Rund 24 Stunden dauert der Flug nach Neuseeland, über 18000 Flugkilometer werden dabei von Düsseldorf nach Auckland zurückgelegt um das entfernte Land der Maori, Kiwis und Hobbits zu besuchen. Unser Abenteuer beginnt.
  • Day0

    Je öfter du fragst,.....

    November 25, 2018 in New Zealand ⋅ ⛅ 15 °C

    Je öfter du fragst, wie weit du zu gehen hast, desto länger erscheint dir die Reise.

    So erging es mir bei den Reisevorbereitungen. Schon im Januar dieses Jahres stand für uns fest, der nächste Urlaub führt uns nach Neuseeland. Ein Jahr Vorbereitung, Vorfreude und auch Frust liegen hinter uns. Ideen haben wir aufgegriffen und wieder verworfen. Hintergrundwissen trugen wir in vielen Gesprächen mit Menschen zusammen, die das Land bereits aus eigener Erfahrung kannten oder über Erfahrungen von ausgewanderten Verwandten bzw. Freunden berichten konnten. Es wurde geschrieben, telefoniert und sich sogar getroffen. Es soll schließlich eine besondere Reise werden.
    Es gibt viele Erwartungen. Wahrscheinlich werden nicht alle erfüllt und bestimmt gibt es vieles, was uns überraschen wird. Auch wenn ich gut geplant habe, bleiben wir offen für Unerwartetes. Ein Maori, mit dem ich im Vorfeld Kontakt aufgenommen habe schrieb mir auf die Frage, was er über den Hype um Neuseeland denkt: „Nur der Törichte besucht das Land der Kannibalen.“ Allerdings schrieb er mir auch: „Du bist eingeladen, deine Neugier, deinen Ärger, deine Unwissenheit und deine Fragen mitzubringen. Aber wenn du gehst, nimm Frieden, Gutmütigkeit und Freundschaft mit.“

    Ich hoffe, so wird unsere Reise.
    Read more

  • Explore, what other travelers do in:
  • Day2

    Peking

    December 2, 2018 in China ⋅ 🌫 4 °C

    Endlich in Peking. Wir sind mit Air China geflogen. Diese Airline hat keinen guten Ruf. Die im Netz zu findenden schlechten Bewertungen können wir allerdings nicht bestätigen. Unsere Plätze waren sauber und das Unterhaltungsprogramm abwechslungsreich. Auch der Service war sehr in Ordnung. Sehr nettes, höfliches und aufmerksames Personal. Das Bordessen besser als gedacht. Der Flug ruhig und pünktlich.
    Auch am Flughafen in Peking wurden wir sehr freundlich und zügig abgefertigt. Unser 144-Stunden-Visa bekamen wir ohne Schwierigkeiten.
    Also, alles Negative in den Reiseforen haben wir nicht erlebt.

    „Gehst du zur Tür hinaus, frag nach dem Weg; kommst du in ein Dorf, frage nach den Sitten!”

    Nach diesem Sprichwort beobachten wir die Pekinger.
    Chinesen sind ein ulkiges Volk. Hier haben Bürgersteige hüfthohe Geländer, damit die Chinesen nicht überall über die Straße laufen. Denn sie halten sich nicht an Regeln. An Kreuzungen gibt es zwar Zebrastreifen und Ampeln. Diese werden aber offensichtlich nur als Dekor wahrgenommen. Chinesen laufen grundsätzlich bei jeder Farbe über die Kreuzung. Rot und Grün sind nämlich beides Glücksfarben. Überall postierte Ordnungshüter versuchen vergeblich, die Einheimischen von dieser Unsitte abzubringen. Unterstützend laufen hierzu in Parkanlagen und öffentlichen Plätzen auf großen Leinwänden Filme über richtiges Verhalten im Straßenverkehr. In kurzen Spots wird u.a. Sinn und Zweck von Ampelanlagen erläutert. Dies erinnert sehr stark an die Verkehrserziehung in unseren Kindergärten. Es gibt noch andere lustige Eigenarten der Chinesen, aber dazu etwas später.

