Nepal
Langtang

Here you’ll find travel reports about Langtang. Discover travel destinations in Nepal of travelers writing a travel blog on FindPenguins.

4 travelers at this place:

  • Day235

    Langtang Trek, Teil 2

    April 3 in Nepal ⋅ ☀️ 3 °C

    [Namasteeeeeeeei]

    Waren die Gegenden in der Helambu Region und um Gosainkunda doch recht ruhig, steigt die Anzahl der Trekkingtouristen im Langtang Tal rapide an, was man an den zahlreichen "schmucken" Hotel-Betonklötzen in 'Thulo Syabru' unschwer erkennen kann. Neben Deutsch hört man wieder die typischen Sprachen der reiselustigen Länder: Französisch, Englisch und wer hätte es gedacht Israelisch. Neu hinzu kommt Russisch.

    Tag 8 - Von Thulo Syabru (2.210 m) nach Rimche (2.399 m)

    Nachdem wir gestern erst über 2.000 m abgestiegen sind, geht es heute weitere 700 m steil hinunter ins Tal, bevor wir auf dem Hauptweg in den kommenden Tagen wieder über 3.000 Höhenmeter hinauf wollen. Es ist eine wirklich anstrengende Tour durch einen für uns überraschenden Dschungel. Unzählige bunte Vögel zwitschern im Wald und vor uns laufen Horden von Makkaken durchs Gebüsch.

    Wir sind überrascht, wie viele Trekker, wir nennen sie eher Wanderer, nur mit Tagesrucksack unterwegs sind. Ihr übriges Gepäck wird von nepalesischen Trägern den Berg hinauf geschleppt. Jeder von ihnen trägt die Taschen von min. 2 Touristen und obendrauf noch das eigene Gepäck für min. 7 Tage, was ein Gewicht von etwa 35-40 kg bedeutet. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass die Einheimischen auf das Einkommen von etwa 20 € / Tag als Träger angewiesen sind.

    Der Ort 'Rimche' besteht aus lediglich 2 Häusern, von denen 2 Lodges sind ;-) Die Wahl unserer Unterkunft ist somit recht einfach! Und das Gute heute: Im 'Daining Room' ist es ausnahmsweise mal richtig warm :-)

    Tag 9 - Von Rimche (2.399 m) nach Gumba (3.300 m)

    Ja, die Sache mit den Unterkünften. Auch wenn sie sich meist Hotel nennen, sind es doch nur Hütten aus Stein, oder Holz aller einfachster Bauart mit etwa 6-8 kleinen Zimmern. Toiletten sind meist in Form einer kleinen Klobude unweit der Hütte. Die Küche und der 'Dainingroom', der zugleich als Wohn- und Schlafzimmer der Eigentümer dient und in dem meist auch die Guides und Träger mit übernachten, sind immer in einem Nebengebäude untergebracht. Gekocht wird mit Holz und heute auf einem selbstgebauten Lehmofen. Zum Waschen von Geschirr, oder zum Zähneputzen muss man übrigens nach draußen, denn dort gibt es immer einen kleinen Brunnen aus dem dauerhaft eiskaltes Wasser aus den Bergen sprudelt. Trinken sollte man dies aber nicht ohne eine 'Bakterienkiller-Pille' darin aufzulösen.

    Wie läuft das ganze ab: in den Essenspreisen sind im Regelfall auch die Übernachtungskosten mit inbegriffen. Das muss aber meist bei Ankunft erst einmal verhandelt werden. Hier schlafen und wo anders essen ist also ein 'No go!' Lustig ist die Art, wie die Lodgebesitzer bei Abreise Werbung für die Unterkunft der Schwester, oder des Onkels im nächsten Ort machen. So bekommen wir heute ein Päckchen Knoblauch in die Hand gedrückt mit der Bitte, dieses der Tante in der Lodge 'Sowieso' mitzunehmen. "Very important" heißt es! :-)

    Also ziehen wir mit unserem Knobi in der Hosentasche los. Es es ein toller Wegabschnitt, über Hängebrücken und Hochweiden, vorbei an kleinen Yak Farmen und so langsam weichen die Rhododendren und große Hemlocktannen prägen das Bild. Aber immer gefolgt von Pferdekaravanen, die Lebensmittel in die Ortschaften bringen und Lastenträger, die nicht die Taschen von Touristen, sondern Balken, oder Zementsäcke für den Bau neuer Gebäude das Tal hinauf schleppen. Das ganze meist nur mit Badelatschen an den Füßen.

