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  • Day47

    Der sichere Hafen

    August 16, 2019 in Ecuador ⋅ ⛅ 23 °C

    Erst hab ich ein bisschen gezögert, nach Guasmo zurück zu gehen. Hatte irgendwie das Gefühl, dass ich dann die Zeit in Ecuador nicht richtig nutzen würde, weil ich ja schon drei Wochen lang dort war, und ich "mehr sehen muss". Aber ich hab mich so wohl gefühlt und es hat so viel Spaß gemacht wieder in Guasmo zu sein, dass ich fast nicht mehr weg wollte. Es war wie mein sicherer Hafen, wo ich die Umgebung und Leute kenne und einfach meine Reserven auffüllen kann.
    Die letzten Tage waren echt cool, ich habe mir das erste mal Guayaquil ein bisschen mehr angeschaut, ich war sonst nur 2 mal kurz in der Stadt gewesen. Wir sind auf einen Hügel zu einem Aussichtspunkt gelaufen, haben unterwegs nen Leguan getroffen und uns ein bisschen zum Affen gemacht (siehe Fotos).
    Samstag haben Franka und ich uns gegenseitig die Haare nachgeschnitten, ich sah inzwischen nämlich echt unzumutbar aus. Ich muss nen sehr kompetenten Eindruck gemacht haben, denn als Frankas Oma sah, wie ich da professionell auf einem Plastikstuhl saß und mit einer Bastelschere Frankas Haare nachschnit, reihte sie sich direkt mit ein. Ansonsten haben wir in der Schule gechillt, bisschen Musik gemacht und natürlich reichlich Schokobananen gegessen. Und jetzt kann ich aufgewärmt und wohlgenährt wieder in die Anden reisen. 🏞️

    Wie läufts eigentlich sprachlich so bei mir? Naja, so lala, aber mindestens genauso spannend wie mein Spanisch zu verbessern ist es, das der Eccis zu analysieren. Mir sind ein paar lustige Sachen aufgefallen, die ich aufgeschrieben hab und jetzt hier nach und nach einbringen werde, zum Beispiel folgendes:
    Es besteht ein allgemeines Problem bei der Unterscheidung der Buchstaben b und v (w im Spanischen) . Das liegt daran, dass die Aussprache beider Buchstaben oft eine Mischung aus beiden ist. Wer es mal ausprobieren will: man sagt ein b, schließt seine Lippen dabei aber nicht vollständig und verhindert so, dass sich kurz Druck hinter der Lippe aufbauen kann (z.B. nueve [neun]). Bei manchen klingt alles nach w, bei anderen mehr nach b, aber es ist immer nix Halbes und nix Ganzes (für mein Deutsch geprägtes Gehör halt). Im Gesprochenen braucht es einen demnach nicht zu interessieren, ob etwas ein v oder b ist.
    Aber wenn man dann mal fragt, wie ein bestimmtes Wort geschrieben wird, müssen viele oft erstmal rätseln. Und wenn einer der Eccis was auf englisch oder deutsch sagt, kommt es oft vor, dass v- und b-Laute vertauscht werden. Aus "I will" wird dann "I bill", und man hat keine Ahnung was sie einem mitteilen wollen, zumindest, bis man die Ursache kennt. Gleiches Problem kennt man übrigens von den Japanern mit r und l.
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