Iran
Qom

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Travelers at this place
    • Day150

      Tag 150 - Pool

      December 11, 2019 in Iran ⋅ ⛅ 10 °C

      80 km / 5310 km - 6 / 540 Stunden

      Ausgaben:

      0 € / 162,1 € Transport (Fähre, etc.)
      3,5 € / 1228,4 € Lebensmittel
      0 € / 909 € Unterkunft
      0 € / 234,6 € Eintrittspreise
      0 € / 164 € Anschaffungen
      0 € / 89,5 € Ersatzteile
      0 € / 52 € Visum

      3,5 € / 2931,3 € Gesamt

      Der Tag beginnt ruhig. Ich weiß zwar nicht, wie oft schon wieder ein LKW auf dem Hügel stand und abgeladen hat, aber der erste, den ich mitbekomme, hat nicht lange auf sich warten lassen.
      Ich frühstücke noch eine Kleinigkeit und mache mich auf den Weg.
      Wobei es das Wort sehr gut trifft. Viel habe ich nicht mehr. Es beschränkt sich auf wenige Kekse, einen Apfel und eine Orange.
      Ich habe nichts eingekauft. Weniger vergessen. Mehr im Modus „dichter besiedelt“.

      Von jetzt an wird der Tag sehr hungrig und energielos.
      Es kommen in den ersten Stunden zwar ein paar Häuser, in welchen vielleicht auch Essen zu haben ist. Aber beim Blick hinein schien sich niemand dafür zu interessieren, mir etwas feilbieten zu wollen. Also fahre ich noch ein paar Stunden weiter.

      Die nächste Möglichkeit, die sich bietet war ein Kiosk. Zumindest stach mir dieser als erstes in die Augen. Hier decke ich mich gut ein und fülle meine Tasche so weit, dass ich sie noch schließen.
      Direkt nebenan ist scheinbar auch Restaurant gelegen, in das ich gleich eingeladen werde. Wie gelegen.
      Die vielen LKW zeugen von gutem Essen. Wer sollte es auch besser wissen, als diese Jungs?
      Und wahrlich, das Essen ist gut und günstig.
      Aber in meinem Zustand hätte ich auch mehr bezahlt. Ich war hungrig. Aber weniger waren es mein Geist und mein Magen, als der arbeitende teil meines Körpers, der nach Energie geschrien hat.

      Während ich dort saß, kam Darius zu mir. Ich verstand zunächst nur, dass er wissen wollte, ob ich bei Instagram Bilder habe. Dann meinte er, er sei auch Radfahrer und hat schon den gesamten Iran befahren. Und das nicht nur mit dem Fahrrad. Auch mit seinem LKW.
      Und während wir uns verabschieden macht einer seiner Freunde ein Foto für sein Instagram-Profil und als ich das nächste mal mein Telefon aus der Tasche gezogen habe, hatte ich 50 neue Abonnenten. Und nicht nur das. Seither sehe ich bei vielen Fahrern das Funkgerät zum Mund wandern, wenn sie mir entgegen kommen und nach einer Weile schreibt mir Darius wieder, dass ich entdeckt worden bin. Ich könnte jederzeit mein persönliches Taxi anfordern.

      Von diesem Moment an stehe ich mit so vielen anderen Radlern und Sympathisanten im gesamten Iran in Kontakt, dass ich überall hin eingeladen werde. Ich freue mich sehr darüber. Doch muss ich auch vielen absagen. Nur sehr wenige Einladungen liegen auf meinem Weg.

      Doch für heute ist sowieso zelten angesagt.
      Und so fahre ich noch eine Weile dem Sonnenuntergang entgegen. Ich dachte zuerst, noch den nächsten Ort zu erreichen und mir dort etwas zu suchen. Verwerfe aber den Gedanken bald aus Gründen der Bequemlichkeit.
      So steche ich in eine Seitenstraße und von dieser in ein Feld und erkunde die Möglichkeiten. Schnell finde ich eine tolle Unterkunft für heute. Ein leeres Bassin, welches mich von allen Seiten abschottet. Auch mein Fahrrad ist schnell versteckt. So verbringe ich einen ruhigen Abend und eine Nacht, in der ich mir keine Gedanken um Hunde machen muss.

