South Africa
OR Tambo District Municipality

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Top 10 Travel Destinations OR Tambo District Municipality
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49 travelers at this place
  • Day45

    Wild Coast

    January 22 in South Africa ⋅ ☀️ 27 °C

    Über Port Alfred sin mr an d‘Wild Coast, Coffee Bay gfahre. In Port Alfred hän mr e Zwüschestopp iglegt, damit mr nit zlang am Stück mien Autofahre. Am nöggschte Daag den witer nach Coffee Bay.

    D’Stroose sin immer töller worde zum fahre mit unserem kleine Toyota. Es sin Kilometer langi Stroose mit X Schlaglöcher und Schotter. S’Tempo isch so ähnlich wie Stop and Go, Hop in and wieder Hop out off the Schlaglöcher. Hän mr den die Löcher im Griff gha, so sin uns Küeh, Esel, Geisse, Schwein und Hüehner in einere gmietliggkeit über Stroos gfloffe.
    Aber d’Landschaft isch wirkligg sehr schön, scho nume wäge däm het sichs glohnt die Stroose in kauf znäh.

    Mir hän is in Coffee Bay im Ocean View Hotel iquartiert und es het also gstumme, mir hän vo unserem Zimmer uss diräkt uffs Meer gseh und d‘Wälle au ghört rusche in dr Nacht. Dr Strand hän mir praktisch für uns kah, abgseh vo e paar Spaziergänger, e Härde Kieh, Geisse und zwei Rösser. Die hän sich gnüsslig gwältzt im warme Sand.

    Es het do au vermehrt Strossehünd, vorallem eine hets is ado. Är isch mit is am Strand koh spaziere und mir hän ihm versuecht bizbringe, dr Stägge wieder zrugg bringe, erfolglos. Egal, är und mir hän dr Plausch kah. Mir hän ihn Charly gnennt und nodürlig het är nach em Ässe no e Stügg Fleisch vom Buffet bikoh, wo mir nümi möge hän 😬

    S’berüehmti „Hole in the Wall“ in dr nöchi vo Coffee Bay hän mr leider nit gfunde🙈, aber e huffe kleini Dörfli wo mir mit abstand die einzige Wisse gsi sin. D‘Kinder am Strosserand hän is fröhlich zuegwungge und anderi hän au eifach miesse luege. D‘Lüt do läbe in sehr sehr eifache Verhältnis, gar nit vorstellbar für uns.
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    Natascha Cina

    Sehr idrücklich und wunderschön. 😍

    1/24/21Reply
     
  • Day9

    Tag 9: Chillen, Strand und Hostelleben

    July 9 in South Africa ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute ist der erste Tag meiner Reise, an dem ich keinen Wecker stellen musste. Das nutze ich aus und bleibe deutlich länger liegen als sonst. Nach einer warmen Dusche (tatsächlich warm, das hätte ich bei der Outdoor-Dusche niemals erwartet) mache ich mir einen gemütlichen morgen mit meinem Reisetagebuch.

    Später gehe ich an den Strand, telefoniere lange mit Luki, mache Yoga und hole mir ein Mittagessen im Pub. Der Second Beach hat es mir echt angetan und so bleibe ich doch Recht lange dort. Dabei komme ich super runter und bin so entspannt wie selten.

    Zurück im Backpackers liege ich der Hängematte, genieße den Meerblick und nehme mir Zeit zu lesen.

    Gegen Abend wir das Hostel voller und es kommen einige neue Backbacker, mit denen ich mich wesentlich besser verstehe. Abends wird ein großes Lagerfeuer gemacht (das ist auch echt notwendig, ansonsten wäre es viel zu kalt zum draußen sitzen) und Geschichten erzählt. Quintus gibt noch nicht auf und wir spielen nochmal ein paar Runden Pool. Tatsächlich gelingen mir dann auch ein paar ganz gute Stöße.

    Gegen halb 12 gehe ich dann ins Bett.
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  • Day6

    Tag 6: Sardine Run

    July 6 in South Africa ⋅ ☀️ 19 °C

    Neuer Tag, neues Glück beim Sardine Run.

    Es war bitter kalt als wir morgens den Mzimvubu River durchqueren auf dem Weg ins offene Meer. Einzig die Hoffnung darauf, dass die Sonne uns wärmt, wenn wir die schattigen Berge hinter uns gelassen haben, hebt die Stimmung.

