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  • Aug30

    Hveravellir Mountain Lodge

    August 30 in Iceland ⋅ ☁️ 9 °C

    Wir haben nach dem göttlichen Essen noch göttlicher geschlafen.
    Die Reise geht weiter und wir wollen nach den Kilometer auf Asphalt zurück auf die Piste im Hochland und entscheiden uns, von der Westseite hochzufahren. Zuerst geht es auf der Nummer 1 Richtung Norden und biegen auf die 507 und 508 ab. Ein wunderbare Sandpiste entlang des Skorradalsvatn bietet uns einen fantastischen Anblick. An Ufer sind viele kleine Ferien- und Fischerhäuschen in den Bäumen versteckt. Ja Bäume, die es auf Island nur noch selten gibt. Vermutlich haben die Vikiger diesen Flecken damals nicht gefunden und konnten die Bäume nicht für ihre Boote und als Brennholz niedermähen.
    Nach einigen Kilometer wird aus der 508 die F508. Der Unimog ist auf dieser Piste ist seinen 2.3 Meter Breite definitiv am Limit. Die Strasse schlängelt sich auf und ab, zwischen Gebüsch hindurch. Ein Traum zum fahren immer in der Hoffnung, dass in diesem Teilstück und keiner entgegenkommt.

    Was dann folgt ist der HORROR, die F338. Dies ist eine Servicestrasse für die Stromleitung. Ein furchtbare Piste mit Rillen und Schlaglöcher in einer Einöde, die gut in eine Mad Max Episode passen würde. Irgendwie erinnern wir uns plötzlich an das Island Tagebuch von Rene. Er ist die Strasse auch schon gefahren und hat sie gleich wie wir beschrieben. Nutzt alles nichts, wir spülen die 50 Kilometer mit immer schlechter werdenden Laune quälend ab.

    Endlich erreichen wir die 35 die uns weiter nordwärts führt. Im Vergleich zur F338 einen Autosttrasse mit viel Verkehr. Auch die Dacia‘s sind wieder da. Es beginnt zu nieseln und aus dem sandigen Untergrund wird eine Schlammschlacht. Jetzt gilt es vorsichtig zu fahren. Harter Untergrund, feuchte Sandschicht und die grobstolligen Pneu des WA2 machen die ganz Fahrt zu einer Rutschpartie. Wir sind in den Ferien und haben Zeit, also schön Sachte und im richtigen Tempo.
    Kurz vor Hveravellier kommen wir in den Stau. Stau?? Ja, den gibt es tatsächlich auch im Hochland. 3 Wagen vor uns fährt ein Grader (Strassenhobel). Er versucht die Piste für sie zu ebnen. Nach meinen Gefühl ein ganz schlechter Versuch. Er reist die Steine aus dem Boden, dass bedeutet mehr Löcher, und schaufelt sie zum Rand hin, was bedeutet Gefahr für die Pneuflanken. Anders als bei unserer Reise in Namibia, wo der Grader aus den Wellblech Sandpisten eine schöne ebene Piste macht. Und das beste an der Geschichte ist, dass er mit ca.10 Km/h fährt. Überholen ist nicht, denn wie hat der Ranger gesagt „on the Road ist on the Road and off the Road is off the Road“!

    Nach langer Fahrt erreichen wir die Mountain Lodge. Wir parken etwas im Windschatten der Gebäude und begeben uns zur Rezeption um den Platz für die Nacht zu bezahlen. Wir werden gefragt ob wir in die heissen Quellen möchten, JA, sicher, ausser sie sind so voll wie auf Landmannalaugar. Auf meine Frage ob wir dies extra bezahlen müssen meint der junge Mann vom Dienst nein, aber wir könnten Badetücher mieten. Dies finden wir eine gute Idee. So bleiben unsere trocken und nach dem letzten Waschen sauber, und müssen nicht im Unimog über Nacht getrocknet werden.

    Der Hotpool ist sehr schön, unterhalb der blubbernden Quellen mit Steinen ummauert und lädt wirklich zum entspannten Baden ein. Bei näherer Betrachtung aber sehen wir den Zulauf. 3 dicke grosse lange schwarze Wasserschläuche. Eines bringt 80 - 100°C heisses Wasser, die beiden anderen kaltes Wasser. Im Pool erfolgt der mix auf Badetemperatur. Es sieht aus wie beim Bauern auf dem Feld: Gülleschläuche! Das hatten sie aber wirklich etwas schöner verlegen können. Da zurzeit einige Touris im Bad sind beschliessen wir, das Bad auf nach dem Nachtessen zu verlegen. Später am Abend sind die Tagestouristen weg und wir geniessenden Hotpool fast alleine. Immer schön vorsichtig das wir dem Heissen Zulauf nicht zu nahe kommen.

    Am folgenden Morgen erkundigen wir die Umgebung der vielen heissen, dampfenden und blubbernden Quellen zu Fuss und gehen etwas Wandern. Eine herrliche hüglige Landschaft mit viel Moos und kleine Flussläufen.