      Song des Tages
      Where the Devil Don't Stay - Drive-By Truckers
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    • Day151

      Tag 151 - Planet B 312

      December 12, 2019 in Iran ⋅ ☀️ 10 °C

      65 km / 5375 km - 6 / 546 Stunden

      Ausgaben:

      0 € / 162,1 € Transport (Fähre, etc.)
      5,5 € / 1233,9 € Lebensmittel
      0 € / 909 € Unterkunft
      0,7 € / 235,3 € Eintrittspreise
      0 € / 164 € Anschaffungen
      0 € / 89,5 € Ersatzteile
      0 € / 52 € Visum

      6,2 € / 2937,5 € Gesamt

      Ich stelle fest: sorgfältiger die Wahl für den Ort des Zeltes treffen!

      Wie ich aufwache, ist es schon hell und ich kann die Sonne spüren. Aber irgendwie nicht auf mir.
      Das zeigt mir auch die Feuchtigkeit im Außenzelt.
      „Schlecht deine Wahl gewesen ist!“ höre ich Yoda mich zurechtweisen. Recht hat er!
      Also wird das Zelt aufgeräumt und alles soweit verpackt, das ich das Zelt in die Sonne bewegen kann. Dann gibt es Frühstück.

      Heute wollte ich mir den Schrein in der Stadt Qom ansehen. Von meinem Schlafplatz aus war es nur eine kurze Fahrt gewesen.
      Also runter von der Landstraße und hinein ins Getümmel der Stadt. Die Filtermaske ruft wieder nach Verwendung. Es zeigt sich die gleiche Fahrweise, wie in Teheran. Nur leider werde ich hier im Längsverkehr mehr bedrängt, als von der Seite. Vor mir wird rausgefahren, ohne zu schauen. Knapp überholt und mich geschnitten, nur um unmittelbar vor mir anzuhalten und mich damit wieder in die gefährliche Mitte zu drängen. Und für was? Einfach nur, um auf der Hauptstraße zu halten. Oder im Kreisverkehr, oder an Kreuzungen. Ganz egal, Hauptsache dämlich.
      Zum Glück ist der Weg in die Stadt nicht lang und mein Geduldsfaden heute sehr reißfest.

      Am Schrein angekommen nimmt mich ein Mann in seine Obhut und führt mich zum Eingang. Er hatte nur im Sinn, mich willkommen zu heißen und mir einen guten Platz für das Fahrrad zu bieten.
      Und so erreichen wir die Polizeistation direkt vor dem Eingang, ich kann mein Fahrrad im Hof abstellen und bekomme noch Tee und Kekse. Hier muss ich das erste Mal die Frage nach meiner Religion beantworten und in verwirrte Gesichter blicken, als ich die Frage beantwortet habe.

      Im Schrein bekomme ich eine kostenlose Führung.
      Leider verbringe ich weniger Zeit im Schrein, als ich mir erhofft habe.
      Denn die Führung dient dazu, um Touristen aus den Heiligtümern herauszuhalten. Das ist in Ordnung.

      Als ich aus der Stadt hinaus fahre, kaufe ich mir noch etwas Wasser und stoße auf einen unliebsamen Zeitgenossen, der auf Ärger aus war. Ihm gefiel es noch weniger, dass ich mich nicht um seine Belange kümmern wollte, als dass ich mich nicht provozieren lasse.
      Ich kaufe mein Wasser und verschwinde aus der Gegend, bevor sich Jabba doch noch überlegt seinem Frust Luft zu machen.

