Jung, dynamisch und arbeitslos. Und schön. Und bescheiden. Vor allem Sue.
Message
  • Day2

    Vom Mond und anderen Brocken

    March 13 in Switzerland ⋅ ☀️ 2 °C

    Da sind wir also wieder. Bae und ich - on the road again! Dick ist sie geworden, die schöne Sue. Mag an den sechs Monaten Schwangerschaft liegen. Zumindest will sie diesen Umstand umgehend geltend machen. Von mir aus. Da wir in die Berge wollen und mein knuffiger Kleinwagen nicht übermässig Leistung hat, gehe ich aber lieber auf Nummer sicher und verabrede mich mit Tesla-Thomi zum Autotausch. Damit sollten wir es auch mit Zusatzgewicht und Wanderstiefeln locker in die Höhe schaffen. Kaum sitze ich im digitalen Cockpit, übermannen mich die Gefühle. Wie war das schön, als ich noch im eigenen weissen Elektroblitz mit siebenhunderteinundsiebzig Pferden durch die Gegend flog. Damals, bevor wir dann mal kurz für anderthalb Jahre verreist sind. Egal, dank dem lieben Thomi geht es heute in anthrazit zwischen Tiefflug und Gleitmodus ins schöne Valsertal. Hier kommt es her, das berühmte Valser Wasser. Davon will ich zur Begrüssung im Wellness-Tempel aber nichts wissen. Ein Welcome-Cüpli macht bei dem Preis pro Nacht schon mehr Sinn. Finde ich.

    Was wir zwei Turteltauben hier machen? Mini-Moon nennt sich das neudeutsch. Ein letzter Ausflug bevor man dann für absehbare Zeit nicht mehr nur zu zweit ist. War nicht meine Idee. Finde sie aber auch nicht völlig daneben. Grosszügig wie ich bin. In unserem Fall heisst der kleine Mond am Freitag hin, am Samstag da und am Sonntag schon wieder nach Hause. Während hier noch Ski gefahren wird, kommt das für die aufgeblähte Sue natürlich nicht mehr in Frage. Zu gefährlich. Da bleibt nur noch das Laufen. Trinken tut Frau natürlich auch nicht mehr. Wie langweilig. Aber egal, ich kann das auch alleine. Habe ich ja schon oft geübt und alt genug bin ich auch. Frau will dafür am ersten Abend Pizza. War ja klar. Und soll sie haben. Hab ja sowieso nix mehr zu sagen. Nehm ich eben auch eine …

    In meinem Fall ist dies auch mehr als verdient. Hab ja erst wieder vier Tage nix gegessen. Heilfasten nennt sich das altdeutsch. Nicht abnehmen. Soll helfen schön alt zu werden und dabei auch schön gesund und schön schön zu bleiben. Ein bisschen abnehmen tut man natürlich auch. Eine Art Nebenwirkung. Und wenn ich schon dran bin, klatsche ich mir zur Abwechslung keine Atemschutz- sondern eine Beauty-Maske ins Gesicht. Schliesslich muss ich bald mit einem Haufen fünfundzwanzigjähriger Papis auf dem Spielplatz mithalten können, die total hip drauf sind, total viel Sport treiben, total erfolgreich im Leben stehen und einfach total cool sind. Wie ich. Quasi.

    Wellness geht zum Glück auch mit Baby-Wampe. Sonst hätte das schöne Baldmami nicht viel von der verfügbaren Infrastruktur. Die kleine Boje treibt denn auch ohne Anstrengung an der Wasseroberfläche und lässt Seele und Gliedmassen baumeln. Hat sie sich auch verdient. Schliesslich hat die Werdende die letzten sechs Monate ohne nennenswerte Aussetzer und unangebrachte Beziehungs-Forderungen bestanden. Dafür habe ich sie sehr lieb. Für die passend zum Bauch gewachsenen Hupen natürlich auch. Die spontane, abendliche Diskussion zur noch ausstehenden Hochzeit - nein, es gibt noch keinen Termin und auch keinen Plan! - wird dann allerdings unerwartet schwierig. Obwohl ich angefangen habe. Aber wie ordnet man und Frau den Freundeskreis in Gruppen ein? Wer schafft es zum Apéro? Wer zum Dinner? Und wer darf sogar mit nach Ibiza? Was, Ibiza steht nicht zur Diskussion? Dann komm ich auch nicht! Scheiss Fest.

    Weniger unsere Hochzeits- und vielmehr die allseits beliebte Corona-Diskussion ist in den Medien allgegenwärtig. Was macht der Bundesrat für Ostern? Gehen die Terrassen auf und darf Oma zum Brunch kommen? Was dürfen die Restaurants und wieso hab ich noch immer keinen Impftermin?! Der Hotellerie hier scheint das alles ziemlich egal. Beim Frühstück, in der Bar für pre-Dinner Drinks oder beim Dinner selber. Faktisch bewegen wir uns stets in einem gut gefüllten Restaurant mit gesicherter Auslastung dank fehlender Alternativen für die Hotelgäste. Ob ich das gut finde? Hm, irgendwie nicht. Ob man darum alle Gaststätten öffnen sollte? Hm, irgendwie nicht. Ob man eher alle Hotels schliessen sollte? Hm, irgendwie nicht. So richtig konsequent sind die Regeln - und wir - irgendwie nicht. Aber das sind wir mit unseren Diät- und Neujahrsplänen ja auch selten. Ausser die schöne Sue natürlich. Der kleine Klops macht immer alles richtig. Und schön. Und. Und viel. Und und und …

    Samstag ist Wandertag. Dank gewohnt grossartiger Vorbereitung bewegen wir uns wie zu unseren besten Weltreisetagen. Ich voraus, den Bergpreis fest im Blick, die kleine Sue tapfer hinterher. Allerdings scheint mein Baby-Brocken die Sache hier etwas gelassener anzugehen. Wohl um den Braten in ihren ausgebeulten Umstandshosen nicht übermässig zu stressen. In der Folge gewinnen wir keinen einzigen der locker greifbaren Bergpreise. Sogar wenig rüstige Rentner lassen uns stehen. Mit und ohne Stöcke. Ich schäme mich. Für Sue. Ich tue mir in erster Linie leid. Denn anders als sonst trage ich sogar den Rucksack die ganze Zeit. So bin ich eben. Und trotzdem reicht es nicht. Verdammt. Zur Strafe initiiere ich beim Abstieg einen kleinen Abstecher auf die Piste, da das Laufen auf der Strasse total uncool ist. Wie wir wenig später aber merken, gilt das auch für den überoptimistischen Abstieg über eine vereiste, schwarze Piste. Wenn sich Sue auf den Arsch legt, ist mir das ja noch egal. Nein, ich würde es sogar begrüssen und von ganzem Herzen abfeiern. Aber meinem Sprössling will ich das dann doch nicht antun. Auch wenn Sue im Moment deutlich weicher landet als noch vor einem halben Jahr. Steigen wir die gefühlten hundert Höhenmeter eben wieder auf. Ich finds toll. Sue nicht.