    Wir beschliessen der 35 weiter nach Norden zu folgen. Ich mache mir etwas Sorgen: der Grader der die nachtüber ebenfalls auf dem Parkplatz stand ist weg! Da er nur zwei Möglichkeiten hat, entweder 35 Süd oder 35 Nord, liegt unsere Chance wieder von hinten auf ihn zu treffen bei 50%. Wir werden sehen.
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  • Aug29

    Essen auf Sterne Niveau in einem Kaff

    August 29 in Iceland ⋅ ☁️ 15 °C

    Wir erreichen Arkanes, ein kleines unbedeutendes Dorf an der Westküste nördlich von Reykavik. Der Stellplatz liegt an Rande des Dorfes, klein aber schön am Meer gelegen. Alles notwendige ist zu Fuss sehr gut zu erreichen. Wir gehen unserer Vorräte auffüllen. Lebensmittel, Wasser und natürlich auch ein Besuch in der Vinbudin. Unser Island-Gin Vorrat geht zur Neige. Visa a vis des Supermarktes sehen wir ein Restaurant in einem hässlichen Bürogebäude. Ein Blick durch die verdunkelten Scheiben zeigt ein schönes Restaurant mit einer in dunklem Holz gehaltenen Interieur. Irgendwie reizt mich der Anblick und wir beschliessen am Abend hier Essen zu gehen. Ein Entscheidung die wir nicht bereuen werden!
    Nach dem Besuch des Leuchturms inkl. hochsteigen auf die Plattform, besuchen wir noch die lokale Bäckerei und gönnen uns einen leckeren Dänischen Plunder. Ja, Dänischer Plunder auf Island. Dieser gibt es hier überall und er schmeckt wirklich hervorragend.

    Jetzt aber folgt das Nachtessen in GALITO. Wir bestellen als Vorspeise eine Rainbow und New York Uramaki und zum Hauptgang Lamm und Lachs. Die Kellnerin schaut uns ungläubig an und fragt, ob wir dies alles essen wollen? Ja, wollen wir. Die Nachfrage ergibt aber, dass die beiden Uramaki Rollen je ein Hauptgang und kein Starter sind. Also nur eine Rolle und das Lamm und den Lachs.
    WOW, was wir da serviert bekommen uns nicht nur optisch auf Sterne Niveau auch der Geschmack haut uns von den Socken! Einfach nur sensationell. So ein Gedicht habe ich, wenn überhaupt, nur selten gegessen.
    Die Bilder in dieser Blog beschränken sich auf das Essen, sorry.
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  • Aug28

    Nationalpark Pingvöllum

    August 28 in Iceland ⋅ ☁️ 14 °C

    Gemäss Wetterbericht soll es in den kommenden Tagen im Westen besser sein als beim Rest der Insel. Wir entschliessen uns, im Westen den Nationalpark Pingvöllum und die Silvra Spalte zu besuchen. Es folgt eine öde Fahrt auf Asphalt die ich nicht weiter kommentiere.

    Das Touristencenter bei Pingvöllum ist nahe bei Reykjavik, einfach via der 36 zu erreichen, grosszügig gebaut und daher vollkommen überlaufen. Parkplatz mit Parkgebühr, grosser IceWare Laden, Toiletten, Restaurant und und und.
    Trotzdem halten wir, Parken auf zwei Parkfelder und bezahlen davon eines und begeben uns zum Infocenter. Hier steht ein Interaktives 3D Modell der Region bei welcher kameragesteuert die Informationen zu den einzelnen Attraktionen eingeblendet werden könne. Wirklich genial gemacht. Wir verschaffen uns einen Überblick und laufen los um die für uns Interessanten Punkte zu besichtigen. Vor allem wollen wir die Silvra Spalte sehen. Dies ist die tiefe, unter Wasser liegende Verbindung zwischen den nordamerikanischen- und europäischen Kontinentalplatten. Da das Wasser so klar ein rein ist, sind hier Sichtweiten von bis zu 80 Meter unter Wasser möglich. Gäste die ein Trockentauch- Brevet besitzen können hier Tauchen gehen. Es entzieht sich meiner Kenntnisse warum ich für einen Trockentauchanzug eine spezielles Brevet brauche, wir aber schon seine Berechtigung haben. Auch Schnorcheln ist möglich, und dies können wir auch ohne Brevet sehr gut. Nach langen hin-und-her entschliessen wir uns aber trotzdem dagegen. In den kalten Wasser zu Schnorcheln, schreckt uns doch zu sehr ab.

    Wir besuchen noch einige weitere Sehenswürdigkeiten auf dem weitläufigen Gelände und sammeln viele schöne Eindrücke.

    Als Nachtlager habe ich ein Campingplatz am Pingvallavatn gefunden. Dieser Platz wird, wie schon der in Akureyri, von der Pfadfinderbewegung geführt. Es sind sehr schöne Plätze, weite Flächen ohne Platznummerierung, mit Wasser und Strom. Wie immer auf unserer Reise, mit einigen Ausnahmen, sind wir weit und breit die einzigen Gäste. Erneut ein sehr milder Abend den wir so richtig geniessen.

