Granny meets the world

KERSTIN: 50+; Mutter; Großmutter; Single; Reisende privat und beruflich; MOTIVATION für diesen Blog: Familie und Freunde über meine Reiseabenteuer auf dem Laufenden zu halten; Reisetagebuch; Eindrücke, Erlebnisse, Fotos und Gedanken teilen;
Living in: Erfurt, Deutschland
  • Day5

    Adventure pur

    June 13, 2019 in Sweden ⋅ ☁️ 8 °C

    Ich wusste schon, was heute Morgen auf mich zukommt. Als Camper beschäftigt Frau sich ausführlich mit dem Wetterbericht.
    Regen und richtig viel davon, war angesagt. Ich hatte am Abend vorher noch überlegt, alles abzubauen und im Auto zu schlafen, aber nö, ich hatte den Platz bezahlt und wollte es gemütlich. Ich habe dann nur alles soweit weggepackt, dass nur noch das Zelt und dessen Inhalt, Isomatte und Schlafsack einzuräumen waren.
    Und natürlich hat es geregt, zwar nicht so heftig, wie angedroht, so dass ich beim Abbau nicht ganz so nass geworden bin.
    Ohne Frühstück bin ich erstmal gestartet, in der Hoffnung, dass der Regen aufhört und ich ein gemütliches Plätzchen zum Frühstücken finden.
    Und davon gibt es hier jede Menge. Gegen zehn hat der Regen eine Pause eingelegte und ich meinen Platz hoch über einem rauschenden Fluss mit Picknickbank gefunden. Ich hätte da glatt bleiben können, aber es war viel zu früh, um sich einen Platz für die Nacht zu suchen. Ich wollte den Regentag zum Fahren Richtung Norden nutzen.
    Und auf meinem Weg, irgendwo im nirgendwo, steht er plötzlich auf der Straße.... ein Elch. Ich erstmal gebremst und er.....
    trottet ganz gemütlich auf die andere Straßenseite und verschwindet im Dickicht. Was für ein toller Anblick. Ich war natürlich viel zu langsam mit dem Handy, die Kamera war überhaupt nicht griffbereit.
    Nach etlichen Kilometern haben ich dann noch einen perfekten Platz zum Übernachten gefunden. Oft sind das Privatgrundstück und die Eigentümer lassen das Campen zu, reglementieren es aber, da viele Touri‘s das Jedermannsrecht für sich auslegen und das oft nicht so, wie es mal gedacht war. An diesem traumhaften Platz hat der Eigentümer eine klare Botschaft hinterlassen „Only one days camp“ und deinen Müll sollst du mitnehmen.
    Es gab eine Feuerstelle und es lag sogar Holz da. Perfekt 👌. Und ich habe mich wie Bolle gefreut, dass ich das Feuer anbekommen habe, da das Holz durch den Regen doch recht feucht war.
    Es war urig, ich hab den Rest Glühwein getrunken und einen Weißwein zum Glühwein gemacht, Fotos sortiert, meinen Reisebericht geschriebene, auf’s Wasser gestarrt. Gegen Mitternacht ging mein Feuer langsam aus, es war aber noch richtig hell, da verliert man das Zeitgefühl.
    Mein Zelt habe ich dann aufgebaut und mich in den Schlafsack verkrochen. Ohne Schiss, was sollte auch passieren, es wurde ja nicht mal dunkel. Das ist nur unser Kopf, der Ängste produziert.
    Ich habe herrlich geschlafen in meiner ersten Wildcampnacht ganz allein. Es gab nur ein Völkchen, das sehr angriffslustig war, die Mücken. Aber dieser Platz war jeden Mückenstich wert 😊.
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  • Day4

