Ghana
Accra

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Travelers at this place
    • Day 56

      Car is back!!!!

      December 19, 2019 in Ghana ⋅ ☀️ 32 °C

      😍😍😍 They fixed it!!! Faulty relais was the reason! And one of the best parts: after more than 10 years the aircondition is working again! 😁😁😁😎 Thank you VW!!! We love you!!!!!! ❤❤❤

    • Day 39

      Finally arrived

      December 2, 2019 in Ghana ⋅ ☀️ 29 °C

      Of course, I have never doubted it, but it is almost unbelievable. This looong roadtrip is finish, we reached Accra! 🥳🥳🥳🎉🎉🎊🎊🎊
      Wow.. 😁😎🤩

      Had a wonderful welcome dinner, thank you Dr. Mawuli!! Thanks for aaall your support on our journey!!! ❤❤❤ Best man in Ghana! 😎😎😎

      A lot of work here now, apartment set up, prepare foodtruck, farm visit and very important for me: rent a bungalow on the beach and then just move to take a cold drink out of the fridge... 😁😋😎
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    • Day 2

      Transfer from Accra to Kumasi

      February 6 in Ghana ⋅ ⛅ 26 °C

      We did not get the full Ghana experience yesterday, but boy did we today!
      It all started with us realizing (thanks to M. for noting that) that we booked a flight from Accra to Kumasi not on Feb 6th, but March 6th!
      We have told the hotel staff to get us a taxi at 7 so that we can get the flight rebooked and check in in time. While we have waited for the taxi for 20 mins, the staff brought us a powder coffee from Nestle (in Ghana, the country of coffee!) and listened to the military exercising just behind the walls.
      When the „taxi“ came, we quickly realized that the mini Toyota that barely fits one luggage in its back, should take us all. The staff had ordered another car, but that one never came…
      So, to make it to the airport in time, we decided to load all of the luggage on us in the and front seat as you can see in one of the pictures. The car was… well, overloaded would be an understatement. :)
      When we finally made our way to the airport, we hit every bump there was.
      Wait, did I mention the driver was a rasta and did blast Bob Marley songs like there was no tomorrow? 😎
      On our way, a policemen stopped us, probably wanting to make some quick cash, and went on to argue with the poor driver about how this would not happen in America or wherever we come from. Eventually resolved, the conflict made us feeling sorry for the driver as we came up with the idea to go all at once to catch the flight.
      When in Accra national airport, we headed straight for the ticketing office. Usually, airports are busy - not this one. We have explained our issue to the lady behind the desk, and she explained there are only 3 seats left on the next flight, and a few more on the flight at 14:00. As we are quite a flexible group, everyone started offering to take the later flight so that the other 3 can already go ahead. After approx. 30 mins of waiting and asking, the lady finally agreed that we can have two seats and two would wait on standby, if some passengers wouldn‘t show up. What an emotional journey that has been! Then we went to weigh our luggage, went through security and just 10 mins before the flight departure, we made it to the gate and got a bus just for us and some other passengers to take us to an airplane and still depart on time.
      The flight only took 30 mins and the Kumasi Airport is so tiny that you have only one belt to offload your luggage.
      Today morning has been the perfect entry to Ghana. We love it! 🤩

      (K.)
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    • Day 2

      Flying through the air 🌍

      February 13 in Ghana ⋅ ⛅ 30 °C

      (Zu diesem Footprint bitte "Flying through the air" von Oliver Onions hören)

      Um 05:15 klingelte der Wecker. Hätte er sich auch sparen können, ich lag sowieso an die Decke starrend im Bett. Wäre im Unialltag auch mal eine nette Abwechslung…

      Das Taxi hatte ich schon am Vorabend bestellt und so kam ich überpünktlich am Hamburger Flughafen an. ‚Vorgang abgebrochen‘ – eigentlich wollte ich das Taxi mit meiner Kreditkarte bezahlen um nicht mit Kleingeld nach Ghana zu fliegen, aber die Karte hatte etwas anderes vor. Ich fing mir an Sorgen zu machen, denn so ganz ohne Kreditkarte nach Afrika zu reisen klang nicht gerade genial.
      Egal, erstmal durch die Sicherheitskontrolle und zum Gate, lag bestimmt am Taxi. Auf dem Weg hielt ich an einem ATM, um die Karte erneut zu testen und siehe da – Ne, fuck, ging auch nicht. Es war noch zu früh für die ApoBank-Hotline, also blieb mir nix anderes übrig, als in den Flieger nach Brüssel zu steigen und das Problem dort zu lösen.

      Ich hatte Glück und einen Fensterplatz erwischt, aber da die Wolkendecke geschlossen war und ich auf der rechten Seite saß, also von der aufgehenden Sonne wenig mitbekam, holte ich einfach meinen Schlaf nach.

      In Brüssel hatte ich dann fast drei Stunden Wartezeit auf den Flug nach Accra. Die Hotline war mittlerweile erreichbar und das Problem ließ sich schnell klären: Das Kartenlimit war einfach erreicht, genau genommen waren nur noch 2,43€ verfügbar. Das wollte ich natürlich zur Sicherheit überprüfen und verbrachte die nächste halbe Stunde damit, etwas zu finden, was ich mir für diesen Betrag kaufen könnte, an einem Flughafen beinahe eine Unmöglichkeit. Letztlich habe ich dann eine Rolle Minzbonbons gefunden, die nur einen Euro kostete und konnte sie zu meiner Beruhigung tatsächlich mit der Karte bezahlen. Sie schmecken zwar nicht, aber gehören wohl trotzdem zu den besten Bonbons, die ich mir je gekauft habe!

      Den Rest der Zeit lief ich ziellos umher und genoss den Ausblick auf das Flugfeld. Langsam füllte sich der Boardingbereich und dieses Mal war nicht zu leugnen, dass es nach Afrika ging, die wenigen hellhäutigen Personen konnte ich an einer Hand abzählen. Im Flugzeug selbst dann eine schöne Überraschung, wieder ein Fensterplatz! Aber den habe ich getauscht, damit zwei Französinnen nebeneinander sitzen konnten, im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung. So saß ich nämlich zum einen am Gang und konnte meine Beine so gekonnt ausstrecken, dass mindestens ein halbes Dutzend Leute darüber gestolpert sind, zum anderen saß ich neben Eugène.