    Man braucht in Peking kein inszeniertes Unterhaltungsprogramm. Es reicht völlig aus, durch die Straßen zu gehen und die Augen aufzuhalten. Irgendetwas Lustiges passiert fast immer. Umgekehrt wurden wir von den Chinesen genau beobachtet. Diese hatten in einzelnen Situationen ebenfalls Grund zum Lachen. Stichwort: Essen mit Stäbchen.

    Chinas wachsende internationale Macht sollte mit wachsendem gegenseitigen Verständnis einhergehen, damit man sich weiterhin friedlich begegnen kann. Zwar wird das Interesse an China größer, aber dennoch herrschen Vorurteile und Unsicherheiten. Ich rate, diese vor Ort auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen.

    Als Ausländer ist es relativ einfach, Chinesen kennen zu lernen. Auf unserem Spaziergang durch einen Park kam beispielsweise eine Frau auf uns zu und lud uns ein, Indiaka mit ihr und ihren Freunden zu spielen. Viele kleinere Gruppen hatten sich in dem Park zu einem Spiel mit diesem kleinen Flugball verabredet. Es war eine Freude, dabei zuzusehen. Aber wir wollten nicht unser Gesicht verlieren und lehnten dankend ab. Von anderen wurden wir im Park animiert, mit Ihnen zu tanzen. Getanzt wurde Tango, Twist, Quick Step, erstaunlicherweise immer zur gleichen, etwas seltsamen chinesischen Musik.

    Natürlich haben wir uns auch schon etwas angeschaut. So zum Beispiel den Himmelstempel und den Platz des himmlischen Friedens. Die Sehenswürdigkeiten lagen leider alle unter einer Dunstglocke. Durch den Smog kamen die farbenfrohen Gestaltungen der Gebäude nicht zur Geltung; es wirkte alles grau in grau. Schade! Meine Begeisterung hielt sich deshalb am ersten Tag in Grenzen. Aber vielleicht lag dies auch an meiner Müdigkeit. Wir waren schließlich zu dieser Zeit bereits mehr als 24 Stunden auf den Beinen.

    Ungeachtet dessen stand unser erstes Abendessen in Peking noch auf dem Programm. Eigentlich haben wir dabei alles richtig gemacht. Wir haben zunächst beobachtet, wo die Chinesen zum Essen gehen. Unser Ziel war nämlich, die echte chinesische Küche auszuprobieren. Die auf Touristen spezialisierte Lokale wollten wir bewusst meiden. 🙈 Also wählten wir ein von Chinesen gut besuchtes Restaurant aus. Wir nahmen in Kauf, dass es dort sehr laut war. Leider konnten wir nur erahnen, was nach der Speisekarte angeboten wurde 🈵🈹🉐. Wir wählten ein Gericht, das unter der englischen Überschrift „Duck“ aufgeführt war. Wir dachten, mit Ente können wir nichts falsch machen. 😂 Sie brachten uns dann eine riesige Pfanne mit sehr, sehr vielen Chillischoten. Und mit jeder Menge gespaltenen Entenköpfen. Also haben wir halbierte Entenköpfe gegessen, so richtig mit Schnäbeln, Augen und Hirn. Danach ging es uns erst einmal nicht so gut. Besonders bei den Augen musste ich würgen. Aber das Hirn ist auch nicht mein Fall. Letztlich sind wir an diesem Abend hungrig ins Bett gegangen. 🙄
    Read more

  • Day3

    Die große Mauer, Sommerpalast

    December 3, 2018 in China ⋅ ⛅ 7 °C

    Herbert hatte für heute einen persönlichen Fahrer und eine Reiseleiterin für uns zwei organisiert. Sie kamen uns um 8:30 vor unserem Hotel abholen und zeigten uns die Mauer und den Sommerpalast. Außerdem war ein gemeinsames Mittagessen geplant. Sie fuhren dazu mit uns auf das Land, wo Bauern leben und essen. Es sollte ein typisch chinesisches Essen werden. Ich hatte schon wieder Magengrummeln. Die Erinnerung an gestern Abend lies keine freudige Erwartung aufkommen.

