Ecuador
Cuyabeno

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15 travelers at this place:

  • Day104

    Cuyabeno, Amazonas

    April 10, 2017 in Ecuador ⋅ ⛅ 12 °C

    Der Regenwald ist nass. Also so richtig nass. Scheiße ist das nass, nass. So richtig “wir sind zwar nicht gekentert, aber ein Unterschied macht das auch nicht“, nass. ... So nass, dass man nicht mehr weiß ob das Regencape das Wasser drinnen oder draußen halten soll, nass.
    Okay, man kann jetzt behaupten das ist nun mal der REGENwald. Oder man kann auch sagen, dass wir gerade mitten in der Regenzeit sind. Das können wir ja nicht leugnen... Aber wir sind gerade einmal 3h vom Eingang des Reservates auf dem Kanu bis zu unserer Lodge gefahren und bis auf die Knochen nass. Schon ein bisschen frech...
    Um den folgenden Beitrag nicht unnötig spannend zu gestalten, wird hier jetzt vorweg genommen, dass wir im weiteren Verlauf unserer Tour bis auf den letzten Tag, von schlimmeren Regenfällen verschont worden sind. Um die Spannung allerdings nicht vollkommen zu nehmen, wird hier verraten, dass sich einer von uns böse verkühlt, ABER nicht wer.
    Nach unserem ersten, nicht wirklich zufrieden stellenden Ausflug in den peruanischen Dschungel, wagen wir in Ecuador nun also einen zweiten Anlauf.
    Am ersten Tag geht es also von Lago Agrio (Nueva Loja) erst 2h mit dem Shuttle und dann weitere 3h im Kanu auf dem Cuyabeno-River zu unserer Unterkunft für die nächsten fünf Tage, der Guacamayo Ecolodge. (Hier ist darauf hinzuweisen, dass der Name Guacamayo nicht wie anfänglich von uns vermutet von den Wörtern Guacamole und Mayonese herrührt, sondern der hiesige Name für Aras ist.)
    Schon auf den ersten Kilometern (kurz bevor der starke Regen einsetzt) bekommen wir die ersten exotischen Tiere zu Gesicht, einen Tucan und Totenkopf Äffchen. Kurz darauf wird der Regen so stark, dass man kaum noch die eigene Hand vor den Augen sehen kann, deshalb geht es von nun ohne Ausschau zu halten so schnell wie möglich zur Lodge.
    Am frühen Abend, nachdem wir uns ein wenig ausruhen und stärken konnten, geht es mit dem Kanu wieder los, diesmal zur Laguna Grande. Hier bekommen wir die Möglichkeit, bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang (siehe Fotos) zusammen mit Kaimanen und Piranhas im Amazonas zu baden. Ein Punkt mehr abgehackt auf der Bucketlist.

