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Central Serbia

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154 travelers at this place

  • Day33

    E25 : Belgrad - Pozarevac

    September 26, 2020 in Serbia ⋅ ⛅ 21 °C

    Da wache ich also auf, in meinem King-Size-Bett. Eigentlich möchte ich das Apartment nicht verlassen, doch das Abenteuer muss schliesslich weitergehen. Ich schwinge mich auf meinen Drahtesel und radle durch die Ampel-übersähte Innenstadt von Belgrad. Immer Richtung Osten, immer der Donau entlang. Das erste Zwischenziel ist Kubin. Dort soll es einen sensationelles Hühnchen mit Aivar-Füllung geben. Ich überquere das erste Mal die 2km breite Donau und schliesse mich dem Radweg "Euro6" an. Der Radweg ist abwechslungsreich und die Strecke nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Oft gibt es Verzweigungen mit mehreren Richtungen/Möglichkeiten und die notwendigen Wegweiser fehlen (waren vorhanden, jedoch abmontiert, da Blech ein gesuchter Rohstoff und Baumaterial ist). So ist es also mehrmals vorgekommen, dass ich in eine Sackgasse navigiert habe. Im Nachhinein hätte ich spätestens dann, als sich der Untergrund von Erde zu Nägel, Draht und Glas durchmischtem Sand verändert hat, Verdacht schöpfen müssen und mein Navi checken. Naja, sind ja nur ein paar zusätzliche Kilometer.......dachte ich zumindest.

    Plötzlich macht sich erneut ein schwammiges Gefühl auf meinem Fahrrad bemerkbar. "NEEEEEEI... BITTE NED JETZT"

    Schnell war also klar, platter Reifen am Hinterrad. Ich wusste, dass dieser Tag kommen würde und war natürlich Top vorbereitet....dachte ich.

    Das Hinterrad war schnell demontiert, der Schlauch ausgetauscht und zum Pumpen bereit.
    "DAMI!!!! WO ESCH MIS ÖBERGANGSVENTIL????"
    Zur Erklärung: Das Bike besitzt keine normalen Veloventile sondern die grossen Ventile, welche zum Beispiel auch am Autopneu zu finden sind. Da sowohl meine Mountainbikepumpe, wie auch Meine CO2-Kartuschen das kleine/normale Bikeventil verwenden, benötige ich ein Übergangsventil.
    Nachdem ich mein komplettes Inventar nach dem kleinen Übergangsventil durchsucht und nichts gefunden habe, war ich also doch da, wo ich nie sein wollte. Mitten im Nirgendwo 10km rundherum kein Haus oder Person, mit einem defekten Bike. Es bleibt mir also nichts übrig als zu schieben. Wenigstens erreiche ich schon bald eine asphaltierte Strasse. Nach 30min erreiche ich endlich eine Tankstelle mit Druckluftanschluss. Ich nutze die Gelegenheit und führe einen kleinen Service am Bike durch. Die Reifen sind schnell aufgepumpt, das Loch am alten Reifen lokalisiert und geflickt. Nach einem kleinen Orangina kanns auch schon weitergehen. Schliesslich habe ich genügend Zeit verlöffelt.

    10min später

    "JETZT NED IM ÄRNSCHT!"
    Diesmal war plötzlich der vordere Reifen platt. Die gleiche Situation, keine Tankstelle. Dafür ein kleiner Laden, vor welchem sich mehrere Personen das wohlverdiente Feierabendbier genehmigten. Die erste Person, welche ich ansprach und hilfesuchend auf meinen Vorderreifen klopfte, rannte sprichwörtlich nach Hause und holte dort eine rettende Luftpumpe. Währenddem konnte ich das Vorderrad demontieren und mit meinem reparierten Schlauch versehen. Das Problem konnte also schnell wieder behoben werden. Aleksa, ein Arbeiter, welcher mit seinen Kollegen vor dem Laden Bier trank, lud mich dann auf ein Bier ein und wollte mehr über mich erfahren. Da niemand weder Englisch noch Deutsch verstehen konnte, gestaltete sich das Gespräch mit den Jungs als wahre Herausforderung. Schliesslich musste ich dann aber nach dem 2 Dosenbier ein drittes ablehnen und wollte noch ein paar Kilometer gut machen.

    ........

