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(R)AUSZEIT 2026/27

Vom Wohnwagen zum Backpack! 🚐🌏 Erkundet mit uns und „Cosmo“ Europa, bevor es mit dem Rucksack nach Asien geht.
Folgt uns hier auf unserer Reise voller Kontraste und neuer Eindrücke! 🎒✨
Abenteuer-Guthaben via PayPal: freiheit@kopfprojekt.de
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    🏴󠁧󠁢󠁥󠁮󠁧󠁿 Carrville, England

    Northumberland - Und sonst so?

    July 1 in England ⋅ ☁️ 19 °C

    Was bietet eine Region, von der man vorher noch nie etwas gehört hat?

    Der Nationalpark ist ein großes Wandergebiet und bietet sanfte Hügel und ein großes Netz an Wanderwegen. Leider wehte an unserem Wandertag ein sehr kräftiger Wind, sodass es nur für eine kleine Runde reichte.

    Dann gibt es sehr nette Städtchen - wie beispielsweise Berwick-upon-Tweed (wir sind eigentlich nur dort gelandet, weil dort das nächste Gym für Robo war), welche uns mit einer intakten Stadtmauer und Verteidigungsanlagen überrascht hat. Die Stadt bildet die Grenze zu Schottland und hat daher in Ihrer Geschichte sehr oft die Seiten gewechselt. Sie ist lebendig, hell und seltsam freundlich für britische Verhältnisse.

    Dann gibt es natürlich Pubs (in denen man die WM verfolgen kann). Es gibt Holy Island, was seinem Namen alle Ehre macht, denn von hier aus wurde England christianisiert. Die Insel hat neben der Bedeutung für die Christen auch super tolle Dünenlandschaften und eine Vielzahl von Pflanzen und Vögeln zu bieten.

    Das Highlight Northumberlands ist für uns jedoch ganz klar: der Hadrianswall. Die römische Befestigungsanlage, welche mir ganz klar Chinesische-Mauer-Vibes gegeben hat und einfach so beeindruckend ist, dass man nur begeistert sein kann. Die Mauer oder das was davon noch übrig ist (viele der Steine wurden nach dem Abzug der Römer zum Kirchen-, Haus- und Straßenbau verwendet), schlängelt sich im mittleren Teil über steile Abbruchkanten und Hügel hinweg und man kann sich nicht vorstellen, wie 15.000 Soldaten innerhalb von 6 Jahren ein solches Bollwerk vollendet haben sollen.
    Es gibt zahlreiche Ausgrabungsstätten und Visitor Center und ich könnte mir durchaus vorstellen zurück zu kommen, um die Mauer vollständig zu erwandern.

    Northumberland lehrt uns, dass man in jeder Region tolle Dinge entdecken kann!

    Written by: Diana
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  • Northumberland - Craigside

    June 29 in England ⋅ 🌬 17 °C

    Nach unserem Abschied aus Schottland hat uns die Reise ins wunderschöne Northumberland geführt, wo wir auf ein absolut faszinierendes Stück Zeitgeschichte gestoßen sind: das Anwesen Cragside, erbaut von der Industriellen-Familie Armstrong. Wir haben hier ein paar wirklich schöne Fotos schießen können, aber noch viel packender als die Optik ist die Geschichte, die in diesen Mauern steckt.

    Cragside ist ein Ort der extremen Gegensätze. Einerseits blickt man hier auf pure Innovationskraft: Das Anwesen gilt als das erste "Smart Home" der Welt, weil es das allererste Gebäude überhaupt war, das komplett durch Wasserkraft elektrisch beleuchtet wurde. Lord William Armstrong war ein genialer Erfinder und Wissenschaftler. Die Kehrseite der Medaille, die dem Ganzen einen leicht schaurigen Beigeschmack verleiht: Finanziert und erbaut wurde dieser ganze Prachtbau mit dem gigantischen Vermögen aus Armstrongs weltweiten Geschäften in der Waffenindustrie.
    Die Bauherren selbst haben die riesige Garten- und Waldfläche in seiner finalen, vollendeten Pracht niemals fertig zu Gesicht bekommen. Heutzutage wird das historische Erbe aufwändig über Spenden und den Denkmalschutz am Leben erhalten – und durch die Einnahmen von dem einen oder anderen Hollywood-Filmset, das hier Einzug hält.

    Und genau da schlug mein Herz als riesiger Jurassic Park-Fan sofort dreimal schneller! Schon beim ersten Blick auf die dramatische Rückseite des Hauses war mir klar: Das kenne ich doch! Und tatsächlich: Cragside diente im Film Jurassic World: Das gefallene Königreich als digitale Kulisse für das riesige, mysteriöse „Lockwood-Anwesen“, in dem die Dinosaurier-Auktion stattfindet.

    Neben dem Haus selbst ist das umliegende Areal der absolute Wahnsinn. Die Armstrongs haben damals nicht gekleckert, sondern geklotzt: Das gigantische, hügelige Gelände ist von einem riesigen Wegenetz durchzogen. Bis zu 42 Meilen Wanderwege führen hier durch dichte Wälder, vorbei an künstlich angelegten Seen (die damals für die Wasserkraft gebraucht wurden) und riesigen Gärten.
    Ein wunderschöner Ausflug voller Kontraste zwischen genialer Technikgeschichte und herrlicher Natur.
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  • Edinburgh - letzter Stopp in Schottland

    June 25 in Scotland ⋅ ☀️ 20 °C

    Um es gleich vorwegzunehmen: Unser Aufenthalt in Edinburgh war ein echtes zweischneidiges Schwert – und gleichzeitig unser letzter richtiger Stopp in Schottland. Nach den absolut bombastischen Eindrücken aus Aberdeen lag die Messlatte verdammt hoch. Ich hatte die Stadt von einer Reise im Jahr 2009 als überfüllte Shoppingmeile in Erinnerung – und wollte dieses Bild unbedingt korrigieren. Da so viele unserer Freunde Edinburgh lieben und wir den Romanen rund um den berühmten Zauberlehrling Harald Töpfer (Harry Potter) absolut nicht abgeneigt sind, wollten wir der Stadt zwei volle Tage lang eine echte Chance geben. Werden wir also noch Freunde?

    Wir schreiben Ende Juni: Es waren zwar noch keine offiziellen Ferien, aber die Stadt war trotzdem unglaublich voll. RICHTIG voll. Das Skurrile dabei: Man sieht und hört im Zentrum kaum Einheimische. Edinburgh wabert in einer bunten Wolke aus Indern, Spaniern, Franzosen, Amerikanern – und uns beiden Deutschen.

    Unser Campingplatz lag im Norden der Stadt, von wo aus uns der Bus in gut 30 Minuten ins Zentrum brachte. Bereits bei der Hinfahrt fiel uns auf, dass die Randbezirke leider unheimlich dreckig und ungepflegt wirken. Und dieser Eindruck zog sich weiter: Man merkt schnell, dass hier verdammt viel Kulisse geboten wird, die Seele der Stadt aber im Massentourismus ein wenig auf der Strecke bleibt.

    Besonders bitter war ein Eindruck, der uns immer wieder einholte: Die weltberühmten Wahrzeichen, jahrhundertealten Fassaden und historischen Denkmäler werden erschreckend wenig gepflegt. Überall wachsen dicke Farne, Gräser und Moose direkt aus den Ritzen der filigranen Steinmetzkunst. Was auf den ersten Blick vielleicht "romantisch verwunschen" wirken soll, ist bei genauerem Hinsehen schlicht mangelnde Instandhaltung. Das passte für uns so gar nicht zu dem sonst so stolzen Bild, das die Schotten von ihrer eigenen Geschichte zeichnen.

    Die klassischen Hotspots haben wir natürlich abgeklappert, aber auch abseits der Pfade nach dem magischen Funken gesucht. Die berühmte Royal Mile ist ehrlich gesagt kaum einen Stopp wert. Wenn sich Tausende Menschen durch die Gassen drücken, fühlt man sich eher wie in einem vollgestopften Erlebnispark zur Hauptsaison. Bis auf Souvenirläden mit den immer gleichen Mustern gibt es hier wenig von Belang.

    Die Rettung? Das Collegeviertel und das West End. Hier fanden wir es richtig gut! Die Straßen wurden plötzlich leerer, das Street-Life entspannter, und hier trafen wir endlich auf echte Menschen. Unsere Hoffnung stieg kurzzeitig wieder an.

    Gegen späten Nachmittag und Abend wandelt sich das Bild zum Glück noch mal. Die Touristenmassen ziehen ab und machen Platz für die Vorstadt-Bewohner, die in den unzähligen urigen Pubs der Stadt zusammenkommen, um sich gepflegt die Birne wegzuhämmern – das hatte auf jeden Fall wieder schottischen Charakter und man kann hier fantastisch ausgehen!