    Im Norden ist Action gemeldet und so machen wir uns mit dem Boot auf den Weg dorthin. Das Meer ist zum Glück ein bisschen ruhiger heute und ich fühle mich ein wenig besser an Board. Schon nach einer halben Stunde hält Keith das Boot an. Wale! 3 Stück, ganz in unserer Nähe. Sascha und ich versuchen unser Glück unter Wasser. Während Sascha zumindest einen der Wale kurz zu Gesicht bekommt, gehe ich erstmal leer aus. Der Tag ist noch lang, also zurück aufs Boot und ab in den Norden.

    Als wir die Action erreichen sind schon ein zwei Boote angekommen. Da jedoch viele Delfine aus dem Wasser springen, können wir auch rein und die Meeressäuger für eine Weile beobachten. Wie gestern bekommen wir Common Dolphins bzw. Gewöhnliche Delfine zu Gesicht. Diese Delfine sind auf der Jagd und interessieren sich nur teilweise für uns. Die Futtersuche scheint weitaus spannender.

    Im Gegensatz zu gestern entdecken wir keinen Bait Ball, bekommen aber dennoch viele Delfine zu sehen. Wir gehen auch einige Male schnorcheln und es lohnt sich jedes Mal. Ich entdecke auch noch einen ganz kleinen Bait Ball, allerdings ohne Predators.

    Nach dem Lunch ist bei uns allen ein bisschen die Luft draußen. Es windet stark und wir frieren,daher kann keiner was dagegen,dass wir schon um kurz vor 2 wieder zur Lodge zurück fahren.

    Eine warme Dusche und heiße Tasse Kaffee später fühle ich mich viel besser. Dann mache ich eine Stunde lang Yoga am Flussufer. Nach einem Video-Call mit Luki gibt es dann noch das ein oder andere gemütliche Bier auf der Terasse, dazu gute alte Backpacker-Musik und abenteuerliche Stories.

    Cindy lässt Samosas liefern die super lecker sind und leitetdamit unser Dinner ein. Für mich gibt eine super leckere Veggie-Lasagne und ich bin mehr als begeistert.

    Da es immer noch bitter kalt ist, haben wir alle keine allzu große Lust noch draußen zu sitzen und verschwinden daher schon um halb 9 auf unsere Zimmer. Die Zeit nutze ich zum Journaln und Videos sortieren.
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  • Day8

    Tag 8: Dschungel und Strand

    July 8 in South Africa ⋅ ☀️ 24 °C

    Morgens heißt es Abschied nehmen von der Gruppe und von Spotted Grunter Resort. Die Erlebnisse der letzten Tage haben uns zusammen geschweißt und wir sind durch diese Walbegegnung für immer mit einander verbunden.

    Ich nehme mir ein Taxi um in das Amapondo Backpackers Hostel einzuchecken. Das ist nur 12km entfernt, aber viel näher am Meer und an Wandertrails, weshalb ich dort nochmal 2 Tage verbringen möchte. Mein Fahrer legt bei der Fahrt direkt einen Stopp an einem coolen Aussichtspunkt ein. Dort kann man zum Hole in the wall und Blowhole wandern, allerdings wird auf Grund der schlechten Befestigung von der Wanderung abgeraten und ich lasse das dann auch einfach mal sein.

    Am Backpackers angekommen erlebe ich erstmal einen kleinen Kulturschock. Ich bin in einem absoluten Kiffer-Hostel angekommen. Nur Männer Ü40/50 mit Rastas und Joints am Start 😂. Da gönne ich mir doch lieber mal ein Einzelzimmer bzw. bestehe auf einen Female Only Dorm (den es eigentlich nicht gibt, der dann aber für mich und meine 2 Nächte geschaffen wird).

    Ich verdauen den Schock, lasse mein Gepäck dort und mache mich auf den Weg zu einer Wanderung zum wunderschönen Second Beach und anschließend ins Silaka Nature Reserve und zum dortigen Strand. Die Tour ist sehr schön, ich mag die naturbelassenen Strände der Wild Coast super gerne. Nach ca. 3h komme ich zurück zum Second Beach und organisiere mir ein Mittagessen und Getränke. Damit bleibe ich dann bis zur Dämmerung am Meer und lerne einige Südafrikaner kennen, die neugierig zu mir kommen und sich wohl fragen was ich als Frau alleine hier mache.