    Erneut stand ich vor einem platten Reifen.
    Ich war ein wenig geschockt, konnte dies aber mit ein paar typisch schweizerischen Fluchwörter kaschieren.
    Dies bekam dann auch Aleksa wieder mit, brachte mir mein drittes Dosenbier und gab mir mit Zeichensprache zu verstehen, dass ich bei ihm und seiner Familie essen und übernachten darf.

    Wir luden also das Fahrrad in den alten Dacia von Aleksa.
    Wie in einem Actionfilm riss Aleksa ein paar Kabel unter dem Steuerrad hervor und wollte das Auto kurzschliessen. Die Zündung ging an, aber der Motor startete nicht. Aleksa rief seinen Kollegen herbei, diese stossen den Wagen zur Strasse und brachten den Motor zum brummen. Nun verstehe ich auch, wieso alle Kroaten und Serben dauernd ihre Autos mit laufendem Motor parkieren.

    Das Haus war nur wenige Minuten entfernt. Aleksa besitzt einen kleinen Bauernhof, arbeitet aber auf einem Kohlebagger. Seine Frau Rakka und sein Sohn Alexander warteten schon vor dem Haus und hiessen mich herzlich willkommen. Sofort wurde mir meine durchnässte Kleidung abgenommen und trockene Tücher gebracht. Nach einer kurzen Hofführung und persönlichen Begrüssung aller Hühner, Schweine, Hunde und Ziegen wurde das erste Glas Sliwowitz zusammen getrunken. Rakka zog sich in die Küche zurück und sorgte für einen himmlischen Duft, welcher sich im ganzen Haus verteilte. Bald darauf wurden wir zu Tisch gerufen und ich wurde erneut von der unendlichen Gastfreundschaft dieser Leute überfordert. Ein wahres Festmahl mit Chickenwings, Schnitzel, Wurst, Käse, diverse Salate, Ayvar, Auflauf und und und. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass dies alles nur für mich gekocht wurde und weder Aleksa, noch seine Familie davon essen würden.
    Die Situation war für mich so überfordernd, dass ich mehrmals Aleksa und Rakka aufforderte mir Gesellschaft am Tisch zu leisten. Alexander half mir die Kommunikation mittels Google Translate zu gewährleisten. Mir wurde erzählt, dass so ein Essen nur bei sehr speziellen Anlässen gekocht wird und der Gast immer zuerst essen darf. Mit jedem Bissen wurde mir erklärt, was ich gerade esse und wie das Tier hiess, welches dafür den Kopf hinhalten musste. Diese Situation war so unangenehm fremd für mich, dass ich total überfordert war und keine Worte mehr fand. Nachdem ich dann satt war, durfte ich ins Wohnzimmer und serbisches Fernsehen geniessen. Aleksa und seine Familie sind weit und breit die einzigen Leute, welche eine stabile Internetverbindung sowie über 50 TV Sender besitzen. Währenddem assen dann auch Aleksa, Rakka und Alexander etwas.
    Nach dem obligatorischen Sliwowitz nach dem Essen, durfte ich dann ins Badezimmer um mich zu waschen. Die Dusche bestand aus einer Badewanne und einem Eimer lauwarmen Wasser. Auch dies ist eine absolute Ausnahme, dass man mit warmen Wasser duschen / sich waschen kann. Anschliessend unterhielten wir uns noch ein wenig. Wenn es nach Aleksa ging, könnten wir den ganzen Abend Sliwowitz trinken. Leider war ich vom Tag dermassen müde, dass ich mich um ca. 22:00 ins Schnapszimmer zurückzog, wo mein Bett eingerichtet wurde. Dies war ein sehr emotionaler Tag. Es ist extrem eindrücklich zu sehen, wie eine Familie, welche eher bescheiden lebt, sofort alles für eine fremde Person hergeben würde, damit diese sich so wohl wie möglich fühlt. Diese Leute haben ein riesengrosses Herz!