      Einige Kilometer südlich der Stadt finde ich ein paar sehr schöne Hügel, in welche ich sogleich meine sprichwörtliche Fahne ramme und mein Zelt aufstelle.
      Nicht ruhig, aber den Blicken entzogen, verbringe ich eine recht gute Nacht.

      Song des Tages
      Old Train - Monster Truck
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    • Day11

      Tourist in Qom

      March 26, 2022 in Iran ⋅ ☀️ 13 °C

      Kein Mensch hier verstand, dass wir Qom besuchen. Eigentlich finden so ziemlich alle Iraner:innen diese besonders fromme Stadt ziemlich schlimm. Uns führt eine Afghanische Hochzeit huerher. Auf Wikipedia findet ihr mehr zum Hintergrund der Stadt, hier nur soviel daraus:

      'Ghom (auch Qum oder Qom, ist die Hauptstadt der Provinz Ghom im Iran. Ghom hat über 1.292.000 Einwohner, ist mit dem Schrein der Fātima Maʿsūma ein wichtiger schiitischer Wallfahrtsort und mit der Hauza von Ghom eines der wichtigsten Zentren der schiitischen Gelehrsamkeit. In keiner anderen iranischen Stadt sind so viele schiitische ʿUlamā' und Persönlichkeiten begraben wie in Ghom, und die Friedhöfe erstrecken sich über ein ausgedehntes Areal. ...
      Auch die Islamische Revolution nahm von Qom ihren Ausgangspunkt: Als am 7. Januar 1978 in der iranischen Tageszeitung Ettelā'āt ein Artikel mit dem Titel Iran und der schwarze und rote Kolonialismus, der Chomeini beleidigte und verunglimpfte, kam es in Qom zu heftigen Protesten, die gemeinhin als Auslöser der Revolution gelten. Als Chomeini im Frühjahr 1979 nach Iran zurückkehrte, blieb er nur einen Monat in Teheran. Am 1. März zog er dann nach Qom um.'

      Gemeinsam mit Shoaib, der mit seiner Schwester Nasrin und uns nach Isfahan gekommen war, besuchten wir den von unzähligen Pilgern durchströmten Fatima-Schrein. Nasrin war als Brautführerin unabkömmlich. Ich musste einen (bunten) Leih-Tschador tragen um in die Nähe des Schreins zu dürfen. Mit einer Handvoll weiterer Nicht-Muslim:as wurden wir von einer freundlichen älteren Theologieschülerin kostenlos geführt. Sie betonte auch die getrennten Aufgaben von Mann und Frau, verwies aber stolz darauf, dass auch Frauen Ajatollah (höchster theologischer Grad) werden könnten.

      **************************
      No one here understood that we were visiting Qom. Actually, pretty much all Iranians find this particularly pious city pretty bad. An Afghan wedding brings us here. On Wikipedia you can find more about the background of the city, here only so much from it:

      'Ghom (also Qum or Qom, is the capital of the province of Ghom in Iran. Ghom has over 1,292,000 inhabitants, is an important Shiite place of pilgrimage with the shrine of Fātima Maʿsūma and with the Hauza of Ghom one of the most important centers of Shiite scholarship. In no other Iranian city are so many Shiite ʿUlamā' and personalities buried as in Qom, and the cemeteries extend over an extensive area. ...
      The Islamic Revolution also had its starting point in Qom: when on January 7, 1978 the Iranian daily newspaper Ettelā'āt published an article entitled Iran and black and red colonialism, which insulted and denigrated Khomeini, violent protests broke out in Qom, which are generally regarded as triggers of the revolution. When Khomeini returned to Iran in the spring of 1979, he stayed in Tehran for only a month. Then on March 1st he moved to Qom.'