    Nach knapp sechzehn Kilometern zu Fuss auf und am felsigen Berg haben wir uns das heisse Bad im siebenunddreissiggrädigen Aussenpool und das vier Grad kühle Weissbier von der Pool-Bar total verdient. Den noblen Mehr-Gänger aus lokalen Produkten zum Dinner natürlich auch. In meinem Fall standesgemäss mit passendem Wine-Pairing, an dem auch der auf Lebzeiten gewählte Präsi von unserem Weinclub seine wahre Freude gehabt hätte. Ganz grosses Kino. Kleinlich ist man hier oben nicht und es wird auch unaufgefordert gerne mal nachgeschenkt. Und als die beiden lokalen Pinots ganz zufällig auf unserem Tisch stehen bleiben, mach ich das hastig weggekippte Glas eben selber voll. War sicher so gemeint. Ziemlich sicher. Für Sue gibts Quellwasser. So viel sie will.

    Und dann ist unser Mini-Moon-Weekend auch schon wieder vorbei. Zum Abschied gibts sogar noch ein wenig Neuschnee. Mal schauen wie der Musk’sche Autopilot damit umgeht. Bin gespannt. Auf den kleinen Prinzen in der Mache natürlich auch ...
    Read more

    Törky

    Ja Mensch! Herzlichen Glückwunsch! Ihr werdet also Eltern! Spannend!

    3/14/21Reply

    Herzlichen Glückwunsch natürlich auch aus Gronau. 🙋🏼‍♀️ [Margrit]

    3/15/21Reply
    Kienzli Frisch

    iiiiihihihihihihiiii 😜😊

    3/15/21Reply
    2 more comments
     
  • Explore, what other travelers do in:
  • May21

    Coron-i, Coron-a. Corononida.

    May 21, 2020 in Switzerland ⋅ ☀️ 15 °C

    Keiner mag es. Dieses Corona, Covid-19, SARS-CoV-2 oder wie die Sau auch immer heisst. Ist ja auch eine wirklich beschissene Zeitgenossin. Doch es geht bergauf. Also die Zahlen runter und wir den Berg hinauf. Die Lockdown-Lockerung kommt uns irgendwie gelegen und wir nehmen zur Abwechslung die steilste Standseilbahn der Welt. Das Teil bringt uns im Eiltempo rauf auf den Stoos. Wer baut eigentlich sowas? Einhundertundzehn Grad steil geht es in Lichtgeschwindigkeit gefühlt senkrecht nach oben. Quasi ein Lift. Mir ist schon wieder schlecht. Aber nicht wegen dem übertrieben steilen ABB-Lift, sondern wegen dem übertrieben steilen Gestern. Im Wald war ich. Mit drei unmaskierten Musketieren, die mich zum runden Geburtstag kreativ beschenkt haben. Ein mehrtägiger Ausflug wird es werden, bei dem die Würfel über alles entscheiden. Wirklich alles. Das jeweilige Transportmittel, Richtung, Distanz, jegliche Aktivitäten, das Verweilen, Weiterreisen oder das Nachtlager. Aber auch jedes Getränk und jeder Imbiss. Ja sogar wann einen der verdammte Wecker aus dem Schlaf reissen soll. Ein Spiel der Spiele. Gut möglich, dass wir damit noch richtig reich werden. Zumindest die anderen. Ich hab ja schon Sue. Gestern ging es allerdings erst um einen virtuellen Testausflug, der uns an die deutsche Grenze und nach Zurich Downtown bringt. Getrunken wurde reichlich. Sowohl virtuell als auch tatsächlich. Von daher überrascht weder der brummende Schädel noch der rebellierende Magen. Die Tatsache, dass mich die schöne Sue frühmorgens aus dem Bett und an den Start der Stoos‘schen Gratwanderung schafft hingegen schon. Scheiss Pärchenzeugs.

    Während die ganzen Pärchen wie es sich gehört eng umschlungen die kitschige Aussicht bewundern, gilt es ausserbeziehlich die zwei Meter Luftpolster aufrecht zu erhalten. Allerdings ist dies im Gegensatz zu den gestrigen Getränken definitiv mehr virtuell als tatsächlich. Man(n) gibt sich Mühe und hat die selbige. Masken hat hingegen niemand. Auch nicht Corina. So heisst die komische Tante wahrscheinlich, die das Covid-Memo offensichtlich nicht gelesen hat, sich einfach nur tierisch auf den Tag in den Bergen freut und die kurze Bergfahrt ununterbrochen labert und ekliges Ärosol in der Kabine verteilt. Es hat aber auch sonst viele Wanderfüdle. Teils auch richtige Ärsche. Wie Corina. Apropos Arsch. Ich muss noch auf Klo bevor es losgeht. Nein, nicht brechen. Aber fast. Denn man merkt (im Sitzen) sofort, dass wir an einem beliebten Hotspot für ausländische Touristen sind. Für einige von ihnen ist auf der Innenseite der Toilettentür scheinbar eine visuelle Bedienungsanleitung nötig. So ein Kack-Tutorial hätte ich am Loch aka „The Holy Hole“ in Myanmar auch gerne gehabt. Gab es aber nicht. Da haben es die schweinischen Kloschüssel-Steher doch einiges einfacher bei uns. Ob in der Vergangenheit schon jemand auf meine Brille gekackt hat? Und braucht es den Aufkleber bei den Frauen eigentlich auch? Ich hab keine Ahnung. Sue auch nicht. Nicht dass ich gefragt hätte. Aber was weiss sie schon? Hoffentlich den Weg.

