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Conquering the world...a bit

Weltreise Monat 4/12 🌎 Zur Zeit —> Gestrandet in Ecuador 🇪🇨 Als Nächstes —> Peru erobern 🇵🇪
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  • Day163

    Nazca-Linien

    November 5 in Peru ⋅ ☀️ 23 °C

    Wir sind gerade in Nazca - eine kleine Stadt, dessen Name durch die riiiiesigen Linien in der umliegenden Wüste bekannt ist: Die Nazca Linien. Mega beeindruckend.

    Gestern Abend sind wir zum Observation Tower gefahren, um 3 der Unesco Weltkulturerbe Linien von oben sehen zu können. Die fette Panamericana Straße, die sich mit Ausnahme kleiner Unterbrechungen durch den gesamten amerikanischen Kontinent von Nord- nach Süd erstreckt, liegt praktisch- oder frecherweise nämlich direkt zwischen den Linien. Genauergesagt fährt sie sogar über eine Zeichnung, und schneidet dadurch einem Tier den Schwanz ab. 🙈 Zum Ausblick auf die Linien gabs noch nen traumhaften Sonnenuntergang dazu. Hat mir mega gefallen.

    Bevor wir hier waren kannte ich zwar den Namen und vage die Zeichnungen, wusste allerdings nichts über die Linien. Seit wir hierher gefahren sind habe ich allerdings das starke Bedürfnis, den ganzen Tag über die Linien zu lesen. Mega spannend! Micha sieht das minimal anders, für ihn sehen die Dinger so aus, als ob das Tourismusministerium die vor zwei Jahrzehnten selbst mit der Hacke in den Dreck gezogen hat. 😂

    Aus diversen Artikeln und Buchausschnitten geht hervor, dass die Nazca Bodenbilder („Geoglyphen“) zu den eindrucksvollsten Hinterlassenschaften gehören, die je eine Zivilisation fertiggebracht hat. Mehr als 1.500 Linien sind im Süden von Peru auf einer Fläche von 500 km2 in den Wüstenboden geritzt! Und die finden sogar noch heute immer weitere! Die Linien und Bilder wurden zwischen 800 vor bis 600 nach Christus von der Paracas- und Nazca-Kultur gemacht, sind also bis 2.800 Jahre alt! 😳 Die Figuren sind bis 300m lang, die (geraden) Linien sogar bis zu 9km! Die Leute damals hatten nur rudimentäre Methoden, wie haben die so exakte Linien malen können, und zu welchem Zweck?

    Um das rauszufinden hat Maria Reiche, eine in Peru lebende, deutsche Mathematikerin, ihr Leben gewidmet. Als man Anfang des 20. Jahrhunderts die Linien während der ersten Passagierflüge über Nazca zufällig entdeckte wurde sie durch einen Mann namens Kosok angeheuert und hat ziemlich schnell die Arbeiten im Alleingang übernommen. Sie wurde damals hart belächelt, als sie per Hand und ganz alleine die Figuren vermessen, mit einfachem Besen die Figuren freigefegt, und im Alleingang ihr gesamtes Leben dafür gekämpft hat, dass die Linien unter Denkmalschutz gestellt werden. Die Regierung wollte die Flächen nämlich als Agrarfläche nutzen. Die ist von Amt zu Amt gerannt und hat Veröffentlichungen geschrieben und Vorträge gehalten, alles im Alleingang, als Frau, in einer Macho-Gesellschaft. Während ihren Arbeiten hat sie so viele Besen verheizt, dass die Peruaner ihr den belächelnden Spitznamen „Die Frau, die die Wüste fegt“ gaben. Kurz vor ihrem Tod wurden die Linien dann als Unesco Weltkulturerbe aufgenommen und sind mittlerweile ein Touristenmagnet, der den Peruanern eine neue Einnahmequelle beschert hat.