      Together with Shoaib, who had come to Isfahan with his sister Nasrin and us, we visited the Fatima shrine through which countless pilgrims streamed. Nasrin was indispensable as bridesmaid. I had to wear a (colorful) rental chador to be allowed near the shrine. Along with a handful of other non-Muslims, we were given a free tour by a friendly senior theology student. She also emphasized the separate roles of men and women, but proudly pointed out that women could also become ayatollahs (the highest theological degree).
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      Traveler

      Ich finde , dieses Kopftuch steht dir … ein wenig streng schaust du aus, aber durchaus sehr interessant! 😍

      3/30/22Reply
      Traveler

      🥰 das hab ich mir auch so ähnlich gedacht. Wohl gefühlt habe ich mich in diesem Vatiqom-'Zivil' allerdings nicht! Mit meinem fpr mich völlig neuen Hoodie-Style hingegen fühle ich mich recht wohl. Auch wenn den hier sonst wohl allenfalls Teenage-girls aus Teheran tragen.

      3/30/22Reply
       
    • Day11

      Zu Gast in der Familie der Braut

      March 26, 2022 in Iran ⋅ ⛅ 17 °C

      Freundliche Aufnahme nach der Vatiqom-Besichtigung in der Familie der Braut, die eine Nichte unserer Afghanischen Nichte Nasrin und Neffen Shoaib ist. Also die älteste Tochter der ältesten Schwester der Beiden. 4 der weiteren 5 Brüder sowie die Eltern von Nasrin waren auch schon da. Und ..... 😉ich hab mir ehrlich gesagt auch nicht allzuviel Mühe damit gegeben, den gesamten Überblick zu bekommen und zu behalten.
      Das bescheidene Haus war voll und voller und die Aufnahme gastfreundlich und herzlich.

      An diesem wie am nächsten Tag erhielten wir einen sehr tiefen Einblick in die durchweg schwierige und weitgehend hoffnungslose Lebenssituation dieser Familie sowie auch der Afghanischen Flüchtlings- Community der Hazara-Minderheit. Am unteren Rand der rassistischen Iranischen Gesellschaft (sagen nicht nur die Afghanen!) , meist ohne anerkannten Flüchtlingsstatus, kein Zugang zu vernünftigen Arbeitsplätzen, selbst bei guter Qualifikation. Viele haben keine Taskira (Afghanische Geburtsurkunde) und keine Möglichkeiten eine solche zu bekommen. Was so ziemlich jeden Weg in ein normales Leben versperrt. Und mit Repressalien, Schmiergeldern, Ausweisungen... verbunden ist. Immerhin ist offizieller Schulbesuch mittlerweile anscheinend möglich. Als wäre das nicht schon zu viel Druck , machen sich die Afghan:Innen noch zusätzlich das Leben schwer durch Familien- und Community- interne Repressalien, Erwartungen, Regeln. Die materielle Armut ist sowieso überdeutlich spürbar, auch wenn sich das niemand anmerken lässt.
      Wir haben das Gefühl, in diesen Tagen den Stoff für mehr als eine Tragikomödie von der Sorte, die wir beide lieben, erlebt zu haben. Aus Respekt vor den Familien, die uns so weit in ihr Leben hineingelassen haben, schweige ich hier über die Details. Miteinander haben wir aber durchaus Vieles an- und ausgesprochen. Vermutlich wird es zuhause wieder einige neue mündliche Geschichten von uns geben, ohne Namen und voller mitmenschlichem Verständnis.
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      Traveler

      ...weiterhin genieße ich eure Fotos und Videos sehr! Danke!!! morgen 6.30 Uhr muß ich im KH sein...drückt mir bitte die Daumen! Liebe Grüße! 😘

      3/29/22Reply
      Traveler

      Das machen wir! Möge das Chirurgieteam besonders glückliche Hände haben. Die Kompetenz hat es sowieso. Ab morgen beginnt die Heilung deiner Hand 🤞❤. Wir sind heute wieder im schicken Armenischen Viertel gelandet, wo wir gerade supedle Teepause einlegen. Nach einer (ziemlich schlechten) Matinee im Musikmuseum. Und Pommes aus der Hand. Und meiner kulinarischen Neuentdeckung: Rosen-Safraneis mit frischem Karottensaft. Offenbar ein Klassiker hier 😋