    Am nächsten Morgen wurde ich früh von Aleksa geweckt. Er möchte mit mir Fischen gehen und auf dem Weg bei einem Fahrradhändler Schlauch und Luftpumpe einkaufen. Ein Kollege von Aleksa betreibt an der Donau ein Restaurant und bietet frisch gefangenen Fisch an. Als wir zugefahren sind, kehrte dieser direkt von seinem erfolgreichen Angelausflug zurück und übergab Aleksa 2 grosse Stuka-Fische. Weiter ging es zum Fahrrad-Mechaniker, welcher seine Kernkompetenzen eher beim Verkauf von Matratzen, Feuerwerk und Secondhand-Kleider hatte. Unter einem Regal zauberte der Herr jedoch eine kleine Luftpumpe hervor, welche den Eindruck erweckte, dass diese aus einer Tischbombe stammte. Ebenfalls wurden mir 2 Schläuche in die Hand gedrückt, welche in einer Chipstüte verpackt wurden. Ich beschwerte mich keinesfalls und bezahlte umgerechnet 2 Franken für das Equipment. Zuhause angekommen wurde dann das Fahrrad repariert. Ich untersuchte nun den Vorderreifen nach Fremdkörper und wurde fündig. ca. 6 ganz feine Dornen haben den Pneu durchstochen und somit auch den Schlauch beschädigt. Die Löcher am Schlauch waren so extrem klein, dass ich sie auch unter Wasser kaum fand. Ich bin jetzt noch nicht sicher, ob ich alle Löcher gefunden habe, jedoch habe ich schon 8 Reparaturpads verbracht. Notfall habe ich ja noch die Chips-Schläuche =)

    Ich wurde dann noch zum Mittagessen eingeladen, da es vor dem Mittag noch einmal stark anfing zu regnen. ca. 15:00 Uhr verabschiedete ich mich dann von Aleksa, Rakka und Alexander schweren Herzens und fuhr Richtung Osten weiter. In Pozarevac flüchtete ich dann vor dem erneut eintretenden Regen und konnte in einem Hostel unterkommen.

    Besten Dank erneut an Aleksa und seine wunderbare Familie. Solche Gastfreundschaft sieht man nicht alle Tage.

    Die nächsten Tage werde ich an der Donau verbringen und mehrheitlich wild campen. Die Grenze zu Bulgarien ist schon bald in Sicht.

    Weiter gehts!
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    Daniel Meier

    Herrlech! Gniesses witerhe Pirlo!

    9/26/20Reply
     
  • Day189

    Bulgaria - Serbia - Croatia

    April 13 in Serbia ⋅ 🌧 9 °C

    Today we had our breakfast in Bulgaria 🇧🇬 , our lunch in Serbia 🇷🇸 and our dinner in Croatia! 🇭🇷

    We're now back to only being 1 hour ahead of the UK 🇬🇧

    Simon Brace

    Is it a snake in puff pastry?

    4/14/21Reply
    Lucy Wignall

    🤣 maybe! your guess is as good as mine

    4/14/21Reply
    Sapphire Blue

    I assume you mean tea in Serbia.

    4/16/21Reply
    Lucy Wignall

    I assume you mean you assume I mean tea in Croatia.

    4/19/21Reply
    Lucy Wignall

    Yes!

    4/19/21Reply
     
  • Day29

    E24 : Ruma - Belgrad

    September 22, 2020 in Serbia ⋅ ☀️ 25 °C

    Der Weg nach Belgrad gestaltet sich sehr abwechslungsreich. Die Leute arbeiten wieder aktiv, produktive Fabrikhallen sind wieder an der Tagesordnung. Die Hauptstrasse ist gut zu befahren. Es herrscht zwar viel Verkehr, jedoch sind die Serben sehr rücksichtsvoll auf der Strasse und getrauen sich auch auf einer breiten Fahrbahn nicht immer mich zu überholen, ohne das ich ihnen mit einem Winken dazu rate oder zeige, dass ich bereit bin...... dabei habe ich doch gar nicht soviel Sliwowitz getrunken. Da waren also die Kroaten viel chaotischer und streiften auch ab und an den Lenker oder die hintere Packtasche.

    Plötzlich duftete es herrlich nach Obstbrand und vertraute Gefühle von Früher, als wir regelmässig unser Obst auf dem Hof gebrannt haben, kamen hoch. Eine grosse Fabrik wo Obst zu feinem Schnaps verarbeitet wird, präsentierte sich Mitten in einem an Belgrad angrenzenden Dorf. Ich folgte dem Duft ohne auch nur ein wenig Einfluss auf meine Arme und Beine zu haben. Schliesslich empfing mich Tatjana, eine junge, hübsche Frau, welche die Anlieferung kontrollierte. Nach ein wenig Smalltalk konnte ich sogar die Waage bei der Anlieferung verwenden und ich konnte endlich Klarheit darüber schaffen, wieviel Kilogramm ich hier durch die Strassen bewege. Stolze 60kg für Fahrrad und Gepäck!

