DanielundRainer

Joined May 2016
  • Day32

    22.9.2016 Vilnius

    September 22, 2016 in Lithuania ⋅ ☁️ 8 °C

    Kilometer: 7.741

    Vilnius - das Rom des Nordens mit all seinen barocken Kirchen und den aufwendig restaurierten Häusern! Schon beim Reinfahren in die litauische Hauptstadt sind wir beeindruckt. Wie immer haben wir vor, nur schnell unser Gespann auf dem Campingplatz zu parken und uns ins Getümmel zu werfen. Aber erstmals stehen wir vor Ort und hören von einer verwirrt wirkenden Mitarbeiterin: Sorry, there is no pitch free for you! Krass, end of season und wir werden abgewiesen?
    Nunja, vorsichtshalber vergewissern wir uns, dass der andere Campingplatz der Stadt wirklich geschlossen wurde am 15.9.. Jepp, ist zu! Ungefrühstückt sinkt die Laune nun ein wenig, aber Google weiß bescheid: ein bewachter Parkplatz muss her. Und so stehen wir 10 Minuten später für 9 Euro direkt am Burgberg mit Blick auf beide Flüsse Vilna und Neris UND die Altstadt. Gut, das Ambiente könnte besser sein, aber wir freuen uns über diese Fügung und auf das verdiente Frühstück.
    Was sollen wir schreiben? Auch Vilnius ist wunderschön. Im Gegensatz zu den anderen Hauptstädten im Baltikum sind hier "Touri-Ecke" und echte Altstadt nicht getrennt. Vilnius wirkt auf uns lebendig und sehr modern - auch wenn modern irgendwie "schief" klingt, wenn man zwischen all den alten Kirchen und Gebäuden steht.
    Wir entscheiden, nicht alle 42 Kirchen zu besichtigen, sondern suchen uns die St. Kasimir-Kirche als erste von Vilnius und das sog. Gotische Ensemble aus.
    Anschließend geht zum ehemaligen Gerichtshof, der während der Besatzungszeiten sowohl von der Gestapo als auch dem KGB als Kommandozentrale und Gefängnis genutzt wurde. Nun befindet sich ein KGB-Museum darin und der Keller zeigt, was in den vergangenen Jahrzehnten hier passierte. Bedrückt blinzeln wir uns nach 1,5 Stunden wieder ins Tageslicht.
    Bei unserem Spaziergang durch die Altstadt bemerken wir in einer kleinen Gasse, dass alle Geschäfte deutsche Namen besitzen. Auch die Straßennamen und Beschriftungen sind deutsch. Als wir weiterwandernd im Reiseführer blättern, stehen wir plötzlich mitten in einem Filmset mit fleißigen Requisiteuren und Verantwortlichen mit Headsets. Überall stehen Oldtimer mit Münchener Kennzeichen und endlich sehen wir ein Banner "München 1972". Es geht also um die Olympischen Spiele und sämtliche Schilder wurden überklebt!
    Nach einem leckeren Abendessen in einer quirligen Studentenkneipe geht es für uns gegen 23 Uhr nach 13 Stunden Stadtbesichtigung am Neris entlang zurück "nach Hause". Erschöpft, aber zufrieden beschließen wir, Vilnius nach einem Tag und am nächsten Morgen wieder zu verlassen: Nach genau einem Monat im Ausland und 12 Aufenthalten in verschiedenen Städten merken wir, dass es immer schwerer wird, all das in unseren Köpfen - und Herzen - noch richtig sortiert zu bekommen.
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  • Day30

    21.9.2016 54°54' N 25°19' E

    September 20, 2016 in Lithuania ⋅ ⛅ 11 °C

    Kilometer: 7.694

    Nicht erschrecken: Unser Selfie haben wir morgens nach lediglich einem Kaffee aufgenommen! Da können wir noch nicht blendend aussehen. Und die Mimik ist auch noch nicht beim Fein-tuning angekommen...

    Aber wir wollten es nicht missen zu demonstrieren, dass wir eine Nacht direkt im geografischen Mittelpunkt Europas verbracht haben. Einige Länder in Europa streiten sich um dieses Privileg, aber Litauen weiß, dass das einzige und tatsächliche Zentrum 26km nördlich von Vilnius liegt. Nun denn! Wir waren da!Read more

  • Day29

    20.9.2016 Kurische Nehrung

    September 19, 2016 in Lithuania ⋅ 🌙 11 °C

    Kilometer: 7.233

    Gleich heißt es wieder: Wasser tanken, Klo leeren, Zahnpastatube ins Regal legen (nicht stellen) und Stützen hoch. Die Straße, Fähre und Vilnius warten! Diesen Beitrag noch schnell ins Netz zu stellen, geht heute etwas schwerer von der Hand - die Entspannung und der Müßiggang der letzten fünf Tage steckt uns noch in den Knochen... 😉 Wir haben unsere Zeit auf der Kurischen Nehrung sehr genossen! Nicht zufällig gehört diese Halbinsel zum UNESCO-Welterbe...