      Eugène war Togolese (der Flug landete in Accra nur zwischen und flog dann noch das letzte Stück nach Lomé, der Hauptstadt Togos, dem östlichen Nachbarland Ghanas), der nach seinem Medizinstudium in Togo nach Kanada gezogen ist und dort als Epidemiologe arbeitete. Im Gegensatz zu Ostghana wurde Togo nach der Zerschlagung der deutschen Kolonien nicht an England, sondern an Frankreich übergeben. Entsprechend unterschiedlich haben sich die beiden Länder entwickelt und vor allem ist die Amtssprache in Togo Französisch. Für Eugène und mich bedeutete das, dass wir uns in einem Kauderwelsch aus Französisch und Englisch über Deutschland, Kanada, Ghana und Togo unterhielten. Dabei grasten wir alle Themengebiete ab, die uns in den Sinn kamen: Gesundheitssysteme, Migrationspolitik, Geschichte, Kultur, unsere persönlichen Geschichten. Es war super interessant, weil er meinem frischen Wissen aus dem Reiseführer Leben einhauchen konnte, und es stimmte mich hervorragend auf meine Ankunft ein.
      Zwischendurch wurden wir immer wieder durch die freundlichen Flugbegleiter unterbrochen, das Essen schmeckte erstaunlich gut und es gab so viel Tee wie ich wollte. Die Zeit verging wie im Flug und nach acht Stunden setzten wir zur Landung in Accra an.

      Beim Betreten der Gangway schlugen mir unfassbar schwüle 32 Grad entgegen, schon nach ein paar Schritten lief mir das Wasser von der Stirn, aber der Flughafen selbst war zum Glück klimatisiert, eine kurze Galgenfrist. Die Grenzkontrolle war kein Problem, mein Gepäck sofort gefunden und die Zollkontrolle winkte mich einfach durch. Und dann war es so weit, ich verließ den Flughafen und setzte meinen Fuß auf ghanaischen Boden! Ein kleiner Schritt für mich und ein völlig irrelevanter für die Menschheit.
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    • Day 8

      Erste Woche

      September 17, 2022 in Ghana ⋅ ⛅ 27 °C

      10.-17.9.22

      An dem Abend, bevor mein Wecker klingelte und wir uns auf den Weg zur Stadt “Flughafen Frankfurt” machten, meinte Julian noch, ich solle nicht jeden Tag oder Woche einen Blogeintrag machen, sonst werde es langweilig. (Siehe: https://findpenguins.com/88mwe5ec18g4e/footprin…)

      Naja, natürlich liegt es auch daran, dass ich gerade erst angekommen bin, aber es fühlt sich so an, als ob schon 2 Monate vergangen sind. Deshalb möchte ich nun von meinen ersten Tagen berichten.

      Es gäbe so viel zu berichten und ich würde euch auch am liebsten von all dem erzählen, das ich in meiner ersten Woche erlebt habe, aber ich hab’s vergessen. Ehrlich. In den letzten Tagen wurde ich von so vielen Eindrücken überfallen, dass mein Gedächtnis nicht mehr mitkommt. Ein paar prägende Momente versuche ich trotzdem zu sortieren.

      Also fangen wir ganz am Anfang an: Nach einer kurzen Wartezeit vor dem Flughafeneingang, wurden wir von mehreren, gutgelaunten Cin Gaban Nima Mitarbeitern (meine Partnerorganisation in Ghana) abgeholt. Für 6 von uns ging es in dem, mit 5 Plätzen ausgestatteten, Toyota nach Tuba. Fiete und ich durften in einem Sprinter in Richtung Nima fahren. Er auf dem Beifahrersitz, ich auf einem Hocker. Nima ist ein vorwiegend muslimisches Viertel, in der Nähe der Innenstadt, während Tuba ein abgelegenerer Ort ist. Schaut einfach auf google maps.

      Die grad genannten Sitzmöglichkeiten scheinen für uns erstmal provisorisch, gefährlich und illegal. Gefährlich und illegal sind sie auch, aber was ich sagen möchte, ist, dass in Ghana Wege gegangen werden, die für uns ineffizient und unausreichend wirken. Häufig sind es aber sehr viel klügere und einfachere Lösungen, denn das Ziel erreicht man hier immer. Selbst im lebensmüdem Verkehr.

      Es war schon spät Abends, als wir endlich unser neues Zuhause kennen lernen durften. Ich lebe auf einer Baustelle. Naja, das stimmt nicht ganz, denn mein Zimmer ist frisch renoviert und das Bad ist moderner als das in Deutschland. Einziges Problem: Das Wasser läuft nicht. Zumindest nicht immer. Die Gebäude um uns herum warten noch, oder freuen sich bereits, saniert zu werden. In meinem Compound ändert sich sehr viel, sehr schnell. Symbolisch für Ghana.

      Unsere Verantwortlichen haben uns direkt aufgenommen. Hier wird nicht von Mitarbeitern, Bossen oder Freiwilligen geredet, sondern von Familie. Allgemein ist der Umgang mit Menschen in Ghana viel familiärer.
      Ayuba, der Fahrer des Sprinters, redet beispielsweise ständig von seinen Geschwistern. An sich nichts Neues, aber spätestens, als ich mich seiner dritten Mutter vorstellte, wurde ich skeptisch. Ich fragte nach und lernte: Gute Freunde von sich und der (leiblichen) Familie, werden hier Mama, Tante, Bruder, etc. genannt. Habe auch schon ne neue Tante bekommen.

      Da wir noch nicht in unsere spezifischen Einsatzstellen können, versuchen wir uns irgendwie auf der Baustelle nützlich zu machen. Weshalb wir noch nicht auf die einzelnen Stellen können? Zwischen Abflug in Frankfurt und Landung in Accra hat sich unser geistiges Alter halbiert. Deshalb. Wir sind wie kleine Kinder, die immer und überall am Händchen gehalten werden müssen. Vor allem in der Zeit, bevor wir unsere SIM-Karte bekommen haben. (Neue Nummer: +233 594780874) Fortschritte sind aber zu verzeichnen. Heute haben wir, zum Beispiel, unser erstes selbstständiges Frühstück gekauft und unsere Kleidung gewaschen.

      Zu guter letzt, das Wetter. Mit Tiefstwerten von 20 °C, ist es wärmer, als bei Euch. Die meiste Zeit ist die Sonne sehr gut auszuhalten, da es häufig bewölkt ist. Trotzdem habe ich immer leichten Sonnenbrand…
      Geregnet hat es auch schon. Zwar erst einmal, was eigentlich zu wenig ist, wenn man bedenkt, dass wir uns noch in der Regenzeit befinden, aber ich kann mich nicht beschweren. An den Decken hier befinden sich auch fast überall große Ventilatoren, die für Wohlfühltemperatur sorgen.

      Ich habe zwar nur selten Wlan, aber versucht mich trotzdem gerne anzurufen, ich denk an euch.

      Ich wünsche einen frohen Herbstanfang und viele Lachfalten.

      Euer Jascha
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    • Day 230

      Tag

      April 27 in Ghana ⋅ 🌧 24 °C

      Mehr als die Hälfte meines, von Euch ermöglichtem, Freiwilligendienstes ist nun vorbei.