    Anschliessend ging es schnell. Die Vororte von Belgrad sind mit sehr guten Fahrradwegen ausgestattet und so war ich um Längen schneller im Kern der Stadt als ein Autofahrer. Vor der ersten Brücke über die Save traf ich dann auf Stojan. Er ist ebenfalls leidenschaftlicher Radfahrer und machte auch schon die eine oder andere 1000km Tour. Er interessierte sich extrem für mich und meine Tour und wollte mir ohne Wenn und Aber helfen, mich in der Stadt zurechtzufinden und eine gute Unterkunft zu finden. Da er sehr aufdringlich und übertrieben freundlich war und mich auch über ca. 10km wild verfolgt und belagert hat, schlichen sich bei mir Misstrauen und Abneigung ein. Im Nachhinein bereue ich diesen Moment zu tiefst. Er wollte mir wirklich nur helfen, tätigte duzend Telefonate, verhandelte mit Hotelmanager und hat mir schlussendlich eine Luxussuite mitten im Zentrum der Stadt zu einem Spottpreis arrangiert.
    Belgrad ist wunderschön und sehr grün. Überall ragen Bäume zwischen den Blocks und neben den Strassen hervor und sorgen für eine extrem angenehmes Klima und auf der Strasse und im Biergarten. Die Leute sind ganz im Gusto von Stojan sehr freundlich. Ich komme mehr und mehr davon weg, Google um rat zu bitten. Ich suche einen Barbier, welcher mir mein Gewucher auf und unter dem Kopf in Ordnung bringt, so frage ich einfach jemanden auf der Strasse. Immer wurde mir sofort geholfen und ich wurde meistens von den Leute persönlich zum gewünschten Ort gebracht. Mit den oft sehr spannenden Gesprächen auf dem Weg wurden auch Freundschaften geknüpft. So hat auch Raul, welcher mich zum Barbier gebracht hat, geschlagene 40min vor dem Shop gewartet, damit wir anschliessend zusammen ein Bier trinken konnten. Bier trinken und Spass haben, kann mit Belgrad hervorragend. Entlang der Save wurden ca. 20 Schiffe in Bars umgebaut, welche neben abwechslungsreicher Musik auch eine grosse Auswahl an Bier und Drinks anbieten können. Ebenso ist auch entlang des Donauradweges eine Flut von coolen Bars in einer alten Schiffswerft anzutreffen. Die coole und abwechslungsreiche Architektur rundet Alles noch ab und so kann ich mit gutem Gewissen sagen, fantastische Stadt!
    Darum habe ich mich auch ohne Gegenwehr für 3 Nächte überreden lassen. Ich werde also meine Tour und somit den Start auf dem ersehnten Donauradweg am Freitag fortsetzen.

    Bis dahin,
    Heide heide, Sliwowitz, aaaaaargh
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  • Day49

    Werkstatt in Serbien...

    August 5, 2019 in Serbia ⋅ ⛅ 17 °C

    ...wir fuhren dann durch wunderschöne Landschaften...sattes Grün, hügelig mit vereinzelten Felsnadeln und grandiosem Weitblick. Es ging Richtung Guca und dann weiter nach Kraljevo...dort hatten wir uns einen Stellplatz nahe einem Restaurant ausgesucht.

    Bei einem kurzen Stopp war mir aufgefallen das der Hennes wieder Diesel verliert...nix dramatisches, aber wir wollten das wenn möglich reparieren lassen...aber es war Sonntag und so wie wir das sahen waren alle Werkstätten zu...na, dann eben Morgen, am Montag. Also gingen wir noch was einkaufen und weiter...Stellplatz suchen

    ...in einem kleinen Industriegebiet sahen wir eine Spedition wo noch jemand an LKWs schraubte...also hin...

    ...und mal wieder kam es wie es kommen musste...Gili und Milan ließen alles stehn und liegen und widmeten sich unserem Auto...schnell war klar, die Dieselrücklaufleitung war undicht. Eigentlich kein großes Ding, aber unser LKW ist aus England und dort haben die Leitungen und Verschraubungen andere Maße...

    Gili und Milan sagten das Morgen die passenden Ersatzteile da wären...ok, wir haben Zeit...

    Schnell wurde uns erklärt wir könnten hier auf dem Hof schlafen...und alles dürften wir benutzen...die Dusche, der PC, Fernseher, Aufenthaltsraum usw...