    Am nächsten Morgen starten wir mit dem Ziel Arkanes. Da das Wetter nach wie vor im Westen schöner als in allen anderen Regionen angesagt ist, wollen wir diese Küste erkundigen.
    Auf der langen Fahrt sehen wir links und rechts der Strasse überall die schönen Isländer Pferde. Reiten, dies stand doch ebenfalls auf unserer Wunschliste für Island. Also Augen auf und einen Reitmöglichkeit suchen. Wir sehen einen Wegweiser und folgen ihm. Beim Hof angekommen erkundigen ob wir Reiten können. Die nette Dame erklärt uns, dass sie heute bereits eine Gruppe von drei Reiterinnen aus der Schweiz hätte, sie sich aber vorstellen könnte, dass wir dazukommen. Auf die Nachfrage ob wir genügend Reiterfahrung hätten mussten wir leider verneinen. Somit wurde nichts aus dem Reitspass. Sie gab uns noch zwei Namen anderer Reitmöglichkeiten, diese haben wir aber verständlicherweise nicht aussprechen noch uns merkenden können. Wir fahren ein Stück weiter und fragen bei einem Hof nach, dessen Name ich schon einmal im Internet gesehen habe. Wir haben Glück, wir können bei einer 2er Gruppe in einer Stunde mitreiten. Sie Frau entschuldigt sich mehrfach, dass wir warten müssen. Spielt keine Rolle, wir haben Ferien und somit Zeit. Kurze Zeit später kehrt sie zu uns zurück und meint, eines ihrer Mädchen wurde gerne mit uns reiten gehen und wir müssten nicht warten. Sie bringen unsere beiden Pferde aus der Box, satteln sie und geben uns eine Einweisung. Das Mädchen wechles uns begleitet ist eine junge Deutsche aus Hannover die jedes Jahr auf dem Hof als Reitbegleitung ihr Ferien verbringt. Es geht los auf dem Rücken dieser kräftigen, aber dennoch sanftmütigen wetterfesten Tieren durch grosse Felder und schmale Trampelpfade in Richtung Fluss. Es folgt ein Fotoshoot und die Flussdurchquerung. Nun kommt natürlich der Höhepunkt: Tölt! Dies ist die 5te Gangart die nur Isländische Pferde beherrschen. Es ist eine Art Passgang die langsam wie auch sehr schnell gelaufen werden kann. Für den Reiter ist dies sehr angenehm, da es nicht holpert und schüttelt wie bei Trab oder Galopp. Zum Schluss drehen wir noch eine Ehrenrunde durch einen Tannenwald. Wir erfahren, dass dies die Weide ist wo die Pferde überwintern. Die Tannen geben ihnen ein wenig Schutz vor dem Wind und unter den Tannen finden sie Gras zum Fressen. Lisa, so heisst die junge Deutsche gibt uns sehr viel Informationen über die Pferde, ihre Lebensweise und über das Gestüt selber. Sie haben 109 Isländer!! Mit 70 von ihnen hatten sie in der vergangenen Woche einen 5 Tagesritt im Hochland. Nun stehen die Pferde auf einer separaten Weide und durften sich erholen.
    Ein wirklich sehr tolles Erlebnis
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  • Aug27

    Ein Fischermekka

    August 27 in Iceland ⋅ ⛅ 14 °C

    Die 208 ist eine äusserst unangenehme Wellblechpiste mit viel zu viel Verkehr. Alle wollen auf dieser Strasse zu Landmannalaugar. Busse, Autos und Motorräder, einer nach dem andern. Das gute ist aber, dass die meisten beim Anblick des wuchtigen Unimog‘s ehrfürchtig zu Seite fahren und uns den Platz zum Kreuzen frei machen. Wir folgen ein kurzes Stück der asphaltierten 26 bis zum Vatnsfesllon Stausee und kehren dann ins rauhe Hochland zurück. Die F228 ist herrlich zu fahren. Zwischendurch etwas Wellblech, aber mit der richtigen Geschwindigkeit geht es mit einem leichten Vibrieren.

    Wir erreichen die Seen und sind etwas erstaunt. Hier hat es unzählige kleine Fischerhütten und es herrscht ein emsiges Treiben. Die Männer stehen bei einem kleinen Stand der aussieht wie ein Markstand unter der Egg am Samstag Morgen. Hier wird der Fang ausgenommen und gewaschen. Speziell in Island ist, dass die langen Fischerruten auf dem Auto transportiert werden. Dazu setzen sie jeweils einen Magnethalter auf die Haube und einen aufs Dach. Schaut irgendwie sehr speziell aus.

    Wir fahren weiter zum hintersten Teil der See und möchten hier den Tag verbringen, etwas wandern und nächtigen. Leider beginnt es zu Regnen und es ist bitter Kalt. Zu kalt und trotz der wunderschönen Landschaft zu ungemütlich. Was machen wir? Wir können uns im waren Wohnzimmer verkriechen, Blog schreiben oder SkipBo spielen oder sonst vergnügen. Da wir aber keinen Tag auf der Insel verplempern möchten beschliessen wir die Weiterfahrt.

    Zurück und vorbei an den Fischerhütten, die mittlerweile ebenfalls verlassen scheinen, auf der Piste 26 und 32 südwärts bis zum Camping Sandartunga den wir schon bei der ersten Hochlandquerung besucht haben. Dieser Platz ist, obwohl ein Camping, wunderschön. Inmitten von kleinen Bäumen und viel Gebüsch schöne ebene Rasenplätze die ein höchstmass an Privatsphäre bieten. Es ist hier unten wunderbar warm, windstill und wir geniessen den Rest des Tages kurzärmlig an der Sonne.
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  • Aug25

    Landmannalaugar

    August 25 in Iceland ⋅ 🌧 6 °C

    Wir schlafen wie immer sehr gut und vor allem lange, frühstücken nach Isländischer Art mit Buttermilch, Flocken und Heidelbeeren, machen Ordnung in unserem Wohn-Schlafzimmer und fahren retour über die Dünen. Vor der Flussdurchfahrt montiere ich erneut die GoPro auf der Aussenseite des Unimog und wir folgen dem Flusslauf zurück auf die Piste ohne Nummer. Wie am Vortag geniesse ich die Offroad Fahrt, die wir natürlich Onroad fahren, in vollen Zügen. Einfach nur GEIL!!

