Satellite
Show on map
  • Day38

    Cuba Cars

    January 3, 2018 in Cuba ⋅ ⛅ 20 °C

    Bunte Straßenkreuzer vor kolonialer Kulisse sind Havannas Markenzeichen - wie aber kamen sie dorthin? einestages erzählt von der innigen Auto-Liebe, die Kuba einst mit den USA verband, und verrät, warum die Revolution ohne die Ami-Schlitten gar nicht möglich gewesen wäre. Auf den ersten Blick schienen die Ereignisse wenig miteinander zu tun zu haben: Es war Anfang Dezember 1956, als im Südosten Kubas eine Motoryacht mit einem Trupp von rund 80 Männern anlegte, angeführt von Fidel und Raúl Castro und ihrem Mitstreiter Ernesto Guevara. Nach eineinhalb Jahren im mexikanischen Exil waren die Rebellen zurückgekehrt, um ihren Kampf gegen Diktator Fulgencio Batista fortzusetzen. Weit mehr Aufsehen allerdings als die heimkehrenden Revolutionäre erregte in der Hauptstadt Havanna etwa zur gleichen Zeit die Ankunft der 1957er Modelle aus Detroit. Die Autoexporteure aus den USA hatten das komplette Stadion gemietet - mehr als 40.000 Menschen wollten die Enthüllung des neuen Chevrolets miterleben. Die Inselbewohner waren verrückt nach Autos, vor allem nach solchen aus Nordamerika. Kuba, nur 90 Meilen von den USA entfernt, hatte sich in den fünfziger Jahren zum wichtigsten Exportmarkt der amerikanischen Automobilindustrie entwickelt. Ohne Chevys, Fords, Buicks, Pontiacs und Oldsmobiles wäre auch die kubanische Revolution - wenn überhaupt - ganz anders verlaufen. Dass die Freiheitssymbole aus den Fabriken des Klassenfeindes mittlerweile sogar als kubanisches Kulturgut gelten und bis heute auf Havannas Straßen zu bestaunen sind, war von den Revolutionären so allerdings nicht geplant.

    www.spiegel.de/einestages/us-cars-auf-kuba-kampfgefaehrte-vom-klassenfeind-a-947048.html

    Editiert am 05.03.2018
    Read more