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  • Day66

    Bolivien - auf 6.088 m: Huayna Potosi

    September 5, 2018 in Bolivia ⋅ ☀️ 8 °C

    Bereits vor Antritt meiner Reise war für mich klar: Ich möchte einmal die 6.000m Höhe überschreiten!

    Und so ging es nun endlich auf eine geführte 3-Tagestour die mich zu meinem Ziel führen sollte, dem Gipfel des bekannten Huayna Potosi auf 6.088m Höhe.

    Was soll ich sagen, ich kann es selbst noch kaum glauben aber um 6.40 Uhr morgens stand ich mit der aufgehenden Sonne oben am Gipfel auf 6.088m und war den Tränen nahe weil ich kaum glauben konnte, diesen Aufstieg tatsächlich gemeistert zu haben.

    TAG 1:
    Mit dem Kleinbus ging es von der bolivianischen Hauptstadt La Paz ins Basecamp auf 4.700m. Um uns an die Höhe zu akklimatisieren nutzten wir den Tag als Trainingstag und übten mit unserem Equipment für die kommenden zwei Tage richtig umzugehen. Insgesamt 8 Teilnehmer und 5 Guides machten sich also auf den Weg zum nahegelegenen Gletscher um den richtigen Umgang mit Steigeisen und Eispickel im Schnee und Eis zu üben. Außerdem nutzen wir den Gletscher zum Eisklettern was einen riesen Spaß gemacht hat.

    TAG 2:
    Am zweiten Tag ging es rauf zum Highcamp auf 5.250m von wo aus der Aufstieg zum Gipfel stattfindet. Gleich nach dem Frühstück ging es mit vollem Gepäck, was für uns einen ca. 15kg Rucksack bedeutete, los auf die erste Etappe. Leider hat mich (erneut) über Nacht die Höhenkrankheit erwischt was für mich den Aufstieg zum Alptraum hat werden lassen. Nach ca. 4 Stunden den Berg hinauf quälen konnte ich mich am Nachmittag am Highcamp ausruhen. Bis zum Abend wollte es leider nicht besser werden und ich hatte mich schon mit dem Gedanken abgefunden, den Aufstieg zum Gipfel nicht antreten zu können. Mit diesem Gedanken und einer Pille gegen die Höhenkrankheit ging ich recht früh zu Bett.

    TAG 3:
    Um 1.00 Uhr Nachts ging der Wecker da um 2.00 Uhr Morgens der Aufstieg beginnen sollte. Ich nahm erneut eine Pille gegen die Höhenkrankheit und mir ging es tatsächlich um Welten besser, ich konnte sogar wieder was essen. Mein Guide Alex meinte ich soll den Aufstieg einfach probieren und wenn ich mich unwohl fühle gehen wir einfach wieder zurück da eh genug Guides für alle da sind (1 Guide = max. 2 Teilnehmer). Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und so stand ich um 2.10 Uhr mit meinem ganzen Equipment ausgestattet unterm klaren Sternenhimmel und wartete auf das Go von Alex, dass es endlich los geht.
    Ganz langsam machte sich die gesamte Gruppe gemeinsam, jeder mit einer Headlamp ausgestattet, auf den Weg nach oben. Es war stockdunkel, lediglich der Mond und die Sterne hellten die klare Nacht etwas auf. Unseren Weg durch den Schnee leuchteten wir uns mit unserer Stirnlampe. Schritt für Schritt, ganz langsam und mit kurzen Pausen ging es die 838m nach oben. Mir ging es wieder richtig gut, natürlich war der Aufstieg super anstrengend und die Luft sehr dünn aber die Guides haben einen guten Job gemacht und ALLE von uns in 4h 30min zum Gipfel geführt. Von Höhenkrankheit keine Spur mehr.
    Als wir erschöpft oben ankamen ging gerade erst die Sonne auf und belohnte uns mit einem atemberaubenden Ausblick über die Cordillera Real und sogar bis zum Titicacasee.
    Keiner von uns war zuvor auf eine solchen Höhe gewandert, wir waren daher alle besonders stolz auf uns es geschafft zu haben.
    Ein paar Erinnerungsfotos an den einzigartigen Moment und schon ging es wieder nach unten. 2h bis zum Highcamp und ca 1h wieder mit vollem Gepäck bis zum Basecamp.

    GESCHAFFT...6000er Gipfel erklommen. Es war der Wahnsinn 😁
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