    Auf der Fahrt Richtung Touri-Hotspot Landmannalaugar machen wir noch einen kleinen Schlenker und fahren zum roten Krater Ljötipollur. Ein gewalltiger Krater mit See der in unterschiedlichen Rottönen leuchtet. Das rot welches, so haben wir es ja im „Into the Vulcano“ gelernt haben, vom Eisen im Gestein herrührt. Wir wandern ein wenig um den Krater und entscheiden uns aber sehr schnell das wir weiterziehen. Hier oben bläst ein eisiger Wind der uns fast aus den Schuhen haut. Viel zu kalt, also weiter nach Landmannalaugar.

    Landmannalaugar, ein Touristen- und Pilger Hotspot wie er im Buche steht. Reisebusse, Dacia‘s, Fahrräder, und hunderte von Touristen. Die einen baden in der heissen Quelle, dichtgedrängte Arsch an Arsch, und die anderen beziehen die Massenlager um am folgenden Tag die Mehrtägige Pilgertour in Angriff zu nehmen. Also beides nichts für uns, aber in Anbetracht der späten Zeit entscheiden wir uns zu bleiben. Kaum habe ich den Unimog auf dem Stellplatz abgestellt eilt ein Deutscher auf mich zu und fragt, ob ich hier mit meinem Wagen übernachte. Ich bejahe und er fragt mit einem erfreuten Lächeln ob er sich mit seinem VW Bus in meinen Windschatten stellen dürfe. Windschatten?? Ich überlege woher der Wind hier oben kommt und stelle fest, dass ich genau Quer zum Wind stehe und somit eine riesige Angriffsfläche biete. Da wir eigentlich keine Lust auf eine weitere Rüttel- und Schüttelnacht haben, parkiere ich den Unimog um und stelle seine Haube in den Wind. Den Deutschen VW Bus Fahrer habe ich übrigens nicht mehr gesehen.
    In späteren Abend beginnt es zu regnen und zu stürmen und wir entscheiden uns sehr rasch, nicht mehr in den mittlerweilen leeren heissen Quellen baden zu gehen.

    Schon am morgen früh beginnt ein hektischen Treiben auf diesem Platz. Pilger laufen los, die Quellen sind schon voll, Camper kommen und gehen und die Touristenbusse fahren einer nach dem anderen zu.
    Die Zufahrt zum Campingplatz führt durch eine sehr grosse und relativ tiefe braune Pfütze. Hier getrauen sich nicht alle zur Durchfahrt und diejenigen die sich trauen sieht man die Schweissperlen auf der Stirne schon von weitem. Es fährt eine Gruppe Enduro Motorräder zu. Der zweitletzte fährt schon sehr unsicher zu, und es passiert, was passieren muss: er stürzt inmitten der Pfütze. Seine Kollegen eilen ihm zu Hilfe, stellen das Bike wieder auf die Räder und fahren ans Ufer. Mich schüttelt es wenn ich daran denke, dass der arme Kerl nun in dieser Kälte sein Zelt aufstellen muss und versuchen wird, seine durchnässten Klamotten und Stiefel zu trocknen.

    Für uns geht die Reise weiter Richtung Norden auf der 208 und F228 mit dem Ziel, bei einem der vielen Seen beim Skatlafell zu rasten und ein wenig wandern zu gehen.
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  • Aug24

    Das rote Haus am See

    August 24 in Iceland ⋅ ☁️ 7 °C

    Noch immer rätseln wir über die Chinesen. Wie sind sie so abseits der Piste in diese für sie aussichtslose Lage gekommen, wie lange haben sie da gestanden…. wir werden es nie erfahren. Was soll‘s!

    Unsere Fahrt geht bei bewölktem Himmel und Nieselregen weiter. Alles um uns herum, wenn auch das Wetter nicht unseren Erwartungen entspricht, ist sehr beeindruckend, die Landschaft mit seinen wechselnden Formen und Farben einfach nur schön.
    Es folgt eine tiefe, in unserem TrackBock als „schwere“ Furt bezeichnete Flussdurchquerung. Das gefährlich an der ist einerseits der unterschiedlich tiefe Wasserstand und anderseits hat es grosse Felsplatten unter Wasser versteckt. Diese Felsplatten sind in vielen Reiseberichten als „Auto Killer“ bezeichnet. Auch Kuno hat uns vor dieser Furt gewarnt. Vorderräder, Achsen, Federbeine, Achsschenkel und Lenkungen haben diese Felsplatten schon das Leben genommen. Später auf der Fahrt wird uns auch noch ein Island Pickup mit einem Autoanhänger entgegenkommen. Dieser wittert sein Geschäft, weil heute noch sicher ein Touri, vielleicht auch unser Chinese, sein Leihwagen in dieser Furt demolieren wird, uns stellt sich vorsorglich schon mal zum Abschleppen und Abkassieren bereit.
    Zuerst aber müssen auch wir die Furt queren. Langsam rein, schön sachte vorwärts und ganz weit links einen Bogen fahren. Es wird kurz noch tiefer, hat einige Löcher im Untergrund und schlussendlich souverän am anderen Ufer wieder hoch. Der Unimog ist in diesen Situationen einfach klasse.

    Die Fahrt geht genüsslich weitere und auch der Nieselregen hat aufgehört. Wir verlassen die F208 und biegen links zum Aussichtspunkt Eldgjà ab. Vor uns öffnet sich eine riesige Vulkanspalte. Schon sehr eindrücklich was hier die Natur in den letzten hunderten von Jahren geschaffen hat. Weit hinter erspähen wir einen Wasserfall. Ich beschliesse mit der Drohne einen Flug zum Wasserfall zu machen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ich bin ja schliesslich noch immer ein Anfänger als Pilot.