      Eine der ”richtigsten” Entscheidungen meines Lebens, denke und spüre ich.

      Ich erlebe unendlich viel, so dass es mir schwer fällt, an Erfahrungen festzuhalten. Zwischenfazite zu ziehen, zu reflektieren. Dafür nehme ich mir wenig Zeit.
      Dadurch, dass mein Aufenthalt in Ghana von einer 22 und 23 eingerahmt ist, entsteht ein eigenartiges Zeitgefühl.

      Einerseits finde ich acht Monate eine lange Zeit.
      Andererseits habe ich das Gefühl nur mit einschlafen und aufwachen beschäftigt zu sein, weil die Tage so schnell vergehen.
      Ein Grund dafür sind sicherlich meine Arbeitszeiten.

      Das Tor ist manchmal schon verschlossen, die letzten Nachbarskinder schauen in der, mit Fernseher ausgestatteten, Schneiderei gegenüber Serie und die Sonne ging vor 2 Stunden regelgemäß unter, wenn ich vom Tag in Jamestown, zu meiner Heimatstadt Nima zurückfahre.

      Lasst uns die Uhr neu aufziehen, während ich Euch von einem typischen Tag in meinem Leben erzähle.

      Von Dienstag bis Samstag (keine Schule = mehr Kinder) stehe ich um Acht auf, putze meine Zähne, ziehe mich an, vergesse zu frühstücken und plane mit Cleo die Hinfahrt zu unseren Arbeitsplätzen.

      “GuMo Jascha, Bolt oder Trotro?”

      Bolt, ein “Taxi” Vermittler wie Uber, ist in Deutschland reguliert. Hier nicht, was zu einer noch größeren Konkurrenz unter Transportdienstleistern führt. Ein großer Komfort, zu kriminell niedrigen Preisen, bei denen man sich manchmal fragen muss, ob die paar, stumm übergebenen, Cedis überhaupt die Tankkosten decken.

      Dann gibt es noch das Trotrosystem, über dessen unfassbare Verlässlichkeit und landesweiten, ‘tschuldigung, kontinentweiten, Umfang, ich einen eigenständigen Eintrag schreiben müsste.
      Zusammengefasst: Typisches Fortbewegungsmittel mit der Möglichkeit, etwas wachmachendes, wie zum Beispiel das Abfallen der Tür, zu erleben. Pro.

      Die Tendenz meine Lebenserwartung erheblich zu verringern und Unkomfortabilität stehen dem schwitzenden Minibus entgegen. Deshalb und vor allem, weil wir für’s Trotro eine halbe Stunde früher aufstehen müssen, holt uns meist ein Toyota Vitz vor der Haustür ab. Das Vorkommnis dieses Automodels unübersehbar.

      An einer der ausführlichen Ampelphasen in Accras (Vulkan)ausbrechenden Verkehr, werden einem von Wassertütchen, bis hin zu Gesetzbüchern und Steinschleudern, ziemlich alles vorstellbare angeboten. Die gelassenen, zwischen den Autoreihen schlendernden Verkäufer*innen, müssen aufpassen, nicht von Motorrädern erwischt zu werden, während sie das Rückgeld durch die (immer) offene Fensterscheibe reichen.

      In Jamestown angekommen, biegen wir kurz vor dem bekannten Lighthouse ab und kommen mit Blick auf den Basketball Court und Cleos Stelle, dem Theater, zum Halt.

      Immer wieder werde ich von großen Zelten oder anderen Gerüsten auf unserem Platz begrüßt. Seine Funktion geht weit über die zwei Basketball Körbe hinaus.
      Es ist ein beliebter Veranstaltungsort in einer Stadt mit so wenig freien Raum. In Ghana ist es sowieso üblich, Feste mitten in der Öffentlichkeit zu feiern. Ein Grundstück, das alle Gäste bewirten kann, haben nur die Wenigsten im vollgepackten Accra. Dementsprechend kann es gut sein, dass man einen Umweg fahren muss, weil die Straße von einer Beerdigung besetzt ist.

      Das Besondere bei solchen Veranstaltungen ist, dass sich jeder zu jeder Zeit zusetzen kann. Ghanas (Gast)Freundlichkeit und Gemeinschaftlichkeit ist berührend.
      Es spiegelt sich in allen Bereichen wieder, vor allem aber beim Essen. “Your’re invited!” Eine, nicht nur daher gesagte, Aufforderung zum Teilen.
      Anfangs war es noch ungewohnt, gemeinsam von einem großen Teller zu essen. Jetzt käme mir die Frage “Getrennt oder Zusammen?” absurd vor. Heute zahlt einer, das nächste mal der Andere. Wenn es kein nächstes mal geben sollte, ist das auch gut, denn das was man hat, genießt man zusammen.

      Im stickigem Büro angekommen, begrüßen mich meine Kollegen freundlich.
      Abgesehen von der Hitze, herrscht im Büro eine optimale Arbeitsatmosphäre.
      Allgemein befinde ich mich bei DUNK in einer Umgebung, die mir das Gefühl vermittelt, wertvoller Teil eines großartigen Projekts zu sein. DUNK macht viel und ich sehe täglich, wie Leben positiv beeinflusst werden.

      Den administrative Morgen lasse ich gegen 14 Uhr hinter mir, wenn ich mich zielsicher auf die Suche nach Nahrung mache. In vier von fünf Fällen gönne ich mir Bohnen, in Kombination mit frittierten Kochbananen. “Red-Red” oder “Gob3” heißt das Gericht und mein Spitzname.

      Vollen Magens bereite ich schließlich das Basketballtraining oder die Nachmittagsaktivitäten vor. Natürlich macht es am meisten Spaß, meine Kids zu trainieren. Es gibt neben meinem U16 Team, aber auch noch die ganz Kleinen, eine Frau- und eine Mannschaft.

      Ein kurzer Exkurs in meine Vorbereitungszeit in Ostfildern.
      Geplagt von Zukunftsängsten, lag ich eines frühjährlichen Morgens im Bett und scrollte durch weltwärts FSJ Angebote. Einzige Bedingung, Ausland.

      Nach einer Stunde Zukunftsbeschäftigung, bin ich über meine jetzige Gegenwart gestolpert und war interessiert. Noch am selben Tag, eine Woche vor der Bewerbungsfrist, habe ich also angefangen mein Motivationsschreiben an Aminu e.V. zu formulieren.
      Vier Wochen später lief ich, zwar immer noch übermüdet, aber entspannter zur Schule, da ich endlich wusste, dass etwas auf mich warten würde und ich nicht planlos dem postschulischem Chaos ausgesetzt sein würde.
      Was genau mich in Ghana erwarten würde? Darüber habe ich mir nie wirklich Gedanken gemacht. DUNKs Präsentation auf weltwärts Website reichte mir anscheinend. Wenn immer ich von meinen ghanaischen Zukunftsplänen erzählt habe, musste ich selbst grinsen, weil es so surreal schien.

