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Ein Jahr um die Welt

Wir werden ein Jahr um die Welt reisen. Dabei werden wir vor allem in Südamerika und Asien unterwegs sein, aber auf eine genaue Planung haben wir bewusst verzichtet :)
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  • Day120

    Cusco

    July 19 in Peru ⋅ ⛅ 13 °C

    Nach einigen Stunden Fahrt durch Berg und Tal erreichten wir am späten Nachmittag Cusco. Auffällig sind die vielen Straßenhunde, die hier in Peru überall unterwegs sind. Unser Campingplatz auf einem Berg am Rande der Stadt gefiel uns sehr gut, allerdings wurde es auf den 3600 Metern Höhe nachts ordentlich kalt.

    Am nächsten Tag starteten wir mal wieder mit einer Free Walking Tour, die uns diesmal wieder super gefiel. Der Guide hatte ein breites Wissen über die verschiedensten Themen, unter anderem über die Incas, aber auch über Pflanzen. In einem Park zeigte er uns einen Baum, aus dessen Blättern der Wirkstoff für Malaria-Medikamente kommt, außerdem werden sie zur Herstellung von Tonic Water verwendet. Vielleicht sollten wir zur Malaria-Prophylaxe jeden Abend ein Gläschen Gin Tonic drinken, so zur Sicherheit? 🤔😀

    Wir lernten einiges über die Inca. Das Wort Inca kommt aus der Sprache Quechua und bedeutet eigentlich “König“. Die Spanier haben damals fälschlicherweise das komplette Volk als Incas bezeichnet. Viele Tempel der Inca wurden damals zerstört, um aus den Steinen katholische Kirchen zu bauen. Es gibt wirklich viele beeindruckende Exemplare davon! Bei einem schweren Erdbeben in 1950 stürzten allerdings viele Bauwerke der Spanier ein, die Inca hingegen nutzten schon zu ihrer Zeit eine stabilere Bauweise: unten breitere Steine, nach oben hin immer schmalere. Einige Überreste von Incatempeln sind immer noch zu sehen. Bei manchen historischen Mauerwerken sind die Steine durchnummeriert, um im Falle eines Erdbebens danach einen originalgetreuen Wiederaufbau zu ermöglichen. Faszinierend!

    Wir besuchten auch einen lokalen Markt, auf dem es von Klamotten über Obst und Gemüse bis hin zu seltsamen Schamanenständen alles gab. Wenn an einem Stand vertrocknete tote Lamas hängen, heißt das, dass an diesem Stand Lama-Föten erhältlich sind. Diese werden für gewisse Rituale benutzt, genauer wollen wir es wahrscheinlich gar nicht wissen. Hier deckten wir uns mit Obst ein, und immer noch finden wir immer wieder neue Sorten!

    Dann schlenderten wir noch ein wenig durch die Altstadt und gingen in einem lokalen Restaurant Mittagessen. Wir probierten Alpaca Fleisch, das uns überhaupt nicht schmeckte. Die Stadt, die Menschen und die Stimmung gefallen uns sehr gut hier.

    Wir buchten auch noch einen Trek zum Machu Picchu. Wir entschieden uns für den Salkantay Trek in 4 Tagen, das war im Vergleich zum Inka Trek die sportlichere Variante. Also kauften wir noch Powerriegel, Cocablätter gegen die Höhenkrankheit und noch lokal gemachte Schokolade.

    Heute blieben wir dann zunächst am Campingplatz und planten die kommenden Monate. Wir entschieden noch bis Anfang Oktober in Südamerika zu bleiben und Julio dann nach Deutschland zu verschiffen. Wir selbst werden dann in Zentralamerika wieder als Backpacker weiterreisen. Aber wie es genau bis Weihnachten bzw. bis ganz zum Ende unserer Reise weitergeht erzählen wir dann so nach und nach.

    Morgen geht es jedenfalls auf den Salkantay Trek. Wir kommen gerade vom Briefing zurück und freuen uns richtig auf das bevorstehende Erlebnis.
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  • Day117

    Die Nasca-Linien

    July 16 in Peru ⋅ ☀️ 25 °C

    Bevor wir uns nach Nasca, die Ortschaft, die den Linien den Namen gegeben hat, aufmachten, wollten wir noch ein Weingut besuchen, das gleich bei der Oase Huacachina um die Ecke lag. Wir gingen zur Bodega Vista Alegre, die seit 160 Jahren exisitiert und sich in einem ehemaligen Kloster befindet. Insgesamt werden 14 verschiedene Weintrauben auf 11 Hektar angebaut, wobei die Weintrauben zur Pisco-Herstellung, ein Weinbrand ähnlich wie der Grappa, den Löwenanteil haben. Pisco Sour ist das peruanische Nationalgetränk. Die restlichen Weintrauben werden dann zu meist süßlichen Weinen ausgebaut. Die Erklärung war, daß diese Weine nicht tanninhaltig sind und somit gut zu scharfem Essen (die peruanische Küche ist mitunter scharf) getrunken werden können. Trockene Rotweine hingegen enthalten Tannine und lassen scharfes Essen im Mund doppelt bis dreifach so stark schmecken. Klang logisch für uns, da wir selbst vor einiger Zeit genau diese Erfahrung gemacht hatten. Nach dem Rundgang mit den sehr guten Erläuterungen machten wir noch eine kleine Verkostung und stockten unseren Weinvorrat auf. Das waren jetzt nicht die großen Weine, zumal wir beide keine allzu großen Fans von lieblichen Weinen sind. Mit einem Verschnitt aus Malbec und Cabernet Sauvignon konnten wir uns aber gut anfreunden.