    Wandern im Nationalpark Fulufjället

    June 12, 2019 in Sweden ⋅ ☁️ 8 °C

    Gestern noch ein herrlicher Sonnenuntergang und am Tag auch recht warm....und heute, sehr bewölkt und frisch. Aber ich wollte ja wandern und nicht baden.
    140 km Wanderwege führen durch den Nationalpark, darunter auch ein Abschnitt des bekannten Fernwanderweges Kungsleden.
    Ich wollte jetzt nicht so weit. Erst zum Wasserfall, mit 93 Metern ist der Njupeskär Schwedens höchster Wasserfall und dann eine Runde um den Wasserfall. Was heißt um... hoch auf den Berg, über eine Brücke und dann wieder runter vom Berg. 6,5 km klingt jetzt auch nicht so schlimm weit. Ich hatte mich schon gewundert, dass die Zeitangabe für diese Wanderung bei über drei Stunden lag. Normalerweise sind diese Angaben immer sehr sportlich. Ich benötige immer länger, da die Aussicht genossen werden muss oder ein paar Fotos gemacht werden müssen. Jetzt weiß ich, warum diese Zeitangabe so lang war.
    Aber erst mal von vorn. Es gibt unterhalb des Wasserfalls einen kleinen Aussichtspunkt. Dort habe ich die ersten Fotos gemacht. Eine Schwedin hat mich angesprochen, ob ich wüsste, was das heute für ein besonderer Tag ist.
    Sie erzählte mir, dass die Kronprinzessin heute hier sein wird. Ich dachte ja ich habe sie falsch verstanden. Auch wenn sie total begeistert klang und sich gefreut hat wie ein Keks. Prinzessin, so ein Quatsch. Da wären hier Sicherheitskräfte ohne Ende. Ich bin dann gemütlich direkt zum Wasserfall, habe meine Fotos gemacht und als ich auf dem Rückweg zu diesem Aussichtspunkt zurück kam.... ein riesen Menschenauflauf dort. Und da stand wirklich, Schwedens Kronprinzessin Victoria und jede Menge Fotografen.
    Ok, hab ein schnelles Beweisfoto gemacht, die Menschen dort wollten alle ein Selfi mit ihr, wie peinlich, und hab mich dann auf meinen Wanderweg begeben. Der Menschenauflauf ist mir dann aber gefolgt 😳. Also habe ich den Tross aus Prinzessin und Kameraleuten erstmal an mir vorbei ziehen lassen. Die Frau kann einem fast leid tun, immer mit solchem Anhängsel unterwegs. Aber meinen Respekt, sie ist da auch hochgekraxelt. Es war keine Sänfte dabei 🤣.
    Der Wanderweg begann eigentlich ganz gemütlich, bis man nach ca. zwei Kilometern nur noch über Geröllfelder geklettert ist. So ging das fast bis zum Ende des Abstiegs. Wenn nicht überall orange Markierung auf den Steinen gewesen wären, hätte man nicht vermutet, auf dem richtigen Weg zu sein. Sehr anstrengend, mit tollen Ausblicken, aber schön. Jetzt weiß ich, warum die Zeitangabe so hoch war. Ich habe über vier Stunden gebraucht.
    Zurück auf dem Campingplatz haben mich meine Nachbarn gefragt, was ich denn so gemacht habe. Ich nur, war wandern am Wasserfall. Sie darauf, hast du die Prinzessin gesehen? Hä, woher wisst ihr das? Muss heute an der Rezeption Gespächsthema gewesen sein.
    Ich so, ja, ist ca. ein Meter an mir vorbei gelaufen und hat „Hi, hi, zu mir gesagt.
    Die Mädels sind fast ausgeflippt. 😳 Was, echt, hast du Fotos....omg, was war ich plötzlich spannend, nur weil Schwedens Kronprinzessin im Wanderoutfit an mir vorbeigegangen ist. Manchmal verstehe ich die Menschen nicht.
    Meine Abendgestaltung wurde auch noch lustig.
    Der Campingplatz hat einen gemütlichen Aufenthaltsraum. Da es heute zu kalt war, um vor dem Zelt zu sitzen, habe ich mich dort niedergelassenen, um meine Fotos zu sortieren und meinen Tagesbericht hier zu schreiben.
    Dort saßen zwei französische Pärchen beim Abendessen. Nach dem Essen fingen sie an Karten zu spielen und fragten mich, ob ich mitspielen will.... Keine Ahnung, was sie gespielt haben. Mein Englisch ist ja schon schlecht... ihres war noch viel schlechter, sie haben versucht, es mir mit Händen und Füßen zu erklären... wir hatten Spaß, verstanden habe ich nichts.
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  • Day3