    In den nächsten Tagen machen wir immer wieder Touren zu Land und zu Wasser, am Tage und bei Nacht, um die Flora und Fauna des ecuadorianischen Amazonasgebietes zu erkunden. Unser Guide Jakob (Sohn eines Shamanen und selbst aufgewachsen in einem kleinen Dorf im Cuyabeno-Reservat) stellt sich als wahrer Profi im spotten von Wildtieren heraus. Glück gehört natürlich auch dazu, aber das war häufig auf unserer Seite und so bekommen wir überdurchschnittlich viel zu Gesicht. 8 von 10 Affenarten (Totenkopfäffchen, Wollaffen, Mönchsaffen, Löwenkopfaffen, Nachtaffen, Kapuzineraffen, Yellow Hand Titi Monkey (Callicebus Lucifer) und White Mustache Affe). Die neunte, der Brüllaffe, war allabendlich nur zu hören. Des weiteren durften wir (pinke) Flussdelfine, Kaimane,
    Anacondas (und andere Boas), Piranhas, Aras, Hoatzine und vieles mehr beobachten. Unser Highlight waren allerdings die Zwei-Finger-Faultiere die unser Guide dreimal für uns entdeckt hat, obwohl sie sich nahezu perfekt vor unseren Augen als Termitennester getarnt haben.
    Am vierten Tag reduziert sich unsere Gruppe um die Hälfte auf fünf Personen, was uns für den Rest der Zeit die Möglichkeit gibt, vom Motorkanu auf eins mit Muskelantrieb umzusteigen. Dies hat wiederum den Vorteil, dass wir uns auf kleine Flussausläufer und auf für Motorboote gesperrte Gebiete konzentrieren können. Dazu gehört unter anderem die Kaiman Lagune des Reservats, welche eine der größten ihrer Art und von Kaimanen am stärksten besiedelten Lagune des gesamten Amazonasgebietes ist. Ein unglaublich schönes Terrain mit einem ganz speziellen Flair. Hier bekommen wir zwar keine der (momentan Nester bauenden) Kaimane zu sehen, dennoch ist es ein weiteres besonderes Highlight. Besonders als Remo, ein Möchtegern-Deutscher (Schweizer) aus unserer Gruppe, genau in diesem Gebiet, als einziger auf der gesamten Tour, unfreiwillig baden geht. Er war tatsächlich genauso schnell drinnen, wie wieder draußen. Ein hoch auf die Schwerkraft. Selbst unserem Guide stockte in diesem Moment kurz der Atem.
    Dies ist auch der Tag an dem uns das Wetter wieder nicht ganz so wohl gesinnt ist. Es regnet den ganzen Tag... also wirklich den ganzen. Ohne Unterbrechung. Da es allerdings angenehm warm ist und unsere Regencapes mal wieder ihren Dienst verweigern, finden wir uns schnell damit ab komplett durchnässt zu paddeln und finden bald sogar Gefallen daran. Da wir eh schon nass sind, gehen wir kurzerhand mit Klamotten baden und legen den größten Teil des Rückwegs außerhalb des Kanus zurück. Ich schwimme oder lasse mich am Seil wie ein Lebendköder hinterherziehen, Saskia stapelt sich mit zwei anderen auf einem Kajak und “paddelt“ mehr schlecht als recht den Weg so zurück. (Laura aus Dänemark hat sich eine speziell “ich will immer selber paddeln“ Kajak-Tour gebucht, warum auch immer).

    Unser zweiter Anlauf in den Dschungel war also ein voller Erfolg, mit viel Abenteuer, lustigen Leuten, einer Menge Spaß und ... Regen. Leider waren die fünf Tage viel zu schnell vorbei. Der einzige Vorteil wieder zurück in die Zivilisation zu kommen liegt darin unsere Wäsche endlich mal wieder waschen und trocknen zu können. Kurz nach unserer Abfahrt von Lago Agrio zurück nach Quito hatten wir dann unseren ersten Busunfall hier in Südamerika, aber wir sind zum Glück unverletzt geblieben.
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  • Day359

    Amazonas - Tour

    August 2, 2018 in Ecuador ⋅ ⛅ 27 °C

    Zu Dritt fahren wir runter ins ecuadorianische Tiefland. Wir haben eine viertägige Tour im tropischen Regenwald gebucht.
    Am letzten Aussenposten der Zivilisation steigen wir um ins Motorkanu - Transportmittel Nummer Eins im Amazonas-Becken.
    Nach drei Stunden Fahrt erreichen wir die gemütliche Nicky-Lodge. Sie ist in den kommenden Tagen unser Ausgangspunkt für diverse Nachtspaziergänge, Pirschfahrten und den Besuch einer indigenen Dschungelgemeinde.
    Die Zeit fliegt und bald darauf geht's für Mami Iris zurück in die Schweiz. Vielen Dank für den Besuch, wir haben die gemeinsame Zeit sehr genossen!
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  • Day166

    Cuyabeno Reservat - 5 Tage Dschungel pur

    Yesterday in Ecuador ⋅ 🌧 23 °C

    Wo ist meine Kunstdaunen Jacke, die mich in kalten Zeiten so schön warm gehalten hat? Ich durchsuche den ganzen Rucksack, wo ich sie doch eingepackt habe, aber sie ist einfach nicht mehr da. Um alle Eventualitäten auszuschliessen, frage ich im letzten Hostel nach, doch sie ist auch dort nicht. Komisch... Mal die Nacht abwarten, vielleicht werde ich schlauer. Und tatsächlich, am nächsten Morgen ist auch meine Sonnebrille unauffindbar und die habe ich während der Busfahrt in meinen kleinen Rucksack verstaut. Da dämmert es mir langsam, jemand hat sich während der Busfahrt wohl meines Rucksacks bedient! Der Chauffeur meinte noch zu uns, wir sollen auf unsere Rucksäcke aufpassen, da Touristen wohl öfters mal dran glauben müssen. Tja.. zum Glück hatte ich alle Wertsachen direkt bei mir und um die gefälschte Sonnebrille ist es mir auch nicht schade. Der Jacke trauere ich schon noch nach aber wenigstens sind die kalten Zeiten vorbei und mein Rucksack hat wieder etwas Luft!