    Dann gjng es nach Nasca weiter. Die Gegend war zunächst unspektakulär, wurde aber später schöner als wir uns den Ausläufern der Anden näherten. Kurz vor Nasca war dann am Strassenrand der Panamericana ein Aussichtsturm, wo man sich schon einmal einen Vorgeschmack auf die Nasca-Linien holen konnte. Wir hielten kurz an und stiegen hoch. Die zu sehenden Figuren waren aus der Höhe nur schemenhaft zu erkennen, erhöhten aber unsere Vorfreude, da wir am nächsten Morgen mit dem Flugzeug über die Nasca Linien fliegen wollten. Wir fuhren dann auch gleich nach der Ankunft in Nasca direkt zum Flugplatz und reservierten den Flug. Unterkunft fanden wir in einem Hotel mit angeschlossenem Campingplatz, wo wir alleine mit Julio übernachteten. Hier ist im Moment Nebensaison. Zu Abend gab es mal wieder Nudeln al Arrabiata aus der Campingküche, das uns immer wieder dank der Chilis von der Küste bestens gelang.

    Am nächsten Morgen ging es dann direkt zum Flugplatz bei Kaiserwetter. Wir waren 2 Piloten und 5 Gäste in der kleinen Maschine. Nach dem Start konnten wir dann auch gleich die erste Figur (einen Wal) aus der Luft sehen. Es folgten weitere Figuren wie z.B. ein Astronaut, ein Affe, ein Hund, ein Colibri, ein Condor, ein Baum....Es war faszinierend diese bis zu mehreren hundert Metern großen Figuren zu sehen, die auch zum Weltkulturerbe gehören. Vor allem vor dem Hintergrund, dass diese ca. 2000 - 500 Jahre v.Chr. entstanden sind. Sie wurden von der Nasca Kultur gemacht und es gibt über 1.500 Scharrbilder. Wir selbst haben auf dem 40-minütigem Rundflug lediglich um die 20 davon gesehen. Das gesamte Gebiet ist mit 500 km² entsprechend groß. Über die Bedeutung gibt es verschiedene Theorien, aber bis heute keine gesicherte Erkenntnis: eine besagt, dass es sich um einen Weltraumflughafen zur Landung Ausserirdischer handelte. Wohl eher unwahrscheinlich. Die nächste besagt, dass es sich um Gestaltungen im Rahmen von Fruchtbarkeitsritualen handeln soll. Eine deutsche Forscherin, Maria Reiche, unteruchte die Linien jahrelang und kam zu der Erkenntnis, dass es sich um eine Art Sonnen- und Mondkalender handeln müsste. Wie auch immer, wir fanden das Ganze aus der Luft zu sehen sehr spannend.

    Danach ging es Richtung Cusco weiter. Gleich nach Nasca fingen die Anden an und wir schraubten uns bis auf 4.500 Höhenmeter mit Julio hoch, der wieder einmal einen guten Job machte. 👍 Hier sahen wir bald unseren ersten Condor, und dann wurden es immer mehr. Ein sehr majestätischer Anblick, wie diese Riesen mühelos durch die Luft gleiten. Bald konnten wir auch in der Ferne die höchste Düne der Welt sehen: die Cerro Blanco. Vom Fuß bis zur Spitze ist sie ganze 1176 Meter hoch. Wir merkten die Höhe wieder deutlich, schließlich waren wir auch innerhalb weniger Stunden von 500 auf 4500 Höhenmeter gefahren. Die Luft ist einfach spürbar dünner, aber Probleme hatten wir damit zum Glück wieder keine. Spätestens jetzt verliebten wir uns endgültig in die peruanischen Anden. Die Landschaften sind so schön und abwechslungsreich, es ist wie aus dem Bilderbuch. Ein weiteres Highlight war die erste freilebende Lama-Herde die wir gesehen haben. Sehr elegante Tiere, die auch immer wieder über die Straße gerannt sind. Später haben wir auch noch wilde Alpaka-Herden gesehen. Wir waren richtig neidisch auf ihr dickes, warmes Fell, denn auf der Höhe wurde uns bei ca. 0°C langsam etwas kalt (Julio hat keine Heizung) 😀

    Nach einem langen Fahrtag kamen wir gegen 19:30 Uhr in der kleinen Ortschaft Chalhuanca an, wo wir bei einem Hotel im Hinterhof campen durften. Von den Landschaften und Tieren waren wir richtig begeistert, und wir sind uns einig dass der Bulli die richtige Entscheidung war. So sind wir flexibel und können überall anhalten, wo wir wollen.
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  • Day115

    Huacachina

    July 14 in Peru ⋅ ⛅ 20 °C

    Nachdem wir Lima erst relativ spät am Tag verlassen hatten, mussten wir uns unterwegs eine Bleibe suchen. Wir fanden einen Campingplatz, der von einer kolumbianischen Familie betrieben wird. Die Gastfreundschaft war unglaublich, als wir ausstiegen wurden wir erstmal umarmt und wie alte Freunde begrüßt. So leckere Empanadas hatten wir schon lange nicht mehr gegessen! Auch andere Gäste waren da, ein Paar aus Argentinien und ein Belgier, alle waren sehr aufgeschlossen und wir unterhielten uns länger. Dann kam noch eine größere Biker-Gruppe an, alles Peruaner, die am nächsten Tag zu ihrem Motorradclub-Treffen in der Nähe wollten.

    Am nächsten Tag entdeckten die Biker unseren Bulli im Hinterhof, dann war erstmal Fotoshooting angesagt! Erst Gruppenfotos, dann wollten viele noch eins einzeln mit uns. Der Preis pro Bild lag scheinbar bei einem Sticker, denn jeder drückte uns einen Aufkleber des Motorradclubs in die Hand 😀 Extrem lustige Leute, wir haben sie dann noch verabschiedet.

    Ca. 2 Stunden fuhren wir dann noch bis Huacachina. Das kleine Dorf liegt in der Wüste an einem kleinen See, der von Palmen umgeben ist. Obwohl der Ort sehr touristisch ist hat er uns gleich gefallen, allein schon die Dünen um uns herum waren genial. Außerdem waren wir von dem warmen Wetter überrascht, wir hatten endlich mal wieder blauen Himmel und Sonnenschein 😊 Am späten Nachmittag machten wir uns auf den Weg, um eine ca. 200 Meter hohe Düne zu erklimmen. Dort legten wir uns einfach in den Sand um noch die Sonne zu genießen, dann sahen wir uns den Sonnenuntergang an. Sobald die Sonne weg war, wurde es eiskalt, noch kälter als an der Küste. Zeit zu gehen, und man kann sich kaum vorstellen was für einen Spaß es macht, eine hohe Düne hinunterzurennen! Wir waren begeistert 😀

    Abends lernten wir in unserem Camp, bei dem auch ein Hostel dabei war, ein Paar aus Israel und drei Franzosen kennen, die für ein soziales Projekt hier waren. Mit ihnen verbrachten wir einen lustigen Spieleabend.

