Germany
Neuemühle

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  • Day6

    Von Nikoläusen und Kartoffelpuffern

    December 6, 2018 in Germany ⋅ ⛅ 7 °C

    Yey, der 6. Dezember. Der für Kids lang ersehnte und für mich trotz gestriger Vorwarnung zu plötzlich gekommene Nikolaustag!
    Sicher hat der ein oder andere gestern Abend noch fleißig seine Schuhe geputzt oder Päckchen gepackt, um heute morgen seine Liebsten zu beschenken oder selbst beschenkt zu werden.
    Und was war in Deinem Schuh? 👢🎅🏾🥜🌰🍫

    Ein Milkanikolaus (an der Stelle danke ich Mami ;) oder die Lieblingsschoki ist doch nicht aus einem wünschenswert gefüllten Schuh wegzudenken. Oder?
    Auch wenn ich dieses Privileg heute morgen genießen durfte, seh ich einige Dinge problematisch, aber dazu gleich mehr.
    Unter Bezugnahme der gestrigen Thematik wollte ich nochmal auf die problematischen Essgewohnheiten, wie sie sich in der globalisierten, konsumistisch kapitalistischen Gesellschaft des 21.Jhdt. eingeschlichen haben, eingehen.
    Wer jetzt denkt "oh nee, nicht schon wieder so n möchtegern missionarischer Beitrag einer indirekt vorwurfsvollen Veganerin" darf trozdem sehr sehr gerne weiterlesen. Denn das dachte ich auch häufig bei Konfrontation mit vermeintlich Belehrenden. Und dann hab ich mir die Position mal angehört.
    Und nach und nach gemerkt, meine Argumente "aber Fleisch schmeckt doch so gut", "ich hab da einfach nicht so viel Selbstkontrolle wie du", "ohne Wurst und Käse fehlen mir doch voll wichtige Stoffe oder!?" zerschepperten an den logisch schlüssigen Veganerargumentationen, die letztlich meine sämtliche Sichtweise positiv beeinflussten.
    Man mache sich nur Mal eben folgende Facts & Figures bewusst :

    🗺 45% der Welterdoberfläche wird für Tierhaltung zwecks Fleischproduktion verwendet
    💧33% der gesamten Wasserproduktion fließen ebenfalls in Fleischproduktion
    🌳70% des Amazonas Regenwaldes wurde zwecks Tiernahrung und Weideflächen abgeholzt
    🐄Und 15% (14,6) des gesamten vom Menschen produzierten CO2 Austoßes hat seinen Ursprung in der Massentierproduktion.
    ✈️Jegliche Transportmittel, einschließlich Flugzeuge (!), tragen weltweit zusammengefasst vergleichsweise zu knapp 14% des Treibhausgaseffektes bei.

    Diese Zahlen relativieren doch sämtliche Vorwürfe, denen reiselustige Veganer, die man (oder ich zumindest) heutzutage zu genüge trifft, wegen des ach so kritisch zu sehenden Aspekt des Fliegens trotzen müssen, ganz gut.
    Außerdem besteht ein Unterschied zwischen Vegan Leben (in der heutigen Welt quasi unmöglich) und vegan ESSEN 🍴

    Und ja, ich muss gestehen, dass die Fakten dem Film "End of meat" entnommen wurden und zahlreiche Erkenntnisse auch in den Vegan Heften (online unter govegan oder provegan) zu finden sind, doch sie beinhalten empirisch belegte Studien und geprüfte Artefakte. Die vegan Hefte kann ich insofern empfehlen, dass sie auch die gesundheitlichen Folgen für Individuuen differenziert ansprechen, wobei sich zeigt, dass oben genannte Sorge Nr. 3 Unsinn ist.

    Genauso ist mir die Gefahr bewusst, die vegan populistische Einstellungen, Veröffentlichungen und Organisationen mit sich bringen.
    Soya wird zur Monokultur und in armen Ländern angebaut und ist aufgrund weiter Exportwege auch nicht gerade umweltschonend. Wobei das meiste Soya für Tierfutter verwendet wird und in veganen Produkten oft und bestenfalls lokal angebautes genutzt wird. Nicht so bei Großkonzernen, wie etwa alpro oder sogar Wiesenhof. Ein Fleischkonzern, der sich den Konsumentenanfragen anpasst hat, aber der ursprünglichen Idee der Bewegung, die faires, moralisches und umweltfreundliches Essen fordert, nicht gerecht wird. So können Einnahmen durch vegane Produkte weiterhin für brutale Tierschlachtungen genutzt werden.
    Das ist ungefähr so schlüssig, wie meine These, die ich bei großem Heißhunger auf ein McFlurrySmartiesmitextraSchokosoße bei McDonalds zugegebenermaßen häufig nutzte : "Mit einem Furry begünstigte ich ja Amazonas Abholzung und Hühnermord zur Chicken Wing Produktion nicht direkt." Aber eben einen Konzern, der dies macht.
    Bei der zunehmenden Kommerzialisierung von Veganismus ist also stets auf Quelle, Bedingungen und Inhaltsstoffe zu achten.
    Nicht Veganismus ist die alleinige Lösung sondern Bewusstheit und Transparenz!

    Und was hat das jetzt mit meinem Nikolaus oder Kartoffelpuffern zu tun? Naja mit dem Milka Nikolaus geht quallvolle Milchproduktion von medikamentös überbehandelten Kühen einher (für Stadtkinder: nein, sie sind nicht lila, aber gesund auch meist nicht wirklich;) (PPS: Wer gegen Tierquälerei ist und deswegen vegetarisch isst, bewirkt damit recht wenig, wenn man bedenkt, dass die meisten Milchprodukte Milch von Massentierhaltungskühen enthalten - Logiklücke!?) 🐮
    Und bei genauerer Überlegung, welche ethisch vertretbare Konsumoption mir bei dem Kasseler Märchenweihnachtsmarkt übrig bleibt, komme ich fast ausschließlich auf die Pfannkuchen mit Apfelmus. Wenn man annimmt, dass die darin verarbeiteten Kartoffeln und Äpfel biologisch und lokal angebaut sind. Hm wenn.
    Die Quinoa, Avocado und Palmöl Problematik mal ganz ausgespart.
    Bei solchen Aussichten bleibt doch eigentlich nur der Griff zur Flüssignahrung, oder!?
    Prost!

    Genial passender Song des Genres Alkopop: Mett Tourette von Suchtpotenzial
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Neuemühle, Neuemuehle