    Durch kurvenreiche Strassen verlassen wir Lago Agrio und verabschieden uns langsam von der Zivilisation. Zwei Stunden später und (die einen) etwas bleicher, werden wir in Boote verfrachtet, wo uns weitere zwei Stunden Fahrt im Dschungel erwartet. Unser "Abhol" Guide erweist sich als eher stumm und unmotiviert, zum Glück haben wir aber einen Fahrer, der weiss wo die Tiere stecken. Zuerst bin jedoch ich erfolgreich - mono! rufe ich und der Fahrer hält an und lässt uns Zeit, die herzigen Äffchen in den Bäumen zu beobachten. Weiter geht's und plötzlich herrscht Aufregung, wir nähern uns dem Ufer und wenig später haben wir sie alle erspäht, da liegt sie seelenruhig und eingerugelt - eine schwarze Anakonda, wow! Auf dem Weg in unsere Lodge begrüssen uns noch zwei weitere Affenarten (von insgesamt 10, die hier leben), eine weitere Anakonda, eine Echse sowie verschiedene Vögel.
    Wir wohnen für die nächsten 4 Nächte in der Jamu Lodge, gleich am Fluss (einen anderen Zugang gibt es nicht), inmitten des Dschungels.
    Noch vor dem Abendessen steht ein Ausflug in den nahegelegenen See an, wo die Waghalsigen einen Sprung ins Kalte nass tätigen können. Es sei die einzige Lagune, die sicher sei. Wie die Guides wissen, dass es hier weder Krokodile noch sonstige böse Tiere gibt, fragen wir uns besser nicht sondern geniessen die Erfrischung in romantischer Sonnenuntergangsstimmung.
    Beim Abendessen herrscht Aufregung, irgendetwas gibt es am Baun zu sehen. Als Neuankömmlinge sind wir besonders gwunderig und eilen auch zum Baum. Wir stauen nicht schlecht, als dort eine Tarantel (grosse, pelzige Spinne!) nur einen Meter entfernt von uns sich zur Schau stellt. Da werden die coolen Stäcklitiere auf der anderen Seite des Baumes gerade leicht in den Schatten gestellt. Als wir etwas später direkt über unserem Nachbartisch eine weitere Tarantel entdecken, die gerade dabei ist, eine frisch geschnappte Fledermaus zu verspeisen(!), sind wir definitiv im Dschungelcamp angekommen. Was für ein fantastischer Auftakt in unser Abenteuer. Als wir auch den Fröschen mit den wunderschönen Augen Gutnacht gesagt haben, summen uns die Insekten lautstark in den Schlaf.

