Iceland
Miklatún

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22 travelers at this place

  • Day44

    Unter- und Überirdisch

    October 5, 2020 in Iceland ⋅ ⛅ 5 °C

    Es ist dunkel, der Boden ist übersät mit kopf- bis autogrossen Felsblöcken. Von der Decke tropft es unablässig und die Temperatur beträgt 4°C. Ein leichter Wind pfeift durch den Tunnel. Selten ist ein leichter Lichtschimmer durch eine Ritze in der Decke sichtbar. Wir befinden uns in einem Lavatunnel, in dem zum letzten Mal vor 1100 Jahren flüssiges Gestein durchgeströmt ist. Der Tunnel hat, da wo er noch nicht zu sehr eingebrochen ist, einen Durchmesser von ca. 15m. Die Stirnlampe kann das unterirdische Rohr nur unzureichend mit Licht füllen, was die unheimliche Atmosphäre nicht merklich verringert. Der Blick, welcher Zwecks Sturzprävention auf die zu übersteigenden Steinblöcke gerichtet ist, wandert immer wieder an die Felsdecke, welche so lose geschichtet zu sein scheint, dass sie jeden Moment einstürzen könnte. Nach dem Gekraxel sind wir froh, ohne näheren Kontakt mit den bestimmt schmerzhaften Steinen gemacht zu haben, wieder im kalten Wind, der über die Hochebene weht, zu stehen.

    An einem anderen Ort, an einer steilen vermoosten Felswand stellen wir uns einem weiteren Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Vor uns befindet sich ein ca. 2m breiter Felsspalt, aus dem ein kleiner, kalter Bach strömt. Wir hüpfen von Stein zu Stein und dringen immer tiefer in den noch schmäler werdenden Canyon vor. Als ein grosser, eingeklemmter Steinblock das Weiterkommen zu verhindern versucht, bleibt Priska zurück, während Simu an der nassen aber griffigen Lavagesteins-felswand das Hindernis überklettert. Zwischen Felsbrocken liegen etliche tote Vögel (nach der Grösse zu urteilen Möwen), welche wahrscheinlich ihre ersten Flugversuche in der Felsspalte nicht erfolgreich bestanden haben. Plötzlich, eine fünf Meter hohe Felswand, über welche das Wasser schäumend fällt. Das ist wohl das Ende der Canyonerforschung. Wäre da nicht ein mit Knoten versehenes Seil, dass in einer dunklen Ecke nach oben führt. Als Simu die obere Kante erreicht, sind hauptsächlich das rechte Hosenbein als auch der Wanderschuh geflutet. Nach einigen weiteren Metern in die Felsspalte, steht er vor einem schönen, unüberwindbaren, unterirdischen Wasserfall.

    Aber auch überirdisch sind in Island einige Wanderwege mit dem Zusatz «Abenteuer» versehen. So zum Beispiel der Glymur-Wanderweg zum zweitgrössten Wasserfall Islands. Mit dem Wissen, dass wir den in die Tiefe stürzenden Wasserlauf auf einem über dem Wasser angebrachten Baumstamm überqueren können, machen wir uns auf die 9,5km lange Rundstrecke. Der Wanderweg beginnt unterhalb des noch lange nicht sichtbaren Naturschauspiels und führt uns durch ein idyllisches, mit niedrigen Birken bewachsenes Tal, welches von einem mäandernden Bach gestaltet wurde. Eine Informationstafel offenbart die Sage um das Tal und den Wasserfall und warnt vor schwierigen Wanderwegen, bröckelnden Felskanten und reissenden Stromschnellen, die überwunden werden müssen. Also nichts für Weichbecher. Aber es hat ja einen Baumstamm, weshalb wir auch die in Island gekauften Neoprenlatschen nicht eingepackt haben! Der Wanderweg, stets oberhalb des Bachs verlaufend, führt plötzlich durch eine eindrückliche Höhle in ein Seitental und hinunter an den jetzt rauschenden Bergbach. Nur wenige Schritte später stehen wir am Ufer des glasklaren und sichtbar kalten Wassers. Über die Stromschnellen ist ein Drahtseil gespannt und der erwähnte Baumstamm scheinbar schwebend befindet sich über der zweiten, tieferen Hälfte des Wasserlaufs. Uns bleibt nichts anderes übrig als die Schuhe und Socken auszuziehen, die Hosenbeine hochzukrempeln und festgekrallt am Stahlseil durch das kalte Nass zum Holzbalken zu waten, mit tauben Füssen auf dem feuchten, rutschigen Stamm zu balancieren oder wieder umzukehren. Da das zweite keine ernsthafte Option ist, stehen wir kurze Zeit später mit halb erfrorenen Füssen, aber voller Tatendrang auf der anderen Seite. Der Aufstieg an Ketten und Seilen, meist am Abgrund ins Bodenlose und mit Blick auf den knapp zweihundert Meter hohen Wasserfall ist eine Mischung aus Adrenalin, Genuss und Staunen.

