Spain
Valverde

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5 travelers at this place:

  • Day25

    Auf zu neuen Ufern

    May 1 in Spain ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir haben den 1.Mai. Den internationalen Tag der Arbeiterklasse. Auch hier auf Teneriffa war er zu spüren. Nach dem Frühstück ging es erst einmal zum Supermarkt gegenüber von unserem "Hotel Rural Vilaflor". Dort kauften wir Wasser und Kekse als Proviant für unterwegs. Eigentlich wollten wir noch zwei Äpfel kaufen, aber die Spanier reden gerne und so stand Olaf zunächst geduldig wartend in der Schlange, dann verließen wir den Supermarkt ohne die Äpfel.

    Etwas durch den Ort, vorbei an der Gofio-Mühle, dem Kirchplatz und dem etwas oberhalb liegendem Mirador. Zunächst ging es in der Tat etwas bergauf. Das wussten wir aber schon und auch, dass es nach 20 Minuten vorbei sein wird.

    Und so war es dann auch. Was sich uns eröffnete, war ein herrliches Bergpanorama oberhalb der Wolken. Der Weg war teilweise rostrot und die kleinen Kiefern mit ihrem zarten grün gaben der Landschaft einen perfekten Anstrich. Immer wieder blieben wir stehen, um den Ausblick zu genießen oder die Luft einzuatmen. Denn diese roch wieder herrlich nach Kiefernnadeln.

    Zwischendurch glaubte ich mehrfach, dass wir unsere Fähre heute Abend um 20:15 Uhr von "Los Christanos" wegen dem vielen fotografieren und stehenbleiben und genießen nicht erreichen werden.

    Als wir gerade wieder die Blumen und die Ausblicke genossen, polterte es plötzlich hinter uns. Zuerst dachte ich an einen Steinschlag, aber dieser entpuppte sich als 5 Cross-Biker, die die steilen Wege entlang sausten. Weiter bergab, kamen wir an einer Wasserverteilungs-Anlage vorbei und wiederum später, gingen wir über eine alte Steinbrücke in einem Barranco. Dann wieder etwas bergauf und wir erreichten nach weiteren bergab-Etappen den super kleinen Ort "Ifonche". Dort wollten wir in eine Bar etwas kühles trinken, aber leider war diese geschlossen. So begnügten wir uns an dem neu gebauten Spielplatz mit unserem Wasser und den heute morgen gekauften Anis-Plätzchen. Nach dieser Stärkung setzten wir unseren Weg fort.

    Ich hatte den ganzen Tag so ein flaues Gefühl im Bauch, dass es noch einen steilen Abstieg geben wird. Und so war es auch. Es war immerhin noch der GR131 und so hatte ich vertrauen, dass es sich um einen gut begehbaren weg handeln wird. Leider konnte ich wegen meiner Höhenangst nicht die Aussicht genießen, denn ich war voll auf den Pfad an der Felswand entlang konzentriert. Teilweise vergaß ich sogar das Atmen, was sich mit einem plötzlichen einatmen bemerkbar machte. Immer wieder kamen einem andere Wanderer entgegen, welche ich innerlich deshalb verfluchte. Bei jeder Biegung hoffte ich, dass es die letzte sein wird. Irgendwann war es das auch und ich ging zur Normalatmung über. Natürlich verbunden mit einer Entschuldigung bei Olaf. Denn ich war ziemlich harsch in manchen Situationen.

    Wir erreichten den Ort "Arona" und hier endet irgendwie der Weg GR131. Aber zuerst gingen wir durch eine Schlucht und dann über Felsen über eine Höhle. Danacht trennten wir uns von dem GR131 nach "Arona" und folgten der Navigation in unserer App.

    Erneut gingen wir zunächst durch eine Schlucht und auf der anderen Seite wieder nach oben. Die zunehmende Erschöpfung forderte ihren Tribut und wir machten im Schatten einer Ruine eine Pause. Dann ging es weiter auf einem Pfad, der als solches eigentlich nicht erkennbar war. Mal schien es dort einen Pfad zu geben, dann war er wieder weg. Dann tauchten igrendwo kleine Steinpyramiden auf und sogleich war keine mehr zu sehen. Es war sehr verwirrend an diesem Berghang zwischen Kakteen und anderen Gehölzen zu gehen. Zumindest könnten wir die Richtung durch die App feststellen und kamen dann nach 45 Minuten auch auf einen größeren Weg. Den folgten wir vorbei an einer Wasseraufbereitungsanlage, was man schon von weitem roch. Aber das hinderte uns nicht in dem nach Klärwerk duftenden Wind unsere Pause zu machen. Wir waren ziemlich erschöpft und tranken auch unser letztes Wasser aus. Dann setzen wir den Weg mit Hoffnung, weil wir schon "Los Christanos" sahen, etwas beherzter fort.