    Auf die selbe Art werden wir am nächsten Morgen angenehm aus dem Schlaf gerissen. Heute steht ein Besuch beim Schaman (Natur-Heil-Doktor) an. Ich frage Dani, ob er mich verlassen würde, falls der Shaman aussagt ich sei eine schlechte Person - ein eindeutiges Ja kommt zurück. Meine Nervosität steigt. Mit dem Boot holen wie ihn ab und fahren zu seiner "Dschungelpraxis". Dort erzählt er uns, wie Ayuasca, das natürliche, starke Entgiftungs-Gift, funktioniert und wie er Krankheiten erkennt. Ich frage, ob ich auch Shamanin werden könne und überraschenderweise könnte ich das. Wenn ich nicht schwanger bin und meine Menstruation nicht habe, bin ich jederzeit willkommen. Die Ausbildung dauert mehrere Jahre und man darf während und auch danach niemals von schwangeren oder menstruierenden Frauen Essen annehmen, auch wenn es die eigene Frau ist. Er geht nicht auf einzelne Personen ein und somit ist Dani zum Glück nach wie vor mein Freund. Wir lernen zum Schluss noch wie die Einheimischen früher mit einer Art Blasrohr vergiftete Zahnstocher durch die Luft geschossen haben um Tiere zu jagen, bevor es weiter geht in ein Dschungeldorf. In dieser Community stellen wir Yuca Brot her! Zuert ernten wir das Gemüse im Dschungel, bevor es geschält, gewaschen und geraffelt wird. Als nächstes wird es in eine Art "Tasche" eingepackt und ausgewindet, damit alle Flüssigkeit rauskommt. Nun wird es noch ganz fein verribelt (sieht aus wie Mehl) und anschliessend ohne irgendwelche weitere Zutaten auf eineTonscheibe auf das Feuer gelegt. Ca 5 Minuten später ist unsere perfekte Tortilla fertig, wird mit Thonsalat und Reis gefüllt und wir geniessen unser Mittagessen. Ein kurzer Verdauungsspaziergang führt uns zum grössten Baum im Dschungel welcher als einer der wenigen Orten in der Gemeinde Handyempfang bietet. Unser Guide Pedro macht sich mit dem Rest der Gruppe auf den Rückweg, während wir vier noch mit einem kurzen Fotoshooting beschäftigt sind. Wenn wir jetzt nur noch wüssten, welcher Weg zurückführt... jedenfalls nicht unser auserwählte. Auch Pedro hat unsere Abwesenheit wohl bemerkt und ruft durch den Dschungel - happy end!
    Auf der Rückfahrt zur Lodge und dem täglichen Sonnenuntergangsausflug zum See erwarten uns weitere tierische Highlights. Hoch auf den Palmen strahlen 4 blau-gelbe Papageien im wunderschönen Abendlicht um die Wette, was für ein Anblick. Nachdem sie geduldig für unsere Kameras posiert haben, bieten sie eine kurze Flugshow und verschwinden von der Bildfläche. Als nächstes suchen wir die Flussdelphine. Ich kann es kaum erwarten doch diese Show ist nicht ganz so umwerfend. In der Ferne sehen wir sie jeweils für wenige Sekunden, bevor sie wieder im Wasser verschwinden. Nach dem Eindunkeln möchten wir den Kaimanen hallo sagen. Direkt vor einer anderen Lodge werden wir fündig, anscheinend wird er öfters hier gesichtet, da er vermutlich gefüttert wird. Als unser Boot direkt neben seinem Kopf halt macht, lasse ich Dani den Vortritt und geniesse den Anblick von der zweiten Reihe aus.

    Das Abendessen bietet erneut Spannung. Wir dürfen unseren Tisch zuerst auswählen und ein paar Spinnenfreunde in unserer Gruppe entscheiden sich ausgerechnet für den Tisch unterhalb der Tarantel. Ich esse mit meinem Tächlichäppli, sicher ist sicher! Nachdem sie uns beim Essen zugeschaut hat, scheint sie ebenfalls Appetit bekommen zu haben. Sie krabelt langsam den Holzbalken hoch Richtung Frosch. Dieser macht keinen Wank. Mit Feldstecher lehne ich mich zurück und bin gespannt auf die Show. Sie kommt näher und näher und ZÄG, mit gestrecktem Bein direkt auf den Frosch, oh nein armer Frosch😓 doch das Schauspiel nimmt eine überraschende Wende, die Spinne macht einen Rückzieher, der Frosch bleibt am Leben 💪🐸 und ich kann nun endlich mein Dessert geniessen😋.