    Am nächsten Morgen schlossen wir uns spontan den Franzosen an, die mit dem Projektkoordinator und weiteren Freiwilligen loszogen, um in den Dünen Müll aufzusammeln. Wahnsinn, wie viel Müll da rumlag. Dieser Gruppe hatten wir zu verdanken, dass die Düne auf der wir gestern waren sauber war. Wir sammelten 1,5 Stunden lang Müll auf, bis alle 12 Säcke voll waren. Frustrierend war, dass es kaum besser aussah als vorher, da wird die Gruppe wohl noch öfter an diese Stelle gehen müssen. Der Koordinator war Peruaner und gleichzeitig derjenige, der diese Aktion ins Leben gerufen hat. Er erzählte uns, dass er mit den Helfern in den letzten 1,5 Jahren bereits 11 Tonnen Müll aus den Dünen aufgesammelt hat! Gründe für die Verschmutzung sind laut ihm vor allem das fehlende Bewusstsein für Umweltschutz in Peru, alles wird einfach überall hingeworfen. Das haben wir auch schon mehrmals beobachtet. Außerdem ist eine Umweltpolitik quasi nicht existent. Hinter den Dünen ist am Rande der Stadt Ica eine große staatliche Mülldeponie. Allerdings können dort lediglich 30% des ankommenden Mülls verarbeitet werden, weil der Staat nicht mehr Benzin für die Maschinen zur Verfügung stellt. Die Müllberge türmen sich, und der Wind weht wohl immer wieder einiges in die Dünen. Wir können nur den grenzenlosen Optimismus und die Motivation bewundern, denn von staatlicher Seite scheint sich so schnell nichts zu ändern, und so wird wohl immer wieder viel Müll in den Dünen landen.

    Nachdem wir den Nachmittag am Pool verbracht hatten, ging um 16 Uhr unsere Tour los: zusammen mit dem Paar aus Israel und einem deutsch-österreichischem Paar wurden wir in eines der vielen Fahrzeuge gesetzt, die auch Buggys genannt werden und mit denen man durch die Dünen düst. Wir hatten einen riesen Spaß, und nach den ersten waghalsigen Manövern unseres Fahrers hielten wir auf einer Düne, um auf Snowboard-ähnlichen Brettern die Dünen runterzufahren: Sandboarding! Da die Klettverschlüsse für die Füße nicht mehr funktionierten und das Brett somit nicht an den Füßen befestigt war, war man gezwungen im Schuss runterzufahren 😀 Ein bisschen Adrenalin hatten wir schon. Nach ein paar Abfahrten ging die Tour weiter, bis wir an einem anderen Ort in der Wüste hielten, um den Sonnenuntergang anzuschauen. Hier ließen wir die Drohne fliegen. Dann traten wir den Rückweg an. Mit den gleichen Leuten aßen wir zu Abend und spielten dann “Die Siedler von Catan“, wir wussten nicht dass das so international bekannt ist!

    Nach einem sehr schönen Aufenthalt in Huacachina kann es jetzt weiter zu den mysteriösen Nasca-Linien gehen.
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  • Day111

    Lima

    July 10 in Peru ⋅ ☁️ 17 °C

    Die Fahrt in die Stadt war abenteuerlich. Peruaner sehen Verkehrsregeln eher als Orientierungshilfe und interpretieren diese situationsbedingt gerne anders bzw. komplett um. So kommt es vor, daß man von allen Seiten knapp überholt wird, Fahrspuren werden ohne Ankündigung gewechselt, zusätzliche Fahrspuren werden kurzerhand eingeführt und das ständige Hupen ist das Hauptkommunikationsmittel. Kurzum, wir waren froh, als wir mit Julio, der es altersbedingt etwas ruhiger mag, dann ohne Schaden beim Hotel ankamen.

    Wir wollten die Tage in Lima mal wieder im Hotel verbringen: eine warme Dusche und ein bischen Luxus zwischendurch. Schließlich war es auch die Geburtstagswoche von Sophia. Wir kamen im Stadtviertel Barranco unter, das vor ca. 100 Jahren direkt vorne an der Küste entstand und damals vor allem die wohlhabenden Leute beherbergte. So konnte man dort jede Menge Herrenhäuser und Villen aus dieser Zeit finden.

    Nachdem wir den Inhalt unseres Bullis in unser Zimmer gepackt hatten, gingen wir auch schon los zum Park JF Kennedy, da wir das Endspiel des Copa America live beim Public Viewing ansehen wollten. Die Stimmung war gut und ausgelassen. Auch nach dem Spiel, obwohl Peru leider 3:1 gegen Brasilien verlor, aber die Menschen freuten sich trotzdem über den Erfolg. Danach fuhren wir ins Einkaufszentrum Larcomar, wo wir uns dem Konsum hingaben. Das hatte zu unserem Erstaunen am Sonntag bis 23.00 Uhr offen.

    In Lima gibt es unzählige Restaurants der unterschiedlichsten Küchen dieser Welt und die Stadt wird auch oft als die kulinarische Hauptstadt Südamerikas bezeichnet. Wir können das an sich auch bestätigen, bis auf ein peruanisches Restaurant, das leider ein Touristennepp war, obwohl die Bewertungen auf TripAdvisor gut ausfielen.

    Am nächsten Tag erkundeten wir das Barranco Viertel mit den Hotelfahrrädern und fingen mit der Strandpromenade an bis wir schließlich am Hauptplatz mit kleinem Park ankamen. Es gab viele Restaurants und kleine Läden und trotz der Größe der Stadt fühlte man sich wie in einer eigenen kleinen Stadt. Einfach gemütlich. Die Strassenkunst hat uns zudem begeistert.