      3/29/22Reply
       
    • Day209

      The holy city of Ghom

      April 11, 2022 in Iran ⋅ ☀️ 27 °C

      Ghom is one of the holiest city of Iran. Here the Supreme Leader lives here and a shrine of Imam Reza‘s sister Fatemeh was built here. As a foreigner you are accompanied by an English speaking guide and women have to wear a full body chodar. Later on in the evening, on not to holy grounds we camped close to the rails… not recommended if you have a light sleep. 😅Read more

    • Day87

      Fury Road 🔥

      June 30, 2022 in Iran ⋅ ☀️ 41 °C

      Teheran - Bas Abad
      102 km / 814 hm
      Aktuelle Höhe: 850 hm
      Gesamtstrecke: 6.046 km
      Gesamt-Hm: 44.600 hm
      Tag 87

      Nachdem heute Nacht eine 6-köpfige Familie mit ihren Satansbraten ihr Unwesen getrieben hat, hatte unser Schlaf noch Erholungspotential. Wir krabbeln trotzdem um 7 Uhr aus den Hochbetten. Wir verlassen Teheran südlich in die Wüste. Die Landschaft ist auf den Schlag hinter der Stadtgrenze karg und knochentrocken. Die Hitze noch stärker spürbar, da es keinerlei Schatten gibt. Am Gipfel müssen die LKW-Fahrer teilweise Gieskannen auf den Kühler schütten, um einen Kolbenfresser zu vermeiden. Am Nachmittag zieht die Sonne nochmal richtig an und wir fühlen uns wie im Backofen - mit Umluft versteht sich, denn der Fön fegt auch über die Prärie. Es ist so heiß, dass das Atmen kurzzeitig schwer fällt, wenn die LKWs zusätzlich noch ihren Dunst ablassen. In dem Wasserflaschen könnte direkt nen Teebeutel reinhalten. Die Navis schalten sich ab und für die Griffe brauchen wir schon fast Handschuhe - oder eben freihändig fahren 😅. Alle 20km plündern wir die Kühltruhen der entlegenen Raststationen. Wer in diesem Gebiet lebt, friert in jeder Saunalandschaft. Bevor wie die nächste Rampe mitnehmen, finden wir ein verlassenes Feldhäuschen, das uns am Abend Schatten spendet🙏. Die Nacht kühlt auf 30 Grad runter - wir packen schon mal den Schal aus.

      P.S. 6.000km sind jetzt auch auf dem Konto 🦿🦿
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      Traveler

      I hope that you guys are okay with water supplies. human settlements must be sparsely populated along the road in desert parts of Iran. 🥵

      6/30/22Reply
      Traveler

      if we Do not find water, we have to stop the truck drivers - that will work 🤞🤞

      6/30/22Reply
      Traveler

      haltet ihr euch denn, wenigstens das ein oder andere Mal, an nem Lkw fest und lasst euch ziehen?

      6/30/22Reply
      Traveler

      Das würde dir den Arm abreißen und den Hitzetod bescheren 😅

      6/30/22Reply
      Traveler

      Ist bestimmt auch nicht gerade leise 🙉

      7/1/22Reply
      Traveler

      Ganz abgesehen von dem Gestank der schlechten Verbrenner. Der Smog riecht wie bei alten Gasflaschen 🤢