    Sogar der legendäre Hausberg Arthur’s Seat ist im Prinzip eine geniale Sache – aber der Funke springt einfach nicht über, wenn man gefühlt mit 2.000 anderen Leuten gleichzeitig denselben Gipfel stürmt. Vielleicht hat uns die wochenlange Ruhe und Einsamkeit im Norden einfach den Geist vernebelt und verwöhnt, aber Edinburgh fühlte sich für uns nicht mehr nach dem echten Schottland an, sondern maximal wie eine perfekt inszenierte Themenlandschaft im Europa-Park. Immerhin wissen wir nach diesem ehrlichen Realitätsabgleich jetzt ganz genau, wo wir auf unserer (R)Auszeit kein zweites Mal hinfahren müssen.

    🏴󠁧󠁢󠁳󠁣󠁴󠁿 Unser kleines Schottland-Fazit (Pro & Contra)

    Nach wochenlanger Tour quer durch die Highlands, über einsame Inseln und durch historische Städte ziehen wir einen ganz ehrlichen Strich unter das Kapitel Schottland:

    Unsere Lieblingsmomente:
    - Äußere Hebriden bei Sonnenschein sind ein Traum
    - Robos Islay Tour mit dem Fahrrad
    - Delfine und Puffins suchen und finden
    - Aussicht vom Cobbler und Stac Pollaidh

    Top!
    - Fahren mit Caravangespann ist super möglich, selbst in den engen Highlands
    - Freundliche Menschen mit großen Herzen
    - Fleischqualität und Milch großartig
    - Es gibt viele öffentliche Toiletten (Ja, ohne Geld zu zahlen und sogar sauber!)

    Flop
    - Glennfinan Viaduct
    - der Massentourismus in Edinburgh
    - Essengehen ist derbe teuer (Fish & Ships für 20 Pfund? No way!)
    - Kein Kontakt zwischen den Campern auf den Stellplätzen. Alle machen Ihre Türe zu und Ihr eigenes Ding :(

    Es war eine super tolle Zeit in Schottland! Der nächste Besuch wird nun wohl etwas dauern ;)

    Written by Robo
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  • Aberdeen - The Silver City

    June 23 in Scotland ⋅ ⛅ 25 °C

    What 's there to do or see in Aberdeen?

    Avoid it!" - war die Antwort unserer netten Campingplatzbetreiberin

    Na dann erst Recht - auf nach Aberdeen! Wir machen uns ja gern ein eigenes Bild...

    Aberdeen scheint weder ein gutes Image bei den Einheimischen zu haben, noch wird es (augenscheinlich) von vielen internationalen Touristen besucht. Gefühlt waren wir die einzigen Menschen, welche Fotos machten.

    Und was sollen wir sagen!? Wir waren durchweg sehr positiv von dieser Stadt im Osten Schottlands überrascht. Seit dem Ölboom in der Nordsee in den 1970 Jahren floriert die Stadt. Es gibt neben toller Architektur, super viele Parks und Gärten, kleine Geschäfte und dank Universitäten auch viele junge Leute. Der Stadtstrand liegt um die Ecke und mit Old Aberdeen gibt es auch Pottervibes zu entdecken.

    Natürlich nutzte ich die erste Stadt des Weges um ein wenig zu shoppen. Da meine Palladiums ja bereits nach 8 Wochen den Geist aufgaben, gab es nun Ersatz. Im "Schuh"geschäft trafen wir auf eine blutjunge Verkäuferin, die sich etwas zum BWL Studium dazu verdiente. Olivia wechselte in super Deutsch, nachdem wir enttarnt waren. Was für eine nette Begegnung!

    Man nennt Aberdeen die Silver City, da der graue Granitstein der Stadt in der Sonne glänzt. Hier liegt wahrscheinlich auch das Problem. Tage, wie unser Besuchstag mit 25 Grad und blanker Sonne, lassen die Stadt hell, freundlich und belebt wirken. Wir können uns Aberdeen jedoch auch sehr gut bei Regen vorstellen und wie dann der triste, graue Stein auf grauen Fußweg und graue Straße bei grauem Himmel und Nieselregen trifft. Dann schlägt Aberdeen wahrscheinlich anders aufs Gemüt...

    Bei gutem Wetter jedoch ein ganz klarer Tipp! Die Stadt gehört den Einheimischen und das findet man nur noch selten in Europa! Ich konnte nicht einmal eine Postkarte finden!!!! Mensch, müssen die Ihre Stadt häßlich finden...

    Written by: Diana
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  • Aberdeenshire - Unser privater "Walled-Garden"

    June 22 in Scotland ⋅ ☁️ 18 °C

    Je weiter südlich wir kommen, desto sommerlicher wird es: Wir knacken hier im Nordosten Schottlands tatsächlich bald die 20°C-Marke! Aberdeenshire ist eine faszinierende Region, die sich von den rauen Grampian Mountains im Landesinneren bis zu einer dramatischen Küstenlinie erstreckt. Sie ist vor allem für ihre enorme Dichte an majestätischen Schlössern (die sogenannte Castle Trail) und ihre unberührte, weite Natur bekannt – passt also!

    Durch unsere CAMC-Campingmitgliedschaft stehen wir dieses Mal auf einem ganz besonderen Fleckchen Erde. So langsam zahlt sich der Beitrag echt aus und wir finden immer wieder tolle, günstige Plätze. Diesmal sind wir in einem versteckten Walled Garden gelandet. Der Weg führt über eine große Wiese mitten im Nirgendwo, und am Ende stehen wir privater als privat umrandet von alten Mauern.

    Kleine Randnotiz: Die unglaublich nette Betreiberin lebt dort Dianas geheime Träume im vollen Umfang aus. Sie schmeißt einen winzigen Campground samt Garten mit nur einer handvoll Gästen, gibt leidenschaftlich gern Nähkurse, besitzt sage und schreibe 17 Nähmaschinen und hat als ganz besonderes Hobby alte Traktoren … Das kann ja heiter werden :-)

    Ein absolut überraschender Ausflug führte uns nach Stonehaven. Ein wunderschöner kleiner Küstenort, der uns komplett begeistert hat. Da es Sonntag war, saß gefühlt der halbe Ort am Hafen zusammen, die Leute tranken entspannt ihr Bier an der Promenade und die Kinder machten am Wasser eben typische Kindersachen. Ein wunderbar buntes, lebendiges Treiben, aber völlig ohne diesen herben Beigeschmack von zu vielen Touristen. Von dort aus war es auch ein kurzer Spaziergang bis zum obligatorischen Fotostopp am Dunnottar Castle, das spektakulär auf einem steilen Felsen im Meer thront.

    Direkt um die Ecke unseres Stellplatzes liegt Fettercairn – ein absolut verschlafener, kleiner Ort. Der Schein trügt jedoch, denn der Ort hat nicht nur ein echt beeindruckendes, monumentales Schlosstor sowie tolle Waldwege und Mansions zu bieten, sondern zu unserer Überraschung auch eine ganz besonders „fette“ Brennerei: die Fettercairn Distillery!
    Kleiner Insider-Tipp: Alle, die richtig zarten und lieblichen Whisky mögen, werden diesen Tropfen lieben. Wir waren extrem positiv überrascht. Das Geheimnis hinter dem weichen Geschmack liegt wohl an ihren weltweit einzigartigen, wassergekühlten Brennblasen, bei denen echtes Bergquellwasser außen am Kupfer herabläuft.

    Natürlich kam auch die Küste in diesen Tagen nicht zu kurz. Wir haben wieder nahezu menschenleere, kilometerlange Sandstrände entdeckt, die von rauen Steilküsten und naturbelassenen Wanderwegen gesäumt werden. Bei diesem Wetter einfach ein Traum.

    (Ein größerer Stopp in der Stadt Aberdeen war übrigens auch noch drin – aber dazu gibt es bald einen ganz eigenen Eintrag. Nur so viel vorweg: Auch hier wurden wir positiv überrascht!)

    Written by Robo
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  • Speyside - Abseits des Whiskys

    June 21 in Scotland ⋅ ☁️ 15 °C

    Nach den Wochen in der Einsamkeit der Hebriden oder auch der nördlichen Highlands, war die Speyside für uns wie eine Offenbarung. Plötzlich gab es wieder Infrastruktur, Points of Interest, Aldi ;) und ein gutes (schnelles) Straßennetz.

    Neben den unzähligen Destillen der Speyside (im näheren Umkreis habe ich an die 40 gezählt), kann man viele andere Ausflüge machen. Es gibt Fahrradwege (!) an der Spey entlang, man kann den Kürschner besuchen, Kekse bei Walkers probieren und kaufen, einen Ausflug in die Berge planen (Cairngorms National Park liegt vor der Tür) oder, oder, oder...

    Leider müssen wir die meisten Plätze vorplanen und sind daher vor Ort dann nicht ganz so flexibel...hier hätten wir noch länger stehen und die Umgebung erkunden können.