    Laut ihren Zeichnungen und Forschungen bilden die Nazca Linien einen riesigen Astrokalender, mit denen die frühen Kulturen Geschehenisse vorhersagen konnten - wie zum Beispiel die Sonnenwende. Das Bild ihres anfänglichen Kollegen Kosok zeigt, wie die Sonne zur Zeit der Sonnenwende exakt mit einer der Linien übereinstimmt. Laut ihren Arbeiten seien die Linien zu exakt und mit detaillierter Perfektion ausgearbeitet, als dass sie lediglich der primitiven Götteranbetung gedient hätten. Letzteres, also die Anbetung der Götter, ist allerdings die heute vorherrschende Meinung. Die heutige Archäologie geht davon aus, dass die Nazca-Linien Flächen für Anbetungsrituale gewesen sind, bei denen die Völker ihre Götter um Wasser und Fruchtbarkeit angebetet haben. Auf den Linien haben demnach große, festliche Prozessionen stattgefunden, wie sie heute noch in den Anden vorkommen. Die Peruaner marschierten, tanzten, boten Opfer dar und flehten so die Götter um Regen an. Dazu liefen sie in den Linien, daher sind diese fest im Gegensatz zum drumherum liegenden Steinsand. Das ist auch einer der Gründe, warum die Linien über Jahrtausende bis heute erhalten geblieben sind. Es bläst hier zwar ein starker Wind, aber der Sand bleibt nicht in den Zeichnungen, sondern wird aus den Zeichnungen herausgeblasen. Regen konnte die Linien ebenfalls nicht zerstören, denn die Ebene von Nasca ist eine der trockensten Plätze der Welt, trockener als die Sahara, in der es nur eine halbe Stunde alle 2 Jahre regnet.
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  • Day163

    Wüstenoase

    November 5 in Peru ⋅ ⛅ 26 °C

    Okay, das hier war harter Touristenabklatsch. Eine Oase in der Mitte der Wüste, komplett umzingelt von Partyhostels und -bars. Nicht wirklich ein unentdeckter Juwel 😅

    Cool anzusehen war es trotzdem. Besonders von einer der 100m (!) hohen Dünen. Krass wie anstrengend das war dort hochzukraxeln!! Hat uns gute 22 schweißtreibende Minuten gekostet. Wir sind extra ganz nah hintereinander gegangen, sodass der Zweite in die Fußstapfen des Ersten treten konnte. Der Vorgeher sackt bei jedem Schritt nach oben ein und verliert durch den nach unten wegrieselnden feinen Sand fast die Hälfte der gemachten Schrittlänge. Mörderanstrengend. Für den Nachläufer ist es erstaunlich einfach, solange er unmittelbar und 1:1 in die Fußstapfen des Vordermanns tritt.

    Unmittelbar nach Ankunft in Huacachina sind wir allerdings zuerst Sandbuggy und Sandboard gefahren. Die Sandbuggies waren krass. Wir waren zu 8 in einem Auto plus Fahrer, und da wir mit den ganzen alten Leuten in einen Wagen gesteckt wurden ist der Fahrer extra mega langsam über die ersten buckeligen Dünen getuckert. Mega lame - dachten wir. Und dann reißt der Typ auf einmal das Lenkrad nach rechts und tritt volle Karacho aufs Gas. Wooooow! Mit Vollspeed die Düne hoch, (die alte Dame neben Micha krallt sich an ihm und ihrem Mann fest und schließt für die gesamte Fahrt die Augen) dann auf die Spitze der spitzen Düne, AAAAHHH, ich sitze links hinter dem Fahrer und kann schon sehen was uns gleich blüht, das schwerelose Gefühl, wie wenn man mit dem Auto über einen Buckel segelt, und RUNTER, Vollspeed, bruuuuuumm, KRASS! Das hatte ich nicht erwartet von „Sandbuggy Tour“. Und weiter gehts, unvorhersehbare Rechtskurve, Buckel Buckel, alle fliegen nach oben und zurück auf ihre Sitze, der Fahrer ist bestimmt 60 aber noch mega der Draufgänger. Wir rasen auf die bereits stehenden 6 anderen Buggies zu, die bereits beim ersten Stopp stehen, der Fahrer hält Kurs und, was?, drückt nochmal volle Kanne aufs Gaspedal. Der Typ fährt die um! Aaaah, wir schreien, und der Fahrer legt ein erstklassiges Vollbrems- mit gleichzeitigem Einparkmanöver hin. Krasser Typ. Wir haben den coolsten Sandbuggyfahrer erwischt. 🥳 An einigen Stellen können wir die riesigen Dünen aufm Bauch mitm völlig kaputten und folglich mega langsamen Sandboard runterfahren. Einige Leute sind da echt mit gut Speed runtergekommen, aber einige Bretter waren auch so kaputt, dass die Leute nach 3m auf diesen riesigen, 70m langen Dünen bäuchlings steckengeblieben sind und das Brett keinen Meter mehr gefahren ist. Und schön alle Leute hinter einem oben an der Düne stehend und beobachtend, wie man sich aus dieser unglücklichen Lage wieder befreit - Gott sei Dank ist mir das nicht passiert! 😂