      7/1/22Reply
      3 more comments
       
    • Day12

      Die Geschichte vom Rückweg nach Isfahan

      March 27, 2022 in Iran ⋅ ☀️ 14 °C

      Die Organisation der 300 km weiten Rückreise nach Isfahan gestaltete sich schwierig. Ich wollte mit dem Bus fahren und dafür schon am Ankunftstag in Qom Karten kaufen. Am riesigen Busterminal am Stadtrand war nix los. Trotz Shoaibs sprachkundiger Begleitung und Sprachapp gab es keinerlei brauchbare Auskunft zum Kartenerwerb. Wir wollten erst gegen Abend abreisen, um möglichst lange im Haus des Brautpaars die afghanisch-traditionelle Feier im engen Familienkreis genießen zu können. Und ich wollte nicht riskieren, danach stundenlang abends im dunklen mit dem Gepäck am Zustiegspunkt in der Stadtmitte zu sitzen um dann vielleicht noch zu erfahren, dass kein Bus mehr fährt. Und schließlich ein teures Taxi nehmen zu müssen. Die Hotelrezeptionistin riet dazu, am Vortag Tickets in einer der vielen Agenturen rund um den Zustiegsplatz zu kaufen. Internetbuchung ginge nicht. Alleine wollte ich das nicht versuchen. Ich erkenne ja nicht mal eine Agentur. Und hatte Rückenschmerzen. Also bat ich Shoaib. Ich habe nie herausgefunden weshalb diese Bitte von mir von Shoaib nicht erfüllt wurde. Ohne mit seinen älteren Brüdern zu sprechen traut er sich gar nix hier. Nichtmal ein Café auszusuchen. Irgendwie entwickelte die Familie dann selbständig andere Ideen zur Rückreise. 'Wir schauen morgen'. Dass ein Taxi 1 Million Tuman kosten würde wussten wir schon. Glaubte aber niemand. 400 000, höchstens 600.000 Tuman, so die Überzeugung! Das Busticket für 3 Personen vermutlich 300-600.000 Tuman, je nach Busqualität. Ich akzeptierte also 600 000 Tuman für ein Taxi und harrte der Dinge.
      Und wartete.
      Der gefundene Fahrer für 600.000 sagte wieder ab.
      Und wir warteten.
      Ein Besuch beim Hochzeitspaar war zeitlich mittlerweile fraglich geworden.

      Der nächste Fahrer war unterwegs - kam aber nie an.

      Und wir warteten

      Er habe auf dem Weg zu uns einen Unfall gehabt.
      Die Agentur nahm das Telefon nicht mehr ab.
      5 Brüder, Väter... berieten.
      Wir warteten.
      Andere Agentur: Tante, geht auch 800.000? Ich hab doch keine Wahl mehr.

      Und wir warteten.

      Ein winziges Auto erscheint, zu klein für 3 Passagiere mit Gepäck. Ohne Begleitung dürfen wir aber nicht fahren. Das Auto wird weggeschickt.
      Und wir warteten.
      Tante, bleib noch eine Nacht!
      NEIN! WIR FAHREN HEUTE!
      Weiterwarten.
      Mittlerweile ist es dunkel.
      Ein Freund vom Bräutigam wäre bereit uns für 1 Million Tuman zu fahren.
      Wir kannten ihn -und seine hervorragenden Fahrkünste sowie seinen Preis- schon von der Heimbegleitung der Braut am Vorabend. Anton war bei ihm 'mitgeritten'. Es fühlte sich an wie eine moderne Form von Buzkaschi (guckst du Wikipedia) Ich bei Braut und Bräutigam. Anton war Beifahrer beim hartnäckigste Bedränger unsers Fahrzeugs! Wir waren also beide voller Bewunderung für sein Geschick und deshalb vertrauensvoll für eine schnelle Nachtreise nach Isfahan.
      Tante, warum hast du nicht gleich gesagt, dass 1 Million ok ist! 🙄
      Kein Kommentar!

      Er muss noch tanken.

      Das dauerte eine weitere Stunde.

      Gefühlt nach 50 Telefonaten in Sachen Heimreise saßen wir mit einem der Brüder im getankten Auto. Der, der am nächsten morgen arbeiten musste wurde uns mitgegeben. Schneller als die Polizei erlaubt waren wir gegen Mitternacht sicher in unserem Hotelzimmer in Isfahan.

