅ 30 °C

      Unsere Mitbewohner im Hostel Aurora haben uns gestern mit ihrer Poolparty etwas länger auf Trab gehalten, als wir uns das wünschten... Wir verfluchten den Wecker, als er uns um 07.15 Uhr aus den Träumen riss. Nach einigem hin- und herwälzen standen wir dann doch auf und durften das klassische Hostelfrühstück geniessen: Schwarzer Kaffee, Rührei, 2 Scheiben Toast und ein (undefinierbarer) Saft. 🍳🍞
      Nach dieser Stärkung watschelten wir los zur "Bushaltestelle" und schnappten uns den ersten Bus der auftauchte. Für je 2000 COP (zusammen 88 Rappen) gings ins 20 Minuten entfernte Santa Marta, dort stiegen wir am "Centro Mercado" aus und suchten den Anschlussbus zum Eingang des Tayrona Nationalpark. 🌴 Kaum auf der Strasse stehend, rückte ein Bus an und der Fahrer schrie aus dem Fenster: "Chicos, Palomino?" Da der Eingang "El Zaino" in Richtung Palomino liegt, war dies der richtige Bus und wir stiegen ein. 🚎 Für je 8000 COP (zsm. 3.52 Franken) durften wir eine Stunde mitfahren, leider stehend, da der Bus schon gut gefüllt war. Unbeschadet erreichten wir den Eingang und machten uns auf, um die Schlacht um die Tickets zu gewinnen! Dies klingt etwas rabiat, so schlimm war es dann doch nicht - aber unnötig kompliziert:

      1 - Bändeli für medizinische Notfälle holen, je 5000 COP (zsm. 2.20 Franken) 💸
      2 - Anstehen 🧍‍♀️
      3 - bei der ersten Kasse Ausweise zeigen 🪪
      4 - bei der zweiten Kasse Ticket bezahlen, je 68000 COP (zsm. 29.92 Franken) 💸
      5 - zurück zur ersten Kasse, Bändeli abholen 🎗
      6 - zum Eingang des Parks laufen 🏃🏽‍♂️

      Das Schlimmste daran? Sie nahmen nur Bargeld, Karte ging nicht... Da wir am Morgen die Frau, welche unsere Wäsche gewaschen hat, bereits in Bar bezahlt hatten, ging uns langsam aber sicher das Bargeld aus. 💸 Die Ausgaben bis hierhin waren 166'000 COP (36.52 Franken), im Portmonnaie von Lucas befanden sich zu diesem Zeitpunkt noch ganze 21'000 COP (4.62 Franken), 20'000 brauchten wir für die Rückreise mit dem Bus. Ups... 😅

      Wir verzichteten gezwungenermassen auf den Shuttle vom Eingang zum Start der Wanderwege und liefen die 45 Minuten zu Fuss ab. War zwar nicht speziell schön, tat aber trotzdem gut. 😊 Anschliessend wanderten wir für 3 Stunden durch den Park, genossen ein einfaches Mittagessen (Karte ging!!!), sahen Affen, tolle Felsen, schöne Strände und machten uns gegen 13.30 Uhr wieder auf zum Eingang des Parks. Unterwegs quatschten wir noch mit einem britischen Paar und tauschten Reiseerfahrungen aus. 💬
      Die Busfahrt nach Santa Marta lief wie am Schnürchen, ebenfalls die nach Taganga. 🚎

      Am Abend genossen wir bei Burger und Bier den Sonnenuntergang und unterhielten uns für längere Zeit mit Lea und Armando, einem Pärchen aus der Schweiz, über Kolumbien und die Welt. 😊

      Das Packen für den "ciudad perdida Trek" rundete den Abend ab. Morgen geht es bereits los, wir sind gespannt! 😍 Da wir im Dschungel kein Internet haben, wird hier für 4 Tage Funkstille herrschen - natürlich wird nachträglich alles aufdatiert. 👩🏼‍💻
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      Traveler

