Germany
Oer-Erkenschwick

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4 travelers at this place

  • Day12

    Tschüss, Menschlichkeit!

    December 12, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 3 °C

    12. Dezember
    Der gestrige Eintrag zum Thema zunehmende Technisierung unserer Umwelt beschäftige sich hauptsächlich mit den Gefahren technischer Endgeräte und undurchsichtiger Internetplattformen sowie Netzwerken, auch in Hinblick auf die Zukunft.
    Doch vieles ist schon lange Gegenwart geworden...

    8 Stunden am Stück am PC sitzen, das ist keine Seltenheit und für den Großteil der Angestellten fester Arbeitsalltag. Danach ist ein mancher, der sich nicht mehr aufrappeln und zu ausgleichendem Sport motivieren kann, ermüdet und endet nach dem Abendessen häufig vor anspruchslosem Fernsehprogramm.
    So ein Klischee, welches leider viel zu oft in der Realität vorkommt. Geiles Leben. Haltungsschäden, Unausgeglichenheit, Burnout und das Gefühl, keine Zeit für sich oder das wahre Leben, welches Instagrammer und Blogger auf ihren Reisebildern verkörpern, zu haben schleichen sich ein.
    Respekt an alle, die das mit den 8h überhaupt Stillsitzen und auf einen Bildschirm Starren hinkriegen. Ich hab wahrscheinlich das von der Gesellschaft erfundene ADHS aber dennoch liegt das jenseits meiner Fähigkeiten. Ich hingegen merke schon beim halbstündigen Schreiben dieser Zeilen oder beim WhatsApp chatten in der Bahn wie aggressiv mich dieses kognitiv aktive (meist anspruchslose) aber körperlich passive Tun macht. Danach bin ich bissiger, feindseliger und voreingenommen meinen Mitmenschen gegenüber, wie ein Tiger, der nicht genug Auslauf hatte. Dann fühle ich mich Unausgeglichen und so als hätte ich nix geschafft, auch wenn das Gegenteil der Fall ist.
    Aber gut, wenn es anderen Menschen nicht so geht, ist die Technisierung weniger dramatisch. Allerdings weiterhin sehr spannend in Anbetracht der künftigen Generationen.
    Mittlerweile lernen Kinder früher auf Ipads rumzutippen, Handyfotos zu machen und Laptop Symbole anzuklicken als zu reden, laufen, einen Stift zu halten.. . Wenn man diesen Gedanken fortführt und dystopisch dramatisiert, kann ma sich eine Welt denken, in der all das auch nicht mehr nötig ist zum Leben. Kommunikation nur noch über Endgerät, Dank Übersetzungprogramme mit Leuten der ganzen Welt, Bewegung kaum notwendig, wenn man sich alles bestellen kann. Sprache, soziale face to face Begegnungen und Sport würden aussterben.
    Flupps, ist man wieder bei der Frage, was der Mensch ist und ob Bewegung für seine Vervollkommnung und Entwicklung des gesamten Potenzials überhaupt nötig ist. Oder ob wir das Programmierpotenzial zukünftig mehr fördern und dieses entsprechend die Hirnleistung nicht verringert sondern bloß verlagert?
    Studien, die mir innerhalb meines Sportstudiums begegnen, zeigen allerdings immer wieder die Vorteile von Bewegung und sportlicher Tätigkeit. So bewirkt dieses oft ein positves Selbstwertgefühl und gesteigertes (Selbst)Bewusstsein, sowie grundsätzliches physisches und psychisches Wohlbefinden. Dass Sporttreiben die Gesundheit fördert, indem das Immunsystem gestärkt und Krankheiten vorgebeugt werden, ist ebenfalls kein Geheimnis...Darüber hinaus fanden die Sportwissenschaftlicher Brettschneider et al. unter anderem heraus, dass ein allgemeines Wohlbefinden zu weniger Gewaltbereitschaft führt. Wenn wir also nicht zu verkrüppelten oder gewaltsamen Tigern werden wollen, wäre die Überlegung von mehr Bewegung in unseren Alltag anstelle von technischem Ersatz äußerst sinnvoll. Denn auch die Bücherreihe Jugend 201n" die jährliche Statistiken zur Entwicklung preisgeben, beweisen dass zunehmend weniger sportliche Betätigung und vermehrte Zuwendung zu Sozialen Netzwerken den Alltag von Jugendlichen bestimmen. Auch ein Rückgang von Clubbesuchen oder Freunde treffen konnte konstatiert werden, was zeigt, dass sich Leben zunehmend in die virtuelle Welt verschiebt.

    Auch für mich persönlich ist Bewegung sehr wichtig und die Verhaltensänderung als Konsequenz von Handynutzung konnte ich nicht nur bei mir, sondern vor allem bei meinen australischen Au Pair Kindern beobachten.
    Wenn Sie am IPad hingen, waren sie nicht nur einerseits kaum davon zu lösen, sie aßen andererseits auch nichts und waren zu ihrem Umfeld zunehmend patzig und trotzig, wenn man sie ansprach.
    Die Eltern schätzen an den Ipads, dass de Kinder so Ruhe gäben und sich nicht verletzen würden, wie das beim draußen Spielen immer die Gefahr sei. Was eine Welt.
    Und so sehr ich ebooks aufgrund des Gewichts, der Handhabung, Möglichkeiten und Papiereinsparung schätze, fehlt mir damit ein haptisches Erfahren, was insbesondere für das Ausfeilen der dem Menschen eigenen Sinne von unersetzlicher Bedeutung ist.
    Ja Klettergerüste sind vielleicht gefährlich, doch die IPad Geschichte bedeutet für mich persönlich Entartung und noch größere Gefahr 🐯

    Aber was, wenn das natürlich ist?
    Dazu morgen mehr...

    Song: Nahko and the Medecine
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