    Die Mauer war sehr beeindruckend und raubte uns den Atem. Im wahrsten Sinne des Wortes. Es war so anstrengend erst mal nur den Berg hinauf zu kommen. Trotz Gondel 🚠 schnauften wir ziemlich. Aber unsere Fremdenführerin hatte kein Mitleid und ging mit uns ein gutes Stück die Mauer entlang. Dabei erzählte sie so einiges, was ich noch nicht vorher gelesen hatte.

    Erste Überraschung:
    Die Chinesische Mauer war gar nicht als eine große Mauer geplant. Stattdessen handelte es sich um Stückwerk. Die einzelnen Abschnitte waren oft gar nicht miteinander verbunden und stammen aus unterschiedlichen Epochen und variieren in der Bauweise. Verschiedene Studien zur Gesamtlänge kommen zu unterschiedlichsten Ergebnissen. Einer neueren Publikation von 2010 zufolge erstreckt sich die steinerne Hauptmauer aus der Ming-Dynastie (1368-1644 n. Chr.) auf 8 850 Kilometer. Insgesamt sollen über die Jahrhunderte hinweg gar mehr als 21 000 Mauerkilometer errichtet worden sein.
    Zweite Überraschung:
    Nur außerhalb Chinas ist von der Chinesischen Mauer die Rede. Im Land selbst lautet der Name "10 000 Li lange Mauer". Die Maßeinheit Li entspricht etwa 575 Metern - 10 000 Li umgerechnet also 5750 Kilometer. Doch 10 000 ist im Chinesischen auch gleichbedeutend mit einer unzählbaren Menge, weshalb der Name auch "Unvorstellbar lange Mauer" bedeutet.
    Also die große Mauer heißt eigentlich die lange Mauer.

    Nein, die chinesische Mauer ist nicht vom Weltall aus zu erkennen. Das wäre vergleichsweise wie ein einzelnes Haar aus 3 Kilometer Entfernung identifizieren zu können.

    Erst mit den Begeisterungsstürmen der frühen europäischen Reisenden ging den Chinesen auf, was für ein gigantisches Wunderwerk sie da an ihrer Grenze errichtet hatten. Tatsächlich spielt die Mauer vor dem 20. Jahrhundert in der chinesischen Kunst und Literatur kaum eine Rolle.

    „Längster Friedhof der Welt" wurde die Mauer auch genannt. Zwar hatten die Chinesen die Schubkarre erfunden - doch auch die muss jemand schieben. In den Hauptbauphasen der Mauer sollen bis zu 20 Prozent der damaligen Gesamtbevölkerung des Reiches an dem Riesenprojekt beteiligt gewesen sein. Vor allem Bauern, Strafgefangene und Tagelöhner mussten unter ärgsten Bedingungen schuften. Doch ob die Leichen tatsächlich mit eingemauert wurden, ist nicht belegt. Der Mörtel bestand jedenfalls nicht, wie manchmal behauptet, aus menschlichem Knochenstaub, sondern aus gebranntem Kalk und Reismehl.

    Mit Maos Langem Marsch und der Kulturrevolution bekam die lange Mauer, auf die man gerade noch so stolz war, ein schlechtes Image. Das Mahnmal für Despotie und Gewaltherrschaft wurde zum Abriss freigegeben. Wie aus einem gigantischen Steinbruch durfte sich die Bevölkerung bedienen und Baumaterial abtragen. Erst nach Maos Tod und mit einem wachsenden touristischen Interesse wurde dem Treiben Einhalt geboten und die Mauer wieder als nationales Denkmal betrachtet.

    Zauberer David Copperfield hat 1986 die Chinesische Mauer als spektakulären Schauplatz für einen seiner größten Tricks gewählt. Begleitet von einem schwenkbaren Kameraarm und vor zahlreichen Zuschauern ging der TV-Magier durch die Mauer hindurch.

    Die Mauer war in friedlichen Jahren ein Reiseweg, ähnlich wie die Seidenstraße, wurde sie auch als Handelsweg von Ost nach West und umgekehrt genutzt. Heute sind es Trekkingtouren, die dort immer beliebter werden. Man schläft einfach mit den Schlafsäcken in den Türmen.