    Und tatsächlich, während ich mich einfach dem Schicksal der Feiertags-Wanderung trotz Corona - und Corina - ergebe, ist Sue‘s Wanderarsch wie gewohnt professionell vorbereitet und der Rucksack entsprechend gepackt. Wir starten steil und mit ebenfalls gewohnt hoher Pace in den Berg. Nach zirka vier Minuten bin ich bereits am Ende und will eigentlich nur noch nach Hause. Scheiss Bergluft. Verdammte Corina. Natürlich lasse ich mir die überraschend frühe Baisse nicht anmerken. Wieso auch? Habe ja erst noch geprahlt, dass mir das bisschen Hoch- und Runterlaufen am Wanderarsch vorbei geht und ich mich am Abend noch mit dem ehrgeizigen Kurt zum Tennis treffe. Also Tempo hoch halten. Wir wollen das Ding hier ja gewinnen. Ich zumindest. Die Panorama geniessende Sue scheint da etwas gelassener. Oder sie versteht den Wettbewerb einfach nicht. Egal, für mich geht es um alles!

    In der Folge kämpfen wir uns ohne Pause auf die Spitze des Klingenstocks. Die erfreuliche Bilanz: Siebenundzwanzig schwache Menschen und zwei gelangweilte Hunde überholt und jeden, der an uns vorbei wollte, den Abgrund hinuntergestossen. Nötig war das zum Glück nie, aber ich wäre bereit gewesen. Wohl auch deshalb grinst die kleine Sue, kaum haben wir das erste und für den heutigen Tag beschwerlichste Ziel erreicht. Die letzen Meter schnaubt die Holde zwar wie ein Nilpferd das sich über Besuch freut. Aber egal, jetzt sind wir oben und laben von ihren durchdacht gepackten Gaben. Auch der Grat-Pfad mit seinem ständigen auf und ab zum Fronalpstock ist trotz der ganzen Wanderärsche echt schön. Das gilt auch für das Dösen auf einer sonnenverwöhnten Bergwiese. Und Sue.

    Tennis habe ich dann auch noch gespielt. Und verloren. Wahrscheinlich wegen Corina. Oder Corona. Oder weil ich eine Pfeife bin. Da bin ich mir noch nicht sicher. Kurt schon.
    Read more

  • Day18

    Flambierte Riesenrüssel

    March 1, 2020 in Switzerland ⋅ ⛅ 9 °C

    Das letzte Dinner hat es nochmals in sich. Dreihundert Gramm Chateaubriand gönn ich mir. Flambiert im Teller. Optisch keine Bombe, aber was drin steckt entbehrt jeglicher Beschreibung. Erinnert mich irgendwie an ... mich. Oder auch nicht. Egal, das zarte Stück Kuh schafft es definitiv in meine Top-3 der besten Stücke meines Lebens. Das andere war irgendwo in Argentinien - in diesem komischen Kirschendorf Los Antiguos - als ein unscheinbar wirkendes Bife de Chorizo sämtliche Emotionen auslöste, die ein Mann in mittlerem Alter durchleben kann. Alle. Ja und das Dritte muss eine Cervelat gewesen sein. Oder Fleischkäse. Ich weiss es nicht mehr. Sue auch nicht.

    Bevor wir auch diese kleine Reise ad acta legen, verdienen die spärlich gesäten Uber-Fahrer von Franschhoek noch eine Erwähnung. Die Bitches. Glücklich ob der ganzen Leckereien buche ich wie gewohnt eine Fahrt vom schönen Restaurant in unser schönes Airbnb. Doch als ob ich mit einem Fluch belegt wäre, wird die Fahrt drei Mal angenommen und kurz darauf vom jeweiligen Vertragspartner am anderen Ende wieder gecancelt. Drei Mal! Ja und Sue? Klar, bei der hübschen Sue steht der blöde Arsch genau eine Minute später vor der Tür. Als ob er den ganzen Abend nur auf sie gewartet hat. Keine Ahnung wie ich das verdient habe. Oder Sue. Habe natürlich sofort mein Profilbild angepasst. Ist jetzt ein Elefant. Mit Riesenrüssel.

    Ansonsten verläuft die Heimreise angenehm unspektakulär. Der Nachtflug mit Qatar über Doha ist ganz ok. Der ÖV nach Hause eigentlich auch. Auf jeden Fall besser als drei Mal von Uber-Bitches gecancelt zu werden. Und da ich auf der Reise sonst kaum gejammert habe, verdiene ich mir einen frischen Kaffee auf unserer schönen Terrasse. Zuhause ist es ja eh am Schönsten. Zumindest wenn Sue zu Hause ist ...

    So, jetzt gehts zum coolen Ian. Der hat nämlich heute Geburtstag und wird zwei. Darum: Totsiens!
    Read more

    Sebtravel

    Beautiful landscape 🙌

    3/4/20Reply
    Amigo voyage

    welcome to my town in Algier , Sie sie Schônen ;)

    3/9/20Reply
    sara zk

    we are waiting for more pictures 😍

    3/11/20Reply
     
  • Day4

    Sex in der Umkleide

    September 1, 2019 in Switzerland ⋅ ⛅ 19 °C

    Die Feier beginnt gegen neun Uhr abends und endet mit dem Frühstück um sechs oder sieben Uhr in der Früh. So will es der lokale Brauch. Und so lautet unser Plan. Meine Feier beginnt allerdings schon um 19:00 in Zimmer 314. Symeon und Michail haben zwei Flaschen Rum und Gin im Duty Free erworben und teilen das begehrte Gut gerne mit einem verzweifelten Trinker wie mir. Geili Sieche! „Vorglühen“ könnte man es nennen oder den verzweifelten Versuch, eine nüchterne Hochzeit ausgiebig und gebührend vorzufeiern. Und siehe da, die marokkanische Braut und der litauische Bräutigam machen ebenfalls kurz Halt in Zimmer 314. Macht Sinn. Drei übertrieben starke Drinks und zwei siebzigprozentige Shots aus litauischer Eigenproduktion später geht es auch schon los. Ich freu mich auf die Nacht. Sue auch. Für die erste volle Stunde sind wir allerdings die einzigen Gäste und als gegen Zehn die nächsten Gäste eintreffen, bin ich schon wieder nüchtern. Fuck.