    Von Huacachina gings dann weiter mit unserem Peru Hop Bus zu den Nazca Linien. Aber zuerst haben wir noch an einer Pisco Herstellung angehalten. Die Sonne knallt hier in Ica so gut, dass die Herstellung des Piscos, der für den berühmten Pisco Sour benötigt wird, lediglich 2 Wochen braucht. Nix mit 20 Jahre langer Lagerung in Bourbon Holzfässern. Die Herstellungsstätte ist ebenfalls mega simpel. Die Trauben werden von 5 Leuten plattgetreten, liegen gelassen bis sich Alkohol gebildet hat, erhitzt, der Dampf wird aufgefangen, runtergekühlt, und die daraus resultierenden Tröpfchen sind dann der Pisco. Wie simpel!
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  • Day162

    Wüste trifft auf Ozean

    November 4 in Peru ⋅ ⛅ 21 °C

    Direkt nach den Islas Ballestas ging es weiter zu dem Paracas National Reserve, wo eine der trockensten Wüsten direkt auf den Pazifischen Ozean trifft. Ganz trocken auf ganz nass, was für ein Spektakel!
    Das ganze haben wir bequem auf amerikanisch-asiatische Weise gemacht: Der Bus fährt direkt bis vor den Aussichtspunkt, der ganze Bus steigt für 10 Minuten aus, alle schießen Fotos, und danach fahren wir weiter zum nächsten Aussichtspunkt. Und das ganze wurde 3x wiederholt 😅Read more

  • Day161

    "Galapagos für Arme"

    November 3 in Peru ⋅ ⛅ 20 °C

    Wir haben uns Tickets für den Peru Hop Bus gekauft. Mit diesem geht es in den nächsten Wochen zu allen Highlights im peruanischen Süden. Wir können an allen Stops aussteigen und so viele Nächte dort bleiben, wie wir wollen. Der Bus fährt uns bis nach La Paz in Bolivien, von wo aus die Reise dann weiter geht. Die erste Station des Peru Hop Busses bringt uns zu den Islas Ballestas, oder auch den peruanischen „Galapagos für Arme“, wie die Inseln liebevoll genannt werden.

    Auf der Fahrt dahin halten wir allerdings noch an einer ehemaligen Hacienda, ein großes Herrenhaus das damals spanische Familien zugestanden wurde, die das Anwesen dann benutzt hatten um mit Hilfe von Sklaven verschiedenste Dinge zu anzubauen und zu produzieren. Das Besondere daran: Unter dieser Villa ist ein riesiger Tunnel, der unter anderem zum Hafen führt. Auf der Villa haben in der Hochphase mehr als 1.000 Sklaven (!) gearbeitet obwohl nur eine einzige kleine spanische Familie dort gelebt hat. Da Sklaven behandelt wurden wie Ware musste man für diese Steuern zahlen - und das konnte die Familie mit dem geheimen Tunnel umgehen. Bei der jährlichen Sklavenzählung (wieviele Sklaven sind auf dem Anwesen registriert vs. wieviele arbeiten wirklich dort) hat der Beamte mehrere Tage auf der Villa gelebt. In dieser Zeit mussten alle illegalen Sklaven dann in den Tunnel, ohne Essen, Trinken, Toilette oder Licht, und mucksmäuschenstill sein, bis der Beamte wieder weg war. Ziemlich bedrückend diese Tunnel.

    In Paracas angekommen haben wir den Abend schön ausklingen lassen, bevor es dann am frühen Morgen mit zig anderen Touristen auf kleine Boote zu den Islas Ballestas ging. Wir haben kleine Pinguine gesehen, und Robben, Krabben, Albatrosse und noch einige weitere Vögel. Ich schätze, dass Galapagos noch „n Tacken“ geiler ist, aber nachdem wir auf unserem Weg nach Quito durch die Straßenblockaden in Ecuador für eine Woche gestrandet sind, und deswegen unsere Flüge zu den Galapagosinseln verpasst haben, sind wir sehr froh für die Gelegenheit einen Teil der hier lebenden prächtigen Tierwelt erkunden zu können. 😅
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  • Day159

    Lima mit Anne und Dominik

    November 1 in Peru ⋅ ⛅ 17 °C

    Die Busfahrt nach Lima war ein Highlight, wir hatten die Sitzplätze oben ganz vorne, und damit die beste Aussicht sowie auch massig Beinfreiheit. Das war mega gut. Ich hab Rocketman geguckt, den Film über Elton John - mega guter Film, hammer Musik (wusste gar nicht dass die Lieder alle von Elton John sind!) aber ganz traurig zu sehen, was der Mann für eine ungeliebte Kindheit und Jugend gehabt hat. Als ich grade mit Papa am telefonieren war fährt doch tatsächlich ein Geisterbus an und vorbei - die Vorhänge im oberen Teil des Buses wehen, die ersten 7 oder 8 Reihen sind unbesetzt und es ist dunkel. Und dann sehen wir auch den Grund dafür: Die obere Frontscheibe des Busses ist eingebrochen und hängt halb in den Bus rein 😳Die armen Leute, die oben in den hinteren Reihen sitzen! Muss ja mega kalt sein mit dem Fahrtwind! Und wir saßen da schön in unseren Premium Deluxe VIP Sitzen mit Mittagessenservice am Platz... 😅