    Mit 98km Länge und max. 3,8km Breite ist diese große Sanddüne eine Mischung aus Sylt, Nordafrika und ein wenig Skandinavien (Nicht nur wegen der Fischerhäuser aus Holz, die eigentlich alle unter Denkmalschutz stehen! Hier haben wir unseren ersten echten, lebendigen Elch gesehen! Dem Geweih nach war es ein junger Elch und trotzdem konnten wir aus unserer Windschutzscheibe fast unter dem Bauch durchschauen.. Krass groß, diese Tiere! An ein Foto haben wir vor Überraschung natürlich nicht gedacht.).
    Die Nadelwälder reichen bis an die Ostsee bzw. ans Kurische Haff (mit Süßwasser!) auf der anderen Seite. Wo keine Bäume stehen, sieht man nur Sand. Heinz Rühmann drehte hier einen Wüstenfilm. Die Dünen wandern fleißig hin und her und haben so manchen der seltenen Einwohner (der dritt größte Ort zählt hier 40 Personen...) schon zum Umzug gezwungen. Interessant ist sicherlich das Thema Friedhof in diesem Zusammenhang, aber: Es gibt welche und wir haben sie besucht! Die Kreuze aus dem 18. Jahrhundert stehen auch noch (oder wieder?). Aus Tradition stehen diese hier aber am Fußende des Grabes, um ihrem Besitzer am Tag des jüngsten Gerichts beim Aufstehen behilflich zu sein! Oder vielleicht, wenn eine Wanderdüne kommt und spontaner Umzug angesagt ist...!? Manche Dinge wollen wir gar nicht erfahren!

    Das Licht ist besonders, ob die Sonne nun auf- oder untergeht oder ganz oben im Himmel steht. Nicht umsonst haben u.a. Max Pechstein, Ernst Ludwig Kirchner und andere Maler, nicht nur die der "Brücke", viele Monate hier verbracht und gearbeitet... (Diese Namen haben wir gerade aus den Unterlagen abgeschrieben, da wir davon keine Ahnung haben. Aber zumindest unsere Mutter und Schwiegermutter Ulle wird sich darüber freuen... 😉).

    Mit Lesen haben wir die meiste Zeit verbracht und einige Bücher verschlungen. Auf Radtouren setzten wir uns mit der Entstehung und Geschichte der Kurischen Nehrung auseinander bspw. mit den Kurenwimpeln, die als Wetterhahn auch die Herkunft und den Stand des Besitzers zeigten.

    Auf dem letzten Foto könnt ihr sehen, dass wir es uns auch kulinarisch haben gut gehen lassen: Beide Gerichte auf diesem Bild kosteten ZUSAMMEN 14 Euro! Da schmeckt es noch einmal so gut!
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  • Day28

    18.9.2016 spontan und zwischendurch

    September 18, 2016 in Lithuania ⋅ ⛅ 17 °C

    Eigentlich ist es noch nicht Zeit für einen Beitrag von uns bei FindPenguins. Wir gönnen uns eine Auszeit von all den Städtetouren der letzten Tage und Wochen und residieren auf der Kurischen Nehrung, einem wunderschönen und schwer zu beschreibenen Fleckchen Erde. Hier werden wir erst in zwei Tagen die Segel streichen und Richtung Vilnius aufbrechen. Dann schicken wir auch noch mehr Fotos. Wie ihr merkt, ist dieser Eintrag erstmals nicht in der Vergangenheitsform geschrieben....

    Seit heute morgen haben wir nichts anderes zustande gebracht, als
    ... zu schlafen
    ... zu essen und zu trinken
    ... Wäsche zu waschen und
    ... ihr beim Trocknen zuzusehen
    ... ganz viel zu lesen UND
    ... mit dem Fahrrad kurz das Nötigste einzukaufen!

    Beim Einkaufen entdeckten wir den Gegenstand, den ihr auf dem letzten Foto seht. Und nun zum Grund dieses Eintrags:
    Wer von euch als Erste oder Erster einen Kommentar zum Foto schreibt und den Namen dieses "Dings" verrät (es sind 7 Buchstaben und der erste ist ein 'S'!), erhält es als Mitbringsel von uns. Wir haben zwei gekauft!! 😉
    Wir haben etwas ganz anderes erwartet, aber scheinbar war es im Supermarkt nur ins falsche Regal einsortiert...
    Wir freuen uns auf eure Lösungsvorschläge!

    Bis dahin schicken wir euch ganz doll entspannte Grüße aus Nida!
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  • Day26

    16.9.2016 Berg der Kreuze

    September 16, 2016 in Lithuania ⋅ ⛅ 17 °C

    Kilometer: 7.013

    Eigentlich hatten wir entschieden, diesen Touri-Punkt auszulassen: Wir müssen ja nicht alles mitnehmen! Ca. 200.000 Kreuze auf einem Hügel... Kein Wunder, wenn sogar im Reiseführer steht, dass man diese Kreuze am kostenpflichtigen Parkplatz noch schnell für 1€ kaufen kann!

    Aber auf dem Weg nach Klaipeda lag Siauliai mit seinem Wallfahrtsort nun einmal und im Reiseführer stand nicht nur, wie man dahin kommt und dass es billige Holzkreuze zu kaufen gibt, sondern auch was es damit auf sich hat.

    Bewohner der Umgebung stellten erstmals um 1830 Kreuze für Ihre Verwandten auf, welche während des Zarismus und später Stalinismus verschleppt wurden und starben. Da keine Beerdigung statt finden konnte, fürchteten sie die Rache der Toten. Litauer sind generell sehr gläubig und so wurden es immer mehr und immer aufwendigere Kreuze. Zum letzten Mal wurde unter der sowjetischen Besetzung dieser Hügel platt gewalzt, jedoch standen die Kreuze einige Tage später wieder.
    Mit diesem Wissen empfanden wir diesen Ort doch ein wenig magisch und bereuen nicht, dort Halt gemacht zu haben. Zufälligerweise fiel just in diesen Minuten eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft mit lauter Musik ein und das Brautpaar legte ein Kreuz ab. Auch ein Brauch, der im Reiseführer steht und offensichtlich stimmt. Das soll den frisch Vermählten natürlich Glück bringen...
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