    Heute ist ein Teilstück auch eine beliebte Marathon Strecke. Allerdings eine der härtesten den Welt. Wer einmal da war, weiß warum. Bergauf und Bergab mit Treppen von nur wenigen cm hoch bis zu Stufenhöhen von ca 80 cm. Auch die Breite der Trittfläche variiert ähnlich stark. Gleichmäßige Schritte sind daher nicht zu machen.

    Sie hat noch mehr erzählt, aber ich erinnere mich nicht mehr an alles.

    Wieder unten angekommen, fuhren wir mit dem Auto weiter ins Land. Ich hoffte, dass uns niemand kontrolliert, denn unser Visum erlaubte es eigentlich nicht, Peking zu verlassen.

    Das Essen war das beste chinesische Essen, welches ich je gegessen habe. Ich lies mir die Rezepte und Zubereitung genau erklären. Ich werde es nachmachen.

    Dann ging es weiter zum Sommerpalast. Auch darüber gibt es viel zu erzählen. So zum Beispiel über eng gebundene Füße, damit die Füße klein bleiben und sehr, sehr lange Fingernägel. Beides bedeutet Reichtum.
    Ein Glück für die Chinesen, dass sich diese Einstellung geändert hat. Es geht sich doch auf großen Füßen besser. Man steht damit besser im Leben.

    Wieder auf der Autobahn zurück erzählte sie, dass nicht jeder ein Auto bekommen kann. Es ist wie ein Lotteriespiel. Die Teilnahmebedingung ist, mindestens fünf Jahre einen Job zu haben. Das öffentliche Verkehrsnetz wird ständig modernisiert und ausgebaut. Es soll sogar funktionieren und ist mehr als nur sehr preiswert. Ich habe es nicht genau verstanden, aber ich glaube sie sagte, es ist für Pendler kostenlos.

    Eine Chinesische Frau darf mit 50 Jahren in Rente gehen. Der Mann muss etwas länger arbeiten. Am längsten müssen die Politiker und die Regierungsbeamten ihren Beruf ausüben. Sie dürfen erst mit mit 63 Jahren in den Ruhestand wechseln.

    Es war sehr interessant mit einer Einheimischen unterwegs zu sein.
    Read more

  • Day4

    Die verbotene Stadt und sonstiges

    December 4, 2018 in China ⋅ ☀️ 3 °C

    Um in die Verbotene Stadt zu kommen, muss man früh aufstehen und lange anstehen. Wir nicht, auch hier hatte Herbert bestens vorgesorgt. Er bestellte die Tickets schon im Internet. Die verbotene Stadt, ein „ to do“ für den Peking Besuch. Der Smog hatte sich verzogen und die Sonne schien, aber dafür war es auch so richtig kalt. Ich konnte gar nicht so schnell zittern, wie es mir kalt war.
    Was mir besonders in Erinnerung blieb? Nun, für mich sehen die Bauwerke zwar wirklich beeindruckend und fremd aus, aber auch alle sehr ähnlich. Mein Auge ist wohl nicht auf die Unterschiede geschult. Aber jede Figur und jedes Zeichen hat eine besondere Bedeutung. So stehen Kraniche und Schildkröten als Symbol für langes Leben. Der Hirsch bedeutet Reichtum und ein langes Leben.
    Und die Fabelwesen, wie phantasievoll sie auch immer sind, sind zusammengesetzt zu Geschichten, Wünschen und Aussagen über den Herrscher. Ein Löwe mit einem Hirschgeweih symbolisiert also Macht und Kraft verbunden mit einem langem Leben. Dies ist nur eine Zusammenstellung. An diesen Fabelwesen lässt sich also viel über den Herrscher aussagen. Und es gibt dort viele Geschichten, Wünsche und Eigenwahrnehmungen der Herrscher zu lesen. Beeindruckend war die Größe und Weitläufigkeit sowie die blumigen Namen der einzelnen Bauwerke.
    Die Kaiserfamilie lebte im inneren Hof der Stadt, dem so genannten Neiting. Dieser besteht aus drei Palästen: Dem Quanqinggong (Palast der Himmlischen Reinheit), dem Jiaotaidian (Halle der Berührung von Himmel und Erde) und dem Kunninggong (Palast der Irdischen Ruhe).