    Wir fahren zurück, folgen der F208 einige Kilometer und biegen auf die F235 ab. Hier wollen wir am Ende der Strasse beim See Langisjor übernachten. Der Platz ist ein Aussichtspunkt. Anmerkung: In Island wird jeder Punkt an dem Angehalten werden kann als Aussichtspunkt bezeichnet. Dies unabhängig ob es etwas zu sehen gibt oder nicht. Und auf der Ringstrasse machen dies die Touris in ihren Dacia‘s, anhalten und fotografieren, immer und immer wieder.

    Beim See angekommen, unterhalten wir uns mit einem Schweizer aus Neuchatel und einem Holländer der auf seiner Enduro hierher gefahren ist. Am Ufer steht ein Schild der die Stelle als Slippingrampe bezeichnet. Hä, ich möchte sehen wie hier einer mit seinem Bootsanhänger herfahren soll.
    Eigentlich gefällt es uns hier aber nicht. Wir beschliessen einen andern Schlafplatz zu suchen und fahren weiter. Es folgt ein Abzweiger rechts weg und eine sehr steile Passage hoch ins nirgendwo. Kuno hat uns den Weg als „fahrbar“ genannt, und so nehmen wir die Strecke unter die Räder.
    Ein Strasse ohne Nummer, also nicht mal mehr eine dreistellige F Piste ist doch ganz genau das, was ich mit WA2 fahren will. Jetzt ist richtig Spass angesagt; Geröll Pisten wechselt sich mit Felsplatten ab, Schlaglöcher und Wellblech folgt auf Schotterfeld, plötzlich eine butterweiche Sandpassage….. ich liebe es so zu fahren.

    Nach unsere Karte sollte nun erneut rechts einen Abzweiger kommen….. kommt aber nicht. Haben wir ihn verpasst? Ich fahre einen kurze Strecke zurück und wir halten Ausschau. Da ist nichts, obwohl nach unserem Navi hier die Strasse abbiegen sollte. Querfeldein fahren will ich nicht. Wie sagte der Ranger „Onroad is onroad and offroad is offroad“. Die Reifenspuren des Unimog könnten uns verraten und jeder Ranger in Island fahndet nach uns, beschlagnahmt unser rollendes Schlaf-Wohn-Ess-Koch-Scheisszimmer und wir kommen ins Gefängnis. Nein, kommt nicht in Frage. Also weiter auf der Piste und schauen wo wir übernachten können.
    Nach wenigen 100 Meter sehen wir eine Abzweigung, die in einem Flusslauf zwischen den Felsen verschwindet. Das muss sie sein, die gesuchte Abzweigung. Also rein in den Fluss und dem Lauf folgen. Wir fahren im Fluss fast einen Kilometer weit zwischen den Felsen entlang und gelangen auf einen Sandpiste die uns irgendwie an Dünen in Afrika erinnern. Hoch und runter, hoch und runter. Bei der letzten Düne sehen wir im Hintergrund einen See und auf der Höhe haut es uns fast aus den Sitzen. Ein See, davor eine kleine grüne Gras-Moos Fläche und darauf zwei kleine weisse Hütten mit roten Dächer. Das ist sie, die Rangerstation die wir gesucht haben. Ein Traumhafter Platz ganz für uns alleine. Hier wir sich in der Nacht auch keiner dieser Kleincamper dazuquetschen.
    Wir geniessen unseren Apéro mit Lachsbrötchen und einer Flasche Weisswein, kochen auf dem Aussengrill eine schackhaftes Essen und geniessen die Stille und Ruhe auf diesem kleinen Fleck Erde der an dieser Tag ganz unser ist. Gute Nacht Iceland, wir lieben dich.
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  • Aug23

    Zurück ins Hochland

    August 23 in Iceland ⋅ ⛅ 5 °C

    Am folgenden Morgen treffen wir Kuno, seine Gäste Katja und Sarah in Hvolsvöllur. Kurze Zeit später fährt auch Hans vor…. wir waren erneut von der Strasse aus zu sehen.
    Ein letztes Bunkern im Suppermarkt und in der Vinbudin sowie Diesel füllen und es geht los.
    Auf der F261 fahren wir genüsslich immer tiefer ins nirgendwo. Es folgt ein Stopp, Kuno muss an den Reifen Luft ablassen. Im WA machen wir dies lässig in der Führerkabine, Kuno draussen mit einem Manometer. Und weiter geht die Fahrt durch wechselnde Landschaften.

    Unterwegs machen wir viele Foto-Halt, Kuno kennt wirklich jeden Hügel, Berg, Stein, Fluss, Bach den es sich lohnt zu fotografieren.
    Nach einigen Kilometer auf der Emstruleid halten wir etwas abseits bei einer Schutzhütte. Wir möchten den Nashornberg besteigen. Wanderschuhe anziehen, Rucksack mit Regenschutz und etwas zu trinken bereitstellen und los geht es geradewegs über eine Wiese, ein Moosfeld und eine sehr steilen Vulkansteinhang hoch. Wanderweg, Fehlanzeige, hier bewegen sich sonst nur Schafe. Und wie die Schafe steigen auch wir hoch, auf allen vieren. Hoch geht ja noch, aber wie kommen wir hier wieder runter??
    Kuno schein in seinem Element zu sein, er kraxelt wie eine Bergziege hoch und immer höher, wir andern 4 haben sichtlich Mühe ihm zu folgen. Uns kommt der Gedanke ob wir in der falschen Reisgruppe sind; haben wir Baumeler Wanderreisen gebucht? Kurz vor dem Gipfel folgt erneut ein Moosfeld und wir stehen auf dem höchsten Punkt. Unglaublich, die Anstrengung hat sich gelohnt. Ein Panoramablick der Superlative. Rundherum nur schönste Landschaft in wechselnden Farben. Sonne und fantastische Wolkenformationen. Super!
    Und schon wieder habe ich meine Drohne vergessen. Hier oben ein Rundflug währe super gewesen.
    Nach einer kurzen Stärkung aus dem Rucksack und gefühlten 100 Fotos später folgt der Abstieg. Dieser gestaltet sich erstaunlich einfacher als wir dies beim Aufstieg gedacht haben.