    Continue on the way to the north

    June 11, 2019 in Sweden ⋅ ☁️ 12 °C

    Ein paar Kilometer weiter Richtung Norden, hieß das Ziel. Wie weit es genau wird, keine Ahnung, ich lass mich da überraschen.
    Es gibt nur drei Daten, der 22., der 30. und der 02.07., an denen ich Pläne habe. An letzterem muss ich wieder zu Hause sein.
    Also bin ich erstmal einfach losgefahren. Keine Autobahn mehr, sondern nur noch Landstraße. schön gemütlich, da wo es schön war einfach mal anhalten und eine Kaffee in der Sonne trinken.
    Solange, bis ich keine Lust mehr hatte. Dann hab ich mir den nächsten Campingplatz rausgesucht und dort mein Zelt aufgebaut. Wieder schön am See, mit tollem Blick, in Särna.
    Ich habe mich gleich für zwei Nächte entschieden, da ich hier von Schwedens größtem Wasserfall gelesen hatte. Es folgt also ein Wandertag.
    Dieser Tag also völlig unspektakulär, es gab als krönenden Abschluss noch einen tollen Sonnenuntergang über dem See. Großartiges Farbenspiel am Himmel, so gegen Mitternacht.
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  • Day2

    WhatsApp Vorgänger und Anna

    June 10, 2019 in Sweden ⋅ ☀️ 15 °C

    Ich will nicht nur Kilometer schrubben auf dem Weg in den Norden. Deshalb gab es unterwegs etwas Wissen und Kultur.

    Die Radiostation Grimeton war mal ein Meilenstein auf dem Weg zur weltumspannenden Kommunikation. Zusammen mit zwanzig weiteren Anlagen dieser Art bildete sie ab Mitte der Zwanziger Jahre im letzten Jahrhundert ein weltumspannendes Funknetzwerk.
    Heute ist es der Einzige noch erhaltene und funktionierende Längstwellensender, dessen gesamtes Ausstattung aus den 1920er Jahren komplett vorhanden ist. Weshalb die Station 2004 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen wurde.
    Witzig sind die Geschichten drumherum. So hatten die Menschen damals Angst, dass diese riesigen Funkmasten Blitze anziehen könnten oder das die Schwänze ihrer Kühe von den Leitungen wie durch ein Wunder nach oben angezogen würden 😉.
    Es gibt ein kleines Museum, die Mitarbeitersiedlung, welche damals extra gebaut wurde, ist heute in Privatbesitz.
    Ringsherum Idylle pur....Kühe liegen faul auf den Wiesen unter den Sendemasten.

    Darf ich vorstellen.... das ist Anna. Sehr dominant thront dieser 14 Meter hohe Frauenkopf des spanischen Künstlers Jaume Plensa in diesem Skulpturenpark, nördlich von Göteborg und lässt ihren Blick über die Umgebung schweifen. „Sie“ hat mich auch am meisten beeindruckt.
    Der Skulpturenpark „Pilane“ ist schon etwas besonderes, zur Zeit neunzehn Skulpturen sind in der Landschaft verteilt. Ein bisschen wandern mit Kultur, großartige Ausblicke in die Landschaft und weidende Schafe mittendrin. Die Skulpturen in der Landschaft wechseln jährlich, nur Anna bleibt.
    Es waren aber auch „Kunstwerke“ dabei, wo ich mir gedacht habe, 🤔 ....schön ist anders oder das hätte ich besser hinbekommen oder was soll das!? Liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters.