    Tags darauf hatten wir uns mal wieder zu einer Free Walking Tour angemeldet. Wir waren aber leider so um die 30 Personen in der Gruppe und bei dem Strassenlärm verstanden wir so gut nichts. Wir entschieden, die Altstadt auf eigene Faust zu erkunden. Wir begannen mit dem Plaza de Armas, der neben dem Regierungssitz des Präsidenten auch noch eine Kirche mit dem Amtssitz des Bischofes sowie diverse andere Gebäude zu bieten hatte. Danach besuchten wir die Kirche des Heiligen Franziskus mit den Katakomben. Dort wurden in früheren Zeiten die Menschen begraben und Schätzungen zu Folge waren es 25.000 an der Zahl. Die Gebeine konnte man auch während der Besichtigung sehen. Irgendwie komisch. Außerdem sahen wir im Kirchenmuseum eine Bibliothek mit bis zu 500 Jahre alten Büchern und viele schöne Kunstwerke. Abends waren wir dann noch bei den weltgrößten Wasserspielen im Parque de la Reserva. Der eine Brunnen war dann auch 80 Meter lang.

    Tags darauf war Sophias Geburtstag. Wir feierten am Vorabend bereits rein und heute ging es dann mit einem Kochkurs für die peruanische Küche, einer Thai-Massage und Thai-Essen weiter. Gerade der Kochkurs machte uns beiden Spaß. Wir kochen gerne gemeinsam und gerade die peruanische Küche hat einiges zu bieten. So bereiteten wir zunächst Causa zu, eine Vorspeise aus gestampften Kartoffeln mit Avocado und Huhn. Danach gab es ein leckeres Ceviche. Die Hauptspeise war Lomo Saltado aus dem Wok, hier macht sich der chinesische Einfluss auf die peruanische Küche bemerkbar. Das Gericht besteht aus Rinderlende, Zwiebeln und Tomaten in einer Soße, dazu gibt es Pommes und Reis. Die Nachspeise waren Picarones. Dafür wird ein Teig aus Süßkartoffel und peruanischem Kürbis gekocht, dazu kommt Mehl und etwas Anis. Daraus werden Ringe geformt, was schwieriger ist als es aussieht. Diese werden dann wie Donuts in Öl frittiert und mit Zuckerrohrsirup serviert. Lecker! 😍 Nach soviel Arbeit erholten wir uns anschließend bei einer 2-stündigen Thai-Massage, die auch richtig authentisch war. Abends gingen wir dann mal wieder Thai-Essen, unsere Lieblingsküche. Wir aßen uns gefühlt durch die halbe Speisekarte und genossen die Schärfe, die wir extra bestellten. Am Ende kam sogar die Inhaberin zu uns, um zu sehen wer denn so scharf gegessen hat. 😀😂

    Einen Tag haben wir auch einfach nur zum Ausruhen und Bulli organisieren genutzt. Als wir ihn bekommen haben, haben wir recht schnell alles irgendwie reingeschlichtet, besonders die Lebensmittel. Jetzt haben wir alles mal ordentlich verstaut und einige Überbleibsel von den Vorbesitzern ausgemistet.

    Am nächsten Tag fuhren wir dann auch schon weiter. Zuvor mussten wir aber noch unser Lichtproblem des Bulli erledigen und hatten Glück. Wir fanden einen Mechaniker, der in kürzester Zeit alles behoben hat: Rücklicht, Bremslicht, Nebelleuchten und Warnblinkanlage. Nebenbei noch die Wischanlage und den Vergaser einstellen. Das Ganze für schlappe 20€. Jetzt funktioniert alles perfekt und wir bieten der lauernden Polizei absolut keine Angriffsfläche mehr. Dann füllten wir im Supermarkt noch den Kühlschrank voll und waren wieder unterwegs. Endlich! Auch, wenn die Zeit in Lima schön war, brauchten wir wieder den Fahrtwind um die Nase.
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  • Day107

    Die Fahrt von Huaraz nach Lima

    July 6 in Peru ⋅ ☁️ 19 °C

    Nach der Nacht in Huaraz war unser nächstes Ziel Lima. Allerdings trennten uns davon noch einige hundert Kilometer, und Julio fährt nicht allzu gerne schneller als 80km/h. Macht aber nichts, denn die Landschaft durch die wir fuhren war absolut sehenswert: auf bis zu 4000 Metern Höhe sahen wir schneebedeckte Bergketten, und in einem kleinen Dorf machten wir Halt um frischen Käse zu kaufen. Dann schlängelten wir uns auf Serpentinen so lange die Berge hinunter, bis wir uns wieder auf Meeresspiegel befanden. Noch bevor wir an der Küste ankamen, sahen wir auf beiden Seiten rote Flächen. Bei genauerem Hinsehen erkannten wir, dass der komplette Boden mit Chili übersät war! Das mussten wir uns unbedingt genauer ansehen. Wir fuhren auf einen Schotterweg und machten Halt. Ein paar Arbeiter erklärten uns, dass die Chilis hier zum trocknen liegen. Die knallroten werden in die USA exportiert und an Kosmetikhersteller verkauft, für was genau sie verwendet werden wussten die Leute nicht. Die dunkleren Chilis werden zum kochen benutzt, vor allem scheinbar für Cuy, das gebratene Meerschweinchen. Auf die Frage hin, ob wir ein paar Chilis kaufen können, packte uns ein freundlicher Mann einen halben Sack voll und drückte ihn uns in die Hand. Wir sagten dass es viel zu viele sind, aber Widerstand war zwecklos, er meinte die halten sich ja ein Jahr. Auch Geld wollten die Leute keines annehmen. Wahnsinn, das war wirklich eine der ärmeren Gegenden durch die wir gefahren sind, und es waren mit die nettesten und großzügigsten Leute. Und an Chili wird es uns in den nächsten Monaten nicht fehlen!😊