    Wir hatten die Speyside nicht auf dem Schirm, waren super positiv überrascht und würden eine klare Reiseempfehlung aussprechen, da man super easy von Glasgow oder Edinburgh anreisen kann!

    Written by: Diana
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  • Speyside - Whiskymekka

    June 18 in Scotland ⋅ ☁️ 16 °C

    Nachdem wir unsere Magen-Darm-Geister vertrieben hatten, steuerten wir Cosmo direkt ins Epizentrum des schottischen Whiskys: die Speyside. Hier reiht sich eine weltberühmte Brennerei an die Nächste. Das liegt vor allem an der Geschichte: Die abgelegene, zerklüftete Region am Fluss Spey bot früher die perfekten Bedingungen, um das klare Quellwasser und die heimische Gerste heimlich zu nutzen – weit weg von den Augen der königlichen Steuereintreiber. Als das Schwarzbrennen 1823 endlich legalisiert wurde, schossen aus den einstigen illegalen Verstecken die heute weltberühmten legalen Brennereien wie Pilze aus dem Boden.

    Inklusive Islay, Campbeltown und Dianas Favorit aus Glen Ord haben wir inzwischen weit über 20 Destillen abgeklappert. Hier ist unser ehrlicher Logbuch-Auszug aus der Speyside:

    - The GlenAllachie: Hatten wir gar nicht auf dem Zettel, war aber eine echte Entdeckung! Wir wurden super freundlich beim Tasting unterhalten. Spannend: Unter ihrer Nebenmarke „Meikle Tòir“ wird hier kräftig mit torfigen und rauchigen Abfüllungen experimentiert.

    - The GlenLivet: Wer ein richtig gemütliches „Cozy“-Besucherzentrum sucht, um bei einem Kaffee zu stöbern, ist hier genau richtig. Die Preise sind völlig okay. Geschmacklich waren die Proben allerdings nicht mein Fall – für meinen Gaumen gab es hier einfach zu viel Tannine und Alkohol.

    - Ballindalloch: Klein, familiär und noch blutjung. Dieses Jahr soll tatsächlich erst ihr allererster eigener Whisky abgefüllt werden. Die aktuellen Brände waren uns noch zu jung und preislich nicht attraktiv, aber dafür hatten wir hier eines der schönsten Gespräche abseits vom Thema Alkohol.

    - Glenfarclas: Ich mag den 105er in Fassstärke wirklich sehr gern, aber hier hat uns der Preisteufel erwischt. Die Literflasche war gar nicht zu bekommen, und die britische Steuer macht den Whisky vor Ort deutlich teurer als bei uns in Deutschland. Es reichte also nur für ein paar Mini-Probefläschchen.

    - The Dalmunach & Knockando: Hier standen wir vor verschlossenen Türen. Dalmunach besitzt überhaupt kein Besucherzentrum und Knockando hatte an unserem Ausflugstag leider Ruhetag.

    - Cardhu: Optisch ein tolles Besuchererlebnis, das sich definitiv für einen Zwischenstopp lohnt. Das dort präsente Sortiment von Johnnie Walker konnte uns geschmacklich und preislich aber nicht ganz überzeugen.

    - The Macallan: Der Rolls-Royce unter den Destillen und bekannt aus Film und Fernsehen. Das Drumherum ist eine völlig eigene Liga aus Pomp und Luxus – ohne festen Vorab-Termin darf man das Gelände nicht mal betreten. Dafür gibt es persönliche Beratung, zwei ausgewählte 1cl-Drams und ganz viel Lametta. Und der Running Gag? Ausgerechnet der 12-jährige Macallan hat Diana am Ende von allen Speyside-Whiskys am besten geschmeckt!

    - The Balvenie: Der totale Kontrast zu Macallan. Ein winziger 10qm-Shop und eine Destille, in der es noch so richtig herrlich nach Malz riecht. Der Tropfen ist lecker, aber für den Kauf vor Ort einfach zu teuer.

    - Glenfiddich: Hatte ich im Kopf immer als faden Massenwhisky abgespeichert, liegt aber wunderschön und hat ein tolles Ambiente. Mitarbeiter Stephen war eine glatte 10/10, zog ordentlich über die Konkurrenz von Macallan vom Leder und ließ uns etwas ganz Besonderes verkosten. Mein Ruf-Vorurteil ist damit offiziell vom Tisch!

    - Strathisla: Wird wegen ihrer schnuckeligen Brenntürmchen und des hohen Alters überall empfohlen. Optisch total knuffig, aber die Preise an der Bar haben uns echt geschockt: Unter 12 Pfund gab es keinen einzigen Dram – Ziel knapp verfehlt.

    - Glen Moray: Bei der Ankunft wurden wir direkt von einer deutschen Bus-Reisegruppe überrollt, aber die Destille hat uns echt überrascht. Junges, super freundliches Personal und erschwingliche Whiskys. Durch die enorme Variantenvielfalt haben wir nach 5 Test-Drams direkt zugeschlagen. Immerhin brauche ich für meinen Geburtstag noch flüssigen Proviant!

    - Aberlour: Hier herrscht aktuell absolute Ruhe im Kessel, da seit mittlerweile vier Jahren an einem komplett neuen Objekt gebaut wird.

    Fazit:
    Schottland vor Ort bedeutet wegen der extrem hohen UK-Steuer leider selten Schnäppchenjagd. Aber der Trip durch die Speyside war ein echtes Abenteuer voller Kontraste – von der urigen 10-Quadratmeter-Brennerei bis zum pompösen Luxus-Tempel war alles dabei!

    Written by: Robert
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  • Fortrose - The Highland Revenge 💩🤢

    June 15 in Scotland ⋅ ☁️ 11 °C

    Es gibt Tage, da zeigt dir das Reisen seine unbarmherzigste Fratze. Nach intensiven, kilometerreichen Fahrtagen entlang der rauen Klippen der NC500 und noch einsameren Straßen tief im Norden der Highlands, haben wir uns einen fiesen, unsichtbaren Begleiter an Bord geholt. Wo genau wir ihn aufgeladen haben? Wir wissen es nicht sicher, aber Diana hat einen ganz bestimmten Verdacht: Das Haggis am eigentlich recht bekannten „Toast & Cheese“-Imbiss bei Durness war wohl noch etwas zu roh...

    Das Dilemma begann einen Tag später mit einem leisen Grummeln und schlug dann mit voller Wucht zu. Mitten in der absoluten Isolation rund um Altnaharra ging es Diana schlagartig schlechter. Fieber, Schüttelfrost und heftige Magenkrämpfe mitten in der schottischen Wildnis – der absolute Jackpot. Erst recht, wenn man weiß, dass es hier draußen weit und breit kein sauberes Trinkwasser zum Nachfüllen gibt.

    Wir standen vor einer harten Entscheidung: Bleiben wir in der Einöde stehen und pokern darauf, dass es am nächsten Tag besser wird, oder packen wir alles zusammen und flüchten?

    Am Sonntag folgte die Quittung: Es wurde noch schlimmer. Ich musste den gesamten Caravan-Krankentransporter komplett allein durch die engen Kurven in Richtung Zivilisation steuern, während Diana mit Bettdecke neben mir litt. Im Nachhinein war diese Flucht unsere Rettung. Denn noch am selben Abend schlug der unsichtbare Feind auch bei mir zu. Da lagen wir nun auf unserem neuen Stellplatz bei Fortrose: zwei schottische Wracks, die wie die Sardinen nebeneinander im Bett lagen und um die Wette zitterten.

    Die Nähe zu Inverness und der Zivilisation war zwar spürbar, aber unser Radius war für die nächsten Tage auf die wenigen Meter bis zum Toilettenblock beschränkt. Und genau das war die psychologische Backpfeife: Draußen herrschte fantastisches, fast schon unwirkliches Bilderbuchwetter. Ein weltberühmter Delfin-Spot lag in absoluter Laufweite direkt vor unserer Nase. Zehn weitere tolle Erlebnisse warteten direkt vor der Wohnwagentür – und wir konnten absolut nichts davon realisieren. Ausgezehrt und kraftlos im Camper gefangen zu sein, während draußen Schottland im besten Licht erstrahlt, tat fast mehr weh als die Magenkrämpfe.

    Diana hatte im harten „Durchfall-Rennen“ einen soliden 24-Stunden-Vorsprung und schaffte es am dritten Tag zumindest, die nötigsten Pflichtaufgaben im Camp abzuhaken, während ich noch das Bett hütete.

    Immerhin haben wir auf die harte Tour eine skurrile Facette des britischen Alltags kennengelernt: Während im Vereinigten Königreich wirklich alles unverschämt teuer erscheint, sind Medikamente für den Hausgebrauch lächerlich billig. 16er-Packungen Ibuprofen, Paracetamol und Durchfalltabletten gibt es hier im Supermarkt für sage und schreibe 30 Pence (umgerechnet keine 40 Cent). Unsere Reiseapotheke ist nun jedenfalls wieder maximal aufgestockt.