    Dann wird es Zeit zurück ins Hostel zu gehen. Dort möchte ich eigentlich gemütlich in mein Tagebuch schreiben, werde dann aber sehr schnell von zwei Iren auf ein Bier eingeladen. Also trotz Lockdown echt gar kein Problem an Alkohol zu kommen. Die Gespräche sind ganz nett, aber die Typen sind schon echt crazy drauf und nicht unbedingt meine präferierte Bekanntschaft. Wahrscheinlich haben sie sich auch ein paar Mushroom eingeworfen und was geraucht. Quintus aus Südafrika kommt dann noch zur Gruppe und in seiner Gesellschaft fühle ich mich doch deutlich wohler. Wir haben tatsächlich einen witzigen Abend mit viel Musik und ich lerne Pool-Billard und freue mich gegen später echt, dass ich nicht nur die ganzen Regeln verstandene habe, sondern auch das ein oder andere Spiel gewinnen kann. Quintus hat mich immer wieder nochmal stoßen lassen, damit ich besser verstehe worauf es ankommt, das hat echt geholfen. Dazu gibt es eine Tequila-Runde nach der anderen.

    Zu späterer Stunde wird mir dann irgendwann bewusst, dass ich die einzige Frau bin und die gefühlt alle versuchen bei mir zu landen. Das wird mir dann doch irgendwann zu stressig und ich gehe ins Bett. Davor bekomme ich noch mit wie Quintus einem anderen ein Tattoo sticht - einfach mal so. Die Amapondo Leute sind schon ein spezielles Volk 😂

    Interessant einmal mitzuerleben, aber nach den gediegenen letzten Tagen ist es mir fast ein wenig zu viel.
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  • Day155

    Down the Sani Pass to Coffee Bay

    February 17, 2020 in South Africa ⋅ ⛅ 26 °C

    Leaving Lesotho today after our brief stay. We wake up early enough to watch the sunrise and consider heading further into the country, but the roads are all rough mountain passes, and although that sounds incredibly fun, we've got a schedule to keep. So, we're heading down to the coast, to Coffee Bay, a popular surf spot.

    The drive down the pass is challenging but fun in our little Jimny. Spare a thought, though, for the passengers of a little minibus who departed just in front of us. With minimal clearance, normal road tyres, and probable lack of 4x4, the vertiginous drops might seem just a little more scary. The conductor of the bus has to walk in front in order to move the bigger rocks out of the road to allow the vehicle to make a safe descent.

    On route to Coffee Bay the GPS takes us completely the wrong way, and unfortunately we only see the hostel's recommendation to "turn off your GPS and follow our directions" after we get lost (and almost get involved in a two-car crash). On the road to Coffee Bay, we see a tragic number of dead dogs on the road, which, combined with the darkening of the skies, makes for a pretty grim drive for the coast.

    We arrive just before dark though, and set up our tent. We grab a drink in the bar- I opt for a Durban Poison- named after a famous weed strain in the eponymous city. It is brewed with cannabis (which is newly legal in South Africa), and tastes faintly of sweet sweet Mary Jane. Doesn't get you high though.

    Unfortunately, a gigantic rain storm that night shows us that the tent is totally not waterproof, and we end up getting soaked during the night. The rain wouldn't stop for another two days.
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  • Day157

    Jeffrey's Bay to Mossel Bay

    February 19, 2020 in South Africa ⋅ ⛅ 22 °C

    We spend the next few days heading down the coast towards the Cape. Our first stop along the way is Jeffrey's Bay, where our friends are also staying. We spend a couple of days surfing and drinking craft beer. JBay, as is it called around here, is known as one of the greatest surf spots in the world, and has a famous competition in the winter months, where the tubes draw the most elite surfers from across the globe.

    We're nowhere near good enough to surf conditions like that, but luckily the conditions in Summer are a more gentle- perfect for beginners like us.

    After JBay, we head down to Plettenberg Bay. The owner of our guesthouse is a little strange, and gives us terrible recommendations for places to eat. The first- a beachfront cafe- serves very average toasties and shakes, but has great views across the bay. We're lucky enough to see dolphins, which up to this point we had dismissed as a myth, having not seen them anywhere along the African coast.

    Further down the Garden Route we take a few pit stops to have a swim in a small, very frigid bay and view the 'Map of Africa' - a strange bend in the river that when viewed at a certain angle appears to take the shape of the African continent. We finally reach Mossel Bay, a strange place where we end up camping in a campsite full of pensioners. They have huge mansion-like tents, with multiple wings and conservatories. Some even have even brought along their satellite dishes, and we can hear them watching the cricket inside their canvas castles.
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  • Day111

    Silvester an der Wild Coast

    December 31, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 28 °C

    5...4...3...2...1...HAPPY NEW YEAR!

