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  • Day9

    Deja vu

    June 7, 2019 in Poland ⋅ ⛅ 16 °C

    Unser Besuch auf der Weichsel-Nehrung, auch frische Nehrung genannt, in Krynica Morska brachte uns zum selben Campingplatz wie vor 15 Jahren. Hier sieht es noch genauso aus, sehr einfach, mitten im Wald gelegen, ruhig und idyllisch und zur Zeit noch sehr leer.
    Die Radtour an die russische Grenze bis zum Absperrzaun auch wie damals, nur deutlich wärmer. Wir sind auch wie damals einmal unter Schnappatmung kurz ins kalte Wasser gehüpft.
    Anders als vor 15 Jahren, da hatte ich kein Smartphone, das ich jetzt dummerweise nicht ausgeschaltet hatte. Als die Meldung "Willkommen in Russland" kam, war es auch schon zu spät. Schwups war mein Guthaben weg, ja, wirklich dumm gelaufen, einfach nicht damit gerechnet.
    Ein weiteres Deja vu sind die Straßen, sobald man von einer großen Straße weg ist, geht es wie damals mit sehr kaputtem und unebenem Belag weiter. Für uns dann sehr langsam, damit unser Fahrradträger die Reise auch übersteht

    Wenn es interessiert, nochmal ein kurzer geologischer Exkurs. Nehrungen sind typisch für gezeitenlose Meere, wie die Ostsee. Ein flaches Küstenvorland und ein ausreichend großer Sedimentvorrat und der geringe oder fehlende Tidenhub sind Voraussetzungen für die Entstehung.
    Nehrungen entstehen aufgrund von Sedimentverdriftungen durch parallele Strömungen.( Das habe ich bei Wikipedia abgeschrieben) Auch Dünenbildung und lange Sandstrände sind ein Merkmal von Nehrungen.
    Die Weichselnehrung ist zwischen 500 Metern und 2 Kilometern schmal und 70 km lang. Etwa in der Mitte verläuft die russische Grenze, dort kommt man nicht weiter, sonst wäre man sehr schnell in Kaliningrad.
    Im Kriegswinter 1945 sind ostpreußische Flüchtlinge übers zugefrorene Haff und die Nehrung Richtung Westen geflohen.
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