      In Ghana gelandet, merkte ich schnell, wie gut es mir tat und tut, dass ich mich damals nur eine Stunde mit meiner Zukunft beschäftigte, denn gemachte Erwartungen stellten sich schnell nicht nur als unrealistisch, sondern als lächerlich, heraus. Die Umstände hierzulande sind unvergleichbar (weder negativ noch positiv), weshalb man große Anpassungsfähigkeit entwickeln muss.
      Wenn man also von Anfang an so gut wie keine (bewussten) Erwartungen hat, erleichtert das einiges.
      Erwarte das Unerwartete habe ich gepredigt, als mich letztens meine Mama und mein Bre besucht haben. Ein lebenswichtiges Mantra für mich.

      Zurück nach Jamestown.
      Eines dieser unerwarteten Phänomen ist die vielfältige Rolle eines Jugendtrainers. Erst jetzt fange ich an meine ehemaligen Trainer, mit ihren verschiedenen Persönlichkeiten und ihren unermüdlichen Aufwand wertzuschätzen.

      Ich denke, nicht nur jemand, der Übungen vormacht, zu sein, sondern manchmal fühle ich mich wie ein Vater. Basketball und das Umfeld bei DUNK bedeuten den Kindern unvorstellbar viel. Es ist eine Art Flucht aus einem schwierigem Alltag. Zeit, in der man unbedingt(e) Freude haben kann.
      Viele meiner Kinder sehe ich jeden Tag, so bin ich nicht nur für ihre basketballarische Entwicklung verantwortlich, sondern auch Bezugs- und Erziehungsperson. Anfangs habe ich das noch nicht so gesehen, aber umso mehr Zeit ich mit Allotey, Oko, Rauf, Atta Ayi und Co verbringe, desto mehr Verantwortung übernehme ich.

      Den letzten Pfiff gepfiffen, fülle ich noch ein digitales Anwesenheitsformular aus, um unsere Monitoring & Evaluation Protokolle einzuhalten und lasse die Bälle, Leibchen und Hütchen an den vorgeschriebenen Platz bringen. Zu guter Letzt, kriegt jeder ein oder ein halbes Tütchen Wasser.

      Während ich vor einem Jahr unter der Spielerbank noch zwischen den vielen, mit Sprudel-, Isotonic-, oder Magnesiumwasser gefüllten, Flaschen suchen musste, können sich unsere Spieler diesen Luxus nicht leisten. Wahrscheinlich nicht mal vorstellen.
      Einen eigenen Ball hat keiner meiner 16-jährigen Jungs, wir spielen meist ein halbes, höchstens ein Spiel pro Monat, auf Grund von zu hohen Transportationskosten.

      Auf dem Heimweg grüße ich noch die bekannten Gesichter an den Haltestationen und schaue zufrieden durch die Gegend.

      Tolles Leben.

      Am Ende des Tages bin ich d’accord mit meinen Arbeitsgewohnheiten und
      habe versucht keine Wertungen in meine Alltagsbeschreibung einzubauen.

      Manchmal…
      …vergesse ich mich selbst und meine Geliebten und ich bin mir auch sicher, dass es mir langfristig nicht gut tun würde, so viel (gedankliche) Zeit auf Arbeit zu verbringen.

      Meistens…
      … bin ich dankbar für mein Leben in Ghana und meine Integration bei DUNK und vertraue in eine fortschreitende Entwicklung, durch Aussetzung in einem inspirierendem Umfeld.

      Grüße und ein riesiges DANKESCHÖN an all meine Spender*innen. Ihr ermöglicht mein Glück.

      Euer Jascha
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    • Day 61

      Erste Zeit

      November 9, 2022 in Ghana ⋅ ⛅ 28 °C

      Ich heiße Jascha Hoffmann und Euch herzlich Willkommen zu meinem nächsten Blogeintrag!

      Um mal nicht alles in Wochen, Monate oder Jahre einzugrenzen, freue ich mich, euch mitteilen zu können, dass die erste Zeit meines FSJs (da ham mers wieder) vergangen ist und sie mich problemvoll gemeistert hat.

      Es ist mein bisher längster Aufenthalt weg von “Zuhause”. Weg von Euch. Mein Zeitgefühl verhält sich ambivalent, denn einerseits kämpfe ich immer noch gegen die Unmenge an mich überfallenden Eindrücken an, was mich in die erste Woche zurückversetzt. Auf der anderen Seite, im Hinblick auf Deutschland, fühlt es sich so an, als wenn ich mein letztes Schnitzel vor zwei Jahren gegessen hätte. Deshalb kommt es immer darauf an, wann ihr mich fragt. Abends, den ereignisreichen Tag verarbeitend, fühle ich mich wie frisch gelandet und beim Blick aufs Handy nach dem Aufstehen erschreckt mich das marschierende Datum.

      Krank sein in Ghana ist kein Witz. Letztens habe ich einen Magen-Darm Virus umher getragen und verzweifelte zwischenzeitlich daran, dass die Lebensmittel die ich zu mir nahm, egal ob flüssig oder fest, höchstens eine Stunde ihrer Zeit opferten, bis sie von meinem Körper gelangweilt waren und zu ihrem ursprünglichen Eingang zurückschossen.

      Zwei Tage lang, lag ich im Krankenhaus und habe mich in Form eines über mir hängenden Plastikbeutels ernährt. Es war beängstigend, 48 Stunden lang eine Infusion nach der Anderen gespritzt zu bekommen und den Mund nur zum Sprechen zu öffnen.

      Mein Körper brauchte eine Woche bis er sich erholt hat. Trotzdem ging es mir nicht sofort wieder gut, denn ich habe auch gemerkt, wie meine Psyche unter der Krankheit gelitten hat. Auch wenn sich bestens, wirklich bestens, um mich gekümmert wurde, ich immer eine liebevolle Person in meiner Nähe hatte und die Krankenschwestern, trotz zwölfstündiger Nachtschicht, lächelnd die Beutel auswechselten, habe ich mich das erste Mal unwohl gefühlt. Unwohl, weil ich lieber mit mir bekannten Gerichten, Magen-Roulette spielen wollte. Unwohl, weil ich das erste mal “Heimweh” bekommen habe.

      Warum ich “Zuhause” und “Heimweh” in Anführungszeichen einsperre? Obwohl ich mein einmetervierzig breites Bett, Zwieback, meine, mir Zitronentee hochbringende Mama und vieles mehr vermisste, entspricht “Heimweh” nicht der Wahrheit. Denn mein Heim befindet sich jetzt viertausend Kilometer südlich von den mir fehlenden Dingen. Mein Zuhause ist Ghana. Und das gilt es zu realisieren.