    Nach so vielen Kilometern im Auto, wandern im Skulpturenpark und Bildung, musste eine Stärkung her. Das Herrenhaus Sundsby lag da auf meinem Weg. Ein alter Hof aus dem 14. Jahrhundert, liebevoll saniert in einem kleinen Park. Es gibt einen Hofladen, eine Bäckerei und ein gemütliches Café mit Garten. Unbedingt anhalten, falls ihr mal in der Gegend seit. Und für die Insider- Ja, ich habe industriell verarbeiteten Zucker konsumiert und es war lecker 😋.
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  • Day2

    Die Geschichte hinter dem Foto

    June 10, 2019 in Sweden ⋅ ⛅ 12 °C

    Heute mal eine Geschichte zum Foto...
    Natürlich hat jedes Foto eine Geschichte und die Situationen und Emotionen beim Fotografieren kennt eigentlich nur der Fotograf und eventuell beteiligte Personen. Betrachter kennen nicht das Drumherum.
    Die Geschichte zu diesem Foto hier hat für einen leichten Herzkasper bei mir gesorgt.
    Nachts gegen eins am Stadthafen von Malmö....
    Ich hatte den alten Leuchtturm schon in verschiedenen Perspektive fotografiert und wollte ein letztes Foto machen, mit der Spieglung der bunten Lichter.
    Als ich so vertieft in den Einstellungen meiner Kamera rumhantiere, nimmt mein Unterbewusstsein einen leichten Schatten links neben mir wahr. Ich habe da überhaupt noch nicht reagiert. Erst beim zweiten Mal und jetzt direkt neben meinem Fuß.... 🤔, mein Gehirn arbeitete im Hintergrund... Schatten... kleiner als eine Katze... größer als eine Maus...Aaaaaaa....Ratte 😳.
    Kurzer Herzstillstand... Stativ weggerissen und mich erstmal sehr schnell entfernt. Brrrrr! Die Gegend wirkte überhaupt nicht nach Ungeziefer, alles sehr schick.
    Das Vieh hat sich auch ganz schnell verkrochen...
    Ich habe das Foto doch noch gemacht, nach dem ich mich etwas beruhigt hatte. Ich werde bei diesem Foto aber immer diesen Schreck und Ekel im Kopf haben🥴.
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  • Day22

    Mein Sommer in Schweden - Fazit

    July 1, 2018 in Sweden ⋅ 🌙 14 °C

    Wenn mir vor fünf Jahren jemand erzählt hätte, dass ich mit dem Zelt alleine drei Wochen durch Schweden reisen werde..., ich hätte mal herzlich gelacht, das aber nie für möglich gehalten.
    Und heute, drei Wochen und ca. 4600 km später - es war der entspannteste und erholsamste Trip, den ich je gemacht habe. Das absolute Freiheitsgefühl - keine Termine, keine Uhr am Handgelenk, einfach tun, wozu man im Augenblick Lust hat und wenn es Nichtstun ist. Und auch immer wieder erstaunlich, mit wie wenig Dingen man doch auskommt, ohne etwas zu vermissen. Da passt mal wieder ein Zitat von Astrid Lindgren aus Ronja Räubertochter „War es nicht sonderbar, dass so wenig so glücklich machen konnte?“
    Und nein, ich werde mein Zelt nicht verkaufen, denn ich werde es wieder tun. Auch wenn ich die Reisenden im Camper schon etwas beneide. Du brauchst nur deinen Stuhl einräumen, den Stecker ziehen und bist wieder unterwegs. Ich habe da etwas länger gebraucht, bis alles abgebaut und verstaut war.
    Ich hatte sicher auch unheimliches Glück mit dem Wetter, Schweden ist jetzt nicht unbedingt das Land für Sonnenscheingarantie und drei Wochen nur Regen hätte sicher frustriert.
    Mir ist auch bewußt, dass nicht jeder sich in dieser Art seinen Urlaub zu verbringen wiederfindet. Für mich ist es auch ein Stück Herausforderung. Ich hatte sicher im Hinterkopf auch bedenken, was das Schlafen im Zelt betrifft, denn ich bin keine 25 mehr. Werden sich körperliche Einschränkungen bemerkbar machen, werde ich im Zelt frieren? Waren so die Bedenken. Ich habe weder gefroren, obwohl es Nächte mit Temperaturen unter 10 Grad gab, noch haben mich Rückenschmerzen oder ähnliches geplagt. Ich hatte ja auch morgens und abends meine Yogaübung. Das hab ich für mich so bezeichnet 😉 - oder wann habt ihr denn das letzte Mal eine Hose im Liegen an- oder ausgezogen 😉.
    Ich habe mich weder an einsamen Badestellen noch allein beim Wandern im Wald unwohl gefühlt. Ich bin einfach nur begeistert von diesen Landschaften, dieser Weite, dieser Stille, den tollen Sonnenuntergängen und Sonnenaufgängen...
    Ab Montag bestimmt die Uhr und mein Terminkalender wieder meinen Alltag und ich werde diese tollen Ausblicke aus meinem Zelt oder beim Frühstück vermissen.
    Schweden wird mich ganz sicher wiedersehen. Dieses Land ist so riesig und je nördlicher man kommt, um so schöner die Landschaften und um so einsamer die Gegend. Richtung Norden geht da noch einiges.
    Mal sehen, wo mein Zelt im nächsten Sommer steht. Norwegen hat auch spektakuläre Landschaften oder Island in Kombination mit den Färöer Inseln, da gibt es eine Fähre ab Dänemark hin...
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  • Day21

