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  • Day191

    Rio de Janeiro

    September 28, 2019 in Brazil ⋅ ☁️ 22 °C

    Von Foz do Iguaçú sind wir zunächst nach Sao Paulo geflogen, wo wir 9 Stunden Aufenthalt hatten, bevor es um Mitternacht mit dem Nachtbus nach Rio de Janeiro weiter ging. In den paar Stunden schlenderten wir durch eine Shopping Mall, gingen zum Frisör und in einer Churrascaria essen. Dort laufen die Kellner mit großen, gegrillten Fleischspießen von Tisch zu Tisch und schneiden einem etwas davon ab. Salate usw. holt man sich an der Bar. Deswegen ist das oft als all you can eat angeboten. Jedenfalls schlugen wir uns kräftig den Magen voll, ganze 5 Stunden verbrachten wir hier. 😀

    Am nächsten Morgen kamen wir in Rio an, konnten aber erst um 13.00 Uhr im Hostel einchecken. Leider regnete es den ganzen Tag und es sollte auch die nächsten Tage nicht (wesentlich) besser werden. Am Nachmittag gingen wir dann das Viertel Botafogo zu Fuß erkunden und trafen Emilia und Lena, die wir bereits in Buenos Aires getroffen hatten, in einer Shopping Mall. Abends gingen wir zusammen Pizza essen.

    Tags darauf trafen wir uns frühs wieder mit Emilia und Lena. Wir wollten den Pedra da Gáeva besteigen. Der liegt in einem Naturschutzgebiet und ist mit seinen 842 Metern der höchste frei am Meer stehende Monolith weltweit. Es regnete nicht mehr, aber es blieb bewölkt. Die Tour ist zum Glück noch nicht so bekannt und so waren wir fast die ganze Zeit auch alleine. Es gab auch ein paar Stellen, die man klettern musste, das war wirklich nicht ohne. Nach ca. 2 1/2 Stunden waren wir oben angekommen und es hatte komplett zugezogen - die Sicht war gleich Null. Schade, denn von hier hätte man einen wunderschönen 360 Grad Ausblick auf Rio, die Lagune und das Meer. Zur Entschädigung gab es dann ein spätes Mittagessen an der Copacabana samt Gipfelbier.😎 Danach holten wir uns eine Açaí-Bowl. Açaí sind Beeren, die in Brasilien wachsen und nach der Ernte nur 24 Stunden haltbar sind, weshalb sie meist gleich eingefroren werden. Sie sollen sehr gesund sein und schmecken auch echt gut.

    Am Folgetag fuhren wir dann zunächst in den Stadtteil Santa Teresa, um dort die bekannte Treppe Escadaria Selarón zu besichtigen. Diese zeichnet sich durch ihre bunten, mit diversen Motiven versehenen Kacheln aus. Trotz Regens war hier viel los. Danach hatten wir eine Tour durch die Favela Santa Marta gebucht. Hier drehte Michael Jackson sein Musikvideo zu “They don't care about us“. Unser Guide war selbst in einer Favela groß geworden. In Rio gibt es hunderte Favelas, die größte beherbergt über 1 Mio. Menschen. Die Favelas entstanden vor 80 - 100 Jahren, als immer mehr Bauern etc. vom Land in die Stadt drängten, um dort Arbeit zu finden und kein (billiger) Wohnraum vorhanden war. Illegal entstanden, kümmerte sich der Staat (bis heute) nicht. So wählt jede Favela aus ihren Reihen eine Art Bürgermeister. Auch die Sicherheit in der Favela wird selbst organisiert, die Polizei ist dort nicht existent. Am Abend gingen wir dann mit Emilia und Lena zunächst essen (Churrascaria mal wieder😀) und wollten den Abend in einer Sambabar ausklingen lassen. Wir landeten zufällig auf der Feiermeile von Rio und nach einigen Caipirinhas waren wir dann auch im Morgengrauen endlich im Bett. 😎

    Der nächste Tag war dann eher kurz. Erst gegen Nachmittag konnten wir uns aufraffen, den Botanischen Garten zu besuchen. Der wurde bereits 1808 angelegt und ist mit seinen 140 Hektar richtig groß. Man kann dort ohne weiteres einen halben bis einen Tag verbringen. Es regnete nur leider schon wieder und so blieben wir nur 1 1/2 Stunden. Im Park selbst gibt es sehr viele unterschiedliche Bäume, vor allem Palmen, und auch diverse Gewächshäuser sowie (Spring-)Brunnen. Uns gefiel er außerordentlich. Nach einem Abendessen mit Emilia und Lena und einem Film (mehr ging heute einfach nicht😂), mussten wir die beiden auch schon wieder verabschieden, da sie weiter- bzw. nach Hause flogen. 😢

    Am letzten Tag für uns in Rio war eigentlich schönes Wetter gemeldet gewesen, aber es war wieder bewölkt. Wir hatten somit keinen einzigen Sonnenstrahl gesehen und natürlich schon ein wenig den Blues. Aber wir haben beschlossen, wieder zu kommen. Also besichtigten wir, anstelle zum Strand zu gehen, zunächst den Parque Lage. Der wurde ursprünglich vom Industriellen Lage samt Wohngebäude angelegt, ist aber seit den 60ern in Staatsbesitz. Dort hüpften überall kleine und etwas größere Äffchen herum, zwei verschiedene Arten. Danach ging es in den Real Gabinete Portugues de Leitura, einer Bibliothek für portugisische Literatur, die aus einem 10 Meter hohem Raum mit Kuppel bestand. Anschließend besuchten wir die Kathedrale von Rio. Ein kegelförmiges Gebäude aus den 70ern, das bis zu 20.000 Menschen fassen kann. Die Architektur gefiel uns, auch wenn sie etwas aussergewöhnlich war. Zuletzt fuhren wir dann trotz des Wetters hoch zur Christusstatue, denn wir wollten Rio nicht ohne einen Besuch verlassen. Die Aussicht war dann leider auch nicht so toll, aber wir waren froh, trotzdem oben gewesen zu sein. Immerhin haben wir ihn gesehen, auch das war nicht selbstverständlich da er an manchen Tagen komplett im Nebel verschwand.

    Rio hat uns, trotz des schlechten bis wirklich miserablen Wetters, sehr gut gefallen. Wir haben versucht, uns vom schlechten Wetter nicht die Stimmung versauen zu lassen, was gar nicht so einfach war. Die Menschen sind relaxed, die Lagunenlage samt der umliegenden Berge ein Traum und die Strände müssen bei Sonne zum Verweilen einladen. Rio ist für uns jetzt erst so richtig zum Sehnsuchtsziel geworden, deshalb kommen wir auf jeden Fall wieder, dann hoffentlich mit ganz viel Sonne. Das war nun unser letztes Ziel in Südamerika. Wir werden dann nach Zentralamerika weiterreisen, zunächst nach Guatemala.
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