    Genau eine Stunde vor dem deutschen Jahreswechsel hüpfen wir wie die Wilden um das größte Lagerfeuer, das ich je gesehen habe (bei uns wäre das ein Funken) und feiern Silvester mit einer Horde lustiger Südafrikaner.
    Wir sind an der Wild Coast, einem sehr rauhen und unberührten Küstenabschnitt. Leere Strände, grüne Hügel, zerklüftete Steilklippen, bizarre Felsen, die vom türkisfarbenen indischen Ozean umspült werden, einzelne Xhosa-Dörfer mit ihren kunterbunten runden Häusern (rondavels) und ganz viel Weite.
    Mitten in dieser idyllischen Landschaft, am Hang zweier Hügel, die einen V-artigen Ausblick auf das Meer eröffnen, liegt die kleine Oase „The Kraal“.
    „If you’re fuckin’ stoned, you can fuckin stare at the V for hours hey!” Der total verrückte Besitzer Dillion lebt seit 21 Jahren an diesem abgelegenen Ort. Zuvor war er jahrelang auf Weltreise, um dann zu erkennen, dass die Wild Coast „the best fuckin’ place in the world” ist.

    Diese Gegend hat tatsächlich etwas magisches. Wir wohnen in einem traditionellen rondavel, das Rauschen des Meeres begleitet uns bis in unsere Träume. Strom gibt es nur notfallmässig von der Batterie, das Klo wird mit Regenwasser gespült und auf meinem Handy steht: Kein Netz.
    Dillion‘s eigenbrödlerische Art, seine Offenheit, seine Direktheit, seine Unberechenbarkeit und die etlichen abgefahrenen Geschichten, die er, wahr oder erfunden, unter Verwendung unzähliger „fuckin’ fucked und fuck“ wild gestikulierend von sich gibt, machen ihn zu einem dieser interessant-verrückten Menschen, die man nach einer Reise wohl kaum vergisst. Rau wie der Ozean, an und mit dem er lebt. Bei ihm trifft es den Nagel auf den Kopf: Harte Schale, weicher Kern. Total liebevoll kümmert er sich um die wenigen Gäste, die gerade da sind und schafft eine „Home far away from home“-Atmosphäre.
    In dieser Abgeschiedenheit entwickeln die anderen Gäste, sechs Südafrikaner, und wir schnell ein Gemeinschaftsgefühl. Wir gehen zusammen an Strand, wir teilen uns das Outdoorbad und wir kochen gemeinsam. Zum Beispiel eine Art Gulasch (mit Ochsenschwanz), das stundenlang im traditionellen gusseisernen Topf über offenen Feuer gekocht wird. Sie berichten, dass fast jeder Südafrikaner so einen „Potije“ zuhause hat. Und natürlich einen Braai, wie sie ihre Grillstellen nennen.
    Voller Leidenschaft kocht Dillion in seiner Outdoor-Küche (mit Blick auf das V) ein bombastisches Silvestermenü für uns. Im Steinofen gegrillter Fisch (natürlich hat er ihn selbst geschossen mit seiner Speer Gun), Gemüsepfanne und Reis. Während wir ihm helfen, Gemüse zu schnippeln, frage ich ihn aus über die Kultur der Xhosa. „Don’t you fuckin distract me!! I can’t fuckin’ focus on two things.” Herrlich. Dillion‘s gleichzeitige Ruppig- und Liebenswürdigkeit.