    Dann waren wir auch schon wieder an der Küste angekommen. “Da kommst du gut gelaunt aus dem Hinterland, siehst den ganzen Scheiß hier und willst eigentlich schon wieder abhauen“. Die Aussage von Michael hats gut auf den Punkt gebracht, es sah trostlos aus wie so oft in den letzten Tagen an der Küste. Auch das Wetter war auf einen Schlag wieder schlechter. Wir hätten gerne nochmal gecampt, haben aber in unserer App für diese Gegend viele Erfahrungsberichte von bewaffneten Überfällen gelesen, selbst auf bewachten Campingplätzen. Deshalb haben wir uns lieber für ein Hotel mit gesichertem Parkplatz in Huacho entschieden. Beim Reinfahren in den Parkplatz musste ein Stück Rohr von unserem Wassertank auf dem Dach dran glauben, weil die Mitarbeiterin das Tor, das sie mit einem Besen hochhielt, zu früh wieder fallen ließ 🙈 Das Kochen ließen wir uns aber nicht nehmen, wir wollten vor Lima noch unsere Vorräte aufbrauchen. Außerdem soll man hier abends eh besser nicht mehr vor die Tür gehen. Also stellten wir uns kurzerhand auf den Hotelparkplatz und warfen die Gasplatten an 😀

    Am nächsten Tag fuhren wir bis Lima, allerdings hatten wir auf dem Weg dorthin drei Polizeikontrollen. Ein Polizist meinte unser rechtes Rücklicht geht nicht, obwohl es lediglich weniger hell leuchtete als das Linke. Was will man machen wenn man sich mit der Polizei nicht einig ist? Er meinte dass die Strafe 400 Soles sind (=100€). Das kam uns schon sehr hoch vor, aber wir konnten nicht wissen ob das wirklich so ist oder ob er das erfunden hat. Jedenfalls wollte er ganz offensichtlich auf was anderes raus, er gab uns zu verstehen dass er mit 50 Soles (=12,50€) über den Mangel hinwegsehen könnte. Na gut ... stolz sind wir nicht drauf, aber das war in dem Moment die einfachste Lösung, und so konnten wir endlich weiterfahren. Die nächste Kontrolle suchte scheinbar förmlich nach etwas was nicht passte, das Licht schien für diesen Herren allerdings ausreichend zu scheinen. Für ihn war das Problem der fehlende peruanische Führerschein (obwohl der internationale reicht) und die angeblich fehlende Fahrzeugversicherung, obwohl das Auto sehr wohl in Peru versichert ist. Während wir in unserer Mappe nach dem Versicherungsdokument suchten, wurde der Polizist von einem vorbeifahrenden Autofahrer angesprochen, daraufhin sprang er ohne ein Wort auf sein Motorrad und war weg. Gut, das hatte sich also scheinbar erledigt 😀 Ab jetzt hatten wir aber immer ein eher schlechtes Gefühl wenn wir Polizeikontrollen sahen und hofften, nicht rausgezogen zu werden. Am Nachmittag kamen wir endlich in Lima an.
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  • Day106

    Laguna 69

    July 5 in Peru ⋅ ⛅ 7 °C

    Nach einer Katzenwäsche machten wir uns Richtung Laguna 69, die wir am nächsten Tag besichtigen wollten, auf. Der Weg dorthin führte uns zunächst durch die Ausläufer der Anden. Wir fuhren durch wunderschöne Täler mit Bächen und Flüßen und hatten endlich wieder, nach der sandigen und lehmigen Nordküste, eine grüne und saftige Umgebung. In einer Ortschaft mit dem Namen Nueva Esperenza konnten wir tanken. Die beiden uralten Zapfsäulen befanden sich hinter einem Maschendrahtzaun in einem Haus. 😂 Der Weg führte uns dann tiefer in die Anden, über zahlreiche Kehren und vor allem durch unzählige Tunnels (mindestens 50), die nur einspurig ausgebaut waren und wo möglicher Gegenverkehr durch Hupen aufmerksam gemacht werden sollte. Wir waren auf dem Cañón del Pato angekommen. Traumhafte Täler und Schluchten gepaart mit Flüssen und Wasserfällen und am Ende ein wahnsinniger Ausblick auf die Weißen Kordilleren mit ihren schneebedeckten Bergspitzen, die bis auf 6.500 Meter in die Höhe ragten. Unser Julio musste bei diesen Bedingungen Höchstleistung liefern, vor allem gegen dem Ende, als es 13 km lang über steinige Feldwege auf 3.500 Meter Höhe hoch ging. Ein kurzes Drehen an der Luftzufuhr des Vergasers versorgte ihn mit ausreichend Sauerstoff.👍

    Wir kamen dann gegen 17.00 Uhr am heutigen Etappenziel an: ein Ausschank einer lokalen Brauerei, der in einen Container gebaut war und mitten in den Bergen stand. Der 360° Ausblick war überwältigend, das Bier auch. Wir wurden von Augusto, dem Wirt, kurz in die 10 Biersorten eingeführt und los ging es. Am Ende sprach Sophia ihr bestes Spanisch und Antonio, der mit trank, hingegen konnte sich nicht mehr hinter dem Tresen halten. Na ja, mit Franken in dieser Disziplin wetteifern zu wollen ist schwierig.😀 Wir verschlossen dann den Container für ihn (er war nicht mehr dazu in der Lage) und brachten ihn ins Bett. Wir selbst schliefen im Bulli neben dem Container mitten in den Bergen auf 3.500 Metern ohne Wasser und Strom. Bulli-Feeling pur!!