    Einige Gäste sehen in uns zwei eine unheilige Allianz zwischen der bezaubernden Blake Lively - ihres Zeichens erfolgreiche Schauspielerin und Ehefrau vom lustigen Ryan Reynolds - und einem herausgeputzten Heisenberg - seines Zeichens Meth-Chefkoch und furchtbar schlechter Ehemann. Naja, berühmt sind sie beide. Irgendwie. Herausgeputzt wird heute Nacht neben mir auch die strahlende Braut. Ganze sechs(!) Outfits präsentiert die Schöne im Laufe der Nacht. Passend dazu wird auch das Sofa jeweils neu bezogen, zu welchem sie standesgemäss in einer ebenfalls zum jeweiligen Kleid passenden Sänfte getragen wird. Das gefällt der kleinen Sue natürlich - wie jedes Mädchen im Herzen immer noch ein wenig Prinzessin. Ich für meinen Teil hoffe ja, die zwei Turteltauben hatten schon vor der Ehe Sex. Denn in dieser von Outfits, Essen und Tanzen geprägten Hochzeitsnacht wird das bestimmt nichts. Wobei, vielleicht in der Umkleide bei einem der fünf Kleiderwechsel? Man weiss es nicht.

    Eine wirklich interessante Erfahrung so eine marokkanische Hochzeit. Immer kitschig und laut mit viel Gejohle, das ein wenig an das Gebrüll von Minaretten erinnert. Und so eine alkoholfreie Nacht bringt durchaus auch Vorteile. Neben der Halbierung der Kosten kommt es hier zu keinerlei Totalausfällen von „komischen Onkels und Tanten“, die es in jeder Familie gibt und die ab dem zweiten Glas Wein die eh schon schwache Contenance vollends verlieren und nicht selten wegen Nichtigkeiten unerwartet blutige Schlägereien mit dem Service-Personal anzetteln. Sowas gibt es hier nicht. Das einzig Aggressive das ich gegen vier Uhr morgens beobachte, ist ein offensichtlich genervter Sexjähriger, der einem offensichtlich unnötig nervigen Fünfjährigen mit geballten Fäusten ordentlich auf die Fresse gibt. Kinder eben. Apropos Fresse, was nach einer Nacht voller Wasser und Tee ebenfalls ausbleibt, sind die Kopfschmerzen sowie die staubtrockene und ätzende Fresse am nächsten Morgen. So gesehen eine gute Sache. Aber das mit der Zeit!? Die traditionelle Hochzeitstorte wird doch tatsächlich erst um viertel nach fucking Fünf angeschnitten. Eine Zeit, zu welcher die meisten Gäste - Zuckerschnute Sue gehört nicht dazu - das Interesse an Torte schon lange verloren haben. Für die gibt es als Alternative lecker Frühstückssuppe mit Einlage. Lustiges Volk.

    Wir schlafen für ein Mal bis weit in den Tag, sind ab 14:00 ohne Hangover ungewöhnlich schnell wieder auf den Beinen und auf der Suche nach Black-Soap, Argan-Öl und sonstigem Kosmetik-Ramsch. Also Sue. Mich zieht es relativ schnell in die Gegenrichtung zu Beach-Bar und Mojito. Diniert wird dann zur Freude Sues wieder zusammen und in Begleitung von London-Chics und Brautpaar und zu meiner Freude mit einem erstaunlich leckeren Weisswein aus der Region. Alles in allem also wieder ein Happy-End.
    Read more

    Sue and Pasci

    Nur um sicher zu gehen, dass hier keine Missverständnisse entstehen. Die schöne Sue und ich waren lediglich Gäste einer marokkanischen Hochzeit ... 🤔😌 ... Selber heiraten tun wir dann gerne mit Alkohol. Und zwar reichlich ... 😄😘

    9/1/19Reply
    Michael Bitterli

    Achso ich dachte schon ihr wolltet extra alles alleine und besonders ohne alle heiraten...dann nehme ich es zurück und wünsche weiterhin eine schöne Reise 🧳 Du hast aber auch mal wieder sehr verschlüsselt aber wie immer schön geschrieben. LG und sorry bin voll drauf reingefallen 🙈😂

    9/1/19Reply
    sarra achem

    j aime les traditions marocaines

    3/11/20Reply
     
  • Day501

    Das Fazit. Dann ist Schluss.

    June 1, 2019 in Switzerland ⋅ ☀️ 20 °C

    Sooo, einen hab ich noch. Also wir. Bevor sämtliche Erinnerungen der vergangenen sechzehn Monate dem sommerlichen Alkoholkonsum zum Opfer fallen, wollen die schöne Sue und ich doch noch ein letztes Mal retrospektieren. Ein Fazit ziehen. Quasi das Schlussbouquet nach drei Wochen Schweiz. Und wie es sich für total wichtige Influencer wie uns gehört, einfach alle nochmals wissen lassen, was für eine unfassbar geile Zeit wir hatten. Meistens zumindest. Das dürften auch die lustigen Portrait-Timeshutter beweisen. Oder auch nicht. Egal. Was waren also die spirituellsten High- und die schlimmsten Lowlights, die grössten Learnings und die hellsten Erleuchtungen, die scheusslichsten Speisen oder die irrelevantesten Statistiken? Letzteres sind definitiv die 396 Weine, die wir auf einer Strecke von 0,4x zum Mond degustiert und wovon wir nur die Maulbeer-Pisse in Vietnam nicht ausgetrunken haben. Aber schön der Reihe nach …

    Die einfachste Erkenntnis - und wohl die grösste Überraschung für alle initialen Zweifler meiner Reise- und Anpassungsfähigkeit - ist schnell formuliert: Eine Auszeit nehmen und die Welt bereisen ist viel einfacher, als man und Frau denkt! Selbst mit Nachwuchs ist solch ein Abenteuer problemlos machbar, wie uns unzählige Familien mit teils übertrieben kleinen Kindern während der Reise bewiesen haben. Das vorübergehende Ausscheren aus der Komfortzone und das gefühlte “Verlieren” von so unendlich wichtigen Dingen wie einem Einkommen, einer Wohnung oder einem Auto sind unfassbar kurz. Die Komfortzone stellt sich bei Gewohnheitstieren wie uns Menschen innert kürzester Zeit wieder ein und anders als bei der Rauchentwöhnung, ist nicht nur der effektive Entzug nach wenigen Tagen überstanden, sondern man gewöhnt sich auch genauso schnell an den neu gewonnenen Minimalismus. Nichts ausser einem Rucksack zu haben, ist absolut befreiend! Vor allem wenn eine furchtbar dicke Kreditkarte drinsteckt. 