    Schottland hat uns dieses Mal nicht mit Regen, sondern von innen heraus in die Knie gezwungen. Mittlerweile können wir aber schon wieder darüber lachen.

    Written by Robo
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  • Melvich - FindPuffins.com?

    June 13 in Scotland ⋅ 🌧 12 °C

    Wir haben Delfine gesehen, Rotwild, Steinadler, Robben und Galloway Rinder - in der Sammlung fehlten jedoch noch die Puffins!

    Gar nicht so leicht die kleinen, tapsigen Vögel ausfindig zu machen. Am Festland gibt es wenig (touristisch) bekannte Spots und lang mit dem Boot raus fahren oder nochmal auf eine Fähre (bspw. nach St. Kilda) wollten wir nicht. Mehr oder weniger durch Zufall (und eine NDR Reportage), fand ich diesen Spot.

    Ein Wanderweg führt durchs Moor geradewegs zur Puffins Cove und dank insgesamt 12km Weg, laufen eben nicht mehr die Badeschlappen Touristen einfach so mal 5min hin, sondern nur sehr wenige Touristen und Einheimische. Mit uns war ein weiteres Paar mit einem Local unterwegs und ansonsten....nix und niemand.

    So konnten wir die Tiere ungestört und aus angemessener Entfernung lange beobachten und uns am Treiben, Tapsen, Landen und Starten so richtig satt sehen.

    Und wie krass sind bitte diese Tiere? Kommen nur für 4 Monate an Land, um Ihren Lebenslangen Partner für die Paarung zu treffen und treiben ansonsten wie Korken auf Hoher See bei Regen und Sturm, oder knallender Sonne. Und wie verrückt bitte, dass diese Tiere an die 40 Jahre werden können und somit 40 Mal über Monate hinweg, wie Korken auf offener See überleben! Wild, diese Natur!

    Ein erstes Mal für uns Beide - super cool, dass wir so viele aus der Nähe beobachten konnten!
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  • Altnaharra - Willkommen im Nirgendwo

    June 12 in Scotland ⋅ 🌬 13 °C

    Unser ursprünglicher Plan war es, uns an die NC 500 zu halten - die berühmte Nordroute in Schottland. Mit einer Vorlaufzeit von 2-3 Wochen für die Buchung der Campingplätze war das jedoch leider nicht möglich. Die Plätze hatten an den Tagen einfach keine Kapazitäten und so landeten wir im absoluten Nichts.

    Willkommen in Altnaharra!

    Mitten in den Highlands gelegen, fährt man von Ullapool ca. 2h Single Road Tracks, um nach Altnaharra zu gelangen. Der nächste (Mini) Spar ist 30km und sagenhafte 40 Minuten Fahrt entfernt. Zumindest gibt es einen Pub im Dorf ;).
    Auf dem Platz gab es weder Duschen, noch Toiletten (ist für uns nicht mehr so ungewöhnlich und wir kommen gut mit unserer Chemietoilette und Beuteln für die B-Ware zurecht), jedoch war auch das Wasser keine Trinkwasserqualität, sodass wir alle Behälter in Ullapool auffüllten, um uns selbst zu versorgen.

    Der Stellplatz am Loch Naver ist traumhaft und da er abseits der NC 500 Massen ist, auch super ruhig. Wir sind schlussendlich sehr froh, dass es uns dorthin verschlagen hat!

    Midges- wir hatten große Sorge, dass wir im Inland zerstochen werden, aber das blieb aus!

    Unser Ausflug auf die NC 500 (zumindest in Teilen) war viel Fahrerei. Die Straßen ziehen sich in die Unendlichkeit und für die knapp 125 Milen (200km) fuhren wir 4,5 Stunden.
    Wir können uns sehr gut vorstellen, wie voll es im Sommer sein muss. Wir fanden die Straßen abseits der NC 500 fast schon landschaftlich reizvoller und auf jeden Fall weniger stark befahren.

    Nahe Durness nutzen wir die Zipline über den Strand, besuchten die Smoo Cave und schauten uns Sango Sands an.

    Zurück auf dem Campingplatz in Altnaharra waren wir einerseits sehr froh über die Ruhe, fühlten uns andererseits jedoch schon fast wie am Rande der Welt und etwas einsam. Kaum Menschen, keine Infrastruktur, nur karge Natur und weiter nichts!?

    Wir sind wohl doch Städter im Herzen.

    Written by: Diana
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  • Ullapool - Dia's Geburtstag

    June 9 in Scotland ⋅ ☁️ 9 °C

    Der heilige Geburtstags-Tag. Wer mich kennt, weiß wie wichtig mir dieser Tag ist und wie schwer es oftmals ist, die hohen Erwartungen zu erfüllen und wirklich glücklich mit diesem wiederkehrenden, persönlichem Ehrentag zu sein.

    2026 hat es geklappt. Ich bin super happy mit meinem Geburtstags-Tag.

    Warum?
    Hier kommen 10 gute Gründe, warum der 39. ein wirklich guter Geburtstag war:
    - Mit dem 09.06 startet offiziell das Sabbatjahr - sozusagen das BESTE Geschenk an mich selbst (uns).
    - Sonnenschein statt Regen und Gewitter
    - Viele Glückwünsche und Anrufer von Zuhause
    - super tolle Bootsfahrt gebucht und auch gemacht
    - Robben, Steinadler und Delfine gesehen
    - lecker im Sea Shack gegessen
    - Kuchen- Überraschung am Fährterminal von Gena bekommen
    - durch Ullapool geschlendert
    - am Abend spontane Geburtstagsgäste gefunden (Unsere neuen Nachbarn Nele und Christian waren auch in einem älteren Wohnwagenmodell (70iger Jahre) unterwegs und wir sind nicht nur nett ins Gespräch gekommen, sondern haben zusammen meinen Geburtstagskuchen verdrückt und etwas tiefer in unsere Plastikgläser geschaut - falls Ihr beiden diesen Eintrag lest- Ihr wart die besten, spontanen Geburtstagsgäste!!!)
    - mit vielen tollen Eindrücken ins Cosmo Bettchen gefallen und neben meinem Lieblingsmenschen eingeschlummert

    Es hätte nicht besser sein können!

    Auf ein tolles, ereignisreiches Lebensjahr vorm neuen Jahrzent!
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  • Ullapool - Tor zu den Highlands

    June 7 in Scotland ⋅ 🌧 13 °C

    Hinter uns liegt die vorerst letzte Fährfahrt unserer Reise. Die dreistündige Überfahrt von Stornoway nach Ullapool verlief absolut reibungslos – das Meer blieb ruhig und die Fähre pünktlich. Was für ein Segen, wenn man bedenkt, was für ein Drama sich zeitgleich hinter den Kulissen abspielte: Wegen eines technischen Defekts und tagelanger Reparaturen an der Fährverbindung von der Insel Skye saßen unzählige Touristen auf den Hebriden fest. Wer dort eigentlich nur einen Tagesausflug geplant hatte, irrte tagelang auf der Suche nach den ohnehin raren Unterkünften über die Inseln. Da hatten wir echtes Timing-Glück!

    In Ullapool angekommen, fühlten wir uns fast schlagartig in die Zivilisation zurückversetzt. Das charmante Städtchen mit seinen weiß getünchten Häusern wurde erst 1788 von der British Fisheries Society als strategischer Heringshafen gegründet. Heute ist der Fischfang zwar geschrumpft, dafür brummt der Tourismus: Ullapool ist das unbestrittene Herzstück der berühmten North Coast 500 (NC500) und bildet im Umkreis von gut 100 Kilometern das einzige echte Zentrum mit einer belebten Hafenmeile, urigen Pubs, Restaurants und einem gut sortierten Supermarkt.

    Unser Stellplatz hier war wegen der vielen NC500-Reisenden zwar deutlich trubeliger als die Einsamkeit der Hebriden, aber einfach wunderschön direkt am Wasser gelegen. Mit dem Luxus von heißen Duschen, Toiletten und einer Waschmaschine war er den etwas höheren Preis absolut wert – und landet direkt in unserer Top 10!

    Zurück auf dem Festland stieg auch die Dichte an spektakulären Wanderwegen wieder rasant an. Ein ganz bestimmter Berg stand schon seit unserer Vorab-Recherche felsenfest auf der Bucket List: Der Stac Pollaidh (sprich: Stack Polley).

    Dieses 612 Meter hohe Massiv liegt im Herzen des Assynt-Coigach-Naturreservats und wirkt für Schottland völlig untypisch. Es handelt sich um einen isolierten Klotz aus uraltem Torridon-Sandstein. Durch Frost und Verwitterung ist der spektakuläre, felsige Grat von tiefen Rissen durchzogen und zerbröselt im Laufe der Jahrtausende buchstäblich nach und nach. Der Aufstieg ist knackig, aber oben angekommen bietet sich ein majestätischer Blick über die eiszeitlich geprägte Moor- und Seenlandschaft von Assynt.