      Es ist herausfordernd und anstrengend, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es richtig ist und auch wenn ich ab und an überfordert bin und das Gefühl habe, keine Fortschritte, sondern eher Schritte zurück zu machen, sind diese Kleinigkeiten in meiner Sprache, Beweis dafür, dass ich eben doch fortschreite und mich einlebe.

      Ein weiteres, alltäglicheres Beispiel ist das Essenholen. Anfangs war es schwierig, Essenstände erstmal zu identifizieren und dann noch von anderen zu unterscheiden, denn die meist weiblichen Verkäuferinnen, schildern ihren Stand und ihre Speisekarte nicht aus, sondern kochen die Gerichte am Straßenrand und verkaufen dann mündlich. Jetzt, auch wo ich meine Gegend immer besser kenne, fallen mir kleine Details auf, die mich eine Bäckerei von einem Fufuladen (babamäßiges Gericht) unterscheiden lassen. Vor paar Wochen hatte ich, oder wir als Freiwillige allgemein, zusätzlich das Problem, dass wir nicht wussten wie viel wir bestellen sollen. Beispiel: Man bestellt nicht ein halbes oder ganzes Laib Brot, sondern den halben oder den gesamten Preis. Aus “Ein Laib Vollkornbrot, geschnitten bitte”, wird “Please, can I have Wheatbread, 14 Cedis (ungefähr ein Euro)” Sobald man also weiß, wie viel das ganze Laib Brot kostet, kann man rumspielen und nur ein Teil des Brots bestellen. Wenn man aber den Gesamtpreis nicht kennt, eben weil es keine Preisschilder gibt, entstehen viele, auch noch durch Sprachbarrieren verschärfte, Missverständnisse.

      Mir ist aufgefallen, dass solche Kommunikationsschwierigkeiten ein versteckter Segen sind. Man ist nämlich nicht nur dazu gezwungen, täglich seine Comfortzone zu verlassen, um stammelnd auf das gewünschte Brot zu zeigen, was wiederum Selbstvertrauen aufbaut, sondern man befindet sich auch automatisch immer in einem kulturellen Austausch, denn man kann nicht an einem Display bestellen, mit Karte zahlen und schließlich sein Essen wortlos an der Theke abholen.

      Lasst euch davon aber nicht voreinnehmen, denn in anderen Ecken Accras bekomme ich auf einmal das komisch-gewohnte Gefühl, im Industriegebiet Nellingens zu sitzen und ein McSundae Karamell auszulöffeln. Dann ruft mir die Realität wieder ins Gedächtnis, dass es global player, wie McDonalds wirklich auf dem ganzen Globus gibt.

      Was ich damit sagen möchte, ist, dass man hier an alles (und viel mehr) kommt und man theoretisch in den selben, zwar mit etwas abgeänderter Speisekarte, Fast Food Restaurants essen kann. Wenn ich daran denke, dass in meinem Koffer mehr als ein Liter deutsche Zahnpasta darauf wartet, endlich ausgepackt zu werden oder wenn ich mich an meine ewiglange Packliste erinnre, kann mein Zwei-Monate-in-Ghana-altes-Ich, gar nicht anders, als mein 24-Stunden-vor-Abflug-Ich, auszulachen.
      Falls jemand von euch vorhat nach Ghana zu reisen, entspann Dich.

      Zu guter Letzt, möchte ich euch noch einen Einblick in meinen Arbeitsalltag schenken.

      Wie der Name meiner Einsatzstelle, “DUNK”, verspricht, dreht sich vieles um Basketball. Aber nicht alles. Anfangs habe ich etwas am Projekt gezweifelt, vor allem weil mir aufgefallen ist, dass sobald man Leuten, außerhalb der nahen Umgebung, erklärt, dass man keinen Urlaub macht, sondern tatsächlich für eine Basketball-Bildungs-Organisation arbeitet, eher Fragezeichen, anstatt Glühbirnen über den Köpfen erscheinen. Nun bin ich fest davon überzeugt, dass DUNK nicht annähernd die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient. Mir fällt es an den Kindern und den hartarbeitenden Mitarbeitern auf. Unsere “Beneficaries” kleiden sich im Vergleich zu den anderen einheimischen Kindern gepflegter und weisen sie auf Fehlverhalten (zum Beispiel Müll rumliegen lassen) hin.

      Neben solchen Softskills erfahren sie natürlich auch übliche Bildung. In der Bücherei in Jamestown, die jeden Tag der 5-tägigen Woche geöffnet und beaufsichtigt ist, lernen die jungen Kinder das Lesen und die Älteren machen ihre Hausaufgaben.

      Dort durfte ich in der ersten Zeit kleineren Kindern die Wörter vorkauen und aufmerksam zuhörend, überprüfen, ob sie dem Wort einen Sinn zuweisen konnten und es entweder mit deutschem oder ghanaischem Akzent ausspucken. Falls nicht, habe ich das eigenartige Wort in noch kleinere Stücke gekaut und auf das dazugehörende Bild gezeigt. So konnten auch die komischsten Wörter geschluckt werden.

      Dies war ja ein Punkt in meiner damals ausgehändigten Job Description. Andere Punkte waren, Basketball zu coachen (assistieren), sowie, morgens im Büro, administrative Arbeit zu verrichten. Die Beschreibung war akkurat. Dennoch habe ich vor 3 Monaten gedacht, ich würde mich mehr auf dem Basketballplatz und in der Bücherei aufhalten.

      Vor ein paar Tagen hatte ich ein inspirierendes Gespräch mit meinem Chef, Mo, der mich realisieren lassen hat, dass jeder x-beliebige Jugendliche mit einem funktionierendem Schädel, etwas Verantwortung und ein wenig Basketballwissen, die damalige Vorstellung meiner Arbeit, erledigen könnte. Nun versuche ich das Basketball coachen und die Bücherei Aktivitäten, nicht als meine primären Aufgaben zu sehen, sondern als cooles Extra. Mir werden die Ressourcen bereitgestellt, selber Initative zu zeigen und diese in einem eigenem, kleinen, natürlich beaufsichtigtem, Projekt zu verwirklichen. Diese Realisation ist meine bisher größte Lernerfahrung und auch wenn ich mich noch nicht auf eine spezifische Projektidee festgelegt habe, spüre ich, wie ich die Herausforderung annehmen möchte.

      Mo und Ich glauben, dass ein großes Problem des weltwärts Freiwilligendienst, der fehlende Leistungsdruck ist.

