Germany
Sandersdorf-Brehna

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12 travelers at this place

  • Day47

    Wanderuni Sommerfest

    July 17, 2020 in Germany ⋅ ⛅ 19 °C

    Jonas schreibt:

    Nachdem unserer offizielles Losgehfest im April aufgrund der Corona Epidemie abgesagt worden war, holen wir dieses Treffen nun in etwas anderer Form nach. Hier in Roitzsch nahe Leipzig liegt nämlich unser Hauptquartier in Form einer grossen und alten Gartenkolonie. Wir sind etwas früher vor Ort und lassen uns zwei Tage Zeit um den Ort von Burgkemnitz aus wandernd zu erreichen und kommen dabei an Orte vorbei, denen man das alte Ostdeutschland findet aber auch an die Auswüchse moderner Neubauten. Die vielen Seen zeugen vom Tagbau, der hier betrieben wurde und dem nun in einer etwas verkrampfter Weise versucht wird ferienflair einzuhauchen. Wir finden aber auch wilde Wälder und schöne verwucherte Strassenränder. Des Nachts ist sogar das Grunzen von Wildschweinen zu hören. Die alte Gartenkolonie dagegen lässt und staunen, stellt sie doch für sich eine kleine grüne Oase dar. Hier leben Rentner neben junge Menschen aus der Ököbewegung und man fühlt sich direkt in das ganz eigene Leben eines kleinen Dorfes hineinversetzt. Klüfte aber auch Brücken zwischen den verschiedenen Generationen finden hier Ausdruck genauso wie strenge Ordnung und verwilderte Natur.

    Am Sommerfest treffen auf all die Menschen, die wir letzten Oktober im Schloss Tempelhof getroffen haben und bemerken wie stark sich jede Gruppe selber geprägt hat. Aber auch das die Wanderuni über dieses gemeinsame halbe Jshr hinaus weiterlebt. Sowohl in Freundschaften wie auch ganz konkret in diesem kleinen Garten, der uns nun immer offen stehen wir. Wir sind beeindruckt und es wird uns plötzlich klar, dass wir nun auch ein Teil dieser Familie sind.

    Zum diesem Fest sind für ein Mal sowohl Pauline wie auch Isolde angereist. Spontan beschliessen wir unsere Gruppe für die nächsten Wochen zu erweitern, aber dazu bald mehr.
    Nach drei intensiven Tagen, in denen wir zwischen unserer kleinen Gruppe und den Menschen um uns herum pendelt verabschieden wir uns schliesslich wieder und unsere Wege trennen sich erneut für eine ganze Woche. Während Isolde, Pauline und Celine nachhause fahren bleibt Jonas noch ein paar Tage vor Ort um bei einem Lehmbauprojekt, dem Stohgon mitzuhelfen und den Wanderuni Garten zusammen mit den anderen Menschen, die ebenfalls zurückgeblieben sind zu beleben.
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  • Day56

    Lehmhausbau in der Gartenkolonie

    July 26, 2020 in Germany ⋅ 🌧 20 °C

    Jonas schreibt:

    Die Woche in der Gartenkolonie ging schnell vorbei und hat doch gereicht, um einen ersten Einblick davon zu erhaschen, wie das Leben hier so abläuft. Ich bin beeindruckt davon, dass alles sehr nachbarschaftlich organisiert ist. Man kennt und mag sich, es wird aber auch gestritten und gelästert. Ich fühle mich dabei stark an eine kleine Dorfgemeinschaft erinnert.
    Niels und Valentin, die hier ein Grundstück gepachtet haben, sind nun seit über zwei Jahren mit ihrem Projekt Strohgon daran auf eigene Faust ein Stroh-Lehmhaus zu bauen und laden mich während meiner Zeit dazu ein mitzuwirken. Für mich, der sich bisweilen von handwerklichen Tätigkeiten, dezen fern gehalten hat, ist es eine Herausforderung und neue Erfahrung. Es wird Lehm gesiebt, mit Sand und Wasser vermengt und dann mit Kellen als Putz aufgetragen. Nach und nach nimmt das Haus Form an und es hat tatsächlich etwas befriedigendes am Ende des Tages etwas erschaffen zu haben, dass ich anfassen kann. Auch das Kompostklo Bedarf einiger Eingewöhnung insbesondere was das leeren und reinigen angeht. Zumeist zieht es mich aber stärker in die Projektküche und so kümmere ich in dieser Woche allem voran darum, dass täglich gutes Essen auf dem Tisch steht. Abends sammeln sich hier die jungen Menschen aus der Nachbarschaft und es entstehen oft spannende Diskussionen und einmal sogar ein gemeinsamer Filmabend.
    Am Anfang der Woche sind noch einige Menschen aus anderen Wanderunigruppen hier und es hat etwas sehr verbindendes, sich über Erlebnisse auszutauschen und ein bisschen über die bisherige Reise zu reflektieren, die nun, wie mir bewusst wird zur Hälfte schon vorbei ist.
    Nebenher finde ich hier auch etwas Zeit für mich um ein Bad im nahen See zu nehmeb und für einmal wieder zu lesen. Auf eine Anregung hin vertiefe ich mich in ein Buch von Charles Eisenstein, der in der Ökoszene schon grosse Bekanntheit geniesst und in ein ziemlich Gehaltvolle Übungsbuch zum Thema Gestalttherapie, die mich die letzten Wochen ohnehin stark begleitet hat.
    Jetzt, ganz am Ende der Woche, ist der Gedanke, hier vielleicht auch einmal einen Garten zu pachten, gar nicht mehr soweit weg.
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Sandersdorf-Brehna