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  • Day105

    Sapa Tag 2

    January 19, 2016 in Vietnam ⋅ ⛅ 29 °C

    Das Frühstück in unserem Hostel war für Asien aussergewöhnlich, vorallem wenn man bedenkt, dass wir in einem Hostel waren und nicht mehr als 5$ pro Nacht bezahlten. Die Auswahl reichte von Brot bis hin zu Cornflakes und frischen Früchten. Das Highlight war jedoch die "Egg-Bar". Auf einem Tisch wurden zwei elektrische Herdplatten platziert und dahinter ein junger vietnamesischer Typ hingestellt welcher Eier nach Lust und Laune der jungen Reisenden zubereitete inklusive Auswahl der Zur verfügung stehenden Zutaten wie Zwiebel, Tomaten usw... Diese Qualität und Variationsmöglichkeiten setzte sich bei den Getränken leider nicht fort. Green Tea und Instant Kaffee - trink oder stirb war mal wieder das Motto.
    Nach dem wir unsere Mägen gefüllt hatten starteten die Vorbereitungen für unsere bevorstehende Tour. Einige trauten ihren Schuhen diese Tour durch dicht bewachsene Wälder und Reisfeldern nicht zu und leihten sich vom Hostel für 5$ (dafür könnte man hier eine Nacht länger bleiben...) ein paar Gummistiefel. Ich vertraute meinem, vor der Reise neu erworbenen, Paar und war bereits in der Startlöchern, als andere sich noch durch die Farbauswahl der "Made in China" Plastikstiefel kämpften. Aber die Wartezeit wurde von den einheimischen Frauen versüßt. Jedes mal wenn man sich auch nur eine Millisekunde traute durch das Glas der Eingangstür einen Blick nach außen zu erhaschen sah man mindestens drei der fünf wartenden Damen winken. Ganz so als würden sie nur auf die dummen Touristen warten bis sie endlich aus den sicheren Gemäuern des Hotels rauskommen um ihnen danach jeden nur erdenkbaren Ramsch zu verkaufen. Und genau das war auch der Grund! Sie standen also vor dem Hostel und warteten auf uns. Als wir es dann trotzdem wagten unsere geschützte Umgebung zu verlassen wurde unsere Front schlagartig attackiert. "Shopping", "Handmade", "1 Dollar", die typischen asiatischen verkaufsfördernden Sprüche die ich nun seit mehr als drei Monaten fast täglich ertrage. Glücklicherweise stiegen wir sofort in einen Kleinbus und konnten flüchten bevor wir vollkommen ausgebeutet wurden - geschafft!! Doch als wir nach knapp zehn Minuten Fahrt unsere Tour in Richtung eines kleines Dorfes starten wollten kamen die ständig grinsenden Damen, auf den Rücksitzen von Motorrädern, auch schon wieder angerollt. Sie sollten uns also noch auf unbestimmte Zeit verfolgen. Die ersten Minuten unseres Marsches versuchten sie weiterhin alles möglich an den Mann bzw vorallem an die Frau zu bringen. Attackiert wurde man teilweise sogar von mehreren Seiten gleichzeitig. Als ich dann endlich allen klarmachen konnte, dass ich ganz bestimmt nichts kaufen werde da ich keinen Platz in meinem sowieso schon überfüllten Rucksack habe, wurden sie mir plötzlich sympathisch. Sie versuchten nicht mehr Geld einzunehmen, sondern begleiteten uns auf unserer Tour, halfen den weniger talentierten oder ältern Wanderern und hatten ständig ein frisches Lächeln im Gesicht. Die ersten Kilometer ging es ganz gemütlich durch ein Tal bevor wir dir ersten Hügel hinaufstapften. Immer wieder mussten wir uns den Weg über kleine Bäche von Stein zu Stein erspringen. Der Weg führte uns teilweise steil den Berg hinauf, gefolgt von einer kurzen Passage die uns wieder dem Tal näherte. Die Ausblicke wurden immer schöner. Von Minute zu Minute ließ sich die Sonne auch immer öfter blicken und brachte uns eine klare Sicht. Auf einer Berghütte wurde von unseren Tourguides ein kleines Mittagessen zubereitet. Während wir alle hungrig auf die Fütterung warteten war wieder mal Shopping an der Reihe. Es war endlich soweit! Die älteren Damen aus Little Britain, einem ehemals riesigem Königreich, konnten nicht widerstehen und warfen den einheimischen das Geld nur so entgegen. Ein Schal hier, eine Tasche dort. Mission erfüllt, dachten sich die Damen uns verließen uns noch während wir unsere Mägen füllten. Dies war auch notwendig, da wir noch ein paar Stunden Fußmarsch vor uns hatten. Die Pfade wurden zum Ende hin nicht nur immer steiler sondern auch enger und rutschiger. Vollkommen durchgefroren kamen wir teilweise ebenfalls vollkommen zur Gänze erschöpft endlich am Ziel an. Eine schöne Hütte mit mehreren Räumen und einer Küche. Die Toiletten waren absolut in Ordnung, jedoch wurden die Duschen (die bei allen ziemlich notwendig war) leider nur mit Kaltwasser versorgt. Das Angebot der Hausherrin, ein heißes Bad zu nehmen, konnte ich nicht ausschlagen. Eine halbe Stunde später in der ich alle anderen frierend aus der Dusche kommen sah, war es auch schon so weit. Ein Engländer und ich wurden zu unserem Bad gerufen. Zweifelnd standen wir vor zwei riesigen Tonnen welche zuvor mit heißen Wasser gefüllt wurden. Egal, raus aus den Klamotten und entspannen. Wir setzten uns also in unsere Tonnen. Nicht kürzer als vierzig Minuten verweilten wir seelebaumelnd darin. Im Nachhinein muss ich mir selbst ein Lob aussprechen, denn das waren die wahrscheinlich am besten investierten 5$ allerzeiten.
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