    Natürlich ist die gewonnene Freiheit nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist noch viel geiler. Es sind all die Dinge, für die man sich nun Zeit nimmt und die man erlebt. Alleine, zu zweit oder als Gruppe. Länder, Kulturen und Menschen die man entdeckt. Also keine unentdeckten Urvölker mit Pfeil und Bogen, die noch nie Kontakt zu Menschen hatten. Die sind gefährlich. Aber sonst so Menschen, die erfrischend anders sind und denen man in der Schweiz oder in den Ferien wohl nie begegnen würde. Und man tut auch all die Dinge, die man eigentlich nie tun wollte. Ich meine jetzt nicht den in diversen Posts verarbeiteten Pärchen-Scheiss oder all die anderen perversen Dinge, die dem abgelenkten Leser nun durch den Kopf schiessen. Nein, ich rede vom Tauchen mit Haien und in Höhlen, auf dem Arsch einen aktiven Vulkan hinunterrutschen, mit Kerze und Badehose bewaffnet durch überflutete Höhlen hetzen oder im Stehen in ein Loch kacken. Grässliche Dinge eben, die dann entweder doch nicht so grässlich sind oder einen unerwartet stark faszinieren und total Spass machen. Genau, wie das mit dem Loch.

    Leider kommen auch wir neben der Brechreiz-Geschichte mit dem Loch nicht um diesen einen Brechreiz verursachenden Quacksalber-Satz herum. Aber “es gibt einfach viel zu viele Highlights, als dass wir sie alle in nützlicher Frist oder noch in diesem Leben aufzählen könnten”. *Kotz*. Aber es stimmt. Leider. Oder auch nicht. Wir können ganz einfach keines der 20’000 geschossenen Fotos oder der 2’000 gedrehten Videos anschauen, ohne uns an eines dieser Highlights zu erinnern. Und damit sich dies auch in den nächsten fünfzig Jahren und mit fortschreitender Verblödung nicht ändert, umfasst unser nun abgeschlossenes Tagebuch neben einer hart umkämpften Auswahl von Fotos und Videos auch stolze 100’000 Wörter. Aber genug vom blumigen Brechreiz. Wenn wir als unerwünschte Inspiration trotzdem einzelne Orte oder Länder zuoberst oder zuunterst auf eine imaginäre und völlig sinnlose Liste setzen müssten, sähe das wie folgt aus: Die Destination mit der grössten Wow-Dichte? Die Galapagos-Inseln. Die Länder mit dem grössten Überraschungspotenzial? Pablo’s Kolumbien und der islamische Iran im positiven Sinne, shity Aserbaidschan im negativen. Das schlimmste Erlebnis? Für mich der erste von zwei und den gesamten Mundbereich ausfüllende Zahnersatz in Panama, für Sue die eingesperrten oder bereits ausgenommenen Hunde und Katzen auf dem Fleischmarkt in Yangshuo, China. Aber beim Vergessen der Lowlights hilft zum Glück das selektive Gedächtnis, das wir den liebenswerten Kolumbianern abgeschaut haben. Ausser das mit dem Loch. Da scheint ein Vergessen eher schwierig.

    Genossen … ähh, gegessen haben wir die Hunde und Katzen sowieso nicht. Zumindest nicht bewusst. Auf dem Teller landete meistens das, was uns schon mehr oder minder bekannt war und davon nicht selten reichlich. Ab und zu wurden wir von einem stinkenden Schafbock überrascht, doch wie so vieles, haben wir auch das überlebt. Verdammtes Aserbaidschan. Die durchschnittlichen 2,5 Tage im selben Bett und somit 184 Mal Packen haben uns in erster Linie Offenheit und die Freude am Minimalismus gelehrt. Und das sind auch die Dinge, die wir um jeden Preis in unser altes, neues Leben mitnehmen wollen. Uns, unserem Umfeld und unserem Planeten zu liebe. Natürlich gehört auch das bereits mehrfach erwähnte Geburtsglück zu den erleuchtenden Erkenntnissen. Diesbezüglicher Stolz in irgendeiner Form sind aber gänzlich unangebracht. Stolz kann man auf Dinge sein, die man erreicht hat. Für die man gearbeitet und gekämpft hat und die einen nachweislich positiven Einfluss auf unsere Gesellschaft haben. Nackt, hilflos und ausgesprochen hässlich an einem bestimmten Ort geboren worden zu sein, gehört definitiv nicht in diese Kategorie. Aber genug geschwafelt, schliesslich zählen weder Gedanken noch Worte wirklich. Das tun einzig Taten. Auf die darf man stolz sein. Und das gilt auch fürs Loch.

    Auf was wir uns aber auch nach stundenlanger Überlegung keinen Reim machen können, ist die äusserst mysteriöse “55er”-Korrelation. Also nicht die 55-Stunden-Bar der Heuröpfler, die macht total Sinn. Aber während den 150’000 zurückgelegten Kilometern in 56 Flug- und 127 Landfahrzeugen - vom alten, amerikanischen und mit 20 Marktverkäufern und 30 Hühnern geteilten Schulbus in El Salvador, über die für 12 Personen zugelassenen und mit 25 Personen gefüllten Minibusse in … hm, fast überall auf der Welt, zu umgebauten, indischen und frontscheibenlosen Offroad-Lastwagen in Afrika, bis hin zu Luxus-Reisecars mit Schlafsitzen und Porno-Beleuchtung in Argentinien - haben wir im Schnitt alle 55 Tage Pinguine gesehen, alle 55 Tage gestritten und alle 55 Tage etwas verloren. Da muss es einen Zusammenhang geben! Klauende Pinguine, die von der geflügelfreundlichen Sue unterschwellig, aber kategorisch und gegen mein Bauchgefühl in Schutz genommen wurden und so unbemerkt einen Keil zwischen uns trieben? Oder ein Universum, das uns nach dem unnötig schludrigen verhühnern meist wertloser Gegenstände und dem daraus entstandenen gegenseitigen Unmut übertrieben süsse Frackträger zur Versöhnung schickte? Ich hab keine Ahnung. Sue auch nicht. Drum lassen wir das jetzt. Wie das mit dem Loch.