      Und hatten den ganzen langenTag gewartet um dann zu bekommen was wir am Vorabend verworfen hatten.
      Im Haus der Brauteltern statt im Haus der frisch Getrauten.
      Gewartet bei etwas Tomateneiern mit älterem Brot statt bei dem mächtigen gekochten Hammel, der mitten in der Nacht zur Feier der Ankunft der Braut vor der Haustür auf der Straße von der Familie des Bräutigams geschlachtet wurde. Mit zunehmend gelangweilten oder mißmutigen Angehörigen, die aus Verantwortungsgefühl bei uns blieben statt zu feiern. Dafür Zeit für Familiendramen miteinander hatten. Und im Zuge dieser etwa sieben Umentscheidungen trafen, wer und wie viele uns begleiteten sollen. Gepackt hatten mindestens vier. Nacheinander. Ich machte vorsorglich nur klar, dass ich vorne sitze und nicht zwischen 2 Männern hinten. Und übte mich in Geduld - nicht meine Tugend wenn ich mich als Opfer von Fehlorganisation fühle.

      Während wir über die Autobahn glitten, gingen die Zurückgebliebenen doch noch feiern. Und am nächsten Tag war für Alle alles wieder gut.

      ********************
      The organization of the 300 km wide return journey to Isfahan designed itself difficult. I wanted to go by bus and buy in Qom tickets on the day of arrival. Nothing was going on at the huge bus terminal on the outskirts. Despite Shoaib's language-funded escort and language app, there was no useful information about the ticket acquisition. We wanted to leave only in the evening to enjoy the Afghan-traditional celebration in the narrow family circle as long as possible in the bridal couple's house. And I did not want to risk, then sitting in the evening in the dark with the luggage at the rise in the city center, then maybe to learn that no bus rides. And finally to take an expensive taxi.

      The hotel receptionist advised to buy tickets in one of the many agencies around the visit to the previous day. Internet booking did not go. Alone I did not want to try that. I do not even recognize an agency. And had back pain. So I asked Shoaib. I have never found out why this wish was not met by Shoaib. Without talking to his older brothers, he dares nothing here. Not even a cafe to choose. Somehow, the family then developed other ideas on the return journey independently. 'We look tomorrow'.

      That a taxi would cost 1 million tuman we knew. But no one believed. 400,000, at most 600,000 tuman, so conviction! The bus ticket for 3 people probably 300-600 000 tuman, depending on the bus quality. So I accepted 600,000 Tuman for a taxi and harvest things.
      And waited.
      The found driver for 600,000 canceled.
      And we waited.
      A visit to the wedding couple had become questionable in time.
      The next driver was on the way - but never arrived.
      And we waited
      He had an accident on the way to us.
      The agency did not take the phone anymore.
      5 brothers, fathers ... advised.
      We waited.
      Other agency: aunt, is 800,000 Tuman possible, too? I have no choice anymore And we waited.
      A tiny car appears too small for 3 passengers with luggage. But without accompaniment, we should not drive.

      The car is sent away.

      And we waited.

      Aunt, stay one more night!
      No! We drive today!
      Further waiting.
      Meanwhile it is dark. A friend from the groom would be ready to drive us for 1 million tuman. We knew him and his outstanding driving skills as well as his price - from the home wire of the bride on the eve. Anton was 'gallopping' with him'. It felt like a modern form of Buzkashi (you look wikipedia) I was at the bride and grooms car. Anton was a passenger at the most stubborn trailer of our vehicle! So we were both full of admiration for his skill and therefore confidently for a quick night trip to Isfahan.
      Aunt, why did not you say earlier that 1 million is ok! 🙄
      No comment!
      He still has to refuel. That took another hour.