      Ich kann nur von DUNK sprechen, aber durch die gerade beschriebene Flexibilität in meiner Arbeitsgestaltung fällt viel Verantwortung auf mich und meinen Willen, Initiative zu zeigen, zurück. Deshalb glaube ich, dass die nächsten Wochen sehr wichtig werden, da ich mein erstes Projekt in die Welt setzen möchte und der größte Teil meiner Arbeitszeit davon abhängig sein wird. Auf der anderen Seite, weiß ich, dass ich als Schüler zum Beispiel produktiver und noch ergebnisorientierter arbeiten würde, da ich extrinsischen Druck, durch die Notenverleihung spüren würde. Trotzdem habe ich das Verlangen, etwas beizutragen und, auch wenn es nur für ein klitzeskleines Projekt ist, unersetzlich und wertvoll, zu sein. Nebenher finden ja auch noch die Basketballaktivitäten statt.
      Diese Balance gibt mir die Möglichkeit, eine, in meinem Kopf herumschwirrende, Idee in etwas tatkräftiges zu verwandeln und, ohne dass ich von der auf mich zurollenden Verantwortung erschlagen werde, etwas hochziehen kann, von dem, die jugendorientierte und so leidenschaftliche Organisation, hoffentlich, profitieren kann. Bisher fühlt es sich nämlich noch so an, als ob ich DUNK, dafür dass sie mich liebevoll aufnehmen und bilden, nichts greifbares zurückgeben kann.

      Für mich ist DUNK eine Definition von Gemeinnützigkeit, da ich mit eigenen Augen sehe, wie die erarbeitenden Spendengelder so investiert werden, dass die Kinder und Jugendlichen, und sonst keiner, davon profitieren. Sei es mittels Trainingsequipment, Workshops, Turnieren, Kunststudio (https://www.instagram.com/slumartstudios/), Bücher, Stipendien oder Sonstigem. DUNK ist professionell und gut.

      Bisher habe ich mich morgens verschiedenen Aufgaben angenommen, wie zum Beispiel dem Basketball Inventar, Spielerprofile erstellen, Turniere zu planen oder die Bücherei intakt zu halten. Alles schön und gut, und sicherlich auch wertvoll, aber so langsam möchte ich anfangen, einen Fußabdruck zu treten.

      Euer Jascha

      https://www.dunkgrassroots.org
      https://www.instagram.com/dunkgrassroots_gh/
      https://web.facebook.com/DUNKgrassroots/?_rdc=1…
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    • Day 7

      Strandurlaub

      February 18 in Ghana

      Ein Grund in das „Big Milly´s“ zu fahren, ist die Möglichkeit zu Surfen. Zu viel darf man allerdings nicht erwarten: Auf einer Website zur Vorhersage für Surfbedingungen, bekommt der Strand in Krokrobite im Optimalfall zwei von zehn Sternen. Klingt wenig, ist wenig. Da ich noch blutiger Anfänger bin, war mir das aber egal, ich wollte eh nur Weißwasserwellen angehen.

      Direkt am Morgen um 08:00 Uhr hatte ich mich mit Isa bei „Joshua´s Surfschool“ verabredet, einem kleinen Schuppen direkt an unserem Strandzugang. Joshua war ein super netter, ghanaischer Surflehrer, aber wir waren geizig, deshalb mieteten wir lediglich zwei Boards (5€/h) und verzichteten auf eine Einführungsstunde. Von dort mussten wir etwa 15 Minuten den Strand entlanglaufen, um zum Surfspot zu kommen. Die Szenerie verändert sich nicht und so stürzten wir uns mit dem Slum im Rücken in die Wellen, ein komisches Gefühl.

      Die Brandung war ziemlich kräftig, mein Anfängerboard riesig und ich total ungeschickt, entsprechend viel wurde ich einfach nur herumgeworfen. Aber letztlich bekam ich doch zwei, drei Wellen und nach einer guten Stunde hatten wir genug Salzwasser geschluckt und traten den Rückweg an.
      Wieder im Resort angekommen, die Temperatur war mittlerweile deutlich gestiegen, hatten wir Lust auf etwas Frisches. Also zogen Isa und ich uns schnell um und machten einen Spaziergang in der umliegenden Gegend, auf der Suche nach Obst und anderen Leckereien. Letztlich bestand unser Frühstück aus Mango, Papaya, ghanaischen Orangen und Black Berries.

      Black Berries sind keine Heidelbeeren, sondern eine wirre Mischung aus Nuss und Beere. Unter der harten, dünnen Schale, die etwas an Bucheckern erinnert, ist eine pelzige, weiche Frucht mit einem kleinen, harten Kern. Sobald ich mich an die Konsistenz gewöhnt hatte, fand ich sie richtig gut! Die ghanaische Orange ist etwas anders als die klassischen europäischen Varianten. Sie ist grün und wird nicht geschält und gegessen, sondern nur gekappt und dann direkt in den Mund ausgequetscht.

      Den Rest des Tages passierte nicht viel, die Mädels genossen den Strand, aber ich hatte schon genug Sonne abbekommen und fläzte mich im Schatten des Pavillons. Wie ich schon vermutet hatte, handelte es sich um ein Erholungswochenende und da ich noch keine Erholung brauchte, langweilte ich mich etwas.

      Am Abend war „Cultural Night“ mit einem Auftritt einer Trommlergruppe und einer Gruppe Akrobaten. Die Tänzer erzählten mit ihren Bewegungen echt unterhaltsame Geschichte zum Rhythmus der Musiker, unter anderem die einer Gruppe Fischer auf Brautschau.

      Müde vom Nichtstun und zu faul für ausgiebigen Smalltalk mit den anderen Gästen ging ich nach der Vorstellung ziemlich direkt ins Bett, immerhin wollte ich am nächsten Morgen wieder Surfen gehen!
      Der zweite Tag im Big Milly´s lief genau so ab, wie der erste: Surfen, Frühstücken, Faulenzen. Mal lief ich etwas am Strand herum, mal schrieb ich Reisetagebuch und mal ergab sich ein nettes Gespräch mit den anderen Leuten im Hotel, aber etwas Spektakuläres erlebte ich nicht.

      Dafür sollte es am Abend wieder Programm geben: Reggea-Night! Tatsächlich füllte sich das Big Milly´s ab 18:00 langsam mit Abendgästen, größtenteils Ghanaer aus Accra, die hier ihr Wochenende verbringen wollten, bis es am Ende richtig voll wurde. Und dann, so ab 20:00 Uhr, fing die Band an zu spielen. Die Stimmung war super, viele waren auf der Tanzfläche und aus der Ecke mit dem Billiardtisch zogen dicke Schwaden Marihuana herüber. Es war keinen Grad abgekühlt und mein T-Shirt klebte mir am Körper, fast wie zuhause im LT-Club, herrlich.