    Tag 10 - Von Gumba (3.300 m) nach Kyanjin Gompa (3.830 m)

    Ich möchte unsere Rechnung zahlen und zu meiner Überraschung bekomme ich einen Stift und den Rechnungsblock zugeschoben. Die Rechnung solle ich doch machen...! Tja..., Lesen, Rechnen und Schreiben ist mangels Schulbildung in den Bergregionen nicht Jedermanns Sache. Dumm sind die Menschen jedoch nicht, diesmal sollen wir unbedingt Kohlsamen mit zur Schwester nach 'Kyanjin Gompa' mitnehmen. 'Very important',sagt sie! Die Schwester betreibt dort ein kleines Hotel ;-)

    Auf dem Weg müssen wir eine gigantische Geröllhalde queren, die im April 2015 beim schweren Erdbeben vom über 7.000 m hohen Berg 'Langtang Lirung' abrutschte und den kompletten Ort 'Langtang' unter sich begrub.
    Es ist ein seltsames Gefühl, denn unter unseren Wanderstiefeln sind noch immer über 150 tote Einheimische und 40 Touristen verschüttet. Die Bäume der gegenüberliegenden Talseite sind allesamt von der Druckwelle in eine Richtung entwurzelt! Ein irritierender Anblick.

    Dennoch ist es eine kulturell reiche Wanderung. Vorbei an buddhistischen Stupas, die meist mit Gebetsfahnen (lung ta: wörtlich „Windpferd“) geschmückt sind, Klöstern (Gompas) und hundert Meter langen 'Mani-Mauern' . Die Mauern bestehen aus zum Teil uralten Steintafeln, in die von Mönchen das Mantra „Om mani padme hum“ eingemeißelt sind. Sehr beeindruckend.
    Und immer links bzw. im Uhrzeigersinn an Tempeln, oder Mani-Wänden vorbei gehen. Andernfalls bringt dies Pech und das können wir nun wirklich nicht gebrauchen ;-)

    Tag 11 - Besteigung des 'Kyangin Ri' (4.604 m)

    Heute ist ein Ruhetag geplant :-) Wir schlafen lange, zumindest solange, bis unsere Wirtin uns mit einem buddhistischen Gebet und kräftigem Gesang und Glockengebimmel aus dem Schlaf holt. Wir gönnen uns ein gemütliches Frühstück mit Tee, Porridge und Sonnenschein auf der Loggia und überlegen uns doch noch auf den Hausberg, den 4.604 m hohen 'Kyangin Ri' zu steigen. Leider hat Ariane noch ihre Grippe nicht ganz auskuriert und muss nach 2/3 der Strecke abbrechen. Herbert und ich wollen noch zum Gipfel, während Ariane sich auf einem kleinen Felsvorsprung ausruht und die kreisenden Adler vor den großen Gipfeln bestaunt.

    'Kyanjin Gompa' musste nach dem Beben wieder neu aufgebaut werden. Nur wirkt der Ort so, als wäre er "professionell" in totaler Planlosigkeit erbaut worden. Die Wasserleitungen liegen lose kreuz und quer auf den Pfaden und mit Stromleitungen ist es nicht anders. Wege gibt es keine und wir laufen ungewollt jedes Mal einen anderen Pfad. Was wir aber finden ist eine Bäckerei mit leckerem Karotten- und Mandelkuchen. Ein Gedicht... :-)

    Tag 12 - Besteigung des 'Kyangin Ri' (4.604 m) die Zweite

    Ariane hat den Ehrgeiz gepackt und die Voraussetzungen sind super. Ariane fühlt sich wieder fit und das Wetter ist perfekt. Also los in die Wanderschuhe und auf geht's. Eine wunderschöne Gipfeltour über den Vorgipfel zum schneebedeckten Hauptgipfel. Ein wunderschönes Erlebnis. Am Gipfel treffen wir einen nepalesischen Bergführer, der erst Räucherstäbchen anzündet und in den Schnee steckt, betet und uns, sowie zwei weitere Gipfelbezwinger zu einem kleinen Tanz auf 4.604m einlädt. Wir nehmen die Einladung natürlich an. Wann kann man schon auf einem solchen Gipfel tanzen :-)

