Nepal
Sherpagaun

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  • Day53

    Langtang-Trek: Sherpagaon - Ghode Tabela

    May 22, 2019 in Nepal ⋅ ☀️ 12 °C

    Im Mittelalter sollen die Menschen ins Bett gegangen sein, sobald es dunkel wurde, und aufgestanden sein, sobald der Tag anbrach. Das beschreibt auch unser Leben mittlerweile ziemlich gut: Gestern um 19 Uhr ins Bett, heute früh um 6 Uhr Tagwache. Als wir unsere Zimmertür öffneten, begrüssten uns nicht nur die ersten Sonnenstrahlen, sondern auch unser treuer Begleiter Doggydog, der sichtlich euphorisch war, dass sein Rudel wieder dort auftauchte, wo es ihn am Vorabend zurückgelassen hatte. Wir hatten halb damit gerechnet, dass sich unser vierbeiniger Guide in der Nacht andere Gesellschaft oder zumindest ein entferntes warmes Plätzchen suchen wird, aber nichts da - ein Alphamännchen wie mich verlässt man wohl nicht einfach so leichtfertig!

    Wir genossen ein Frühstück mit Aussicht auf das Tal, das sich langsam mit Sonnenlicht füllte, und brachen dann zu unserer zweiten Tagesetappe auf. Nach zwei Stunden Abstieg zu einem Ort namens Lama Hotel (Lama ist gemeint wie in "Dalai Lama" , nicht wie in "Ein Königreich für ein Lama") machten wir eine Teepause, da sich seit letzter Nacht ein Halsweh zu Ines' Muskelkater gesellt hat. Zwei Amerikaner, die im selben Gasthaus rasteten, versuchten in uns ein religiöses Feuer zu entfachen und per Gebet Ines' Halsweh zu heilen. Beiden Vorhaben war allerdings nur mässiger Erfolg beschieden. Unserem eigenen Vorhaben, im Hinblick auf kalte Bergnächte Doggydog talwärts zu schicken, war ebenfalls nur geringer Erfolg zuteil: Obwohl der Guide der beiden Amerikaner den Hund anfütterte und ihn ein Stück weit mit sich führte, war Doggydog kurz darauf wieder an unserer Seite. Offensichtlich behagte auch Doggydog das religiöse Geschwätz nicht... Ausserdem scheint er schon einen Glauben zu haben, in dem wir die Götter sind!

    Von Lama Hotel aus folgte der Weg dem Fluss, der die Talsohle bildet, und stieg langsam an. Nach 300 Höhenmetern kamen wir in einem Ort namens Riverside an, wo Ines ein Mittagsschläfchen einlegte, um ihre Gesundheit zu schonen, während ich versuchte, mich leise an nahestehende Yaks anzuschleichen, was aber an knackendem Unterholz, meinem klobigen Wanderschuhwerk und der sehr indiskreten Begleitung Doggydogs scheiterte.

    Frisch ausgeschlafen, beziehungsweise von der Yakjagd ernüchtert nahmen wir das letzte Teilstück der heutigen Route in Angriff, nämlich den Aufstieg von 300 Höhenmetern nach Ghode Tabela. Zwar hätten wir heute weiter gewollt, aber um Ines' Gesundheit zu schonen, hatten wir uns für eine kürzere Distanz entschieden. Auch auf diesem Teilstück ging es in dichtem Wald dem Fluss entlang bergauf, bis das Gelände endlich etwas flacher und die Bewaldung etwas kärglicher wurde. Von einer Lichtung aus hatten wir das erste Mal einen guten Blick auf den Langtang II, der etwa 6'500 Meter hoch ist. Wir selbst kamen schliesslich auf 3'008 Metern über Meer in Ghode Tabela an, wo wir uns mit einer nepalesischen warmen Dusche (ein Eimer heisses Wasser und ein Becher) und warmen Suppen für die zugigen Nächte hier oben wappneten.
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