    Die Fahrt geht weiter zum Übernachtungsplatz Maelifelssandi. Es beginnt zu leicht regnen und schon bald ist es, so schnell wie es begonnen hat auch wider vorbei. Habe ich schon geschrieben wie viel Glück wir mit dem Wetter haben?
    Jetzt aber raus und zum Apéro. Gin & Tonic auf Eis, what else?
    Gemeindschaftskochen ist angesagt. Bei Kuno im MAN wir Salat und Pasta zubereitet, und ich mache auf dem Aussengrill einen Eintopf mit Hackfleisch, Bohnen, Pellati, Zwiebeln und Mais.
    Gute Gespräche und zwei Flaschen Rotwein später ist Nachtruhe angesagt. Da sich mittlerweile die Wolken verzogen haben beschliesse ich, meinen Wecker auf 2 Uhr zu stellen in der Hoffnung hier in der Abgeschiedenheit und ohne Lichtsmog die Nordlichter sehen zu können. Es bleibt bei der Hoffnung, in der Nacht sind die Wolken zurückgekehrt.

    Am Morgen stehen wir bei leichtem Regen auf und dürfen erneut bei Kuno frühstücken.
    Kunos Gäste möchten in den heissen Quellen baden, dies sind rund 7 Kilometer entfernt, wir beschliessen die Weiterfahrt. Als wir unsere Gefährte bereitmachen klopft es energisch an der Tür. Draussen steht ein völlig aufgelöster und durchnässter Chinese der keinen geraden Satz hervorbringt. Was wir verstehen ist, dass sie irgendwo ein Problem mit ihrem Auto haben und dringend Hilfe benötigen. Hilfe bei einen versenkten Auto, ja klar, endlich kann ich mit dem Exmo einen Touristen Retten. Mit Sperren, Untersetzung und vorne am Hacken meine Bergungsseile, also volles Programm und ein versoffener Dacia Duster rausziehen!
    Wir verabschieden uns von den andern, laden den sichtlich dankbaren Chinesen ein und fahren los. Über das Furtdelta zurück Richtung F261. Aus der Ferne sehen wir einen Defender. Aber der steht gerade auf einem Moosfeld, nicht abgesoffen, nicht überschlagen, kein gar nichts. Wir halten neben einer Furt und versuchen beim Chinesen zu erfragen was den nun das Problem ist. Sie getrauen sich nicht über die Furt zu fahren wenn kein Hilfe in der nähe ist der sie Notfalls rausziehen könnte. Wie sie in diese Situation abseits der Strasse gekommen sind konnte er mir nicht beantworten. Der Defender fährt viel zu schnell los, donnert durch die Fuhrt und steht neben uns. Der Chinese bedankt sich auf die typische verneigende Art, steigt ein und weg sind sie. Ich bin enttäuscht das ich nicht Bergen konnte bin mir aber sicher, dass wenn sie so schnell weiterfahren ich mein Chance doch noch bekommen werde,
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  • Aug22

    Vulkan Geldingardalur am Fagradalsfjall

    August 22 in Iceland ⋅ ⛅ 8 °C

    Der 5* Camping in Grindavik!
    Na ja, woher die 5* kommen können wir nur vermuten, aber sicherlich nicht weil er 5 Sterne wert ist. Vermutlich hat ihm der Inhaber oder ein Mitarbeiter spasseshalber in Tripadvisor 5 Sterne gegeben und danach wurde die Möglichkeit auf weitere Bewertungen eingestellt.

    Zuerst wollen sie uns eine Platz auf dem Parkplatz zuweisen, weil unsere grossen Räder den Rasen beschädigen könnten. Danach parken wir doch auf dem regulären Platz. Als ich den Strom anhänge fliegen mir die Sicherungen um die Ohren. Die Duschen und WC Anlagen…… nein, die beschreiben wir hier nicht. Was soll‘s, wir sind hier zum schlafen und mehr brauchen wir nicht, wir haben ja unser eigenes Schlaf-Wohn-Ess-Koch-Scheisszimmer dabei.

    Der Morgen ist verhangen und es regnet ganz leicht. Trotzdem wollen wir heute auf den „aktiven“ Vulkan hochsteigen der auch in der Schweiz in den letzten Wochen viele Schlagzeilen hinterlassen hat. Nicht nur weil er ausgebrochen ist, sondern vielmehr wegen den Besucher, die den rund 2 1/2 Stündigen Anstieg in Angriff nehmen. Es ist Island, das bedeutet steinige Wege wenn überhaupt ein Weg da ist. Extreme Wetter Verhältnisse das blitzartig wechseln kann.