    Wir genießen noch eine Zeit das beeindruckende Panorama, die 'Himalaya Bergziegen', die kreisenden Adler und die leider fast völlig verschwundenen Gletscher, bevor wir den Rückweg über ein anderes Tal angehen. Auf einem großen Fels mit Blick in das Tal und auf den 6.400 m hohen Langshisa Ri machen wir Mittagspause und schlafen ein :-)

    Tag 13 - Von Kyanjin Gompa (3.830 m) nach Sherpagaon (2530 m)

    Heute machen wir Strecke. Wir treten den Rückweg zurück in Tal über eine Nebenstrecke an. In 2 Tagen wollen wir in 'Syabru Bensi' sein. Ich muss nur ständig an Papa denken, der heute seine OP hat. Ich breche mir fast den Daumen in der Hosentasche und hoffe, dass alles gut geht!

    In unserer Lodge angekommen, gibt es erst mal, beäugt von der 89 jährigen Schwiegermutter, die in der Ecke auf einer Matratze vor sich hin brummelt, eine 'Dhaal Bhaat'-Meisterleistung zum Abendessen ;-) und wir erfahren einiges über die politischen Gepflogenheiten in Nepal. So wird zum Beispiel so mancher dafür bezahlt, eine bestimmte Partei zu wählen. 4.000 nepalische Rupies sind wohl die Stimmen einer Familie wert!

    Es regnet die ganze Nacht wie aus Eimern, begleitet von Gewitter und in höheren Lagen Schnee. Auf die Frage wie denn morgen das Wetter wird, kommt wie so oft nur die Antwort: "maybe rain..., maybe not!" Getreu dem Motto: "Es wird wärmer, oder kälter, hängt ganz vom Wetter ab!", oder: "Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter, oder es bleibt wie es ist" ;-)

    Tag 14 - Von Sherpagaon (2530 m) nach Syabru Bensi

    Es geht über vielleicht jahrhunderte alte Wege und Treppen und wir tauchen wieder in die traditionellen Dörfer ein. Es ist so interessant den Menschen bei der täglichen Arbeit zuzusehen. Es wird mit Kühen gepflügt und die Hühner laufen durch die Gassen, es gibt eine Dorfmühle und das Heu wird auf riesige Garben gesetzt. Irgendwie wirkt es wie bei uns vor 150 Jahren auf'm Hunsrück. Straßen gibt es jedoch hier bis heute nur selten und die erste Stromversorgung wurde vor ein paar Jahren erst hergestellt.

    Es ist ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht nur der Ortsname von 'Shyabru Besi', auch Hotelnamen werden in dutzend unterschiedlichen Schreibweisen geschrieben. Wir erfahren, dass Namen in den Gebirgsregionen aus tibetischen Dialekten oder gar schriftlosen Sprachen übernommen wurden, so dass die Zahl der möglichen Schreibweisen ins Unendliche geht und jeder glaubt es richtig geschrieben zu haben ;-) Wenn wir aus Karten oder Reiseführern lesen, oder uns nach dem Weg erkundigen, müssen wir oft viel Fantasie aufbieten, um dahinter zu kommen, was gemeint sein könnte. Dennoch finden wir unsere Unterkunft!

    Tag 15 - Von Syabru Bensi nach Kathmandu

    Mit einem indischen 'Tata'-Geländewagen und einer Dauerbeschallung von Bollywood-Gejawwel geht es zurück nach Kathmandu. Nachdem wir rechts von der eigentlichen Holperpiste abbiegen, sagt unser Fahrer, dass wir nun die neue Straße fahren würden. Die "Neue" denken wir uns!!! Unglaublich! Es ist eine katastrophale Piste. Die Straßenverhältnisse sind mit Abstand die schlechtesten unserer ganzen Reise und das soll was heißen. Die Straße ist vom starken Regen der letzten Nächte völlig durchnässt. Wir bekommen schwitzige Finger! Rechts bricht die Straße aprupt hundert Meter ab und unser Geländewagenverschnitt rutscht mit dem Heck immer wieder hin und her. So fahren wir im Schneckentempo gut 2 Stunden durch die Schlucht des Trishuli Ganga Flusses.