    Erst oberhalb der Felskante über welche das Wasser stürzt, realisieren wir, dass wir den Fluss hier noch ein zweites Mal überqueren müssen. Wir gehen also bis zu der gekennzeichneten Furt, wo das Wasser weniger stark zieht und nicht mehr so tief ist. Dafür ist der Bach hier breit. Sehr breit. Bei diesen Wassertemperaturen die nahe am Gefrierpunkt liegen, unheimlich breit. Und da wo der Wasserlauf nicht so tief ist (also knöcheltief), sind die Steinformationen arschglatt. Uns bleibt nichts anderes übrig als auf den scharfkantigen Kieselsteinen im Knietiefen Wasser zu waten. Nach den ersten 5m hat sich das Blut aus den unteren Extremitäten zurückgezogen, nach weiteren 5m besteht alles unterhalb der Knie nur noch aus Schmerz. Danach folgt die Phase wo man kurzzeitig nichts mehr spürt, was irgendwie befreiend wirkt, bevor die scheinbare Bewegungslosigkeit einsetzt. Mit Beinen wie Stelzen erreichen wir nach einer gefühlten Ewigkeit die andere Bachseite, rollen die nassen Hosenbeine hinunter und streifen die Socken und Schuhe über die nassen Füsse. Nach der Hälfte des Abstiegs kehrt langsam, aber schmerzhaft das Gefühl in den Zehen zurück und am Ende der Wanderung haben wir sogar wieder warme Füsse. Wir sind uns einig, dass diese Tour eines der vielen Highlights unseres Islandaufenthalts ist.

    Und wer jetzt denkt wir würden bei den bereits winterlichen Temperaturen besser etwas an der Wärme (also drinnen) unternehmen – geht nicht – die Isländer haben die Saison beendet und alle Museen, Shows und Indooraktivitäten geschlossen. Das gleiche gilt praktisch für alle Zeltplätze. Und so treffen wir die zehn Touristen, die noch unterwegs sind, jeden Abend aufs Neue auf den letzten geöffneten «Zelt- und Campersammelstellen» und erzählen uns gegenseitig, wo wir heute der Kälte getrotzt haben.
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    Matthias Kälin

    Spannend - einfach ein bisschen weit weg um mal schnell vorbei zu schauen. Freue mich schon auf die Bilder!

    10/5/20Reply
    Elia Hofmann

    Top - i ha Träne glachet bi "...bevor die scheinbare Bewegungslosigkeit einsetzt"🤣

    10/5/20Reply
    Peter Hauri

    Jetzt sind eure Füsse sicher abgehärtet! Lieber ihr als wir 😄

    10/7/20Reply

    Tote im Auto??? Mann, das muss ja stinken! Nun gut, zusammen mit den mehrtägig getragenen Wandersocken und den synthetischen Thermoshirts ergibt sich ja so oder so eine spezielle Geruchsnote im Autoinnenraum. Tannebäumli oder so...hilft…vielleicht??? Nun zu euren Touren: Lose geschichtete Felsdecken, Lavasteinsbrocken überklettern, gespannte Drahtseile über Bäche, schwebende Baumstämme, Aufstiege an Ketten und Seile am Abgrund ins Bodenlose!!!! Ist das nicht gefährlich? Geil, ich will auch, jupijajee Schweinebacke!!! Gut, Bewegungslosigkeit und laufen wie ein Storch wegen abgefrorenen Füssen ist schon Scheisse. Aber egal……ich will auch! [Dänu]