    Am nächsten Morgen beendete der Wecker jäh die Nachtruhe und wir machten uns auf den Weg zur Laguna 69. Das ist ein See auf 4.600 Metern Höhe, der seinen Namen schlichtweg von der Durchnummerierung sämtlicher Seen in dieser Gegend hat. Zunächst mussten wir noch 11 km mit dem Van zum Ausgangspunkt fahren. Von dort ging es dann zu Fuß weiter. Der Weg führte uns zunächst an einem Fluss mit Wiesen vorbei, auf denen freilaufende Kühe und Esel grasten. Die waren so entspannt, das wir sie sogar streicheln konnten. Dann kam der erste Anstieg und wir spürten beim Atmen die Höhe. Die Akklimatisierungsphase war diesmal wohl zu kurz. Zum Glück hatten wir Kaiserwetter mit Sonnenschein und blauen Himmel mit einer herrlichen Aussicht auf die schneebedeckten 6.000er Berge. Im zweiten Anstieg jedoch merkten wir heute die Anstrengung und Höhe deutlich und wir waren froh, als wir endlich nach 3 Stunden bei der Laguna 69 ankamen. Wir wurden dann aber auch mit einem wunderschönen, türkisblauen See, umgeben von Bergen, belohnt. Auch wenn es vielleicht kitschig klingt, aber sowas Schönes hatten wir bislang ganz selten gesehen. Die peruanischen Anden hatten uns nun völlig in ihren Bann gerissen.

    Nach dem Abstieg entschieden wir, noch so weit wie möglich an diesem Tag zu fahren und Huaraz, eine Stadt in den Anden, sollte unser Ziel sein. Die Fahrt dauerte 3 Stunden und wir waren froh, als wir gegen 19.00 Uhr endlich in der Unterkunft ankamen. Nach 2 Tagen und Nächten ohne fliessend Wasser wollten wir mal wieder eine warme Dusche haben und so blieben wir diese Nacht auf einem Hotelzimmer. Wir kochten dann noch zu Abend: Gemüsepfanne mit Teriyakisoße und Chorizo, dazu Quinoa. Nach so einem Tag schmeckte es um so besser. Die jungen Katzen der Hotelbesitzer wichen uns dabei nicht von der Seite. 😀
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  • Day103

    Huanchaco

    July 2 in Peru ⋅ ☁️ 17 °C

    Von Chicama aus war es nur eine kurze Fahrt bis zum Küstenort Huanchaco. Die Gegend zwischen den beiden Orten war wieder trostlos, Müll, Wüste und Beton soweit das Auge reicht. Die Gegend an der Nordküste scheint auch sehr arm zu sein. In Huanchaco angekommen fanden wir ein Hostel, wo wir uns zum Campen in den Hof stellen durften und das Bad benutzen können.

    Der Ort Huanchaco an sich ist wieder mal eher hässlich und hat nicht allzu viel zu bieten. Die meisten Leute kommen zum Surfen hier her, aber an der Küste ist gerade eher Herbst und somit Nebensaison. Das Besondere hier ist eine schöne Tradition, die aus diesem Ort kommt und die man hier beobachten kann: Fischer bauen sich ihre kleinen Boote, die sogenannten Caballitos de Totora, aus Pflanzen und fahren damit aufs Meer hinaus. Manche glauben sogar, dass hier und mit diesen Booten das Surfen in Südamerika seinen Ursprung hatte, denn nicht selten kommen die Fischer mit ihrem Fang stehend auf einer Welle wieder an Land “geritten“. Leider wird es diese Tradition wohl nicht mehr so lange geben, denn die jungen Leute im Ort werden lieber professionelle Fischer auf großen Booten oder Surflehrer, und der Lebensraum der Pflanze die für den Bootsbau verwendet wird schwindet durch Erosion.

    Wir beobachteten das Treiben von einem Steg aus, und abends schauten wir uns in einer Bar das erste Halbfinale des Copa America an: Brasilien gegen Argentinien, Brasilien hat 2:0 gewonnen.

    Am nächsten Tag besuchten wir die archäologische Ausgrabungsstätte Chan Chan. Diese wurde um 1300 komplett aus Lehm erbaut und war einst die Hauptstadt der Chimu-Kultur. Über 28 Quadratkilometer hatte sie sich erstreckt, heute kann man einen relativ kleinen Teil davon besichtigen. Die riesigen Lehmmauern mit ihren eingearbeiteten Mustern haben uns fasziniert, es war ein schöner Spaziergang durch den Park.

    Wir legten noch einen kurzen Stopp in der Großstadt Trujillo ein, um dort wieder bei unserem neuen Lieblingssupermarkt einkaufen zu gehen 😀 Kulinarisch ist Peru wirklich sehr interessant, sowohl die Restaurants als auch die Supermärkte.

    Nachdem wir an der Küste entlang weiter Richtung Süden gefahren sind, wurde es dann endlich Zeit abzubiegen um ins Landesinnere zu fahren, denn dort wollten wir in den Bergen wandern gehen. Hier wurde die Landschaft gleich wesentlich schöner! Der Tag neigte sich dem Ende zu, und wir brauchten einen Schlafplatz. In einem kleinen Bergdorf namens Chuquicara durften wir uns für die Nacht an eine Tankstelle stellen. Julio stand zwischen den ganz großen Jungs! 😀 Wir kochten uns schnell noch eine Gemüsepfanne, bevor das Fußballspiel begann.
    Wir hatten Glück und fanden sogar eine Kneipe mit Fernseher, wo sich einige Einheimische bereits versammelt hatten. Heute spielte Peru gegen Chile, und sie haben 3:0 gewonnen! Der Finaleinzug war schon ein riesiger Erfolg für Peru, und die Freude war groß. Irgendwann kam der Wirt der Kneipe zu uns an den Tisch und fragte, woher wir kommen. Als wir Deutschland antworteten, fragte er ob wir Verwandtschaft von Hitler sind. Okaaaay ... Wir lächelten höflich und verneinten. Dann ging er wieder, war ihm wohl zu uninteressant. Keine Ahnung ob das ernst gemeint war, oder einfach Unwissenheit, aber er schien es nicht böse gemeint zu haben. Wahrscheinlich ist es das einzige, was er mal über Deutschland gehört hat.