    Begegnungen

    June 30, 2018 in Sweden ⋅ 🌙 16 °C

    Drei Wochen ganz allein, ohne Kontakt, ohne Kommunikation mit anderen Menschen? Nein, das war es ganz sicher nicht. Es gab da einige Begegnungen. Ich habe natürlich Schweden getroffen, ich habe Landsleute aus Deutschland getroffen, Engländer, Schweizer, Niederländer, Österreicher, Polen...und, und, und.
    Hier nur mal ein paar Beispiele:
    Auf meinem ersten Campingplatz in Falsterbo habe ich an meinem letzten Abend zwei Jungs aus Deutschland den abendlichen Komfort gerettet. Ich kam gegen 23 Uhr vom Strand, das Licht war bei untergehender Sonne immer so toll, da standen die beiden mit ihren Rädern vor der um diese Uhrzeit geschlossen Rezeption. Ein häufiges Problem bei später Anreise. Einige Campingplätze stellen dir dann explizit frei, einfach einen Platz auszusuchen und am Morgen den CheckIn vorzunehmen, einige Plätze sind aber regelrecht zu. Aber selbst wenn du auf den Platz kommst, hast du keinen Zugang zu den Serviceeinrichtungen wie Toilette oder Dusche. Dafür benötigte man überall entweder einen Zahlencode, eine Chipkarte oder ganz oldschool einen Schlüssel.
    Die Jungs haben mich dann erstmal über die Gegebenheiten ausgefragt und sich dann entschieden zu bleiben und am Morgen einzuchecken, weil ich ihnen angebotenen habe meine Chipkarte für die sanitären Einrichtungen zu nutzen. Dafür gab es dann noch einen Erlebnisbericht, während sie ihr kleines Zelt neben meinem aufbauten. Die zwei sind den Radweg Berlin- Kopenhagen gefahren. Respekt! Da sie zeitlich so gut lagen und sie am Radfahren so einen Spaß hatten, sind sie einfach nach Schweden weiter geradelt. Und ich habe mir für meine „Rettung“ Punkte für‘s Karmakonto verdient 😉.
    Auf dem Platz in der Nähe von Vimmerby stand mir gegenüber ein Camper mit schwedischem Kennzeichen. Kennzeichen sagt aber nicht immer etwas über den Nutzer (ist bei meinem Auto ja auch so), denn genutzt hat ihn Sabine aus Fulda. Zwei alleinreisende Mädels kommen da schnell ins Gespräch. Wir waren dann gemeinsam wandern und haben einen Abend beim Wein gemütlich in ihrem Camper verbracht. Sie ist nach Stockholm geflogen und hat das Teil dort angemietet. Ich kam dann natürlich auch in den Genuss einer Camperbesichtigung, was natürlich Begehrlichkeiten geweckt hat- die Kosten lassen einen das wieder nüchtern betrachten.
    Eine ganz besondere Begegnung der etwas anderen Art hatte ich in Ystad auf dem Campingplatz. Ich war bis zum Abend mit meinem Radel unterwegs, der Ausflug nach Ales Stenar und das Mohnblumenfeld. Als ich zurück kam, stand zehn Meter neben meinem Zelt ein anderes kleines Zelt, Auto, deutsches Kennzeichen und ein Kajak oben drauf. Und ich denke so, ah, deutscher Nachbar, heute Kommunikation in meiner Muttersprache. Der Typ, ich schätze mal so Mitte 40, war so mufflig und maulfaul, das ich irgendwann aufgegeben habe und dann mit meinen schwedischen Nachbar ein Getränk genommen habe, die mir begeistert von ihren Urlauben in Schleswig-Holstein erzählt haben.
    Als der Typ am nächsten Morgen abgefahren ist, ich habe gerade gefrühstückt, hat er mich total erschrocken. Er hat einen ganzen Satz gesprochen - „Tschüss ich wünsche dir noch einen schönen Urlaub“ 😲.
    Auf meinem letzen Platz waren es die Schweizer, die waren dort in großer Anzahl vertreten, die Besitzerin des Campingplatzes war ein Schweitzer Mädel. Ich durfte jeden Abend die Angelerfolge der Männer bewundern und bin natürlich auch in den Genuss eines fangfrischen, gegrillten Fisches gekommen. Für solche Einladungen hatte ich genug Wein im Kofferraum 😂.
    Und sonst so... ich wurde auf jedem Platz angesprochen und das Thema war immer erstmal identisch.
    Mit dem Zelt ist man auf den Plätzen schon eine Ausnahme. Die kannst du meist an einer Hand abzählen. Die Meisten sind mit Camper, Wohnmobil oder Wohnwagen unterwegs. Und dann als Frau allein. Hier haben mich vor allem Mädels oder Frauen angesprochen und die Themen waren immer gleich. Allein, langweilig, einsam, Angst...hat die Menschen da beschäftigt.
    Männliche Zeitgenossen haben Hilfe angeboten oder Klugscheißer/ Besserwisser - Kommentare abgeliefert, wenn ich mein Zelt aufgebaut habe, während sie vor ihrem Luxuscamper gesessen haben 🙄.
    Es begegnet einem die gesamte Bandbreite menschlicher Charaktere, von lustig, über interessant, bis zum größten Ars...
    Langweilig war es nie. Campingplatz, auch so ein Ort für Studien über menschliches Miteinander.
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  • Day20