    Als die glutrote Abendsonne hinter den Hügeln am Horizont versinkt, macht sich ein Sternenhimmel der ganz besonderen Art auf. Vor lauter Sternenstaub ist der schwarze Nachthimmel kaum mehr zu sehen.
    Im Schein dieses gigantischen Anblickes tauschen wir uns über unser Leben aus.
    Alle sechs kommen aus Johannesburg und staunen darüber, wie behütet wir wohnen. Sie können es nicht glauben, dass ich noch nie etwas vom „Panic-Button“ gehört habe: In fast allen Zimmern ihrer Häuser ist ein Knopf installiert, über den man die „armed response“, eine private Sicherheitspolizei rufen kann, wenn (trotz der meterhohen stacheldrahtumwobenen Mauern) eingebrochen wird. Sie berichten von den verschiedensten Überfällen und Einbrüchen und davon, dass die Polizei sich um den Fall oft nur kümmert, wenn man das nötige Kleingeld bietet. Was momentan wohl auch sehr häufig passiert, ist, dass weiße Farmer umgebracht werden.
    Die zwei Mädels Paige und Michelle finden es schade, dass sie dazu erzogen wurden, immer in „Hab Acht“-Stellung zu sein und sie beneiden unsere freie, unvoreingenommene und unängstliche Art zu reisen. Öffentliche Verkehrsmittel würden sie in ihrem Land niemals nehmen.
    Paige erzählt, dass ihre Eltern ein schickes Haus in einem Vorort von Durban haben. Da sie die ständig lauernde Gefahr und die Korruption jedoch nicht mehr aushalten wollen, schmieden sie momentan den Plan nach Portugal auszuwandern. Paige selbst will eventuell nach Italien ziehen. Michelle und ihr Freund wohnen seit mehreren Jahren schon in Asien. Mit feuchten Augen schwärmt sie davon, in welch bildschönem Land sie aufgewachsen sei und gleichzeitig könne sie sich aber nicht vorstellen, hier ihre Kinder aufzuziehen. Ihr Bruder wohnt in Australien, ihr Cousin in Kanada. So sind viele südafrikanische Familien in der Welt zerstreut, weil sie für sich und ihre Nachkommen keine Zukunft in ihrem Land sehen.

    Solche Begegnungen machen mir mehr denn je bewusst, in was für einer Zuckerwatte-Welt ich in Haisterkirch aufgewachsen bin und ich verspüre eine tiefe Dankbarkeit dafür.

    Ich genieße die Mittage am menschenleeren, dafür kuhvollen Strand. Aber es ist nicht immer alles so paradiesisch, wie es sich anhört. Von wegen am Strand liegen und lesen. Es windet so kräftig, dass man nach kürzester Zeit wie ein verendeter Kameltreiber in der Wüste aussieht. Allgemein hat das Wetter seit einiger Zeit wohl vergessen, dass ich auf Endless Summer Tour bin, denn die Wolken hängen oft ganz tief und es regnet viel.

    Ich stehe auf, scanne das Meer nach meinem Surferboy ab und kann ihn erst nicht finden. Er ist der einzige Mensch im Wasser. Plötzlich entdecke ich ihn und mit ihm ein riesiges Rudel Delphine. Felix liegt auf seinem Surfbrett und ist umringt von diesen wundervollen Kreaturen.
    Als wäre das nicht genug, springt auch noch direkt neben ihm ein Delphin hoch in die Luft, dreht sich um seine eigene Achse und plumpst rückwärts wieder ins Wasser. Wie kitschig! Felix ist in seinem Element. In seinem nächsten Leben wird er bestimmt ein Delphin.

    Nach ein paar Tagen verlassen wir diese Oase und kämpfen uns mit unserer Blechkiste die schlammigen, mit Schlaglöchern übersäten Holperstraßen richtung Coffe Bay vor.

    Auf zu neuen Abenteuern.
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  • Day114

    Coffee Bay

    January 3, 2019 in South Africa ⋅ 🌬 20 °C

    Coffee Bay ist ein kleines verschlafenes Örtchen an der 350km langen Wild Coast Südafrikas.
    Manche Menschen nennen diese Region immer noch Transkei, ein während der Apartheid-Ära hier lokalisiertes Homeland. In jener Zeit gab es in Südafrika 10 dieser eigenständigen Länder, in denen ausschließlich die farbige Bevölkerung lebte.
    Auch heute noch ist der größte Teil der hier lebenden Menschen dunkelhäutig, die allermeisten gehören dem Stamm der Xhosa an (Achtung Klicklaut!).
    Der ortsansässige „Prince“ führt mich netterweise in seinem Dorf „Coffee Bay“ herum und in seine Kultur ein.
    Er meint, der Ort verdanke seinen Namen der Kaffeebohnenladung, die 1863 aufgrund eines Schiffbruches hier am Strand angeschwemmt wurde.
    Während er erzählt, laufen wir vorbei an bunten rondavels (Rundhäuser) hin zu einem Fluss. Prince erzählt von Initiations-Rituen, die Jungen zu Männer und Mädchen zu Frauen machen. Frühestens mit 18 Jahren kommt es zur Beschneidung, die ganze Familie ist dabei. Am Fluss, auf den Prince gerade zeigt, wird zu diesem großen Anlass eine Ziege geopfert. Ihr wird der Bauch längs aufgeschnitten und während sie langsam verblutet, hofft man auf ihre Todesschreie. „That means, the ancestors agree with the initiation.“ Wenn die Ziege nicht schreit, sind die Vorfahren nicht einverstanden, und das Ritual muss zu einem anderen Zeitpunkt wiederholt werden.
    Monatelang nach der Beschneidung muss man sich vor dem anderen Geschlecht versteckt halten: Frauen verlassen nur nachts das Haus und Männer maskieren sich mit weißem Lehm.
    Für ein uneheliches Baby muss ein Mann fünf Kühe als „damage cost“ an die Familie der Frau zahlen.
    Will ein Mann heiraten, muss er mindestens 10 Kühe an die zukünftigen Schwiegereltern blechen.
    Prince führt uns in eines der rondavels. Ich frage ihn, wieso die meisten dieser runden Häuser türkis angemalt sind. „Because the ancestors want it like that.” Die Vorfahren spielen in vielen Belangen eine große Rolle bei den Xhosa. Sie sagen auch, dass ältere Menschen über 60 im Traum mit den Vorfahren kommunizieren können.
    Die Dächer der rondavels sind mit Schilf gedeckt und werden oft von einem mit Erde gefüllten Autoreifen gekrönt. Das bringt Stabilität und verhindert außerdem das Einschlagen eines Blitzes. Der Boden besteht aus gehärtetem Kuhdung. Die Betten stehen erhöht, damit nachts die Geister nicht über sie herfallen können. Die Xhosa glauben an Hexen und sie haben große Angst davor, von bösen Geistern besessen zu sein.