    Doch was ist nun unser Fazit? Oder was wäre die Antwort auf die Frage, ob wir so eine Reise nochmals unternehmen und jedem empfehlen würden? Sue? Logo. Pasci? Hm, jup.

    Es grüssen zum letzten Mal von dieser Reise,
    die schöne Sue & … Pasci

    *** WICHTIGER “freiwilliger” Nachtrag ***

    Zu allerletzt im allerletzten Post möchte ich dem allerersten Marc noch sagen, dass ich mich - entgegen der in einem Fall offensichtlich falsch verstandenen Darstellung in meinem Brief an Greta - unendlich über den Besuch in Melbourne gefreut habe. Und das bisschen CO2 für den kurzen Flug nach Australien und zurück habe ich heute früh via South Pole sauber erledigt. Die verursachten 6 Tonnen CO2 werden nun von einem Projekt in Thailand kompensiert, welches Methan aus dem Abwasser einer Stärkefabrik sammelt und so nachhaltige Energie erzeugt. Soo wichtig ist mir der Marc. Und die Umwelt.

    *** Mein Dad hätte mich sonst enterbt ***
    Read more

  • Day485

    Brief an Greta

    May 16, 2019 in Switzerland ⋅ ⛅ 13 °C

    Liebe Greta

    Du hast ja in letzter Zeit ganz schön viel um die Ohren. Ziemlich viel Wind gemacht für ein sechzehnjähriges Mädel. Aber es geht ja auch um alles!

    Wir sind dankbar und froh, nimmst du das alles auf dich. Menschen brauchen diese Art von Führungsfiguren. Ein Gesicht, das für eine Vision und eine Message steht. Für die unverhandelbare Aufforderung zum Handeln. Dass du in diesem Fall die Kinder dieser Welt vertrittst, macht dein unkonformes Auftreten umso mächtiger und kraftvoller. Bitte mach weiter, bis wir diese Krise zusammen überstanden und die Welt gerettet haben. Natürlich wird es unzählige Menschen geben, die Dich denunzieren und lieber in der Schule anstatt auf politischen Podien sehen wollen. Das sind entweder Klimaleugner - eine Frage des Verstandes - oder „Erwachsene“, die sich grundsätzlich nichts von „Kindern“ sagen lassen - eine Frage des Egos. Beide sind zu ignorieren und gesellschaftlich mit Ächtung abzustrafen. Die Pappnasen. Du hast nicht nur unsere seelische Unterstützung, sondern auch unser Wort, dass wir unseren Teil zur Rettung der Erde beitragen.

    Dies von zwei vom Geburtsglück geprägten Schweizern zu hören, die in den letzten 480 Tagen zusammen mal eben 38 Länder besucht und 150’000 Kilometer - viele davon im Flugzeug - zurückgelegt haben, klingt jetzt sicher wie Hohn in deinen kleinen Ohren. Aber gib uns bisher ignoranten Sündern eine Chance. Wir haben in der Zeit vieles von und über die Welt gelernt, Wunderschönes aber auch Übles gesehen und wir sind noch nicht verloren. Versprochen. Hier ist unser zweistufiger Plan: In einem ersten Schritt beziffern wir den negativen Effekt, den unsere Weltreise verursacht hat und finden einen Weg, diesen sinnvoll und effektiv zu kompensieren. Zugegeben, das ist weit weniger sinnvoll als Vermeiden, aber immer noch sinnvoll. Insbesondere wenn man sich dies wie fast jeder in der westlichen Welt locker leisten kann. Im zweiten Schritt widmen wir uns der künftigen Vermeidung von Treibhausgasen und sonstiger Naturverschmutzung im täglichen Leben sowie den politisch/gesellschaftlichen Veränderungen, die unabdingbar und dringend nötig sind.

    Also, Schritt 1: Wie du wohl selber weisst, ist es verdammt schwierig, CO2-Zahlen und wirklich vergleichbares Material über mehrere Länder hinweg zu erhalten. Das Internet bietet einen wilden Mix aus diversen Verbraucher- und Verursacher-Statistiken. Oft reduziert auf lediglich fossile Brennstoffe, den Verkehr oder dergleichen. Wir haben es trotzdem versucht. Glaubt man den offiziellen Quellen, verschulden wir zwei in der Schweiz auf grossem Fuss und verbrauchstechnisch leicht überdurchschnittlich lebend je etwa 15t CO2 pro Jahr. Das ist viel zu viel wirst du jetzt sofort sagen. Zurecht. Aber eins nach dem andern. Dank aufwändiger Recherche haben wir für die meisten der knapp vierzig relevanten Länder vergleichbare Verbraucherstatistiken gefunden und die übrigen Länder total ausgeklügelt mit vergleichbaren Nachbarländern extrapoliert. Ausserdem haben wir für die relevanten 16 Monate jede Schiff-, Bus-, Zug- und Autofahrt, sowie jeden Flug im Detail dokumentiert und CO2-technisch bewertet. Scheiss viel Arbeit und nur dank der einen oder anderen Flasche Rotwein machbar.