      😂

      8/13/22Reply
      Traveler

      🥰

      8/13/22Reply
      Traveler

      cooli Wäge, meistens guet instand. 😅

      8/13/22Reply
      2 more comments
       
    • Day205

      Tayrona Nationalpark: Pech im Paradies

      October 18 in Colombia ⋅ ⛅ 28 °C

      Eine Französin im Tukawa Hostel hatte uns empfohlen nicht am Haupteingang reinzugehen, sondern in Calabazo. Auf dem Weg würden wir in entgegengesetzter Richtigen durch den Park gehen und nicht zwischen den Touristenmassen untergehen. Es gab nur eine Hauptstraße, also dachten wir der Eingang dürfte nicht zu übersehen sein - falsch gedacht. Wir landeten also doch am Haupteingang.
      Ein Typ fing uns ab und verkaufte uns alles was für brauchten (wozu die verpflichtende Versicherung war, ist uns immer noch schleierhaft). Unser Plan war es bei San Cabo zu übernachten, leider waren dort alle Hängematten schon ausgebucht. Klar, wir waren ja auch die letzten, die in den Park gingen (mittlerweile war es fünf vor drei). Es waren auch keine fünf Hängematten am Arrecife Strand mehr zu buchen. Einer Person müsste im Zelt schlafen, naja egal hauptsache wir konnten im Park übernachten. Wir liefen los, erstmal knapp drei Kilometer über asphaltierte Straße bis der richtige Wanderweg begann.
      Nach knappen zwei Stunden durch den Urwald wandern, zusammen mit hunderten anderen Touristen, die uns auf dem Weg zum Ausgang entgegen kamen, kamen wir am Camp an.
      Was macht man jetzt da ohne Netz, ohne Spiele ohne alles? Zum Glück gab es einen Strand, der nur 10 Gehminuten entfernt war. Wir waren so geschwitzt von der kurzen Wanderung, dass wir uns so fühlten, als wären wir mit allen Klamotten ins Meer gesprungen. Das taten wir dann wenig später, allerdings mit Badesachen.
      Der Strand war wieder übersäht mit Holz, zum Glück! Wir sammelten es auf und genossen den ganzen Abend am Strand mit Lagerfeuer. Steffen und Julia verabschiedeten sich irgendwann Richtung Camp. Wir anderen drei hatten noch Lust weiter dort zu sitzen. Der Nachthimmel war traumhaft! Um ein Uhr ging der Mond auf, am Horizont kurz über dem Meer, leuchtend gelb! So viele Sternschnuppen wie in dieser Nacht habe ich noch nie gesehen 🌠🌠🌠 Es war einfach perfekt, ohne Wind, mit dem schönen Feuer und angenehmer Temperatur. Wir alle hatten keine Lust zurück zum Camp in die klammen Hängematten zu gehen, also entschieden wir ein paar Stunden auf unseren Handtüchern am Strand zu pennen. Um halb sieben wachten wir etwas verschallert auf. Was ein Morgen! Die Sonne stand tief am Horizont, das morgendliche Licht verlieh dem Strand eine warme Atmosphäre. Dominik und ich sprangen erstmal in die Wellen bevor wir zurückkehrten und uns noch kurz in die Hängematten legten. Julia und Steffen schliefen zudem noch.

      Ich hatte gedacht, wir würden früh losgehen, um den Tagestouristen auszuweichen, aber typischerweise waren wir wieder die letzten aus dem Camp, die frühstückten und so liefen wir von Touristentrauben begleitet los. Auf dem Weg musste man entweder den riesigen Schlammfützen ausweichen oder darauf achten, dass man nicht von einer Horde Pferde umgerannt wird, die die Touristen durch den Park tragen.

      Der erste Strand, an dem wir ankamen und direkt in die Wellen sprangen, war wunderschön! So wie man sich die karibischen Strände vorstellt: Weißer Sand, kristallklares Wasser, bunte Fische und Palmen. Steffen verkündete, er würde vom hier aus wieder zurück zum Auto gehen. Er war am Vorabend im Dunkeln auf ein heißes Stück Holz vom Lagerfeuer getreten und sich den Fuß verbrannt.
      Wir vereinbarten, dass wir die geplante Strecke zum anderen Ausgang trotzdem laufen wollten und dann mit dem Bus zurück zum Auto kommen würden. Dieser Plan ging leider nicht auf. Von dem populärsten Strand San Cabo, an dem wir vier nochmal einen Schwimm- und Schnorchel-Stopp einlegten, führte der Weg Richtung Ausgang tiefer in den Dschungel rein als der erste Teil. Wir kamen mehrfach an einen Punkt, an dem wir nicht 100% sicher waren, ob das der offizielle Weg sein sollte. Zum Glück half die Wanderapp AllTrails bei der Orientierung. Nach einer kurzen Weile verabschiedete sich mein Handyakku. Als uns kurz darauf ein Zaun den Berg versperrte, entschieden wir umzudrehen, auch mit dem Hintergedanken, dass Steffen die ganze Zeit am Auto warten musste.
      Wir stiefelten los und es wurde später und später. Wir würden im Dunkeln ankommen, also müsste eine Lösung her. Die stand nach einer kurzen Trinkpause am Stand La Piscina, direkt neben uns: Zwei Guides mit einer Gruppe gesattelter Pferde. Für 40.000 Pesos pro Person würden sie uns bis zum Ausgangspunkt bringen, wo die asphaltierte Straße im Park wieder anfing. Eigentlich hatten wir keine Wahl, denn Steffen wartete und wir wollten noch zusammen in Santa Marta Essengehen als gelungener Abschluss der gemeinsamen Zeit. Unsere Wege würden sich an diesem Abend nach fünf Wochen trennen. Julia und Steffen würden in Santa Marta bleiben, Buck, Dominik und ich hatten eine Unterkunft in Minca gebucht, was nochmal eine weitere Stunde Fahrt bedeutete.