    Nachdem sich unser Bus in Lima 2 Stunden durch den Feierabendverkehr gequääält hat sind wir endlich am Hotel. (Der Verkehr hier, unglaublich, SO chaotisch! An vielen Ampeln stehen zusätzlich noch Polizisten, um den Verkehr zu regeln, aber die haben hier irgendwie nicht so viel Autorität, oder Weitblick, denn die ganzen Straßen sind trotzdem blockiert von Autos, die in alle Himmelsrichtungen stehen und wild Dauerhupen.) Und dann das Hotel. Mega teuer und trotz guter Bewertungen auf Booking und angeblicher 4 Sterne mega kacke. 😂 Beim Einchecken werden zuerst 10% Service auf die Zimmerkosten geschlagen (die seien gesetzt, von wem auch immer, kriegt man auch nicht wegdiskutiert), und dann rundet der Portier den Betrag bei der Kartenzahlung auch noch auf. Aus ,20€ wird dann der nächsthöhere Eurobetrag. Das hab ich ja noch nie gesehen. Micha spricht den Mann drauf an, nicht wegen den 0,80€, sondern weil er das so fürs nächste Mal eher nicht mehr machen sollte. Nach dem ewig dauernden Check-in gehen wir hoch ins Zimmer. Ein Apartment mit schäbiger Küche, in dessen abgestecktem Kühlschrank ein Teller Kaffeebohnen zur Geruchsübertönung steht, 2 unbequeme Plastikledersofas im Wohnbereich, und 50% verschlossener Türen, die Zimmer dahinter haben wir offensichtlich nicht mitgebucht. Gemüüütlich. Der Duschvorhang im Badezimmer ist oll und schief, die Knie kommen beim auf Toilette sitzen an die Badezimmerwand, und der Meerblick aufm Balkon zeigt zwar Meer, aber davor ne Reihe schäbigste Häuserdächer. Ach ja, und die einfach verglasten Fenster im Schlafzimmer zeigen zur Hauptstraße.
    Micha hat gebucht. 😑😂
    Fairerweise, Micha ist mega effizient im Hotel buchen, braucht nur n paar Minuten bis er sich entscheidet, während das bei mir schonmal ne Stunde dauern kann, da ich mir erst Favoritenhotels raussuche von denen ich dann die Reviews lese. Aber dafür erlebt man halt auch hart deutlich den Qualitätsunterschied. Morgens werde ich - als Geräuschunempfindlicher - vom Verkehr geweckt. Zwischen 6-9Uhr klingt es so, als würden die Autos direkt neben unserem Bett stehen und laut hupen. Die besonders energischen auch gerne Mal 3 Sekunden lang. Ich muss grinsen. Was für ein Kackhotel 😂 Die Dusche ist lauwarm, ich weiß, dass Micha gerne heiß duscht, muss lachen als Micha in die Dusche steigt. „Is nur laaaaau!“ 😜 Runter zum Frühstück, der ambientelose Raum passt genau zum Resteindruck des Hotels. Ein voller Danebentreffer.

    Am zweiten Tag gehts morgens ohne Frühstück zum nächsten Hotel, wo wir Anne und Dominik treffen! 😍 SO schön! Die beiden waren seit knapp 3 Wochen in Peru und Lima war jetzt die letzte Station. Unsere und deren Reiserouten hatten leider nicht übereingepasst, daher war es umso schöner, dass wir uns trotzdem noch kurz sehen konnten! ❤️ Nach nem gemeinsamen Frühstück haben wir uns bester Intentionen eine Walking Tour durch Lima gegeben. Leider hat der Typ aber immer „In this case, hmmmmm, for example!“ an jedem dritten Satzende gesagt, was uns zu früh auf der Tour aufgefallen ist, und uns dann komplett vom Begreifen des vermittelten Inhalts abgehalten hat. 😂 Anne hat das ganze zum Glück als Erinnerung per Video festgehalten.