    Tatsächlich erreichten wir bald diese Touristen-Hochburg und es ist immer ein "Kulturschock", wenn man von Stille und Einsamkeit in diesen Trubel kommt. Zunächst gingen wir zum Hafen um unsere Tickets nach "El Hierro" zu kaufen. Fast fassungslos stellten wir fest, dass der Schalter noch geschlossen war. Jetzt noch mehr erschöpft suchten wir unser zuvor herausgesuchtes veganes Restaurant auf - auch das war wegen dem Feiertag heute geschlossen. Dann gingen wir in eine Pizzeria in Hafennähe und tranken zuerst Bier. Danach gab es Bruschetta und Salat bzw. jeder eine "Pizza Vegetaria". Gesättigt und erfrischt, gingen wir dann zum Hafen und kauften die Tickets. Dabei lernten wir nette Leute aus Stuttgart kennen, die nach "La Gomera" wollten.

    Wir warteten bis 19:55 Uhr. Da kam unsere Fähre an - eine recht kleine Fähre der Linie Armas. Wir suchten uns gleich einen Platz am Fenster, stellten die Rucksäcke ab und gingen auf die Aussenterrasse. Eigentlich war die nur für Raucher gedacht. Aber zum Abschied nehmen von Teneriffa reichte das. Teneriffa selbst werden wir in drei Tagen wieder sehen, allerdings nur den Hafen zum Umsteigen auf die Fähre nach "La Gomera".

    Die Überfahrt nach "El Hierro" verlief soweit ganz gut. Zwar schaukelte die kleine Fähre auch, aber längst nicht so stark wie bei der Überfahrt von "Gran Canaria" nach "Teneriffa". Es waren auch nicht viele Menschen an Bord. Nach knapp 2,5 Stunden kamen wir im Hafen "Puerto de la Estaca" auf "El Hierro" an. Zwei Tage zuvor haben wir bei dem Hotel "Boomerang", wo wir nächtigen werden, ein Taxi bestellt. Denn es gab nur den Hafen und sonst nichts. Die nächste Stadt ist knapp 9km entfernt - "Valverde". Mit dem Taxi ginge es im Dunkeln die Bergstraße hoch und die Ankunft im Hotel war schnell erledigt. Man gab uns die Schlüssel vom Zimmer. Keiner wollte unsere Ausweise sehen, was bisher immer notwendig war, und bezahlen brauchten wir erst morgen. Also ab ins Zimmer und geduscht. Alles schien neu zu sein.

    Wir sind gespannt, wie wir den morgigen Tag angehen werden. Heute waren wir ziemlich geschafft und die morgige Etappe könnte Recht lang und speziell für mich mit therapeutischen Ziel - Kampf der Höhenangst - sein. Wir werden morgen entscheiden.
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  • Day26

    Hohe Berge, schroffe Küste

    May 2 in Spain ⋅ ⛅ 17 °C

    So ungefähr wie im Titel, kann man "El Hierro" beschreiben. Als wir gestern Abend in der Nacht mit dem Taxi ins hotel gefahren sind, haben wir zwar bemerkt, dass wir bergauf fahren und das es kurvig war. Ein Blick heute morgen aus dem Hotelfenster brachte die Gewissheit. Wir waren in den Bergen. Es nieselte leicht und die Wolken waren reichlich vorhanden. Später verzogen sie sich.

    Zum Frühstück mussten wir das Hotel verlassen und rechts ein paar Meter die Straße hochgehen. In einem Gebäude, was mich eher an eine Garage erinnerte, war eine kleine "Theke" eingebaut. Dort wurde das Frühstücksbuffet hergerichtet. Zum Standard gab es noch Obst und Kuchen. Für 6€ war das völlig in Ordnung.