    Drive back home und drive in sweden

    June 29, 2018 in Sweden ⋅ 🌙 15 °C

    Fast 1700 Kilometer bis nach Hause. Ganz schön heftig. Da ich mich Richtung Norden immer nur in kleinen Etappen bewegt habe, hatte ich das garnicht so auf dem Schirm,
    Ich bin wieder gut zu Hause angekommen. Mit einer kurzen Übernachtung im Hotel „Golf“ irgendwo in Dänemark in der Nähe von Odense.
    Als ich vor drei Wochen Richtung Schweden aufgebrochen bin, hatte ich das Mantra im Kopf „Fuß vom Gas“. Ganz wichtig für mich als Geschwindigkeitsjunkie und es ist mir nicht schwer gefallen. Man benötigt zwar mehr Zeit, es ist aber einfach nur entspannt.
    Ich hatte mich noch gefreut, dass mein Navi mir auch die festen Blitzer in Schweden anzeigt... braucht man überhaupt nicht, das machen die Schweden selbst. Etwa 200-400 Meter vor jedem Blitzer steht ein Schild mit einer Kamera drauf und drüber noch mal die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Da muss man schon sehr schlafen, um das zu übersehen. Allerdings sind gerade die Landstraßen und Schnellstraßen damit regelrecht bepflastert.
    Trotzdem halten sich fast alle immer an die zulässigen Geschwindigkeiten und ich fand das sehr entspannend, in Schweden Auto zu fahren.
    Die Straßen sind leer. Da kommt dir manchmal ewig kein Auto entgegen. Ich habe noch nie so oft meinen Tempomat genutzt und konnte Kilometer schrubben, ohne einmal auf die Bremse zu treten. Ausgebremst oft nur durch die auch sehr zahlreichen Kreisverkehre.
    Und bei diesem geringen Tempo kann man schön links und rechts die Gegend anschauen und entdeckt das eine oder andere.
    Landstraßen sind manchmal nur so breit, da passt nur ein Auto hin. Wir würden die wohl unter Wirtschaftsweg einordnen oder manche nur als Feldweg. Was mache ich bei Gegenverkehr 🤔. Am Anfang habe ich mich gefragt, was das weiße M auf blauem Grund bedeutet, das alle paar Meter mal links oder rechts auf so schmalen Straßen auftauchte. M für Meetingpoint? Fast, ich habe dann mal Google gefragt. Das sind gekennzeichnete Ausweichstellen bei Gegenverkehr. An dieser Stelle kann man, ohne Gefahr zu laufen im Straßengraben zu landen oder aufzusetzen, von der Straße ins Gras ausweichen.
    Ich bin Wege gefahren, da war ich mir nicht sicher, kannst du hier auch wenden oder musst du die fünf Kilometer rückwärtsfahren um hier wieder raus zu kommen.
    Von Wanderparkplätzen hatte ich machmal nur die GPS Daten, die waren nicht immer ganz genau. Und dann stehst du in der Pampa, mitten im Wald und das Navi behauptet, du hättest dein Ziel erreicht, aber kein Parkplatz da oder Hinweis darauf. Weiter fahren? Das waren nur noch schmale Wege durch den Wald. No Risk, no fun, ich bin immer weiter gefahren und irgendwann lichtete sich der Wald und da standen auch schon andere Fahrzeuge. War manchmal schon recht abenteuerlich.
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  • Day19