    Im weiteren Verlauf des Tales fahren wir an Großbauprojekten vorbei. Staudämme und Wasserkraftwerke werden gebaut und zu unserem Entsetzten ohne jegliche Rücksicht auf Flora und Fauna, geschweige denn auf die Bewohner des Tales. Auf Schildern ist zu erkennen, wer die Projekte leitet und finanziert: China! Es sind kaum Nepalesen auf den Baustellen, chinesische Arbeitersiedlungen wurden extra errichtet und die Arbeiten werden von chinesischen Baufirmen durchgeführt. Die wenigen nepalesischen Arbeiter hingegen wohnen in einfachsten Hütten. Unser Fahrer erzählt, dass der Strom später in China ins Netz eingespeist wird und dann nach Nepal verkauft wird. Nach 30 Jahren sollen die Anlagen dann ins Eigentum Nepals übergehen! Es ist bitter zu sehen, wie sich ein Land wie Nepal von seinen Nachbarn in die Abhängigkeit drängen lässt. Aber: Die Nepalesen sagen "Wir wollen China lachen sehen!"

    In einer Ortschaft sehen wir kleine Straßenbauarbeiten. Grundsätzlich nicht ungewöhnlich, aber hier arbeiten dutzende Männer und Frauen, die mit einem Glättbrett die Schotter Straßen reiben. Ja, Schotterstraßen! Und der Schotter wird in Bambuskörben an Ort und Stelle geschleppt. Wir verstehen die Maßnahme nicht im Ansatz.

    Wir erreichen Kathmandu und der Verkehr kommt ins Stocken. Die Abgase stehen förmlich in der Luft. Menschen über Menschen, ein riesiges Gewusel, Geschäfte aller Art, mitten drin Ziegen, Hühner, Kühe und Müll. Es ist völlig egal, ob ein Fahrzeug entgegenkommt, es wird überholt und abgedrängt. Jeder ist sich selbst der Nächste und jeder versucht der Stärkere zu sein. Wir hingegen zucken zusammen. Es wird sich bis zum Ziel gehupt. Unser Fahrer ist jedoch tiefenentspannt. Auch dann noch, es war längst überfällig, als uns eine Rollerfahrein in die Seite des 'Tata' fährt und stürzt... Wir drehen uns um und sehen, dass sie sich wieder aufrappelt und einfach weiterfährt!

    Viele Grüße aus Kathmandu
    Ariane & Marco
    Read more

  • Day54

    Langtang-Trek: Kyanjin Gompa & Umkehr

    May 23 in Nepal ⋅ ☀️ 5 °C

    Manche Dinge sollen nicht sein und anscheinend gehören unsere Pläne für die Langtang-Wanderung dazu. Gestern Abend hatte sich Ines schon krank gefühlt, heute fühlte sie sich nicht besser. Es gab nichts zu rütteln daran, dass es nun keinen Wert mehr hatte, das Tal weiter hochzusteigen und mehr Nächte als unbedingt nötig in notdürftig zusammengezimmerten Hütten auf über 3'000 Metern über Meer zu verbringen. Gleichzeitig wollte ich aber nicht wirklich wahrhaben, dass wir nun ernsthaft die Tortur einer zehnstündigen Busfahrt über uns ergehen lassen mussten und zwei Tage das Tal hochgewandert waren, nur um jetzt auf halber Strecke umzukehren - ohne die beiden Dörfer Langtang und Kyanjin Gompa gesehen zu haben, welche die Wanderung erst wandernswert machen.

