United States
farmer's market

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5 travelers at this place:

  • Day84

    Zweiter Tag in Los Angeles

    April 30, 2017 in the United States

    Der Tag startet für mich um vier Uhr morgens. Na toll, das mit dem bis 8 schlafen hat schon wieder nicht geklappt... die 15 Stunden Zeitverschiebung zu Bali machen sich halt doch bemerkbar.
    Lange liege ich noch im Bett und versuche weiterzuschlafen. Leider ohne Erfolg. Nach einem fast zweistündigen Telefonat mit Julien mache ich mich ans Frühstücken. Gestern habe ich im Supermarkt ein paar Bananen und griechischen Joghurt gekauft - wie ewig ich letzteres schon nicht mehr gegessen habe! Trotz 0% Fettanteil (was anderes gibts hier nicht!!) schmeckt es super! Als "Nachtisch" gibt es noch ein Reese's Peanutbutter Cup und einen Mini-Amerikaner, der hier Half Moon Cookie heißt, und von denen ich bei Trader Joe's (super trendige Supermarktkette) eine ganze Schachtel ergattert habe.
    Nach einigem Überlegen, Metropläne checken und auf die Karte schauen steht mein Plan für heute: Farmersmarket, dann zum Rodeo Drive und anschließend hoch in die Hollywood Hills zum Griffith Observatory.
    Ich laufe also zur Busstation und bin mal gespannt wie das so klappt. Es gibt hier nämlich nirgends Fahrpläne, keine Ahnung woher man wissen soll wann ein Bus kommt 😳 Da ich unterwegs kein Internet habe und Wlan rar ist, muss ich mit Screenshots von Googlemaps zurecht kommen. Naja aber zur Not kann man ja auch immer jemanden Fragen. Da die Straßen hier eh fast alle linear angeordnet sind, kann man sich auch nicht so schnell verlaufen und an jedem zweiten Block gibt es in der Regel eine Haltestelle... Es stellt sich dann nur immer die Frage wohin der Bus denn genau fährt 😅
    Noch habe ich kein Tagesticket, meine aber dass ich für 7$ eins im Bus kaufen kann - was tatsächlich stimmt! Für 1$ muss ich mir noch eine "Tab-Card" kaufen, auf die mein Tagesticket dann quasi geladen wird. Ich bin happy, weil es so einfach klappt! Leider gibt es kein Rückgeld im Bus und ich habe nur einen 10$ Schein. Kurzerhand frage ich in die Runde ob jemand den Schein in kleinere Noten wechseln könnte. Eine ältere Frau kramt ein Bündel Dollars heraus und fängt an die Einser Scheine abzuzählen - schwubsdiwups habe ich 10$ in "klein" und kann passend zahlen. Cool!
    Angekommen beim Farmers Market schlendere ich durch die Gassen voll mit Essensständen aller Art. Es gibt Crepes, Sushi, Burger, HotDogs, typische Amerikanische Sachen wie Cole Slaw und Fries oder Pulled Pork Sandwiches, Paninis, Waffeln, Pizza, Fisch, Mexikanische Gerichte, Asia und sogar einen Stand mit indonesischem Essen, das auf Bananenblättern serviert wird (ich lache über die unverschämten Preise und die halb vertrockneten Bananenblätter - ein Erdnusscurry für 10 Dollar?! Da kannst in Indonesien fünf mal essen!)
    Am Eingang gibt es eine Eisdiele mit "Old School Homemade Ice Cream", daneben einen Stand mit Doughnuts und eine Pizzeria. Als ich weiterlaufe komme ich zu einem "Feinkostgeschäft", das spezielle Lebensmittel aus den USA und aller Welt anbietet. Ein bisschen erinnert es mich an den Feinkost Böhm im Stuttgart, auch wenn der viel größer ist. Trotzdem gibt es eine Käsetheke (die für mich als Deutsche jedoch ziemlich durchschnittlich aussieht - Käse aus Frankreich, Italien und der Schweiz..), Gewürze, Essig und Öle (nicht so besondere wie bei dir Mama!), Wein, allerlei Cidre (den ich leider nicht probieren kann - blödes Gesetz mit 21...), Süßigkeiten, Schokolade, Konfitüren aber auch Kochbücher, Deko rund ums Essen und Geschirr. Sogar mit Muscheln verzierte Zahnstocher - wie absurd, dass man sogar Zahnstocher "unvegan" machen kann 😅