    Aber alles der Reihe nach. Wir sind bewusst sehr früh da und auf dem Parkplatz stehen nur wenige Auto’s. Wir kleiden uns angemessen ein. Das heisst Wanderschuhe, winddichte Hosen, Rucksack mit Regenjacke und Hose, etwas zu trinken und einen kleinen Snack. Der Anstieg ist anspruchsvoll. Zuerst ein schöner Wanderweg, dann ein Serpentinen artiger steiler Anstieg, die Durchquerungen eines Lavasteinfeldes und zum Schluss über eine sandige Piste bis zum Rand des Lavastromes. Nach ca 1 3/4 Stunden sind wir oben.
    Leider war die Mühe teilweise vergebens. Der Vulkan hat seinen Betrieb eingestellt und die Magma ist erkaltet. Es dampft leider nur noch an 2-3 Stellen und rote Magma ist nicht zu sehen. Schade, aber der Anblick auf den Schlund und das gewaltige Lavafeld ist dennoch beeindruckend. Wir stellen uns vor wie dies noch vor 2-3 Wochen bei voller Aktivität ausgesehen haben muss. Wow!!

    Es ist kalt, windig und es regnet in der horizontalen. Wir beschliessen den Rückzug.
    Nun kommen uns die ganzen Reisegruppen entgegen. Und wie wir dies in diversen Artikel gelesen haben sind sich nicht alle bewusst, was in Island bezüglich Ausrüstung angesagt ist. Eines ist aber klar: Turnschuhe, kurze Hosen, T-Shirt, Jogginghosen usw. gehören definitiv nicht dazu. Die frieren sich heute noch garantiert einen ab, wenn sie überhaupt den Krater erreichen werden, was wir definitiv beim Anblick der Touris vermuten. Einige kehren bereits bei ersten Anstiegt um, andere sehen aus wie sie dies in den nächsten Minuten ebenfalls machen werden.
    Auch ein Rettungsteam ist unterwegs. 2 Rescue Wagen stehen unten am Berg, oben begegnen uns zwei krassen Quads die ebenfalls Rettungen unternehmen können.

    Wir erreichen sicher und in bester Verfassung WA2. Wir wissen, wie man sich in Island ausrüstet!
    Mittlerweile Bezeichnung wir uns als Island Kenner ;-)

    Es geht weiter in südlicher Richtung. Der Wasserfall Seljalandasa ist insofern speziell, da man hinter dem Wasserfall durchlaufen kann. Dies wollen wir natürlich sehen. Core Tex Schuhe, Regenhose, wasserdichte Jacke und los geht es. Unsere Kleidung macht sich bezahlt. Einmal hinter durch und alles ist klatsch-nass. Trotz der vielen Leute die mit uns den kurzen Rundweg unternommen haben ein tolles Erlebnis.
    Und auf dem Parkplatz wer steht da, Bäry und Irene. Eigentlich wollten sie weiter Richtung Westen fahren, haben aber von der Nr. 1 aus unser unauffälliges Auto gesehen. Also, wenn jemand inkognito unterwegs sein will, ist WA2 definitiv das falsche Fahrzeug. Aber ich glaube dies hatte ich bereits in einem früheren Blog geschrieben. Wir teilen unsere Erfahrungen und Erlebnisse aus, schauen die gefahrenen Routen an und verabschieden uns mit den Worten: bis zum nächsten mal, irgendwann, irgendwo! Sie Richtung Westen, wir Richtung Osten.
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  • Aug21

    Into the VULCANO

    August 21 in Iceland ⋅ ⛅ 5 °C

    Nach einem ausgiebigen und genüsslichen Frühstück in Kuno’s MAN verabschieden wir uns und machen uns auf den Weg zum Vulkan. Zuerst aber mal raus aus Reykjavik. Da heute das grosse Fest sowie der Stadtlauf vorbei sind, ist dies kein Problem. Wir brauchen heute für die Strecke nur ca. 1/3 der Zeit. Wir rollen einige Kilometer Asphalt bis wir den Abzweiger erreichen. Auf der Passhöhe wo der Treffpunkt für die Vulkan Tour ist, sehen wir linkerhand das Skigebiet von Reykjavik. Wir müssen schon ein wenig schmunzeln. 4 Lifte und sagenhafte 7 Kilometer Piste. Diese sind schön säuberlich durch Netzte getrennt und nach blau und rot unterteilt, schwarz gibt es nicht.

    Bei Treffpunkt begrüsst uns ein Tourguide, der uns einweist und in drei 8er Gruppen einteilt. Es folgt einen Fussmarsch von ca. 40 Minuten. Unterwegs folgt immer wieder ein kurzer Halt, und wir werden mit interessanten Informationen zur Region und zum Vulkan selber unterhalten.
    In Isländischer Gelassenheit nun mal zuerst einen Kaffee trinken. Dann startet die erste Gruppe, wir sind in Nummer 2, und rüstet sich Gurtzeug und Helm aus und läuft zum Kraterrand los. Nach ca. 10 Minuten sind wir an der Reihe. Angezogen und schon ein wenig nervös geht es auch für uns hoch zum Kraterrand und somit zum Einstig in die Höhle. Über ein kleine Brücke begeben wir uns einer nach dem andern in den Aufzug; 8 Gäste und der Liftboy. Das ganze hängt „nur“ an zwei Drahtseilen Unter uns ein schmales schwarzer Loch mit der Gewissheit, dass der Boden 120 Meter tiefer liegt.