      Auch Jan, der laut demonstrierte, er wolle sich nicht auf ein Pferd setzen, war schnell umgestimmt. So trabten wir getrieben von unserem Guide etwas schneller als uns lieb war durch den Park. Teilweise war der Matsch so tief, dass sie fast bis zu den Knien versanken. Das musste echt anstrengend sein. Sobald es ging, gab der Guide den Pferden wieder den Befehl schneller zu laufen - sie taten mir echt leid. Die Strecke schien nicht enden zu wollen und ich fühlte mich mittlerweile echt unwohl auf dem Pferd. Es war schon zweimal fast hingefallen im Matsch und ich hatte das Gefühl, es war einfach ausgelaugt. Daher machten mir die Passagen, die sehr steil runter gingen etwas Angst. "Lean Back, lean Back!", rief der Guide hinter uns. Wir versuchten alles so gut es ging zu befolgen.
      Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir endlich am Ziel an und konnten direkt den Bus Richtung Parkplatz nehmen. So durchgeschwitzt, müde, klebrig, gesprengelt von Matschspritzern und sandig hatte ich mich wahrscheinlich noch nie gefühlt. Eine Dusche war überfällig! Zum Glück wurden unsere Gebete, dass die Dusche am Parkplatz funktioniert, erhört und 30 Minuten später saßen wir alle müde aber zufrieden im Auto Richtung Santa Marta.

      Das Restaurant war dem letzten gemeinsamen Abend auf jeden Fall würdig! 😍
      Ich schrieb schnell zwischendurch eine Nachricht an das Hostel über Dominiks Handy, dass wir uns leider verspätet hatten und um Mitternacht erst ankommen würden.
      Da wir so trotzdem so früh ankommen wollten wie möglich, brachten wir den traurigen Abschied von Julia und Steffen schnell hinter uns.

      Ab hier beginnt die Pechsträhne: Wir waren schon eine ganze Weile den Berg hochgefahren (die Sierra Nevada hinter der Karibikküste Kolumbiens ist übrigens das höchste Küstengebierge der Welt), als wir ein Schild sahen, dessen Pfeil von der gepflasterten Straße wegzeigte, einen schlammigen, unbefestigten Weg hinunter. Manchmal weiß Google Maps es neben nicht besser, also folgten wir dem Schild. Es ging einige Minuten, die mir eindeutig länger vorkamen als sie waren (Spoiler: wir fuhren den Weg in den nächsten Stunden zwei weitere Male), den huckeligen Weg runter, bis wir am Ende angekommen waren. Vor uns, eine Cervecaria (Bierbrauerei), aber kein Hostel. Alles war verlassen und ich war mir sicher, dass das Schild versehentlich in die falsche Richtung gezeigt hatte. Wir kehrten also um und entschlossen Maps zu folgen. Am Ziel angekommen, waren wir aber immer noch nicht am Ziel angekommen. Die Route endete einfach auf der Straße, kein Hostel weit und breit. "Dann war das doch richtig gerade", stellten wir ernüchtert fest. Also: Wieder umdrehen und ein zweites Mal den beschwerlichen Weg runter. Wir stiegen ohne die Rucksäcke aus und inspizierten die Umgebung diesmal genauer. Neben der Brauerei fand Dominik ein weiteres Schild mit dem Namen des Hostels, auf dem ein Pfeil den Berg hoch zeigte. Mit dem Auto war kein Weiterkommen. "Geh du uns schon mal Einchecken, Sophia. Wir kommen mit den Rucksäcken nach.", schlug Dominik vor. Gesagt, getan. Ich machten mich, nur bewaffnet mit der Kopflampe, dem dunklen Berg hinauf. Ausgerechnet musste es in diesem Moment heftig anfangen zu schütten. Blitzschnell verwandelte sich der Boden in ein Meer aus rutschigem Matsch. Da die Wanderschuhe noch vom Park rampuniert waren, trug ich nur die Birkenstocks. Nachdem ich an zwei weiteren Schildern vorbeigekommen war, aber nach 10 Minuten Bergaufsteigen immer noch keinen Hinweis auf eine Gebäude sah, gab ich auf. Auf dem Weg nach unten rutsche ich noch dreimal aus, war komplett dreckig, klätschnass und müde von einfach allem. Dominik und Jan kamen mir mit dem Rucksäcken entgegen, die waren jetzt natürlich auch komplett durchgenässt - ein Traum!
      Was machen wir denn jetzt? Die Frage stand unbeantwortet im Raum und wir setzten uns erstmal kurz auf eine Bank an der Brauerei, um uns zu sammeln. Es gab nur zwei Optionen: Hochgehen im Regen, ohne zu wissen, wie weit der Weg ist, oder Umdrehen und eine Unterkunft in Santa Marta suchen. Die Wahl fiel auf letzteres, besonders vor dem Hintergrund, dass Dominik eh noch sein Handy abholen musste, da der Laden nach der späten Rückkehr aus dem Park schon geschlossen war.