    Es gibt viele Sachen zum probieren und ich scheue mich nicht überall ein Pröbchen zu kosten. Mhh der französische Dijon ist richtig lecker, genau wie der im Fass gereifte Balsamico aus Kalifornien. Auch die zwei Olivenöle sind richtig lecker. Eine Feigenmarmelade aus Korsika finde ich dagegen nicht ganz so gelungen. Auf jeden Fall stelle ich fest, dass es DIE Verkaufsstrategie überhaupt ist, einfach überall ein "French" davor, oder ein "from Paris" dahinter zu setzen. Da stehen die Amis drauf. Und zahlen locker den dreifachen Preis. So gibt es zum Beispiel die grünen Gummifrösche die man bei uns in jedem Supermarkt für ein, zwei Euro kaufen kann in einer Mini-Dose (50g oder so?) für stolze 7,50$! Aber hey sind ja schließlich "French Gummi Frogs". Ich verlasse den Laden mit einer Pink Grapefruit Limo aus Australien in einer dekorativen Glasflasche. War bestimmt auch total überzogen vom Preis her, aber was solls, hier ist eh alles teuer 😅
    Es gibt wirklich leckere und auch ausgefallene Sachen, und es ist Schade, dass ich niemanden habe um mich durchzuprobieren. Leider sind die Portionen hier (wie eben alles in den USA) rieeesig. Man zahlt zwar auch ein bisschen mehr, bekommt aber dafür echt was geboten. Die Megaportionen sind aber zu 90% einfach zu groß, weswegen ich fast das kotzen kriege. Und zwar deswegen, weil die meisten Leute nicht mal die Hälfte ihres Tellers schaffen und den Rest dann einfach wegschmeißen. Das schlimmste waren zwei jüngere Mädels, vielleicht so um die 15-16, die beide einen Wrap mit Beilagen gekauft haben. Jetzt sitzen die beiden an einem Tisch (mir gegenüber), nippen ab und zu an ihrem Jumbobecher mit was auch immer, stochern ein bisschen in den Beilagen herum. Die eine hat ihren Wrap halb gegessen, als sie ihre benutzte Serviette auf den Teller legt. Diesen Moment finde ich immer faszinierend und irgendwie ekelerregend zugleich. Innerhalb von Sekunden wird aus Essen Müll. Jedenfalls denke ich mir schon "Waaaaas du kannst doch nicht deinen 12$ Wrap nach 3 Bissen wegschmeißen 😣", doch dann kommt die zweite Trulla und toppt alles. Sie nimmt ihren Wrap in die Hand, macht einen kleinen Bissen, legt ihn wieder hin, steht auf und wirft den kompletten Teller in den Müll. Ist das jetzt ihr Ernst?! Mir blutet das Herz und ich bin kurz davor der verwöhnten Göre einen Vortrag über Lebensmittelverschwendung und Hungersnöte zu halten. Nützt ja aber doch nichts... Die beiden sind ja auch keine Ausnahmen, sondern eher die Regel.
    Jedenfalls wünsche ich mir meine gefräßige Sippe herbei, eben weil Lebensmittelverschwendung ganz schlimm ist und ich einfach nicht hungrig genug für eine ganze Portion bin. Dazu kommt, dass viele Sachen doch mit Fleisch sind und es keine Veggie-Alternativen gibt. Zum Beispiel bei Burgern und Hot Dogs. Letztendlich kaufe ich mir ein kleines Stück "Rocky Road Fudge" - Karamell mit Schokolade und Marshmellows. Richtig lecker!
    Alles in allem ist der Flair des Markts echt schön und es macht Spaß die verschiedenen Gerüche und Eindrücke auf sich wirken zu lassen und sich an der kulinarischen Vielfalt "satt" zu sehen.
    Nach einigen Runden auf dem Markt und einer kleinen Pause im Schatten mache ich mich auf zur Bushaltestelle - next stop: Rodeo Drive!