    Es geht los, die kleine schauklige Gondel setzt sich mit einem Ruck in Richtung Dunkelheit in Bewegung. Schlagartig fassen alle Hände ans Geländer, auch wenn dies bei einem freien Fall von 120 Meter nicht wirklich etwas nutzen würde. Es geht runter, immer tiefer. Nach einigen Meter fahrt durch einen schmalen Tunnel eröffnet sich uns ein unglaublicher Anblick. Die Höle, oder eben das Innere des Kraters ist sensationell. Die Farben an den Wänden, die verschiedenen Gesteinsschichten mit bizarren Formen, das enorme Ausmass dieses Lochs verschlägt einem den Atem. So etwas haben wir noch nie gesehen und alle sind sichtlich beeindruckt. Alle, nein, der kleine Franzose hinter mir hält sich krampfhaft fest und sein Blick geht starr geradeaus. Aber auch er wird sich, sobald er wieder festen Boden unter den Füssen hat beruhigen.
    Nach ca. 6 Minuten wird er erlöst, wir sind am Boden angekommen. Unser Guide erzählt und interessante Fakten über dieses Naturwunder. Eine Frage kann aber auch er nicht klären: wie ist diese Höhle entstanden! Es gibt eine Theorie mit einer Gasblase, eine andere mit einer Magmakammer, aber beide lassen Fragen offen und können somit nicht bestätigt werden.

    Wir laufen gut 30 Minuten durch die Kammer und schauen uns die Farben und Formen der Wände an. Gelb ist Schwefel, Rot ist Eisen, Grün ist Kupfer und Schwarz natürlich Lavagestein. Wie bereits gesagt, überwältigend. Unsere Zeit ist um und wir besteigen die Gondel führt die Rückfahrt.

    Vor dem Basecamp treffen wir noch auf einen Polarfuchs. Ein niedlicher kleiner Wuschel der sich frech durch die Besucher schlängelt, Wir werden gewarnt ihn zu berühren oder zu füttern.
    Auch wenn es den Anschein macht das er zahm ist, würde es sehr schmerzvoll zubeissen. Es ist und bleibt ein Wildtier. Aber süss zum Anschauen ist er dennoch.

    Im Basecamp werden die Besucher, welche noch immer sichtlich beeindruckt vom Erlebten sich der Ausrüstung entledigen, mit einer heissen Fleischsuppe bewirtet. Es folg der Rückmarsch zur Passhöhe, und für uns die Weiterfahrt nach Grindavik zum einigen 5* Campingplatz auf Island.

    Ein 5* Campingplatz, mehr dazu in Nächsten Blog.
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  • Aug20

    Reykjavik

    August 20 in Iceland ⋅ ☁️ 10 °C

    Wir fahren auf der 1 (Ringstrasse) nach Reyjavik. Der Verkehr nimmt stark zu und auch die Landschaft ändert sich von Lavastein und Moos durchzogen von Flüssen zu Beton, durchzogen von Strassen und Ampeln. Die Zivilisation hat uns wieder.

    Unterwegs buchen wir einen Stellplatz auf dem einzigen, zentral gelegenen Camping inmitten der Stadt. Wir verabreden uns mit Kuno, der am Flughafen seine neuen Gäste abholt, für den Abend auf dem Platz.
    Die Fahrt zum Camping ist eine Irrfahrt durch Reykjavik. Vielen Strassen sind gesperrt, überall steht die Polizei und leitet den Verkehr um und viele Leute stehen an Absperrungen. In Reykjavik ist eine grosses Fest mit einem Stadtlauf. Dutzende Läufer in kurzen Hosen (Anmerkung: es ist 9 Grad mit sehr starkem Wind, also gefühlt keine 5 Grad) und Startnummern rennen durch die Strassen, applaudiert von den zahlreichen Zuschauern.
    Nach langem zick-zack durch die Stadt erreichen wir den Camping, stellen WA2 ab und begeben uns sogleich zu Fuss zurück in das Zentrum von Reykjavik. 3 Kilometer Fussmarsch.
    Irgendwie habe ich das Gefühl ich sein nur am Laufen in diesen Ferien. Erinnert mich irgendwie an das Sportinternat im Camutsch.

    In Reykjavik ist die Hölle los. Strassenstände, Livemusik, flippige Junge Leute und eine riesen Stimmung. Am Rand noch immer Läufer die ihre Runden absolvieren. All jene die das Ziel erreicht haben gesellen sich mit Medaille und eingehüllt in einen silbern glänzende Überlebensdecke, gesponsert von Adidas, unter das Partyvolk.

    Wir laufen nach einem ausgiebigen Apéro zurück zum Camping. Schon wieder laufen!
    Auf dem Platz treffen wir Kuno mit seinen beiden Gästen, Sarah und Katja. Sie wollen in den nächsten 2 Wochen an Board des MAN Island erleben. Er stellt sie liebevoll als LUKS-Puppen vor. Sarah ist in der 144er Einsatzzentrale und Katja ist Krankenschwester. Da die drei einen bekannt von Kuno zum Nachtessen treffen wollen, machen Karin und ich uns erneut auf den Weg ins Zenrtum. Aber jetzt wird nicht mehr gelaufen, genug ist genug. Ich installiere mir eine e-Scooter App, buche einen Scooter der in der Nebenstrasse steht und wir düsen zusammen, zugegeben etwas wackelig, los. Das ist eine lustige Fahrt.

    Wir geniessen das wilde Treiben in den Gassen, gehen genüsslich Essen und schlendern ein wenig umher. Dann geht es zurück mit dem Scooter. Karin versucht als Passagier auch noch zu filmen. Ob dies etwas geworden ist?
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