    Vor dem Palast der höchsten Harmonie befindet sich eine Steinplatte, der so genannte Kaiserweg oder auch die Yunlong-Platte. Diese Platte hat eine Fläche von mehr als 50 m² und ein Gewicht von 239 Tonnen! Die grösste Steinplatte Chinas stammt von ausserhalb Pekings, rund 50km von der verbotenen Stadt entfernt. Doch wie transportiert man so eine grosse und schwere Fracht? Hier haben sich die chinesischen Bauherren etwas Besonderes ausgedacht: Sie warteten auf den Winter, bauten alle 500 Meter einen Brunnen und legten in der Kälte extra für den Transport eine eigene Eisschiene an. Mit dieser rutschigen Unterlage war der Transport in 28 Tage zu schaffen. Trotzdem benötigte man insgesamt rund 20.000 Arbeiter, um die Platte überhaupt auf dieser Strecke zu bewegen.

    Hier noch etwas Wissenswertes:
    In der Verbotenen Stadt gibt es 13.844 Drachendarstellungen.

    Alle Türen haben 81 Nägel, also 9 Reihen mit 9 Nägeln. Ausser dem Donghua-Tor – dieses hat nur 8 Reihen. Da durch dieses Tor auch Särge getragen wurden, musste die Anzahl der Nägel auf eine gerade Zahl, also eine Yin-Zahl reduziert werden. Weil dem Yan das Starke, die Kraft und das Männliche zugeordnet werden. Yan sind alle ungeraden Zahlen. Yan bedeutet dunkel, weich und kalt, also weiblich. Dem Weiblichem wird durch die Dunkelheit, der Weichheit und der Kälte auch der Tod zugeordnet.

    Seit der Qing-Dynastie galt das Gesetz, dass sich in bestimmten Bereichen in der Verbotenen Stadt nach Sonnenuntergang keine ‚richtigen‘ Männer mehr aufhalten dürfen – dies erklärt die damalige Anwesenheit von bis zu 3.000 Eunuchen.

    Der Kaiser konnte zum Frühstück aus rund 40 Gerichten auswählen. Nicht aus einer Speisekarte, sondern fertig gekocht und in einem Palast serviert. Die Bevölkerung musste hungern.

    Eine Konkubine zu werden war nicht einfach. Nicht nur musste sie in Grösse und Gewicht in einen bestimmten Rahmen passen – und zwar inklusive Zehen, Nase, Länge der Arme usw. Sie musste auch in verschiedensten Lehren ausgebildet sein. Aber das wichtigste war: Sie musste gut riechen und zwar ohne Hilfsmittel. Die Überprüfung übernahmen die Hofdamen. Es war eine grosse Schande, diesen Test nicht zu bestehen. So gesehen sind heutige Miss-Wahlen doch sehr oberflächlich!

    Die vielen Bronzebottiche in der Verbotenen Stadt waren nicht nur Dekoration – es waren auch Wasserbehälter für den Fall eines Feuers. Im Winter wurden sie sogar von unten beheizt, damit das Wasser nicht einfrieren konnte.

    Es gibt noch viel zu erzählen über die Verbotene Stadt.
    Aber es ist alles Vergangenheit, die Chinesen sprechen selber über die alte Zeit und haben vieles über Bord geworfen.

    Was mir zu Heute einfällt? Ich habe mich wirklich noch nie so überwacht gefühlt. Überall wurde das Gepäck durchleuchtet. Man musste den Ausweis scannen lassen und wurde von 10.000 (für Chinesen die unzählbare Zahl) Kameras gefilmt. Polizei und Militär überall. Totale Überwachung, sogar auf öffentliche Toiletten. Nicht abschließbare Toiletentüren. Wir mussten zum Teil große Umwege in Kauf nehmen, nur weil wir wie eine Herde Schafe durch verstellbare Gitter geleitet wurden, natürlich wieder zu einem Kontrollpunkt. Aber die Beamten dort haben uns immer sehr freundlich behandelt. Überhaupt sind die meisten Chinesen sehr freundlich und lassen sich gerne fotografierte. Fragen sollte man trotzdem.