    Nach dem Abstieg haben wir die einspurige Straße noch ein kleines Stück weiter verfolgt und landeten mit einem Schlag an einem wunderschönen, versteckten Sandstrand – der perfekte Ort für eine ausgiebige Mittagspause mit Blick auf die Brandung.

    Das absolute, völlig unerwartete Highlight hob sich Schottland jedoch für den Abend auf. Wir rechneten mit nichts Großem mehr, als der Himmel plötzlich explodierte: Ein intensiv rosafarbener Sonnenuntergang tauchte die Kulisse der dramatischen Bergketten in ein fast schon kitschiges Licht. Angesichts dieses Anblicks haben wir fototechnisch noch mal so richtig auf die Kacke gehauen. Ein perfekter Einstand zurück auf dem Festland!

    Written by Robo
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  • Äußere Hebriden - Harris & Levis

    May 31 in Scotland ⋅ ☁️ 12 °C

    Auf Lewis und Harris ist deutlich mehr los, als auf den anderen Inseln. Uns begegnen zum ersten Mal andere Wohnwagen-Fahrer, die Menge an Touristen steigt schlagartig. Dies mag daran liegen, dass die Inseln besser vom Festland zu erreichen sind (Ullapool und Skye haben Fährverbindungen) und auch die Größe der Inseln lassen mehr Tourismus zu.

    Wir haben nur noch einen Stellplatz ganz im Norden gefunden, was uns ein bisschen ab vom Schuss stehen lässt. Jedoch meint es Lewis (wie der nördliche Teil genannt wird) gut mit uns, was Tiere angeht. So sehen wir die ersten Galloways (ich lege fast eine Vollbremsung hin vor Freude), wir sehen Rotwild, Pferde, die einzigen 3 Schweine Schottlands, viele Vogelarten, Seehunde und zum krönenden Abschluss kann Dia von der Küste aus sogar einen Zwergwal durchs Fernglas beobachten.

    Beeindruckend finden wir die Callanish Standing Stones. Man kann einfach frei darin herumlaufen, es gibt kein Kassenhäuschen und Massentourismus lässt auch der kleine Parkplaz nicht zu. Ein kulturelles Highlight zum Anfassen, welches älter ist als Stonehenge.

    Auch das Lews Castle in Stornoway meint es gut mit uns. Nachdem wir einen wärmenden Tee in den Händen halten, gehen wir in Richtung des großen Saals und dort sind 4 junge Mädchen, die ein paar Noten summen. Dia spricht Sie an und es stellt sich heraus, Sie üben für einen Gesangswettbewerb auf Gälisch. Sie singen reihum Ihre Lieder für uns. Die klaren Stimmen treiben uns die Tränen in die Augen. Es ist ein Erlebnis, was uns noch lange begleiten wird.

    So vergehen die Tage auf Lewis und wir finden neben einer tollen Campingplatzbar und einem Gym für Robo, auch etwas Ruhe, bevor wir uns von den äußeren Hebriden verabschieden müssen.

    Written by: Diana
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  • Äußere Hebriden - North Uist & Bernaray

    May 30 in Scotland ⋅ 🌧 13 °C

    Nach unseren 3 Super-Sonnen-Tagen mit ersten Sommergefühlen, drehte das Wetter innerhalb von 24 Stunden und wir saßen bei Dauerregen und 10 Grad, 2 Tage im Cosmo fest.
    Robo erinnerte sich an seine Gitarre, wir schrieben Journal, sortierten Bilder, machten leckeres Mampfi und nutzen jede trockene Minute, um raus zu gehen.

    Eine kleine Radrunde führte uns zum einzigen Pub auf North Uist (mit gepfefferten Preisen), Strandspaziergänge am Abend ließen Dia tolle Muscheln finden und besonders war unsere Runde am Weststrand auf der kleinen Insel Bernaray. Abermals beeindruckten uns die riesigen Dünen, weite Sicht, Ruhe und Schönheit der Natur.

    Die Tage auf North Uist waren trotz des wechselnden Wetters ein Highlight und werden uns sehr lange in guter Erinnerung bleiben.

    Written by: Diana
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  • Äußere Hebriden - Nort Uist

    May 28 in Scotland ⋅ ☀️ 18 °C

    Es gibt Orte im Leben, die einen Rufen.

    Klingt wahrscheinlich etwas esotherisch, aber mittlerweile habe ich immer wieder das Gefühl, dass mich eine Richtung, ein Hügel oder ein Ort ruft und ich etwas Gutes finde, wenn ich dem Ruf folge.

    Am Ankunftstag auf Uist, bei strahlendem Wetter, rief mich der Hügel des ersten Bildes.

    Beein Móhr ist mit gerade einmal 190 Metern nichts weiter als eine der vielen Erhebungen der Inseln, schenkte mir jedoch einen sehr emotionalen Moment.

    Ich lief ziemlich unbedacht mit meinen Trailrunnern, 3/4 Jeans und ohne gescheihte Socken los. Schon nach 10 Schritten waren die Schuhe komplett nass, die Hosen vollgespritzt und die freien Knöchel machten sich im hohen Moorgras auch nicht besonders gut. Egal. Ich folgte den Stehlen des Hebridean Ways und schlug mich die letzten 200 Meter ohne Weg zum Tric Point durch.

    Oben angekommen liefen mir die Tränen.

    Ich hatte bombastische Sicht. Sah den Campingplatz, Strände, die Berge von Harris und Lewis , die Insel Skye und die dahinterliegende Berge des Festlands (bestimmt war es Ben Nevis). Vor mir eine Moorlandschaft mit 1000 Seen. Ich mich konnte kaum beruhigen und schluchzte. Ich dachte an Papa, an die Schwierigkeiten der letzten Jahre und an all die Irrwege, die mich nun an diesem Tag zu diesem Ort gebracht hatten.

    Voller Dankbarkeit machte ich mich zurück auf den Weg zu Robo.

    Es sind diese Momente, die diese Reise zu etwas ganz Besonderem machen.

    Auch die nächsten Tage blieb das Wetter sonnig und bei 19 Grad und blauem Himmel konnte ich mir den Wunsch erfüllen, im Atlantik zu baden. Es war erstaunlich warm! Türkises Wasser, mein pinker Schwimmring, ein dickes Grinsen im Gesicht und abends ein Bierchen im Liegestuhl.

    Für mich waren diese 3 Tage die schönsten Tage der bisherigen Reise und ich bin sehr froh und dankbar, die Hebriden bei strahlender Sonne gesehen zu haben.

    Written by: Diana
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  • Äußere Hebriden - Ankunft auf North Uist

    May 26 in Scotland ⋅ ☁️ 11 °C

    Nach der Miniatur-Welt von Barra waren wir unglaublich gespannt auf die deutlich größeren Inseln des Archipels. Die Überfahrt mit der Fähre nach South Uist war zwar eine deutlich kleinere Nummer als die fünfstündige Fahrt von Oban, aber ich hatte es mir ehrlicherweise viel schlimmer vorgestellt. Ein netter Nebeneffekt der kleinen Fähre: Vom Passagierdeck aus hatte ich endlich mal die perfekte Perspektive, um das Solarpanel auf Cosmos Dach aus nächster Nähe zu begutachten. Alles fest, alles läuft!

    Das Wetter meinte es (noch) richtig gut mit uns, und so kamen wir auf den einsamen Straßen zügig voran. Nach gut zwei Stunden Fahrt erreichten wir bereits unser Ziel im Norden. Die Region hier ist faszinierend: Das flache, von unzähligen Seen zerklüftete Land teilt sich auf in South Uist, die Mini-Insel Benbecula und North Uist. Verbunden sind sie alle durch schmale, abenteuerliche Dämme (Causeways), die quer durch den Atlantik führen. Zusammen bilden sie eine raue, vom Wind geformte Kette aus wilden Mooren im Osten und endlosen Traumstränden im Westen.

    Unser Ziel für die nächsten Tage hieß Clachan Sands (am Clachan Beach) ganz im Norden von North Uist – und die Anfahrt war ein echtes Erlebnis für sich. Der Stellplatz liegt extrem abenteuerlich direkt in den Dünen. Unser kleiner Dacia musste wirklich alles geben und hatte alle Räder voll zu tun, um die steile Sandpiste inklusive Cosmo im Schlepptau hochzukommen. Anfahren am Berg im tiefen Dünensand – das war ganz großes Kino und hat den Puls kurzzeitig nach oben getrieben. Andererseits ist es spannend was alles so geht mit dem Gespann.