    Danach gings ab zum Mittag und ab da an haben wir eigentlich nicht mehr viel von Lima gesehen. War aber auch nicht das Ziel des Wiedersehens. Stattdessen haben wir sehr viele Piscos genossen und ne meeega schöne Zeit gehabt 😄 Schade, dass es bloß zwei Tage waren. Die beiden sind gerade zum Flughafen, mega schade, und jetzt sind Micha und ich wieder allein allein, allein allein.
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  • Day155

    Zurück in die Zivilisation 8/8

    October 28 in Peru ⋅ ☁️ 12 °C

    04:30Uhr, der Wecker klingelt. Passt bombe, denn ich muss schon die ganze Zeit auf Toilette aber wollte nicht aus meinem warmen Schlafsack raus. Heute müssen wir besonders früh aufstehen, denn um 11Uhr müssen wir im Tal sein, damit uns der colectivo in 5-6 Stunden nach Huaraz bringt. Von dort aus fahren wir dann morgen nach Lima, da Joey dann schon wieder nach Hause fliegt 😭 Schnell morgendliche Routine abspielen: Luft aus Luftmatratze rauslassen währen man noch draufliegt, nassen Daunenschlafsack in den kleinen, dafür vorgesehenen Sack stopfen, Luma einrollen, Schlafsachen gegen Wandersachen wechseln, und Zelt aufmachen. Hmmm, prima, gar nicht so kalt heute. Waschen in der freien Natur, Zähne putzen im Fluss, Zelt leer räumen und Rucksack wanderbereit machen. Dann gehts ab zu Frael ins warme Küchenzelt, buenos días!, ein letztes Mal Frühstück. Es gibt jeden Morgen warmen Porridge, eine Kreation aus Eiern, und Brötchen. Extra ausgerichtet auf Deutsche! 😅 Peruaner essen nämlich Reis zum Frühstück. Die Brötchen werden von Tag zu Tag härter, es wurde ja alles vor 8 Tagen eingekauft und nun von den Eseln von Camp zu Camp befördert, aber das macht nichts. Dazu gibts Kaffee, den man prima noch mit nem Esslöffel Milo Kakaopulver pimpen kann, und Tee. Heute gibts noch lecker geschnippeltes Obst mit auf den Weg. Was für ein Luxus. Schokolade, Kekse, Bonbons und ein Obststück stehen ebenfalls für Jeden zum Mitnehmen für auf den Weg bereit.
    ...voll das Fresscamp 😂

    Um 6Uhr marschieren wir los Richtung Tal. So schade, dass die Wanderung schon vorbei ist! Gleichzeitig freuen wir uns alle schon auf ein vernünftiges Bett, ne warme Dusche, und frische Klamotten. Die Hose, den Longsleeve sowie die Socken hab ich mittlerweile seit 8 Tagen an. Klingt grauenhaft, aber ich bin ehrlich gesagt überrascht von meinem Merino Longsleeve. Nicht, dass ich scharf drauf bin den jetzt immer so selten zu waschen, aber der stinkt überhaupt nicht! Das steht allerdings im Kontrast zu den Merino Socken, die sind so komisch hart geworden vom vielen tragen und wenig waschen, Schuhe einfach mal im Bus ausziehen ist also nicht drin.🙈

    Morgen gehts dann wieder in VIP Bussitzen in 9 Stunden zurück nach Lima. Den ganzen Tag chillen, da haben wir alle schon ziiiemlich viel Lust drauf 😅
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  • Day154

    Wandern aufm Bergrücken 7/8

    October 27 in Peru ⋅ ☁️ 13 °C

    Heute sollte aussichtstechnisch die Granate werden, noch besser als vor 2 Tagen. Wir waren skeptisch, weil vor 2 Tagen war ziemlich gut.

    Die meiste Zeit sind wir oben auf dem Bergrücken gewandert, was wirklich spektakuläre Aussichten auf die Berge im Huayhuash Gebirge geboten hat! Und Kondore haben wir gesehen, ganz viele! Ich war so am vor mich herwandern, Blick aufm Boden wie immer (Micha macht sich immer lustig über mich, weil ich durch meinen Blick-nach-unten-Gehstil Gegenstände immer erst sehe, wenn ich fast davorlaufe), und auf einmal sehe ich einen riesigen Schatten über mich weg fliegen. Schneller Blick nach oben, Kraaaaaass!, KONDOR! Die Dinger sind riiiesig! Bis zu 3m Flügelspannweite! Alle mega ausm Häuschen, jedes Mal ertönte “Condor, condor, condor!” von einem aus unserer Gruppe, wenn wieder so ein Riesengefährt über uns auftauchte.