    Ich steige aus dem Bus und befinde mich mitten in Beverly, das übrigens kein Stadtteil von LA ist, sondern eine eigene Stadt, die jedoch quasi von Los Angeled verschluckt und umzingelt wurde. Ich bin nicht weit vom Beverly Hills Sign weg, und als früherer 90210 Beverly Hills Fan will ich mir das gerne anschauen. Der Schriftzug liegt in einem kleinen Park und nachdem ich ein, zwei Fotos gemacht habe setze ich mich in den Schatten eines gewaltigen Baums, um den Rest von meinem gestrigen Abendessen aufzumampfen. Ein Chipotle Burrito ❤️ früher hab ich so ein Ding auf einmal weggehauen - kein Wunder habe ich damals 10 Kilo zugenommen 😂
    Frisch gestärkt laufe ich ein bisschen in die Wohngegend auf dem South Rodeo Drive, aber es ist etwas langweilig immergleiche gepflegte Vorgärten und schicke Villen anzugucken. Später lese ich, dass die Mieten hier in der Straße zu den höchsten der Welt gehören - naja so toll sieht das hier dann auch nicht aus😳. Ich mache mich auf zum North Rodeo Drive und der dahintergelegenen Via Rodeo. Um ehrlich zu sein wusste ich gar nicht genau was das ist, dieser Rodeo Drive. Eine bekannte Straße halt, oder? Dass es tatsächlich die teuerste Einkaufsstraße in Los Angeles (und wer weiß wo noch in der Welt) ist, war mir nicht bewusst. Irgendwie fühle ich mich ein bisschen deplaziert zwischen all den aufgetakelten Lackaffen und den Luxus-Geschäften um mich herum. Ein wenig Heimatgefühle kommen auf als ich den Hugo Boss Laden entdecke (da habe ich gearbeitet um mir die Reise zu finanzieren). Hi Hugo!
    Seltsamerweise steht die Sonne in LA ganz komisch hoch, sodass man eigentlich kostant am Augen zusammenkneifen ist und eigentlich kaum etwas sieht. Ich nehme mir fest vor morgen Kontaktlinsen reinzumachen um endlich eine Sonnenbrille anziehen zu können, das macht ja keinen Spaß so!
    Als ich fertig mit Schaufenstergucken bin laufe ich zurück in die Richtung in der mir Google Maps die Bushaltestelle anzeigt (geladen mit dem kostenlosen Gästewlan von Dior 💸). Auf dem Weg laufen zwei halbwüchsige amerikanische Jungs vor mir und ich krieg fast das kotzen als ich ihr Gespräch mit anhören muss. "Hm also ich wollte ja gerne noch eine neue Uhr, eine Rolex vielleicht, meine letzte ist schon drei Monate alt" - "Oh ja, da wirds aber höchste Zeit... wobei... ich trage meine Uhren eigentlich gar nie" - "naja ich eigentlich auch nicht". Ich verdehe nur die Augen und hab Mitleid mit den Konsumopfern in ihren hässlichen Markenpolos und hochgezogenen Socken (das ist cool hier!). Dieses ganze Geprotze und Gehabe ist mir so zu wider! Auch bei den ganzen pubertierenden Typen (ungelogen 16-18!!) in ihren flotten teuren Schlitten, die sie an jeder Ampel schön laut aufheulen lassen, kann ich nur den Kopf schütteln. Was machen die in so schnellen Sportwagen mit hunderten PS? Das kann ja nur schief gehen 😳
    Als ich bei meiner Bushaltestelle angekommen bin - sehe ich eine große Baustelle und keine Haltestation. Naaaa super. Fast eineinhalb Stunden, einen Cupcake von Sprinkels und vieeele Blocks später habe ich endlich die richtige andere Haltestelle gefunden. Sowas nerviges aber auch! Bin total viel unnötig rumgelatscht, weil ich jeweils zur nächsten Haltestelle wollte - die es dann auch nicht gab. In beiden Richtungen! Letztendlich musste ich dann wo ganz anders hin. Da wundert man sich auch nicht wie ich trotz Bus fahren meine 17 km heute hinbekommen habe...
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You might also know this place by the following names:

Bauernmarkt, farmer's market

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