    So langsam werden wir mit Peru warm! 😊
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  • Day102

    Chicama oder Puerto Malabrigo

    July 1 in Peru ⋅ ⛅ 19 °C

    Nach der Nacht im Nirgendwo machten wir uns am nächsten Tag wieder auf den Weg. Da unser Weg eh durch die Stadt Chiclayo führte, suchten wir uns hier einen Supermarkt um einkaufen zu gehen. Der Supermarkt war mit Abstand der beste unserer ganzen Reise! Es gab einfach alles, eine riesige Auswahl an Obst und Gemüse, aber auch Schinkenwurstaufschnitt und Kabanossi sowie verschiedenste Käsesorten, und das alles auch noch recht günstig. Das Highlight war aber wieder mal das Brot: knuspriges Baguette und sogar Ciabatta 😍 Wir hatten so gut eingekauft dass wir nicht länger warten konnten und gleich auf dem Supermarktparkplatz Brotzeit machten und uns richtig vollstopften mit lange vermissten Sachen. Das was gut schmeckte kauften wir gleich nochmal.

    Zurück in der Realität: der Verkehr in der Stadt war schlimmer denn je, hier fährt echt jeder wie er will. Wir waren richtig froh als wir die chaotische Stadt endlich ohne Kollision hinter uns gelassen hatten. Landschaftlich wurde es etwas schöner, man sah endlich auch mal wieder ein bisschen grün und nicht nur Staub und Müll. Der größte Feind auf den schwach befahrenen Landstraßen waren nun nicht mehr die anderen Autofahrer, sondern unzählige Entschleunigungs-Hügel (wie heißen die Teile eigentlich?!), die einen zum bremsen bringen sollen. Diese waren teilweise alle 50 Meter positioniert, was das Vorankommen deutlich verlangsamte.

    Irgendwann kamen wir in Chicama an, einem Küstenort, der eigentlich Puerto Malabrigo heißt. Chicama ist der Name der längsten linksbrechenden Welle der Welt, die hier auf den Strand zurollt und Surfern extrem lange Rides ermöglicht. Bis zu 4 Kilometer lang wird die Welle an guten Tagen. Wir sahen uns kurz im Ort um und entschieden uns hier zu bleiben. Der Ausblick von der Promenade auf die ewig langen Wellen war beeindruckend, und bald hatten wir unseren Stellplatz für die Nacht gefunden: direkt am Strand. Wir packten die Campingküche aus und zauberten uns einen scharfen Eintopf der uns wärmte, denn die Temperaturen waren hier nur bei ca. 16°C mit Wind. Bei einer Flasche Wein genossen wir das Meeresrauschen. Als eine Streife mit Blaulicht auf uns zufuhr dachten wir schon dass Wildcampen vielleicht doch nicht erlaubt ist, aber sie schauten wohl nur nach dem Rechten.

    Am nächsten Morgen erkundigten wir uns nach Surfbrettern, aber nachdem wir einige geübtere Surfer im Wasser gesehen haben, die ziemlich Schwierigkeiten hatten eine Welle zu erwischen, entschieden wir uns dagegen. Wahrscheinlich hätten wir keinen Spaß daran gehabt weil wir dafür noch nicht gut genug sind, aber vor allem war das Meer auch nur 17°C kalt und wir hätten mit unserem Wildcamping nichtmal eine warme Dusche danach gehabt.

    Deshalb haben wir lieber am Strand noch ein bisschen Sport gemacht, zu Mittag gegessen und dann die Weiterreise zum nächsten Küstenort, Huanchaco, angetreten.
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  • Day100

    Einreise nach Peru und die ersten Orte

    June 29 in Peru ⋅ ⛅ 24 °C

    Unsere Einreise nach Peru verlief relativ unkompliziert, vor allem dafür, dass wir zum ersten Mal mit dem Bulli eine Landesgrenze überfahren haben. Hinter der Grenze befand sich in Peru ein Gebäude, bei dem wir unsere Ausreisestempel aus Ecuador und die Einreisestempel für Peru bekommen haben. Dann war die nächste Station der Zoll, wegen dem Auto: dort mussten wir ein Dokument vorlegen, dass wir das Auto aus Ecuador ausgeführt haben - diesen Stempel hatten wir aber noch nicht. Deshalb mussten wir nochmal fünf Kilometer zurück nach Ecuador fahren, wo sich die dortige Zollbehörde befand. Die Mitarbeiterin stolperte allerdings über die unterschiedlichen Namen, denn in den Fahrzeugpapieren steht noch der Name von den Vorbesitzern. Auf unsere aktualisierten Papiere warten wir noch. Nachdem wir ihr alles erklärt hatten, eine Vollmacht der Vorbesitzer inklusive Stempel des chilenischen Konsulats vorgelegt hatten und sie sich mit verschiedenen Kollegen beraten hat, war sie einverstanden und bereit, uns den Ausfuhrstempel zu geben. Allerdings nur unter der Bedingung, dass wir zurück zur Grenze fahren und erst die Peruaner fragen, ob sie uns das Fahrzeug mit diesen Papieren einführen lassen. Wir haben es geschafft sie zu überzeugen, dass die uns schon reinlassen werden weil wir ja schließlich schon dort waren und nur wegen dem fehlenden Stempel zurückgeschickt wurden. Das war eher die halbe Wahrheit, aber es wirkte und wir sparten uns die erneute Hin- und Herfahrerei.

    Die peruanische Zollbehörde war etwas unkomplizierter, wir erklärten kurz dass wir das Auto erst gekauft haben und noch auf die neuen Papiere warten, dann war alles ok. Nach insgesamt knapp zwei Stunden an der Grenze war alles erledigt und wir konnten weiterfahren. Wir hatten sogar mit einem höheren Zeitaufwand gerechnet, aber umso besser!

    In Peru war die Landschaft gleich ganz anders, vor allem sah alles sehr vertrocknet aus. Auch der Verkehr war irgendwie chaotischer, besonders in den Städten durch die wir fuhren. Auf dem Weg sammelten wir noch zwei argentinische Tramper auf, die das gleiche Ziel hatten wie wir: den Küstenort Máncora. Abends kamen wir dort an und fanden ein Hotel, bei dem wir auf dem Parkplatz campen durften. So hatten wir wieder Zugang zu sanitären Anlagen.