    Die Verbotene Stadt hat jährlich 9 Millionen Besucher.
    Read more

  • Day6

    Auckland

    December 6, 2018 in New Zealand ⋅ ⛅ 14 °C

    Unser Flug ging in der Nacht zu Mittwoch um 1:05 in Peking los. Nach rund 12 Stunden landeten wir um 18.00 h (Ortszeit) in Auckland. Die Zeitverschiebung zu Deutschland summierte sich nun schon auf 12 Stunden. Das Einchecken in Peking funktionierte problemlos. Anders das Ankommen in Auckland. Die Neuseeländer legen großen Wert darauf, nichts einzuführen, was ihre Natur irgendwie schädigen könnte. Das heißt, kein Fleisch, keine getrockneten Früchte oder Körner, kein Butterbrot, noch nicht mal einen Apfel. Auf gar keinen Fall irgendwelche Lebensmittel aus China. Ok, also alles was man essen kann in die Tonne. Sie stehen überall bereit. Soweit so gut. Noch während ich überlegte, ob dies auch für meine original eingepackten Müsliriegel, Tuc und Knorr Salatkrönung-Päckchen gilt, erklärte man uns, dass auch unser Outdoor Equipment näher untersucht werden müsste. Zelt, Wanderschuhe und Wanderstöcke mussten also zur biologischen Kontrolle. Da Neuseeland ein Paradies für Hiker und Outdoor Fans ist, standen in der entsprechenden Warteschlange sehr, sehr viele Touristen an. Und biologische Laboruntersuchungen dauern. Ich musste meine Wanderschuhe ebenso abgeben wie meine Nordic Walking Stöcke. Sie wollten genau wissen, welche Touren ich in jüngster Vergangenheit unternommen habe und welche Tiere dort anzutreffen sind. Dann hieß es warten, warten und nochmals warten. Zwischenzeitlich kam dann auch noch der Drogen- und/oder Sprengstoff-Spürhund vorbei. Eine Sicherheitsmitarbeiterin sagte mir, ich solle auf X2 warten, dort bekäme ich die Schuhe wieder ausgehändigt und zeigte auf den Ausgang. Nur hinter dem Sicherheitsbereich gabt es gar keine X2. Mit viel Geduld und vielem höflichen Nachfragen bekam ich dann meine Schuhe gebracht. Die Dame war echt sauer und suchte meinen Mann, der sollte eigentlich zu einer bestimmten Matte gehen und dort seine Schuhe untersuchen lassen.
    Herbert war aber schon unterwegs, um sich um ein Taxi zu kümmern.
    Ich frage mich, ob nur Menschen mit Wanderschuhen im Gepäck Krankheitserreger einschleppen können. Wer sagt, dass die Frau mit dem leichtem Sportschuh nicht in einem vierenverseuchten Gebiet unterwegs war oder eine Farm besucht hat. Ich hatte auch Sandalen im Gepäck. Die waren mindestens genauso oft mit mir in den Bergen, Feldern und Wäldern unterwegs wie meine Wanderschuhe. Also es dauerte auf jedenfall sehr lange, bis wir alle Fragen beantwortet hatten.
    Unser B&B war in Devonport. Ein kleiner schöner Ort zum Leben. Direkt gegenüber in der Bucht von Auckland. Eine Fähre fährt alle 30 Minuten zwischen Auckland und Devenport hin und her. Und das Beste, wir konnten bedenkenlos essen gehen. Kein Chinesisch mehr.
    Read more

  • Day8

    Auckland

    December 8, 2018 in New Zealand ⋅ ⛅ 18 °C

    Was machten wir in Auckland? Nun das, was fast alle Touristen dort machen. Wir sind mit dem Hop on Hop off Bus gefahren. Wir sind fast an jeder Station ausgestiegen und haben uns die jeweilige Sehenswürdigkeit angesehen. Bei einem Auckland-Aufenthalt darf auf keinen Fall der Besuch des National Museums und eine Hafenrundfahrt fehlen. Auckland ist interessant genug, um hier 2-3 Tage zu verbringen. Wer mehr Zeit hat, sollte auch unbedingt das Umland mit erkunden.
    Die größte Stadt Neuseelands hat schon alleine wegen ihrer spektakulären Lage sehr viel Beeindruckendes für den Besucher zu bieten. Auckland wurde auf über 40 Vulkanen erbaut, liegt direkt am Meer und zählt auch noch mehr als 50 kleine Inseln zum Stadtgebiet – welche andere Großstadt kann da mithalten? Weitläufige Parkanlagen, geschützte Meeresbuchten und viele kleine Häfen mit unzähligen Segelbooten prägen das Bild und führten nebenbei zu dem Spitznamen „City of Sails“.

