South Africa
Nkonkobe

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6 travelers at this place:

  • Day61

    Auf den Spuren der neun Gefährten

    November 4 in South Africa

    Dieses Wochenende haben wir unseren ersten Kurzurlaub gemacht. Ziel war das kleine aber idyllische Hogsback, dass etwas im Landesinneren in der Nähe von East London, Eastern Cape liegt. Der Name stammt von den drei großen Bergen, welche das Tal umgeben und wohl aussehen sollen, wie drei Schweinerücken :).

    Der ganze Ort besteht praktisch aus nur einer Straße mit zwei kleinen Restaurants, einem Secondhand-Shop und einem kleinen Supermarkt. Unser Hostel „Away with the Fairys“ war ein nahezu magischer Ort, der eine Ruhe und Tiefenentspanntheit ausstrahlte, die ich hier in Südfrika bisher noch nie gefühlt hatte. Das Hostel lag etwas abseits der Hauptstraße, hatte einen großen Platz vorm Eingang, wo jeden Abend ein Lagerfeuer brannte. Im Halbkreis ums Feuer herum waren dann die Rezeption, die Schlafräume und eine kleine Bar. Alle Zimmer waren nach den neun Gefährten aus Tolkiens Trilogie „Der Herr der Ringe“ benannt, da Tolkien, welcher selbst einige Jahre in Südafrika gelebt hatte, sich wohl von dieser Gegend zu seinem Roman hat inspirieren lassen, weshalb wir auch überall kleine Gemälde aus dem Film oder dem Buch an den Häuserwänden fanden.

    Wir erreichten Hogsback am Samstag etwa gegen 14 Uhr, weshalb uns noch genug Zeit blieb, um die Gegend zu erkunden. Die Vegetation bot so ungefähr fast alles von Dschungel über Nadelwälder bis hin zur Steppe und das auf nur wenigen Quadratilometern. Unser Spaziergang wurde jedoch jäh unterbrochen, als fünf Hunde unangeleint und ohne Besitzer kläffend auf uns zurannten. Panisch drehten wir um, glücklicherweise begriffen wir nach kurzer Zeit, dass wir die Hunde mit lauten Geräuschen und hektischen Bewegungen vertreiben konnten.

    Den Abend genossen wir dann noch bei einem kühlen Savannah und einer heißen Pizza in der kleine Taverne bei unserem Hostel, wo ich mich mit einem Südafrikaner und einer Dänin unterhielt, die einen zweieinhalbmonatigen Freiwilligendienst absolvierte und nun mit ihrem Kollegen etwas reiste.

    Am nächsten Morgen stand dann die richtige Wanderung an. Dafür teilten wir uns auf, denn Charlie und Anne wollten mit zwei deutschen Studentinnen wandern gehen, während wir anderen drei uns einer Gruppe südafrikanischer Kumpels anschlossen, die wir am Abend vorher kennengelernt hatten.
    Das war zum einen Jade, ein mitzwanzigjähriger Bodybuilder mit verfilzten Dreads, der gleich an Tarzan erinnerte, aber sehr sympathisch war und sein Freund Skullk ebenfalls Mitte zwanzig, sowie dessen achtzehnjährige Ehefrau und seinem Geschäftspartner, dessen Namen ich leider nicht behalten konnte.

    Ich muss zugeben, zu Anfang war mir ein wenig mulmig, da mir Jade und seine Freunde etwas suspekt vorkamen, was nicht zuletzt der Tatsache geschuldet war, dass sie sich vor Beginn der Wanderung Magic Mushrooms genehmigten, um die richtige „Connection to the Forrest“ zu bekommen, was sich später jedoch als total unbegründet herausstellte, und Jade zudem selbst in Hogsback lebt und den Wald oder eher Dschungel besucht, seit er ein kleines Kind war. Von ihm erfuhr ich dann auch, dass es sich bei diesem Waldstück wohl um den ältesten Wald Afrikas handele, wobei man nicht genau sagen kann, wie alt er genau ist, man schätzt ihn jedoch auf mehrere tausend Jahre.