    Du hast natürlich recht, fliegen ist im Vergleich immer katastrophal. Dafür produziert das Übernachten in einem abgelegen Dorf in Myanmar mit zehn anderen Spinnern in einem ungeheizten Raum und nur mit Wolldecken gewärmt weit weniger CO2, als in der Schweiz zu zweit eine Flasche Schampus im auf 37 Grad geheizten Whirlpool zu schlürfen. Ist also nicht nur negativ, dieses Reisen. Und wir sind ja nicht so bescheuert, für lediglich 10 Tage mal kurz nach Australien und wieder zurück zu fliegen. Das machen andere. Im Resultat haben wir in den letzten 16 Monaten je sagenhafte 29t CO2 verursacht. Das sind rund 9t CO2 mehr, als wir in unserem alten Leben in der gleichen Zeit verursacht hätten. Hmm, nicht gut. Die Kompensation für diese 9t CO2 liegt gemäss South Pole (https://shop.southpolecarbon.com/de/) bei etwa CHF 180. Aber du hast natürlich schon wieder recht, wir sollten unser altes Leben gar nicht erst als Standard nehmen. Schliesslich sind unsere 15t CO2 pro Person und Jahr nicht kompatibel mit unserer Erde. Die verträgt nämlich nur etwa 2,3t CO2 pro Person und Jahr. Demnach haben wir für die letzten 16 Monate ganze 26t pro Person zu kompensieren, was gemäss South Pole für CHF 500 zu machen ist. Das sind nur gerade 1,25% der entstandenen und mit beiden Händen ausgegebenen Reisekosten. Also nichts im Vergleich. Das unterstützte Projekt beschäftigt sich mit der Wiederaufforstung illegal gerodeter Wälder in Kolumbien. Pablos Koksfelder haben offensichtlich ziemlich Platz gebraucht.

    Wie schon erwähnt, ist die Kompensation mit Geld natürlich nicht die beste Lösung. Vermeidung ist der Schlüssel. Aber es ist ein veritabler Ansatz zur Wiedergutmachung entstandener Schäden. Und wir reichen Säcke sollten genau da anfangen. Natürlich ist dies nur ein Teil - oder eben Schritt - und es braucht noch viel politische und gesellschaftliche Bewegung, um in der Schweiz auch nur ansatzweise auf 2,3t CO2 pro Person zu kommen. Heute ist dies praktisch nicht möglich. Der bisherige Ansatz des Bundesrats - man setzt auf freiwillige Umsetzung der Klimaziele - wird uns nicht schnell genug weit genug bringen. Und damit sind wir auch schon bei Schritt 2: Freiwillig ist gut. Wir sollten alle freiwillig weniger Fleisch essen - ACHTUNG, ich hab gesagt “weniger”, nicht “kein”, verdammte Karnivoren wollten mich schon mit einem Shitstorm eindecken -, regionale Produkte wählen, weniger Dinge wegschmeissen, ausschliesslich erneuerbare Energie konsumieren, den Zug anstelle vom Flieger nehmen, Elektroautos kaufen, und und und. Und den verbleibenden “Fehlbetrag” sollten wir alle freiwillig kompensieren. Sofort und jedes Jahr. Und genau diese Dinge werden wir zwei tun. Konstant und nachhaltig. Und wenn es um die Politik geht, ist unser Kredo klar: Man muss nicht “radikal links” stehen oder ein "Gutmensch" sein, um zu kapieren, dass wir Gesetze und Vorgaben brauchen, um unser Leben und Wirken mit der Kapazität unserer Erde in Einklang zu bringen. Jetzt. Nicht in 50 Jahren. Auch wenn dies “kostet”. Denn niemand kann sich den Preis für ein Versäumnis leisten. Nicht einmal Mr Bezos.

    Also, liebe Greta. Wir arbeiten ab sofort jeden Tag daran, dass die Mischung aus “grün” und “liberal” auch bei uns funktioniert. Andere Länder und Du machen es ja schon vor. Und Veränderung ist immer auch eine Chance mit viel Potential in alle Richtungen. Du weisst das natürlich schon alles. Wir jetzt auch.

    Keep going!

    Sue & Pasci
    Read more

    Michael Bitterli

    Toll geschrieben, ich rege mich jedesmal auf wenn ich von Münster nach München und zurück für Meetings fliege und CO2 verursache und das in der heutigen Zeit von Videokonferenzen, aber manche Termine müssen physisch sein , dafür zwei Tagesreisen Zug oder Auto sind keine Alternative... Ich versuche es im Kleinen: Photovoltaik, Erdwärmepumpe mit Ökostrom, Lüftung mit Wärmerückführung, Bienen 🐝 und Insekten 🐜 freundlicher Garten...es gibt noch viel zu tun...es gilt nicht reden sonder machen auch in kleinen...LG und Pasci und Sue ich gratuliere euch zum nächsten Schritt zu zweit und eure Weltreise hat so viele die daran teilhaben konnten , ohne CO2 zu produzieren, inspiriert und gefreut habe selten so gerne gelesen und Bilder angesehen wie auf Eurer Reise ❤️😘

    5/16/19Reply
    Sue and Pasci

    Danke Dir! 😊 Und ja, jede Massnahme zählt ... 😉🤘

    5/18/19Reply
     
  • Day480

    Plan C mit Blutgrätsche

    May 11, 2019 in Switzerland ⋅ 🌧 12 °C

    Auch auf dem letzten Flug von Barcelona nach Zürich sitze ich auf einem Nichtraucher-Sitz und neben Sue. Doppelt verloren. Aber egal, sind ja bloss neunzig Minuten und als Belohnung winkt eine waschechte Cervelat! Die schöne Sue und ich wollen unsere Reise so beenden, wie wir sie begonnen haben. Wir zwei, ein Bus und keine winkenden Hände. Und so haben wir keiner Menschenseele erzählt, dass und wann wir wieder zu Hause sind. Der Plan ist einfach. Samstag gegen Mittag in Sarmenstorf auftauchen, wo sowieso das halbe Dorf in der Bäckerei Ruckli sitzt. Kurzes Selfie ins grosse, weite Internetz hochladen und gut ist. Hoi zäme! Doch wie so vieles im Leben kommt es erstens anders und zweitens als man denkt. Zumindest für Sue.

    Der Flug verläuft bis auf die bescheidene Platzzuteilung für mich angenehm ereignislos. Kaum im kalten Zürich gelandet, steigt die Nervosität allerdings spürbar. Wer läuft uns als erstes über den Weg? Bald stehen wir wieder Zuhause auf dem Dorfplatz und sehen nach vierhundertachtzig Tagen unsere Freunde und Familien wieder. Womöglich. Man weiss es nicht. Aber mit jedem zurückgelegten Kilometer steigen die Chancen. Die Zug- und Busfahrten fühlen sich wie kleine Ewigkeiten an. Doch irgendwann sehen wir es, dieses einzigartige Schild mit diesem einzigartigen Schriftzug “Sarmenstorf”. Endlich. Bis zur Bäckerei Ruckli sind es noch vier Haltestellen. Doch schon bei der ersten der vier Haltestellen steigt ein uns nur zu bekanntes Gesicht samt Kick-Board zu. Es ist Fönz, der scheinbar gar nicht glauben kann, wen er da sieht. Die Überraschung ist bei allen gross. Auch bei mir.