      Feeled after 50 phone calls in the way home we sat with one of the brothers in the tanked car. The one who had to work the next morning was given to us. Faster than the police we were at midnight safely in our hotel room in Isfahan. And had waited all the long day to get what we had discarded the eve. In the house of the Bridal parents instead of the house of the freshly married. Waited for some tomato eggs with older bread instead of the mighty cooked mutton, which was slaughtered in the middle of the night to celebrate the arrival of the bride in front of the front door on the street of the Groom family. With increasingly bored or miscellaneous relatives, which stayed with us from responsibility instead of celebrating. Had time for family ideas. And in the course of these about seven circumferences met, who and how many should accompany us. At least four had packed. One after another. As a precaution, I just knew that I sit at the front and not between 2 men behind. And practiced myself in patience - not my virtue if I feel as victims of misorganization. While we glanced over the highway, the remaining went to the celebration. And the next day everything was seemingly fine for everyone.
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      😐🤨😑😒😑😑😑😑😑😑😐😐😑😐😑😐😑😑😑😐😑😑😐😑😐🧐🤨🧐🤨🧐🤨🧐🤨🤨🤨🤨🤨🤨 [Nasrin]

      3/29/22Reply
      Traveler

      Ja, ungefähr so war es 😏❤

      3/29/22Reply
       
    • Day60

      Qom

      June 2, 2022 in Iran ⋅ ☀️ 33 °C

      Wir waren in Qom, einer der heiligste Orte im Iran. Sehr viele Frauen in schwarz. Leider laufen die sehr gläubigen Frauen "freiwillig" alle in schwarzen gewändern. Haben dann auch den heiligen Schrein in Qom besichtichtig. Der Goldenen Eingang plus kuppel und türmchen sind 270kg Gold...
      Da es eine heilige Stätte war, durften wir als nicht muslime nicht allein besichtigen. Also hatten wir einen Mullah als Guide. Natürlich hat er uns nicht nur etwas über die Anlage erzählt, sondern auch alles was Sie für angemessen halten, um dem Westen zu verkaufen wie nett sie eigentlich sind...
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    • Day66

      Qom

      October 9, 2019 in Iran ⋅ ☀️ 32 °C

      Le monsieur avec un turban : Vous êtes musulmans ?
      Khalid : Oui.
      Le monsieur avec un turban : Faites Qom chez vous.
      Khalid : khaylé mamnun.
      Le monsieur avec un turban : Saviez-vous que cette mosquée contient 270 kilogrammes d'or ? Fatima is rich !
      Khalid : D'accord.
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    • Day3

      Vertrokken richting de nomaden

      September 11, 2022 in Iran ⋅ ☀️ 23 °C

      Daar gaan we dan. Nu gaat het avontuur toch echt beginnen. Onderweg zie ik veel volgeladen auto’s met groenten en fruit. In Nederland moet je dat niet proberen, dan word je meteen van de weg gehaald. We gaan dit eerste stuk met de taxi naar Qom. Daar stappen we over op een andere taxi naar Arak, waar onze jeep staat te wachten.
      Het bleek wel een echte uitdaging te zijn om een bus of taxi te vinden. Het is namelijk bijna Arba'een (Martelaarschap van Hussein). Dit is een Sjiitische gedenkdag. Veertig dagen na Asjoera (op 20 Safar) wordt op deze dag het martelaarschap van Hussein, de kleinzoon van de profeet Mohammed, herdacht, die op 10 Muharram is overleden. Mensen reizen dan massaal af richting Iraq. Alle bussen en veel taxi rijden dan enkel heen en weer in deze richting. Na een tijd wachten hebben we dan toch een taxi kunnen vinden.
      De auto’s zijn hier wel van wat andere kwaliteit. Tot nu toe heb ik geen enkele keer een gordel om kunnen doen, omdat die er simpelweg niet was. Rijstroken zijn er ook niet echt. Het is daarom zeer chaotisch op de weg.
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    You might also know this place by the following names:

    Qom, اُستانِ قُم

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