    Mittags im Camp angekommen hatte Leo der Eseltreiber wie immer schon unsere Zelte aufgebaut. Mega geiler Luxus. Während Micha mit Leo und Francisco Fische fangen gegangen ist, haben Joey und ich die Sonne genossen, gelesen, und anschließend einen Nachmittags-nap gemacht. Herrlich! 😅 Passend zum Nachmittagssnack hat Micha mich dann aufgeweckt. Jeden Tag hatte Frael der Koch sich andere Gerichte ausgedacht, 4x am Tag gabs mega geile Sachen, erstaunlich, was der alles aus diesem kleinen Zelt ohne Tisch und nur ausgestattet mit 2 Gasplatten kredenzen kann! Die Männer hatten 7 Fische gefangen und hatten überlegt, wie sie die töten - genau deswegen habe ich mir das Fische fangen erspart. Leo und Francisco waren für (jämmerlich) krepieren lassen, erzählt Micha, aber aufgrund lauten Protests seitens Micha (richtig so!) haben sie diese dann schnell getötet - mit Faustschlägen auf den Kopf. 🙈 Das hätte ich niemals übers Herz gebracht. Fairerweise waren die Fische abends dann aber sehr lecker. 😅

    Abends zauberten Frael und Francisco dann auf einmal ne Pisco Flasche aus einer der Holztruhen. Pisco time! Schnell ein paar Eiweiße in Michas Nalgene Flasche, dazu Pisco, Limettensaft, Zucker, dann viel schüttel schüttel schüttel, und tataaa, fertig ist der peruanische Pisco Sour! Rein in die blauen Plastikbecher, noch ein bisschen Zimt oben auf den Schaum, alle 6 Becher freudig in die Mitte heben, uuuund “Upurcushun!” - “Prost” auf Quechua 🤗 Mega der schöne letzte Abend.
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  • Day153

    Tag der Freudentränen 6/8

    October 26 in Peru ⋅ ☀️ 12 °C

    Heute Nacht haben wir auf 3.600m gecampt (in dem “Stadion”) und mussten heute auf 4.700m hoch. Morgens haben wir beschlossen, dass jeder heute seine Kopfhörer mitnimmt und sich von dem beschallen lässt, was ihm gut tut. Joey hat sich Musik angehört, Micha Spanisch gelernt, und ich hab mir ein Audiobuch über die Incas angehört. So sind wir guten Schrittes die 1.200m hoch, Schritt für Schritt, jeder für sich, quickvergnügt, in umwerfend schöner Landschaft. Das war herrlich! Jeder ist fit, gesund, und akklimatisiert an die Höhe, wir können also in vollen Zügen genießen.

    Das Wandern ist absolut magisch. Es ist einfach keine Menschenseele hier. Wenns hochkommt begegnen wir 3 Einheimischen am Tag. In den Camps, in denen wir zelten, ist niemand anders. Nur wir, die donkeys/Pferde, und Tschicketing. Alles ist so unberührt hier, die Landschaft ist so echt. Nirgendwo liegt Müll, nirgendwo ist irgendwas hingebaut. Stattdessen sieht man Tierkadaver, die so vor sich hinrotten. Ganz natürlich, so wie von der Natur vorgesehen. Huayhuash ist echt was ganz besonderes.

    Nach 2.5 Stunden ist mein Audiobuch zu Ende. Die Incas, mega spannend. Ich freu mich schon darauf, noch mehr über diese spannende Ära zu erfahren. Und sowieso unser Plan für die nächsten Wochen: Anne und Dominik in Lima treffen, Machu Picchu, Amazonas, Nazca Linien... Peru gefällt mir so unglaublich gut! Das ist definitiv nicht das letzte Mal, dass wir hier sind! Das Land hat sooo viel zu bieten.

    Im Anschluss an das Hörbuch höre ich Musik, den Housemix von Bässte, “Sonntagsbrunch 1609”. Ich liebe diese Sets. Und dann überkommt es mich. Diese krass schöne Natur, mein fitter Körper, der mich Schritt für Schritt dem Pass näher bringt, die warme Sonne, Joey und Micha zufrieden in ihren eigenen Gedanken hinter mir, und ich fange an zu weinen, Träne für Träne, vor Glück. Schon krass was Musik bewirken kann. Und ich hab so viele schöne Erinnerungen an diese Musik! Ich denke an Micha, wie wir in Rotterdam ausgelassen und überglücklich zu dieser Musik getanzt haben, denke an einen Spruch, den wir damals so passend für uns fanden, denke dass ich mir diesen Spruch irgendwie ausdrucken und Zuhause hinhängen muss. Dann fällt mir ein, dass Micha ihn in den Verlobungsring hat eingravieren lassen, mein schöner Ring, München-Venedig, und muss wieder weinen. Mein Gesicht verzieht sich richtig vor Tränen, hoffentlich dreht der Guide sich jetzt nicht um, ich hole ein Taschentuch aus meiner Hose und lasse die warmen Tränen schnell darin verschwinden. Die Musik dudelt weiter, ich denke an Nina, wie sie in ihrem Hochzeitskleid und in Turnschuhen lange nach Mitternacht ausgelassen und glücklich mit uns auf der Tanzfläche tanzt. Ich hab so tolle Freunde. Dieses Jahr Auszeit, so viel erlebt, ist einfach der absolute hammer. Die Tränen kullern wieder. Oh man, mein Leben ist so schön! Irgendwann halten wir an, man kann wieder Schnee auf den Bergspitzen sehen, und Joey fängt laut an zu weinen. Ich grinse sie an, muss lachen, weiß genau was sie meint. Joey weint so laut, sodass der Guide besorgt nachfragt was los sei. “Weil es SO schön hier ist!” sage ich dem Guide, und Joey schluchzt lachend weiter.
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  • Day152