    Harbour Bridge

    Sie ist wie gemacht für einen letzten Blick auf diese großartige Stadt. Die knapp 1.100 Meter lange Harbour Bridge ist die längste Brücke Neuseelands. Sie führt von der City Aucklands über den Hafen Waitemata zu dem Stadtteil North Shore. Vor allem nach Sonnenuntergang ist die Aussicht auf das funkelnde Lichtermeer spektakulär.
    Herbert wollte hier gerne sein ganz persönliches Abenteuer erleben. Einmal nicht wie jeder andere die Brücke überqueren, sondern den Brückenbogen ersteigen bis zum höchsten Punkt der Stahlkonstruktion.
    Leider ließ sich dies nicht umsetzen, da man sich hierzu nur als Gruppe von mindestens 8 Personen anmelden kann. Die Fotos, die
    dort oben bei Sonnenuntergang gemacht werden, müssen spektakulär sein.

    Aber es gab ja noch den Sky Tower.

    Es ist das höchsten Gebäude der Südhalbkugel. Mit seinen 328 Metern Höhe ist der Sky Tower, wie er offiziell heißt, von überall in der Stadt zu sehen. In einem Aufzug mit Glasfront geht es hoch zu den Aussichtsplattformen. Dort hatten wir einen atemberaubenden Blick über Auckland, der je nach Wetterlage 80 km weit reichen kann. Ich wagte einen SkyWalk auf der Pergola in 192 Metern Höhe.

    Damit war dann schon unser Auckland Aufenthalt zu Ende.
    Morgen früh geht es in den Urwald von Coromandel.
    Ich werde berichten. Dort gibt es kein Netz. Wir melden uns sobald es wieder geht.
    Read more

  • Day9

    Urwald und der Kauri Baum

    December 9, 2018 in New Zealand ⋅ ⛅ 22 °C

    Heute ging das große Abenteuer los. Zuerst setzten wir mit der Fähre nach Auckland über und dann suchten wir uns ein Taxi. Unser Wohnmobil stand nur wenige km vom Flughafen entfernt. Wir fanden auch sofort ein Taxi. Ein netter Inder lud uns die Koffer ein und fuhr los. Ohne das Taxometer anzustellen. Wir merkten es aber sofort und machten ihn drauf aufmerksam. Der ungefähre Preis, den er uns nannte, lag bei 85 NZDollar. Er versuchte, sich mit uns zu verständigen. Aber wir verstanden ihn nur kaum. Entweder hatten wir es auf die Ohren oder er hatte ausgefallenen Akzent. Er gab auf und machte uns Musik an. Er versuchte es nochmal mit uns und meinte, dies sei die kleine Nachtmusik. Wir bestätigten dies. Eine seltsame Taxifahrt. Irgendwann mitten in der Fahrt fragte er uns nochmal nach dem Tarif, ob wir den etwas teureren oder preiswerteren Tarif möchten. Etwas ratlos antworteten wir, den preiswerteren natürlich. Wir waren etwas verunsichert. Was war das jetzt für eine Frage? Was haben wir nicht verstanden? Aber er fuhr gelassen weiter und brachte uns zu dem angegebenen Ziel.
    Die große Überraschung kam erst zum Schluss als Herbert zahlen wollte. Der Inder wollte kein Geld. Er half uns das Gepäck auszuladende und verabschiedete sich freundlich. Herbert versuchte nochmal unsere Schulden zu begleichen, aber er fuhr einfach los. Wir wissen nicht, was ihn dazu gewogen hatte. Schließlich sind NZ85 Dollar nicht wenig. Wir riefen ihm noch eine Danke nach, freuten uns über dieses überraschende Geschenk. Aber wir können es uns noch bis heute nicht erklären, was da passiert ist.
    Die Übernahme des Wohnmobils verlief problemlos. Schon bald waren wir auf dem Weg in den Urwald. Die Straßen waren sehr eng. Die meisten Brücken waren sog. Oneway-Brücken. Als wir immer mehr in Richtung Wildnis kamen, hatten die Brücken nicht mal ein Geländer. Sie waren so schmal, dass wir als Wohnmobil Anfänger nur mit höchster Konzentration und mit Kommandos meinerseits die Flussseite wechseln konnten. Die letzten 10 km waren Schotterwege und wir waren froh, als wir an einer Stelle in der Nähe des Trails für morgen einen schönen Platz zum Schlafen gefunden hatten. Wir grillten uns ein Steak und öffneten eine Flasche Wein. Wir genossen den Abend in der Abgeschiedenheit. Es war lauter hier, als ich je gedacht hatte. Die Tiere des Waldes machten Geräusche und es gab Vogelstimmen, die wir noch nie gehört hatten. Kurz um ein beeindruckendes Erlebnis.
    Die Nacht verlief ruhig. Wir schliefen gut und machten uns nach einem ausgiebigen Frühstück auf den Weg. Der Trail, dem wir heute folgten, führte uns das erste mal in einen Urwald und zu den ältesten Bäumen Neuseeland.