    10/8/20Reply
     
  • Day39

    Sport und Mord

    September 30, 2020 in Iceland ⋅ ⛅ 1 °C

    Immer wieder sterben in unserem Auto Menschen, mit oder ohne Fremdeinwirkung. In den letzten Tagen war es jedoch extrem sportlich mit Ilijas olympischen Disziplinen. Nun stecken wir mitten in einer Geschichte, die uns die deutsche Stimme von Robert de Niro erzählt. Zum Autofahren eignen sich Hörbücher hier in Island sehr gut. Es hat wenig Verkehr und wenn es in Strömen regnet, hat man doch etwas Spannendes oder Interessantes im Ohr. Die letzten Tage hat es oft geregnet und das Zelt nass einzupacken macht keinen Spass. Darum haben wir uns entschieden eine Übernachtung in der Jugendherberge Fjördalur, einem uralten aber renovierten Grasdach-Haus zu buchen. Empfangen wurden wir von Paul, einem englischen, pensionierten Universitäts-Bibliothekar, der seine Sommer in diesem Wanderparadies verbringt. In der super eingerichteten Küche können wir unseren Kochgelüsten freien Lauf lassen. Am nächsten Tag versuchen wir nochmals die am Vortag verpassten Sehenswürdigkeiten anzupeilen, aber alle Indooraktivitäten haben bereits Winterpause und alles was draussen stattfindet macht bei sintflutartigem Regen Spass. Also trösten wir uns mit einem Eis und bleiben eine weitere Nacht bei Paul im Warmen. An diesem Abend offeriert er uns von seinem selbstgemachten Rhabarberwein und gibt uns Karotten aus seinem Garten. Gemütlich plaudern wir bis in die Nacht hinein. Am nächsten Tag ist es endlich so weit und wir können uns das Flugzeugwrack und die Wasserfälle Skogafoss, Seljalandsfoss und Gljufrabui ansehen. Hinter dem Seljalandsfoss kann man sogar durchgehen, aber nicht ohne pflotschnass auf der anderen Seite herauszukommen. Zum Glück scheint die Sonne und im Auto mit Aircondition trocknen unsere Funktionskleider recht schnell. Da wir am nächsten Tag das Gebiet um den Vulkan Hekla erkunden wollen, peilen wir verschiedene Campingplätze in diesem Gebiet an, aber sie sind entweder geschlossen oder haben keinen warmen Aufenthaltsraum. Bei diesen Temperaturen sind wir inzwischen etwas wählerisch… Wir werden erst in Selfoss fündig, wo wir wieder auf ein Schweizer Paar treffen, dem wir schon seit Akureyri immer wieder über den Weg laufen.
    Wir legen einen faulen isländischen Tag ein: spätes Frühstück, Schwimmbadbesuch mit ein paar längen im Aussenbecken und anschliessenden Kalt-/Heiss-Wechselbädern, Kaffee und Kuchen in der Kaffeestube, Einkaufen und nach dem Znacht ins Kino (Spoileralarm: es überleben nicht alle Protagonisten in Greenland).
    Am nächsten Morgen sind unser Innenzelt und die Schlafsäcke aussen nass. Als wir aus dem Zelt treten ist auch klar warum: Die ganze Aussenhülle ist gefroren – Atmungsaktivität ade. Wir verfrachten die Schlafsäcke ins Auto und lassen sie auf der Fahrt ins Hekla-Gebiet trocknen. Zu Anfang unserer Wanderung von Stöng zum Haifoss nieselt es zwischenzeitlich, aber es weht nur ein sanfter Wind und die Sonne drückt. Rechtzeitig am Ende der 8 km langen Strecke lässt die Sonne in der Gischt des Wasserfalls einen Regenbogen aufleuchten. Innerlich gewärmt durch das mit dem Gaskocher aufgeheizte Resteessen, wandern wir das schöne herbstliche Tal zurück. Auf dem Rückweg nach Selfoss, wo heute Fajita-Tag ist, halten wir bei einem nachgebauten Grassodenhaus und natürlich bei weiteren Wasserfällen.
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  • Day3

    Touring Reykjavik

    May 15, 2019 in Iceland ⋅ 🌧 9 °C

    SC leadership team is finally in Iceland! After getting off the plane, we went to a bakery, took a tour of the city, and finished the day with a home-cooked authentic Iceland meal! We’re all exhausted, but excited for a new day in Reykjavík!Read more

  • Day22

    Bad then fantastic

    September 14, 2019 in Iceland ⋅ ⛅ 7 °C

    So Iceland Air... hrrrrrm. Not the greatest. Overbooked our flight to Iceland, tried to put us on another plane then realised we were travelling together got on the same plane after lining up for an hour in Denmark.
    Arrived Iceland no dramas but on a leased plane as Iceland Air grounded their 74something planes.
    50 minutes to change no time to eat. Food has to be paid for on board.
    Wait, waiting. ‘Excuse me ladies and gentlemen. There is an issue with our emergency exit slide. We are attempting to fix it and will keep you updated’.
    An hour and a half goes by and a bus pulls up and more people are put on the plane. Stella and I were not allocated seats together so before this bus we had shifted seats to sit together. That time was over.
    2 hours in we get an update. New slide needed. 10 minutes to get here 20 minutes to install.
    2:40 in same message... hrrrm
    3:30 and we are told we need to get off the plane.

    Ok so fantastic bit. They are offering 45 people hotel transfers, meal vouchers, accomodation, plus 600 Euro compensation to stay in Iceland for the night!!!!
    They are paying me to stay somewhere I have always wanted to go!!

    We made absolute friends with the service desk lady and we thought all our Christmas’ had come at once. We even got $80 worth of food vouches which we split on food and some alcohol samples of Iceland. She said people aren’t usually as happy as us. We have her high fives, literally!