    Bis vergangenes Jahr lief dieser magische Ort noch komplett entspannt über eine „Kasse des Vertrauens“. Doch durch den steigenden Touristenansturm und die wirklich unglaublich schöne Lage muss man mittlerweile verdammt schnell sein. Diana hat zum Glück unseren Slot noch vorher online gebucht. Ein absoluter Glücksgriff: Das ist mit großem Abstand unser bisheriger Platz 1 der Stellplätze dieser Reise!

    Wir sind einfach komplett hin und weg. Vor uns erstrecken sich riesige, schneeweiße Sandstrände, und das Meer schimmert in einem unfassbaren Türkis, das man sonst nur aus Postkarten von der Karibik kennt. Zum krönenden Abschluss eines genialen Fahrtages gab es am Abend bei einem fast schon kitschigen Sonnenuntergang noch den einen oder anderen wohlverdienten Dram Whisky. Wir sitzen einfach nur da, blicken nach draußen auf die Wellen und schütteln ungläubig die Köpfe darüber, wie schön diese Welt sein kann.

    Written by: Robo
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  • Äußere Hebriden - Barra Airport Spezial

    May 24 in Scotland ⋅ 🌧 12 °C

    Im tristen Wetter des heutigen Tages wollen die Worte mir nicht so von der Hand rollen. Verfasser meines Barra Airport Spezials ist daher heute die KI ;) - Gemini hat das Erlebnis (fast) perfekt zusammen gefasst.

    "Der Wind peitschte mir ins Gesicht, als ich am Rand der Bucht von Traigh Mhòr stand. Jahrelang war mein Blickfeld auf Flughäfen von Beton, künstlichem Licht und endlosen Terminals geprägt. Nun blickte ich auf eine weite, weiße Sandfläche, die im Rhythmus der Gezeiten versinkt.

    Hier bestimmt nicht der Tower allein den Flugplan, sondern vor allem der Mond. Zweimal am Tag holt sich die Flut die drei Start- und Landebahnen komplett zurück.

    Ich wartete gemeinsam mit einer Handvoll Schaulustiger, als das vertraute Summen von Propellern in der Ferne laut wurde. Eine kleine Twin Otter der Loganair tauchte aus den tief hängenden Wolken auf. Der Anflug wirkte fast surreal. Kein Asphalt, keine Runway-Befeuerung – nur der unendliche Atlantik und der nasse Sand.

    Mit einer Leichtigkeit, setzte die Maschine auf der glänzenden Oberfläche auf. Wasser spritzte auf, als die Reifen den feuchten Boden berührten. Die Passagiere stiegen direkt auf den Strand aus, die Koffer wurden auf einem kleinen Traktor transportiert. "

    In diesem Moment spürte ich mein Fliegerherz und ein breites Grinsen stand mir im Gesicht. Nur Flugbegleiter*innen, die habe ich nicht erblickt- den Kaffee oder Tee gibt es hier wohl nur im kleinen Airportcafé.

    Written by Diana und Gemini
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  • Äußere Hebriden - Barra

    May 23 in Scotland ⋅ 🌬 12 °C

    Es gibt Reiseziele, die trägt man jahrelang als Traum im Kopf herum. Schon bei meinem allerersten Schottland-Kontakt stand fest: Einmal will ich ganz hoch hinaus auf die Äußeren Hebriden. Die berühmte Insel Skye haben wir uns auf dieser Reise bewusst geschenkt – das ist mittlerweile leider ein von Instagram-Zombiemassen überrennter, unbezahlbarer Fleck Erde geworden. Die Äußeren Hebriden dagegen liegen noch mal ein ganzes Stück weiter draußen im Atlantik (auch wenn man Skye bei gutem Wetter am Horizont erahnen kann).

    Die fünfstündige Fährüberfahrt von Oban verlief zum Glück entspannt. Ein wenig Sorge hatte ich im Vorfeld schon, wie wir Cosmo auf die Fähre bekommen. Interessantes Detail am Rande: Seit unseren ersten Stopps im Süden Englands haben wir immer weniger klassischen Wohngespanne mehr gesehen. Hier oben im Norden scheint das entweder verpönt zu sein, oder es hat einen handfesten logistischen Grund, den ich lieber gar nicht erst herausfinden möchte...

    Auf Barra angekommen, ging es direkt abenteuerlich los. Die Straßen haben hier teilweise die Ausmaße von deutschen Fahrradstreifen – dafür sind sie qualitativ erstaunlich gut in Schuss. Im zweiten Gang schraubten wir uns die steilen Hügel hinauf und erreichten nach knapp 30 Minuten unser Ziel: Barra Sands. Die Insel besitzt im Grunde nur eine einzige Ringstraße, die man im oder gegen den Uhrzeigersinn befahren kann. Wir haben uns natürlich zielsicher für die steilere und schwerere Richtung entschieden – nun ja, man gönnt sich ja sonst nichts.

    Mit einer Gesamtlänge von gerade einmal 35 Kilometern (und paar zerquetschte) haben wir die Insel am nächsten Tag komplett mit den Fahrrädern umrundet. Der einzige nennenswerte Ort hier ist Castlebay, der seinem Namen dank der imposanten Burgruine Kisimul Castle direkt in der Bucht alle Ehre macht. Ansonsten gibt es auf Barra einen Supermarkt, eine Schule und verstreute Häuser. Bei der Stille und Abgeschiedenheit haben wir uns mehr als einmal die Frage gestellt: Was machen die Menschen hier eigentlich den ganzen Tag, um nicht verrückt zu werden?

    Das Wetter war leider nicht sonderlich zimperlich mit uns. Nebel, Dauerregen und heftiger Wind – ich schätze, das sind die Hebriden in ihrer reinsten Kurzform. Die kilometerlangen, eigentlich türkisfarbenen Sandstrände hätten wir zu gern mit ein paar freundlichen Sonnenstrahlen gesehen (aber so viel sei vorweggenommen: Dazu bekommen wir später noch Gelegenheit!).

    Ein Blick in die Geschichte:
    So einsam es heute wirkt, Barra und die Äußeren Hebriden blicken auf eine jahrtausendealte Geschichte zurück. Archäologische Funde zeigen, dass die Insel bereits in der Jungsteinzeit vor über 6.000 Jahren besiedelt war – weit vor den Schotten, wie wir sie heute kennen. Später hinterließen die Pikten ihre Spuren, bevor im 9. Jahrhundert die Wikinger die Inseln eroberten und für Jahrhunderte beherrschten. Später übernahm der legendäre Clan MacNeil die Herrschaft auf Barra und baute Kisimul Castle. Man wandelt hier also auf geschichtsträchtigem, wenn auch vom Wind kahlgefegtem Boden.

    Die Zeit verging wie im Flug. Zum Abschluss erklomm Diana noch einen der markanten Hügel in der Nähe unseres Stellplatzes, und schon hieß es wieder: Zusammenpacken. Für uns geht es jetzt auf die nächste, deutlich kleinere Fähre mit dem Ziel South Uist! Das Insel-Hopping beginnt!

    Written by Robo
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  • Highlands with Friends

    May 22 in Scotland ⋅ 🌧 12 °C

    Besuch aus der Heimat! Auch wenn wir gefühlt noch gar nicht so lange unterwegs sind, war die Vorfreude riesig: Benni und Loreen haben den weiten Weg aus Deutschland auf sich genommen, um uns für eine Woche zu begleiten (insgesamt sind sie 14 Tage im Land). Ihre ehrliche Ausgangsmeinung vor dem Trip: Schottland ist eigentlich ein Land für Ü50-Busreisende. Challenge accepted – unsere Aufgabe für die nächsten Tage war es, die beiden vom absoluten Gegenteil zu überzeugen!

    Dafür ging es für uns aus dem ruhigen Kintyre wieder Richtung Norden nach Oban (übrigens „Oh-bin“ ausgesprochen). Da wir schon Anfang des Jahres nach Unterkünften geschaut hatten, wussten wir, wie heftig die Preise selbst für einfachste Behausungen inzwischen geworden sind. Doch wir hatten Glück: Im kleinen Örtchen Taynuilt fanden wir die perfekte Kombi. Für uns einen idyllischen Stellplatz auf dem Bauernhof und für Benni und Loreen ein gemütliches Cottage fast nebenan.

    Das Wetter zeigte sich in dieser Woche von seiner schottischsten Seite. Dauerregen gab uns ausgiebig Gelegenheit, die Regenausrüstung auf Herz und Nieren zu prüfen. Und da sich weder Sonne noch Wind blicken ließen, durften wir sie endlich „bewundern“: die ersten Midges! Diese winzigen, fiesen Beißfliegen sind der Endgegner jedes Schottland-Urlaubers. Wer sie kennt, weiß: Ohne Wind hilft nur Flucht oder ein verdammt dickes Fell.