    Mike und Vuk, zwei unserer Silvester-Gang im „The Kraal“ sind uns nach Coffee Bay gefolgt. Prince hat organisiert, dass uns ein paar Xhosa Frauen ihren traditionellen Tanz zeigen. Sie sind behängt mit buntem Perlenschmuck. Einige Frauen tragen „isi-dangas“, lange türkisfarbene Halsketten, die eine Verbindung zwischen den Trägern und ihren Vorfahren herstellen.
    Da sitzen wir also in einem rondavel und lassen uns mitreißen von den rhythmischen Klängen der mit Kuhhaut bezogenen Trommel und den intensiven Gesängen der tanzenden Frauen. Felix, der schon Entzugserscheinungen vom langen Nicht-Musizieren hat, kann sich nicht mehr zurückhalten, steht auf und läuft zur Trommlerin. Die Frauen lachen sich kaputt und von da an trommelt Felix den Rhythmus. Die Frauen findens zum Schreien. Keine Minute später stehen Mike, Vuk und ich zwischen den Frauen und versuchen, uns in ihren Tanz einzugrooven.

    Dass Felix Bierliebhaber ist, gefällt Prince. Er führt uns weiter durchs Dorf in das rondavel seiner Freunde: Jerry und Noileven. Jerry hat sein ganzes Leben in Goldminen geschufftet. Jetzt ist er im Ruhestand, angelt und braut Umqombothi, eine traditionelle Biersorte, aus Maismehl, Malz und Wasser.
    Noileven ist eine „igqirha“, eine spirituelle Heilerin, die die Macht besitzt, sowohl den Kräften der Natur als auch von Hexen ausgehenden Gefahren zu begegnen. Ihr wird von den Dorfbewohnern eine magische Kraft zugesprochen, denn „igqirha“ kann man nicht erlernen (wie zum Beispiel den Job des Kräuterheilers), sondern man hat eine Vision und bekommt diese Gabe zu heilen übertragen.
    Noileven freut sich über unseren Besuch und rührt breit grinsend das blubbernde und schäumende Gebräu in dem blauen Plastikfass um. Offensichtlich sieht sie uns den Bierdurst an, denn sie schöpft direkt einige Kellen durch ein Sieb in einen Plastikeimer.
    Wir sitzen im Kreis auf dem Boden und der Eimer geht reihum, wie beim Stiefelsaufen.
    Mit der tiefen Stimme eines lebenserfahrenen Mannes erzählt uns Jerry von seiner Arbeit in der Mine. Äußerst harte Arbeitsbedingungen. Erst vor 6 Jahren haben die Arbeiter dort gestreikt und 40 wurden deshalb einfach von der Polizei erschossen.
    Als Jerry jedoch von seinen Kindern und seinem jetzigen Leben im beschaulichen Coffee Bay berichtet, wird sein Blick direkt weicher und als er beobachtet wie Felix einige riesige Schlücke aus dem Eimer zieht, um ihn dann mit einem befriedigten „Aaaahhhhh“ wieder abzusetzen, strahlt Jerry stolz übers ganze Gesicht. Das Bier hat eine cremige Konsistenz und schmeckt intensiv säuerlich.
    Als es anfängt zu regnen, zündet Noileven mehrere Streichhölzer an und wirft sie in das blaue Braufass. Das soll vor Unwetter schützen. Hmh. Daher also der schwefelige Nebengeschmack im Bier: In den letzten Tagen hat es häufiger geregnet.
    Das Bier scheint ziemlich stark zu sein, Noileven wird immer lustiger und lauter. Irgendwann feuert sie ihren Mann an: „Jerry! Jerry! Jerry!“ Wir stimmen alle mit ein und von da an wird jeder angefeuert, der den Eimer zum Trinken ansetzt.
    Wir haben eine super Zeit und obwohl wir keine gemeinsame Sprache mit Noileven haben, verstehen wir uns prima. Ich zeige ihr Fotos von meiner weißen Mama mit roten Haaren und vom schneebedeckten Deutschland. Ob es an den Bildern oder am Bier liegt, weiß ich nicht, aber sie lacht sich mittlerweile nur noch kaputt und tätschelt ihrem Mann unsanft übers Gesicht, zieht ihm seine Mütze immer wieder vom Kopf, schiebt sein Hemd hoch und klopft ihm auf seine Plauze. „Jerry big belly!“ Na also, ein bisschen Englisch geht ja doch ;)