    Die überschwängliche Begrüssung inmitten des fahrenden Buses wird abrupt unterbrochen, als an der zweiten der vier Haltestellen Robin, Steffi und der kleine Ian - mein Göttibub, den ich noch nie persönlich getroffen habe - zusteigen. Während Sue noch an Zufälle glaubt, ahne ich bereits, dass unsere Ankunft nicht nach Plan B läuft. Plan A ist ja schon lange gestorben. Aber Robin dürfte eigentlich gar nicht hier sein, der trainiert doch mit irgendwelchen Special-Forces in Polen. Doch auch diese Begrüssung wird wenige Augenblicke später jäh gestört. An der vorletzten Haltestelle steht der Marc samt Handy-Kamera und signalisiert “Endstation”. Aussteigen. Hm, wir werden es also nicht bis zum Ruckli schaffen und Sue glaubt noch immer an Zufälle. Zumindest scheint sie ziemlich überfordert mit der Situation. Ich irgendwie auch, denn dies ist definitiv nicht Plan B.

    Doch was ist eigentlich aus unserer Idee mit dem unangemeldeten Erscheinen geworden? Ich fand die Idee dann doch nicht soo gut. Kaum hatten wir vor ein paar Wochen die Flüge nach Barcelona und Zürich gebucht, habe ich hinterrücks Plan A verworfen und ein kleines aber feines Organisationskomitee für Plan B ins Leben gerufen. Meine lieben Freunde Robin, Marc und Fönz sollten mir helfen, die kleine Sue bei der Ankunft mit einem kleinen aber ebenfalls feinen Empfangskomitee vor der Bäckerei zu überraschen. Aber das EK-OK hatte scheinbar noch eigene Ideen und Plan C geschaffen. Arschgeigen. Ich mag keine Überraschungen. Sue scheinbar schon, wertet man ihr nasses Gesicht als Freudentränen. Kaum hat sie unsere sauber aufgereihten Familien erspäht, versteht aber auch sie, dass hier jemand geschummelt hat. Und das ist nur das, was vor der kleinen Eventlocation steht. Im Inneren warten noch viel mehr Menschen darauf, uns wieder in die Arme zu schliessen. Und das tun wir dann auch. Egal ob nach Plan A, B oder C.

    Eigentlich kann unsere Heimkehr an der Stelle als abgeschlossen betrachtet werden. Es gibt reichlich Getränke, der Grill läuft und wir freuen uns einfach, wieder im Kreise unserer Liebsten zu sein. Doch einen Twist hat die Geschichte dann doch noch. Denn auch mit Plan C gab es noch dieses eine kleine Geheimnis zwischen mir und dem EK-OK. Nachdem Sue und ich Jede und Jeden in die Arme geschlossen haben, bedanke ich mich noch mit ein paar “offiziellen” Worten bei allen herzlich für das Erscheinen und bringe nochmals unsere grenzenlose Freude zum Ausdruck. Und dann passiert es. Mitten in meiner kleinen Rede streckt mich ein imaginärer Freund mit einer Blutgrätsche nieder. Mit voller Wucht von hinten in die Kniekehle. Ich gehe natürlich sofort zu Boden. Als ich dann Sues ungläubigen Blick sehe, verstehe ich sofort, wie das für sie aussehen muss. Ich, vor all den Leuten, auf einem Knie. Und um den Moment nicht zu zerstören und für immer in ihre Seele zu brennen, frage ich die Schöne ganz einfach die Frage aller Fragen. Ich wollte ja eigentlich zehn Jahre warten, aber nach neuneinhalb Jahren inklusive sechzehn Monaten Weltreise gehe ich das verbleibende Risiko einfach ein. Totaler Dare-Devil eben. Einen Ring habe ich leider nicht, aber als Traveler gibt es nichts, das man nicht mit Duct-Tape geregelt kriegt. Und ja, sie hat trotzdem JA gesagt. Zum Glück.

    To be continued …
    Read more

    Marc Taeschler

    💥😍💥😍

    5/13/19Reply
    3 sind dann mal weg

    Welch ein toller Abschluss! Euch beiden alles Gute und viel Glück 🍀 Das war eine schöne Reise und es war jedes Mal ein Vergnügen, eure Berichte zu lesen. 😊

    5/13/19Reply

    Schön, dass ehr weder zrugg sind!!

    5/13/19Reply
    5 more comments
     
  • Day1

    Herzliches bye-bye aus der bye-bye-bar

    January 17, 2018 in Switzerland ⋅ ⛅ 1 °C

    Wir sind dann mal weg.

    Thomas Abt

    Bye bye! Flüged guet 👋🏻😘

    1/17/18Reply
    Immanuel Rode

    Guete flug✈✈✈✈✈✈😇😘

    1/17/18Reply

    Byebye! Möcheds guet, händ ganz vell spass ond entdecked ganz vell schöni ort! Werd eu vermesse😘

    1/17/18Reply
    9 more comments
     
  • Day0

    Duu hast die Haaaare schön ... gehabt.

    January 16, 2018 in Switzerland ⋅ 🌧 5 °C

    Shit. Britney, bisches duu?

    🤤 sehrsehr grob! 😂😂😂

    1/16/18Reply
    Pascal Widmer

    👏👏👏 sehr geil 👍👍👍 ändlich en aständigi frisur 🤣🤣🤣! sonnecrème ned vergässe!!!

    1/16/18Reply
    Michael Bitterli

    👏🏻🤘🏻jetzt kannst Du bei der Haarpracht mit mir mithalten 🤣 #pflegeleicht 👍🏻👌🏻🙋🏼‍♂️

    1/16/18Reply
    4 more comments
     

Join us:

FindPenguins for iOSFindPenguins for Android