    Milan fuhr dann mit mir noch zum Supermarkt und wir holten noch etwas Bier...

    ...in geselliger Runde saßen wir dann zusammen in der großen Werkstatt und palaverten bei Bier und selbstgebranntem Schnaps...zwischendurch halfen wir bei einer Reparatur eines LKW...

    Die Nacht war auch ruhig, obwohl wir auf einem LKW-Hof standen....lediglich ein LKW ist heute Nacht gefahren...
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  • Day47

    Auf der Alm in Serbien

    August 3, 2019 in Serbia ⋅ ⛅ 16 °C

    ...dachten wir bis jetzt die Bergwelt wäre rauh, dann hatten wir uns getäuscht...jetzt wurde es rauh...hohe Felswände taten sich auf und die Straße hart am Abgrund...unten im Canyon der wilde Fluss...vor uns unbeleuchtete Tunnel und hohe Brücken...atemberaubend

    Wir dachten schon wo bleibt die serbische Grenze...aber da war sie dann...ca. 10 km hinter dem Grenzposten Montenegros.

    Auch dort keinerlei Probleme...und weiter gings durch diese spannende Landschaft...

    Leider wurden die Straßen auch wieder schlechter, aber das kannten wir ja nun zu Genüge...von daher alles Gut. Wir wollten heute noch ca 100 km ins Hinterland, an einen Bergsee auf 1200 m...laut Navi etwa 4 h Fahrt. Die Strecke dort hin teils übelste Piste, teils nagelneu...immer rauf und runter und das oft sehr steil, aber der Hennes, die alte Bergziege, hat das mit Bravour gemeistert...😉

    Das Schild "Camping" verwies uns auf eine kleine Offroadpiste...und so fuhren wir mit 5-10 km die 5 km...oben angekommen war dort aber kein Camping, zumindest nicht im klassischen Sinne...lediglich eine kleine Alm. Der Bauer kam dann auch nach mehrmaligen Rufen und gestikulierte wir könnten uns hinstellen wo wir wollten...alles klar, das passte...

    Unsere Nacht war sehr ruhig, aber leider wollte der Bauer am Morgen 7€ pro Nase...das war definitiv zu viel für einfachstes Stehen ohne Wasser, Strom und Toilette...aber was nützt es, zahlen und fröhlich sein...weiter geht's
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  • Day28

    Eine Geschichte aus Serbiens Hinterland

    October 17, 2019 in Serbia ⋅ ☀️ 22 °C

    Je weiter ich mich von Belgrad entferne, desto enger werden die Straßen und desto kleiner die Dörfer. Am Straßenrand warten die Grundschüler in klapprigen Unterständen auf den Bus und winken mir bei der Vorbeifahrt freundlich zu oder rennen neben mir her. Richtiges Roadmovie-Feeling stellt sich bei mir ein. Es ist schon Nachmittag geworden, als ich auf der Straße anhalten muss, weil sich eine untertassengroße Schildkröte seelenruhig über die Straße schiebt, als wüsste sie genau, dass um diese Uhrzeit niemand mehr vorbeikommt. Die Sonne beginnt gerade damit, hinterm Horizont zu verschwinden, als mir die Google Navigation zu verstehen gibt, für die restlichen vier Kilometer auf eine Straße abzubiegen, die als solche lediglich mit ausgeprägter Phantasie zu bezeichnen ist. Ich würde zur Sicherheit noch gerne jemanden fragen, muss aber bedauerlicherweise feststellen, dass die Schildkröte recht hatte: Kein Mensch weit und breit. Mangels Alternativen nehme ich die Füße von den Fußrasten und fahre los. Noch 1,8 Kilometer steht auf dem Handydisplay, als aus dem Schotterweg erst ein Feldweg und dann ein zugewucherter Trampelpfad wird. Mit dem letzten Sonnenlicht hat sich mittlerweile auch das Roadmovie-Feeling komplett verabschiedet aber mir bleibt nichts anderes übrig, als im Schritttempo und mit schleifender Kupplung weiterzugurken. Ich holpere gerade in eine Ansammlung verlassen wirkender Häuser ein, als die Stimme der Google Navigation mein Dan Brown Hörbuch unterbricht: "Sie haben ihr Ziel erreicht. Das Ziel befindet sich auf der linken Seite." Und tatsächlich, da ist ein Ziel, da steht ein Mann und grinst mich an und fragt: "Felix?" Jackpot. Ich bin da!