    Nach dem Auschecken ging es etwas in den Ort. Wir brauchten etwas Bargeld, sowie Wasser , Kekse und Zahnpasta - hehe. Dann gingen wir los. Entgegen unserer Planung zu Fuß bis nach "Sabinosa" - unserem heutigen Ziel und Bleibe für 3 Nächte, fuhren wir mit dem Bus nach "Las Puntas". Dort wollten wir mit der Besichtigung des (angeblich) kleinsten Hotels der Welt - Hotel "Puntagrande", unseren Weg nach "Sabinosa" beginnen. Warum haben wir uns gegen unsere vorherige Planung entschieden? Wir sind seit 4 Wochen dauerhaft unterwegs, jeden Tag zwischen 25 und 35km bergauf und bergab. Wir sind etwas erschöpft und benötigen eine Auszeit. Deshalb diese "kurze" Wanderung von 19km und keine von 29km über die Berge mit 1400m Höhenunterschied.

    Aber nun zum Weg. Ob das Hotel "Puntagrande" tatsächlich das kleinste Hotel der Welt ist, kann ich nicht sagen. Aber es war klein und lag spektakulär direkt an der Küste. Davon war ein futuristisches öffentliches Schwimmbad, aber geschlossen. Wir gingen ca. eine Stunde auf einen Weg mit Holzbalken an der Küste entlang. Immer wieder kamen dabei Rastmöglichkeiten in Form von überdachten Sitzplätzen mit herrlichen Ausblicken auf das Meer und die Küste. Die Brandung klatschte an die schroffen Felsen und wenn wir uns umsahen, war das Bergmassiv direkt in unserem Rücken. War für eine herrliche Landschaft. Das Bergmassiv ist hier 1200m hoch und fast direkt an der Küste. Nur auf einer schmalen Landmasse gab es ein paar Orte und einer davon war unser Ziel.

    Nach einer Weile ging der Weg etwas von der Küste weg und wir kamen an Plantagen von Bananen und Ananas vorbei. Ein Hubschrauber kreiste über dem Tal und landete auf einem kleinen Platz. Offensichtlich eine staatliche Behörde, welche das Bergmassiv untersucht. Wir entschieden uns für die Landstraße, denn so kamen wir etwas schneller voran.

    An einem Abzweig gingen wir erneut direkt zur Küste und kamen zu der Badestelle "Charco Azul". Direkt an der Küste war eine natürliche Möglichkeit, wo man etwas geschützt gegen die Wellen ins Meer gehen könnte. Alles war sehr felsig und sah spektakulär aus.

    Dann setzen wir unseren Weg fort und entfernten uns etwas weiter von der Küste. Gingen aber in ca. 500m parallel vor dieser etwas oberhalb entlang. Es war ein Wanderpfad der "Camino del Canal" oder "PR-EH 2.3". Dieser Weg ging bis kurz vor "Sabinosa" und bog dann links in die Böschung hoch. Zuerst gut erkennbar, später verwachsen. Wir dachten schon, dass es wieder so ein Pfad ist, denn niemand mehr geht. Dann kamen wir auf eine asphaltierte Straße und diese führte direkt steil hoch in den Ort. Wir folgten ihr, mittlerweile wieder schwitzend und erreichten nach einer kleinen ungenauen Ortsangabe unsere heutige Unterkunft. Die haben wir über Airbnb gefunden. Eigentlich gab es hier nichts bei Booking.com, nur ein teures Spa-Hotel. Das sagte uns aber nicht zu und so wählten wir dann diese von 3 Unterkünften bei Airbnb aus.

    Wir betreten das Gebäude und "Neli" die Vermieterin begrüßte uns herzlich. Dann zeigte sie uns das kleine aber sehr hübsche und gemütliche Haus im Stile eines Cottage und erklärte uns etwas dazu. In guten 10 Minuten war das alles erledigt. Wir packten die Rucksäcke aus und gingen in dem Supermarkt "Tienda de Sabinosa" einkaufen. Ein sehr kleiner Dorfladen mit den Basisprodukten. Wir kauften Wasser und etwas zu Abendbrot. Ich kochte und Olaf duschte. Danach aßen wir auf der Terrasse mit dem direkten Blick auf das Meer unser Abendbrot und beschlossen, dass wir morgen mit dem Bus zum Hafen fahren wo wir angekommen sind und uns dort für die noch verbleibenden zwei Tage auf " El Hierro" ein Auto mieten werden. Auf keinen Fall werden wir 1200m bargauf gehen, dann auf der anderen Seite wieder 1200m herunter gehen und das ganze dann natürlich wieder zurück. Hinzu kommt noch, das der Weg scheinbar direkt am Feldrand sich den Berg nach oben bzw. wieder herunter windet. Das ist nichts für mich. Dann lieber ein Auto nehmen.
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You might also know this place by the following names:

Valverde, VDE, Вальверде

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