    In Oban schloss sich für mich (Robo) ein Kreis: Hier in der Oban Distillery hatte ich 2009 meine allererste Whisky-Begegnung. Die Brennerei gehört zu den ältesten und kleinsten Schottlands und liegt absolut ungewöhnlich mitten im Herzen der Stadt, da der Ort damals quasi um die Destille herumgewachsen ist.

    Am nächsten Tag ging es auf die direkt vor Oban gelagerte Insel Kerrera. Die kleine Personenfähre brachte uns rüber, und das Wetter hielt tatsächlich für eine grandiose Wanderung. Kerrera ist ein echter Geheimtipp: Neben der unberührten Natur und den Papageientauchern (die wir nicht gesehen haben) ist das absolute Highlight die Ruine von Gylen Castle, die dramatisch auf einer Klippe über dem Meer thront.

    Ein echter Pub-Abend durfte natürlich nicht fehlen. Mit Diana als unserem unschlagbaren Sprachrohr dauerte es nicht lange, bis wir mit den Einheimischen mitten in herrlich spaßigen Gesprächen steckten. Randnotiz des Abends: Wir wissen jetzt ganz genau, wo Wrexham liegt!

    Die Region um Oban und das nahegelegene Fort William gilt als das absolute Outdoor-Mekka Schottlands. Eigentlich stand der mächtige Ben Nevis (mit 1.345 Metern der höchste Berg Großbritanniens) auf dem Wunschzettel, aber das Wetter spielte nicht mit. Als geniale Alternative wählten wir die Pap of Glencoe (Sgùrr na Cìche). Der markante, kegelförmige Gipfel (742 Meter) bot uns trotz des miesen Wetters ein echtes Privileg: Mit viel Glück konnten wir zwischen den Wolken einen spektakulären Blick rüber zum Ben Nevis erhaschen! Der Abstieg über den nassen, rutschigen Fels war allerdings deutlich härter und steiler als erwartet.

    Zurück im Taynuilt bei der Unterkunft von Loreen und Beeni wartete ein absoluter Luxusgegenstand auf uns: Eine Waschmaschine! Gefühlt haben wir so 12 Trommeln Dreckwäsche durchgejagt (die Zahl ist dezent aufgerundet). Zivilisation kann so schön sein.

    Unser letzter gemeinsamer Ausflug führte uns zum berühmten Glenfinnan-Viadukt. Jeder Harry-Potter-Fan kennt die geschwungene Bahnbrücke, über die der Hogwarts-Express dampft. Die Brücke ist nett anzuschauen, aber mittlerweile ein absoluter, völlig überlaufener Touristenmagnet. Wir wollen uns lieber nicht ausmalen, was hier erst in der Hauptsaison los ist...

    Den letzten gemeinsamen Tag ließen wir in Fort William ausklingen. Die Stadt liegt direkt am Ufer des Loch Linnhe und gilt als die „Outdoor-Hauptstadt Großbritanniens“ – ein trubelig-gemütlicher Ort voller Wanderläden, Pubs und dem herben Charme der Highlands.

    So zum Ende unserer gemeinsamen Tage denken wir, die beiden sollten einfach noch ein etwas länger bleiben aber leider trennen sich unsere Wege wieder: Für Loreen und Benni geht es weiter in den Süden auf die wunderschöne Insel Arran (und wir sind uns sicher: Sie sind jetzt definitiv Schottland-Fans!).

    Für uns heißt es: Leinen los in Oban! Wir setzen über auf die Äußeren Hebriden. Jetzt wollen wir mal sehen, wie remote „Remote“ in Schottland wirklich sein kann. Nächster Halt: Die Wildnis!
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  • Dia's Tag

    May 15 in Scotland ⋅ ⛅ 8 °C

    Der Tag startete sehr zeitig, genauer gesagt um 05:15 Uhr. Ohne Frühstück und ohne Kaffee hüpften wir ins Auto, um Robos Fähre zu erwischen. Um 06: 25 Uhr verabschiedeten wir uns und statt meinem Drang zu folgen mich wieder ins Bett zu verkrümeln, fuhr ich 20 min zum nahe gelegenen Schloss Skipness.

    Es erwartete mich Schottland at its best.

    Sonne, kleine Wölkchen, Schafe, ein schickes Castle, ein Wahnsinns Blick auf die Insel Arran und ein verwunschener Wald.

    Was ein Start in den Tag!

    Nach einem Kaffee fuhr ich nach Tarbert zum Friseur.

    Danach ging es weiter zur Fähre nach Gigha, einer kleinen Insel zwischen Festland (Kintyre) und den Inseln Islay und Jura.

    Ein Kleinod erwartete mich. Es gab einen tollen Garten (in dem ich meine Frühstückspause machte) und mit der Rakete fuhr ich über die Insel zu dem Zwillingsstränden. Was ein Blick. Waldhyazinthen, feinster Strand, blauer Himmel, türkises Wasser.
    Zum Baden definitiv zu kalt (meine Füße haben es 3 Minuten a la Kneipp im Wasser ausgehalten), aber was ein seeliger Anblick.

    Zurück auf die 20minütige Fähre und noch schnell nach Campletown um den erwählten Whisky zu kaufen.

    Für die Kenner:
    Es gab einen Glen Scotia im Bordeaux Fass gereift.

    Ein Tag genau nach meinem Geschmack.
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  • Robo's Tag - 5 auf einen Streich

    May 15 in Scotland ⋅ ☁️ 7 °C

    Es gibt Pläne, die wirft man 24 Stunden vor dem Start komplett über den Haufen. Eigentlich wollten Diana und ich gemeinsam mit den Fahrrädern auf die legendäre Whisky-Insel Islay. Dann die Mail der Fährgesellschaft: Die Rückfahrt wird nicht von Port Ellen, sondern von Port Askaig durchgeführt – am komplett anderen Ende der Insel. Für Diana war klar: Das wird mit dem Rad zu viel. Für mich stand fest: Dieser Herzenswunsch wird nicht gecancelt. Nach einigem Hin und Her fasste ich mir ein Herz und entschied: Ich ziehe das Abenteuer allein durch!

    Das bedeutete: 5:00 Uhr aufstehen, 7:00 Uhr ab auf die Fähre. Ausgerüstet mit Fahrradwerkzeug, genug Mampf, vollem Handyakku und ein bisschen flauem Gefühl im Magen ging es los. Nach zwei Stunden Überfahrt rollte ich gegen 9:30 Uhr endlich auf Islay-Boden.

    Schon auf der Fähre lernte ich drei ältere, fitte Radler kennen, die ich auf der ersten Etappe – dem berühmten Three Distilleries Pathway von Port Ellen bis zu Ardbeg – noch häufiger treffen sollte. Islay empfing mich genau so, wie man es sich vorstellt: nahezu unbewaldet, hügelig, rau und vor allem windig. Der heftige Gegenwind drückte mächtig auf die Geschwindigkeit. Zusammen mit den vielen Fotostopps tickte die Uhr unbarmherzig. Ich hatte echte Sorge, meinen Termin in Port Askaig um 17:00 Uhr zu verpassen.

    Es ist völlig surreal: Jetzt im Mai ist hier noch absolute Vorsaison und es war kaum etwas los. Wenn man bedenkt, welchen weltweiten Hype schottischer Whisky gerade erlebt und dass man Marken wie Laphroaig in jedem Supermarkt der Erde kaufen kann, ist es unvorstellbar, wie abgelegen und logistisch herausfordernd diese Insel eigentlich ist.

    Meine zweite Etappe führte mich über die High Road von Port Ellen nach Bowmore. Laut Schildern war die Straße eigentlich gesperrt – ich vermute aber, das ist ein Schutz der Einheimischen vor kopflosen Touristen auf der engen Single-Track-Road. Für mich war es ein echtes Pokerspiel, denn ein Umdrehen hätte ich zeitlich und kräftemäßig nicht geschafft. Das Risiko hat sich gelohnt: 20 Kilometer lang gehörte das wilde Landesinnere mir ganz allein.

    Mein Fazit der Destillen:
    Insgesamt habe ich stolze fünf Weltnamen abgeklappert:

    1. Laphroaig: Erster Stopp und wie alle schön am Wasser gelegen, das Personal konnte sogar flüssig Japanisch.
    2. Lagavulin: Darauf hatte ich mich am meisten gefreut, leider etwas enttäuschend und völlig überteuert.
    3. Ardbeg: Landschaftlich und von der Größe her am imposantesten, mit einem wunderschönen Besucherzentrum.
    4. Bowmore: Mein Mittagsstopp und für mich die „ehrlichste“ Destille der Insel. Das Gesamtpaket stimmt und die Preise sind noch bodenständig.
    5. Caol Ila: Versteckt gelegen und bedauerlicherweise für Besucher Freitags geschlossen, ein paar Fotos waren aber noch drin.