    Sonnenaufgang und ein gefallener Baum

    June 28, 2018 in Sweden ⋅ 🌙 11 °C

    Heute morgen hat der Wecker um 3:15 Uhr geklingelt. War nicht viel Schlaf bis dahin, aber das Schauspiel war es wert.
    Ich bin aus meinem Zelt gekrabbelt und habe gemütlich im meinem Stuhl auf die Sonne gewartet. Ganz hinten hing über dem See eine Nebelwand, das sieht man leider überhaupt nicht (ich brauch ein Zoomobjektiv 😎). Dieses Schauspiel, was das menschliche Auge erfasst, kann die Kamera gar nicht wieder geben. Dazu diese Stille, nur ab und an musste eine Möwe ihren Beitrag lautstark leisten. Und Emotionen bekommt man auch schlecht auf’s Bild. Auf meiner „Festplatte“ im Kopf sehen die Bilder ganz anders aus.
    Aber was brauchbares ist dabei, ich habe glaub ich an die 70 Fotos gemacht 😲.
    Als die Sonne dann komplett auf war, bin ich wieder schlafen gegangen.
    Heute morgen habe ich mir gut Zeit gelassen, erst schön gefrühstückt, ein letztes Mal mit diesem Blick, dann Zelt abgebaut...
    Ich hatte außer meinem Stuhl schon alles verpackt, ich glaube das Verlängerungskabel habe ich gerade eingeladen, da begann es mega laut zu knacken. Ich dachte erst in meine Auto ist was verrutscht, da sah ich, wie die Birke, die mir in den letzten Tagen auch mal Schatten gespendet hat, wie in Zeitlupe umfällt und im See landet.
    Da guckst du erst mal blöd 😱. Dann war auf dem verschlafenen Platz plötzlich richtig was los. Alle auf zum Schauplatz und ich durfte mir dann „Was wäre wenn...“ Geschichten anhören. Wenn er auf mein Auto gefallen wäre..., oder auf mein Zelt... in der Nacht! Ist er aber nicht. Alles gut! Nur schade um die Birke. Man hat gesehen, dass der Stamm innen von einem Pilz befallen war und heute hat sie nachgegeben und ist einfach umgefallen. Es war nicht mal windig.
    Als die Aufregung sich dann etwas gelegt hatte und man erste Pläne schmiedete, wie die „sterblichen Überreste“ beseitigt werden können, hab ich mich auf den Weg gemacht.
    Nach ca. 200 Kilometern war ich am nordöstlichsten Ende des Vänern und habe beschlossen noch mal schwimmen zu gehe. Es waren 28 Grad und der Tag sollte nicht nur aus fahren, fahren, fahren bestehen. So hatte ich noch ein wenig Urlaubsfeeling, auch wenn es kein Steg nur für mich war.
    Wahrscheinlich wird es zum Schlafen heute wieder Hotel „Golf“. Mal schauen wo.
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