Spain
Sadernes

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Travelers at this place
    • Mar22

      Tag 5 - Der GR11 gibt alles

      March 22, 2018 in Spain ⋅ ☀️ 7 °C

      Der Tag fängt mit einem wirklich guten Frühstück an, Sonne, blauer Himmel - und viel Wind sowie 4 Grad laut Hotel-Thermostat. Ich mache mich auf den Weg und erlaube mir am Anfang vom GR11 abzuweichen. Da ich heute rund 30 KM mit reichlich Höhenmeter vor mir habe möchte ich nicht wieder so eine abwegige Wegerfindung ausprobieren und laufe die erste Stunde eine verlassene Landstraße entlang, die durch einen tiefen, malerischen Taleinschnitt führt. Der Campingplatz, Alternativpogramm für das ausgebuchte Hotel gestern Abend, ist geschlossen - Glück gehabt. Kurz hinter dem Campingplatz geht es in den Wald, ein Wirtschaftsweg, der zwar toll zu laufen, aber miserabel ausgeschildert ist. Und prompt verpasse ich später einen relativ versteckten Abzweig und darf hin und zurück für heute knapp zwei Kilometer verbuchen. Ich nehme im zweiten Anlauf den Abzweig und muß wieder den McGuyver-Modus aktivieren. Wenn es nur ein bischen naß wäre, könnte man den Weg eigentlich nicht mehr laufen. Aber egal, nach ein paar Minuten ist man unten im Tal angekommen und dann geht es wieder über Stock und Stein Richtung Collada de la Tria, das erste Zwischenziel heute. Der Weg ist sehr wild und naturbelassen, es geht steil rauf und runter schließlich komme ich bei Mas Rimalo vorbei. Wahnsinn, eine alte Masia, tolle Aussicht, Süd-West-Terasse, ein wenig Wasser in der Nähe - aber komplett verfallen. Auf dem GR11 ist es zum Wildcampen wohl ganz beliebt, kein Wunder, wobei....wenn man da ein richtiges B&B draus machen würde...hmmmm ;-) Naja, ich erreiche kurz drauf den Collada und bin kurz darauf schon wieder im Abstieg. Bei KM 13 - für heute - komme ich am Refugi de Seglar vorbei, was mein Ziel für gestern gewesen wäre. Angesichts des Weges bis hierhin bin ich doppelt froh, dass ich mich für das Hotel entschieden haben. Der Weg nach Albanya zieht sich extrem in die Länge, es geht immer wieder um den Berg herum, rauf und runter, doch an einer fast magischen Stelle geben die Bäume den Blick nach Osten frei. Unglaublich, ich kann alle Teile der letzten Tage überblicken. Cap de Creus jetzt nicht, das liegt quasi hinter dem Berg. Aber selbst der Fixpunkt des ersten Tages, die Radarstation ist zu sehen. Die immer noch schneebedeckten Tage von Tag 3 ebenso wie das Tal, dass ich heute aufgestiegen bin. Mit dem Navi messe ich allerdings grade mal 50 KM Luftlinie zum Startpunkt und bin ein wenig enttäuscht. Aber da der GR11 am Anfang sehr verschlungen ist, ist das kein Wunder. Weiter gehts und Ihr wundert Euch vermutlich nicht, ich begegne absolut niemandem. Zumindest die Suche nach Einsamkeit auf der Wanderung ist ein durchschlagender Erfolg gewesen. in Albanya soll sich ja dann entscheiden, wie es weitergeht, Aufstieg oder direkt auf den Campingplatz. Zu meiner Freude nimmt unter der Telefonnummer des Wartes zu dem Refugio Bassegoda jemand ab, ja das Refugio sei offen, ich könne den Schlüssel in Can Nou abholen, 700 Meter davor. Yeah! Die Wasserblase wird am örtlichen Brunnen nochmal ordentlich gefüllt und dann geht es zur zweiten Etappe des Tages, 12 KM lang und rund 700m Aufstieg. Zu meiner Überraschung stelle ich fest, dass der Weg bis Can Nou offenbar eine befestigte Betonpiste sein wird, also relativ bequem zu laufen.
      Natürlich ist Wandern auf Waldwegen "irgendwie netter", aber manchmal ist auch die Betonpiste das Mittel der Wahl. Möchte man 30 KM am Ende laufen, mit 1500 Höhenmetern und Gepäck auf dem Rücken, wirklich, freut man sich darüber, wenn die letzten Kilometer eine einfach Betonpiste statt eines tollen Waldbodens, der einen Stock über Stein durch die Gegend schickt. Immer noch, oder wieder mal, bin ich völlig alleine unterwegs und erhasche im Aufstieg zwischen den Bäumen immer wieder eine Aussicht auf die wie gefaltet wirkenden Berge, deren Geologie der Landschaft hier ein besonderes Aussehen geben. Ab KM 23 beginnt es dann aber mühselig zu werden, und ich versuche irgendwie die letzten Kilometer abzureißen. Bei 500 Höhenmeter beginne ich die Fugen im Asphalt zu zählen und stelle fest, dass auf je 4 gesägte eine gegossene Fuge kommt. Bei 600 Höhenmetern esse ich meinen letzten Energieriegel. Bei 700 schaltet sich mein innerer Monolog ab und bei 800 sehe ich endlich den Lieblingswegweiser des heutigen Tages: Noch 1.4 KM bis zum Refugi (katalan, spanisch gehört noch ein "o" mit drann).
      Angekommen bei Can Nou bestelle ich erstmal ein Bier und frage nach dem Schlüssel. 30 KM und 500 HM wecken eben doch das Bedürfnis nach kühlen Getränken, sobald sie in Reichweite sind. Während ich mich frage, ob es im Refugio auch so was wie einen Ofen gibt, erlebe ich eine Überraschung. Das Refugi ist ausgebucht, alle 42 Plätze von einer Gruppe Fahrradfahrer belegt, Was ist passiert: Auf einer Infowebsite über den GR11 steht die Nummer vom Vorbesitzer von Can Nou. Der hat aber am Telefon gar nichts gesagt, außer dass ich den Schlüssel bei Can Nou abholen kann. Nicht ganz falsch, aber das entscheidende Detail fehlt eben.
      Die beiden neuen Besitzer, Julia und Mariano haben mir kurzerhand angeboten, neben dem kleinen Parkplatz mein Zelt aufzubauen und mir ein kleines Abendessen zu machen. Bis auf das Zelt bieten sie das mit dem Essen wohl ohnehin in Verbindung mit dem Refugio an, und so haben wir am Ende alle was von der Geschichte mit der falschen Telefonnummer.

      Beim Essen konnte ich mich wieder soweit aufwärmen, dass ich die Nacht wohl überstehen werde. Es ist absolut windstill, wird aber wohl unter 0 Grad werden. Mein Schlafsack ist bis +5 Grad okay, aber ich werde wohl mit etwas Kleidern schlafen müssen. Mir werden auch grade die Finger etwas klamm, deswegen muss ich auch mit dem Schreiben langsam aufhören. Abschicken kann ich das Ganze übrigens erst Morgen, denn hier gibt es natürlich auch kein Netz...
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      Verfolge jeden Morgen den Weg des Vortages, gut beschrieben und schöne Fotos. WW Gla

      3/23/18Reply
       

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