    Mit Gummistiefel und Regenpellerine geht es am Tag 3 auf die Pirsch. Wir spazieren durch schlammige Pfade voller Insekten, lernen z.B dass man Termitten essen kann und diese wie Karotten schmecken (was der Italiener in unserer Gruppe nach der Degustation bestätigen kann) oder dass man beim Latex Baum etwas Rinde aufritzen muss, damit die weisse Flüssigkeit rauskommt, die süsslich schmeckt und gegen Bauchschmerzen eingesetzt wird (und die Überresten am Finger sich wie Kaugummi anfühlen). Der Rückweg zur Lodge mit dem Paddel Boot ist definitiv anstrender als die Anreise mit de Motorboot. Zum Glück sind Lilian und Manuela so gute Ruderer, so dass die Schwäche der anderen wetgemacht wird (oder doch eher umgekehrt?)
    Einen Teil des Pfades erkundigen wir auf einem Nachtspaziergang erneut. Ganz schön unheimlich! Wir entdecken Spinnen, Spinnen und nochmals Spinnen. (Alessia und Jenni, falls ihr das liest, ich hätte diesen Spaziergang gerne mit euch gemacht:-)) Ab und zu auch Frösche, Heugümper, eine Art Lobster und weitere Insekten.
    Erneut ein erfolgreicher Tag - nebst vielen Insekten haben wir weitere Affenarten, farbige Vögel sowie ein Faultier entdeckt.

    Tag 4 müssen wir früh auf! Um 6h15 verlässt das Boot die Lodge um mit den Vögeln in den Tag zu starten. Sie scheinen jedoch noch nicht so aktiv und präsentationsfreudig zu sein, auch verständlich bei diesem bewölkten Himmel. Spannender wird's nach dem Frühstück, als wir durch enge Dschungelgassen paddeln und dabei den Affen zuschauen können, wie sie von Baum zu Baum die Flusseite wechseln. Einer nach dem anderen nimmt Anlauf und wagt den Sprung, grosses Kino! Wir verlassen das Boot um das Festland zu erkunden und müssen dabei aufpassen, nicht auf die Ameisen Autobahn zu trampeln. Eine Tarantel und eine sich verpuppende Raupe versüssen uns den Spaziergang. Zmittag gibt's heute auf dem Boot und zwar ein echter Dschungel Lunch - Spaghetti Bolognese! Vögel und Affen begleiten uns beim gemütlichen zurückpaddeln zur Lodge.
    Am späteren Nachmittag auf dem Weg zum See thront zuoberst im Baum ein faules Faultier. So majestätisch, man könnte meinen es sei gerade Dschungelkönig geworden! Faultiere haben einen grossen Vorteil gegenüber den anderen Tieren - sie bleiben an Ort und Stelle und man muss absolut keine Angst haben, dass es schon verschwunden ist, kaum hat man es entdeckt.
    Der nächtliche Ausflug ist heute der Suche nach Wasserboas gewidmet. Unsere Hoffnungen sind gering - unsere Freude umso grösser, als Pedro plötzlich mit der Taschenlampe fuchtelt, er hat etwas entdeckt! Unser Boot nähert sich langsam dem Baum, wo die reflektierenden Augen herfunkeln. Da liegt sie auf dem Ast, eine gelbe, lange Boa. Ob sie vor lauter Freude uns zu sehen mit der Zunge züngelt, können wir nicht beurteilen. Das ganze Boot ist begeistert! Weiter geht die Suche und wir werden nochmals fündig. Diesmal sind andere Boote bereits vor Ort, gefundenes Fressen für uns! Diesmal eine weiss graue Boa, die den Ast verziert und sich langsam entlang schlängelt. Auf dem Rückweg sehen wir noch eine dritte Boa, bevor es dann endlich Abendessen gibt.
    Schon steht die letzte Nacht in unserem Dschungelzimmer bevor. Wir verabschieden uns von allen "Haustieren" und geniessen ein letztes Mal das harmonische Einschlafkonzert!
    Mit dem Motorboot fahren wir am nächsten Morgen zurück Richtung Cuyabeno Brücke. So schön wie uns die Sonne vor 5 Tagen begrüsst hat, so heftig regnet es nun heute. 2 Stunden Fahrt in strömenden Regen sorgt dafür, dass wir trotz Regenpellerine heute Abend wohl nicht mehr duschen müssen!

    Morgen folgt das nächste grosse Highlight, wir fliegen auf die Galapagos Inseln und freuen uns unglaublich auf die bevorstehende 8 tägige Kreuzfahrt!
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  • Day22

    The Community Cuyabeno

    September 28, 2016 in Ecuador ⋅ ⛅ 8 °C

    Am dritten Tag meines persönlichen Dschungelcamps besuchen wir die Siona, ein indigenes Volk welches im Gebiet des Cuyabeno lebt. Es gibt dort mehrere Dörfer, wobei wir eines besuchen welches mit sechs Familien, etwa 40 Personen, eher klein ist.
    Das Dorf existiert auch noch nicht lange, etwa 40 Jahre. Für diese Anzahl an Personen gibt es eine Grundschule für die etwa 20 Kinder. Weiterführende Schulen gibt es nur in den großen Städten.