    Der immer grüne Kauri-Baum wird auch neuseeländische Kauri-Fichte genannt. Kauri-Bäume sind die Könige der neuseeländischen Wälder, denn die Baumkronen der Urwaldriesen ragen majestätisch zwischen den Wipfeln anderer heimischer Baumarten 30 bis 50 Meter in die Höhe. Der Kauri ist damit die größte in Neuseeland heimische Baumart und einige Exemplare können sogar über 4000 Jahre alt werden. In der Mythologie der Maori spielt der Kauri-Baum eine wichtige Rolle. „Tane“ ist im Glauben der Maori der Gott des Waldes und brachte Licht und Raum zwischen Himmel und Erde sowie Luft zum Atmen. Demnach ist Tane der Lebensbringer.

    Mit der Ankunft der ersten europäischen Siedler in Neuseeland wurde der Bestand an Kauri-Wäldern jedoch stark dezimiert, da das Holz der mächtigen Urwaldriesen eine sehr hohe Festigkeit aufweist und der Stammdurchmesser weit über vier Meter betragen kann. Kauris wurden damals vor allem für den Bau von Schiffen gefällt.

    Heute steht der neuseeländische Kauri unter Naturschutz und darf nur von Maori für rituelle Zwecke gefällt werden. Die natürliche Heimat des Kauri-Baumes liegt im Norden Neuseelands.

    Genau diesen Wald haben wir besucht und sind stark beeindruckt. Leider konnten wir nicht zum größten und ältesten Kauri. Der entsprechende Trail ist derzeit aus Sorge um die Gesundheit dieses Dinos gesperrt.
    Read more

  • Day9

    Weiter in den Urwald

    December 9, 2018 in New Zealand ⋅ ☀️ 24 °C

    Unsere zweite Wanderung im Urwald sollte uns zu einem riesigen Wasserfall führen. Nachdem wir unsere Schuhe und Stöcke wieder desinfiziert hatten, gingen wir frohen Mutes los. Leider kamen wir nicht sehr weit. Wir wussten, dass wir fast 20 Flüsse und Bäche zu überqueren hatten. Doch leider war der Wasserspiegel ungewöhnlich hoch für diese Jahreszeit. Am Trail-Einstieg konnten wir noch eine äußerst wackelige Hängebrücke in Form einer Drahtseilkonstruktion nutzen. Später, als es über einen reißenden Fluss gehen sollte, fehlte eine solche Hilfe. Einzige Orientierungshilfe war ein oranges Dreieck an einem Baum auf der gegenüber liegenden Flussseite. Es sollte die Stelle markieren, die wir bei der Flussüberquerung nicht aus den Augen lassen sollten. Da wir nicht wussten, ob eine Wildwasserfahrt ohne Boot an dieser Stelle wirklich zu empfehlen ist, entschieden wir uns, diese Tour abzubrechen. Wir verließen den Urwald und machten uns auf den Weg nach Coromandel.Read more