      Ich hatte am Tag Emmanuel kennengelernt, er war Teil der Akrobatengruppe vom Vorabend. Auf der Tanzfläche traf ich ihn wieder und er machte es sich zur Aufgabe, einem Körperklaus wie mir ghanaische Dancemoves beizubringen. Das Ergebnis war – sehenswert. Jedenfalls hatte ich extrem viel Spaß und verließ die Tanzfläche erst gegen 00:30 Uhr.
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    • Day 151

      Selbstverantwortung

      February 7 in Ghana ⋅ ☀️ 31 °C

      “Ein halbes Jahr braucht der Lehrer jetzt schon, bis er fertig ist mit Korrigieren.”

      Ich grüße Euch warm und ruhig. Die Schule hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf mich und ich fange jetzt erst an, angeeignete Denkmuster und Gewohnheiten zu entdecken. Wir haben eine Art zu lernen, gelernt. Aber eben nur eine. Das Fehlen eines Bestätigungssystem stresst mich.

      Recht Früh, ungefähr nach dem ersten Monat meines nicht mehr neuen Arbeitsalltags, habe ich das erste Rückbleibsel des Schulalltags entdeckt. Ein positives. Während vor fünf Jahren um 14 Uhr an einem durchschnittlichen Wochentag schon seit zwei Stunden verpixelte Schwerter und Baublöcke in meinem Kopf rumschwirrten, ist mein Arbeitstag heute gerade mal zur Hälfte vorbei.

      Es war ein nicht wertgeschätzter Luxus, die zweite Hälfte des Tags frei gestalten zu können. An einem Wochenende habe ich diese Erkenntnis gemacht, denn vor allem Sonntags und Montags klammere ich mich an die 48 frei gestaltbaren Stunden und schaue dem unaufhaltbaren Zeiger nach. (meine untere Woche endet Samstags)

      Ich bin mir sicher, dass auch dieser Stundenplan zur Gewohnheit wird und man leichter Wege findet, die Sekunden vor und nach dem Arbeitsblock energievoll zu nutzen, aber es kann langfristig doch nicht gesund sein, täglich acht Stunden im gleichen Setting, zu arbeiten. Mal davon abgesehen, dass es erschöpfend ist, den Großteil des Sonnenlichts in einem schattig, sitzenden Umfeld zu verbringen und es mir nicht möglich erscheint, sich, ohne Situationswechsel, für diesen langen Zeitraum zu konzentrieren, stresst mich das Konzept der Arbeitszeit mehr, als die zu verrichtende Arbeit selbst.
      Von 10 Uhr morgens bis 18 Uhr Abends fühlt es sich falsch an, arbeitsunabhängige Sachen zu tun. Ein Blick auf die, vom Doppelpunkt getrennten, Zahlen auf dem Handy reicht also aus, um in uns ein Gefühl von Unproduktivität auszulösen. Ausgeschlossen der Mittagspause natürlich. Eine Stunde in der man schnellstmöglich alle, am morgen ausgedachten, Gedanken wegschiebt.

      Mit meiner jetzigen Arbeitssituation bin ich trotzdem sehr zufrieden. Basketballtrainings am Nachmittag gleichen den interessanten, aber energieziehenden Vormittag aus, so dass ich mich im Konstrukt der Arbeitszeiten gut zurecht finde. Bei DUNK arbeite ich in einer mich inspirierenden Umgebung und ich bin einer Platform ausgesetzt, die es mir ermöglicht, kreative Gedanken zu teilen und verwirklichen. Ob ich’s dann auch wirklich mache und wie diese Projekte aussehen, ist meine Verantwortung.

      Selbstverantwortung ist ein Stichwort und Gefühl, das mich seit den letzten 4 Monaten begleitet. Auch das Verantworten hat einen Bezug zu meiner Schulzeit.

      Zehn Jahre lang hat uns unsere Jugend durch ein Labyrinth ohne Abbiegungen geschoben. Zeit als Antriebskraft. Abi als Ziel. Aber was als Perspektive?

      Minimale Gestaltungsmöglichkeiten machten das Schulleben bis hin zur Oberstufe zu einem starren, einfachen Weg, den man nicht hinterfragt hat. Wieso sollte man sich mit seinem “Leben nach der Schule” beschäftigen, wenn man Montags und Freitags drei Stunden Bio hat, oder Dienstags, Mittwochs und Donnerstags drei mal die Woche Sportunterricht?
      Die Fächer und Themen waren gesetzt, es gab also keinen Raum, in dem man sich selbst und seinen Interessen ausgesetzt war. Keine Motivation, über die vom Lehrplan diktierten Inhalte, hinaus zu denken.
      Ab der Oberstufe wurde es besser, weil es mehr Möglichkeiten gab, vor allem seine Leistungskurse, zu wählen. Aber nach dem man die 2 wöchige Frist zum Kurswechseln am Anfang der K1 verpennt hat, war die Wahl auch wieder einmalig und die, in Kursen getarnten, Fächer, gesetzt. Kein Raum für Veränderung. Kein Raum für Selbstbeschäftigung. Nur der Inhalt des jeweiligen Fachs selbst.

      In den Fächern selbst gab es ähnlich wenig Freiraum, was unter anderem dazu führte, dass die Frage, was ich denn später machen wolle, meist auf ein “Hasch ja au no Zeit” rauslief. Dadurch, dass es klar war, was wir wie, wo, wann und mit welchem Lehrer lernen, habe ich mich der Verantwortung entzogen, mich mit meinen eigentlichen Interessen und zukünftigen Lebensvorstellungen zu beschäftigen.

      Dieser Blogeintrag ist ein Ausschnitt meiner Gedanken, ich kritisiere nur indirekt das Schulsystem, indem ich einige überraschende Rückstände aufschreibe. Verbesserungsvorschläge habe ich nicht. Noch nicht.

      Lasst mich zum Einleitungssatz zurück kommen. Ein halbes Jahr ist es her, seitdem die Herzen im Klassenzimmer schneller schlugen, seitdem die rot umkreisten “Notenpunkte” darauf warteten, von fixierten Augen entdeckt zu werden. Das Seufzen, die Beleidigungen oder die “JA MANN!”s wurden nur gedämpft wahrgenommen, während die Gesamtpunktzahl mit der Zahl im Taschenrechner verglichen wurde.

      Eine Beobachtung: Auf dem Weg durch die Klassenzimmertür zum Schulhof, um sich bei den Anderen um die ungerechte mündliche Note zu beschweren, konnte man die selben, umkringelten, meist einstelligen Notenpunkte im Mülleimer finden.
      Die Klausuren und vor allem die wertvollen Antworten, wurden teilweise direkt weggeschmissen. Und somit das gelernte Wissen.

      Trotzdem fühlt es sich im Gegensatz zur Schulzeit jetzt so an, als ob ich nichts lerne. Dabei weiß ich, dass ich sogar mehr lerne. Wieso?