    Am Ende ging der Plan perfekt auf. Die 50 Kilometer sind machbar – und da es an fast jeder Destille einen „Welcome Dram“ (ein kleines Begrüßungsschlückchen) für Radler gibt, fährt es sich gleich viel leichter. Das Wetter hat gehalten, und am Abend war ich einfach nur überglücklich, als Diana mich mit unzähligen Bildern im Kopf (und im Kamera-Speicher) am Fähranleger wieder in Empfang genommen hat.
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  • Kintyre - entspannte Tage am Meer

    May 14 in Scotland ⋅ 🌬 11 °C

    Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um den perfekten Ort zu finden. Um eine bessere Ausgangsposition für den geplanten Trip nach Islay zu haben, sind wir von Loch Lomond aus noch einmal ein Stück zurück und tief hinein in die Halbinsel Kintyre gefahren. Eine Entscheidung, die wir keine Sekunde bereut haben, denn hier durften wir fünf unvergessliche Tage verbringen.

    Gelandet sind wir an einem Ort, der uns den bisher schönsten Stellplatz der gesamten Reise beschert hat. Direkt am Meer, mit einem fast schon unwirklichen Panoramablick auf die Wellen und die Silhouetten der Inseln Islay und Jura am Horizont. Das Highlight: Wir wurden sogar mit einem persönlichen Platzschild begrüßt – man fühlt sich sofort willkommen. Das schottische Wetter zeigte sich zwar von seiner typischen Seite – die Nächte waren extrem windig und regnerisch, sodass Cosmo ordentlich durchgeschüttelt wurde –, aber tagsüber hatten wir unverschämtes Glück. Die obligatorischen, dramatischen Sonnenuntergänge über dem Atlantik sind einfach nur magisch.

    Natürlich kam auch auf Kintyre das Thema Whisky nicht zu kurz. Uns war vorher gar nicht bewusst, dass die Stadt Campbeltown eine ganz eigene, eigenständige Whiskyregion Schottlands bildet! Im 19. Jahrhundert galt sie mit über 30 aktiven Destillen sogar als die Whisky-Hauptstadt der Welt. Heute sind davon nur noch drei übrig, aber zwei davon waren für uns absolute Pflichtbesuche: Springbank (berühmt für ihre traditionelle, reine Handarbeit) und Glen Scotia. Ein faszinierender Ausflug in die flüssige Geschichte der Region.

    Ein weiteres Highlight unserer Ausflüge war das Hafenstädtchen Tarbert. Der Ort ist knuffig pitoresk: Ein malerischer Hafen, eine stolze Schlossruine, die über der Bucht wacht, und ein markanter Kirchturm wie aus einem Fantasyroman im Hintergrund. Tarbert hat uns viel spaß gemacht – und war obendrein extrem praktisch: Diana hat dort spontan sogar einen Friseurtermin ergattert (Das Ergebnis war leider sehr mau - das haben wir selbst besser hinbekommen ;( ....ich vermisse dich, Lisa).

    Fazit: Kintyre hat uns die Ruhe zurückgegeben, die uns auf den stressigen Autobahnetappen etwas verloren gegangen war. Zwischen wilder Natur, geschichtsträchtigem Whisky und gemütlichen Hafendörfern haben wir hier mehr unseren Rhythmus gefunden. 🌅🌾🚐
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  • Schottland - erster Stopp Loch Lomond

    May 8 in Scotland ⋅ ☁️ 11 °C

    Hinter uns liegt die bisher längste Etappe unserer Reise und wir sind damit final in Schottland angekommen! Unser treuer Dacia gönnt sich mit dem Wohnwagen im Schlepptau sanfte 10 Liter auf den britischen Autobahnen. Bei einem Durchschnittspreis von 1,77 € pro Liter Benzin ist die Zapfsäule aktuell eine unserer meistbesuchten Orte.

    Unser Start am Loch Lomond, dem größten See Großbritanniens führte uns nach Luss. Laut diverser Reiseführer ein muss. Ganz ehrlich? Wir fanden es total überbewertet. Ähnlich wie die Dörfer in den Cotswolds können wir Luss nichts abgewinnen und den Hype nicht im Ansatz verstehen. Ursprünglich ein Dorf für Steinbruch- und Baumwollarbeiter, ist es heute ein Magnet für Reisebusse, die durch die denkmalgeschützten Sandsteinhäuser geschleust werden. Schön anzusehen, aber für uns war es eher eine Enttäuschung.

    Da Sightseeing uns gerade nicht packte, wollte Diana endlich einen echten schottischen Berg bezwingen. Davon gibt es hier genug – die sogenannten Munros (Berge über 3.000 Fuß bzw. 914,4 Meter). Der Cobbler (offiziell Ben Arthur) ist zwar mit 884 Metern technisch kein Munro, gilt aber als einer der markantesten und anspruchsvollsten Gipfel der Highlands.

    Die Tour war abenteuerlich und ehrlich gesagt: Wir haben sie völlig unterschätzt. Der Aufstieg war oft mehr Klettern als Wandern. Ein kleiner Tipp für alle Nachahmer: Meidet das Wochenende! Es wirkt, als würden dann alle Briten gleichzeitig die Gipfel stürmen. Schicksalhafterweise liegt der Berg direkt beim Arrochar Hotel. Ein Ort, der bei uns dunkle Erinnerungen weckt: 2017 verbrachten wir dort eine Nacht im schlechtesten Hotel unseres Lebens – ich musste Diana damals buchstäblich über den nach Chlor stinkenden Teppich tragen. Dieses Mal sind wir zum Glück nur vorbeigefahren!

    Mit brennenden Waden ging es weiter zur dritten Etappe: Den Gourock Highland Games. Sie sind traditionell die ersten Spiele der Saison und für uns ein echtes Highlight auf der Löffelliste. Dudelsäcke, Baumstammwerfen und diese ganz besondere schottische Energie – ein Spektakel, das man einmal erlebt haben muss, vor allem wenn man wie wir nur diese eine Chance im Zeitplan hat.

    Eines muss man aber auch erwähnen: Die Bilder sind schön, aber die Realität dazwischen ist stressiger als erwartet. Wir sind zwar schon eine Weile unterwegs, aber so richtig eingespielt fühlt sich der Rhythmus noch nicht an. Man lernt alles erst durch das Tun.
    Besonders das Autofahren hier in England und Schottland raubt mir den letzten Nerv. Von der oft zitierten „Freiheit und Romantik des Vanlife“ spüre ich hinter dem Steuer wenig. Im Gegenteil: Ich bin jedes Mal unendlich selig, wenn wir endlich ankommen und die Beine (und den Wagen) für ein paar Tage stillhalten können.

    Schottland fordert uns – körperlich, mental und finanziell. Aber genau das macht das Abenteuer wohl aus, oder? 🏔️💪⛽

    Written by Rob
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  • Lass mal noch ne kleine Runde gehen...

    May 4 in England ⋅ ☀️ 14 °C

    Sprach die Ehefrau um 17Uhr, nach 4h Autofahrt zum Ehemann.
    Eine fertige Komoot-Route gab es nicht. Kein Problem, dachte das Weibchen - ich navigier uns schon!

    Auf dem Hinweg zum Campingplatz (Englethwaite Camping and Caravaning) hatten wir ein Viadukt erspäht und das wollte ich gern aus der Nähe sehen.
    Zunächst durch den Wald, an kleinen Seen entlang, weiter über Ackerland (ein Hund des Bauern verfolgte uns kurz, ließ unsere Waden aber unangetastet) und nach 6 km standen wir vorm Dry Beck Viadukt. Inmitten vom nirgendwo, ohne eine Menschenseele...ach so macht das Freude!

    Der Weg zurück sollte am Fluss Eden entlang führen.

    Es war wie im Märchenwald. Verschlungene Wege, blühender Bärlauch, ganze Auen voller Waldhyazinthen, Sonnenlicht was durch die Blätter auf den Fluß brach und wieder.....niemand sonst. Ein Traum. Fast schon dachten wir, wir wären in Kanada gelandet.

    13 km später, 20:15 Uhr am Abend kamen wir am Cosmo an und fielen erschöpft ins Bett.

    Das nächste Mal wird Robo sicher genauer fragen, wohin die Tour denn so gehen soll ;)

    PS. Es gibt Sie nun zumindest offiziell bei Komoot - Haha
    Written by: Diana
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  • Vom Suchen und Finden

    May 3 in England ⋅ ☁️ 13 °C

    Kurzer Zwischenstopp irgendwo nahe der Autobahn! Die nette Dame des Stellplatzes erzählte uns, es wäre gerade Eisvogel-Saison und wo wir Sie finden könnten. Also Fernglas geschnappt und still gestanden am nahen Flußbett.

    Wir hatten keinen Erfolg....

    Dafür haben wir den Pub, nette Engländer (die uns Reisetipps für Wales gegeben haben) und viel Bärlauch gefunden.

    Nach einer kurzen Nacht mit rauschenden Autobahngeräuschen ging es weiter gen Norden.

    Written by: Diana
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