    Zeitschriften-Aussicht 5/8

    October 25 in Peru ⋅ ⛅ 11 °C

    Heute hatten wir sooo eine schöne Aussicht auf den Gletscher! Die Fotos davon könnten direkt das Cover der Globetrotterzeitschrift zieren, so traumhaft! Es ging 500Höhenmeter steil hoch zum Pass, wir sind alle meeega langsam gegangen, um der Höhenkrankheit zu entkommen (gepaart mit meiner Schoko-Strategie), was unseren Guide sichtlich angenervt hat. Der ist immer vorgegangen, hat mit seinen Stöckern rumgespielt, und als Krönung bei ner Pause gesagt “guys, don’t fall asleep, okay?” Meeega frech! 😂 Ich so: Was willst du uns damit sagen? Er so: Hähähä, ich in gleichem Ton so: Hähähä. Gespräch beendet. Oh man. Dieser Typ. Der ist hauptsächlich darauf bedacht schnell ins Camp zu kommen. Anstatt uns zu helfen stundenlanges Kopfdröhnen am Nachmittag zu entkommen bringt der ernsthaft son Spruch. Das langsame Gehen hats übrigens mega gebracht. Keiner hat heute mit Kopfschmerzen zu kämpfen! 🤗

    Das Wetter hat heute ebenfalls mitgespielt. Es ist einfach viel schöner, wenn einem die warmen Sonnenstrahlen auf die Arme scheinen anstatt dass der kalte Regen auf die Regenjacke prasselt. Wir haben nach den 2 grauenhaften Akklimatisierungshikes gar nicht mehr an gutes Wetter geglaubt, die Wettervorhersage war ne reine Katastrophe, daher ist jeder Sonnenstrahl hier ein absolutes Geschenk!

    Wir schlafen in einem Stadium hat der Guide gesagt. Ich hab mir das schon bildlich vorgestellt, wie wir da in sonem großen Fußballstadion mit fetten Flutlichtern unsere bunten 4 Zelte auf dem Rasen inner Mitte ausbreiten 😂 Was unser Guide meinte ist aber gar nicht so weit von Stadion entfernt - schlafen diese Nacht ernsthaft auf nem Fußballplatz. In einem kleinen Bergdorf. Auf 3800m hoch. Die Kids sind wahrscheinlich sehr fit 😂
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  • Day151

    5.000er geknackt! 4/8

    October 24 in Peru ⋅ ☁️ 9 °C

    5Uhr morgens, der Wecker klingelt, wir schälen uns aus den warmen Schlafsäcken raus in die Kälte. Die Daunenschlafsäcke sind jeden morgen klitschnass. Wird schon son paar Grad minus nachts und die kalte Luft zusammen mit dem Kondensationswassers lassen die Dinger sau nass werden. Nasse Daune klumpt und Daunenklumpen wärmen nicht. Wenn bei Ankunft Nachmittags im Camp die Sonne nicht scheint haben wir keine Möglichkeit, die Schlafsäcke trocken zu kriegen. Meine größte Sorge. Nachts in der bibbernden Kälte im Zelt liegen und schlaflos, elendig frieren. Zum Glück haben Micha und ich den gleichen Schlafsack, die Reißverschlüsse kann man zusammen machen sodass man einen Großen hat. Das ist herrlich warm. Das war eigentlich als Eskalationsstufe gedacht, aber den Joker haben wir direkt ab Nacht 2 gezogen 😅 Da wir allerdings zwei ultralight und damit ultraschmale Isomatten haben, und die immer voneinander wegrutschen, war der gemeinsame Schlafsack - mal von der Wärme abgesehen - nur so semi geil. Einer lag halt immer halb aufm Boden. Und wenn ich mich umdrehen wollte im Schlafsack, oder wieder neu auf die Isomatte hieven, ging das nicht, denn es lag ja noch ein ganzer Michael als Gegengewicht in meinem Schlafsack. Gemeinsamer Schlafsack fühlt sich daher mehr so an wie angenagelter (aber warmer 😍) Fisch 😅