    Ich kramte also um 6 Uhr morgens meine Wanderkarte und meinen Routenbeschrieb hervor und versuchte herauszufinden, ob ich mit vertretbarem Zeitaufwand wenigstens eins der beiden Dörfer erreichen und wieder umkehren konnte, um mit Ines dann noch so weit wie möglich abzusteigen. Kyanjin Gompa, das letzte Dorf im Tal und gleichzeitig dessen Juwel, schien vom Tisch zu sein: 4 Stunden 10 Minuten würde eine "fitte Person" gemäss Routeninformation mindestens dahin brauchen. Das Dorf Langtang hingegen war eine Option: 2 Stunden und 10 Minuten sollte ich dahin brauchen. Wenn ich mich also etwas sputete und für den Abstieg noch etwas kürzer bräuchte, könnte ich Langtang noch sehen, bevor meine Patientin richtig wach war. Ich packte also meinen Rucksack so leicht wie möglich, hoffte auf die verbliebenen Bergvolk-Gene in meinem Erbgut und marschierte um 6:40 talaufwärts.

    Nach etwa einer Stunde (oder auf circa 3'300 m.ü.M.) wurde der Wald schliesslich von einem breiten Tal mit grünen Wiesen und eisgrauem Fluss abgelöst. Ich hatte den kulturell tibetischen Teil des Langtang-Tals erreicht! Meine Begleitung Doggydog hatte ich inzwischen schon verloren, nachdem drei Kühe auf ihn zugerannt waren und er panisch flüchtete. Anscheinend war seine Treue uns gegenüber doch nicht so unerschütterlich, wie wir das gedacht hatten...

    Bei der aufgehenden Sonne kam ich schneller voran als gedacht. Zu meiner Überraschung kam ich bereits nach 1 Stunde 20 Minuten (statt 2 Stunden 10 Minuten) in Langtang an, nachdem ich die riesige Geröllhalde überquert hatte, mit der ein gewaltiger Erdrutsch nach einem Erdbeben 2015 das ursprüngliche Dorf Langtang, dessen Bewohner und Touristen unter sich begraben hatte. Wenn ich in dem Tempo weiterlaufen könnte, rechnete ich, könnte ich Kyanjin Gompa doch noch erreichen, damit den Langtang-Trek fertigwandern und doch noch rechtzeitig zurück sein. Die schneeweisse Bergkette bei Kyanjin Gompa lockte bereits in der Ferne und so ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf.

    Der Weg führte an weidenden Yakherden, Steintafeln mit tibetischen Inschriften, ewigen Schneefeldern und buddhistischen Tempeln vorbei, bis nach einem Geröllhügel endlich das Dorf Kyanjin Gompa erschien. Zeit: 2 Stunden 45 Minuten statt 4 Stunden 10 Minuten! Erschöpft, aber auch vom sich bietenden Panorama erschlagen betrachtete ich erst einige Minuten das Dorf: eine bunte und wild zusammengewürfelte Ansammlung von Häusern, auf 3'830 Metern über Meer gelegen, mit bestem Blick auf eine blitzblankweisse Bergfront aus Himalaya-Riesen. Die Anstrengung hatte sich definitiv gelohnt!

    Ich stärkte mich mit einer Nudelsuppe und machte mich dann sogleich wieder an den Abstieg. Auf dem Weg begegnete ich Doggydog, der sich allerdings inzwischen ein neues Rudel gefunden hatte. Diesen Verrat nahmen wir dem Hund gar nicht so übel, hatten wir (beides keine Hundeliebhaber) doch nach 2 Tagen mittlerweile sehr genug von unserer vierbeinigen Begleitung... Gegen Mittag erreichte ich schliesslich unser Gasthaus in Ghode Tabela, wo Ines im Schlafsack eingepackt auf mich wartete. Gemeinsam stiegen wir weitere 4 Stunden ab zum Ort Rimche. Von dort aus steigen wir morgen in den Anfangsort Syabrubesi hinab - vorausgesetzt, unsere nun doch etwas müden Beine spielen mit!
    Read more