    Stella is a gem at getting to the front of queues so I think we were 7th to claim the offer.

    So we were supposed to depart at 5pm. We arrived at the Plaza hotel by 11pm. Long ass day but. We were so excited!

    We are in Reykjavík!!!
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    Carolyn Arch

    FULL MOON IN ICELAND!!!!!!!!! It doesn’t get better than that. Well perhaps 7th in the queue, a free night in the centre of Reykjavík and 600 Euros AND a full day in ICELAND!!!!! Sorry about the bad ... ( character building ) ... but the fantastic is FANTASTIC!!! I have been grinning all day. Hope you slept well. Might not have your cases. But who cares? A full day in ICELAND!!!! Go get ‘em xxxx love you Mum. Big hugs to Stella!!!! Xxxxxxxx

    9/15/19Reply
    Emily Arch

    We saw the full moon!!!! 😁😁😁 Was spectacular! What an amazing chance opportunity!

    9/15/19Reply
    Andrew From Eastlink

    Hi Emily & Stella, OMG, what a story......and one you SHOULD repeat as often as you like ……..because its “A GREAT STORY” How lucky to be stranded in Iceland, a mini side trip with hotel, food and money …OMG and time to actually explore. That is the universe saying “HAPPY BIRTHDAY EMILY & STELLA” Sorry about the frustrating delay but what a ~~**Bonus**~~ to your holiday! Photos are great. Not many people can say they were paid to visit Iceland. Brilliant team work girls.

    9/16/19Reply
    Carolyn Arch

    Loved this video tour!!!!! Right in the centre of things!

    9/16/19Reply
     
  • Day12

    Golden Circle

    October 10, 2016 in Iceland ⋅ ⛅ 8 °C

    Today we did the the famous Golden Circle which is a very touristic travel route through thingvellir nationalpark and you see the popular Geysir and another waterfall Gulfoss. Seeing the fountain of the little active brother of the Geysir "strokkur" was really interesting. Something we have not seen before on our trip and I would definitely recommend watching the eruption which happens every 5-10min. The next halt was Gulfoss, a really impressive waterfall but due to the touristic athmosphere around there less amazing than other waterfalls in iceland. Overall the Golden Circle was quite okay but compared to other less touristic parts of iceland it was less exciting.Read more

    Patrick Dudek

    Sieht nach Spaß aus 😄😄

    10/13/16Reply
     
  • Day2

    A day of hanger and enjoyment

    April 5, 2016 in Iceland ⋅ ⛅ 4 °C

    Today we have walked the streets of Reykjavik...a lot!! After we awoke from our mammoth sleep last night we ventured off to get a traditional Icelandic breakfast. We found a quaint little place near the church that Fil had recommended to us called Loki. Here we tucked in to mashed fish on rye bread (very yummy, a bit like scrambled egg) and herring and eggs on rye bread (slightly sickly by the end of it). The food was much nicer than I thought, however the portion sizes weren't quite up to Aidens standards...which led to a day of hanger!!! After we left the cafe we went to the city's church. The architecture was stunning...apparently it's meant to reflect the country's landscape, and had a ginormous organ inside. We then went for a very brisk walk down to the old harbour. Iceland had kindly tricked us yesterday into thinking that the weather was Luke warm and spring like...we were mistaken. That arctic breeze can pack a punch!! Lesson learnt, we will wear appropriate winter attire from now on, and hope that one day Aiden regains the feeling in his fingers. The view from the harbour was breath taking, snowy mountains and volcanoes. Managed to get a cheeky pic with the statue of the sun voyager too. After an eventful supermarket shopping trip where Aiden was replaced by a hungry irrational raging tourist for 5 minutes, we went to Iceland's national museum. Aiden managed to take in all of the political history, and I managed to find a room to play dress up! The armour they used to wear during fights was insane, the chain vests weighed around 12kgs. Somehow within all of this, we stumbled across a random chess board and had a cheeky game (whilst a group of French school children pointed at us and took pictures. Highly embarrassing since Aiden beat me. And by beat I mean destroyed me). We then took a walk to buy our food for the next few days, noodles, cut up sausage and a pepper...sounds yummy yea?! We tried to book to see the northern lights but it's too cloudy so fingers crossed we can do it over the next couple of days.Read more

    Rachel Smithson

    Lol love this pic X

    4/8/16Reply
    Jo Morris

    😂 love that you found this room sarah... Can't believe I missed out!! You are clearly in your element😉

    5/25/16Reply
    Sarah Cobbold

    Did you miss this room? It was the best one!!! Haha x

    5/25/16Reply
    Jo Morris

    No I don't remember seeing a fancy dress room😂 x

    5/26/16Reply
     

You might also know this place by the following names:

Miklatún, Miklatun