    Heute Nacht wurde zum Glück nichts geklaut. Der Guide, Koch und Donkey driver haben draußen geschlafen, ohne Zelt. War rattenkalt sagen sie. Por. Mega nett von denen! Joey hat die ganze Nacht kein Auge zu gemacht, sondern den Geräuschen gelauscht und sich auf das schlimmste vorbereitet. Joey lag nämlich alleine im Einzelzelt, wir hatten leider kein großes gemeinsames bekommen. Ich hab die Situation anders eingeschätzt und mich seelisch darauf vorbereitet, dass lediglich Sachen gestohlen werden würden. Folglich hab ich meine Stirnlampe als einziges unverpackt und offensichtlich hingelegt und sie damit zum Abschuss freigegeben. Neben Tschicketing waren noch 2 weitere Hunde im Camp, und nachdem diese mehrmals laut aufgebellt haben konnte ich prima einschlafen. Die Hunde waren ein super Alarm, so konnten die Diebe gar nicht unbemerkt auf den Zeltplatz kommen.

    Es gibt selbstverständlich keine warmen Duschen in den Camps, stattdessen aber immer einen fließenden Bach. Ich weiß nicht, ab wieviel Grad ich mich nicht mehr waschen würde, 0°C Lufttemperatur morgens halten mich auf jeden Fall nicht davon ab. Ich fühle mich eher herrlich erfrischt, wach und fast schon gut duftend 😅 Zumindest solange, bis ich die alten Socken und das alte Merino Longsleeve wieder anziehe. Joey hat sich heute n neues Longsleeve angezogen. Hat die doch tatsächlich 2 davon mit. Ich stand so neben ihr und es kam voll die Waschmittelfahne zu mir rüber. Neeeeeid 😑

    Nach dem Frühstück wurde wieder gemessen: Blutsättigung von 97 (100 ist das Beste! Auf Normalnull!) und Puls von 79, und das auf 4.300m - BÄM! 🤩 Mein Körper übertrifft sich selbst, als wär ich hier Zuhause! Ha! Fett krass stolz! Ich kauf mir auch son Fingerpulsmessgerät, macht voll Laune das Teil! 😂

    Am späten Morgen erreichen wir den Pass auf über 5.000m Höhe. Ein neues Hoch! Und ohne jegliche Form von Schmerz oder Anstrengung, SO verdammt gut! Die Hüftspeck-Strategie gepaart mit langsam gehen geht voll auf! 😍 Wir machen tausend Fotos und feiern uns - so ein schöner Moment! Auf dem Weg runter zum Tal haben wir Blick auf verschiedenfarbige Lagunen, sieht mega traumhaft aus die Landschaft hier. Und während wir absteigen finden wir doch tatsächlich GOLD! An ganz vielen Steinen funkelts! Joey und ich versuchen ein bisschen von dem Gefunkel abzukratzen, aber es funktioniert nicht. Unsere Guides finden kleine Steine mit jeweils einer Seite voller Goldgefunkel, und geben jedem von uns einen - zum behalten! Es kommt eine kleine Goldrauschstimmung auf, kann mir schon gut vorstellen, wie die Suche danach einen in den Bann zieht! 🙈

    Wir sind im Camp, es ist gegen 14Uhr, die Aussicht ist der hammer, vor uns ein kleiner plätschernder Fluss, um uns herum Berge, und über uns strahlende Sonne. Joey hat Kopfschmerzen, da ihr Nackenwirbel vor einigen Tagen rausgesprungen ist und die Schmerzen in den Kopf ziehen. (Joey ist mega hart im Nehmen, das passiere wohl öfter, sie kenne das. Und dann verliert sie über den Schmerz kein Wort, nur auf Nachfrage habe ich das heute, Tage nach Eintreten des „Mein Wirbel ist rausgesprungen“ Schmerzes, erfahren). Micha liegt ebenfalls im Zelt und hat Kopfschmerzen. Und ich, ich liege draußen, in der Sonne, und genieße beschwerdefrei das schöne Wetter. Ich hab das Zelt regenfest gemacht, Michas und meine Luftmatratzen aufgepustet, und Trinkwasser für uns im Fluss gefiltert. Ein völlig neues Gefühl. Ich als die Starke, die alles fürs Team Micha & Caro macht, während Micha ausgeknockt im Zelt liegt und versucht, die Schmerzen auszukurieren. Ich muss diesen Moment genießen, denn ich weiß, es wird nicht viele davon geben!

    Oh man, es ist einfach so schön, keine Kopfschmerzen und keine Übelkeit zu haben. Heeeerrlich. Schade, dass einem immer erst auffällt wie schön „normal“ ist, wenn gerade irgendwas nicht stimmt.
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