    Wir verbringen einen sehr lustigen Abend und wieder mal finde ich es faszinierend, dass eine mit Perlenketten behangene spirituelle Heilerin Noileven und ein mit Boardshort, Muskelshirt und Cowboyhut bekleideter Investmentbänker Mike aus dem selben Land stammen.

    Wir bedanken uns bei Prince für den Einblick in seine Kultur. Immer mehr durchdringe ich den Begriff „Regenbogennation“, wie Südafrika oft passenderweise genannt wird.
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    Toni und Felix, danke für diese Einblicke. Genießt es weiterhin. Liebe Grüße Stephan (Wohlfühl-WG)

    1/19/19Reply

    Tini meine ich 😊😁

    1/19/19Reply
     
  • Day298

    Stopp an der Wildcoast

    November 30, 2018 in South Africa ⋅ 🌬 24 °C

    Die rund 600 Kilometer von Port Elizabeth bis nach Coffee Bay sind wir in einem Stück durchgefahren. Je mehr wir Richtung East London gekommen sind, desto mehr hat sich die Landschaft verändert. Es sah ein bisschen aus wie im Emmental.😃 In diesem Teil des Landes fällt man definitiv auf, wenn man weiss ist. Das Gebiet der heutigen Wildcoast entspricht etwa dem Küstengebiet der ehemaligen Transkei. Hier leben hauptsächlich Xhosas und hier wuchs auch Nelson Mandela auf. Im Dörfchen Coffee Bay angekommen, quartierten wir uns im Coffee Shack Hostel ein, dass uns Michi empfohlen hat. Hier gebe es nämlich die günstigste Surflektion der Welt. Und obwohl es in den letzten 6 Jahren 10 Rand teurer geworden ist, gibt es tatsächlich 2 Stunden Surflessons inklusive Material für 60 Rand (ca. 4 CHF).

    Gut erholt von der langen Fahrt des Vortages begaben wir uns in einem Grüppchen an den Strand zum sogenannten Beach Day. Während die geübten Surfer sich in die Wellen wagten, bekamen wir am Strand den Theorieunterricht. Doch als wir mit diesem fertig waren, kamen die anderen bereits aus dem Wasser. Es windete zu stark und der Wind brachte auch grosse Quallen ans Ufer, also konnten wir mit dem praktischen Teil nicht weitermachen. Nach einer Weile chillen und dem Mittagessen probierten wir es mal mit Volleyball aber der Wind war so stark, dass wir den Ball nur mit Hilfe der Hunde wieder einfangen konnten.😂🐶
    Leider liess der Wind nicht nach - nun können wir also theoretisch surfen, in der Praxis müssen wir es an einem anderen Ort versuchen, aber es ergibt sich sicher noch eine Möglichkeit..