    Der Mann heißt Goran, ist 56 Jahre alt und bewohnt einen Bungalow mit drei Zimmern. Eines davon habe ich gemietet. Goran hat außerdem noch einen uralten Fiesta, ein paar Pflaumenbäume, mit deren Ertrag er im Schuppen Rakija brennt, einen Traktor und eine Kuh, von der er aber gerade nicht weiß, wo sie ist. Keiner der 22 Bewohner im Dorf spricht Englisch, aber seit drei Monaten gibt es Telefon- und Internetanschluss und somit bekommen wir es mit der Sprachübersetzung von Google Translate und ein paar Zeichen auf Papier problemlos hin, uns auf einen Ausflug zum nächsten Restaurant zu verständigen. Bevor wir die Wlan-Zone von Gorans Bungalow verlassen, weist er mich noch darauf hin, dass er momentan ein kleines Problemchen mit einem der Vorderreifen hat, was aber nicht weiter schlimm sei und er sich gleich morgen kümmern wolle. Als er seinen Schuppen öffnet, erweist sich das Problemchen als kompletter Plattfuß. "Morgen vulkanisieren. Kein Problem" gibt mir Google Translate noch aus bevor wir einsteigen und mit heftig schlagendem Vorderrad zur sieben Kilometer entfernten nächsten Ortschaft losbrettern. Nach gutem Speis und Trank lade ich Goran im Gegenzug für seine Chauffeurdienste ein und bezahle am Ende inklusive Trinkgeld 8€ bevor wir uns auf den Heimweg machen. Da das Auto nicht anspringt, schieben wir es bis zum nächsten Hang, und lassen es anrollen. "Kommt mir bekannt vor", denke ich mir noch, als der Motor widerwillig anspringt. Dann setzt wieder das schneller werdende Radschlagen ein und wir fahren zurück.

    Am nächsten Morgen frühstücken wir gemeinsam. Es gibt Haferflocken vom Feld hinterm Haus, frisch gebackenes Brot, Eier von den Hühnern des Nachbarn und frische Milch von der wieder aufgetauchten Kuh. Es schmeckt phantastisch!
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  • Day26

    Beim serbischen Bullen in Belgrad

    October 15, 2019 in Serbia ⋅ ☀️ 22 °C

    Belgrad hat architektonisch und in puncto klassischer Sehenswürdigkeiten im Vergleich zu meinen vorherigen Destination quasi nichts zu bieten und doch hat mir die "weiße Stadt" besser gefallen als diese. Es gibt kaum Touristen, dafür überwiegend junge Menschen, die auf eine so unverfälschte Art und Weise offenherzig, neugierig und freundlich sind, dass ich spontan ein bisschen länger geblieben bin, um die Melancholie der Stadt zu genießen. Der nach einer Rakija-reichen Nacht nur noch "der serbische Bulle" genannte Hostelbesitzer Nikola hat sich hervorragend um seine Gäste gekümmert. Seine Nachbarin hat mir die Haare geschnitten und Nikola selbst hat mir schon bei meiner Ankunft versichert, dass mein Motorrad in diesem Viertel unter seinem persönlichen Schutz stünde. Er sollte sein Wort halten. Ein VW-Fahrer hatte wohl weniger Glück mit der Wahl seines Unterschlupfes ... Bei ihm wurden über Nacht ein paar Teile geerntet.

    Weg von der Hauptstadt und quer durch Serbien mach ich mich auf in eine sehr abgeschiedene Region an der Grenze zum Kosovo.
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    Carina Geis

    Eine Nachricht aus der Vergangenheit 😱

    10/19/19Reply
    Ayman Temraz

    Dieses Video ist aus dem Jahr 2000 !!!😲

    10/28/19Reply
     
  • Day29

    Davolja varoš

    October 18, 2019 in Serbia ⋅ ⛅ 21 °C

    Davolja varoš, which means Devil's Town, is the sole representative of Serbia in the selection for the "7 Natural Wonders of the World". Although this really impressing natural monument is located in the boondocks, I was pretty much surprised to be the only visitor of the sight at all.Read more

    Max Reichenbach

    Mega! :)

    10/21/19Reply
     

You might also know this place by the following names:

Central Serbia, Serbie centrale, Центральная Сербия