    Kaum hatte die Wanderung begonnen, kamen wir aus dem Staunen fast nicht mehr heraus. Zu allererst ging es hinab in das Tal, da das Hostel in einiger Höhe an einem Berghang liegt, das wie bereits erwähnt mehr an einen dicht bewachsenen Dschungel mit Lianen und Schlingpflanzen erinnerte, als an einen Wald. Den ersten Stopp legten wir nacch knapp einer halben Stunde ein, als wir einen der wohl ältesten Bäume des Waldes erreichten, der nur „Big Tree“ genannt wurde. Das hört sich jetzt jedoch spannender an, als es eigentlich ist, denn dabei handelt es ich lediglich um einen etwa 30 Meter hohen Baum, der eingezäunt wurde mitten im Wald. Nach einer kurzen Rast ging es weiter, bis wir einen kleinen Bach erreichten, der durch ein paar Felsen floss. Die Mädchen gingen ein bisschen den Urwald erforschen und kletterten zwischen den Felsen hindurch. Die anderen waren schon vorgegangen, weshalb ich mit Jade allein blieb und mich ein bisschen mit ihm über den Wald unterhielt, wo er mir dann erklärte, dass dieser die anderen gerade rufen würde, wehalb er noch nicht wisse, wie lange die Pause dauern würde.

    Vielleicht vermittle ich hier ein etwas falsches Bild von ihm, denn er war wirklich super symapathisch und war als Host der Wanderung sehr bemüht darum, dass war alle Spaß hatten. Die Fröhlichkeit lag vielleicht aber auch etwas an der durchaus beeindruckenden Menge an Gras, die unsere Begleiter den Trip über konsumierten.

    Eine halbe Stunde später etwa erreichten wir einen kleinen Wasserfall mit aufgestautem Wasser darunter, eine Dschungeloase wie man sie aus dem Fernsehen kennt, wo fast alle schwimmen gingen.
    Das eigentliche Highlight erwartete uns jedoch etwa eine halbe Stunde später, als wir die Madonna and Child Falls erreichten. Dabei handelt es sich um einen schätzungsweise 25 bis 30m hohen Wasserfall, welcher uns alle verzauberte. Nach weiteren 60 Minuten Rast und mehrere Joints später, machten wir uns auf auf den etwas anstrengende Rückweg (es war aber ok, danke nochmal an @BenSchneppensiefen fürs Training :). Zwischendurch hielten wir noch an einem kleinen See, der in einem angelegten Park lag und genossen die Aussicht über die trübe neblige Wasseroberfläche und die riesigen Rhododendronbüsche, welche den Weg säumten, zusammen mit einigen anderen bunt blühenden Pflanzen.

    Nach etwa sechs Stunden Wanderung erreichten wir wieder unser Hostel, wo wir Abends gemütlich Essen gingen. Da es bereits Dunkel wurde, nahm uns Jade freundlicherweise hinten auf seinem Pickup mit.

    Gestern Morgen ging es dann wieder zurück, wobei wir einen kurzen Kaffeestopp in Grahamstown machten. Vorher wurde allerdings noch einmal im Cliff Bath des Hostels gebadet, wobei es sich im Prinzip nur um ein Badewann handelt, die jedoch direkt an die Kante des Abhangs gebaut wurde.

    Von Grahamstown aus bin ich die letzten anderthalb Stunden mit unserem Auto zurückgefahren, was mich Blut und Wasser hat schwitzen lassen, denn unser neues Auto (ich erkläre in einem anderen Blogeintrag nochmal warum), ein goldener VW Chico Golf1, ist in fast noch schlechterem Zustand als das Alte und ließ sich nur beschwerlich bedienen, da beispielsweise ein Reifen kaputt zu sein scheint, denn es zieht stark nach links, da hinten Links wohl Unterdruck hat.
    Einige todeserschreckende Momente später erreichten wir dann doch schlussendlich unser Haus.