    Die Leute lebten bis vor ein paar Jahren völlig ohne irgendwelche Dinge, die sie heute kaufen können durch den Tourismus. D.h. kein Fernseher, keine Schule, kein Strom und sauberes Wasser. Ihr Leben bestand aus der Kultivierung von Juca, Papaya, Bananen und dazu Jagen und Fischen.
    Ein großes Problem war die medizinische Versorgung, den die Schamanen können die ihnen bekannten Krankheiten wie Malaria, Dengue vielleicht besser behandeln als wir es können. Doch durch die vermehrte Ölförderung im Dschungel von Ecuador und der Erschließung kommen Krankheiten in die Dörfer welche die Leute nicht kennen und dazu sind sie natürlich auch nicht immun oder resistent. Also benötigen sie unsere Medikamente, da bei ihnen sonst mehr Menschen an für uns ungefährlichen Krankheiten wie Windpocken oder Masern sterben.

    Und damit uns nicht langweilig wird Backen wir Jucafladen. Juca ist eine Pflanze die hier sehr gut wächst und bei der man, ähnlich der Kartoffel, die Wurzeln isst. Aber auch wie bei der Kartoffel muss man diese Wurzel präparieren. Man muss die Wurzeln schälen und wie Rettig reiben. Sieht dann auch so aus, weiß und länglich wie Rettig. Der Brei wird dann Mithilfe einer Pressschlinge ausgepresst. Anschließend wird das Pulver einfach auf einer heißen Platte gebacken. Schmeckt nach nix und kann deshalb mit allem gemixt werden.

    Zuletzt kommt noch der Schamane vorbei und erzählt was er da so macht. Hauptsächlich heilt er mit Tränken...die er vorher an sich ausprobiert. Da sind in der Vergangenheit auch viele Schamanen drauf gegangen, aber so geht das halt mit try and Error. Ihr Hauptgetränk ist Ajahuasca, ein stark halluzinogenes Getränk mit deren Hilfe sie in Kontakt mit den Geistern treten und so Tränke und Krankheiten identifizieren.
    Um ein Schamane zu werden muss man etwa 20 Jahre lernen. Zuerst muss man die Halluzinationen des Drinks aushalten und kontrollieren lernen, kann nämlich passieren das man in der Halluzination von einer Anaconda gefressen wird. Tut weh und ist sehr stressig. Und anschließend geht es auf Wanderschaft durch den Dschungel, auf der man bei anderen Schamanen lernt die Krankheiten und Tränke zu unterscheiden und zu testen. So haben sie ein ganz schön großes Wissen.

    Das zweite Highlight des Tages waren drei Darsteller der Reihe "Naked Survival" vom Discovery Channel. Man sollte ja nie in Klischees denken, obwohl es einfach Sau viel Spaß macht.
    Aber hier, da geht das ja nicht anders. Es tut mir Leid, aber da war der dünne, ernste Typ. So ein Typ lacht nie und nimmt alles ernst was das Überleben angeht. Passt super.
    Dann der Trump Guy, zwei Meter hoch und breit und voll mit... nichts. Hohl wie drei Meter Feldweg. Mit dem braucht man nicht über Politik oder die Außenhandelsbeziehungen der USA zur Zeit von Theodore Roosevelt reden. Denn er schmiedet seine eigenen Messer. Und diese Show wird ihn helfen sie zu verkaufen. Kaufen sie heute das Messer mit dem ich mich aus einer neun Meter langen Anaconda herausgeschnitten habe. Zum ultimativen Survival Preis von 199,99€.

    Zuletzt kam eine Frau, deren Gesicht nicht sichtbar war, da es, liegend in einer Hängematte, von zwei Silikonbergen verdeckt war. Sie hatte als Stripperin gearbeitet, bevor sie zum Militär ging und nun nackt überleben will. Man könnte nun einwerfen das Silikontüten und "naked was auch immer" zusammen hängen könnten, aber das kann auch völlig zufällig sein. Und es will auch keiner sehen das diese Staffel ihre Brüste wieder fast explodieren, weil sie eine Infektion hat.