      Weil es kein Bestätigungssystem mehr gibt. Ein Teil von mir wartet wie gewohnt auf Benotungen, aber nun gibt es keine externe Instanz mehr. Kein Lehrer der mich korrigiert und bestätigt.
      Wenn ich damals sporttheoretische Prinzipien auswendig gelernt habe, hatte ich ein paar Wochen später einen Beweis, dass ich mir das Wissen angeeignet habe.
      Eine Metrik, die mir sagt, ob und zu welchem Ausmaß ich ein Thema gelernt habe. Dabei konnte ich die Prinzipien bis dahin gar nicht mehr auswendig.

      Heute sagt mir mein Nachbar, ich habe mich gut eingelebt. Dementsprechend muss ich ghanaische Verhaltensmuster gelernt und mir angeeignet haben, oder? Trotzdem fühlt es sich ohne Zahl, ohne Nummer, die evaluiert und bestätigt, nicht danach an.

      Eine letzte Sache: Der Notendurchschnitt zum Ende der Halbjahre, war eine Einheit, die Entwicklung angegeben hat. Zu wie viel Nachkommastellen
      hat man sich verbessert oder verschlechtert?

      Dieser Vergleichswert alleine hat aber natürlich nicht gereicht. Man hat sich automatisch mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern verglichen. Dabei sollten die Notenskalen an sich doch der Vergleichswert und die Bestätigung sein, dass man etwas, zu einem gewissen Ausmaß, gelernt hat. Die Metrik alleine (1-6; 15-0) und die dazugehörigen Bezeichnungen waren aber mangelhaft und ungenügend.

      Das Zeugnis gab also eine Übersicht, wo man gerade steht, wo man stand und wo die anderen stehen. Durch “Was hast du für’n Schnitt?” wurden die Noten auch gerne auf die komplette Entwicklung, auf den ganzen Menschen projektiert, dabei erfassen sie nur so wenig.

      Eltern kennen das vielleicht. Auf die Frage, wie sich der Kleine denn mache, wird tendenziell eher auf die Schulentwicklung, in Form von Testergebnissen oder Lehrergesprächen, verwiesen und nicht darauf, wie er sich mittlerweile seine Schuhe selber bindet und den Schulweg alleine läuft. (Habe keinen Beweis und vielleicht kommt’s euch trotzdem bekannt vor.)

      Zahlen in Metriken sind anschaulich und bestätigend. Ich würde mich über eine Zwei im Verhalten, nachdem ich die letzten Jahre immer Dreier hatte und letztes Jahr sogar eine vier, auch mehr in meiner Entwicklung bestätigt fühlen, als wenn mir der Lehrer sagt “Du benimmst dich ja gar nicht mehr so schlimm wie Früher…”

      Es gibt keine Noten mehr. Seit letztem Sommer führt mich niemand mehr durch das Labyrinth. Aus keinen Abbiegungen, wurden unendlich viele. (M)eine Definition von Selbstverantwortung.

      Bilder und ein Update von mir folgen. Danke, dass Ihr euch die Zeit nehmt, meinen Blog zu lesen. Feedback und weiterleiten ist willkommen.

      Ganz liebe Grüße,
      Euer Jascha
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    • Day 11

      Kurze Geschichte

      September 20, 2022 in Ghana ⋅ ☀️ 27 °C

      Erzählung über meinen ersten Arbeitstag

      Schlechter werdenden Gewissens, schaue ich immer wieder nach unten auf den Startbildschirm meines Handys. Dann wieder nach oben. Keinen Zentimeter weiter.
      Mein Magen spielt bereits Basketball, ich fühle, wie sich eine Schweißperle an der rechten Augenbraue vorbeischleicht und auf meinen, hektisch auf und ab wippenden, Oberschenkel tropft. Ich werde die Wasserverkäuferin an meinem Fenster nicht los, da startet unser Taxifahrer einen Versuch der Deeskalation, indem er den, am Seitenspiegel vorbeirasenden, Rollerfahrer freundlich auf die Verkehrsregeln, hinweist, während sich Cleo von der Rückbank meldet. “Ich halte es nicht mehr aus, lass uns aussteigen!”

      Ich bin zu spät. Und das an meinem ersten Arbeitstag.

      Es war bereits die dritte Nachricht, die ich meinem neuen Chef, Eric, gesendet habe, um ihn über mein Zuspätkommen zu informieren. Graue Haken. Noch immer auf dem Beifahrersitz s(chw)itzend, hörte ich mich schließlich Cleo zustimmen. Ohne davon Notiz zu nehmen, bezahlte ich den Taxifahrer und stieg aus.

      Der stressigen Situation entkommen, atmete ich durch und sammelte mich. Der Gehweg wurde nun zur linken Spur, als Cleo und ich mit moderater Schrittgeschwindigkeit an den, im Stau stehenden, Autos vorbeizogen. Nach einem halbstündigen Spaziergang entlang des glühenden Highways kam ich um Zehn nach Zehn endlich an. Neun Uhr war ausgemacht.

      Unsicher klopfte ich an der Bürotür. Entschuldigung schon formuliert, hoffte ich aufs Beste, die folgenden Minuten wurden aber noch viel besser…

      Von Eric war breit und weit keine Spur und außer einer Person wusste niemand im gesamten Office, dass ich kommen würde, geschweige denn, was meine Aufgabe war.
      So stellte ich mich den Festangestellten vor und wartete gespannt. Eine Stunde später, also insgesamt 2 Stunden nach dem vereinbarten Termin, traf Eric ein.

      Mit seinen knapp 2 Metern, schüchtert er auf den ersten Blick natürlich ein, aber schnell wurde mir klar, dass er ein lustiger und liebevoller Brocken ist. Wir haben uns sofort gut verstanden. Er zeigte mir das Wichtigste, stellte mich dem Rest der Bande vor und zerstörte mich abschließend noch auf dem Basketballplatz. Ein gelungener, erster Arbeitstag.

      In Deutschland ist Unpünktlichkeit am ersten Arbeitstag zwar kein Weltuntergang, würde aber beim neuen, auf die Uhr schielenden, Arbeitgeber bestimmt für Zweifel sorgen. Der andere Bewerber wäre vielleicht doch gescheiter gewesen.

      In Ghana ist das kein Grund zur Aufregung, hier ist man nämlich zu spät und
      im Nachhinein, immer mehr an das entspannte, ghanaische Zeitgefühl gewöhnt, mache ich mich darüber lustig, aus dem Taxi gestiegen und den restlichen Weg in der Hitze gelaufen zu sein.

      Cleo ist übrigens eine Mitfreiwillige und Freundin von mir. Sie arbeitet direkt neben meiner Einsatzstelle in einem Theater. Wir fahren jeden morgen zusammen nach Jamestown. Unser neuer Arbeitsort, direkt an Accras Küste.

      Bald mehr.

      Euer Jascha
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    You might also know this place by the following names:

    Accra, AMA

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