    Am Abend ging es dann gleich weiter mit Programm, das Village Dinner stand an. Einmal in der Woche findet ein Abendessen mit Tanz und Gesang in einem der umliegenden Dörfer statt. Die dort heimischen Xhosa begrüssten uns sogleich mit einer Tanzeinlage und es ging nicht lange, bis wir alle am tanzen waren. Nach einer kurzen Verschnaufpause servierten uns die Damen das Abendessen, bevor dann wieder gesungen und getanzt wurde. Den sehr unterhaltsamen Abend liessen wir dann im Hostel bei einem Bier ausklingen.💃🍻

    Nun machen wir uns auf den Weg nach Lesotho, mal schauen was uns im "Kingdom in the sky" alles erwartet.
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  • Day117

    Take a walk on the wild side 1

    January 6, 2019 in South Africa ⋅ ⛅ 19 °C

    Es ist soweit.
    Nach knapp vier Monaten der Reise bekomme ich das Gefühl, leicht überladen zu sein: von Bildern, Begegnungen, Schicksalen, Informationen, Menschentypen, Gesprächen, Reiseplanungen, Gefühlen, langen Fahrten, kulturellem Austausch, Geschmäckern und Gerüchen.

    Zum ersten Mal seit Beginn der Reise packt mich eine innere Unruhe. Ich denke über das Wort „Freiheit“ nach. Es kann so viele Bedeutungen haben. Für Jerry aus Coffee Bay bedeutet es wohl, nicht mehr in der Mine schufften zu müssen, sondern in seinem rondavel Bier zu brauen. Für Michelle aus Johannesburg bedeutet es, in Vietnam statt in Südafrika zu leben und ohne Angst in den Straßen herumlaufen zu können. Ich denke an die kongolesische Familie, bei der wir in Malawi im Flüchtlingslager übernachtet haben. Was bedeutet Freiheit wohl für jemanden, der ohne triftigen Grund sein Lager nicht verlassen darf?
    Ich habe den Luxus, fast grenzenlose Freiheit genießen zu dürfen. Dafür bin ich einerseits dankbar, aber andererseits überfordert es mich auch. Mir stehen quasi alle Türen offen. Ich könnte in meinem restlichen Sabbatjahr in alle möglichen Länder der Welt reisen. Aber wohin will ich eigentlich? Will ich lieber mehrere Länder kurz bereisen oder in wenigeren Ländern länger verweilen? Will ich weiterhin reisen oder eher irgendwo Volunteering machen? Will ich viel Kontakt mit meinen Lieben zuhause haben oder tut es mir gar nicht gut, gedanklich so viel in der Heimat zu hängen?
    Mir ist absolut bewusst, dass dies Luxusprobleme sind. Nichtsdestotrotz beschäftigen sie mich.
    Mein Kopf ist laut und ich merke, dass ich was ändern muss.
    Ich glaube, ich brauche einfach Zeit und Ruhe. Zum Verarbeiten. Zum Neusortieren. Zum Nachspüren und in-mich-rein-spüren.

    Aus diesem Grund entscheiden wir uns, mit Zelt und Isomatte loszuziehen und von Coffee Bay aus entlang der Küste Richtung Süden zu wandern. Da es in letzter Zeit oft zu Überfällen auf die Wanderer kam, begleitet uns der ortsansässige Prince am ersten Tag.

    So pilgern wir zu dritt entlang der felsigen und rauhen Wild Coast. Wir sprechen nicht viel, jeder genießt für sich die Ruhe und die Weite, die sich uns aufmacht. Nach vorne und nach hinten Klippen, die steil ins Meer abfallen und nur hin und wieder durch verlassene Strände unterbrochen werden. Zur linken Seite bis an Horizont der mächtige indische Ozean. Zur rechten Seite endlose grüne Hügel, Schafe, Kühe und ein paar bunte rondavels.
    Herrlich! Ich spüre wie jeder Schritt in der Natur mich mehr erdet.
    Nach einigen Stunden führt uns Prince zu einer kleinen Ansammlung an Rundhäusern, wo seine Familie wohnt. Auf dem Feuer steht der dampfende „Potije“, aus dem es lecker heraus riecht.
    Nach dem gemeinsamen Mittagessen wandern wir weiter und erreichen gegen Abend unser Ziel „Lubanzi“, wo wir unser Zelt im Garten von Einheimischen aufstellen dürfen. Die Wiese teilen wir uns mit einer Horde zotteliger Schafe.

    Ich breite meine Matte auf dem Rasen aus, lasse mich von dem beruhigend eintönigen Kauen der Schafe um mich herum anstecken und merke während meines Sunset-Yogas, wie mein Kopf schon viel leiser ist.
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    Herrliche Landschaft! Und so wahr geschrieben. Du findest sicher bald heraus, was am besten ist :-*- Jojo

    1/21/19Reply
     

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OR Tambo District Municipality