      Das Pech riss auch nicht ab, als wir uns um ein Zimmer für die Nacht bemühten. Erst nach 5 gescheiterten Versuchen (als wenn 5 Hotels alle kein einziges Zimmer mehr frei hatten?!) fanden wir endlich ein Hotel, in das wir um halb drei nachts einchecken konnten. Es hatte sogar einen abgeschlossen Parkplatz! Aber das Unglück war immer noch nicht perfekt: Beim Auspacken der Taschen bemerkten wir, dass Dominiks wichtigste Tasche, der Packsafe mit Laptop und allen Kreditkarten, fehlte. Ich erinnerte mich, dass wir sie bei der Brauerei während unserer kurzen Pause neben die Bank gestellt hatten. Das auf auf jeden Fall nochmal der größte Downer.

      Dominik und ich setzten uns wieder ins Auto und los ging es. Zum Glück fiel mir nach 100 Metern auf, dass wir auch die Tasche, in der die Autopapiere waren, ausgeräumt hatten und wir drehten nochmal um. Keine 15 Minuten später ging das Blaulicht hinter uns an und wir würden angehalten - natürlich musste so etwas jetzt auch noch passieren. Ganz im Widerspruch zur eigentlichen Pechsträhne zogen sie uns kein Geld aus der Tasche und wir durften nach einigen komischen Fragen ("Wie teuer ist das Hotel, in dem ihr schlaft?") weiterfahren.

      Die Tasche war noch da - Halleluja!

      Nach zwei weiteren Autostunden, lagen wir also um 5 Uhr eeeendlich im Bett. Was ein Abend!

      Die Pechsträhne wurde am nächsten Tag damit fortgeführt, dass der Handyreparateur doch nicht den passenden Bildschirm bekommen konnte. Wir hatten noch keine Idee, wo wir als nächstes hinfahren wollten, also entschieden wir uns die viertgrößte Stadt im Land anzusteuern, Barranquilla. Hoffentlich dort mit mehr Erfolg!

      Die Nacht war super stressig und bestimmt eine der schlimmsten auf dieser Reise. Trotzdem kann man daraus Vieles ziehen: Der Satz schlimmer geht immer, passte irgendwie. "Stellt euch Mal vor, uns platzt jetzt ein Reifen.", "Was wäre, wenn wir jetzt angehalten und ausgeraubt werden würden." All die Horrorszenarien, die einfach viel viel schlimmer wären, als diese nervigen, aber nicht existentiellen, Dinge, sind nicht eingetreten! Langzeitfolgen von diesem ganzen Pech hatten wir also nicht, und das können wir auch wertschätzen.
      Am nächsten Tag war eigentlich auch schon wieder alles vergessen (zumindest bis die Unterkunft den vollen Betrag für die zwei nicht-angetretenen Nächte vom Konto einzog) und wir freuten uns auf den nächsten Stopp, für den wir uns vornahmen, nicht viel zu tun, zu kochen und einfach die Privatsphäre in einer Wohnung zu genießen.
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      Traveler

      Dass ist ja ein absoluter Horror gewesen , die letzte Nacht auf eurem Tripp🙈❤️

      Traveler

      Oh ja 😫😩

       

    You might also know this place by the following names:

    Punta Piedra

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