    Resumee: Ich gebe dem Kurztrip 8/10 Sternen, da wir ein total süßes Hostel hatten und sehr spannende neue Menschen getroffen haben, jedoch wäre es mir für einen längeren Aufenthalt wohl etwas zu einsam. Wer jedoch Ruhe und tolle Wanderstrecken sucht, für den ist Hogsback wohl der perfekte Urlaubsort.
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  • Day78

    Away with the fairies

    February 18 in South Africa

    Wow, die Natur ist hier soo überwältigend und vielfältig. Haben eine Wanderung gestartet, waren ca 6 Stunden unterwegs. Es gab eine vorgegebene Wanderroute, es war aber in keinster Weise touristisch, haben selten Menschen gesehen. Zuerst ging es durch bewachsenen Wald, die Route führte an einem sehr großen Baum  vorbei, anschließend haben wir den Weg zu einem Wasserfall genommen, mussten teilweise den Hang aus Erde und Baumwurzeln hoch klettern, bis wir am Wasserfall ankamen und dort eine kleine Pause einlegten - es war echt magisch. Danach entschlossen wir uns eine andere Route als vorgegeben zu nehmen, natürlich haben wir uns  verlaufen und sind auf einmal in einem privaten Reserve gelandet, aber hey, sind noch am Leben. ;-) diese Route führte uns eher durch trockenen Wald, es war zudem auch ein sehr heißer Tag, die Gerüchte, die wir wahrnahmen, ähnelten den schönsten Saunaaufgüssen und die Aussichten waren heimisch, man fühlte sich, als wenn man an einem heißen Sommertag durch den Schwarzwald stiefelt, wahrscheinlich weil es dort viele Tannen gibt. Naja, irgendwann kamen wir an einer Straße heraus und haben trotz des Umweges noch zu dem anderen Wasserfall geschafft, es war Zeit für die zweite Pause, man merkte schon, dass das ständige auf und ab an den Kräften zerrt. Zum Glück haben wir es rechtzeitig noch in unsere Unterkunft geschafft, den am Abend kündigte sich ein heftiges Gewitter an.
    Unsere Unterkunft war eine Hütte, dessen Dach eine Mischung aus Stroh- Reetdach war, als wir dieses Wesen an unserer Wand sahen, wussten wir nicht recht, ob es Stroh oder riesige Spinne war - richtig, riesige Spinne! Die kleine krabbelte dann zu unserer Freude auch noch auf die Innenseite unseres Daches und war somit perfekt getarnt, wir leuchteten sie mit der Taschenlampe an und erkannten sie an ihren reflektieren Augen wieder. Ahhh! Kurz und knapp: wir schafften es, dass sie auf Augenhöhe mit uns war, doch dann verschwand sie irgendwo zwischen Bett, Vorhang, Heizung und Nachttisch. Die Suche blieb erfolglos, bis wir unterm Bett einen kleinen Salamander fanden, wir sind einfach mal davon ausgegangen, dass er unser Freund sei und die Spinne, die ungefähr genauso groß war wie er, gefressen hat. Nabiyu : "ja, der hat die bestimmt gefressen, es sah auch sehr fett aus". Wir schliefen sehr beruhigt ein, wie man sich denken kann :D und wachten auch früh auf, weil uns ein größeres Exemplar an der Wand begrüßte, wir checkten dann einfach etwas früher aus und gaben uns kampflos geschlagen :D
    Das Leitungswasser hier war übrigens etwas bräunlich, hab daraufhin den Hostelangestellten gefragt, ob man das Leitungswasser trinken kann, er sagte mir, dass es trinkbar ist und direkt aus dem Fluss hier kommt, falls es vom Regen etwas zu bräunlich ist, kann ich meine Flasche auch gerne an der Regentonne hinterm Haus auffüllen. Wahrscheinlich handelt es sich echt um gutes Bergwasser, aber ich hab aus Angst vor schlechten Erfahrungen dann lieber zum gekauften Flaschenwasser gegriffen. :P
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Nkonkobe

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