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  • Day296

    Nyaung Shwe am Inle-See

    January 11, 2020 in Myanmar ⋅ ☀️ 25 °C

    Nach unserer Ankunft im Hotel genossen wir erstmal eine warme Dusche. Mal wieder haben wir in den letzten Tagen gesehen, dass das nicht unbedingt selbstverständlich ist! Abends gingen wir noch was essen, diesmal indisch. Durch die Nähe zu Indien ist die indische Küche hier auch sehr stark vertreten. Nachts hat es hier nur um die 10°C während es tagsüber bis zu 30°C warm wird.

    Tagsdarauf haben wir uns erstmal organisiert und sind dann gegen Mittag mit den Leih-Fahrrädern unseres Hotels losgefahren. Nach einer Pizza wollten wir uns an der Bootsanlegestelle mal über eine Bootstour auf dem See informieren, aber schon zehn Minuten später fanden wir uns in einem der länglichen Boote wieder. Letztendlich bieten die Bootsfahrer alle mehr oder weniger das Gleiche an, es gibt ein paar Orte um den See herum, die jeder anfährt. Zuerst kamen wir aber bei Fischern vorbei, die mit einem Bein ruderten und mit dem anderen ganz am Ende ihres Bootes stehen. Ein postkartenreifes Motiv! Dann wurden wir zu einer Silberschmiede gefahren. Hier bekamen wir gezeigt, wie aus den abgebauten Steinen handgearbeiteter Silberschmuck wird. Weiter ging es zu einer Weberei, wo auch alle Schritte von der Gewinnung der Lotusfasern bis hin zum Weben von Schals und anderen Produkten zu sehen waren. Die Lotusstängel wachsen im seichten Wasser des Sees und müssen nach der Ernte innerhalb eines Tages verarbeitet werden. Wir sahen, wie die wahnsinnig feinen Fasern aus den Stängeln gelöst werden und anschließen zu einer dickeren Schnur gerollt werden. Das durften wir auch selber mal ausprobieren. Es folgen Schritte wie Färben, Spinnen, Weben und das Schneidern der Klamotten. Ein schmaler Schal aus Lotusseide kostet selbst hier stolze 300€. Das ist nicht weiter erstaunlich wenn man weiß, dass für einen Meter Lotusstoff etwa 10.000 Stängel und eine Woche Zeit benötigt werden. Myanmar ist bisher das einzige Land, das Lotusseide herstellt, und auch hier wird dies nur von Angehörigen des Intha-Volkes am Inlesee gemacht. Aber auch andere Materialien wie Seide und Baumwolle wurden hier verarbeitet.

    Unsere Tour ging weiter durch ein Fischerdorf, das aus vielen Bambushäusern bestand, die auf Stelzen gebaut waren. Ein idyllischer Anblick! Wir sahen auch die schwimmenden Gärten, in denen verschiedenes Gemüse angebaut wird. Der letzte Halt führte uns zu einer Zigarrenfabrik. Auch Zigaretten werden hier von Hand gerollt, erhältlich in fünf verschiedenen Geschmacksrichtungen von Banane bis Nelke. Dann ging die Sonne langsam unter, und wir konnten während der Rückfahrt einen tollen Sonnenuntergang genießen und nochmal einige Fischer bestaunen.

    Für den nächsten Tag hatten wir einen Kochkurs gebucht. Gemeinsam mit der Einheimischen die den Kochkurs anbot gingen wir erstmal auf den lokalen Markt, wo wir wieder viele neue Dinge kennenlernten und viel erklärt bekamen. Der weiche Tofu der hier immer wieder in der Küche vorkommt wird aus Kichererbsen hergestellt, das war uns neu. Wir durften viele verschiedene Sachen probieren: exotische Früchte, verschiedene Süßigkeiten aus Klebreis, Chips aus Bohnen, Mais und Kichererbsen, Senfkraut und rote Ameisen, die leicht säuerlich schmecken und angeblich sehr gesund sind. Mit einem Moped ging es zurück zum Haus unserer Chefköchin, wo wir nochmal sämtliche Zutaten vorgestellt bekamen. Dann ging es ans Schnippeln! Jeder hatte sich vor dem Marktbesuch einen Salat und ein Hauptgericht ausgesucht, das er kochen möchte. Zuerst wurden die Currys gemacht, ich (Sophia) hatte Erdnusscurry ausgesucht, Michael ein Tofucurry. Auch eine Vorspeise für alle haben wir zubereitet, Gemüsetempura mit leckerem Dip, dazu Reiscracker. Dann ging es mit den Salaten weiter, Ingwersalat und Shan Nudelsalat. Als alles fertig war genossen wir das Festmahl gemeinsam, zum Nachtisch gab es noch Banane im Backteig. Das war mal wieder eine tolle Sache, Essen interessiert uns bekanntlich immer! 😀

    Beim Abendessen probierten wir auch erstmals einen Teeblattsalat, bei dem frische Blätter von grünem Tee der Hauptbestandteil sind. Grüner Tee wird hier in der Gegend auch sehr viel angebaut. Sehr lecker!

    Am nächsten Morgen gingen wir erstmal eine Runde joggen, was uns einige verwunderte Blicke von Einheimischen einbrachte. Wir haben noch kaum jemanden hier Sport machen gesehen, wahrscheinlich weil die meisten ohnehin körperlich hart arbeiten. Am Nachmittag fuhren wir mit einem Taxi zum 20 Kilometer entfernten Aythaya Weingut, das von zwei Deutschen geführt wird. Erstmal machten wir eine Weinprobe, bei der wir alle sechs Weine die es aktuell gibt probieren konnten. Die Weißen und der Rosé waren nicht so unser Geschmack, dafür schmeckten uns die Roten recht gut: ein Shiraz und ein Blend aus Shiraz und Dornfelder. Dass es in Myanmar Weinanbau gibt hätten wir vorher nicht gedacht. Wir schauten uns auf dem Gelände um, dann bestellten wir Abendessen. Endlich mal wieder was Deutsches, Spätzle mit Champignonsoße. Nach einem schönen Sonnenuntergang über den Weinbergen fuhren wir zurück und packten unsere Sachen gar zusammen.

    Um 20 Uhr verließen wir Nyaung Shwe mit dem Nachtbus in Richtung Mandalay.
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    Toll der Sonnenuntergang

    1/13/20Reply

    Der Fischer ist ja fast akrobatisch

    1/13/20Reply
    Florian Troeger

    Zu geil 👍🏻👌🏻😀

    1/13/20Reply
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