    Die Auswahlkriterien sind dabei natürlich sehr hart. Man muss Survivalkriterien auf einer Skala von 1 bis 10 nachweisen, man sollte sehr kommunikativ sein...und nebenbei wurde erwähnt das man Bikinibilder schicken muss.

    So ist der Dschungel. Oder das Dschungelcamp.
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  • Day21

    Ein bisschen Wandern

    September 27, 2016 in Ecuador ⋅ ⛅ 13 °C

    Die heutige Spezialität des Hauses: Einmal Gummistiefel an Schweißfuss mit einer Reduktion aus 100 prozentiger Luftfeuchtigkeit. Leider gibt es da beim Schweiß nicht viel zu reduzieren, so bei 100 % Luftfeuchte. Das bleibt wo es ist. Und gegen die Viecher trägt man halt auch lange Hose und Longsleeeve. Herzlich willkommen in der persönlichen Sauna, in kürzester Zeit wird sich innerhalb ihrer Kleidung ein eigenes Ökosystem bilden.

    Und so gehen wir Wandern, einmal am Tag, und dann nochmal in der Nacht. Da sieht man dann auf dem Weg, vom Boot aus, Delfine die einen rosa Buckel haben. Und graue Delfine. Die Leben im Fluss und werden nur 1,5 m lang. Und spielen wollen die auch nicht, da kann man ruhig mal nen Gameboy ins Wasser werfen... passiert nichts.
    Schildkröten gibts dann auch, die alle auf nem Holzstamm sitzen und gar nicht mal so groß sind.
    Nebenbei die üblichen Bekannten wie Anacondas und Kaman.

    Und im Wald sieht man dann viele verschiedene Bäume wie Palmen die gehen können weil ihre Wurzeln über der Erde einfach dahin wachsen wo es mehr Licht und Platz gibt. Auch gibt es die berühmten Lianen, mit welchen man aber nicht schwingen kann. Sind nämlich Kletterpflanzen, haben unten ihre Wurzeln im Boden und wachsen am Baum nach oben. Die welche man von Tarzan kennt sind Staudenwurzeln, da sitzt die Pflanze in der Baumkrone und wächst nach unten, um an das Wasser zu kommen, da der Großteil des Dschungels eigentlich ja immer wieder überflutet wird.
    Und es gibt alles mögliche an Pflanzen die von Einheimischen als Medizin verwendet werden, zB gegen das Malariafieber. Selbst die Pharmaindustrie steht da drauf.

    Und nebenbei gibts dann noch einen Haufen Raupen, die giftig sind. Schlangen, sehr giftig, Ameisen, auch giftig. Frösche, nich immer giftig aber im Zweifel halt mal Finger weg. Wird halt schwierig wenn die Schlange aussieht wie ein Haufen Kot, so zusammengerollt. Da tritt man dann halt mal drauf. Und dann wird die Sauer. Und zum Glück auch noch eine junge Schlange, die können ihre Giftdtüsen noch nicht so kontrollieren, deshalb hauen die alles raus. Und 12 Stunden später is man verblutet, denn nach einem Biss fängt man an aus Augen, Mund, Nase und Ohren zu bluten. Und dann überall.

    Nachts sieht man dann einen Haufen Spinnen. Die Skorpionspinne is zwar ungefährlich, aber auch Reisig und so schön wie die ungeschminkte Cher.
    Vor allem wenn der Guide die einem auf die Schulter setzt und die dann aufs Gesicht krabbelt. Der arme Jeroen, aber der Holländer kann das.
    Es gibt auch wieder giftige Raupen, bunt wie der Christopher Street Day.
    Dazu eine Million Heuschrecken, Kakalaken und fiese, wieder mal giftige, Ameisen.
    Da kann man mal ausrasten wenn alle aus der Gruppe ihre Lichter für fünf Minuten löschen und mal nur hören was da so geht im Wald. Oder halt krabbelt, unter der Haut.
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You might also know this place by the following names:

Cuyabeno

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