    Abends gingen wir in einem peruanischen Restaurant essen und waren begeistert. Besonders das Ceviche, das ja ursprünglich aus Peru kommt, war richtig lecker. Vom Ort an sich waren wir allerdings wenig angetan, was sich auch am nächsten Tag nicht änderte. Nachdem uns einige Leute unabhängig voneinander Máncora empfohlen haben und auch der Lonely Planet sehr positiv darüber schrieb, hatten wir irgendwie etwas anderes erwartet. Entgegen der Infos konnte man ganz offenbar nicht das ganze Jahr über surfen, es gab absolut keine Wellen 😂 Auch der Strand war nicht wirklich schön, und im Ort reihten sich die typischen Touriläden aneinander, die alle exakt das Gleiche verkauften. Aber sowas muss eben auch mal dabei sein, es kann ja nicht jeder Ort so sein wie man ihn sich vorstellt.

    Absolut positiv war hingegen das Essen, das hat immer super geschmeckt. Die peruanische Küche wird scheinbar zu Recht sehr gelobt! Auch die Freude der Peruaner war schön zu beobachten, denn im Moment läuft der Copa América, und Peru konnte Uruguay im Elfmeterschießen besiegen und steht jetzt im Halbfinale.

    Nach zwei Nächten brachen wir auf, um weiter in Richtung Süden zu fahren. Unser erstes Ziel war Colán, ein Ort an der Küste. Dort kamen wir Mittags an und entschieden uns, noch weiter zufahren. Die Landschaft durch die wir fuhren war zunächst noch faszinierend, sie war erst bergig und wurde dann immer mehr zur Wüstengegend. Es gab viele Erdölbohrstationen auf beiden Seiten der Straße. Hin und wieder sah man Dünen, aber vor allem lag überall Müll. Teilweise lag so viel Müll herum, dass man das Gefühl hatte durch eine Deponie zu fahren. Der Ort Colán wirkte in manchen Gegenden komplett verlassen, ein wirklich seltsames Bild. Letztendlich sind wir in einem Ort namens Morrope gelandet, denn es wurde langsam dunkel und wir hatten keine Lust mehr weiter zufahren. Dort nahmen wir uns zum ersten Mal seit wir den Bulli haben ein Zimmer in einem Hotel mit Garage, denn wir fanden keinen Stellplatz und fühlten uns auf offener Straße nicht wirklich wohl. Hier verirrt sich wohl selten ein Tourist hin! Das einzige Restaurant das wir fanden bot eigentlich nur ein Gericht an, nämlich Huhn mit Reis, Spaghetti und Pommes, eine interessante Kombination 😀

    Die Menschen hier in Peru begegnen uns bisher eher zurückhaltend bis kalt, ganz anders als wir es aus Kolumbien und Ecuador gewohnt sind. Beim Autofahren lassen sie dann die Sau raus, schneiden einen nach dem überholen auf brutalste Weise und hupen was das Zeug hält - mit ihren Tuktuks auf denen hinten zwei Mittelfinger aufgeklebt sind, die Gangster 😀

    Mal sehen wie es weiter geht, aber von der Nordküste Perus sind wir bisher gar nicht begeistert.
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  • Day98

    Unser Fazit für Ecuador

    June 27 in Ecuador ⋅ ⛅ 27 °C

    Von Cuenca aus sind wir auf einen Campingplatz in der Nähe von Santa Rosa gefahren, nur noch eine Stunde von der peruanischen Grenze entfernt. Dort waren wir die einzigen Gäste und wurden sehr herzlich aufgenommen. Die Betreiber leben dort selbst in einem kleinen Haus, und außer ihnen viele Hühner, Hunde, Katzen, Truthähne und Straußen. Es kam uns fast vor als würden wir mitten in einem Zoo übernachten 😀 Auch ein Pool war dabei, in dem wir uns am nächsten Tag abkühlten, denn hier auf Meeresspiegelhöhe war es wieder wesentlich wärmer.

    In Ecuador haben wir insgesamt ca. 5 Wochen verbracht. In der Zeit haben wir alle vier Regionen besucht, in die sich das Land grob unterteilen lässt: das Amazonasgebiet, die Anden, die Küste und Galapagos. Die Vielseitigkeit hat uns mal wieder sehr begeistert, und gerade die Galapagosinseln waren mit ihren vielen Tieren ein wahres Highlight.

    In den zwei Wochen Spanischkurs die wir gemacht haben, konnten wir von unseren einheimischen Lehrern auch einiges über das Land und die Leute lernen:
    Wir finden extrem erschreckend, wie in Ecuador die “Berufszuweisung“ stattfindet. Als Schulabschluss schreibt jeder ein Examen, indem bis zu 1200 Punkte erreicht werden können. Ab 700 Punkten kann man studieren. Das Fach kann man sich allerdings nicht aussuchen, sondern es wird einem anhand der erreichten Punktzahl zugeteilt, jede Punktzahl hat genau einen Beruf. Unser Spanischlehrer war gezwungen Lehramt zu studieren, obwohl er lieber Medizin oder Informatik studiert hätte. Das ist schon ein sehr hartes System und wohl kaum sinnvoll.

    Während unserer Zeit im Amazonasgebiet konnten wir auch Ureinwohner besuchen, die noch ihre eigene Sprache sprechen: Quichua.

    Die Leute sind uns überall sehr offen und freundlich begegnet, oft wurden wir auf der Straße angesprochen und gefragt wo wir herkommen. Viele wollten sich einfach nur eine Zeit lang unterhalten, aber wir haben uns dadurch sehr willkommen gefühlt. Besonders begeistert haben uns die Leute in den Bergen, die noch ihre traditionelle Kleidung tragen.

    Nicht zuletzt haben wir hier auch noch unseren Bulli gekauft, was nach einigen Behördengängen auch gut funktioniert hat.

    Wir hatten eine tolle Zeit hier und haben uns überall sehr sicher gefühlt, egal wo wir waren. Ein tolles Land mit extrem unterschiedlichen Regionen, das auf jeden Fall eine Reise wert ist! Bye bye Ecuador 🤗
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