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  • Day1015

    Auf den Spuren der Inka in Chachapoyas

    June 13 in Peru ⋅ ☁️ 16 °C

    Hier sind wir nun im wunderschönen Chachapoyas und mega gespannt auf ein paar Inkaruinen. Vorallem Christoph, für den Siedlungsreste immer ein absolutes Highlight sind, kann es kaum erwarten die Festungsstadt Kuélap zu erkunden, die unweit von Chachapoyas liegt. Zu unserer großen Enttäuschung mussten wir aber leider feststellen, dass die archäologische Ausgrabungsstätte leider aktuell geschlossen ist. Es hat wohl einen Erdrutsch gegeben und ein Teil der großen Festungsmauer ist dabei eingestürzt -  Doch der nette Peruaner am Empfang erzählte uns von einer weiteren archäologischen Stätte ganz in der Nähe.

    Yalape - Die Googlesuche ergab erstmal "Jalapeños" und erst weiter unten konnten wir ein paar Infos zu dieser Stätte finden. Wo genau sich diese Ausgrabungsstätte befindet konnten wir auch nicht richtig identifizieren, aber eine Kombination aus Googlemaps und Maps.me gab uns einen groben Anhaltspunkt, also stapften wir los Richtung Levanto. Auf unserem Weg trafen wir immer wieder nette Leute, die uns den Weg weisten und so kraxelten wir erstmal 11km quasi nur bergauf auf einem ehemaligen Inkapfad durch die Anden und wurden immer wieder mit atemberaubenden Ausblicken belohnt.

    Kurz vor Levanto sollte nun in einem Tal die Stätte liegen. Leider stellte sich unten angekommen heraus, dass die Googlemaps Markierung anscheinend nicht stimmte und wir den ganzen weiten Weg wieder zurück latschen durften! Da wir schon relativ platt waren, war die Stimmung großartig, aber nichts was ein super Mittagessen in Levanto nicht wieder richten konnte.

    Da das einzige Collectivo erst um sechs Uhr Abends fahren sollte und wir definitiv nicht vor hatten, den ganzen Weg zurück zu wandern, wagten wir einen neuen Versuch und erkundeten die Gegend um den Cerro Yalape - Ja richtig es ging also weiter bergauf!

    Aber unsere Suche war nicht vergebens, denn dem Inkapfad folgend standen wir letzten Endes vor einem Schild auf dem "Zona Archeologica Yalape" stand und auf dem Grundstück dahinter fanden wir die ersten alten Gemäuer! Da das Tor offen stand kraxelten wir einen kleinen Trampelpfad entlang und stellten als bald fest, dass wir uns uns auf einem Privatgrundstück befanden. Bis auf einige Hühner war aber keiner anzutreffen und weiter oben hinter einem Kuhacker konnten wir noch viele weitere Rundbauten entdecken. Also kletterten wir den Hang hinauf und schlüpften an einer niedrigen Mauer unter dem Stacheldraht durch auf das Gelände der Ausgrabungsstätte.

    Vor uns lagen unzählige Terrassen mit den Überresten über hunderter runder Häuser, wie sie um 1100 nChr. Von den Chachapoyas dort erbaut wurden. Wir fühlten uns wie Entdecker und erkundeten super gespannt das gesamte Areal. Hier und da fanden wir auch eckige Gebäude die von den Inkas dort errichtet wurden, nachdem diese die Chachapoyas unterworfen hatten und sogar bemalte Tonscherben konnten wir entdecken.

    Was uns nur etwas wunderte war, dass wir hier komplett alleine herumstapften und es anscheinend niemanden außer uns interessierte diese unglaublichen Ruinen zu erkunden. Auf unserem Weg raus, diesmal auf dem offiziellen Pfad und nicht über den Kuhacker, verstanden wir dann auch wieso, denn die Archeologische Stätte war ebenfalls geschlossen - Also hieß es mal wieder klettern um raus zu kommen :D

    Auch wenn wir uns vielleicht nicht ganz auf dem offiziellen Weg befunden haben, war dieser Tag für uns einfach unglaublich schön und abenteuerlich! Yalape ist nach Kuélap die zweitgrößte Ansiedlung in dieser Region und wohingegen von Kuélap bisher auch nur zu 20% erforscht ist, gab es in Yalape noch keine archäologischen Anstrengungen, da die Gelder dafür fehlen. Es wird außerdem geschätzt, dass diese Region die mit den meisten unerfoschten archäologischen Stätten in Südamerika ist - Wir haben uns also nicht nur wie Entdecker gefühlt, sondern waren tatsächlich einige der wenigen Abenteurer hier!!!
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