  • Day161

    Langtang Gosaikunda Helambu

    November 1, 2017 in Nepal ⋅ ⛅ 10 °C

    Früh morgens machen wir uns auf den Weg zur Bus Station und hoffen den Bus nach Syabru Besi zu finden. Dies glückt ziemlich schnell, jedoch ist er bereits voll und der Herr am Ticket Schalter bittet uns zu warten. Eine Viertel Stunde später und nach vielen Telefonanrufen scheint er einen weiteren Busfahrer und Bus gefunden zu haben und verkauft uns die ersten Sitze. Scheinbar fuhren keine Busse über die Feiertage und so wollen heute extra viele Personen die 130 Kilometer lange Strecke hinter sich bringen. Was bei uns vielleicht zwei Stunden dauert, braucht in Nepal 10 Stunden und ist eine überaus holprige und langwierige Angelegenheit. Doch kurz vor Sonnenuntergang ereichen wir unser Ziel und suchen uns ein Gästehaus.
    Am nächsten Morgen geht es steil bergauf und nach einigen falschen Abzweigungen darf ich schlussendlich um die 2 Uhr zu Mittag essen und etwas ausruhen. Wir haben einen wunderschönen Picknick Platz hinter einem Feld, auf welchem der Bauer seinen Ochsen mit lustigen Befehlen hin und her bewegt und genießen unseren französischen Käse vom Farmers Market in Kathmandu. Der nächste Abschnitt ermöglicht uns atemberaubende Aussichten und bringt uns tiefer und tiefer ins Langtang Tal hinein. Leider beginnt es bald zu regnen und wir laufen schneller und schneller ohne unsere üblichen Stopps für Spiele oder Harry Potter Kapitel bis wir zum Glück relativ trocken das nächste Dörfchen erreichen und ein Zimmer beziehen. Da ich es leider im Gegensatz zu Ryan nicht fertig bringe heißes Wasser in meinen Eimer zu füllen, muss ich mich mit einer kalten Dusche abfinden und mich am Feuer im Esszimmer aufwärmen.
    Die nächsten Tage bringen uns mal auf und ab aber die Berge sind immer präsent und solange die Sonne scheint ist es schön warm. So stoppen wir immer wieder mal entlang einem Fluss für unsere Teepausen und schauen den drehenden Zylinder in den Buddhaschreinen zu. Doch nicht nur die Konstrukte mit den Steintafeln lassen uns immer wieder stoppen, sondern auch die Yaks. Als wir schlussendlich auf ein Baby Yak treffen und es streicheln können, sind wir völlig aus dem Häuschen.
    Am Abend genießen wir ein Dal Baht nach dem anderen und finden auch die Momos und Thupka noch (!) noch nicht eintönig. Kekse und Schokolade bringen wir in unserem Snack Rucksack mit, welchen ich höchstpersönlich den Berg hinauf trage.
    Wir passieren Flüsse mit eingestürzten Brücken und sehen die Geröllhalde, was einst das Dörfchen Langtang war. Das Erdbeben aus dem Jahr 2015 hat hier alles platt gewalzt und nichts übrig gelassen. Sogar die Bäume sind durch die Schockwellen nach dem Erdbeben einfach umgekippt.
    Nach 4 Tagen, 29 Kilometer und 2500 Höhenmeter erreichen wir Kyanjin Gompa und somit das Ende des Tals. Wir gönnen uns einen feinen Schokoladenkuchen in einer der Bäckereien und stocken unseren Vorrat an Käse (dieses Mal mit Milch vom Yak) auf. Von hier kann man zwei Aussichtspunkte besteigen aber wir haben es geschafft den dritten zu erklimmen. Völlig vom Weg abgekommen erreichen wir so das Base Camp zum Yala Mountain und geniessen einmaliges Bergpanoroma, welches wir nur mit wenigen anderen Touristen teilen müssen.
    Danach geht es alles wieder zurück und über den Fluss, den Hügel hinauf ins nächste Tal, welches uns zum Gosaikunda See und dem Laubinia Pass bringt. Von hier genießen wir eine spektakuläre Aussicht sowohl auf die Annapurna Bergkette, wie die Langtang und die Mount Everest Region. Es erinnert alles sehr an die Schweiz, nur ist hier viel viel höher. Die Gipfel um uns sind doppelt so hoch und wir stehen bereits auf über 4000 Meter!
    Ja und dann geht es über 7 Hügel durch die Helambu Region zurück nach Kathmandu. Es ist toll und einzigartig, dass wir nur einen Stadtbus vom Ende des Hikes nehmen müssen. Doch der Weg entpuppt sich als langwieriges auf und ab ohne bequeme Gadthäuser und ich bin komischerweise unglaublich froh als wir wieder in der staubigen Hauptstadt sind.
    Read more

You might also know this place by the following names:

Langtang

Join us:

FindPenguins for iOS FindPenguins for Android

Sign up now